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Amtsverkündigungsblatt für die provinzialdirekiion Oberheffen und für das Kreisami Gießen fflritbeint Di-nswp unö5reitafl 15. ZüNUar 2!ur durch die Pn» zu beziehen.

Inhaltsüberjichl: Bekämpfung der Tuberkuloje. - Inventuroerkuuf 1935. - Geburtstag Ernst Moritz Arndts. - Dienstnachrichien.

Bekanntmachung.

Betr.: Bekämpfung der Tuberkulose.

Die Sprechstunden der Fürsorgestelle für Lungenkranke in der Medi- riniicken Batik mit finden für die Besucher aus den Landgemeinden des Kreists^Gießen nicht mehr Montags, sondern jeden Dienstag oon 16 bis 17 Lungenkranke und Krankheitsgefährdete, die in ärztlicher Behandlung find bedürfen einer Ueberweifung des Arztes >n d,e Lungenfurforgestelle.

Unbemittelte werden unentgeltlich beraten.

Gießen, den 8. Januar 1935.

Kreisamt Gießen (Kreisfürsorgeamt). J.B.: Grein.

Betr.: Wie oben.

An bie Bürgermeistereien der Landgemeinden des Kreises.

Wir empfehlen Ihnen, Vorstehendes ortsüblich bekanntzumachen, Inter­essenten entsprechend zu bedeuten und Unbemittelten eine entsprechende Bescheinigung auszustellen.

Gießen, den 8. Januar 1935.

Kreisamt Gießen (Kreisfürsorgeamt). I.V.: Grein.

Betr.: Geburtstag Ernst Moritz Arndts.

An die Schulvorstände des Kreises.

Am 26. Dezember 1934 sind 165 Jahre seit der Geburt Ernst Moritz Arndts verstrichen. Ich ordne daher an, daß an allen Schuleni in würdiger Weise dieses Mannes gedacht wird, der in einer Kit Uefster Erniedrigung und höchsten Aufbauwillens einer der großen Künder putschen Wesens und Vorkämpfer deutscher Erneuerung war. Daneben haben die welt­anschaulichen Unterrichtsfächer im Rahmen ihrer Arbeit sein Wollen und Tun der Jugend lebendig zu machen.

Gießen, den 10. Januar 1935.

Kreisschulamt Gießen. I. V.: N e b e l i n g.

Bekanntmachung.

Betr.: Jnoenturverkauf 1935.

Im Anschluß an unsere Anordnung zu Ziff. IV,1 vom 22. Dezember 1034 lAVBl. Nr. 66) geben wir weiter bekannt, daß nach ^ner JJtinefi= lung des Herrn Reichswirtschaftsministers und Preußischen Munsters für Wirtschaft und Arbeit auch mit dem Einsatz der Filmwerbung für die Jnventurverkäufe bereits am Samstag, dem 26. Januar, ab 16 Uhr, be­gonnen werden kann.

Gießen, den 9. Januar 1935.

Kreisamt Gießen. I.V.: Weber.

Dieustuachrichteu des Kreisamts.

Die Abteilung Ib (Innere Verwaltung des Hessischen Staatsministers hat dem Münsterbaukomitee in Ulm a. d. Donau die Erlaubnis erteilt, 6000 Lose zu je 0,50 RM. der 10. Geldlotterie SU Gunsten des Mun ers in Ulm in der Zeit vom 19. Dezember 1934 bis 7. Juni 1935 im Volksstaat ^^Der^eU^nku/r1 * * * * 6 * * Rudolf Kämmerer aus Obbornhofen wurde zum stell- vertreteiäen Wiegemeister der Gemeinde Obbornhofen bestellt und ver- PfIftad Schaaf aus Kesselbach wurde zum Beigeordneten für die Ge- ^^Die EUfabelh^Magdalene Weller aus Heuchelheim wurde als Hebamme für die Gemeinde Heuchelheim verpflichtet.

Dienrtag, 15. Januar 1955

I Deutsche sich zusammenfinden nur um Deutschlands willen!

m heute eine deutsche Zeitung schrieb,es eine Wallfahrt im Saargebiet", eine deutsche Zeitung schreibt, es sei eine ahe religiöse Stimmung im Saar­festzustellen gewesen, wenn wir das hören, wissen wir, daß seit tausend Jahren zum Male das verwirklicht worden ist, was früher immer erzählt und gesagt hat und icht richtig erfassen konnte:

nationale Einigkeit Deutschlands, daß anal ist das Gefühl jedes deutschen Men- i, in Deutschland seine Heimat zu haben, Bewußtsein, zusammengeschweißt und zu- nengeschmiedet zu sein, das Bewußtsein, mmen aufzuerstehen oder zusammen unter­zugehen.

er Abschnitt an der Saar, der uns heute ufatmen läßt, weil vielleicht damit der letzte i r m a u f den Versailler Vertrag t ist, weil der Versailler Vertrag e g e g e n st a n d s l o s ist, läßt in uns das

wach werden, daß wir Deutsche unsere dadurch wieder erhalten haben, otr alle von dem Bewußtsein durchdrungen

u r Deutsche zu sein.

!f Hitler hat es fertig gebracht, aus Kom- isten und Deutschnationalen, aus Wirt- lsparteilern und Zentrnmsleuten eine zige verschworene Gemein sch aft herzustellen.

das ist das Große unserer Zeit, daß wir le mit erleben dürfen, es ist für uns noch , das Bewußtsein zu haben, selbst mitgewirkt en. Und wenn rauhe Männer, die seit Jahr- i im Kamps um Deutschland standen, heute verden, dann ist das der Beweis dafür, daß »eutsche Seele und das deutsche Gemüt sich nmengefunden haben, geweckt und geführt ) den größten Deutschen aller Zeiten:

Adolf Hitler.

Gedanke an Deutschland, der Gedanke bar» es nur ihm möglich war, seit tausend i, dieses deutsche Schicksal zu schmieden und men, löst in uns ein einiges Gefühl der d e aus, ein einziges Gefühl der Dank»

MW , MM

®rud bet Brübl fch°n D ni ° - r, N ä.«. H und 51 ei n b t u d «r «l. X. 2anfle. Diesten.

Aber es sind doch auch einige Dinge besprochen , worden, oon denen auch der Laie vielleicht gern . einmal etwas hört. Dazu gehören die Betrachtun­gen über das Aussehen und den Preis des künf­tigen Volkswagens und über die Gestalt der Kraftwagen, die später einmal die Reichsauto­bahnen bevölkern werden.

Wir wollen zuerst die zweite Frage erörtern, well sie auch auf die Gestalt des Volkswagens von Em- luß ist. Da die Geschwindigkeiten auf den Auto­

bahnen recht beträchtlich fein werden, so spielt der L u f t w i d e r st a n d der Kraftfahrzeuge eine große

Rolle. Man muß daher zu Bauformen kommen, die die Erreichung hoher Geschwindigkeiten bei anZe- mesfenem Brennstoffverbrauch überhaupt erst mog-

bekannt, daß eine runde Scheibe von

6 Meter Durchmesser bei ihrer Bewegung senkrecht äu ihrer Fläche ebensoviel Luftwiderstand hat wie Us ganze LuftschiffGraf Zeppelm". Woher fommt9 das? Nun es kommt einmal daher, daß die Lull vor der Fläche stark verdichtet, vor allen Din­gen aber hinter che! Fläche sehr stark verdünn wird, well nicht schnell genug Luft von der Selle her hinter die Fläcke emstrornen kann Bei der ftnrrn eines Luftschiffes aber wird die Luft von der Luftschiffspitze geteilt und kann hinten an dem schlanken Heck allmählich wieder Mammem eßen ohne daß dort irgendwo ein "

kann. Daraus folgt, daß man !chnellfahren°e xra wagen in ihrer äußeren Form der Gestalt der Luftfchiffe an paff en. das heißt 1« lu! man"de^Lftmiderstand einer Scheibe °om Querschnitt einer Limousine 1 fetzt. 1° ' ..

Luftwiderstand eines offenen Kraftwagens nut ÖWSJtfÄ*«®

S fchnittform ohne die bei emem Kraftwagen nun einmal unvermeidlichen vorstehenden Telle Daraus geht also hervor, welchen ungeheuren Lin fluß die Gestalt des Kraftwagens auf den Luft Werstand und damit auf die Motorgroße und den Brennstoffverbrauch hat.

ftrebungen der Reichsregierung angepaßt sein, llso vier bequeme Sitze haben, damit man auch feine Kinder Darin mitnehmen kann. Ein solcher Wagen wird ungefähr 1500 Mark kosten, und man wird den Preis vielleicht mit der Zeit infolge der Masfenanfertigung auf 1200 Mark senken können, wenn man auf die Windfchnittigkeit verzichtet. Das wird in vielen Fällen möglich fein. Immerhin aber wird man mit dem Wagen, wenn man ihm Wuid- schnittform gibt, bei einer Motorleistung oon nur 25 Pferdestärken Geschwindigkeiten bis zu 120 Kilometer in der Stunde erreichen können. Es wird also wohl darauf hinauslaufen, daß man die Aufbauten in zwei Formen kaufen kann, nämlich als für den Luftwiderstand einigermaßen günstige Limousine und etwas teurer in WmÜ- fchnittform für die Benutzung auf den Reichsauto­bahnen. , ,, , ,

Man hofft den B e t r t e b s st o f f v e r d r a u ch beim Volkswagen so gestalten zu können, daß man für einen Kilometer 6 bis 7 Pfennig braucht. Wie Dies aber in Zukunft werden wird, läßt sich noch nicht genau Voraussagen, da man noch nicht genau weiß, ob wir vielleicht zu ganz anderen Betriebs­stoffen kommen werden, als wir sie letzt haben. Man denkt dabei hauptsächlich an im Waaen selbst­erzeugtes Gas, wie Holzgas, oder in Flaschen mll- geführtes Gas oon hohem Heizwert, z. -o. an Propangas. Dadurch kann vielleicht noch eine Ver­billigung eintreten. Immerhin muß man auch beim Volkswagen einschließlich Abschreibung, Verzinsung und Betriebskosten (Versicherung, Kraftstoff und Oel, Reifenabnutzung, Reinigung und kleine Aus­besserungen) mindestens 60 bis 70 Mark im Monat rechnen. Man kann ungefähr annehmen, daß für Öen Wagen so viel aufzuwenden ist wie für Die ^SAbstverstänblich ist die Zukunst des Kraft, wagens der elektrische Antrieb, und es ist natürlich auch auf der kraftfahrtechnischen Tagung über elektrische Wagen gesprochen worben. Aber die Verwendbarkeit der elektrischen Wagen be­schränkt sich heute doch nur auf ganz bestimmte Zwecke, nämlich aus Wagen, die innerhalb einer Stadt verkehren. Der elektrische Antrieb für andere Zwecke kommt erst in Frage, wenn wir entweder

rniui, uaö lieg Oie zDinoiajninjorm I^on oei we|em- lich geringeren Geschwindigkeiten als 60 Kilometer lohnt. Für die hohen Geschwindigkeiten auf Auto­bahnen ist sie die allein mögliche Gestalt, unb es muß darauf geachtet werden, daß nirgends Telle, wie Laternen, Türgriffe, Nummernschilder, aus dieser Form heroorragen. Es ist sogar wichtig, daß die Fenster vollständig bündig in der Außenhaut liegen, weil sonst dort bremsende Luftwirbel ent» s Die' Windschnittform hat übrigens noch einen großen Vorzug, der namentlich für den Selbstfahrer nicht zu unterschätzen ist: Die wind- schnittigen Wagen bleiben sauber. An den bisheri­gen Wagen herrscht sowohl an den Sellenwanden wie namentlich hinter den Wagen em Unterdrück, in den aller Staub usw. eingesaugt wird. Wer \<t» mals in einem offenen Wagen mit scheibe gefahren ist, weiß ja, daß dieser Staub bis hinter die Windschutzscheibe gelangt, und daß die Renuker der Hintersitze nach einer solchen Fahrt aussehen wie die Müllerknechte. Am windschnittlgen Wagen dagegen strömt die vorn zerteilte saubere Lull an der ganzen Wagenoberfläche bis zur hin­tersten Spitze entlang und gestattet es dem Staub nicht, hochzukommen und sich festzusetzen.

Bei sehr schnellfahrenden Wagen muh man noch besondere Maßnahmen treffen, die die Fahr- lickerheit bei Seitenwind verbürgen. Bei ehr schnellem Fahren haften die Räder nicht mehr o fest auf der Straße wie sonst, weil sie durch die geringste Unebenheit hochgeschlagen werben. Es kommt aber noch hinzu, daß der vom Kraftwagen hochgeworfene Fahrwind das Dach des Kraft­wagens gewissermaßen hochsaugt, und zwar mit einer Kraft, die mehrere hundert K^gramm be­tragen kann. Es gibt deshalb bei solchen Fahrten Augenblicke, wo der ganze Wagen schwebt und deshalb genau wie ein Luftschiff vom Seitenwind abgetrieben wird: das kann fo well geben daß er sich quer stellt. Was dies bet solchen Geschwindig­keiten bedeutet, kann man sich leicht ausmalen. Diese Schwierigkeiten kann man dadurch mildern, bah man den Wagen hinten mit Flossen versieht wie sie ja auch die Luftschiffe haben, und nötigenfalls nach hinten ansteigende Flachen an-

>ereine, Thum, bringt in der Schlußkund­eil-Rufe auf die deutsche Saar aus.

Pfaff.)

klektrizitätsspeicher bekommen, der auf klei- aum in wirtschaftlicher Weife sehr viel mehr ität zu speichern gestattet, als dies jetzt mög- oder wenn wir Stoff auf ganz andere als jetzt in Elektrizität umwandeln lernen, as find Dinge, die noch in weitem Felde mit denen wir deshalb noch nicht rechnen Vorläufig kommt nur der mit Benzin oder Dieselöl betriebene Wagen in Betracht, der mehr und mehr Windschnittform annehmen, das heißt vorn etwa halbkugelförmig fein und nach hinten in eine schlanke Spitze auslaufen wird. So werden die Wagen ausfehen, die auf den Reichsautobahnen dahinfaufen werden, und dazwischen werden viel­leicht noch einzelne Wagen bisheriger Formen mit der Schneckenaeschwindigkeit oon 80 bis 90 Kilo­meter in der Stunde, also mit der unserer O-Züge, Dahinkriechen.

Unfreiwilliges St'ergefecht an Z*ord.

Das Deck eines Schiffes wird allgemein als Gebiet des Landes angesehen, dessen Flagge cs trägt, und deshalb kann man auch von einem Stier­kampf auf deutschem Boden sprechen, der sich an Bord des HamburgAmerika-DampfersCordillera abgespielt hat. Das Schiff beförderte u. a.^eine An- 30^1 Stiere, die für "in» Arena in Südamerika bestimmt, und an Deck hinter Holzzäunen unter- geviacht waren. Das Schiff geriet auf hoher e>e in einen schweren Sturm, der die Schutzzäune bald fortspülte und die durch den Orkan sehr erregten Stiere befreite. Die Fahrgäste flüchteten angsterfüllt in ihre Kabinen und die Sllere waren unumschränkte Herren des einen Decks. Unter den Passagieren be­fand sich auch der bekannte spanische Torero Ramel Qrteaa bor zusamm°n mit der d"utfck"n Schills- mannschaft den Kampf mit den wütenden Tieren aufnahm. Es gab keinen Kampf, wie ihn die ©pa­nier in der Arena zu sehen gewohnt sind, die Tiere brauchten nicht erst gereizt zu werden, denn das waren sie schon, sie durften auch nicht getötet wer­den, sondern sie mußten eingefangen werden. Das gelang endlich auch nach langen Bemühungen, Da der Torero das Laffo ebenso meisterhaft zu hanD- haben verstand wie den Degen. Ohne die wirksame Unterstützung unserer blauen Jungs wäre ihm Das jedenfalls nickt gelungen. Passagiere, die von Der Kommandobrücke, wo ihnen die Stiere ia nicht nacy- fteigen konnten, dem Einfangen zufahen, waren voll des Lobes über den Mut und die Geschicklichkeit, die die Schiffsmannschaft an den Tag legte. Sämtllcke Stiere erreichten ohne die geringste Verletzung Den amerikanischen Kontinent.