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Erich Deichert, Weickartshain.
bleiben.
Deutscher Caritas-Volksiag 1935
.«»das einzig»
im 88. Lebensjahre heute zu sich in die Ewigkeit abzurufen.
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Hörnsheim, den 13. Mai 1935.
Die Beerdigung findet Donnerstag, den 16. Mai, 14 Uhr statt.
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ging der Dampfer in See. Wie da mit Tüchern und Händen gewinkt wurde, aalt es doch, einige Tage das Festland zu verlassen, nur von dem wogenden Meer umgeben. Welch eine Freude, aus glänzendem Meeresspiegel zu fahren und nur an Fröhlichkeiten zu denken.
Die Weser-, Norderney- und Borkum-Feuerschiffe waren passiert und die offene Nordsee erreicht. Die Seekrankheit hatte bald mehrere Landratten für kurze Zeit befallen. Reges Leben war aber dennoch auf dem Dampfer. Konzert, Kino, Gesellschaftsspiele wechselten in bunter Reihenfolge ab. In sämtlichen Räumen waren frohgestimmte Menschen zu sehen. Abends konnte bis 24 Uhr auf dem fahrenden Schloß das Tanzbein geschwungen werden. Auch der 1. Mai wurde in würdiger Weise gefeiert. Eine
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Schwimmwestenmusterung und Bootsmanöver wurden abgehalten. An mehreren Dampfern, wie Urlaubsschiff „St. Louis", „Europa", Urlaubsschiff „Oceana" wurde mit großem Jubel vorbeigefahren. Die englische Küste mit ihrer großartigen Beleuchtung konnten wir nachts beobachten.
Am 4. Mai wurden wir mit stürmischen Heilrufen in Bremerhaven empfangen. Um 9,53 Uhr verließen wir mit dem Sonderzug Bremerhaven und fuhren wieder der Heimat zu. In Hildesheim wurde die Fahrt unterbrochen. Hier fand zuerst unter Leitung eines erfahrenen Führers die Besichtigung der Niedersachsenstadt statt. Nach dem Platzkonzert auf dem Marktplatz war gemeinsamer Abmarsch nach der Stadthalle, wo abends ein Bunter Abend mit Tanz stattfand. Um 23 Uhr ging es dann endgültig nach der Heimat, wo wir am Sonntag, 5. Mai, wieder ankamen. Ich glaube, jedem, der die Urlaubsfahrt mitmachen durfte, wird diese in steter Erinnerung
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Dom 18. bis 24. Mai wird die Caritas im ganzen Reiche eine Haus- und Straßensammlung abhalten. „Caritas" ist nicht allen Volksgenossen ein geläufiger Begriff. Man versteht darunter sowohl hilfreiche Gesinnung gegenüber der Not des Nebenmenschen, als auch den organisatorischen Zusammenschluß aller Werke der Nächstenliebe, die unsere katholischen Volksgenossen zur Behebung bestehender Not im Laufe der Jahrzehnte schufen. In Würdigung des Wertes christlicher Liebestätigkeit und in Berücksichtigung der Leistungen der caritativen Organisationen für das Volksganze haben Staats- und Parteibehörden dem Deutschen Caritasverband diese Sammelwoche genehmigt.
Der Deutsche Caritasverband ist als Gesamtvertretung der katholischen kirchlichen Liebesarbeit Mitglied der Arbeitsgemeinschaft der Spitzenoerbände der freien Wohlfahrtspflege, die unter der Führung des Hauptamtes für Volkswohlfahrt steht und die einheitliche und planwirtschaftliche Gestaltung der Wohlfahrtspflege im nationalsozialistischen Staat zum vornehmsten Ziele hat. Ihre religiöse (nicht konfessionelle) Grundhaltung hindert die Caritas nicht, allen hilfreich zu sein. Ihr Wahlspruch „Tuet Outes allen" ist allezeit Praxis, nicht graue Theorie. Selbst in Berücksichtigung der Tatsache, daß die NSV. in kurzer Zeit zu einem wirkungsvollen Werkzeug zur Abwehr der Not geworden ist,
sind die Leistungen der Caritas überaus eindrucksvoll. Die Caritas unterhält u. a.:
1602 Anstalten der Gesundheitsfürsorge (Krankenhäuser, Heilstätten, Heime für Mutter und Kind, Erholungsheime, Heilanstalten, Gebrechlichenheime).
1147 Anstalten der Erziehungsfürsorge (Erziehungsheime, Fürsorgeerziehungsheime, Fürsorgeheime, Heime für Berufstätige und in Ausbildung Begriffene).
1225 Einrichtungen der wirtschaftlichen Fürsorge (Altersheime, Heime für Strafentlassene, Wanderer usw.).
154 Krippen und Eigenheime.
6303 Fürsorgestellen, ambulante Pflegestationen.
4135 Kindergärten und Horte.
10 715 Unterstützungsvereine, Sekretariate, Cari- tasausschüsse.
Was in diesen Einrichtungen an Volkswerten geschaffen oder erhalten bzw. wiederhergestellt wird, läßt sich schwer, am wenigsten in Zahlen ermessen. Jeder Statistik unzugänglich ist die Arbeit der Caritas in der Behebung religiös-sittlicher und geistiger Not. Und doch liegt darin ihre besondere Sendung und Stärke.
Wenn in diesen Tagen Sammlerinnen und Sammler vor dich hintreten, wisse, daß es sich um nichts Geringfügiges, oder gar Nebensächliches han-
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Wetterbericht
des Reichswetterdienstes. Ausgabeort Frankfurt.
Die Groß-Wetterlage befindet sich in einer Umgestaltung. Dabei ist es bereits in Skandinavien zu lebhafter Wirbelwindtätigkeit gekommen. Auch hat sich über Deutschland eine Tiefdruckstörung bemerkbar gemacht, die schon in den nördlichen Teilen unseres Bezirkes zu Niederschlägen geführt hat. Da die Zufuhr feuchter Luft noch fortgesetzt anhält, kann man noch mit unbeständigem Wetter rechnen. Eine Erwärmung wird vorläufig nicht eintreten.
Aussichten für Donnerstag: Heber« wiegende Bewölkung und zeitweise auch Niederschläge, für die Jahreszeit noch überwiegend kalte Witterung, nordwestliche Winde.
Aussichten für Freitag: Neigung zu Niederschlägen, weitere Zunahme der Bewölkung, etwas wärmer.
Lufttemperaturen am 14. Mai: mittags 14,7 Grad Celsius, abends 10,9 Grad; am 15. Mai: morgens 5,7 Grad. Maximum 14,9 Grad, Minimum 1,9 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 14. Mai: abends 15,3 Grad; am 15. Mai: morgens 12,1 Grad Celsius. — Sonnenscheindauer 8,2 Stunden. — Niederschläge 1,7 mm.
Bekanntmachung.
Der Feldweg, der den Flugplatz in nord-südlicher Richtung durchschneidet, wird vom 15. bis einschlieh- üch 17. Mai 1935 für jeglichen Verkehr (auch für Fußgänger) gesperrt. 29216
Gießen, den 13. Mai 1935.
Bürgermeisterei Gießen.
I. V.: Dr. Hamm, Bürgermeister.
Ferien! Eine Freude für jeden Deutschen. Wie groß war meine Freude, als ich zu der H 0 ch s e e - Urlaubsreife mit „Kraft durch Freude" eingeladen wurde. Welch' ein Glück. Acht Tage lang unter fröhlichen Menschen weilen und die tägliche Arbeit ruhen zu lassen. Der Tag des Abfahrens wird heiß ersehnt. Endlich ist es soweit.
Am 27. April, um 23 Uhr, werden wir von den Arbeitskameraden aus Frankfurt und Umgebung mit stürmischen Heil-Hitler-Rufen herzlich willkommen geheißen. 939 frohgestimmte Menschen fahren von Hessen-Nassau mit. Die Fahrt geht durch grünende Felder, schattige Täler und Wälder über Kassel-Hannover, durch die Lüneburger Heide nach Bremen. Hier erwartet uns schon ein wohlduftender Frühstückstisch. Hei, wie das mundete! Nach kurzer Rast fuhren wir mit einer Fähre um Bremen herum, um Hafenanlagen und sonstige Sehenswürdigkeiten vom Wasser aus zu sehen. Nachdem wir das Mittagessen eingenommen hatten, begann die gemeinsame Besichtigung der Hafenstadt. Der Marktplatz mit dem Rolanddenkmal, das Verwaltungsgebäude des Norddeutschen Lloyd, die Börse u. v. a. Besonderes Interesse erweckte der Dom mit seinen altertümlichen Fenstern und seinen Altertümern aus dem 15. Jahrhundert. Auch der Bleikeller, der manche Mumie faßt, wurde besichtigt. Der Ratskeller konnte wegen Zeitmangels nicht besucht werden. Um 17 Uhr ging es weiter nach Bremerhaven. Mit Musik wurden wir vom Bahnhof abgeholt und zu unserem bereit- stehenden Dampfer gebracht. Kaum hatten wir das Abendessen eingenommen, da machte sich jeder mit seiner Schlafstätte vertraut, denn der Körper verlangte doch auch einmal Ruhe.
Mit „Freut euch des Lebens" wurden wir um 7 Uhr geweckt. Nun konnte das Schiffsleben beginnen. Nach dem Kaffeetrinken machten wir mit einem kleinen Dampfer eine Fahrt durch den Hafen in die Tiergrotten von Bremerhaven. Ein kleiner zoologischer Garten war hier zu sehen. Seelöwen, Eisbären, Waschbären, Seewölfe u. a. m. Auch der Riesendampfer „Bremen" wurde in allen Teilen besichtigt. Dann ging es zurück zu dem Urlaubsdampfer „Der Deutsch e". Ein Amtswalter der DAF. sprach einige Worte und brachte ein dreifaches Siegheil auf unseren Führer aus, dem wir es auch zu verdanken haben, daß wir solche Freudenreisen machen können. Während die Kapelle das Deutschland- und das Horst^Wessel-Lied spielte.
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