Universität Gießen in Fron».
Vortragsreihe für deutsche Wehrberechtigte an der Universität.
Berlin. Trotz der erheblich gesteigerten Unkosten soll jeder Freund des Theaters und der Tanzkunst die Möglichkeit des Besuchs haben. Die Intendanz hat daher die außer Abonnement stattfindende Veranstaltung zu kleinen Preisen angesetzt. Dauer von 20 bis 22 Uhr.
Die Zahl der vorbestellten Karten ist bereits sehr groß. Aber noch größer ist die Nachfrage. Die Theaterkasse macht darauf aufmerksam, daß die vorbestellten Karten bis spätestens Samstag mittag, 13 Uhr, abgeholt sein müssen. Andernfalls muß wegen der regen Nachfrage über nicht abgeholte Karten anderweitig verfügt werden. (Siehe heutige Anzeige.)
Spendet Brot!
Das Jungvolk wird heule und morgen in Stadl und kreis Gießen die angekündigte B r o t s a m m - lung für hilfsbedürftige Familien in Offenbach durchführen. Die Buben werden sich dabei wiederum mit aller Freudigkeit in den Dienst der guten Sache stellen. Sie wissen, daß dieses Werk der Nächstenliebe eine dringende Notwendigkeit ist. Wan darf hoffen, daß die gleiche Erkenntnis auch bei allen übrigen Volksgenossen, insbesondere bei unsere» Hausfrauen, vorherrscht. Daraus ergibt sich die selbstverständliche Pflicht, unter Anspannung aller Leistungsfähigkeit zu dieser Brotfpende beizusteuern. Möchten die Buben des Jungvolks in allen Häusern reiche Spenden an Brot erhalten, damit ihre Sammlung wiederum, wie im Vorjahre, einen überragenden Erfolg darstelll und den hilfsbedürftigen Familien wirksam beigestanden werden kann!
7!6>KK. im Dienste des Winterhilfswerkes.
Am kommenden Sonntag veranstaltet der Vlusik- zug der NSKK.-Standarte 147 in der Stadt Gießen eine Reihe von Platzkonzerten, und zwar von:
10.30—11 JO Ahr: Bahnhofsplah
12.00—13jOO „ Stadttheater
14.30—1-5.30 „ Marktplatz 16.00—17.00 ,, An der Volkshalle 18.00—19.00 „ Selterstor.
Bei dieser Gelegenheit werden die Männer des NSKK. im Dienste des WHW. eine Strahenfamm- lung durchführen. Ls stehl zu erwarten, daß dieser dankenswerte Einsatz des NSKK. auch den erhoff- ten Erfolg findet.
Deutsche Arbeitsfront.
An alle Ortsgruppenwalter und Ortsgruppen- kaffenwalter der DAF. Kreis Gießen.
Am Samstag, 16. November, findet im Hause der Deutschen Arbeitsfront in Gießen, Schanzenstraße 18 (großer Saal), eine Besprechung aller Ortsgruppenwalter und Ortsgruppenkassenwalter des Kreises Gießen statt. Die Versammlung beginnt pünktlich um 18 Uhr. Wir haben die Versammlung so früh gelegt, daß es den weit entfernt wohnenden Kameraden möglich ist, rechtzeitig die Heimreise anzutreten. Die Versammlung wird einberufen, um viele Unklarheiten im Unterstützungswesen, in der Beitragskassierung und Mitgliedsbuchumschreibung klarzustellen. Bei Nichterscheinen muß schriftliche Entschuldigung vorliegen. Fahrtkosten werden ersetzt.
Sportamt »Kraft durch Freude".
heute folgende Kurse:
Allgemeine Körperschule, für Frauen und Männer. Von 20.30 bis 21.30 Uhr, Lyzeum, Dammstraße 26.
Fröhliche Gymnastik und Spiele, nur für Frauen. Von 20.30 bis 21.30 Uhr, Lollar, Kantine der Fa. Buderus.
Ski-Trocken. Von 21 bis 22 Uhr, Reitschule Schömbs.
Reiten. Von 20 bis 21 Uhr, Reitschule Schömbs.
Schwimmen. Von 20.30 bis 21.30 Uhr, für Frauen und Männer, Volksbad; von 21.30 bis 22.15'Uhr nur für Frauen.
Ausfallende Kurse!
Am kommenden Samstag und Sonntag müssen die Kurse für Hallentennis ausfallen.
Landschastsbund Volkstum und Heimat
Kreis Gießen.
Belr.: Beiträge für 1935.
Sämtliche Beiträge für das Jahr 1935 müssen bis zum 21. November auf Konto 198 58 Frankfurt am Main eingezahlt fein. Nur die Dezemberbeiträge der wirtschaftlich schwachen Mitglieder haben Zeit bis spätestens 10. Dezember. Die mit dem Beitrag rückständigen Ortsringleiter müssen von der Kreisleitung bis zum 23. November dem Landschaftsführer gemeldet werden. Wer im Laufe des Jahres Beiträge direkt an den Landschaftsbund (Konto 440 66) eingeschickt hat, muß dem Kreisrechner hierüber bis zum 21. November Rechnung oblegen.
Die Beiträge für „Der junge Heimatfreund" (1 Pf- pro Nummer) find ebenfalls sofort auf Konto 198 58 zu überweisen.
Der Kreisringleiter.
Cintopfsamm>ung-ErgebniS:8r00Mk
Die Eintopfgericht-Sammlung des vergangenen Sonntags erbrachte in Stadt und Kreis Gießen den Betrag von insgesamt 8200 Mark. In der Stadt Gießen wurden davon 3930 Mark gespendet.
Die Oienststunden der Justizbehörden
Von dem Pressereferenten des Landgerichtes Gießen wird mitgeteilt:
Die Dienftftunden für das Landgericht und das Amtsgericht Gießen find nach den von dem Herrn Oberlandgerichtspräsidenten Darmstadt gegebenen Weisungen bis aus weiteres wie folgt festgesetzt worden: Montag bis Freitag von 8 bis 13 Uhr, 14.30 bis 17.45 Uhr, Samstag von 8 bis 12.45 Uhr.
Die Dienststunden der Staatsanwaltschaft sind nach den von dem Herrn Generalstaatsanwalt Darmstadt gegebenen Weisungen bis auf weiteres wie folgt festgesetzt worden: Montag bis Freitag von 8 bis 12.30 Uhr, außerdem Montag und Dienstag von 14 bis 18 Uhr, Mittwoch, Donnerstag und Freitag von 14 bis 17.30 Uhr, Samstag von 8 bis 13 Uhr. M
Die Verkaufszeit für Blumengeschäfte am Bußtag und am Totensonntag.
Das Kreisamt Gießen Hot den Verkauf von Kränzen und Gärtnerei-Erzeugnissen durch Blumengeschäfte und Gärtnereien im Bezirk der Stadt Gießen am Buß- und Bettag, 20. November, und am Totensonntag, 24. November, für die Zeit von 11 bis 16 Uhr zugelasfen.
Im Zuge der gesamtdeutschen nationalsozialistischen Hochschulerneuerung unternahm der Rektor der Landesunioersität Gießen, Se. Magnifizenz Prof. Dr. Pfähler, eine bahnbrechende und, soweit wir unterrichtet sind, für übrige Hochschulen im Reich wegweisende Neugestaltung des Vorlesungsplanes durch Einbau einer Vortragsreihe für deutsche Wehrberechtigte zum Wintersemester 19 3 5/36. Die Vorarbeiten zu dieser Tat währten über ein volles Jahr. Der Regimentskommandeur im Standort Gießen, Oberst V i e r o w , übernahm die Durchführung dieser Vortragsreihe und stellte sich damit in den Dienst der schweren Aufgabe einer totalen Hochschulerneuerung, die durch die jüngsten hochschulpolitischen Ereignisse in den Mittelpunkt auch des öffentlichen Interesses gerückt ist. Zugleich nahm Oberst V i e r o w hiermit eine weitere Gelegenheit wahr, dem Wehrgedanken des deutschen Volkes zu dienen.
Es sind für das Wintersemester 1935/36 sechs theoretische Vorträge und sechs praktische Vorführungen vorgesehen. Die Vorträge beziehen sich aus die Themen:
1. Das Gefecht, unter besonderer Berücksichtigung des Jnsanteriegefechts — das Wesen des Angriffs und der Abwehr.
2. Marsch und Marschsicherung.
3. Rast, Unterkunft und Sicherung in der Ruhe.
4. Nachrichtendienst — Filmvortrag.
5. Das hinhaltende Gefecht — Filmvortrag.
6. Das Zusammenwirken der Waffen.
Praktische Vorführungen werden folgende stattfinden:
1. Die Gruppe, der Schützenzug, die Schützenkompanie.
2. S. MG.; S. MG.-Zug; MG.-Kompanie.
3. L. MG.; L. MG.-Zug; MG.-Kompanie.
4. Infanterie-Nachrichtendienst.
5. Infanterie - Panzer-Abwehr - Komp, (mot.)-Geschütz, Zug und Kompanie.
6. Vorführung eines Angriffs - Gefechtes einer Schützen-Kompanie, unterstützt durch schwere Waffen.
Die praktischen Vorführungen werden vom Infanterie-Regiment 36 unter Leitung des Obersten V i e r o w vorgenommen. Diese Vorträge und Vorführungen find für Hörer aller Fakultäten gedacht und für Studierende der vier ersten Semester obligatorisch.
Wegen plötzlicher Erkrankung des Obersten Vierow verschob sich der E r ö f f n u n g s v o r t r a g um einige Tage. Am vergangenen Mittwoch konnte er in der Neuen Aula des Vorlesungsgebäudes bei vollbesetztem Hause stattfinden.
Das Kameradschaftshaus des NSDStB. Gießen war zu Ehren des Obersten Vierow vor der Universität angetreten und wurde gemeldet. Oberst Vierow, in Begleitung einiger Offiziere, dankte.
Sitzung des Kreisausschuffes.
Am Montag, 18. November, 15 Uhr, findet im Regierungsgebärlüe zu Gießen eine öffentliche Sitzung des Kreisausschusses statt. Tagesordnung: Klage des Friedrich Wilhelm K n ö ß in Lich gegen den Bescheid des Kreisamts Gießen vom 5. August 1935 wegen Entziehung des Führerscheins.
Versammluna der Ostdeutsch"»
Der Bund heimattreuer Schlesier (Deutscher Ostbund) hielt am gestrigen Donnerstagabend im „Pfälzer Hof" seine Novembermonatsversammlung ab Vereinsführer K o st o r z konnte hierbei wiederum einige neue Landsleute begrüßen. Er gab in gedrängter Uebersicht ein Bild der vielfältigen Aufgaben, die den ostdeutschen Heimatverbänden zur Erfüllung der Mission des Oestens aufgetragen sind. Die Heimattreuen Verbände sind berufen, den letzten deutschen Menschen für die großen friedlichen Aufgaben zu erfassen, die zur Erstarkung und zum Ausbau der Grenzprovinzen im Osten, von Memel bis nach Oberschlesien und über die bayerische Ostmark hinaus, gelöst werden müssen. Die Grenzaufgaben des deutschen Ostens sind ernster, als die der anderen Reichsgrenzen. Das Grenzgebiet wird die ihm im Rahmen des Volkstums gestellten Aufgaben nur in dem Bewußtsein erfüllen können, untrennbarer Teil eines großen Ganzen zu sein. Darum müssen alle Lauen und Müden wachgerüttelt werden für die großen Aufgaben der deutschen Ostgrenze. Der Redner wies in diesen Gedankengängen auf die Losreißung Danzigs vom Reich, auf den Kampf der Memeldeutschen und der Menschen an der Grenze hin zur Unterstreichung der Forderung, daß nicht nur jeder Ostdeutsche, sondern auch alle anderen deutschen Volksgenossen durch ihren Beitritt zu den Ostverbänden den Kampf unseres Volkes um seine Grenzen unterstützen müssen. Jeder einzelne Ostdeutsche ist berufen, Propagandist seiner neuen Heimat zu sein, um das Volk zu durchdringen mit dem Denken von der Grenze her, mit dem Bewußtsein, daß nur ein einiges großes Volk auch ein starkes sein kann.
Nach Erledigung geschäftlicher und organisatorischer Fragen wurde festgestellt, daß bisher 15 Anträge auf die Abstimmungs-Ehrenzeichen, davon 14 für das oberschlesische und 1 für das ostpreußische, eingegangen sind. Die Ausgabe soll im Januar 1936 erfolgen.
Die Versammlung schloß in üblicher Weise mit dem Treuebekenntnis zum Führer und Reichskanzler und mit dem Kampflied.
Schlußappell des NGOKB. (Stahlhelm) Gießen.
Am vorigen Sonntag war — wie uns berichtet wird — die Ortsgruppe Gießen des NSDFB. (Stahlhelm) zum Schlußappell in das Katholische Vereinshaus befohlen worden.
Nach einem Vorspiel der Stahlhelm-Kapelle hielt Ortsgruppenführer Grün eine Ansprache, in der er zunächAdie Kameraden der Ortsgruppe begrüßte, dann dem^Iauführer, Major a. D. Zeltmann, dem Kreisführer, Major a. D. Wolf, und den von auswärts erschienenen Kameraden des NSDFB. den Gruß entbot, hierauf gedachte er, während sich die Versammlung erhob und die Kapelle das Lied vom guten Kameraden spielte, des am Freitag verstorbenen Frontkameraden Heinrich Muth. Der Redner wies sodann auf die Kundgebungen des Führers und Reichskanzlers Adolf Hitler und des Bundesführers Franz Seldte über die Auflösung des NSDFB. (Stahlhelm) hin und betonte, daß dieser Appell befohlen sei, um dem Befehl des Bundesführers Folge zu leisten. Er gedachte weiter der alten Stahlhelm-Kameraden, die sich in schwerster Zeit für die Ideale des
Da die Vortragsreihe im Rahmen der Universitätsoorlesungen nicht als öffentliche Veranstaltung gelten kann, wurde von offiziellen Einladungen abgesehen.
Das Eröffnungswort sprach Magnifizenz Professor Dr. Pfähler. Er zeigte kurz den Sinn dieser Neuerung auf und faßte ihn in die Worte zusammen, daß der Student nicht zeitweilig Soldat sein solle, sondern Student und Soldat zugleich. Er dankte Oberst Vierow, daß er sich in den Dienst dieses Gedankens gestellt und die Durchführung übernommen habe. Der Beifall der Studentenschaft bezeugte dem Obersten auch von dieser Seite Dank.
Darauf ergriff Oberst Vierow das Wort und sagte einleitend, daß der Vorschlag der Universität, in diesem Wintersemester durch Offiziere den Studenten Vorträge militärischen Inhaltes zu halten, trotz der großen Inanspruchnahme infolge des heeresaufbaues angenommen sei und wörtlich fort- fahrend —: „weil ich einerseits der Ueberzeugung bin, daß die Kenntnis militärischer Dinge unbedingt notwendia ist, andererseits wir Soldaten durch die Verbundenheit mit der Universität Wertvolles gewinnen. Der wechselseitige Gedankenaustausch wird dazu beitragen, das große Ziel des Führers, die Volksgemeinschaft, zu verwirklichen und das Verständnis des Soldatentums zu vertiefen." Uebergehend zum eigentlichen Vortrag, der durch Lichtbild und Karten unterstützt wurde, wies er darauf hin, daß er nicht von höherer strategischer Warte aus lesen, sondern die Arbeit der Truppe zur Grundlage seiner Ausführungen machen werde. Trotzdem waren seine Ausführungen, namentlich Form und Gliederung der Einheiten betreffend, wegen ihrer Gedrängtheit selbst für Studenten von anspruchsvollem Rang. Klar kam das Wesen des Angriffs, vor allem durch die allein auf Sieg hin gegebenen Befehle während der (im Geiste vorgeführten) Gefechtsentwicklung, heraus. Die die Befehle der Führung ausführende Truppe scheint Verhaltungsmaßregeln im Hinblick auf möglichen Mißerfolg der Operation nicht zu kennen, weil es für den deutschen Soldaten im Angriff eben keinen möglichen Mißerfolg gibt. Anderseits trat die schwere Bürde der Verantwortung des Führers, notwendige Umsichtlichkeit in einem für firnen unvorstellbaren Ausmaße und große Entschlußkraft deutlich vor Augen. Das Wesen der Abwehr atmete denselben Geist selbstverständlichen Vertrauens auf die eigne Leistungsfähigkeit. Zum Abschluß hob Oberst Vierow nachdrücklich hervor, daß der Soldat, der Mensch, das kostbarste Gut im Kriege sei, ihn vor Ausfall zu bewahren, sei die oberste Pflicht der verantwortlichen Führung.
Die Studentenschaft bekundete ihren Beifall zu diesem ersten Vortrag für Wehrberechtigte und sieht mit Spannung der nächsten praktischen Vorführung entgegen.
Bundes eingesetzt hätten und durch ihr tatkräftiges Verhalten die Erfüllung und Gestaltung ihrer Ziele erleben durften; ferner dankte er allen Kameraden des Stahlhelm für die aus frontsoldatischem Geist geborene Kameradschaft, für ihre Arbeit und für die Treue zu ihrer Fahne. Die wiedererstandene deutsche Wehrmacht habe den bisher im Stahlhelm gepflegten Geist der Front und der treuen Kameradschaft sich zu eigen gemacht, sie sei damit nicht nur Trägerin der Waffe, sondern auch Hüterin der Tradition des alten Heeres geworden. Damit fei die Aufgabe des Stahlhelm als erfüllt zu betrachten. Gehorsam den Befehlen der Führer ziehe man in dieser Feierstunde die Fahne des Bundes ein. Man könne am Tage der Auflösung des Bundes mit besonderer Befriedigung feststellen, daß vor uns ein neues Deutschland stehe, in dem die Tradition des alten Soldatentums sich verbinde mit dem Geist der neuen Zeit. In dieser neuen Epoche werde man sich dankbar und ehrenvoll jener Frontsoldaten erinnern, die in der marxistischen Zeit im Stahlhelm im Kampfe um die soldatische Forderung nach der Wehrhoheit mit der allgemeinen Dienstpflicht in vorderster Linie gestanden hätten. Fast 300 tote und über 4000 verwundete Kameraden habe der Bund auf seinem schweren Wege zu verzeichnen gehabt. Zum Gedenken an diese Opfer erhob man sich von den Plätzen. Sodann gab der Redner den Briefwechsel zwischen dem Führer und Reichskanzler und dem bisherigen Vundesführer, Reichsminister Franz Seldte, bekannt. ö
Gauführer Zeltmann verlas anschließend ein von dem Landesführer von Meyer in Kassel eingegangenes Schreiben, in dem er für die Treue der bisherigen Ortsgruppe Gießen dankt und dem Vaterlande und feinem Führer Adolf Hitler treue Gefolgschaft gelobt. Dieses Gelöbnis wurde bekräftigt mit dreimaligem Sieg-Heil auf den Führer und Reichskanzler Adolf Hitler, dem Garanten Deutschlands.
Sodann traten die Kameradschaften im Hofe des Katholischen Vereinshauses an, wo in feierlicher Weife die Fahne der Ortsgruppe eingerollt wurde.
Sortraa für Bausparer
Die Eigenheim-Schau Gießen des Bauwirtring Bremen veranstaltete am gestrigen Donnerstagabend im Saale des Hotel Schütz einen öffentlichen Licht- bildervortrag. Organisationsleiter Fellen berg, Koblenz, sprach über das Thema „Warum können die Bauwirte bereits nach wenigen Monaten Wartezeit beantragte Baugelder auszahlen?" Einleitend erwähnte der Redner, daß den Bausparkassen teilweise noch immer Mißtrauen entgegengebracht würde. Durch Gesetz seien aber die Bausparkassen unter Aufsicht gestellt, die Zulassung von Bausparkassen werde streng geprüft. Heute bestünden in Deutschland nur noch etwa fünfzig Bausparkassen, die hundertmal durchgesiebt seien. Der Redner erläuterte dann den Zweck und die Aufgaben der Bausparkassen und betonte dabei, daß die Bausparkassen nur die Gelder auszahlen könnten, die vorhanden seien. Es sei vorteilhaft, einer Bausparkasse beizutreten, die eine wesentliche Sparerzunahme zu verzeichnen habe. Der Redner erläuterte hierauf kurz die Bedingungen des Bauwirtringes Bremen, sprach über die Finanzierung von Eigenheimen, sowie über öie Schwierigkeiten bei der Beschaffung von zweiten Hypotheken, um sich'dann eingehend mit der Gründung und der Entwicklung des Bauwirtringes und dessen Leistungen zu befassen. Er sprach noch über bie Pflichten der Bausparer, sowie über die Auswirkung von Sonderleistungen und betonte die Dor- teHe der Beschaffung eines Eigenheims auf dem Wege des Bausparvertrags. Durch eine Reihe von Lichtbildern wurden die Ausführungen des Redners veranschaulicht und auch gezeigt, wie der Bausparer zu einem schonen Eigenheim kommen farm. Anschließend gab der Redner noch einige Erlaute-
ungen über die notwendige Berücksichtigung von Nebenkosten bei BauoorhÄen, machte praktische Vorschläge für Bauluftige, um sich dann noch mit den Bestimmungen über Steuervergünstigungen beim Bau von Eigenheimen zu beschäftigen. Zum Schluß sprach er noch kurz über die Auszahlungsund Baumöglichkeiten der Bausparer des Bauwirtringes im Jahre 1936.
Schwerer Verkehrsunfall.
Lastzug fährt gegen ein Pferdefuhrwerk.
Auf der Straße Gießen—Lollar, unweit der Einmündung des Lichtenauer Weges, ereignete sich heute gegen 7 Uhr ein Verkehrsunfall, der schlimmste Folgen nach sich ziehen konnte. Ein schwerer Lastzug einer Firma aus Nordsehl, Kreis Stadthagen (Schaumburg-Lippe), der in der Richtung nach Lollar fuhr, stieß plötzlich mit dem Milchfuhrwerk des Hofgutes Heibertshaufen zusammen, das, wie jeden Tag, auch heute Milch nach Gießen bringen sollte. Der Zusammenstoß war so heftig, daß das Fuhrwerk in zwei Teile zerbrochen und mitsamt seiner Last auf das Bankett neben der Straße etwa 6 Meter weit geschleudert wurde. Das Pferd wurde aus der Deichsel gerissen und erlitt einen Beinbruch, so' daß es sofort erschossen werden mußte. Der Lenker des Pferdefuhrwerks wurde bei dem Zusammenstoß mitsamt dem Wagen zur Seite geschleudert und kam unter den Wagen zu liegen. Glücklicherweise erlitt er außer einer Fleischoer« letzung an der rechten Hand und einer Verstauchung am linken Arm sowie einer leichten Verletzung am Kinn keinerlei ernstlichen Schaden. Ihm wurde rasch erste Hilfe zuteil, so daß er sich sofort wieder zur Unfallstelle begeben konnte. Die Polizei nahm die notwendigen Ermittlungen auf. Wie der Unfall zustandegekommen ist, konnte nicht sofort geklärt werden. Der Lastzug stand auf der linken Straßenseite. Der Führer des Lastkraftwagens gab an, das Fuhrwerk erst im Augenblick des Zusammenstoßes gesehen zu haben. Das Pferdefuhrwerk wurde völlig zerstört. Fast sämtliche Milchflaschen gingen in Trümmer. Der Lastkraftwagen war an seinem linken vorderen Teil schwer beschädigt. Der Führer des Lastzuges hatte bereits gestern in Ober- Wöllstadt einen Unfall. Der Anhänger des Lastzuges schleuderte und geriet gegen eine Hauswand.
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** Schulpersonalie. Uebertragen wurde dem Lehrer Otto Strauch zu Gießen die Leitung einer Schulgruppe an der Volksschule zu Gießen unter Verleihung der Amtsbezeichnung „Rektor" für die Dauer dieser Tätigkeit.
** Dienstjubiläum. Auf eine 40jährige ununterbrochene Betriebszugehöriger als Angestellter der Handels- und Gewerbebank zu Gießen kann am 19. November Herr Karl W ä h r u m zurück- blicken. Vordem hatte diese Stelle 20 Jahre lang der Vater des Jubilars inne, so daß der Posten jetzt 60 Jahre in der Familie Währum ist. Herr W ä h -. rum ist Mitbegründer des SA.-Musikzuges Reserve-Sturmbann I, jetzt Musikzug der SA.-Standarte 116.
** Straßensperre. Wegen Ausführung von Baumfällungen wird die Provinzialstraße Rodheim a. d. Horloff — Nidda von Glaubzahl bis gum Borsdorfer Kreuz vom 18. November ab für jeglichen Verkehr gesperrt. Umleitung erfolgt von Glaubzahl her über die chauffierte Waldschneise nach Nabertshäuserstraße, Ulfacher Kreuz, Borsdorfer Kreuz — Nidda und umgekehrt.
** Aufgehobene Straßensperre. Die Straßensperre auf der Provinzialstraße Eichelhain — Lanzenhain ist van heute ab wieder aufgehoben worden.
** Verbindungsweg Liebig st raße —Wilhelm st raße gesperrt. Wegen Ausführung von Zimmerarbeiten — Ausschlagen des Dachwerkes am Hochschiff der katholischen Kirche — ist der Verbindungsweg zwischen Liebigstraße und Wilhelmstraße, längs des Grundstückes der katholischen Kirche, bis auf weiteres für den Fußgängerverkehr polizeilich gesperrt. Die aufgestellten Sperrschilder sind zu beachten.
** Eine Weihnachtsausstellung der oberhessischen Künstler in Gießen und Wetzlar. Die Reichskulturkammer für bildende Künste, Gruppe Oberhessen, veranstaltet auch in diesem Jahre wieder eine Ausstellung von Werken ihrer Mitglieder, um den kunstfreudigen Volksgenossen eine günstige Gelegenheit zum Ankauf heimischer Bilder und Gemälde in der Weihnachtszeit zu bieten. Die Ausstellung in Gießen findet Ende November im Turmhaus am Brandplatz statt. Anschließend wird die gleiche Ausstellung in Wetzlar gezeigt. Die Gruppe Oberhessen umfaßt etwa 30 Künstler Oberhefsens, des Lahngebietes und des preußischen Vogelsberges bis Schlüchtern. Die Ausstellungen bieten nicht nur eine alljährlich wiederkehrende Schau über das Kunstschaffen, sondern auch die einzige Möglichkeit für den Absatz der Werke unserer schwer um ihre Existenz ringenden heimischen Künstler.
** Wohnungsbauten in der oberen Marburger Straße. Westlich der oberen Marburger Straße, gegenüber der Karlsruhe, hat die Baufima H. W. Rinn bereits im Sommer den Bau eines Zweisamlienhauses ausgeführt. Das Haus steht auf dem vorderen, nach der Straße zu gelegenen Teile des Sandgrubengeländes und ist noch innerhalb der Gemarkung Gießen gelegen. Jetzt hat man mit dem Bau weiterer Zweifamilienhäuser begonnen, so daß in aller Kürze sechs Zweifamilienhäuser mit zwölf Wohnungen zu je drei Zimmern, Küche, Bad usw. bezugsfertig sein werden; bis zum kommenden Frühjahr werden sie sich als eine einheitliche Baugruppe präsentieren. Auch auf der Ostseite der Straße hat man mit dem Bau eines kleinen Wohnhauses begonnen, so daß der Abstand des unbebauten Geländes von der Stadtgrenze immer geringer wird.
Kleine Strafkammer Gießen.
Der H. H. aus Eckenheim und der H. D. aus Braunschweig hatten sich vor dem Amtsgericht Vilbel wegen Verstoßes gegen die Reichsstraßenver- kehrsordnung zu verantworten. H. hatte in Klop- penheim mit seinem Wagen die rechte Straßenseite nicht eingehalten und verursachte mit dem Mitangeklagten V., der seinerseits die zulässige Geschwindigkeit überschritten und ebenfalls die rechte Straßenseite nicht eingehalten hatte, einen Zusammenstoß. Während H. freigesprochen wurde, ver- urteilte das Gericht V. zu einer Geldstrafe von 30 Uiarf. Gegen dieses Urteil legten sowohl der Angeklagte D., als auch die Staatsanwaltschaft Berufung ein. In der gestrigen Hauptverhandlung wurde die Berufung des Angeklagten verworfen und auf die Berufung der Staatsanwaltschaft das Ü^Ä^nzliche Urteil dahin aufgehoben, als H. zu 15 Mark Geldstrafe verurteilt wurde.
In einer weiteren Sache nahm der Angeklagte vor Eintritt in die Hauptverhandlung die Berufung zurück.


