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wendig befunden, Hagenbuch einer nervenär^t- zur Wiederherstellung von Ordnung, Disziplin und l i ch e n Kur zu unterziehen. Oberstdivisionär Bir- Würde zu unterstützen.

Auch am Dienstag steht Tokio unter verstärktem

weise

Angeklagten Hagenbuch kenne er schon seit Jahren, statt, die sich bereit erklärten, eine v e r s ch Bereits vor längerer Zeit habe er es für not- Kontroll Politik innerhalb der A

är fte rmec

cher schilderte den Angeklagten als einen guten Soldaten und einen geistig regsamen Menschen, der aber ein Mensch ohne Hemmungen sei.

reich einen bedenklü die Wurzel aller s

werden, daß es bereits einem kapitulL- tlonsregime unterworfen fei, da sieben europäische Länder und die Vereinigten Staaten konsulare Rechtssprechung innerhalb seiner Gren-

sprucht sei. Unter dem Vorsitz Hayaschis fand am Dienstagabend eine Sitzung der Kriegsräte

.viui» uuiyciieiciier hn - nachdrücklich alls jArmee, die ohnehin nach außen durch die Ope- letztes ration in Mandschukuo und Nordchina stark bean-

Gendarmerie- und Polizeischutz, besonders die Dienstgebäude und das Straßenviertel, in dem hi« Wohnung des ermordeten Generalmajors Nagata liegt. Die Wohnung Nagatas ist das Ziel zahl­reicher Kondolenten. Seine Beisetzung wird am Donnerstag in feierlichster Weise stattfinden.

macht worden fei, dürfte ein gemeinsames wirtschaftliches Mandat über Abessinien fein, das im Namen des Völkerbundes ausgeübt werden und Italien den Löwen­anteil an wirtschaftlichen Vorteilen geben würde. Dieser Anregung stehe aber die Einwendung ent­gegen, daß Italien eine Aufsicht des Völkerbundes, auch wenn sie nur indirekt fei, wahrscheinlich ab- lehnen würde, und daß ein wirtschaftliches Man­dat ihm nicht ermöglichen werde, in Abessinien Platz für seine überschüssige Bevölke­rung zu finden.

In manchen Kreisen werde daher geglaubt, daß eine direkte und radikalere Lösung ge­funden werden könnte. Line Anregung, die An- klang zu finden scheine, fei, in Abessinien ein System von Kapitulationen nach dem Vorbild der Kapitulationen in der Vorkriegs­türkei einzurichten. Die politische Unab­hängigkeit des Kaisers und seiner Regierung würde dabei aufrecht erhalten bleiben. Aber jede der interessierten Mächte würde das Recht haben, die Ansiedlung ihrer Staatsan­gehörigen in dem Gebiet zu erleichtern und sie zu beschützen. Da Frankreich und England be­reits erklärt haben, datz sie keine weiteren Zuge­ständnisse von Abssinien wünschten, würde ein Ka­pitulationsabkommen, das diese Mächte mit Ita­lien und Abessinien unterzeichnen würden, prak­tisch nur Italien zugute kommen. Wenn Abessinien einen solchen Vorschlag mit einem Hinweise auf sein nationales Ansehen ablehnen würde, so könnte es darauf aufmerksam gemacht

Jliegermanöver über den südenglischen Kriegshäfen.

London, 14. Aug. (DNB .Funksprvch). In der Nacht vom Dienstag zum Mittwoch wurden in Portsmouth, Southampton und Gosport Flie­germanöver durchgeführt. Zwischen 1 und 3 Uhr wurden die Städte ziemlich verdunkelt. Alle Straßenlampen wurden gelöscht, die Motor­fahrer hietten ihre Wagen an und die Einwohner verhängten die Fenster. Zur Auffindung der angrei­fenden Flieger waren 50 Scheinwerfer ein­gesetzt worden. Die Angreifer markierten btt Bomenabwürfe durch das Abfeuern von grünen Leuchtkugeln. Sie hatten eine Anzahl Erfolge zu verzeichnen. Um 22.15 Uhr gelang es einer Maschine aus dem Licht der Scheinwerfer herauszutommen und die Docks von Portsmouth erfolg­reich zu bombardieren.

Die vorbereitenden Besprechungen in Paris beginnen heute zwischen Laval und Eden.

Entpolitisierung der japanischen Armee.

Kriegsminister Hayaschi bleibt im Amte.

ichen Umfang angenommen und Wirtschaftsnöts ist. Laval kann

einigermaßen eine Erklärung für seine Handlung- " geben.

Die Kampfparolen des Bolschewismus

Oer »Steuermann der Komintern^ hält das Schlußwort auf dem Moskauer Kongreß.

sein Arbeitsbeschaffungsprogramm nur mit Hilfe einer Ausweitung des staatlichen Kre­dits finanzieren, da er ja alle Mühe hat, durch Sparmaßnahmen tiefeingreifender Art, zunächst den öffentlichen Haushalt ins Gleichgewicht zu bringen. Die künftige D e ck u n g der Kredite erwartet er von Mehreinnahmen des Staates aus der Belebung des Warenaustausches sowie von den Ausgabeneinsparungen in den nächsten Haushaltsjahren. Er muß also einen Vorgriff au zukünftige Einnahmen und auf zukünftige Erspar nisse vornehmen. Die französische Regierung will nach Lavals Plan in den nächsten zwei Jahren 2,7 Milliarden Franken für ArbeitsbeschaffungS' zwecke aufwenden. Durch die auf diese Weise finan­zierten öffentlichen Arbeiten hofft sie den weitaus überwiegenden Teil der Arbeitslosen in Be­schäftigung bringen zu können. Wird dieses Ziel er­reicht, so ersparen die öffentlichen Kassen in den nächsten Jahren beträchtliche Unterstützungsaus­gaben. Außerdem aber wird die Stärkung der Kaufkraft der bisherigen Arbeitslosen der fran­zösischen Wirtschaft zugute kommen. Die belebende Wirkung einer richtig organisierten Arbeitsbeschaf­fung ist aus den in Deutschland gemachten glänzen­den Erfahrungen allgemein bekannt. Auch Laval fußt aus diesen Erfahrungen, wobei in Betracht zu ziehen ist, daß einerseits die in Frankreich zu lösende Aufgabe weit kleiner ist und daß Frankreich die Mittel für eine solche Arbeitsbeschaffung sehr viel leichter als Deutschland aufzubringen vermag, weil es über größere Reserven verfügt. Anderseits freilich darf man die geringere französische Drgani-

gegen den Klassenfeind zu erleichtern. Gleichzeitig warnte Dimitroff aber jene, diedie sektiererische Rolle der Führer der Sozialdemokratie" weiter un­terstützen und dadurch dem Klassenfeind Vorschub leisteten. D i eZ ü ch t u n g" von brauchbaren Menschen sei für die Kommunistische Partei die wichtigste Lebensfrage. Mit dem ihm eigenen Fana­tismus rief Dimitroff den kommenden revolutio­närenWelteroberern" zu: Man müsse lernen, ständig lernen am Kampf, in der Freiheit und im Gefängnis. Man müsse lernen und kämpfen mit stalinscher Standhaftigkeit, mit stalinscher Unver­söhnlichkeit, mit stalinscher Unerschrockenheit und mit stalinschem revolutionärem Realismus.

Dimitroff beendigte fein Schlußwort mit folgenden schwülstigen Phrasen: Die Bourgeoisie herrscht nicht mehr ungeteilt in der Welt. Aus einem Sechstel des Erdballes regiert das Proletariat. Auf einem Riesen­territorium wie China regieren die Sowjets. Das Proletariat besitzt einen starken Vorposten: die Kom­munistische Internationale. Eines fehlt noch dem Proletariat: die Einigkeit in den eigenen Reihen. Ich lasse daher von dieser Tribüne der Komintern erschallen den Kampfruf von Marx, En­gels, Lenin und Stalin. (!) Der sowjetrussische Sit­zungsbericht verzeichnet nach Schluß der Redeen­thusiastisch einsetzenden Beifallssturm, der das Ge­mäuer des Moskauer Gewerkschaftshauses erschüt­tert". (!) Nur mit großer Mühe habe derGenosse" Pieck die Sitzung für geschlossen erklären können.

Aus den Kommentaren der schweizerischen Presse ergibt sich, daß die politische Seite des Pro­zesses mit der Vernehmung der beiden wichtigsten Zeugen Wille und Bircher nunmehr erledigt fei. Bereits der erste Verhandlungstag habe er­geben, daß die gegen Oberstkorpskommandanten Wille gerichteten Behauptungen vollkommen gegen st andslos seien und seine Persönlichkeit in jeder Beziehung rehabilitiert wor­den sei. So schreiben dieBasler Nachrichten", daß die Zeugenaussage Willes nichts Neues gegenüber den Auskünften gebracht habe, die bereits Bundes­rat M i n g e r über die Deutschlandbesuche des Oberstkorpskommandanten gemacht habe. Durch den Hagenbuch-Prozeß sei er erst recht restlos reha­bilitiert worden. DieNationalzeitung" schreibt, von der Ankündigung Hagenbuchs, erst vor dem Richter mit schwerstem Geschütz aufwarten zu wol­len, sei im entscheidenden Augenblick nichts übrig geblieben und seine Haltung habe alle jene getäuscht, die ihm Glauben geschenkt hätten. Tatsächlich sei nicht eine der Verdächtigungen in eine belegte Anschuldigung umgewandelt worden. Das Verhalten Hagenbuchs bleibe völlig rätselhaft, und nur die Zeichnung seines Charakterbildes könne

3en haben.

Daily Telegraph schreibt aus Pans: An­scheinend suche die italienische Regierung bie jetzt sich entwickelnde Lage als einen engltfd)- italienischen Kampf um bie B e herr­sch u n g des Mittelmeeres hinzustellen. Frankreich scheine die Absicht zu haben, keine endgültige Haltung zu wählen, bevor es sich nicht genau von den Absichten Englands überzeugt habe. Die britische Abordnung werde aber Laval nicht im Zweifel lassen über den entschlossenen Willen Englands, einen Krieg in Abessinien zu ver­hindern. Zu diesem Zweck suche England die vollste Mitarbeit Frankreichs. Eden werde es Laval deut­lich machen, daß ein Kriegsausbruch von der briti­schen Regierung als Todes st reich für das Sicherheitssystem des Völkerbundes betrachtet werden würde, dessen Folge nur fein könnte, daß England sich von den euro­päischen Angelegenheiten so gut wie völlig zurück ziehen würde. Es werde auch einen Plan zur Regelung des Streites darlegen. Das Haupthindernis werde Mussolinis Forderung nach politischer, sogar militärischer Beherr­schung Abessiniens sein. Italien werde ver­suchen, die Erörterungen in die Länge zu ziehen, bis der Bericht des Schlichtungsausschusses über Ual-Ual vorliege. Italien rechne bestimmt damit, daß es in dieser besonderen Frage ein günstiges Urteil erhalten und' dann eine stärkere politische Stellung einnehmen werde. Die britische Abordnung beab­sichtige nicht, sich an Manövern zu beteiligen, durch die bie eigentliche Streitfrage umgangen würbe.

Der ebenfalls als Zeuge vernommene Dberftbiüi- fionär Bircher erklärte u. a., er fei aus ähn­lichem Anlaß wie Wille eb enf a" schwer angegriffen worden, als er l Jahr an dem Chi rur g en k o n gre ß in B e r- lin als Arzt teilgenommen habe. Den

Moskau, 14. Aug. (DNB.-Funkspruch.) Der treu erprobte Mitkämpfer Stalins", der Steuer­mann der Komintern, wie Dimitroff offiziell bezeichnet wurde, hielt Dienstag das Schlußwort zu seinem vor anderthalb Wochen er­statteten Bericht. Einleitend bemerkte Dimitroff, daß bisher noch kein Kominternkongreß eine so große Geschlossenheit aufzuweisen gehabt habe. Diese Einmütigkeit zeuge davon, daß sich bei den Komintern das Verständnis für die Notwendigkeit, die bisherige Politik und Taktik entsprechend den veränderten Umständen und auf Grund der gemach­ten Erfahrungen umzu st eilen, vollständig durchgesetzt habe. Dimitroff riet, die Entwicklung und die verschiedenen Arten des Faschismus in jedem einzelnen Lande genau zu studieren, um ihnen jederzeit und auf jedem Gebiet Widerstand entgegensetzen zu können. Man brauche nicht davor zu scheuen, sogar beim Feinde zu lernen, wenn dies dazu verhelfe, ihm schneller und sicherer den Hals zu brechen. (!)

Mit scharfen Worten geißelt sodann Dimitroff die ungenügende Agitationsarbeit der denkfaulen Genossen", die die Massen nur mit nichtssagenden leeren Formeln speiste«. Er wandte sich des weiteren der Rolle der Sorialdemokratie und ihrem Verhältnis zur Einheitsfront zu. Es werde alles getan werden, um denjenigen Funktio­nären der sozialdemokratischen Organisationen, bie aufrichtig gewillt seien, in die revolutionäre Stel­lung überzuwechseln, den gemeinsamen Kampf

Oie Vertretung der deutschen Minder­heit im polnischen Sejm.

Kattowitz, 13. Aug. (DNB.) Wie bie ,Latto- nutzer Zeitung" berichtet, hat ber schlesische Wojwobe Dr. G r a z n n s k i Vertretern ber deutschen Volks­gruppe die Aufstellung eines deutschen Kandidaten für die Wahlen zum Mar­sch a u e r S e j m auf der Einheitsliste in einem der fünf schlesischen Wahlkreise zugesichert. Bis zur Stunde ist der Kandidat in der Wojwobschaft Schle- sien der einzige, der dem Deutschtum in Polen zugebilligt worden ist. Ein Mandat für den Warschauer Senat ist der deutschen Minder­heit nicht eingeräumt woiHen. Auch für bie Aufstellung beutscher Kandibaten zum Schlesi­schen Sejm auf ber Regierungsliste hat ber schle­sische Wojwobe keine Zusage erteilt.

Der Militärgerichtsprozeß in Luzern.

vberstkorpskommandant Wille völlig rehabilitiert.

Basel, 13. Aug. (DNB.) In dem Prozeß gegen den schweizerischen Oberleutnant Hagenbuch vor dem Militärgericht der 4. Division in Luzern sagte Oderstkorpskommandant Ullrich Wille, gegen den Hagettbuch wegen seiner angeblichen Beziehungen zu führenden Persönlichkeiten der deutschen Polittk beleidigende Angriffe gerichtet hatte, u. a. aus, daß er anläßlich eines Derwandtenbesuches in Rom die Frau Willes ist eine Verwandte ber Frau des deutschen Gesandten von Hassel Gelegenheit gehabt habe, mitReichsministerDr Goeb­bels einige Worte zu wechseln. Ferner habe er auf einer Deutschland reise, die er auf Ein­ladung eines persönlichen Freundes zur Kieler Woche unternommen habe, in Berlin und München führende deutsche Staats- männer gesehen und gesprochen, in allen Fällen jedoch auf rein gesellschaft­licher Grundlage. Die Frage, ob er jemals die nattonalsozi alistische Bewegung mit Geld­mitteln unter stütz t habe, beantwortete Oberst- korpskommanbant Wille mit einem klaren Nein.

Preise der Wehrmacht für den Reichs- Wettkampf der SA.

Berlin, 13. Aug. (DNB.) Für den Reichswett- kampf ber SA. hat demVölkischen Beobachter" zu­folge der Reichskriegsmini st er v. Blom­berg 10 Bronzen (Kriegerkopf mit Stahlhelm) als Preise ber Wehrmacht gestiftet.

Lavals Kamps gegen die Wirtschastsschrumpsung

In ber Begründung, bie ber Ministerpräsibent Laval den am S. August erlassenen 42 Not­verordnungen beigefügt hat, vermag er be­reits sich auf den praktischen Erfolg zu berufen, den er durch die erste Gruppe seiner Verordnungen erzielt hat. Er bedarf einer solchen Stütze um so mehr, als das schwere Störungsfeuer, das von den Unruhen in den französischen Hafenstädten und viel­leicht in noch höherem Grade von den Unter­suchungsausschüssen ber parlamentarischen Links­parteien ausgeht, die Durchführung feines Aufbau­programms ernstlich zu gefährden vermag. Nicht nur in der französischen Arbeiterschaft, sondern auch in weiten französischen Kleinbürgerkreisen ist der Argwohn tieseingewurzelt, daß der K ü r z u n a ber Löhne und Gehälter eine entsprechende bauernde Senkung ber Preise nicht fol­gen, und daß daher die ganze Reformarbeit nur wieder eine verschärfte Deflation im (Be­folge haben werde. Man darf in diesem Äusam- menhang daran erinnern, daß auch in Deutschland seinerzeit die Brüningschen Notverordnungen in­folge ihres deflationistischen Charakters zu einer Verschlimmerung der Wirtschaftsnot geführt haben, bis endlich der Nationalsozialismus durch eine großzügige, aktive Konjunkturpolitik die schleichende Krise überwand. .

Laval will bie Klippe, an der das Schiff seiner Wirtschaftsreform gleich dem der Brüning-Verorb- nungen zu scheitern droht, dadurch umschiffen, daß er sofort ein umfangreiches Bukett von sehr ver- schiedenartigen Notverordnungen bekannt gibt, bas neben einem deflationistischen Sparprogramm auch sehr bedeutungsvolle K o n j u n k t u r b e l e - bungsmaßnahmen umfaßt. Bei ihrer Aus­wahl haben offenbar die erfolgreichen deutschen Ar­beitsbeschaffungsaktionen Pate gestanden. Für den Erfolg der Reformarbeit Lavals wirb es ausschlag­gebend sein, ob es ihm gelingt, das weit verbreitete Mißtrauen gegen seine Notverordnungen zu über­winden und für diese bei ber Wirtschaft wie auch bei den arbeitenden Massen eine genügend breite Der- trauensbafis zu finden. Aus diesem Grunde hat er wohl seine Vorgehen mit den Verordnungen über die Herstellung des Haushalts- gleichgewichts begonnen, um bann zunächst eine Pause eintreten zu lassen, in ber sich bie psycho­logische, um Vertrauen werbende Wirksamkeit seiner ersten Maßnahmen bereits geltend machen konnte. So vermag er jetzt darauf hinzuweisen, daß sich in­folge der Finanzmaßnahmen die französische Wäh­rung ebenso stark gefestigt hat wie das Vertrauen zu den staatlichen Rentenpapieren, daß die kleinen Sparer ihr Geld wieder in die Sparkassen fließen lassen, kurz, daß der Kredit Frankreichs im In- und Auslande offensichtlich eine wesentliche Stärkung er­fahren hat.

Diesen staatssinanziellen Maßnahmen, deren Lasten hauptsächlich die Beamten, Angestellten und Arbeiter der öffentlichen Verwaltungen und Be­triebe zu tragen haben, folgen diesmal tiefe Ein­griffe in die französische Privatwirtschaft. Durch eine Preissenkungsaktivn soll zunächst der versprochene Ausgleich für die Lohn- und Gehalts­herabsetzungen gefunden werden. Um diese Preis- senkuna durchzusetzen, muh Laval den Behörden weitgehende Rechte zur Regelung der Preise in bie Hand geben. Die wirtschaftliche Freiheit, die in Frankreich bisher ein unerschütterlicher Glaubens­satz ber Politiker war, wird durch Lavals Verord­nungen weitgehend eingeschränkt. Die Preissenkung wird durch eine gleichzeitige Zinssenkungs» aftion erleichtert, die ihrerseits die Kosten der Erzeugung wesentlich verbilligen soll. Im Zuge bie|er Zinssenkung yat die Bank von Frankreich ihren Diskont bereits auf 3 v. H. herabgesetzt. Im Einklang hiermit werden die gesetzlichen Zinssätze, die Hypothekenzinsen, aber auch die Mietpreise systematisch ermäßigt. Um den Außenhandel, der durch die handelspolitischen Konflikte mit den meisten Nachbarländern erheblich gelitten hat, wie­der zu beleben, soll ein Teil ber handelshemmenden Einfuhr kontingente aufgehoben wer­den. Auf diesem Gebiete schreitet Laval freilich sehr langsam und tastend voran. Ob die Beseitigung von 23 unter 400 Kontingenten wirtlich genügen wird, um der Regierung den Abschluß besserer Handelsverträge zu ermöglichen, erscheint sehr Zweifelhaft. Offenbar will aber Laval zuerst durch die Kosten- und Preissenkungen die Wettbe­werbsfähigkeit der Wirtschaft heben, um dann erst später im Wege von handelsvertraglichen Vereinbarungen auch für die Einfuhr Erleichterun- Sen zu gewähren. Endlich versucht Laval der andwirtschaft, die unter dem Preisverfall schwer gelitten hat, durch eine Reihe von Notver­ordnungen eine Hilfestellung zu geben, so z. B. durch Ermäßigung der Düngemittelpreise und ande­rer Kostenelemente ihrer Produktion, vor allem aber durch die Sicherung ausreichender Erzeuger­preise.

Alle seine Preis und Kosten senkenden Maßnah­men aber müßten erfolglos bleiben, wenn es dem Ministerpräsidenten nicht gelänge, durch eine um­fassende Arbeitsbeschaffungsaktion die Arbeitslosigkeit zu überwinden, die auch in Frank­

Tokio, 13. Aug. (DNB.) Der Kaiser hat am Dienstag angeordnet, daß Kriegsminister Hayaschi im Amt verbleiben soll. Gleichzeitig hat ber Kaiser die vorgeschlagenen Personalverände­rungen genehmigt. Kriegsminister Hayaschi genießt beim Kaiser sowie beim Generalstabschef Prinz Kanin volles vertrauen. Darüber hinaus findet er beim Kabinett, beim Generalstab und im Kriegsministerium selbst vollste Unterstützung. Auch die Presse sieht in seiner Person die einzige Mög­lichkeit für die Lösung der in den letzten Tagen aufgetretenen Schwierigkeiten. Die Blätter fordern grp eine Entpolitisierung der

ationsfähigkeit und die Hemmungen, die von dem Parlamentarismus und von den stark radikalisier­ten französischen Gewerkschaften ausgehen, nicht niedrig einschätzen.

Wird es Laval gelingen, sich das Vertrauen des französischen Volkes und der französischen Wirt- chaft zu erwerben, das die unumgängliche Vor­aussetzung für den Erfolg seines Planes ist? Wenn Brest und Toulon mit Frankreich gleichzu- etzen wären, mühte man diese Frage wohl ver­neinen. Aber auch in Frankreich beginnen d i e aufbauenden Kräfte sich zu rühren. Erweist sich Laval als ber Führer, der die sinkende franzö­sische Wirtschaft wieder hochzureißen vermag, so wird es ihm an einer genügend großen Gefolgschaft nicht fehlen. Die Vertrauensfrage ist gestellt, und von ihrer Beantwortung hängt weit mehr ab als das Schicksal des Kabinetts Laval. Um Frankreichs Rettung vor der drohenden Katastrophe geht der Kampf.

Französische Sorgen.

Daris, 14. Aug. (DNB. Funkspruch.) Minister­präsident Lao al empfangt heute vormittag den englischen Minister Eden, der ihm über die Vor- chläge feiner Regierung im italienisch-abessinischen Streitfall unterrichten wird. Der italienische Vertreter A l o i s i wird Donnerstag in Pans erwartet. Auch er wird vor der offiziellen Eröffnung der Dreier- konferenz eine Aussprache mit dem französischen Außenminister haben, so daß Laval am Frei- tag über die Haltung beider Regie­rungen unterrichtet fein wird und in voller Kenntnis der beiderseitigen Aufastungen versuchen kann die ihm zugedachte Vermittlerrolle zu spielen.

In französischen politischen Kreisen zeigt man sich trotz der allerdings noch ungenauen Kenntnis der englischen Vorschläge äußerst skeptisch über den Verlauf der Konferenz. Man glaubt nicht, daß ich Italien mit rein wirtschaftlichen Zugeständnissen zufrieden geben wird, sondern unbedingt darauf be­harren wird, eine politische Kontrolle über Abessinien auszuüben. Unter diesen Umständen be» ürchtet man, daß es Laval kaum gelingen dürfte, den englischen und den italienischen Stand­punkt in Einklang zu bringen.

DemE ch o o e Paris" wirb aus Lonbon berichtet, Eden werde nicht davor zurückschrecken, gegenüber Laval einErpressungsmanö- oer" zu verüben, er werde ihm zu verstehen ge­ben, daß ein italienisches Vordingen in Abessinien dem ganzen europäischen Sicherheits- ystem einen Todes st versetzen würde und Frankreich sich deshalb dagegen wehren müsse. Sollte es dies nicht tun, werbe s i ch England auf seineSplendid Isolation" zurück­ziehen und Frankreich in Zukunft nicht nur bie Unterstützung im Falle einerbeutschen Gefahr" versagen, sondern sich auch an der Frage berö st e r r e i ch i sch e n Unabhängig­keit" nicht mehr beteiligen.

DasPetit Journal" unterstreicht ebenfalls die großen Schwierigkeiten, die einer friedlichen Lösung entgegenstehen und weist gleichzeittg auf die fron- < ösischen Interessen hin, die mit Dschi­buti und der französischen Eisenbahnlinie nach Addis Abeba auf dem Spiel stehen. Es werde sich darum handeln, wie weit bie Entschlossen­heit Englands gehe, wie stark der Widerstand Ita­liens sei und schließlich darum, ob der Kaiser von Abessinien sich im Falle einer Einigung in Paris mit den Vorschlägen auch einverstanden erklären werde.

Zwei Mglichkeiten.

Conbon, 14. Ang. (DRV. Funkspruch.) Zu den bevorstehenden pariser Dreimächlebesprechungen schreibt der Berichterstatter derTimes" in Paris ita.: Zunächst dürfte Großbritannien die lebhafteste Tätigkeit und Frank­reich die größte Zurückhaltung zeigen. Die italienische Regierung habe deutlich gemacht, daß sie nicht beabsichtige, alle Vor­schläge außer ihren eigenen mit einem glat­ten Rein aufzunehmen und daß sie sogar seht noch eine friedliche Regelung vorziehen würde. Rach gründlicher Vorbereitung der Konfe­renz werde es Lavals Aufgabe sein, einen Ge­neralnenner zwischen den britischen Forderun­gen nach Achtung vor der politischen Unab­hängigkeit Abessiniens und der hart­näckigen italienischen Forderung nach mehr als wirtschaftlichen Zugeständnissen zu finden. Die aussichtsvollste Anregung, die bisher ge-