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jahres ihren Besitzer wechseln, unterliegen jeweilsder nochmaligen Versteuerung, da nicht der Hund als solcher, sondern der Hunde- besitz versteuert wird.

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* Offene Friseurgeschäfte am Sonn­tag, 2 2. Dezember. Das Kreisamt Gießen gibt bekannt, daß entsprechend einem Antrag der Friseur-Innung Gießen am Sonntag, 22. Dezem­ber, in der Zeit von 13 bis 18 Uhr die Friseur- aeschäfte offengehalten werden können. Die Be­schäftigung von Gesellen und Lehrlingen ist ge­stattet.

Schöffengericht Gießen.

Der H. Sch. in Hersfeld, früher in Gießen, fuhr am 4. August mit großer Geschwindigkeit in seinem Kraftwagen die Kaiserallee hinauf, so daß er an der Kreuzung Wolfstraße mit einem Motorrad­fahrer aus Wieseck zusammenprallte, der dabei

chwere Verletzungen am linken Bein davontrug, )ie eine Amputation des Beines bis zum Ober« chenkel notwendig machten. Der Angeklagte wurde zu zwei Monaten und zwei Wochen Ge­fängnis verurteilt.

Kleine Strafkammer Gießen.

Der O. H. aus Melbach wurde am 8. Oktober vorn Amtsgericht Friedberg wegen schweren Diebstahls und Nötigung zu einer Gesamtgefängnis- strafe von sieben Monaten verurteilt. Der Angeklagte schlich sich am 5. August gegen 23 Uhr in die Gesindestube eines Landwirts ein und ent­wendete dort ein Paar Arbeitsschuhe. Außerdem bedrohte er einen Feldschütz, der anläßlich einer Obstentwendung des Angeklagten Feststellungen machen wollte. Gegen dieses Urteil verfolgten die Staatsanwaltschaft und der Angeklagte Berufung. Die Sache wurde zwecks weiterer Aufklärung auf den 23. Januar 1936 vertagt.

Kampf um Raum im Pazifik

Vortragsabend der Gesellschaft für

In der Gesellschaft für Erd- und Völkerkunde sprach am gestrigen Donnerstagabend in der Neuen Aula der Universität Dr. Paul Rohrbach (Ber­lin) über das ThemaKampf um Raum im Pazi­fik". Der Redner, der den Lesern des Gießener An­zeigers seit Jahren aus zahlreichen Aufsätzen be­kannt ist, wurde von der Versammlung herzlich begrüßt.

Der Vortragende stellte seine Zuhörer sofort mit­ten hinein in die Dinge: Monsun-Asien (Indien, China, Japan) hat, so führte er u. a. aus, mit sei­nen 900 Millionen Menschen so viel Bevölkerung, wie alle anderen Länder der Erde zusammen. Welt­handelsmäßig bedeuten diese 900 Millionen aber nicht mehr als 75 Millionen Europäer, d. h., die Bedürfnisse der 900 Millionen entsprechen denen von 75 Millionen Europäern. Mit dem Lebens­standard eines Europäers können 5 Japaner, oder 18 Chinesen, oder 21 Inder ihren Lebensunterhalt bestreiten. Landwirtschaftliche Exportgüter gibt es in Südasien nicht. Was gebaut wird, wird verzehrt. In unendlich viele kleine Parzellen teilt sich das Land, jedoch die Hälfte der Menschen würde ge­nügen, um es zu bebauen. Die Europäer, wie auch die Amerikaner bemühten sich seit langem um die Erschließung des ostasiatischen Marktes und be­herrschten ihn bis vor kurzem.

China hielt lange an seinem kulturellen Ueber- legenheitsstandspunkt gegenüber denBarbaren" des Abendlandes fest. Die Chinesen gingen nicht zu den Europäern in die Schule. Japan erschloß sich aber dem westlichen Wissen mit großem Erfolg. Die Japaner leben auf ihren drei Inseln heute mit 65 Millionen Menschen. Im Jahre 1860 waren es nur 30 Millionen. 30 Millionen konnten sich da­mals aus dem Lande ernähren, 65 Millionen kön­nen es nicht mehr. Nur ein Drittel des Landes ist ackerwirtschaftlich zu gebrauchen. Viehzucht kennt man wenig, denn der Japaner lebt fast völlig vege­tarisch. Im Gebirge gibt es nur Forstwirtschaft. So griff Japan zur Industrialisierung, obwohl es außer Seide kaum Rohstoffe zur Verfügung hat. Japan war deshalb darauf bedacht, auf dem Fest­lande (Korea, Mandschurei und jetzt Nordchina) Fuß zu fassen. Sein Machtgebiet ist bereits sehr ausgedehnt. In Nordchina ist Japan besonders an den riesigen, leicht abzubauenden Kohlenlagern und an den Erzvorkommen interessiert. Japan möchte aber nicht nur in den Besitz von Rohstoffen kom­men, sondern auch seinen Beoölkerungsüberschuß von den Inseln ableiten, denn der Ertrag einer forcierten Industrie ist unsicher und kann die Er­nährung des Volkes nicht garantieren. Japan hat sich deshalb zum Führer der Sache der gelben Rasse aufgeworfen, in die es gleichzeitig und der Einfachheit halber die Malayen einbeziehen möchte. Deshalb bedeuten die Philippinen, Jnfulinde, Borneo, Siam und schließlich Australien mit seinen riesigen, wenn auch zum Teil unfruchtbaren Ge­bieten, Ziele der japanischen Expansion.

Der Redner warf dann die Frage auf:Wer ist gegen Japan!" Die Antwort lautet: England, Ame­rika und Rußland! Rußland möchte allerdings, so fuhr er fort, gerne in Frieden gelassen sein. Mit

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Erd- und Völkerkunde.

der Macht der Sowjetregierung ists nicht weit her. An­ders ist es mit England und Amerika! Beide Länder haben den ostasiatischen Markt, der in langer und schwieriger Arbeit wirtschaftlicher Durchdringung gewonnen wurde, entweder zu behalten und even­tuell mit Waffengewalt zu verteidigen, oder aber an Japan zu verlieren. Amerika hätte einen weiten Weg, wenn es in einer Seeschlacht die ja in ostasiatischen Gewässern bestritten werden müßte seine wirtschaftlichen Interessen in Ostasien vertei­digen wollte. Der Weg zu den Docks für den Fall einer Ueberholung beschädigter Schiffe wäre zu weit. Darin liegen große Gefahren. Amerika brauchte also eine stärkere Seemacht für den Kampf gegen Japan. Die amerikanische Hoffnung beruht gegenwärtig auf den Flugzeugmutterschiffen. Aus dieser Sachlage heraus gewinnt die gegenwärtige Flottenkonferenz ihre tiefe Bedeutung.

In fernen weiteren Ausführungen wandte sich der Redner dann dem Verhältnis EnglandJapan zu. Für den chinesischen Kuli lieferte bisher Eng­land den billigen mauen Kattun. Nunmehr ist Ja­pan dabei, sich diesen Markt zu erobern. Für die Verteidigung seiner Interessen braucht England den offenen Seeweg nach Ostasien, der durch das Rote Meer führt. Hier überschneiden sich Englands Interessen mit dem Konflikt zwischen Italien und Abessinien. Nach einem Siege über Abessinien wäre Italien von Eritrea her am Ausgang des Roten Meeres zu stark. England sähe es deshalb gern, wenn der Abessinien-Konflikt durch das Kollektiv­system des Völkerbundes beendet würde, bevor Japan es im Osten vor vollendete Tatsachen stellt.

Die großen Fragen der Zukunft lauten deshalb: Gelingt Japan der wirtschaftliche Siegeszug und seine bevölkerungspolitische Expansion? Oder: Wagen Amerika und England gemeinsam den Schritt zur Verteidigung ihrer Interessen in Ostasien?

In feinen abschließenden Darlegungen schilderte der Redner, wie der Wille zur japanischen wirt­schaftlichen und politischen Expansion nicht nur von dem Bevölkerungsüberschuß allein herzuleiten sei, sondern auch von der nationalen heroischen Er­ziehung, die man der japanischen Jugend ange- derhen läßt. Dieser Heroismus wurzelt im Glauben an eine Wiedergeburt und an den Fortbestand der Seele. Den Seelen der Verstorbenen ist in Japan ein religiöser Kult geweiht, dem heute noch jeder Japaner dient. Aus diesem Seelenkult resultiert eine Todesverachtung, die den Japaner zu seinem Heroismus befähigt. Der heldische Charakter des Volkes wird der Jugend bereits in der Schule ein­dringlich und in erhebenden Beispielen nahegebracht. In der Auswirkung dessen kann sich der japanische Feldherr auf seine Soldaten verlassen. ' Mit dem Ausspruch:Auf den Opfern und auf den Waffen ruht der Staat!" einem Wort, das der Redner vor vierundzwanzig Jahren von einem chinesischen Vice­könig als Gastspruch mitbekommen hatte und das nicht nur für die japanische geistige Haltung zu­trifft, schloß der beifällig aufgenommene Vortrag. Einige sorgfältig ausgewählte Lichtbilder ergänzten das gesprochene Wort.

Obecheffen.

Landkreis Gießen.

* Klein-Linden, 12. Dez. Am Dienstag­abend hielt die Ortsgruppe Klein-Linden der 316.- Frauenfchaft im Rahmen eines Heimabends eine Adventsfeier ab. Die zahlreich erschiene­nen Mitglieder hatten sich in dem weihnachtlich ge­schmückten Saale beim Scheine brennender Advents­kerzen versammelt und erfreuten sich an den schönen Gedichtvorträgen einiger Kinder von Mgtiliedern. Beim Gesang der alten Adventsweisen und froher Unterhaltung verlebten die Frauen einige genuß­reiche Stunden.

CO Klein-Linden, 12. Dez. Bei der Vieh­zählung am 3. Dezember in unserer Gemeinde wurde folgender Bestand festgestellt: 17 (19) Pferde, 293 (310) Stück Rindvieh und zwar 86 Stück Jung­vieh und 207 Kühe im Alter von 2 Jahren und darüber, 328 (282) Schweine, 178 (199) Ziegen und 2858 (3061) Stück Federvieh. Die Zahl der Bienen­völker beläuft sich auf 74 (29). In den Monaten September, Oktober und November wurden 27 Kälber geboren und 71 (99) Hausschlachtungen vor­genommen. Die in Klammern angegebenen Zahlen enthalten die Bestände der Zählung vom 3. De­zember 1934.

00 Klein-Linden, 12. Dez. Seit einigen Tagen wird in unserer Volksschule, wie dies schon seit einigen Jahren während der Winter­monate üblich ist, ein warmes Milchfrüh - ft ü cf an bedürftige Kinder verabreicht. Die Kinder wurden zuvor vom Schularzt untersucht, der die Verabreichung des Frühstücks anordnete. Gespeist werden täglich 40 Kinder mit je einem Viertel Liter warmer Milch oder Kakao. Die Ortsschelle wird außer Dienst gestellt. Infolge der größeren Ausbreitung unseres Dorfes in den letzten Jahren ist es nicht mehr möglich, durch die Orts- fchelle die ortsüblichen Bekanntmachungen allen Einwohnern, namentlich den am Rande wohnenden, zugänglich zu machen. Auch machte der überaus starke, viel Lärm verursachende Verkehr vieler Kraft­fahrzeuge dem die Bekanntmachungen ausrufenben Polizeidiener die Arbeit des Ausrufens oft recht sauer. Gegenwärtig werden an den Straßen Kästen aufgehängt, im ganzen zwanzig Stück, in denen die Bekanntmachungen in Zukunft ausgehängt werden.

$ Alten-Buseck, 12. Dez. Am Tage der nationalen Solidarität wurden hter 43 Mark geopfert. Die Spende» vorn 6 i n t o p f,

gericht ergaben 32,90 Mark. Im Laufe dieser Woche wurden die für das WHW. gespendeten etwa 100 Zentner Kartoffeln von der Wehr­macht nach Gießen gefahren, wo sie zur Verteilung kamen. Für die hilfsbedürftigen Volksgenossen in Hanau wurden ungefähr 30 Weihnachtspa­kete gestiftet. Sie werden am eHiligenabend man­chen Familien eine schöne Weihnachtsfreude be­seiten. Anläßlich der großen Kundgebung in der Dolkshalle zu Gießen fährt am Samstagabend ein Postomnibus zwischen Wie­seck und Alten-Buseck. Es wird somit allen Volks­genossen Gelegenheit geboten, an der Kundgebung teilzunehmen. Ebenso wird der Omnibus an den beiden Sonntagen vor Weihnachten zwischen Alten-Buseck und Wieseck verkehren, und zwar gegen 13 und 18 Uhr.

4 Obbornhofen, 12. Dez. Durch den starken Verkehr mit beladenen Fuhrwerken zur Ge­meindewaage auf dem freien Platz war die Zufahrtsstraße stark ausgefahren worden. Um Lanze Arbeit zu machen, hat die Gemeindeverwal­tung anstelle der vorgesehenen Eindeckung mit Kopf­steinen ein Stück der Kälbergasse mit Klein- pfla ster Herrichten lassen. Auch für schwerste Lastfuhrwerke ist jetzt eine einwandfreie Anfahrt geschaffen. Die Arbeiten wurden von Pflastermeister D e l t e in Steinheim ausgeführt. Die hiesige Lehmkaute, die infolge der veränderten Mör­telbereitung in den letzten Jahren überhaupt nicht mehr benutzt und ausgebeutet wurde, mußte zum Lehmgraben wieder neu hergerichtet werden, da zum Abdecken der gefüllten Kartoffeleinsäuerungs­behälter ein Wagen voll, bei größeren sogar zwei Wagen voll Lehm benötigt werden.

* Beltershain, 12. Dez. In Zukunft wird unsere G e m e i n d e A u f t r ä g e nur noch an die­jenigen Betriebe vergeben, deren Betriebsführer und Gefolgschaft geschlossen in der Deutschen Ar­beitsfront stehen.

> G r ü n b e r g , 12. Dez. Mit dem Jahre 1936 tritt hier eine Neuregelung der Schaf­weide ein. Da hier schon längere Zeit keine Schafe mehr gehalten wurden, war die Schafweide an Schäfer mit eigenen Herden verpachtet. Pächter war seither der hiesige Schäfer Johann Kalbert, im Jahre 1935 betrug die Pachtsumme 2000 Mark, im Jahre 1934 -nur 1550 Mark. Da sich nun hier eine Schäferei-Genossenschaft von 14

Kündigungsbestimmungen für Betriebsführer und Gefolgschaft.

Für beide Teile gleiche Gültigkeit.

Bei der Wichtigkeit der Auflösung von Arbeits­verhältnissen von Gefolgschaftsangehörigen ist es be­greiflich, daß der heutige Staat sich gerade dieser Frage besonders angenommen hat und weiterhin bestrebt ist, durch eine entsprechende Gesetzgebung für bewährte und pflichttreue Gefolgschaftsangehö­rige deren Arbeitsplatz zu erhalten, da diese eine Kündigung meist äußerst hart trifft.

Dabei war der Gedanke maßgebend, daß nur ein Gefolgschaftsmitglied innerlich mit dem Betrieb verwachsen sein kann, wenn es die Gewißheit hat, nicht von heute auf morgen ohne triftigen Grund aus der Betriebsgemeinschaft entfernt zu werden.

Nicht Zufall oder Willkür soll über Fortbestand ober Auflösung des Arbeitsoerhältnisses entschei­den, sondern das Gefolgschaftsmitglied darf nur bann seinen Arbeitsplatz verlieren, wenn wirklich sachliche Gründe oorliegen und eine Weiterbeschäf­tigung im Rahmen des Ganzen nicht mehr mög­lich ist.

Die genaue Beachtung der Kündigungsbestim­mungen ist selbstverständliche Pflicht eines jeden Be­triebsführers.

Die Kündigungsvorschriften gelten nicht einseitig für den Betriebsführer, sondern auch für das Ge- folgschaftsmitglied.

Es stellt einen schweren Verstoß der durch das Gesetz zur Ordnung der nationalen Arbeit begrün­

deten Treuepflicht dar, wenn Beschäftigte gründ« los und ohne Einhaltung einer Kündigungsfrist ihre Arbeitsstelle verlassen. Meist ist dabei der Gedanke ausschlaggebend, daß der Betriebsführer leichter wieder Ersatz bekommt und evtl, ihm zustehends Schadenersatzansprüche gegen das Gefolgschafts­mitglied mit Rücksicht auf dessen meistenteils be­stehende Vermögenslosigkeit doch nicht verwirklicht. Diese Auffassung kann aber keineswegs gebilligt werden.

Es sind daher die Rechtsberatungsstellen für Gefolgschaftsangehörige angewiesen, allen DAF.« Mitgliedern den Rechtsschutz zu versagen, die grund­los und ohne Einhaltung der Kündigungsfristen ihre Arbeitsstelle verlassen. Sie müssen dann selbst zusehen, wie sie zu ihren meist nachher erst geltend gemachten Ansprüchen kommen.

Sollte sich in dem einen ober anberen Falle ein Gefolgschaftsmitglieb an ben Betriebsführer men» bcn unb um Abkürzung ber Künbigungsfrift er­suchen, well es sich burch Annahme einer anberen Stelle wesentlich verbessern kann, bann bittet bie DAF. die Betriebsführer nicht kleinlich zu ver­fahren, um nicht ben Erhalt einer neuen Stel­lung für bas Gefolgschaftsmitglieb zu vereiteln. Selbstverstänblich werben unb müssen solche Fälle eine Ausnahme bilben.

Schafbesitzern unter bem Vorsitz von Heinrich Schönhals gebildet hat, wurde die Gemarkung in zwei Weiden eingeteilt. Der nördlich der Straße GießenAlsfeld liegende Teil der Gemar­kung wurde der neuen Genossenschaft als Weide frei überlassen, nur das Pferchgelb fließt in bie Stadtkasse. Ungefähr 120 Schafe hat die Genossen­schaft bis jetzt zum Auftrieb, weitere Schafe zum Zutreiben stehen noch in Aussicht, so daß man bie Herbe wohl auf einen Höchststanb von 250 Schafen bringen wirb. Schäfer bei ber Genossenschaft ist Martin Stein von hier. Die Sübhälste ber Ge­markung kam bieser Tage zur öffentlichen Versteige­rung. Von ben zahlreichen Bewerbern blieb ber seitherige Pächter Johann Kalbert mit 1660 Mark Höchstbietender. Der Auftrieb für diese Weide beginnt erst am 15. März unb endet am 1. Dezember. Ergebnis ber hiesigen Viehzäh­lung: 83 Pferde, 582 Stück Rindvieh, 501 Schafe, 495 Schweine, 125 Ziegen und 2067 Stück Feder­vieh.

"Y" Watzenborn-Steinberg, 12. Dez. Am Mittwochabend veranstaltete die hiesige NS.- Frauenschaft im Sitzungssaals der Bürgermei­sterei eine Adventsfeier. Beim Brennen der Adventskerzen wurden paffende Geschichten ab­wechselnd von der Ortsfrauenschaftsleiterin Frau Baum und von Fräulein Guth vorgelesen. Gemeinsam gesungene Advents- unb Weihnachts­lieder halfen den Abend verschönern. Von ber Kräegerkamerabschaft Watzenborn- Steinberg würbe eine Spende von 10 RM. an bie Kreisführung des Winterhilfswerkes über­wiesen. Außerdem wurden 16 RM., der Erlös eines Opferfchießens zu Gunsten des Winterhilfs­werkes. an den Landesverband Hessen abgeführt.

(D Orüningen, 12. Dez. Bei ber gestrigen Treibjagb in unserer Gemarkung würben 93 Hasen zur Strecke gebracht. Bei ber Walbjagb wür­ben 24 Hasen unb zwei Füchse erlegt. Die Ein­topfgericht-Sammlung, bie hier von bem Sturm 2 M. 147 burchgeführt würbe, erbrachte ben ansehnlichen Betrag von 22,10 Mark.

J_ Grüningen, 13. Dez. Durch Mttgkieber der Frauenschaft würbe hier eine Sammlung für die Weihnachtspakete veranstaltet. Es konnte eine größere Anzahl Lebensmittelpakete, die von der Frauenschaft geschmackvoll unb weihnacht­lich verpackt würben, für notleibenbe Volksgenossen fin Hanau zum Versand gebracht werden.

* Birklar, 12. Dez. Gestern beging einer unserer ältesten Einwohner, Heinrich K r a u s ch V., einen 9 3. Geburtstag. Reichsstatthalter Gau­leiter Sprenger ließ ihm eine Ehrengabe über­reichen.

)-( Bellersheim, 12. Dez. Bei der hier ab­gehaltenen Treibjagd wurden 80 Hafen zur Strecke gebracht.

# Lang-Göns, 12. Dez. In diesen Tagen wurden in den drei Jagdbezirken Treibjagden abgehalten. Im ersten Revier, das den Gemarkungs­teil westlich der Straßen nach Großen-Linden unb Kirch-Göns mit dem Wehrholz umfaßt, wurden 27 Hafen unb 1 Fuchs erlegt. 28 Hafen unb 3 Füchse waren bas Ergebnis im Bezirk 2, zwischen Holz­heimer Straße unb Frankfurter Straße gelegen, wozu auch ber Gemeinbewald Heibe gehört,' im dritten Bezirk mit dem Hnrdtwald wurden 35 Ha­sen zur Strecke gebracht. An Rotwild dürfen auf Anordnung des Kreisjägermeisters insgesamt 23 Rehe unb Böcke erlegt werden.

s. Lang-Göns, 12. Dez. Bei der diesjährigen Viehzählung vom 3. Dezember wurde keine wesentliche Aenderung des Viehstandes vom Jahre 1934 festgestellt. Erfreulich ist die Zunahme der Schafe (über 50 v. H.). Die Zahl der Ziegen ist kleiner geworden, ebenso ging die Summe für das Federvieh ziemlich zurück. Bei Rindvieh, Pferden und Schweinen ergab sich fast keine Aende­rung. Die Zahlen von 1934 stehen in Klammern. Die Zählung von 1935: Rindvieh 892 (948). Pferde 151 (150), Schafe 327 (192), Schweine 1433 (1515), Ziegen 87 (115), Federvieh 4384 (5068), Bienenvöl­ker 25 (47).

Kreis Alsfeld.

* Deckenbach, 12. Dez. Am gestrigen Mitt­woch ereigneten sich hier bei ber Holzarbeit im Walbe zwei Unfälle. Ein Arbeiter, ber mit einem Kameraden beim Zerschneiden von Stäm­men beschäftigt war, wurde vom Ast eines fallen­den Baumes auf die Schulter getroffen und erlitt dabei Verletzungen. Am Nachmittag geriet ein an­derer Arbeiter unter einen fallenden Stamm unb zog sich Quetschungen an einem Bein zu.

Kreis Scholten.

(D Schotten, 12. Dez. Die hiesige Ortsgruppe ber NS. - Frauenschaft veranstaltete im Sing­saal ber Turnhalle eine wohlgelungene Abvents- feier, zu ber auch bie Kreisführerin Frau Henß- Eichelsborf erschienen war. Neben ben Mitgliebern ber Ortsgruppe nahmen an ber Feier noch teil zahlreiche Mitglieber bes Alice-Frauenvereins, sowie eine Reihe alter Mütterchen aus unserer Stadt, de­nen damit eine besondere Adoentsfreude bereitet werden sollte. Nach den einleitenden Begrüßungswor­ten der Ortsführerin Frau Wetzl er wickelte sich

bie Folge ber Darbietungen ab: Gebichtvorträgs unb Vorlesung, jeweils unterbrochen burch ben ge» meinfamen Gesang von Weihnachtsliebern. Dekan W i b m a n n hielt eine Ansprache, in welcher er auf bie Bebeutung ber Abventszeit unb auf bis hohen Pflichten ber beutschen Frau im Dritten Reiche hinwies. Den Abschluß bes Abenbs bilbete ein gemütliches Beisammensein bei Kaffee unb Kuchen.

Kreis Bübingen.

* A11enstabt, 13. Dez. Gestern gegen 15 Uhr brach hier in ber Scheune von Pfannmü 1- l e r und Meise! Feuer aus. Die Scheune, dis mit Heu und Stroh gefüöt war, wurde rasch ein Raub der Flammen.

Kircke und Schule.

Kreis Schollen.

(D Sellnrod, 11. Dez. Der 2. Adventssonntag bedeutete für unsere Gemeinde einen Höhepunkt im kirchlichen Leben. Dekan Widmann von Schotten war erschienen unb nahm im Auftrage ber obersten Kirchenbehörde eine ordentliche K i r« chenvisitation vor. Der Visitationsgottesdienst in unserer kürzlich wiederhergestellten und festlich geschmückten Kirche war sehr gut besucht und nahm einen erhebenden Verlauf. Nach der packenden unb einbringlidjen Abventsprebigt bes Ortsgeist- lichen, Pfarroerwalters Zulauf, hielt ber Visi­tator eine Ansprache an bie Gemeinbe unb ermahnte sie, fest zu stehen im Glauben unb stark zu sein in ber Liebe. Der Gottesbienst würbe noch verschönt burch zwei Gesänge bes im Sommer gegrünbeten Kirchenchors, ber unter ber Leitung des Chormei­sters Döring- Bobenhausen II treffliche Proben feines Könnens gab. An ben Hauptgottesbienst fchloß sich an ein Gottesbienst ber Kinberkirche, bie auch vor kurzer Zeit neu eingerichtet würbe. Am Nachmittag erfolgte gleichfalls im gottesbienstlichen Rahmen eine Prüfung ber christenlehrpflichtigen unb ber Schuljugenb, bie ein recht gutes Ergebnis hatte. Außerbem fanben am Visitationstage noch bie üblichen Besprechungen bes Visitators mit bem Kirchenvorftanb unb mit bem Organisten statt.

Preußen.

Kreis Biedenkopf.

cZ Nieberweibbach, 11. Dez. Der Land­wirt unb Wagnermeister Heinrich Abam hat sein Amt als erster Beigeorbneter niebergelegt Die Ernennung seines Nachfolgers steht noch aus. Der geplante Neubau einer Schule würbe vorläufig zurückgestellt. Die jüngste Per- sonenstanbsaufnahme in unserer Gemeinbe stellte 510 Einwohner fest. Die Holzfäl> lungsarbeiten haben in biefer Woche ihren Anfang genommen. Es werben insgesamt 1800 Festmeter gefällt.

Dillkreis.

* Bicken, 12. Dez. Am Dienstag brannte bas Holzhaus bes hier ansässigen Gärtners Haushofer völlig nieber. Haushofer hatte mor­gens, als er fein Haus verlosten wollte, noch ein­mal bas Feuer mit einem Brikett geschürt unb war bann fortgefahren. Gegen Mittag schlugen aus bem Hause Flammen auf. In ber Nähe beschäftigte Ar­beiter eilten herbei unb konnten wenigstens ben an« liegenben Werkzeugschuppen retten. Kleibungsstücke, Vorräte an Kohlen, Einrichtungsgegenstände usw. fielen bem Feuer zum Opfer. Der burch ben Brand obdachlos gewordene Gärtner wurde im Land- jugendheim untergebracht.

Wichtige Entscheidung im Entschuldungsverfahren. LPD. Darmstadt, 12. Dez. Die Justizpresse- telle Darmstadt teilt mit: In einem beim Amts- gericht (Entschuldungsamt) Lauterbach an­hängigen Entschuldungsverfahren war ein gewisser Cahn mit zwei mündelsicheren Hypo­theken, nämlich einer Darlehnshypothek über 400 Mark unb einer Grunbstückskaufpreishypothek über 1000 Mark beteiligt. Der Betriebsinhaber benötigte im Herbst 1931 für rücfftänbige Zinsen zur Ver- meibung ber Zwangsversteigerung seines Grunb- besitzes ein Darlehen von 400 Mark. In biefer Zeit ber Bankenkrise unb ber hohen Zinsen konnte er oon keinem Krebitinstitut bas Gelb erhalten, ob­wohl ein wertmäßig ausreichenber Teil seines Grund­besitzes noch völlig unbelastet war. Nur von Cahn konnte er das Geld erhalten: aber er mußte. ihm dazu drei Morgen Land zum Preise von 1000 Mark abkaufen. Dieses teilweise als Wüstung bezeichnete Land war vor bem Verkauf an ben Betriebsinhaber gegen einen Pachtpreis von jährlich brei Zentner xprn verpachtet. Nach bem Zeugnis des früheren Pachters und auf Grund einer ortsgerichtlichen .Mästung hat das Entfchuldungsamt dem Grund­stück für die Zeit des Verkaufs einen bis heute gleich gebliebenen Wert von 600 Mark beigemessen.

Das Entschuldungsamt hat mm beschlösse^ baß