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daß sie diese Formen weiterhin mit deutschem Empfinden ausfüllen wird.
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Die Gießener veranstalteten ein Schützenfest. Ihr Gegner konnte nur eine halbe Stunde lang unter Aufbietung der ganzen Kraft Widerstand leisten. Dann wurden sie ein Opfer der Kombination
Der Mainzer Sprengstoff-Prozeß
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Gastgebers. Das Ehrentor der Gäste, das sie ihr aufopferndes Spiel verdient hatten, fiel einem Elfmeter.
Beste Gegner für den Cambridge-Achter.
Hinblick auf die Vorbereitungen auf die Olympischen Spiele eine besondere Bedeutung beikommt. Die Engländer werden übrigens mit der gleichen Mannschaft und dem gleichen Boot nach Frankfurt kommen, wie sie den Achter am letzten Samstag gewannen. Sie nehmen vorher noch an der Henley-Regatta teil.
Das Herz in der Millionenstadt
Unpolitischer Brief ans der Rcichshanptstadt.
Drifter verbandlungsfag.
Mainz, 13. April. (LPD.) Im weiteren Verlauf der Vernehmung der Angeklagten im Mainzer Sprengstoff-Prozeß standen am Samstag noch einmal die in der Küche des Angeklagten Barth hergestellten vier Spreng st offkörper im Mittelpunkt der Verhandlun,
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Liebreiches Wesen beginnt, wie man weiß, daheim. Aber es kann sich ganz gut auch auf der Straße, auf dem Wege zur Stadt zeigen. Das müßte ein schöner Berliner sein, der einem oder einer Fremden auf Befragen nicht gern Auskunft gäbe oder den W- ......
Die hohen, die tiefsten — und seltenen Tage der rein menschlichen Liebe kommen ja nicht leicht ans volle Tageslicht. Vieles aber läßt sich doch schon schließen, ahnen aus den bescheidenen, manchmal lächerlich winzigen Tagen oder auch nur Gesten, Andeutungen im Alltag.
So kommt es hierzulande vor, daß in der Welt der Büros doch wohl öfter als früher und jedenfalls häufiger, als man's dem Berliner- tum zutrauen möchte, bei den Behörden Rücksicht und bei den „Fräuleins" sogar freundliches Zuvorkommen gezeigt wird. Wenn man x. B. im Brief- trägerfaal eines ganz großen Bahn-Brief-Amtes einen verkehrt vorgefchriebenen Brief noch wiederfinden will, bevor er von der Bahn weiterverfchickt wird, fo erfährt man größte Aufmerksamkeit und kann sicher sein: wenn man nicht etwa selber zu spät nachsauste, kriegt man den Brief wieder! ... Beim Warten im Rcksierfalon erreicht ein wirklich sehr Eiliger (und selbst Artiger) meistens die
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Regierungspräsident Pauly, der Führer Deutschen Ruderverbandes, wird dafür Sorge gen, daß der englischen Universitätsmannschaft Cambridge bei der Frankfurter Regatta-die besten deutschen Achter-Mannschaften entgegengestellt werden, so daß dem Besuch der Engländer auch im
ieg zeigte. Nicht selten, o—aßen fraglich ist, stellen noch zweite und dritte freiwillige Ratgeber sich ein, und bei schwierigerem, weiterweisenoem Weg kann sich aus solcher Aussprache denn ja nun wieder wohl mal ein rauher Meinungsaustausch entwickeln. Ist aber herzlich gut gemeint!
Roll an einer anderen Stelle des Kellers der früheren Dragonerkaserne erneut, die vier Sprengkörper warf er allerdings in den Mainzer Floß- Hafen. Hier wurden sie später von ihm auf Veranlassung der Polizei herausgefisckt. Auch stellte er fick zur Auffindung der Waffen in der Dragonerkaserne der Polizei zur Verfügung.
Lamby war technischer Leiter Im Roten $rontfömpferbunb, hat selbst mehrmals Waffenunterricht erteilt und war auch bei der Funktlonarzusammenkunft In Frankfurt a. 21L zugegen, in der Weisungen über die militärische Ausbildung der RFB.-Witglieder und über die Bildung kommunistischer Hundertschaften erteilt wurden.
Sehr eingehend wurde sodann die Tätigkeit und Bedeutung des Roten Massenselbstschutzes erörtert, dessen Staffelführer der 35fährige Ferdinand Gau war. Gau ist wegen Hehlerei, Diebstahl, Fahnenflucht, Betrugs, Untreue usw. wiederholt vorbestraft. Es ist nicht verwunderlich, daß die Angeklagten mit Angaben über die wahren Ziele des Roten Massenselbstschutzes hinter dem Berge halten und ihn als eine harmlose „Häuserschutzstaffel" hinzustellen suchen. Die Anklage steht demgegenüber auf dem Standpunkt, daß er eine der illegalen Nachfolgeorganisationen des im Mai 1929 verbote-
Don diesem merkwürdigen Ding sprechen, vom Herzen in der Weltstadt, das soll nicht heißen: die großartige Woge der Winterhilfe oder andere Wohltätigkeit (im Großen) schildern. Das würde ja keine Sondererscheinungen dieser Stadt treffen, sondern nur Tatsachen, mächtig vergrößerte freilich, die im Grund, auf irgend eine Weise, in jedem deutschen Gemeinwesen zu finden sind.
Seit dem Krieg hat man auch vieler Orten — wiewohl nicht überall — soviel Sinn für M i t- menfchentum zugelernt oder aus sich entwickelt, daß bei nicht wenigen das innere Gedeihen des Herzens einigermaßen zugenommen haben dürfte. Doch die Sonderart, in der es sich bei den verschiedenen Stammen, Landschaften oder auch Großstädten verrät, läßt da immer noch Unterscheidungen auftreten, die recht reizvoll fein können.
Das Eigene beim Berliner ist nicht einmal schwer zu erfassen — vorausgesetzt, daß man ihn schon eine Weile naher kennt. Seine ironische Manier seine Freude am Umschreiben der nüchternen Wirklichkeit, läßt sich von vornherein nicht übersehen oder vielmehr überhören. Schwerer ists, aus ihm trotz feinem gesteigerten Tempo, trotz allem verstärkten Lebenskampf doch noch diese Stimme d e s H e r z e n s herauszuhören, herauszufühlen, an Die mir gern glauben — wenns auch nicht immer danach aussieht ... oder vielmehr klingt.
Zuletzt aber verstehen wir, daß unser rastloser Berliner, und das ist gewiß nur gut männlich, bloß nicht dazu angelegt ist, das wärmere Empfinden, das er (unbeschadet seiner berühmten kalten Schnauze und feiner Neigung zu derb-bescheidenem Genießertum) in sich hat, vor jedem zur Schau zu tragen. Selbst freundwillige Taten des echten Ber- lmers noch hüllen sich gern in die ironische ,,Tarnun g". Bestimmt trägt er sein Quantum Herz nie zu Markte ...
Ein Schaffner stand unlängst einmal vor einer Strahenbahn-Fahrgästin, die zu ihrem Schrecken entdeckte, daß sie kein Geld bei sich hatte. Der brave Berliner Beamte sagte kurzweg: das könne ja vorkommen; die zweieinhalb Groschen wolle er gern auslegen — er erwarte nur, daß die Dame den Betrag alsbald der Winterhilfe zukommen lasse... Aehnliches Aushelfen erlebt man auch bei Fahrgästen mehr als einmal.
Allerdings — fchönfärben soll man nicht — dieser Tage geschah es auch einmal, daß ein Schaffner einer Frau, die nur einen Zwanzigmarkschein hatte, diesen nicht mehr herausgab, weil er nicht genug Kleingeld mithatte. Er stellte der Geberin anheim, sich den Rest ihres Geldes am nächsten Tag bei der Tram-Direktion abzuholen. Doch da war das Mißvergnügen über diese Lösung bei den Zeugen des Falles recht heftig. Und auch so kann sich ja wohl Anteil verraten...
Was aber seitens einer hohen Eisenbahn vor einigen Monaten Erfreuliches einmal geschah — das war so einprägsam, daß wirs heute noch nicht vergessen haben. Damals nämlich, noch in der kältesten Zeit, sollten, so wurde für die „8-Bahnen" verkündet, auf allen Bahnhöfen die Stationen — wie in der guten alten Zeit — laut a u 5 gerufen werden! Damit die Reisenden nicht fürder gezwungen fein sollten, zu ihrer „Orientierung" erst die Eisblumen von den Wagenfenstern abzukratzen ober aber sich durch Anhauchen des Glases ein Guckloch zu schaffen.
Man mag dazu lächeln — aber man lache doch ja nicht darüber! Das ist einfach echter, liebevoller Dien st am Kunden und an der Öffentlichkeit selbst. In solcher winzigen Begebenheit steckt das Zeug zu vielen nachahmungswürdigen Taten. Und die müßten sich durchaus nicht auf den Bereich besagter Eisenbahndirektion beschränken! Ja, es mag — wenn mans bei Licht besieht — kaum ein Amts- oder Geschäftsbereich bestehen, in dessen Grenzen nicht die eine oder andere Wohltat ähnlichen Geistes zu wünschen und ersprießlich wäre und, gegebenenfalls, mit dankender Liebe begrüßt würde.
Es gab einmal, wieviele Jahre ist das nun schon wieder her, eine menschenfreundliche Gesellschaft mit dem ulkigerweise italienisch benamsten Titel: „Pro Gentilezza“! Die wollte in deutschen Landen — vielleicht auch darüber hinaus — alles fördern, was in der Öffentlichkeit ein liebevolles Umgehen mit den Mitmenschen sichern könnte. Was ist aus der Vereinigung wohl geworden?
Nun, wir können heute wohl diese gutgemeinte Bemühung entbehren, seit unsere Jugend durch die neue prachtvoll geschulte Bewegung über all das Unerfreuliche und teilweise Gemeingefährliche hinaus ist, das damals einzureißen drohte.
Auch im geselligen, kameradschaftlichen, selbst im dienstlichen Umgang zwischen Menschen kann em bißchen lauterer Liebe bestimmt nicht schaden... Die Romanen haben dafür großenteils einen Ersatz, der gut wirken, zum mindesten angenehm aussehen kann. Von unserer Jugend erwarten wir,
Mittelpunkt der Verhandlung. Sie waren von Noll und Fischer im Keller der ehemaligen Mainzer Dragonerkaserne vergraben worden. Der 33jähvige Martin L a m b y , der als Rädelsführer bei der Mainzer Hungerdemonstration im Dezember 1932 wegen Landfriedensbruchs zu einem Jahr Gefängnis verurteilt worden ist, hatte sich der Polizei gegenüber erboten, die Waffen herbeizuschaffen. Stattdesien vergrub er sie zusammen mit
Oie Ergebnisse:
1. Neumann, 1885 Gießen, 1:45,40 Std.; 2. Faust, Germania Gießen, 1:45,42 Std.; 3. Preiß, Germania Gießen, 1:45,47 Std.; 4. Mebus, 1885 Gießen 1:46,05 Std.; 5. Göbel, Wetzlar-Nieder- Girmes, 1:46,45 Stb.; 6. Karl Muhl, 1885 Gießen, 1:48,37 Std.; 7. Kurz, Alsfeld 1:49,25 Std.; 8. Klappert, 1885 Gießen, 1:57,04 Std.; 9. Wäng- l e r, Alsfeld, 2:02,42 Std.; 10. Weber, 1885 Gie- ßen, 2:03,28 Stunden.
Das Jugendrennen.
In Verbindung mit dem Rennen über 50 Kilometer der Aktiven fand auch ein Rennen der Jugendlichen statt, an dem sich fünf Fahrer unter 18 Jahren beteiligten. Die Strecke für die Jugendlichen, 30 Kilometer, führte über Reiskirchen nach Lindenstruth und Harbach und bann zurück. 1. wurde Schneider von Nieder-Prefchen mit 58,32 Min.; 2. Heck, Alsfeld mit 58,34 Min. und 3. Baum von 1885 Gießen mit 58,38 Minuten. Einer der Fahrer gab auf, der fünfte lag sehr weit zurück, llm die Deutsche Iußball-Meisterschast.
Gruppe I: In Berlin: Hertha-BSC. — York Insterburg 7:3 (2:2); in Leipzig: Pol. Chemnitz — Dorw.' Ras. Gletwitz 2:1 (2:1).
Gruppe 2: In Hamburg: Eimsbüttel — Stettiner SC. 3:1 (1:1); in Dortmund: Schalke 04 — Hannover 96 3:2 (1:1).
G r u p p e 3: In Ulm: VfB. Stuttgart — 1. SV. Jena 1:2 (1:1); in Würzburg: Spvgg. Fürth — Hanau 93 0:1 (0:0).
Gruvpe 4: In Düsseldorf: VfL. Benrath — VfR. Köln 5:0 (2:0); in Mannheim: DfR. Mannheim — Phön. Ludwigshafen ausgefallen.
Auswahl-Spiele: In Saarbrücken: Süd- west —- Brandenburg 2:0 (1:0); in Frankfurt: Frankfurt — Köln 2:2 (2:0); in Budapest: Ungarn B — Bayern 5:0 (1:0).
VfB.-Reichsbahn Gießen.
VfB.R. Liga — Spv. Fauerbach Liga 2:5 (0:0).
Kurz nach Reiseantritt der Gießener wurde von feiten des Gastgebers das Spiel wegen schlechter Platzoerhältnisse abgesagt. Um den Gästen eine vergebliche Reise zu ersparen, entschloß man sich, zu spielen. Durch die Platzverhältnisse kam ein Spiel «e, das in keiner Weise ein Maßstab über tsächliche Können beider Mannschaften abgeben kann. Die Gastgeber verfügen über eine ausgeglichene Mannschaft, deren überragende Kraft der Linksaußen ist. Leider hatten die Hiesigen in ihren Reihen einige Versager. Ueberragend war bei ihnen der Tormann, linker Verteidiger, Mittelläufer, rechter Läufer und der linke Flügel, die sich bemühten, den Ausfall ihrer Mitspieler durch eryöhte Leistung auszugleichen. Der Schiedsrichter wurde den Erfordernissen gerecht.
Der Spielverlauf.
Die Gäste finden sich überraschend gut zusammen und erzielen eine leichte Feldüberlegenheit, die während der Dauer der ersten Spielhälfte anhalten sollte. Wenn sie trotzdem zu keinen Erfolgen kommen konnten, so war neben dem mangelnden Schuß- vermögen der Gäste in erster Linie die gegnerische Hintermannschaft, die sich hervorragend schlug, die Ursache hierfür. Die einzige zwingende Chance versperrte Gräler, der den Batt mit Kappenschuß über das verlassene Tor des Gegners schlug. Mit 0:0 wurden die Seiten gewechselt. Nach Wiederbeginn gestalteten die Gastgeber das Spiel offen. Eine Vorlage von Knauß zu Erben: dieser läuft im Alleingang seinen Gegern davon und plaziert unhaltbar in die rechte untere Torecke. Jetzt fallen die Gießener ihrem eigenen Tempo zum Opfer. Ein Fehler des rechten Verteidigers, und der Halblinke hat den Gleichstand erzielt. Weiter drängen die Gastgeber. Lehrmund muß auf der rechten Seite aushelfen. Hierdurch erhält der Mittelstürmer freistehend den Batt und es steht 2:1. Ein Gedränge im Strafraum, und der Gäftetorrnann muß zum dritten Male den Ball aus dem Netz holen. Ein grober Schnitzer des rechten Verteidigers, und es heißt 4:1. Jetzt geht Knauß in den Sturm, und er kann durch eine schöne Einzelleistuna ein Tor aufholen. Im Gegenangriff kommt eine Flanke des Rechtsaußen zur Mitte, und der gegnerische Mittelstürmer stellt das Endresultat her.
VsB.-R. II — Rauborn I 0:1 (0:0).
Durch ein Mißverständnis hatten die Gäste in Nauborn nur acht Mann zur Stelle. Unter diesen Umständen ist ihre knappe Niederlage verständlich und spricht für die Spielstarke der Gießener.
BfB.-Reichsbahn UI — Großen-Linden II 13:1.
große Gunst, daß ein Benachbarter dem Hastigen den Vortritt läßt.
Im allgemeinen hat man auch den Eindruck, als sei das früher fo häufige Sichdrängen und „Schubbien" feit einiger Zeit so gut wie verschwunden. Auch da wird die bessere moralische Pflege der Jugend ihren Anteil haben ... Immer wieder aber findet man, daß diejenigen, die noch mit am meisten von der Schwere der Zeit bedrückt werden, zu den Freundlichsten gehören.
Doch auch die Stadt Berlin selbst zeigt uns allerhand Liebe. Ohne alles Drängen und Bitten werden überall die Anlagen wieder, oft mit geradezu erfinderischem Bemühen, verbessert, verschönert ... Ein Sinn für stummes Liebsein, der mindestens von einem großen Teil der Gutbehandelten dankbar erkannt wird ...
lieber die rechte Empfindung für alles, was das Herz in der Großstadt meist — nicht verrät, fanden wir neulich, beim Denkmal der Königin Luise im Tiergarten, wo niemals anonym gespendete Blumen und Kränze fehlen, ein rührendes Gedichtchen, dessen Schlußvers wirklich einmal „an alle" gehen könnte:
Wir wollen treu sein, wie die Väter waren.
In Liebe wir uns um dein Denkmal scharen.
O Königin, dein Bild lebt fort auf Erden:
Die Welt kann gut nur durch die Guten werden!
Wulf Rupp.
nen Roten Frontkämpferbundes war. Die Mitglieder der von Gau geleiteten Staffel 1 trugen eine Uniform (feldgraues Hemd und Sporthose). Sie wurden in der Handhabung verschiedener Schußwaffen geschult und machten Gelände- und Marsch- Übungen. Der Massen-Selbstschutz soll nach Angabe der Angeklagten im Frühjahr 1932 gegründet und nach dem Nachtmarsch nach Königstätten im Oktober 1932 wieder aufgelöst worden sein.
Sehr anschaulich weiß Gau über die Moral im Roten Massenselbstschutz zu berichten. Vor dem Ausmarsch nach Königstätten hatte man ihm mitgeteilt:
„Die Verpflegung der ausmarschierenden Truppe ist durch Diebstahl gedeckt. Lin Lebensmittellager erbrochen worden, die gestohlenen Waren werden mitgeführt."
Tatsächlich war aber jeder „Genosse" auf das angewiesen, was er selbst mitnahm. Deshalb wurde beim Staffelführer angeregt, ein „Requirier- kommando" zusammenzustellen, das Kartoffelmieten ausheben und auch sonst für die Verpflegung sorgen sollte. Gau will das abgelehnt haben und im übrigen über den unkameradschaftlichen Geist unter den Mitgliedern des Massen- Selbstschutzes so empört gewesen sein, daß er in Opposition getreten sei. Nun soll man aus dem Kreise seiner jetzigen Mitangeklagten — Gau nennt vor allem den Namen Pfeiffer — mit Terror- maßnahmen gegen ihn vorgegangen sein und chm gedroht haben, ihn bei Gelegenheit über den Haufen zu schießen. Gau erklärt weiter, daß er auch in aller Form als „Verräter" aus der KPD. ausgeschlossen worden fei.
Am Montag soll die Vernehmung der Angeklagten zu Ende geführt werden. Die Zeugen sind für Dienstag vormittag geladen.
2033 «Studierende
an der Universität Marburg.
LPD. Marburg, 13. April. Ms gestern haben sich an der hiesigen Universität 2033 Studierende, oanntter 365 Frauen, einschreiben lassen.
Im umfangreichen Sportprogramm des gestrigen Sonntags traten auch die Radfahrer mit einer großen Veranstaltung hervor. Der Bezirk Gießen im Gau Nordheffen des DRB. startete unter der Leitung des Bezirksstraßenfahrwarts Aug. Deibel (Gießen) am gestrigen Sonntagvormittag das 50- Kilvmeter - Bezirksrennen, das von Gießen nach Marburg und zurück führte. .
Fahrer und Zuschauer fanden sich um 8 Uhr am Schützenhaus ein. Wenig später traten die Fahrer zum Start an. 15 Mann aus der näheren und weiteren Umgebung unserer Stadt beteiligten sich. Zum Teil waren es auch hier wieder bekannte Fahrer, jene Kämpen, die kaum ein Rennen versäumen und auch dann immer wieder da sind, wenn ihnen keine Lorbeeren blühen, Sportler, denen es immer nur auf die Leistung ankommt!
Die Fahrer schlugen inmitten der Stadt noch fein allzuscharfes Tempo an und fuhren in geschlossenem Feld. Durch die Kaiserallee und die Moltkestraße über den Adolf-Hitler-Wall gelangten sie über die Marburger Straße aus dem Weichbild der Stadt. Etliche Kilometer zogen die Fahrer in gemächlichem Tempo dahin, denn keiner wollte die Führung übernehmen und dadurch Kraft sparen. Außerdem wußten die Hiesigen einen neuen Fahrer im Feld, den Dortmunder Neumann, (der dem Gießener Radfahrerverein 1885 beitrat), den man scharf bewachen zu müssen glaubte.
Erst kurz vor Lollar, bergab, wurde ein schärferes Tempo angeschlagen. Während das Feld bis vor Lollar geschlossen fuhr, löste sich nun die Spitzen
gruppe ab, die sich bald einen erheblichen Vorsprung schuf. In der Spitzengruppe lagen Preiß, Faust, Mebus, Göbel unfb Neumann stets dicht beisammen. Das übrige Feld fiel bald auseinander. Die Spitzengruppe sicherte sich einen Vorsprung, der stetig erhöht wurde. In kühner Fahrt, in kaum gestopptem Tempo wurden die engkurvigen steilen Serpentinen vor und hinter Sichertshausen genommen und bann auf der glatten Straße bis kurz vor Marburg gefahren. Die große Straßeninfel in der Nähe des Bahnhofs Marburg - Süd war der Wendepunkt; ohne Aufenthalt wurde die Fahrt fortgesetzt. Die Spitzengruppe hatte sich nahezu einen Kilometer Vorsprung gesichert und strebte nun wieder in scharfem Tempo Gießen zu. Man glaubte in den zahlreichen Kraftwagen, die den Fahrern folgten, daß in den nun bergauf zu nehmenden Serpentinen die Entscheidung fallen würde. Es kam aber anders. Die Spitzengruppe blieb nach wie vor dicht beisammen, nur wechselte in kurzen Abständen immer wieder die Führung.
Diese Situation blieb beibehalten, bis Gießen erreicht wurde und die Fahrer nur noch wenige hundert Meter vom Ziele, dem „Schützenhaus" an der Grünberger Straße, entfernt waren. Auf der Kaiserallee erst fiel die Entscheidung. Es gab, wie auf Kommando, einen anhaltenden Endspurt (den Berg hinauf), bei dem sich Neumann aus der Gruppe schälte und in hartem Kampfe Meter um Meter gewann. Mit etwa 20 Meter Vorsprung ging er vor Faust, Preiß, Mebus und dem weiter zurückliegenden Göbel durch bas Ziel. In größerem zeitlichen Abstanb folgten bie übrigen Fahrer.
Bevölkerung der engeren Heimat!
zeigen in bie Hei- Annahme von Anzeigen für alle Zeitungen und Zeitschriften
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