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SJL-tfpoit

(4:1).

Tv.

und ins Tor rutschen.

gebens Leiter.

schieden 3:3 (2:1). Durch diesen Punktgewinn ist Bad-Nauheim vom letzten Platz weggekommen, den

Bad-Nauheim vom letzten Platz weggekommen, nunmehr der Spielverein Kassel einnimmt.

Tv.

Tv.

11:7

8:5

8:11

Tv.

Tv.

Tv.

Tv.

Tv.

Tv.

1:0

2:0

2:1

Zutzbab-Ergebnisse der Bezirksklasse.

Naunheim Frohnhausen 5:2.

Dillenburg Sinn 4:2.

Watzenborn-Steinberg VfB.-R. Gießen 1:5.

Bissenberg Niedergirmes 2:2.

Die körperliche Ueberlegenheit der Gäste war so stark, daß die Kleinen der Blauweißen nie eine Chance besaßen, dem Spiel eine andere Wendung

Gau Bayern:

1860 München FC. 05 Schweinfurt Bayern München FC. Bayreuth . .

1. FC. Nürnberg BC. Augsburg . .

2. Kreis kl ässe: Wetzlar II Tv. Nauborn 4:8 (3:3); Treis Tv. Beuern 5:8 (1:4);

Hausen Tv. Ebersgöns 14:11 (7:6);

Mandeln Tv Ehringshausen 9:4 (4:0);

Herbornseelbach Tv. Strabebersbach 3:11.

Jugend:

Lang-Göns II Tv. Holzheim 5:4 (2:3);

Grüningen Tv Lützellinden 6:4 (2:1);

Lang-Göns I 1900 Gießen (ausgefallen).

Lettland mit 3:0 (1:0) geschlagen

Oer 54. deutsche LLnderspielsieq.

Tv. Holzheim Tv. Atzbach 9:6 (4:3);

Tv. DornholzhausenTo. Gr.-Rechtenbach 6:10 (3:3);

~ Dorlar To. Hörnsheim 5:11 (2:4).

To. Homberg Tv. Romrod 5:7 (4:3);

~ Alsfeld Tv. Nieder-Ohmen 7:4 (6:2);

Handball-Gauliga-Kämpfe in Nordhessen.

Spvgg. 1900 Gießen Spielverein Kassel Tv. Kirchbauna BfB. Kurhessen Marburg Kurhessen Kassel CT. Kassel........

Handballsieg der 1900er gegen Spielverein Kassel.

Spvgg. 1900 I Spielverein Kassel I 11:7

scheinungen zeigten sich bei Gießen. Das torreiche Treffen endete mit einem gerechten Unentschieden.

Handball im Kreis Lahn-Vill(GauXII)

Die Ergebnisse des Sonntags.

Bezirksklasse:

To. Hochelheim Tv. Lützellinden 5:7 (3:3);

Münchholzhausen Tv. Heuchelheim 10:6 (5:3);

1. Kreisklasse:

Der erste Länderkampf gegen Lettland, der zu­gleich der erste Länderkampf war, der in Königs­berg zum Austrag gelangte, brachte Deutschland erwarteterweise seinen 54. internationalen Sieg. Die Letten, die sich äußerst tapfer wehrten, mußten mit 3:0 (1:0) die deutliche technische und taktische Ueber­legenheit der deutschen Reichsmannschaft aner­kennen.

Für Königsberg war der Länderkampf gegen die Letten das sportliche Ereignis des Sonntags. Aus dem ganzen deutschen Osten waren die Sport­freunde zusammengeströmt, und schon lange vor Be­ginn des Kampfes umsäumten über 15 000 Zu­schauer die Kampfbahn im Horst-Wessel-Stadion. Die hochgespannten Erwartungen der Besucher wur­den nicht enttäuscht. Beide Mannschaften zeigten gute Leistungen, besonders die Letten erwiesen sich als äußerst spielstark. Es war gut, daß unsere Mannschaft in ziemlich ftorter Aufstellung angetre- ten war, gegen eine schwächere deutsche Elf hätten die Letten leicht zu einem Unentschieden oder aar zu einem Siege kommen können. Die deutsche Mannschaft mußte ganz aus sich herausgehen, um überzeugend abzuschneiden. Es sei vorweg gesagt, daß Torwart, Verteidiger und Läufer allen An­sprüchen gerecht werden konnten. Weniger zufrie­den war man mit den Stürmern, von denen nur Lenz (Dortmund) und Bökle (VfB. Stuttgart) dank ihres großen Spieleifers hervorstachen.

Fußball um den Bundespokal.

Die Ergebnisse.

Frankfurt: Südwest Niederrhein 2:1 (1:0). Mannheim: Baden Nordhessen 3:2 (2:0). Köln: Mittelrhein Württemberg 2:1 (2:0). Breslau: Schlesien Bayern 1:1 (1:1).

Berlin: Brandenburg Mitte 1:0 (0:0). Stettin: Pommern Sachsen 1:0 (0:3). Hannover: Niedersachsen Westfalen 3:1 (1:0).

Baden schlägt Nordhessen 3:2 (2:0).

Im Mannheimer Stadion hatten sich bei herr­lichem Fußballwetter rund 10 000 Zuschauer ein­gefunden, die für das Bundespokalspiel zwischen den Fußballgauen Baden und Nordhessen wohl durchweg mit einem glatten Sieg der Badener ge­rechnet haben dürften. Sie kamen auf ihre Rech­nung. Zwar fiel der Sieg Badens nicht so hoch aus.

Vor einer nicht allzu großen Zuschauerzahl stan- den sich gestern auf dem 1900-Sportplatz die Gau­liga Handballmannschaften der Spielvereinigung 1900 und des Spieloereins Kassel gegenüber. Die Einheimischen wurden mit den spielstarken Gästen besser fertig als man erwartet hatte. Das Spiel begann sogleich reckt flott und sah die Kasseler etwas eher am Ball. Ein zu weites Aufrücken des linken Gießener Verteidigers nutzten sie aus und gingen 1:0 in Führung. Die Freude währte jedoch nicht lange. Denn die 1900er kamen jetzt immer besser in Fahrt. Ihr sehr gut aufgelegter Halb- linker Krüger wartete im Anschluß an gut oor- getragene Angriffe mit vier prächtigen Toren auf. Für die übrigen Gießener Stürmer boten sich zwar auch noch Torgelegenheiten, jedoch wurde in der Hitze des Gefechts manches versiebt. Die Mannschaft des Spielvereins Kassel hielt indessen das Spiel offen. Durch die gut arbeitende Gießener Hinter­mannschaft wurden jedoch die Angriffe rechtzeitig abgestoppt.

Nach Halbzeit versuchten die Kasseler mit aller Macht, eine Wendung herbeizuführen. Als sie nach wenigen Minuten auf 4:2 aufgeholt hatten, schien es, als sollten ihre Bemühungen von Erfolg sein. Es stellte sick jedoch heraus, daß sie. taktisch der Situation nicht immer gewachsen waren, und 1900*5 Mittelstürmer Steines konnte in wenigen Minuten wieder den Vorsprung seiner Mannschaft auf 6:2 ausdehnen. Die Gießener Hintermannschaft bekam immer wieder Arbeit. Da sie nicht durchweg so sorgfältig arbeitete, wie in der ersten Halbzeit, kamen die Gäste zu zwei weiteren Erfolgen. Aller­dings hatte Schüler (1900) inzwischen den Kasseler Hüter zum siebentenmal zur Kapitulation gezwun­gen. Die Einheimischen trugen nun wieder eine Anzahl schöner Angriffe vor. Da diese von der gegnerischen Verteidigung regelwidrig abgestoppt wurden, waren die verwirkten Strafwürfe ein An- laß, das Resultat zu verbessern. Krüger besorgte dies auch prompt, indem er zwei Strafwürfe in schöner Manier verwandelte. Der Kampfeseifer der Gäste war jedoch keineswegs gebrochen. Durch Weitwürfe kamen sie wieder auf 9:5 bzw. 10:7 heran, bis dann in der letzten Spielminute ein 1900er- Gegentreffer das Endresultat herstellte.

Zur Mannschaftskritik ist zu sagen, daß die unter­legene Elf ihr Bestes gab, gegen die routinierten 1900er aber doch nicht ganz ankommen konnte. Die Mannschaft des Siegers verdient ein Gesamt­lob. Allerdings muß gesagt werden, daß in der Hintermannschaft noch etwas mehr gegenseitiges Verständnis Platz greifen muß, während dem Sturm noch etwas graziösere Arbeit, auch im Wurf auf das Tor, zu wünschen wäre. Schiedsrichter B o p f (Nieder-Weisel) arbeitete unauffällig und korrekt.

Handball im DfB -Reichsbahn

lufpo Marburg I VfV.'R. I 14:14 (2:8).

Nachdem die Handballmannschaft des VfB.°R. in den Derbandsspielen einen schlechten Start hatte (Spielerabwanderung) fuhr man mit gemischten Ge­fühlen nach Marburg. Das Spiel in Marburg zeigte aber, daß sich die Hiesigen wieder gefunden haben. Die Gießener traten mit Balser, Schneller, Sommer, Baganz, Ferger, Schirmeister, K. Rinn, Heberer, Deuker, Herrmann und Klas an. Vom Spielbeginn ab drückten die DfBer gleich auf das Tempo und konnten die Marburger Turner in gleichen Abständen achtmal schlagen. Der Sturm arbeitete gut zusammen. Besonders Herrmann war der Mann, der immer wieder eine Lücke in der gegnerischen Verteidigung fand. Die zweite Halbzeit stand im Zeichen der Marburger. Müdigkeitser-

VfB.-Neichsbahn (Siepen.

Die Ligamannschaft errang in Steinberg einen verdienten 5:1-Siea. Die Gießener zeigten endlich wieder einmal Leistungen, die weit über den bis jetzt in dieser Deroandsspielserie gezeigten standen. Besonders der Sturm zeigte ein ideenreiches Spiel, dem die Steinberger nicht gewachsen waren.

Die zweite Mannschaft verlor in Heuchelheim er- wartungsgemäh nach einem sehr spannenden Spiele mit 5:2 Toren.

Die dritte Mannschaft wurde in Lich mit 5:0 Toren geschlagen.

Jugeudfutzball.

DfB.-K 1. Igd. 1900 1. Igd. 4:3 (3:2).

Schüler:

Tv. Allendorf (Lahn) Tv. Dutenhofen 7:4 (3:1); Tv. Lang-Göns Tv. Holzheim 0:12 (0:7).

Leichtathletik der Gp.-Dg. 1900.

Guter Verlauf der Klubmeisterschaften.

Die gestern stattgehabten internen Vereins- kämpfe der Spielvereinigung 1900 brachten bei an­nehmbarer Beteiligung guten Sport. Bei der Be­wertung der Ergebnisse ist zu berücksichtigen, daß infolge der vorgeschrittenen Jahreszeit kaum noch Traininasmöglichkeiten bestanden. Besonderes Inter- esse nahm der Fünfkampf der Aktiven (bestehend aus 50 Meter, 100 Meter, Weitsprung, Diskus- und Speerwerfen) in Anspruch. Kilo gewann ihn knapp mit 3066,6 Punkten vor Felsing (3042 Pkte.). Ergebnisse folgen.

Leichtathletik-Vereinsmeisterschasten des DfJ.-Neichsbahn.

Am Sonntag hielt der VfB.-Reichsbahn seine in­ternen Dereinsmeisterschaften ab. In der Klasse der Aktiven waren nur wenig Mitglieder am Start. Die erzielten Ergebnisse sind daher auch recht schwach. Die Jugendlichen und die Frauen waren dagegen sehr gut vertreten und warteten auch mit sehr guten Resultaten auf. Be­sonders die Jugend vollbrachte sogar am Schlüsse der Saison noch einige Bestleistungen. (Die Ergeb­nisse folgen.)

Fußball der Gauligamannschasten.

Uordhessische Meisterschaftsspiele.

Der Tabellenführer der nordhessischen Gauliga, Hessen Hersfeld, blieb auch am Sonntag weiter ohne Punktverlust. Spielverein Kassel hatte gegen dieHessen" in Hersfeld nicht viel zu bestellen und unterlag mit 3:1 (1:0) Toren. Danach fuhrt Hessen Hersfeld die Tabelle mit 10:0 Punkten vor Ger­mania Fulda mit 8:4 Punkten an, die in Kassel gegen .Kurhessen" nur zu einem knavpen 1:0 - (0:0) - Sieg kam. Im dritten Meisterschaftsspiel des Sonntags trennten sich die beiden Neulinge SV. Bad - Nauheim und Kurhessen Marburg unent-

Die neu aufgestellte dritte Jugend brachte es e die zweite mit 2:1 Toren zu schlagen. Beide ischaften zeigten wenig.

Die Schülermannschaft siegte in Steinberg mit 9:1 Toren. Sie war dem Gastgeber um Klassen überlegen und spielte wie sie wollte.

Spielvereinigung 1900 Gießen.

1900 II AL. Grohen-Buseck 1:2 (0:2).

Dieses Spiel durfte nicht verloren gehen, auch wenn die Mannschaft nicht in der vorgesehenen Aufstellung antreten konnte. Bei etwas mehr Ein­satzbereitschaft einzelner Spieler hätte es zum Sieg reichen müssen. Der schwächste Teil der Mannschaft war der Sturm, der sich nie zu einer geschlossenen Aktion zusammenfinden konnte. Läuferreihe und Verteidigung taten, was sie tun konnten. Der Tor­mann verdient ein besonderes Lob, da er ver­schiedene Bälle hervorragend hielt.

1900 III VfR. Lich II 9:0 (4:0).

1900s III. gewann wie sie wollte. Die Gäste konnten nie ernsthaften Widerstand entgegensetzen.

1900 I. Jgd. - VfB.R. I. Jgd. 3:4.

Die erste Jugend zog sich ehrenvoller aus der Affäre, als es erwartet wurde.

1900 II. Jgd. Allen-Buseck 1. 3gb. 1:4 (1:2).

denn die Gäste gaben sich nur knapp 2:3 (0:2) ge­schlagen, aber dafür entschädigte mehr als genug ein prächtiger Kampf mit beiderseits guten Lei­stungen. Die Badener, in deren Sturm es einige Derjager gab, mußten gegen Schluß recht hart um den Sieg käknpfen, den ihnen die zahlenmäßig ge­schwächten Nordhessen keineswegs leicht machten, lieber den Verlauf des Kampfes berichten wir noch.

Französische Ehrung

für den deutschen Rennfahrer Earacciola

Dem erfolgreichsten Autorennfahrer von 1935, dem deutschen Mercedes-Fahrer Rudolf Earacciola, wurde am Samstag bei einem großen Festessen des Französischen Automobilklubs zu Ehren der Vertreter des Internationalen Automobil-Club- Derbandes die goldene Medaille des Verbandes verliehen. Von den 11 großen Preisen der euro­päischen Länder hat Earacciola auf Mercedes allein sechs errungen.

preis der XI. Olympiade."

Lin neues deutsches Autorennen.

Aus der Pariser Tagung der Sportkommission der AJACR. wurde Deutschland auf Antrag der Ober­sten Nationalen Sportbehörde für die deutsche Kraft­fahrt ein neues Rennen übertragen. Es wird unter der BezeichnungPreis der XL Olympiade" am Donnerstag, dem 30. Juli, unmittelbar vor Beginn der Olympischen Spiele Berlin 1936 auf der Avus durchgeführt werden.

Lehrgangsarbeit im Turngau Hessen.

Den Lehrgängen im Männerturnen in Gießen und im Frauenturnen in Marburg am vergangenen Wochenende folgen weitere Lehrgänge der einzelnen Fachgebiete.

Am heutigen Samstag und morgigen Sonntag werden die Fechter in Fulda unter Leitung von DT.-Gaufechtwart und Fechtwart im Gaufachamt für Fechter, Heinz Lengemann (Kassel), einen Vorfechter- und Kampfrichterlehrgang durchführen, an dem jede Fechtabteilung des Gaues mit ein bis zwei Fechtern oder Fechterinnen teilnehmen wird.

Müde und abgespannt?

.. auf Kaffee Hag umstellen!

Die Gäste vom Trieb muhten nach einer längeren Erfolgsserie sich für dieses Mal geschlagen beken­nen. Beide Mannschaften zeigten ansprechende Lei­stungen. Bei den DfB.ern war die Hintermannschaft nicht in gewohnter Form und ist durch ihr zu weites Aufrücken nicht ganz schuldlos an den Gegen­toren. Sturm und Läuferreihe waren gut. Bei den Gästen sah man eine einheitliche Gesamtleistung. Der Halbrechte des VfB. brachte seine Mannschaft in Führung und schoß, nachdem die 1900er ausge­glichen hatten, auch das zweite Tor. Die VfB.er waren bann stark überlegen und erhöhten auf 3:1. Kurz vor Halbzeit schoß 1900 das zweite Tor.

Nach Wiederbeginn drückten die Gäste leicht und stellten den Ausgleich her. In einem packenden ----- -r-;- -

Endkampf schossen die VfB.er eine Minute vor zu geben. Zu allem Unglück verhaft der Tormann Schluß das Siegestor. Der Schiedsrichter Hof - den Gästen noch zu den beiden ersten Toren. Auf- mann (Wieseck) war für dieses Spiel der ge- genommene Balle ließ er uen Händen entgleiten

WUelMMel.

Roman von Anny von panhuys

Urheberrechtsschutz Aufwärts-Verlag G. m. b. H.» Berlin SW 68.

16 Fortsetzung Nachdruck oerbotenl

Bettina war wirklich erschrocken. Nicht im ent­ferntesten hatte sie an so ein Angebot gedacht. Sie wollte mit einem Nein antworten, aber von vorhin, als der alte Herr die Städte aufgezählt, schien der Name Frankfurt am Main noch immer in ihr nach- , zuklingen, Öranffurt am Main! Dort lebte Hans Enden, wenn er nicht gerade für seine Firma ver­reist war oder Rennen fuhr.

So eine ganz kleine törichte Sehnsucht war mit einemmal in ihr, Hans Syden könne, wenn sie sänge, ihren Namen in der Zeitung lesen und das Konzert besuchen. Sie durfte sich dann wenigstens einbilden, er säße im Saal, und sie wollte dann wunderschön aussehen.

Sie dachte an seinen Kuß und wie er danach ge­sagt: Nicht böse sein, Bettina, ich weiß nicht, warum ich das eben tun mußte.

Bettina glaubte ein Bild vor sich zu sehen. Sich selbst in einem großen Saal, von Beifall umbraust, während irgendwo unter den vielen Konzert­besuchern einer saß--

Bettina wollte sich selbst verspotten, weil sie so törichtem Zeug in ihrem Kopf Raum gab, aber das Bild wich nicht.

Der alte Herr drängte:Darf ich mit Ihren Eltern sprechen? Es würde außerdem eine gute Einnahme für Sie sein, Sie könnten ein nettes Stück Geld mit nach Hause bringen."

Bettina überlegte jetzt ganz nüchtern. Die letzte Aussicht gefiel ihr nicht übel. Es war in letzter Zeit im Geschäft nicht alles so gegangen wie sonst. Ihr Vater machte manchmal ein sorgenvolles Gesicht und hatte erst gestern gesagt:Wenn wir im Laufe des Winters ein paar tausend Mark gewännen oder erbten denn auf andere Weise kommen wir ja nicht dazu, könnte das nicht schaden."

Bettina fragte:Glauben Sie, lieber Herr Wil­derling, daß ich ein paar tausend Mark verdienen könnte, wenn ich sänge?"

, Selbstverständlich, die Schallplattensache bringt doch auch gut ein", versicherte der Gefragte.Uebrb acns werde ich mich darüber genau bei dem Der- leger erkundigen. Geschäft ist Geschäft! Er wohnt in der Krone', und es wäre ihm lieb, wenn er Sie

heute noch hören könnte, möglichst bald. Ich habe ihm aber auch allerhand von Ihnen vorgeschwärmt."

Bettina war plötzlich unternehmungslustig. Die Eltern würden ihr sicherlich kein Hindernis in den Weg legen, und sonst hielt sie hier nichts zurück. Sie sann: Es müßte sehr schön sein, etwas von der Welt zu sehen, zu reifen, heute hier zu fingen und morgen dort. Eines Abends aber würde sie in Frankfurt am Main singen. Unten im Saal saß dann Hans Syden, und sie wollte wunderschön aussehen. So schön, daß ihm ihre Schönheit weh tat.

Sie fuhr sich über die Stirn. Sie war ja verrückt, solchen Unsinn zufammenzuphantasieren. Wunder­schön könnte sie ja gar nicht sein, höchstens leidlich hübsch, und wenn sie das erreichen wollte, mußte sie sich noch ganz besonders Mühe geben.

Konrad Wilderlings Augen blitzten wie die eines Zwanzigjährigen.

Ich stelle mir die Reise quer durch Deutschland herrlich vor. Sie fingen, ich begleite Sie. Ihr Mund streut meine Rheinlieder aus, wie der Wind weiße und rosige Blütenblätter ausstreut. So wie die weit übers Land wirbeln, so wirbeln meine Lieder über ganz Deutschland." Er wiegte den Kopf hin und her. Ein Narr war ich, daß ich mich so lange gewehrt habe gegen das Berühmtwerden. Bettina, ich freue mich unbändig auf die Fahrt."

Er sah sie an. Wie blaß und schmal ihr Gesichtchen war. Ganz durchsichtig vor Blässe. Sie krankte heim- I lich an ihrer Liebe zu Hans Syden und dachte, kein Mensch wüßte darum. Aber rühren durfte man an j so etwas nicht. Behüte

Er lächelte:Wie würde auch Ihnen die Künstler­reise gut tun. Ich stelle mir vor, Sie treten in einem schwarzen oder weißen Samtkleide auf. Wissen Sie, es müßte eins von ganz fabelhaftem Schnitt fein, und in Ihrem Haar, neben dem Knoten, wie hin- gcweht hinter das Ohr, sollte eine brennende Rose liegen oder wenigstens etwas Flimmerndes. Große Brillanten zum Beispiel könnten gleichfalls sehr wirkungsvoll sein."

Bettina lächelte. Nun fing der liebe alte Herr auch schon an zu phantasieren.

Sie meinte:Vielleicht kaufen wir für mein Haar als Schmuck ein paar große Brillanten. Ich stelle mir vor, in der Größe von Taubeneiern dürf­ten sie im Haar schon leidlich stark blitzen und fun­keln. Was kommt es denn auf ein paar hundert­tausend Mark oder meinetwegen auf eine halbe Million an. Bei den Aussichten!"

Er mußte lachen.Sie haben recht, Bettina, ich habe dummes Zeug geredet. Und wie Sie sich für die Konzerte kleiden, das wird sich schon finden. Die Hauptsache ist, sehr schön müsien Sie ausfehen, dar-

auf bestehe ich." Er nahm ihre Hand.Darf ich jetzt mit Ihren Eltern reden?"

Bettina schlug vor, das noch zu verschieben und erst abzuwarten, ob ihr Gesang auch den Erwar­tungen des Musikverlegers genüge.

Er wurde fast böse.

Als ob daran zu zweifeln wäre! Entzückt wird er sein. Wenn ich fest davon überzeugt bin, es gibt keine bessere Sängerin für meine Lieder, dann stimmt das. Ich muß das wissen." Er bat:Kom­men Sie zu mir in ungefähr einer halben Stunde, Bettina. Ich hole inzwischen den Verleger ab, zu Hause bei mir wollen wir ihm zeigen, was wir können." Er fragte ängstlich:Oder haben Sie jetzt etwa keine Zeit? Es wäre schade."

,Lch habe Zeit und ich werde kommen", er­widerte Bettina.

Er riet:Machen Sie sich ein bißchen extra fein, tun Sie mir den Gefallen. Bei solchen Leuten ist das angebracht, glaube ich."

Er ging dann, sagte im Laden noch zu Frau Hochwald:Ich habe Bettina gebeten, zu mir zu kommen, ich möchte, daß sie ein paar neue Lieder von mir singt."

Frau Hochwald nickte:Ja, ja!" aber als sie bann zu Bettina ins Hinterzimmer trat, meinte sie: Ich gönne dir ja das Singen, Kind, und die Freude daran auch, aber Wilderling holt dich ein­fach hier weg, als wenn es sich um wer weiß was für wichtige Dinge handelt. Ich höre feine Lieder sehr gern, doch manchmal denke ich, wenn sie wirk­lich besonders wertvoll wären, würden sie doch ge­druckt. Daß er das nicht will, kann ich nicht ver­stehen. Ich glaube eher, er sagt das nur, weil er niemand findet, der sie herausgeben will und mir fällt dabei die Geschichte vom Fuchs und den Trau­ben ein.

So wie du, Mutter, werden im Städtchen noch viele denken", antwortete Bettina,aber es ist wahr, er hat bis jetzt jedes Angebot zur Heraus­gabe seiner Lieder ausgeschlagen." Sie sprach nun ein wenig lauter:Jetzt hat er wieder so ein An­gebot erhalten, darüber hat er eben mit mir ge­redet. Das Angebot wird er aber nicht ausschlagen, sondern annehmen Wenn ich nachher wiederkomme, werde ich dir wohl mehr darüber erzählen können."

Sie ging hinaus in ihr kleines Zimmer und zog ihr hübschestes Kleid an. Es war noch nicht kalt, die ersten Herbsttage am Rhein sind oft so herrlich wie Frühlingstage. Also konnte sie das leichte schwarze Tuchkleio mit dem großen weißen Kragen aus Glas­batist anziehen ohne Jacke oder Mantel. Das Kleid war ziemlich neu und gut gearbeitet. Das Haar hatte Bettina sehr lose aufgesteckt und die schwarzen

Jettnadeln, die den kleinen Knoten sesthielten, hoben noch die Helle der seltenen Haarfarbe.

Bettina bettachtete sich mit prüfenden Augen in dem Spiegel, der über der Nußbaumkommode hing. Sie übte scharfe Kritik an sich, fand, ihr Gesicht war zu schmal, die Augen fast zu groß und das Haar zu farblos.

Ihre Freundin Gretel war schon seit Monaten fort. Mit Großchen Jutta auf RAsen. Die wollte alte Bekannte besuchen und der Enkelin ein Stück Deutschland zeigen. Manchmal kam eine Ansichts­karte von Gretel. Vom Bodensee, aus München, ober von sonst irgendwo. Sie hatte Gretel um die große Reise beneidet, nun bestand auch für sie die die Aussicht auf eine längere Reise.

Sie blickte noch einmal in den Spiegel. Sie ge­fiel sich gar nicht. Um ihre Lippen lag ein Zug, der war so eigen, der störte. Früher war er nicht dagewesen. Er mochte sich hier festgesetzt haben, seit Hans Syden sie geküßt, ohne Liebe geküßt. Nur so in flüchtiger Frühjahrsstimmung, aus einer Laune heraus.

Sie wandte sich von ihrem Spiegelbild ab und ging zu Konrad Wilderling. Einen Hut setzte sie nicht auf.

19. Kapitel.

Bettina singt Probe.

Konrad Wilderling wohnte schon seit langen Jahren in der kleinen schmalen Gasse bei derselben Wirtin, die er manchmal ein bißchen großspreche­risch seine Wirtschafterin nannte. Ein großes Zim­mer nach dem gartenartigen Höfchen zu, dessen Hauptzierde ein mächtiger alter Lindenbaum war, nannte er seinenMusiksaal", daneben lag fein schmales Schlafstübchen.

Als Bettina bei ihm eintrat, stand mitten im Zimmer Peter Starke. Groß war er, hatte mächtige Schultern und dichtes blondes Haar, das schwer zu bändigen war Ein bißchen breitspurig stand er da, kniff die hellblauen Augen ein und sah Bettina musternd an. Nur den Bruchteil einer Sekunde brauchte er, um zu wissen, wenn Bettina Hochwald so gut fang wie sie aussah, entsprach sie vollständig seinen Erwartungen.

War das ein apartes Menschenkind? Das Haar, das blasse Bernsteinhaar, war schön und die schim­mernden, hellbraunen Augen waren auch schön, das schmale Gesicht aber hatte fast zu ebenmäßige Züge, die statuenhaft gewirkt hätten, wenn nicht Klugheit sie belebt. Der Mund war nicht klein, aber die Lippen hatten kühnen, kräftigen Schwung.

(Fortsetzung folgt!)