Dien§tag/5.Zanuar 1955
Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen)
Nr. 12 Zweites Blatt
Grund-
be-
da
Selbst- treuen die sich
Reichsminister und Beamten und Oberbefehlshaber der Wehrmacht. Des Führers Wille ist verfassungsmäßig unumschränkt. Damit er ihn auf gleichen Wegen und in gleicher Weise an jeder Stelle des Reiches zum Ausdruck und zur Wirkung bringen kann, bedarf es ganz selbstverständlich auch einer Neugliederung des Reiches. Schon auf dem ersten Parteitage nach der Machtergreifung hat der Führer verkündet: „Die nationalsozialistische Bewegung ist nicht der Konservator der Länder der Vergangenheit, sondern ihr Liquidator zugunsten des Reiches der Zukunft." Seit dem September 1933 stand also das Ziel fest. Der nationalsozialistische Staat fühlt sich aber im Innern machtpolitisch so untermauert, daß er durch keinerlei Ueberstürzun- gen technische Schwierigkeiten und Verwirrungen zu schaffen braucht. Er kann in sicherer Ruhe einen Schritt nach dem anderen gehen, schmerzlos überleiten und immer durch die eine Maßnahme die Voraussetzung für die nächste schaffen. Eben erst sind wieder zwei wesentliche Schritte vorwärts getan worden, einmal durch die Vereinigung der Ernährungsmini st erien im Reich und in Preußen, die nach einheitlicher Regelung der Marktpolitik auch die Einheit der Verwaltung sichert, und zum anderen durch die Uebernahme der Justizverwaltung in den Ländern auf das Reich. In Preußen besteht heute nur noch das Finanzministerium als wichtiges Fachministerium neben dem gleichen
Freunde, die mich beide schrecklich gern mögen. Aber wenn ich mit dem einen etwas unternehme, ist der andere traurig. Und da hab ich mich Weihnachten so geärgert — wir wollten auf die Zugspitze —, daß ich gesagt habe: Schluß, das nächste mal fahr ich ganz allein, Punkt — fertig!"
Hannes warf mir einen bedeutungsvollen Blick zu.
„Und so bin ich eben allein hergefahren."
„Das haben Sie auch ganz recht — vielmehr: da hast du auch ganz recht", sagte ich und ärgerte mich, daß ich mich so dumm versprach. — Ich sah, daß Hannes ihre Hand vorsichtig ergriff und streichelte, das gab mir einen Stich Aber ich ließ mir nichts merken. „Prost, alter Schwede", sagte ich lachend und trank ihm zu, damit er seinen Aluminiumbecher ergreifen und ihre schmale Hand loslassen mußte. Ich blickte ihm freundlich ins Gesicht, aber in seinen Augen war ein Glanz, daß ich augenblicklich unsere alte Freundschaft und Sissns Geschichte von ihren beiden Freunden in der Stadt vergaß und mir nichts sehnlicher wünschte, als ihn unter irgendeinem Vorwand hinaus in die kalte Nacht schicken zu können.
Dann erzählten wir uns reihum Geschichten, sangen noch einmal das Lied von dem alten Junaen, der nicht weich werden sollte und es mochte 2 Uhr sein, als die Frage des Uebernachtens aufgeworfen wurde.
„Also, da wollen wir einmal Gnade für Recht ergehen lallen und ihr dürft hier bleiben, obgleich euch der Weg zur Sieben-Hütten-Alm aar nichts schaden würde", sagte die Gazelle großmütig. „Aber wer nicht schläft, kommt vor die Tür, verstanden?"
Ihre Stimme ließ keinen Zweifel aufkommen, daß sie uns beide gegebenenfalls am Kragen ergreifen und hinaussetzen würde.
Sie breitete unsere Decken über das Heu — ein Bett gab es hier nicht — „rechts Hannes — links Abbn — Mitte Silln" befahl sie.
„Ich glaube das Licht lassen wir brennen", meinte Hannes, und wir waren einverstanden.
Da lag sie nun zwischen uns und überließ jedem eine Hand Die Kerze flackerte in der Hüttenlampe drüben an der Wand, ich fühlte mich warm und geborgen. Der Wind rüttelte gegen das Dach, es roch nach Fichtenholz, Punsch und Skiwachs und ein ganz klein wenig auch nach — wie hieß es doch — es fiel mir nicht ein — richtig, nach San- delholz-Seife. — Da träumte ich schon, fuhr in Schußfahrt einen Hang hinab. Die Sonne schien, tiefer Pulverschnee funkelte
..Abby!" weckte mich plöklich sanft eine flüsternde Mädchenstimme — Sissys Stimme. Ich wußte nicht, wieviel Uhr es fein mochte „Die beiden Freunde in der Stadt waren gelogen. Ich habe nämlich gar kein-n!" Sie lächelte mir zu und die Freude machte mich ganz hell wach.
„Liebe kleine Sifsy", flüsterte ich glücklich, „ich hab —"
„Abby", rief da eine klare Stimme hinter ihr, nur dies eine Wort sagte mein Freund, und ich verschluckte rasch alles Liebe, was ich Sissy sagen wollte.
„Hannes", antwortete ich und meine Stimme war nicht weniger klar und fest als die seine, denn ich wußte, daß unsere Freundschaft wichtiger war. „Gute Nacht, Sissy", setzte ich noch hinzu.
„Das ist so eine Sache — die Hütte ist nicht wirtschaftet. Sind Sie Sektionsmitglieder?"
also, die etwa zwischen deutschen Kriegsschiffen und ihren Heimathäfen ausgetauscht wurden: Funk« sprüche ferner, die von Zeppelinen und U-Booten an Kriegsschiffe oder Küstenstationen gegeben wurden; weiter auch drahtlose Anweisungen der deutschen Regierung an die Vertretungen int neutralen Auslande und dergleichen wichtigstes Material mehr.
Es war natürlich kein Kinderspiel, sich aller jener Raffinements zu erwehren, mit denen unsere Techniker und fT-Männer arbeiteten. So z. B. wurde seit dem Jahre 1916 jede Nacht um 12 Uhr der deutsche Code-Schlüssel geändert; eine Vorsichtsmaßnahme, die nur zu begründet war, und die doch nicht ausreichte, um das Geheimnis unseres militärischen und politischen Nachrichtenverkehrs zu bewahren.
Man hat viel davon gesprochen, die deutschen Codes seien während des Krieges verraten worden oder durch Dummheit in feindliche Hände gefallen. Es mag sein, daß hin und wieder auch auf diesem Wege die Codeschlüssel in den Besitz Sir Ewings gelangt sind; im übrigen arbeitete ec aber mit seinem zuletzt auf 50 Mann gestiegenen Spezialistenkorps ganz auf eigene Faust; und zwar mit nachhaltigem und nicht abzuleugnendem Erfolge. .
So z. B. war er es, der durch „drahtlose Spionage" in den Besitz des Staatsgeheimnisses kam. wonach Staatssekretär Zimmermann dem Staate Mexiko ein Bündnis gegen die Vereinigten Staaten angeboten hatte. Diese Meldung, von Presse und Diplomatie in größter Form herausgebracht und entsprechend kommentiert, trug nicht zum mindesten dazu bei, daß USA in den Weltkrieg eintrat und ihn schließlich mit entscheiden half.
Aber auch die Grundlagen zur S k a g e r ratsch l ach t wurden durch Abteilung 40 geliefert, wenn man den eigenen Auslassungen Sir Ewings Glauben schenken darf. Er habe, so führte der Chef der drahtlosen Spionage aus. eines Tages abgehört und entziffert, daß die deutsche Hochseeflotte beabsichtige, die englische Ostküste anzugreifen. Als Gegenstoß sei dann auf Grund seiner Meldungen die englische Hochseeflotte ebenfalls ausgelaufen, und der
und da ... ,
Sie sollte uns den Satz tröstlich beenden, aber statt dessen lachte sie hell auf und ihre Stimme war so gläsern, daß mir der klirrende Frost wieder in unliebsame Erinnerung kam. Sie hatte gut lachen Und zu allem Ueberlluß auch noch strahlend weiße Zähne, obgleich sie mir auch ohnedies schöner als die schönste Frau erschien, die mir je in einem Türrahmen gegenübergestanden war. Weiche Lammfell-Pantoffeln an ihren Füßen vermochten es nicht, ihren Gang zu verunstalten und hi» Härte des Wintersportes hatte der Zartheit ihres Kinderteints nichts anzuhaben vermocht. Ihre Augen — da stieß Hannes mich an. Er hatte keine Lust, die Unterhaltung allein zu führen.
Nach dem Essen ergriff sie die Ziehharmonika, und es wurde ein ganz großer Abend, denn wir brauten noch einen Grog und wurden sehr ausgelassen Wir stießen mit unseren Feldbechern an.
„Ich heiße Sissy", sagte das Mädchen und wir entschuldigten uns, daß wir so unhöflich gewesen waren, uns nicht vorzustellen. „Wollen wir „Du" zueinander sagen, ja? Ihr werdet doch trotzdem artig sein." Und als wir das hoch und heilig beteuert hatten, spielte Sissy noch einmal das schöne Lied „Wir haben die ganze Welt gesehen".
„Jnteressiert's euch eigentlich gar nicht, warum ich hier ganz allein auf der Hütte bin? Ich meine ohne irgend einen Bekannten "
„Natürlich interostiert uns das sehr."
habe nämlich in der Stadt zwei gute
Die wenigsten Menschen werden die Bedeutung jener Todesnachricht zu würdigen gewußt haben, die vor wenigen Tagen durch den Draht in alle Welt verbreitet wurde: Sir Alfred Ewing, Präsident der „British Association“, Mitglied der meisten bedeutenden wissenschaftlichen Gesellschaften des englischen Jnselreichs, Universitätsprofesjor, bedeutender Ingenieur, Physiker und besonders guter Kenner des Magnetismus, ist nach einem rastlosen, arbeitsreichen und erfolgreichen Leben dahingegangen. Er wurde 79 Jahre alt; ein beneidenswertes Alter.
Sir Alfred besaß einen großen wissenschaftlichen Namen. Schon mit jungen Jahren wurde er als Ingenieur an die Universität Tokio berufen, wo er 15 Jahre lang als Dozent tätig war. Man verdankt ihm wertvolle Arbeiten auf dem Gebiete des Elektromagnetismus; er hat dieses Teilgebiet der Physik sowohl theoretisch rote praktisch durch wertvolle Ergebnisse bereichert und durfte schon sehr früh Anerkennung und Ehrungen aller Art einheimsen, die vielen anderen Erfindern und Gelehrten Zeit ihres Lebens versagt bleiben.
Aber alles das wäre nicht ausreichend, um ihn als einen der wichtigsten Männer zu bezeichnen, deren sich England im Weltkriege bedienen durfte. Doch im Nebenberuf — als privater Liebhaber und Sachverständiger — war er Spezialist für d i e Entzifferung von Geheimschriften und verschlüsselten Telegrammen. Es gibt, wie er es selbst oft behauptete und bewies, auf der Welt keine Methode der Codifizierung von Nachrichten, die nicht irgendwie aufzulösen wäre: wenn man nämlich, rote Sir Ewing, über die nötige Erfahrung, die nötige Geduld und Intelligenz und ... über die notwendigen Mittel verfügt.
Alle diese Voraussetzungen erfüllte der „drahtlose Spion des Weltkrieges" in geradezu idealer Weise, nachdem ihn das britische Marineamt nach Kriegsausbruch mit der Leitung der geheimnisvollen „Abteilung 40" betraut und ihm einen ganzen Stab von Mitarbeitern zur Verfügung gestellt hatte. Diese ominöse Abteilung befaßte sich ausschließlich damit, alle abgefangenen Chiffredepeschen zu entziffern, die zumeist auf drahtlosem Wege einliefen; Funk spruche
„Freilich. . , . „
„Na, kommen Sie jedenfalls mal rem.
Wir traten ein und wunderten uns. daß weder Freunde nach Freundinnen waren Ich fand es sehr tapfer, mitten in der Nacht zwei fremde Männer einzulassen und hätte das bestimmt nicht getan, wenn ich ein Mädchen gewesen wäre. Und noch dazu so ausgesprochen hübsch?
Wir hängten unsere Sachen an den Ofen.
„Der Wind ist so eisig und der Weg so weit
Oer Chef der Abteilung 40.
Englands „drahtloser Spion des Weltkrieges" ist gestorben.
vom organischen Wachstum des staatlichen Lebens. Sie lehnt darum rein papierene Konstruktionen ab, und es muß ihr widerstreben, die lebendige Entwicklung der Nation in das Stahlkorsett einer starren Verfassung zu pressen, deren Abänderung immer sehr große Schwierigkeiten bereiten würde, wenn Lebensnotwendigkeiten der Nation es erfordern. Mit Recht verweist der Minister auf das e n g l i f ch e B e i f p i e l. Das Insel- reich hat heute auch keine geschriebene Verfassung; die politischen Formen und Rechte und Gewohnheiten haben sich vielmehr in Anpassung an das Wachstum des Staates herausqebildet.
Zum anderen kann Dr. Frick auf den Legalitätseid verweisen, den der Führer seinerzeit im Leipziger Reichswehrprozeß geschworen hat. In der Tat ist die gewaltige politische Umformung in den staatsrechtlichen Formen der Weimarer Verfassung vor sich geaanqen, wenngleich sie sich inzwischen über deren Geist und Sinn so hinweggehoben hat, daß von ihrem Wesen nichts mehr übrig geblieben ist. Die entscheidenden Etappen des Weges sind in dem Gleichschaltungsgesetz, in dem Reichsstatthalter- qesetz, in dem Gesetz über den Neuaufbau des Reiches und schließlich im Reichsreformgesetz zu sehen, das am Jahrestage der Machtübernahme, am 30. Januar 1934 — durchaus entsprechend den formalen Bestimmungen der Weimarer Verfassung — vor Reichstag und Reichsrat einstimmig beschlossen wurde. Dieses letztere Gesetz bezeichn-t der Reichsinnenminister mit Recht als die Magna Charta des Dritten Reiches und als die m *■ läge der neuen Reichseinheit.
Im Sinne der Führeridee tpar es eine Verständlichkeit, daß nach dem Tode des Eckehards der Nation alle Vollmachten, in bisher das Reichsoberhaupt und der Kanzler teilten, in einer Hand vereinigt wurden. Der Führer ist nun gleichzeitig völkerrechtlicher Vertreter des Reiches, Vorgesetzter — nicht mehr nur Vorsitzender — der Reichsregierung, aller
„Dum didel dum, didel dum ...
„Werd' nicht weich, alter Junge, werd' nicht weich!"
Wir beschlossen, die Sieben-Hütten-Alm Sieben- Hütten-Alm sein zu lassen.
„Glaub' mir doch, schone Mädchen gibt s auch sonst auf der Welt, werd' nicht weich, alter Junge, werd nicht weich!"
Und klopften gemeinsam an die Tur. Eine junge Skiläuferin öffnete, und aus der Hütte strömte uns Wärme und Gemütlichkeit entgegen. „Ski Heil, wie steht es, können wir hier übernachten? Bis zur Sieben-Hütten-Alm ist es noch so weit."
Kameradschastsabeud der Führer der Wehrmacht und der SS
Freundschast.
Don Martin Engelmann.
Seit zwei Jahren waren wir Freunde und wenn wirklich einmal etwas kam, was unserer Freundschaft auf den Leib zu rücken drohte, eine Meinungsverschiedenheit, schlechte Laune oder eine Frau, bann sagte ich bloß „Hannes" und er sagte „Abby" und es war wieder in Ordnung. Das war so eine alte Sitte; aber ich gestehe ehrlich, daß in jener Nacht alles nur viel ernster war, als sonst, und deshalb unsere Freude noch größer, als die beiden Worte „Hannes" und „Abby" ihre Wirkung auch diesmal nicht verfehlten. .
Wir wollten zur Sieben-Hütten-Alm — nut Skiern natürlich — durch das Gamstal, über das Spitzkar, hinüber zum Ochsenkar und dann auf der Sieben- Hütten-Alm übernachten. Leider war es ausgesprochen bitter kalt und windig.
Skiläufen, wenn einer müßf , sagte Hannes seufzend, „jeder töt' sagen: Eine solche Barbarei, das von einem Menschen zu verlangen!
Und kopfnickend folgte ich feiner Spur Eisig blies der Oftwind über den Gamstalsattel und sehnsuchtsvoll dachte ich an krachende Buchenscheite in einem holländischen Kamin, an einen dampfenden Kupfer- kessel. dem der animierende Duft heißen Punsche- enmir9'{Hegen den endlosen Berg hinaus in die schwarze Nacht. „Mit dem gemütlichen Abendbrot auf der Sieben-Hütten-Alm wird s auch nicht mehr viel werden" knurrte Hannes, als wir endlich zum Ochsenkar traversierten und die Uhr im Schein eines kurz aufflammenden Zündholzes elf zeig .
Nach einiger Zeit war links unterhalb des gespurten Ueberqangs eine kleine Hütte zu erkennen.
„Was meinst du, mal Hinschauen?
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zu können und unter dem eisigen Nordwmd davon zu segeln. Vergnügt klapperte irgend etwa-. n me nein Rucksack. Dann standen wir vor der Hu»° .
Altes flaue, wie hab' ich dich geführt? fragte Hannes. Das war natürlich heftig übertrieben denn nicht nur die Entdeckung der Hütte, sondern auch der Vorschlag, sie näher zu begutachten.
Aber die Situation stimmte mich Snoßmutig gen y. das nicht zu ermähnen. Aus den Fugen geschauielten Tür nämlich schimmer e ein Lichtschein, aus dem kleinen Ziegelschornstem stieg e n lieblicher, wärmeversprechender Rauch — eine neue ,, ' qung für Rauch entdeckte ich m meinem kaltenH-r zen - und aus der Hütte klang wehmütig das Ge- dudel der. Ziehharmonika.
Hannes löste die Bindung feiner Skier.
IDrinnen sang eine Mädchenstimme:
„Das Spiel mit dem Feuer."
Im neuen Programm des Lichtspielhauses läuft seit gestern als Hauptfilm ein Lustspielchen der Ufa unter dem Titel „Das Spiel mit dem Feuer". Das auch auf dem Theater beliebte und des öfteren abgewandelte Thema: Ein recht glücklich verheirateter Mann in den besten Jahren wird von feiner Frau auf eine nicht ganz alltägliche Weife von einer kleinen Entgleisung kuriert, die ihm halb wider Willen zugestoßen ist, aber immerhin ziemlich peinliche Folgen für die drei Haupt- beteiligten zeitigt. Diese drei sind Paul Hörbiger, aus vielen ähnlichen Situationen (im Film) wohlbekannt, Trude Marlen, seine gescheite blonde Frau, und Elga Brink, die diesmal dazu verdonnert wurde, einen reichlich affektierten Operettenstar mit vielen Launen zum Besten zu geben. Regie führt der bekannte Komiker Ralph Arthur Ro- b e r t s. Musik dazu von W-"mer B o ch m a n n. Außerdem gibt es die neue Wochenschau; eine reizvolle Fahrt auf der Isar von der Quelle bis zur Mündung; einen Vorspann zu dem neuen Film „Regine" mit Luise Ullrich und Adolf Wohlbrück.
Hochscbulnacbrichien.
Der Privatdozent Dr. Boris R a j e w f k y an dec Universität Frankfurt ist zum ordentlichen Professor in der Naturwissenschaftlichen Fakultät für das Lehrfach der physikalischen Grundlagen der Medizin und zum Direktor des Unioersitätsinstituts für dieses Gebiet ernannt worden.
Professor Dr. Carl August Fischer, Extraordinarius für Staatswifsenschaften an der Universität Hamburg, ist zum ordentlichen Professor an dec Universität Königsberg ernannt worden.
Dr. Heinrich Hunke, stellvertretender Präsident des Werberates der deutschen Wirtschaft und Wirt- fcbaftsbeauftrnqter der NSDAV des Gaues Berlin, wurde zum Professor für Volkswirtschaftslehre an der Technischen Hochschule Berlin ernannt
Professor Dr. Hans F. K. Günther, der bekannte Rassenforscher der Universität Jena ist zum Mitglied der Deutschen Forschungsgemeinschaft ernannt worden.
Reichswehrminister Generaloberst von Blorckderg veranstaltete für den Reichsführer der SS. Himmler und für die SS.-Obergruppen- und Gruppenführer einen Bierabend, an dem auch die Befehlshaber "der Wehrkreises Von links. General Ri t te r v on Lee b , Oberbefehls
hoher im Wehrkreis II — der Chef der Heeresleitung, General der Artillerie Freiherr d. y r 1t f d)
-Reichsführer Himmler — Reichswehrminister Generaloberst v. B l o m b e r g — Staatssekretär ÄWen'Staoteminiftertum Körner - der Ches der Marineleitung Adm.ral Dr. h. c.
Raeder. ______________
Ressort im Reich. Bald werden wir so weit sein, daß das Problem Preußen kein Problem im Sinns des Einheitsstaates mehr ist.
Damit wäre dann eine entscheidende verwaltungsmäßige Schwierigkeit für die Neugliederung des Reiches beseitigt, deren Umrisse der Reichsinnenminister in seiner jüngsten Veröffentlichung auf- gezeichnet hat. Wir erfahren jetzt, daß sich die Neugliederung nicht genau an die Grenzen der bisherigen Parteigaue halten foll. Die Zahl der Reichsgaue wird wesentlich geringer fein. Sie sollen im Durchschnitt drei bis vier Millionen Eih- wohner zählen, lieber ihre Abgrenzung ist auch schon damit viel gesagt, daß sie sich weitestgehend mit Den für bte Wehrmacht notwen- btgen Gliederungen decken sollen. Dec leitende Gedanke dabei ist offenkundig. Es soll in allen Bezirken des Reichs bei der Durchführung des Führerwillens eine weitgehende Harmonie der Zu- sommenarbeit der staatlichen, politischen und militärischen Stellen verwirklicht werden. Wie dabei dec Satz zur Auswirkung gelangt, daß die Partei den Staat befiehlt, das erläutert Minister Frick noch einmal in dem Sinne, daß der Staat seine Kraft und seinen Willen und die Führerpersönlichkeiten aus der Bewegung entnimmt, daß aber jede Stelle nur der Führerschaft innerhalb ihres Bereiches ver- antwortlich ist, weil ja alle drei Bereiche bei dem einen Führer zusamm-nlaufen und von ihm ihrs Anweisungen und Befehle erhalten.
Wrerstaa« und Einheitsstaat
Die Begriffe des Führerstaates und des Einheitsstaates bedingen sich gegenseitig. Was der Reichsjustizminister Dr. G ü r t n e r bei der Uebernahme Der bayerischen Justizverwaltung auf bas Reich sagte, daß nämlich die Frage des Ein- heitsrechtes seit 1933 nur noch eine solche der Methode und des Tempos gewesen sei, gilt für alle öffentlichen Lebensgebiete. Wenn in der nationalsozialistischen Staatsidee die Forderung verwurzelt ist, daß der Wille eines Mannes in gleich vollkommener Weife in der Millionenstadt wie im letzten Gebirgsdorf zur Auswirkung gelangt, so setzt das am Ende des Weges eine staatsrechtliche Form voraus, in der von der höchsten Stelle des Staates aus über die verschiedenen Grade der staatlichen, parteimäßigen und militärischen Führerschaft durchaus gleichartige Verästelun- g e n zu dem Volksgenossen in der Reichshauptstadt und in einem verlorenen Heidewinkel führen.
Daß die gefühlsmäßigen und geistigen Grundlagen des Führerstaates, die verschworene Verbundenheit und die unbedingte Gefolgschaftstreue der Führerpaladine im weitesten Umkreis gegeben sind, das hat die Kundgebung in der Berliner Staatsoper eindrucksvoll gezeigt. Die staatsrechtliche Form, die Gewähr dafür bietet, daß die Grundidee durch kommende Jahrhunderte hindurch gültig und wirksam bleibt, ist noch nicht endgültig geschaffen. Eine Veröffentlichung des Reichsinnen- minifters Dr. Frick zeichnet nun jedoch ihr Bild in ganz klaren Umrissen auf.
Dr. Frick fetzt sich zunächst mit der Auffassung auseinander, die von der nationalsozialistischen Revolution die sofortige Vernichtung der Weimarer Derfassungsurkunde und ihren Ersatz durch eine neue Verfassung auf der Grundlage des Programms erwartet hatte. Die nationalsozialistische Weltanschauung bekennt sich zur Auffassung
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