Ausgabe 
15.10.1935
 
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Feierliche Lossprechung der Friseurlehrlmge.

Die Friseur-Innung für Stadt und Kreis Gießen, die im nächsten Jahre ihr 50jähriges Bestehen feiern kann, nahm am Sonntagabend im Cafä Leib die feierliche Lossprechung ihrer Lehrlinge vor. Der Saal war mit den Fahnen des Dritten Reiches und den blauen Fahnen des Handwerksstandes ge­schmückt. Die Veranstaltung war gut besucht.

Unter den feierlichen Klängen der Kapelle Kren­gel öffnete sich der Bühnenoorhang, wobei die um die Jnnungslade gescharten Meister, Gesellen und Lehrlinge sichtbar wurden. In althergebrachter Weise entbot Obermeister Hans Götz Gruß und Willkommen an die zahlreich Erschienenen, beson­ders an den Kreishandwerksmeister S t ü h l e r, Kreisbetriebszellen - Obmann für das Handwerk Stein, die Lehrerin der Gewerblichen Fortbil­dungsschule, Frl. Mahls und die Vertreter der Innungen Wetzlar, Marburg, Herborn und Lauter­bach. In seinen weiteren Ausführungen betonte er, daß die Innung mit einem alten Brauch nicht etwa die früheren Zeiten zurückrufen wolle, viel­mehr die neue Gesellschaftsordnung, die nur Lehr­linge, Gesellen und Meister kenne, in jedem einzel­nen Handwerker wirksam werden solle. In seinen Worten an die in den Gesellenstand aufzunehmen­den Lehrlinge ermunterte der Obermeister zum Weiterstreben und zu rastloser Arbeit an sich selbst.

Lossprechung vor der Jnnungslade.

In feierlicher Weise wurden nun die Kerzen ent­zündet und unter ernsten We'chselsprüchen die Jn­nungslade geöffnet. Der Obermeister nahm den sieben Lehrlingen das öffentliche Gelöbnis zu treuer Berufserfüllung, ehrlichem Lebenswandel und treuer Hingabe an den Führer ab. Sodann überreichte er ihnen für die Fähigkeit und als sichtbares Zeichen für den Meister den Gesellenbrief und gab ihnen die besten Glückwünsche mit auf den Weg. Er lenkte ihre Gedanken zu Gott und seiner Macht und ge­dachte nach überliefertem Brauch unter den Klän­gen des Liedes vom guten Kameraden der Toten, die starben, auf daß Deutschland lebe. Die feierliche Handlung schloß mit der Aufforderung zum ober­sten Gebot eines jeden Deutschen: alle Kraft dem Volk und Führer zu widmen. Der Gesang der Nationallieder folgte.

Wie im Vorjahr, erhielt auch diesmal wieder der beste Lehrling eine Anerkennung und ein Diplom. In diesem Jahre war es Willi Z o d e l, dem der Vorsitzende der Prüfungskommission, Peter Dun­kel, ein wertvolles Handwerksgerät überreichte.

Der Fachschaftsleiter, Altgeselle Hch. Scher- muly, nahm die neuen Gesellen mit freundlichen Willkommensworten in den Gesellenstand auf und legte ihnen die großen Pflichten einer ernsten Be­rufsausführung dar. Er wies sie auf die Fortbil­dungsmöglichkeiten in den Lehrkurfen hin und er­mahnte sie zum Besuch der Fachschaftsabende, da­mit sie hineinwachsen in die Gemeinschaft und in die Innung. Für die jungen Gesellen sagte Willi Z o d e l den Lehr- und Prüfungsmeistern Dank. Gesellenbriefe erhielten Elli Rockel, Lisbeth Lehrmund, Joh. Greb, Ludwig Hamel, Willi Braun, Hch. Schmidt und Willi Z o d e l.

Der weitere Verlauf der Veranstaltung war dem

Schau- und Werbefrisieren gewidmet, das unter Leitung des Fachobmannes für Modekunst Richard Koch stattfand. Eingangs zu den Arbeitstischen hatte die Friseurfachschule, die unter ihrem Lehrer Willy Trinkner auch in diesem Jahre wieder sehr gute Leistungen erzielen konnte, einige Haarkunstarbeiten, darunter das Ge­sellenstück von Frl. Elli Rockel, ausgestellt. Unter zahlreicher Beteiligung begann die Arbeit, der Ober­meister Götz einige einleitende Worte widmete. Die Innung wolle beweisen, daß derBalbier" aus dem Volksmund nicht mehr besteht, sondern der Friseur von heute den modernsten und fortgeschrit­tensten Beruf ausübe. Der deutsche Friseur, mar­schiere heute an der Spitze und konnte bei den internationalen Wettkämpfen in London und Brüssel nicht nur die ersten Preise erwerben, son­dern der deutschen Haarkunst auch die Europa- und die Weltmeisterschaft erobern. Der Friseur wolle in der Zusammenarbeit mit seiner Kundschaft eine neue schöne, aber deutsche Haarmode finden und pflegen.

Solchen Gedanken diente auch die Hebung, an der sich zahlreiche Meister und Gesellen beteiligten. Es wurden die ersten Anfänge von der Haarbearbei­tung und der Perücken über die Herrenfrisur zu der Maniküre und bis zur eleganten Damenfrisur gezeigt. Unter den Händen der Haarkünstler ent­standen einige sehr schöne Gesellschafts- und Tages­frisuren. Im Mittelpunkt des Interesses stand eine moderne Brautfrisur. Für ältere Damen war eine tadellose Perückenarbeit zu bewundern.

Ein gemütliches Beisammensein, bei dem Frl. Büttner mit einigen Tänzen aufwartete und die Kapelle Krengel fleißig musizierte, beschloß die Veranstaltung.

Bienenzüchterversammlung in Gießen.

Die Ortsfachgruppe Gießen der Reichs­fachgruppe Imker im Reichsverband der deut­schen Kleintierzüchter hielt gestern im Hotel Hopfeld ihre diesjährige Herbstversammlung ab, zu der sich eine stattliche Zahl Bienenzüchter aus dem Vereins­gebiet eingefunben hatten. Der Ortsfachgruppen­oorsitzende, Gottl. Bodenbender (Gießen) wies nach der Begrüßung auf die vom Reichsbauern­führer für alle angeschlossenen Verbände bestimmte Versammlungssperre bis zum Reichsbauerntag in Goslar hin und betonte, daß nun wieder mit voller Kraft die Belange der Imkerei in Wort und mit der Tat gefördert würden.

Herr Bodenbender behandelte das erste Schulungsthema

Die Einwinterung der Bienen

und führte u. a. folgendes aus: Die richtige Ein­winterung sichert die beste Auswinterung. Haben wir zu Beginn des Bienenjahres dafür gesorgt, daß das Brutgeschäft nicht abriß, so ist ein genügend großer Stamm junger Bienen vorhanden zur Sammelarbeit im nächsten Frühjahr vorhanden. Weisellose Völker und solche mit alten Königinnen werden unter einer jungen Stockmutter vereinigt. Gegenseitige Erwärmung erspart Winterfutter. Auf jedes Volk sind 15 Pfund besten Kristallzuckers zu rechnen. Jedes Sparen rächt sich. Das Zuckerwasser wird im Verhältnis 1:2 Raumteilen handwarm ge­reicht. Jede Räuberei muß verhütet werden. Die Fluglöcher sind entsprechend zu verengen. Das Volk gilt als aufgefüttert, wenn bei Hinterladern alle Zellen gleichmäßig glänzen, bei Blätterftöcken muß der Imker auf die Erfahrung bauen. Heber

Winkerpackung

sprach Herr Pfeiffer (Launsbach). Seinen Aus­führungen fei u. a. folgendes entnommen: Die Frage, ob man warm oder kalt einwintern soll, entscheiden wir der Futterersparnis wegen für warm. Das Bienenvolk bildet im Winter £tne Traube, um gleichmäßige Wärme zu erhalten. In der Mitte des Brutnestes beträgt die Temperatur + 35 Grad. Feuchtigkeit entsteht immer da, wo warm und kalt Zusammentreffen. Solche Stellen soll unsere Winterpackung vermeiden. Zu Ende Oktober müssen die wärmehaltigen Schutzmittel ge­geben werden. Vorzügliches Packmaterial sind Filz- matten, deren hoher Anschaffungspreis sich durch hohe Lebensdauer doch bezahlt macht. Auch Stroh­matten, Wellpappe und Papier sind als schlechte Wärmeleiter sehr zu empfehlen, während Heu und Grummet ungeeignet sind, weil sie schimmeln.

Der Fachgruppenvorsitzende referierte dann noch über

Landwirtschaft, Obstbau und Bienenzucht.

Er führte etwa aus: Die Biene, kommt für alle Insektenblütler in den meisten Fällen als Befruch­ter in Frage. Der Wert, welcher durch die Bienen durch die Bestäubung entsteht, übersteigt das 20fache des Honigertrages. Kein Insekt ist im Frühjahr so zahlreich vertreten, wie unsere Honigbiene. Die Biene ist auch blütenständig, das beweist uns der Blütenstaub, den sie einträgt. Viele Obstsorten sind von Natur aus unfruchtbar und können erst Früchte ansetzen, wenn Pollen von einem andern Baum der gleichen Gattung auf die weiblichen Blütenteile gebracht werden.

Der Bauer kann durch Anbau von Trachtpflan­zen die Bienenweide verbessern und sich dadurch Höchsterträge im Samen- und Obstbau sichern. Im Rahmen der Erzeugungsschlacht muß mehr Eiweiß aus der heimischen Scholle erzeugt werden. Durch verstärkten Anbau von Leguminosen, Sonnenblu­men, Landsberger Gemenge und Luzerne wird mehr eiweißhaltiges Futter erzeugt und gleichzeitig der Bienenzucht gedient. Ungemein wichtig für Land­wirtschaft und Bienenzucht ist eine Verbesserung der Wiesen und Weiden, die durch reichliche Düngung mit Kali, Superphosphat und Kalk kleereicher wer­den. Durch das neue Fettprogramm ist eine enge Zusammenarbeit zwischen Imkerei, Gartenbau und Bauernschaften gegeben. Die Vergrößerung der An­bauflächen für Raps, Rübsen und Flachs bringt neue Trachtquellen, die gerade in der Zeit der Hauptentwicklung der Völker reichlich fließen. Reichs­jägermeister Hermann Göring hat die Anpflan­zung von Weiden zur Niederwildhege und Bienen­weide empfohlen und damit eine neue für die Bie­nen hervorragend gute Pollen- und Honigttachtge- legenheit vorgesehen.

Herr Bodenbender (Gießen) erstattete hier­auf einen interessanten

Bericht über das abgelaufene Bienenjahr,

das zu den schlechtesten der letzten 30 Jahre ge­rechnet werden muß. Die gute Heberwinterung und die günsttgen Verhältnisse im Monat April berech- ttgten zu den besten Hoffnungen bezüglich des Honigerttages. Der ungünstige Mai mit seinen kal­ten Regenschauern nach hellem Sonnenschein schwächte die Völker derart, daß die Flugbienen oft nicht zum Sammeln der Brutatzung ausreichten. Kaum hatten sich die Völker erholt, kamen neue Tage der Vernichtung. Wo das Winterfutter zu knapp gereicht wurde, stockte das Brutgeschäft, und es gab keine Honigernte. Im Laufe des Sommers blieb dann die Volksentwicklung aus, so daß auch kaum Schwärme fielen. Die meisten Imker brauch­ten die Schleuder nicht zu drehen. Einzelne Stöcke mit hochgezüchteten Weiseln machten eine Aus­nahme. Die Marburger Rasse hat sich auch heuer wieder gut bewährt. Auch Sklenar und Stamm Ried haben alle Hoffnungen erfüllt, die man in sie fitzte. Welche von den drei Rassen die Zuchtrich­tung der Zukunft werden wird, steht noch dahin. Mit einem Appell an die Versammlung, trotz der Fehlernte der. Bienenzucht in Treue anzuhangen bis das Ziel, das deutsche Volk mit deutschem Bienen­honig und die deutsche Industrie mit deutschem Wachs zu versorgen, erreicht sei, beschloß der Red­ner seine aufschlußreichen Ausführungen, wofür rei­cher Beifall gezollt wurde.

Hnter dem Punkte Verschiedenes wurde die Ein­ladung zum Reichsverbandstag der Kleintterzüchter in Leipzig besprochen, der Jahresbeitrag für 1936 auf 4,70 Mark festgesetzt und die Verhältnisse auf der Königinbelegstatton im Krofdorfer Forst be­handelt. Die stattgehabte Seuchenrevision bei den Verein und Nichtmitgliedern ergab in einem Falle das Vorhandensein der Faulbrut. Von 28 Bienen­stöcken des verseuchten Standes wurden 24 ver­brannt.

Nach Erledigung der reichhaltigen Tagesordnung wurde die Tagung in üblicher Weiss geschlossen.

(SportamtSraft durch Freude^.

Großer Werbe-Wettbewerbl

Jeder Inhaber der KdF.-Jahressportkarte kann sich an dem großen Werbe-Wettbewerb beteiligen. Die Bedingungen sind auf dem Sportamt, oder vor Beginn der Kurse bei den Lehrern in der Hebungs­stätte erhältlich. Unter vielen Preisen nennen wir nur die Wertvollsten:

Eine Acht-Tagefahrt mit KdF. nach dem Allgäu.

Drei Drei-Tagefahrten mit KdF. nach dem Schwarzwald.

Eine Tagesfahrt mit KdF. nach dem Taunus. Wer wirbt die meisten Teilnehmer?

Verlegung eines Sportturfus.

Der Kursus Fröhliche Gymnastik und Spiele, nur für Frauen, bisher Dienstags in derAlten Pestalozzifchule wird während der Schul­ferien in die Turnhalle der Schillerschule, Schiller- sttaße, von 20.30 bis 21.30 Uhr verlegt.

heule finden folgende Kurse statt:

Fröhliche Gymna st ik und Spiele, nur für Frauen: Von 20.30 bis 21.30 Hhr, Schillerfchule, Schillerstraße.

Schwimmen: Von 20 bis 21 Hhr und von 21 bis 22 Hhr, Frauen und Männer, Volksbad. Hm 21 Hhr Abnahme des Schwimmens für das Reichs- fportabzeichen.

Reiten: Von 21 bis 22 Hhr, Reitschule Schömbs.

Neue KdF.-Sportkurfe:

In Wiefeck: Fröhliche Gymnastik und Spiele, nur für Frauen, Mittwochs von 20.30 bis 21.30 Hhr, Gasthaus Braun.

In Großen-Bufeck: Allgemeine Körperschule, für Frauen und Männer, Mittwochs von 19.45 bis 20.45 Hhr, Gasthaus Wagner.

Für die Kurse in Gießen: Reiten, Hallentennis, SNgymnastik, Skitrockenkursus, Kleinkaliberschießen können Anmeldungen auf dem Sportamt, Schanzen­straße 18, Zimmer 8, abgegeben werden.

Die Fahne der Hitlerjugend an der Höheren Privatschule Gießen.

Heber 90 v. H. der Schuler und Schülerinnen sind in der hiller-Zugend.

Da über 90 v. H. der Schüler und Schülerinnen der Höheren Prioatschule Gießen der Hitler-Jugend angehören, wurde am Freitag wie uns von der Leitung der Höheren Privatschule Gießen berichtet wird die Fahne der Hitler-Jugend in feierlicher Weise gehißt. Die Hitler-Jugend-Angehörigen der Schule warben bei dieser Gelegenheit um die rest­lichen 10 v. H. der Schüler und Schülerinnen, die noch nicht in die HI. eingegliedert sind.

Die dienstältesten Schüler der HI., des JV. und des BDM. liehen die Hitler-Jungen und Mädel antreten. Mit dem LiedWir junges Volk" wurde die kurze Weihestunde eröffnet. Das GedichtAuch du" von Baldur von Schirach trugen einige Schüler als Sprechchor vor.

Der stellvertretende Leiter der Schule, Pg. Walther, gab dann in kurzen Worten feiner Freude Ausdruck,. daß der Jugendwalter der Schule, Ernst W e e r t h , feine Anregung, einen Werbeappell für die HI. abzuhalten, sofort habe zur Tat werden lassen. Es sei erfreulich, daß über 90 v. H. der Schüler schon in der Front der HI. ständen. Mit Stolz könne die Schule von sich sagen, daß feit ihrem Bestehen (1932) keinem Schüler wegen seiner Zugehörigkeit zur HI. ober SA. irgendwelche Schwierigkeiten gemacht wurden. Es fei für Leitung und Lehrer eine Selbstverständ­lichkeit, die Arbeit der HI. in jeder Beziehung zu fördern. Werben jedoch könne am besten ein junger Mensch, der selbst in der HI. stehe, die Jugend, die noch nicht den Weg zur Jugend des Führers gefunden habe. Er dankte deshalb besonders Ge­folgschaftsführer B ö tz, daß er sich zur Verfügung gestellt habe, einige Worte an die Schüler zu richten.

Gefolgschaftsführer B ö tz ging von der Zer­splitterung der Jugendbewegung vor der Macht­ergreifung aus. Es fei das Verdienst des Führers und der Führung der HI., die Jugend zu einer großen Bewegung zusammengefaßt zu haben. Er wandte sich gegen die Ewiggestrigen, die heute noch nicht einsehen wollten, daß in der Hitler-Jugend Großes und Hnvergängliches geleistet werde. Er wies auf die Verpflichtung hin, die der HI. aus der hohen Aufgabe erwachse, in- und außerhalb des Dienstes stets eine vorbildliche Haltung zu zeigen. Ein Vorbild für alle Hitler-Jungen und Mädel müßten die toten Kameraden fein. Wie sie für den Führer und ein großes Deutschland gefallen seien, müßten die Lebenden für Führer und Volk kämpfen, bis auch der letzte Junge und das letzte Mädel gläubige Kämpfer für die Idee des Nationalsozialis­mus geworden seien.

Seine mit jugendlicher Begeisterung und großem Schwung vorgetragenen Worte verfehlten ihre Wir­kung nicht. Während das Lied der Jugend erklang, ging am Mast die Fahne der Jugend hoch.

Nach der eigentlichen Feier sprach.Gefolgschafts- fiihrer B ö tz mit den Jungen und Mädchen, die noch nickt in der HI. sind, und versuchte sie, zum Teil mit Erfolg, zum baldigen Eintritt zu bewegen.

Leitung und Lehrer der Höheren Privatschule wer­den sich stets verpflichtet fühlen, jedem Schüler den Eintritt in die HI. nahezulegen und die Arbeit der HI. nachdrücklichst zu unterstützen.

KameradschastSabend

im Abifurienfen-Ansleselager.

Wie vor einigen Tagen schon berichtet, fand in der vergangenen Woche im Gießener Studenten­haus ein Ausleselager der aus dem Arbeitsdienst entlassenen Abiturienten statt. Am Samstagnach­mittag war den jungen Kommilitonen Gelegenheit gegeben, die schöne nähere Umgebung der alten Universitätsstadt Gießen kurz kennenzulernen.

Nack der Rückkehr von dem Schulungslaaer Glei­berg fand am Abend im Saale des Hindenburg- haufis der Gießener Studentenschaft eine Abschluß­feier statt, die nochmals Prüfer und Prüflinge bei kameradschaftlichen Zusammensein vereinte. Der Lagerleiter Pg. Kießling begrüßte die zahlreich Er­schienenen und kam zusammenfassend auf den gan­zen Verlauf dieser Prüfung zu sprechen. Die dies­jährige Prüfung unterscheide sich von der im ver­gangenen Jahre, weil diesmal gerade die Dozenten die wissenschaftliche Eignung begutachtet hätten. Im Namen des ganzen Lagers sprach er auch in diesem Sinne allen Beteiligten seinen Dank aus.

Für die Professoren sprach bann Professor Dr. Eger, der besonders das gute Einvernehmen zwi­schen Dozenten und Studenten in Gießen seit jeher hervorhob. Dieses gegenseitige Vertrauen müsse auch künftig bestehen bleiben.

Als Vertreter der Stadt Gießen richtete Bürger­meister Dr. Hamm einige Worte der Begrüßung

an die Lagerteilnehmer und entwickelte in grund­sätzlichen Ausführungen die Bedeutung der Hniver- sität für das ganze Leben der Stadt Gießen. Sein Wunsch ging dahin, möglichst viele der Abiturienten bald als Gießener Studenten hier begrüßen zu können. ,

Nach einem gemeinsam gelungenen Lied sprach

noch der neue Studentenschaftsleiter und Hochschut- gruppenführer des NSDStB. Gießen, Pg. Fried » r ich zu den jungen Kameraden und gab die Pa­role für die kommenden Semester bekannt. Er be­tonte besonders, daß ein neuer Typ des national­sozialistischen Studenten an der Hochschule heran« wachsen müsse und erklärte den Zweck und die Aus­gaben des NSDStB. und des Kameradschaftshauses des NSDStB.

Der Geschäftsführer des NSDStB., Dr. Her« mann, gab abschließend einen kurzen, aber grund­sätzlichen Heberblick aus der Entwicklung der Deut­schen Studentenschaft und der Korporationen.

Nach frohem Lied und Wort fand kurz nach Mit­ternacht der Kameradschaftsabend seinen Abschluß.

Kolonial-Werbeabend des Sparer­bundes.

Der Sparerbund Gießen, der schon wiederholt mit Veranstaltungen kolonialer Werbung hervortrat, schloß sich nunmehr korporativ der kolonialen Ar- beitsbemeinschaft an. Aus diesem Anlaß stand der diesjährige Familienabend am Samstag imHotel Hindenburg" im Zeichen eines Kolonial - Werbe­abends.

Vereinsführer Lorenz begrüßte die Mitgliedes und die Gäste aus den freundschaftlich verbundenen Organisationen. Er betonte, daß der Sparerbund in Erkenntnis der Wichtigkeit der kolonialen Arbeit der Arbeitsgemeinschaft beigetreten fei. Die Sparer­bewegung habe, wie im Reich, auch in Gießen, neuen Aufschwung erhalten.

Im Namen der Vereinigung für koloniale Wie­dergewinnung sprach anschließend Herr Tetzner, der sich anerkennend über das Interesse äußerte, das in Gießener Vereinen der kolonialen Frage ge­schenkt werde.

Im Mittelpunkt des Abends stand ein interessan­ter Vortrag des ehemaligen Schutztruppenreiters I. I. Mohr, der in lebendigen Schilderungen von den großen Strapazen der damals noch jungen deutschen Schutztruppe im Hereroaufstand erzählte. In aufschlußreichen Darlegungen hörte man von den Hrsachen des Aufstandes, von der Form des Krieges im Busch, von dem Verlauf der Ausein­andersetzung, schließlich auch von dem Charakter des Landes und der dortigen Bevölkerung. Zahlreiche Lichtbilder ergänzten den Vortrag.

Im weiteren Verlaufe des Abends sprach der Landesgeschäftsführer Justizrat Lindt (Darm­stadt) überDie Stellungnahme des Sparerbundes zur Kolonial- und Wirtschaftspolitik". Ausgehend von der Bedeutung der Kolonien für Deutschland zitierte der Redner den Ausspruch eines hohen eng­lischen Beamten in Kamerun, der erklärte, daß Deutschland neben den Pflanzungen auch bald ganz Kamerun zurückbekommen werde. Diese Anerken­nung eines Engländers bestätige nicht nur den Er­folg unserer kolonialen Betätigung, sondern sie er­muntere uns dazu, das Gewissen der Welt wach­zurufen gegen das Hnrecht, das uns auch auf kolo­nialem Gebiet angetan worden fei. Der Sparer­bund stehe auf dem Standpunkt, daß Deutschland Gerechtigkeit widerfahren und ihm die Kolonien zu­rückgegeben werden müßten. Zum Schluß streifte der Redner die in Vorbereitung befindliche Gesetz­gebung für den Kleinrentner.

Dem von musikalischen Darbietungen der Haus­kapelle ausgestalteten offiziellen Teil schloß sich ge­mütliche Hnterhaltung an.

Gießener Wochenmarktpreise.

* Gießen, 15. Oft. Auf dem heutigen Wochen­markt kosteten: Molkereibutter, das Pfund 1,50 bis 1,55 Mark, Landbutter 1,42 Mark, Matte 20 bis. 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, Eier (ausländische, holländische K. H. Kl. A) 12, (inländische, Handels­klasse C 11, B 12, Wirsing, das Pfund 6 bis 10, Weißkraut 4 bis 8, Rotkraut 8 bis 12, Gelbe Rüben 8 bis 10, Rote Rüben 8 bis 10, Spinat 10 bis 15, Römischkohl 6 bis 10, Bohnen (grün) 20, Unter- kohlrabi 5 bis 8, Erbsen 20 bis 30, Rosenkohl 35, Feldsalat 90 Pf. bis 1 Mark, Tomaten 10 bis 20, Meerrettich 35 bis 70, Schwarzwurzeln 25 bis 30, Kürbis 5 bis 6, Pilze 30 bis 45, Kartoffeln 4 Pf., der -Zentner 3,20 bis 3,40 Mark, Falläpfel, das Pfund 5 bis 8 Pf., Aepfel 10 bis 25, Birnen 10 bis 20, Zwetfchen 15 bis 18, junge Hähne 80 bis 90, Suppenhühner 70, Tauben, das Stück 50 bis 55, Rüste, das Pfund 35 bis 40, Blumenkohl, das Stück 10 bis 60, Salat 8 bis 10, Salatgurken 5 bis 20, Einmachgurken 1 bis 3, Endivien 8 bis 12, Ober- kohlrabi 5 bis 10, Lauch 5 bis 12, Rettich 5 bis 10, Sellerie 10 bis 40, Radieschen, das Bund 8 bis 15 Pf., Aepfel, der Zentner 12 bis 25 Mark.

*

** Lehrauftrag an der Universität Gießen. Wie die Pressestelle der Philipps-Univer­sität in Marburg mitteilt, ist Professor Dr. Leopold Zimmer! vom ReichserziehungsmiNister ersucht worden, im Wintersemester 1935/36 an der Jurist!» scheu Fakultät der Universität Gießen die Vertretung der dort frei gewordenen Professur für Straf- und Prozeßrecht wahrzunehmen.

**25Jahre imDienste derStadtkasfs Gießen. Der Verwaltungsinspektor Ludwig Wagner kann am heutigen Dienstag auf eine 25jährige ununterbrochene Tätigkeit bei der Stadt­kasse Gießen zurückblicken. Aus diesem Anlaß wurde dem Jubilar ein Glückwunsch-, Dank- und Anerken­nungsschreiben des Oberbürgermeisters Ritter übermittelt. Die Mitarbeiter ehrten ihn mit einem schönen Geschenk (Bild vom Gleiberg) und hatten außerdem feinen Arbeitsplatz mit Blumen geschmückt. Verwaltungsinspektor W a g n e r, der im 40. Lebens­jahr steht und seit seiner Lehrzeit der Stadtkasse dient, erfreut sich bei feiner vorgesetzten Behörde, wie auch in weiten Kreisen der Bevölkerung allen Vertrauens.

** Silberne Hochzeit feiern am heutigen 15. Oktober die Eheleute Hausmeister Wilhelm Steuerwald, Klinikstraße 1; Weißbindermeister Wilhelm Feuerbach, Marburger Straße 30, und Schreinermeister Heinr. Jughardt, Sandgasse 17.

** Dom Fahrplan der Strecke Gie­ße n Gelnhausen. Der Personenzug 558 zwischen Nidda und Gießen verkehrt vom morgigen Mittwoch, 16. Oktober, ab wie im Sommerfahrplan ab Nidda 6.16 Hhr, an Gießen 6.58 Hhr.

** Aufgehobene Straßensperren. Dom heutigen 15. Oktober ab ist die Straßensperre auf der Landstraße G i e ß e n A l s f e l d , Ab- teilung MückeRuppertenrodErmenrod, Abzweig IlsdorfAbzweig Elpenrod, aufgehoben. Vom mor- gigen 16. Oktober ab wird die Straßensperre auf

/ JumBeifpiel: Krautwickel- früher sagte man Kohlrouladen! Für 4 Personen

Ulr UM* LL IS ILHHL1L » cmxU«di^8\°hc',Plund O-hacktes Fleisch. 1 «Ingewelchtes Brötchen, 1 geriebene Zwiebel. 1 El.

f / 2 Eßlöffel (40 g) Fett. Selz und Maggi s Würze nach Geschmack. 1 Würfel Maggi s BratensoOe.

ey ht c«m F / tW® abgelösten Blätter waschen und schnell abkochen. Aus Fleisch, Brötchen, Zwiebel, El eine

IULL5 LLLL nilLll KULnP >7770 nrflTPe / .Fl,ung herstelleD u"d mit Salz und Maggis Würze abschmecken. Die Kohlblätter mit dar Füllung ****** i belegen.-zusammenrollen und mit einem Baumwollfaden umwickeln. Im Fett von allen Seiten anbraten, j

heißes Wasser zugießen, und garschmoren. Aus Maggi s Bratensoßenwürfel nach Vorschrift eine 1 Soße hersfelJen, jzu der.-Brühe der Krautwickel geben und damit zu einer sämigen Soße kochen. Ä

WBeim Einkauf achte ich 1 immer auf die gelbe z j ISafienfrhiiffel 1

im raten Feld!

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