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Hl 291 Drittes Blatt

Siebener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen-

Zreiiag, 13. Dezember 1935

Die

Schömbs.

kaufe

beln sich den Kopf:Was schenke ich? Was

gro=

Nachdruck verboten!

9. Fortsetzung.

Kameradschastsabend der städtischen Betriebe.

Angehörigen aller städtischen Betriebe ver-

Aus der Provinzialhauptstadl.

Oer Handwerker als Weihnachtsmann.

Es ist vornehm, im wirtschaftlichen Kampfe den Schwächeren zu unterstützen! Und es ist vorteilhaft, den besten und redlichsten Lieferanten mit Bestel­lungen zu betrauen! An der Leistungsfähigkeit des deutschen Gewerbes und des deutschen Handels ist seit Jahrhunderten der Handwerker führend, und deshalb ist es auch nur recht und billig, wenn deut­scher Sinn verlangt, im Zeichen des nationalen Auf­baues gerade dem Handwerk seine Lebensfähigkeit zu sichern. Zu dieser Aufgabe aber sind wir alle berufen, die wir wissen, daß der deutsche Handwer­ker der Urvater neuzeitlicher Kunst, Kultur und Handelswirtschaft gewesen ist. Schöpft doch die Industrie mit all ihrem Aufgebot von Maschinen unentwegt aus dem Born deutschen Gewerbefleißes und deutscher Erfindungsgabe, den der geistig wirk­same und noch nichtam laufenden Bande ermat­tete" Handwerksmann der nationalen Wirtschaft rein und klar erhalten hat.

Durch die weltwirtschaftliche Entwicklung der letz, ten 100 Jahre wurde zwangsläufig auch das deut­sche Volk einem sozialpolitisch oft bedenklichen Un­ternehmertum in die Arme getrieben. Wir haben die Folgen gesehen und es liegt im Rahmen des deutschen Aufbauprogramms, wenn wir den heimi­schen Kleinbetrieb als den Kern des Mittelstandes wieder zu Kräften bringen. Dazu bietet uns ganz besonders Weihnachten, das Fest der frohen Volks­gemeinschaft, Anlaß! Laßt uns einmal bei unserem Gange durch die festlich hellen Straßen dieser Ad­ventswochen auch in die schlichten Gassen gehen, wo der werktätige Mann seinen Arbeitsplatz und sein kleines, aber gut bestelltes Warenlager hat! Laßt uns wieder die Beziehung zumMeister" su­chen, die noch unsere Vorfahren hatten! Statt uns durch Serienware blenden zu lassen, wollen wir einmal an der Arbeitsstätte selbst uns vom Fach­mann beraten lassen. Da wird dann statt lockender

lose, von denen außerdem jedes einzelne jedem die ganz persönliche Aussicht auf Gewinnfreuden ver­spricht. Zwei Hauptgewinne zu je 50 000 Mark! 20 Prämien zu je 2500 Mark! Gewinne zu je 1000 Mark! Und dann folgen noch unendliche viele kleinere Gewinnmöglichkeiten. .

Und da am 21. und 22. Dezember schon die Ziehung ist, steht manchem Deutschen ein besonderes Weihnachtsglück bevor.

gruppe zu einem einmaligen Gastspiel für Sams­tag, 14. Dezember, eingeladen. Die Künstlerin, die als die bedeutendste Vertreterin des Gruppentanzes gilt, zeigt ihre neuesten Tanzschöpfungen und chori- schen Kompositionen. Die Veranstaltung ist trotz der erhöhten Unkosten zu kleinen Gastspielpreisen, um allen Liebhabern reifer Tanzkunst den Besuch dieses einmaligen Gastspiels zu ermöglichen. Das Gastspiel ist außer Abonnement und dauert von 20 bis 22 Uhr.

Familienzusammenkunft der HeimaloereinigungSchiffenberg".

Im Anzeigenteil unseres heutigen Blattes wird mitgeteilt, daß eine Familienzujammenkunft der HeimatvereinigungSchiffenberg" am kommenden Sonntagnachmittag auf dem Schiffenberg stattsin- det. (Siehe heutige Anzeige.)

Hitler-Jugend Änterbann 1/116.

Der Unterbann 1/116 einschließlich Marine-Hitler- Jugend tritt am kommenden Samstag, 14. Dezem­ber, vünktlich um 19.55 Uhr am Stadttheater an. Die Gefolgschaften 1, 2, 3, 4, 5/116 führen sämtliche Fahnen mit. Uniform: Winterdienstanzug.

Der Unterbannführer: Otto Günther.

Am heutigen Freitag, 13. Dezember, abends 8.15 Uhr, spricht Professor Temesvary zum letzten Male vor Weihnachten über

volkstümliche Musik der großen Meister".

Der Vortrag findet im großen Hörsaal der Uni­versität statt. Karl I o st (Violine) spielt.

Der Eintritt ist frei, alle Volksgenossen sind will­kommen.

Wissenschaft im Dienst am deutschen Volk".

Am Montag, 16. Dezember, abends 8 Uhr, findet der 3. Vortrag der VortragsreiheWissenschaft im Dienst am deutschen Volk" im Hörsaal des Kunstwissenschaftlichen Instituts, Ludwigstraße 34 (Ecke Goethestraße) statt. Es spricht Professor Dr. Glöckner über:Die Ethik des Alltags und die Ethik des Philosophen". Eintritt frei.

SportamtKrast durch Freude".

heute folgende Kurse.

Allgemeine Körperschule (Frauen und Männer): Don 20.30 bis 21.30 Uhr, Lyzeum, Dammstraße 26.

Fröhliche Gymnastik und Spiele (nur für Frauen): Von 20.30 bis 21.30 Uhr, Lollar, Kantine der Fa. Buderus.

Schwimmen. Von 20.30 bis 21.30 Uhr, Frauen und Männer, von 21.30 bis 22.15 Uhr nur für Frauen im Volksbad.

Reiten. Von 20 bis 21 Uhr, Reitschule Schömbs. Ski-Trocken. Don 21 bis 22 Uhr, Reitschule

einigen sich auf Einladung des Oberbürgermeisters am morgigen Samstagabend im Anschluß an die große Kundgebung in der Volkshalle zu einem ka­meradschaftlichen Beisammensein im Saale des Caf6 Leib. Wie man uns mitteilt, wird auch der Gaulei­ter Reichsstatthalter Sprenger vielleicht einige Zeit an dem Kameradschaftsabend teilnehmen. Die Unterhaltungsfolge wird mancherlei intereffante Darbietungen bringen.

Weihnachtseinkäufe!

Alle bereiten sich jetzt auf das Weihnachtsfeft vor: Vater, Mutter, Kinder, Schwestern, Brüder, Tanten, Onkel, Freunde, Bekannte, Nachbarn. Alle zergrü-

. - Die Dcutrdic Arbeitsfront

7$ n.5.=6emcinf(haftfiraft durch freute"

Nicht müde werden, Annelies! .

ORomon von Bernhard Lonzer.

Urheberrechtsfchutz: Aufwärts-Verlag, Berlin.

NSG.Kratt durch Freude": 20.15 Uhr im ßen Hörsaal der-Universität Vortrag von Professor Temesvary überVolkstümliche Musik der gro­ßen Meister"; 20.30 bis 21.30 Uhr Allgemeine Kör­perschule im Lyzeum; 20.30 bis 21.30 Uhr und 21.30 bis 22.15 (nur für Frauen) Schwimmen im Volksbad; 20 bis 21 Uhr Reiten, 21 bis 22 Uhr Ski-Trocken, Reitschule Schömbs. Stadttheater: 20 bis 22.15 UhrDer Mann mit den grauen

Schläfen". Gloria-Palast, Seltersweg:Es flü­stert die Liebe". Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: Leichte Kavallerie". Reichsoerband Deutscher Baumeister: 20 Uhr Versammlung im Hessischen Hof. Turmhaus am Brandplatz: 17 bis 19 Uhr Weihnachtsausftellung oberheffischer Künstler.

Stadltheater Gießen.

Heute v!)n 20 bis gegen 22.15 Uhr das Gefell- fchaftslustfpielDer Mann mit den grauen Schläfen" von Leo Lenz. Spielleitung: Hans von S p a l - l a r t. Die Vorstellung gilt zugleich als 11. Vor­stellung im Freitag-Abonnement.

Mary Wigman und ihre Tanzgruppe im Sladttheater.

Aus dem Stadttheaterbüro wird uns geschrieben: Die Intendanz des Stadttheaters hat die große Tanzmeisterin Mary Wigman mit ihrer Tanz-

Gauleiter Sprenger spricht in Gießen

Große Kundgebung in der Volkshalle

Samstag, 14. Dezember, 20.-15 Llhr.

Wir laden alle Volksgenossen der Stadt und des Kreises Gießen ein. an dieser Kundgebung teilzunehmen.

Die Gliederungen der Partei, SA. (Gießen und Umgebung), NSKK., SS., Hitler-Zugend, VD7N., marschieren geschlossen, die Deutsche Arbeitsfront in Betrieben zur Kundgebung. Eintressen spätestens 20.10 Uhr. Die Führer der Gliederungen wollen jetzt schon die nötigen Vorbereitungen treffen.

Die angefchloffenen Verbände, wie NS.-Beamtenbund, NSLB., RS.-Aerztebund, NS.-Irauenfchast, NS.-Studentenbund, werden aufgefordert, dafür zu sorgen, daß ihre Mitglieder an der Kundgebung teilnehmen.

Folgende Fahnengruppen nehmen an dem Fahneneinmarsch teil und sind spätestens um 20.10 Uhr in folgender Reihenfolge vor der Volkshalle angetreten: SA., RSKK.» Gießener Ortsgruppen, Ortsgruppen Alten-Vufeck, Annerod, Bersrod, Ettingshausen, Großen-Vuseck, Großen-Linden, Grünberg, Heuchelheim, Hungen, Klein-Linden, Lang-Göns, Lich, Lollar, Mainzlar, Ober-Bessingen, Saasen, Stein­bach, Trais-Horlofs, Watzenborn-Steinberg, Wieseck, RSBO. (Arbeitssront) in Uniform, Hitler-Zugend, Jungvolk, SS.

Sämtliche politischen Leiter der Gießener Ortsgruppen und der obengenannten Ortsgruppen nehmen geschlossen an der Kundgebung teil und treten um 19.30 Uhr an der Kreisleitung an. hier treten auch die obengenannten Fahnen um dieselbe Zeit an.

Oessnung der Volkshalle um 19.30 Uhr.

Die Volkshalle ist geheizt. Eintritt frei.

Kreisleitung Gießen der NGOAP.

nur vereinzelte Tropfen, bann sickerten dicke Sträh­nen herab und verkleinerten das trockene Rund.

Siehst du?" fuhr Günter fort.Dein Herrschafts­bereich wird immer kleiner und enger. Nicht lange mehr, dann ift xpidjts mehr übrig."

Doch!"

Viel nicht."

Doch, etwas bleibt übrig ...: du und ich ...! Ist das nicht genug? Ist- das nicht sehr viel?"

Vielleicht! Vielleicht zu viel!"

Du bist ein bescheidener junger Mann. Aber allzu große Bescheidenheit ist auch nicht gut."

Sie sah mit halb geschlossenen Augenlidern in den rauschenden Regen. Dann wandte sie sich plötz­lich um und trat zurück an den Stamm des Baumes. _ v .

Lassen wir also das Märchen den Kindern. Die wissen mehr damit anzufangen als wir. Wir sind ja so erwachsen. So grundgescheit und so schrecklich vernünftig. Und darum wirft du dich jetzt ein biß­chen in den Hintergrund unserer Insel verziehen, dein linker Rockärmel tropft nämlich schon ganz anständig. Falls du das noch nicht bemerkt haben Mtest..." ...

Er qehorchte und trat em paar Schritte zuruck. Aber es nützte nicht viel. Das Laubdach über ihnen konnte der lastenden Regenfülle nicht standhalten in feinen Rinnsalen strömte bas Wasser burch bie Blätter herab.

Mia hatte bie Hänbe auf dem Rucken zusammen­gelegt und sich an den Stamm des Baumes gelehnt.

Komm nur schon ein bißchen näher her zu mir Es hilft dir ja doch nichts, wenn du nachher nicht wie eine gebadete Katze herumlaufen willst. Ober haft bu Angst vor mir?" . ., .....

Ihre Stimme klang ganz ruhig, fast gleichgültig; aber ihre Augen waren wie ungefüllt von einem dunklen Glühen. Günter liefe em kurzes, unfrei flinaenbes Lachen hören und trat wortlos zu ihr heran. Seine Hanb streifte ihren Arm. Er fühlte unter ber weichen Seibe ihre Haut, bie warm war von der Sonne des Nachmittags und von ihrem Blut Wie Feuer rann es ihm durch bie Abern. Diese weichen, warmen, herrlich geformten Arme hatten sich so manchmal um seinen Nacken ge« ^Unb$ er spürte bas Zittern, das Mia bei seiner Berührung durchlief.

Gelegenheitsangebote uns ein so treffliches Stück Ware vorgelegt ober angemessen, baß wir gleich sehen: dauerhafte Wertarbeit übertrumpft jeden flüchtig-gefälligen Serienschlager! Zu persönlichem Bedarf angefertigte Ware oder aus einem Lager guter Handarbeiten erwählte Gegenstände wirken auch persönlich. Deshalb aber sind sie besonders zu Geschenken geeignet! Denn ein Geschenk soll nicht eine beliebige Anschaffung, sondern eine Gabe mit höchstpersönlicher Beziehung sein.

Da wirb gewiß mancher, ber von bem Vorzüge deutscher Hanbwerksarbeit vollkommen überzeugt ist, fragen:Wie schenke ich benn einen Gegenstanb, ber zwar aus guter Meisterhanb kommt, aber boch eine Heberrafdning sein soll, also nicht erst wie ein Kleibungsstück vielleicht nach Maß ober nach Probe angefertigt werben muß?" Nun, bafür hat der Reichsstanb b?s Deutschen Hanbwerks gesorgt, denn er bringt als Weihnachtsneuheit kunstvolle Gut­scheine heraus, bie bei ben Hanbwerkern selbst ober in Papiergeschäften zu kaufen finb. Diese Weih­nachtsgutscheine für alle Gefchenkarten enthalten eine Angabe ber Ware unb Ausführungsart unb bie Zeitangabe, in ber sich Meister X. ober P. verpflich­ten, biefe geschenkte Ware zu liefern! Liefern aber kann jeber beutsche Hanbwerksmeister! Unb also kannst bu, lieber Volksgenosse, auch alles, was bu zum Weihnachtsgeschenk wählst, schenken. Du kannst deiner Frau, Braut ober Schwiegermutter Dauer­wellen schenken, wenn bu einen barauf laufenben Gutschein erwirbst! Du kannst Schuhe, Möbel, Hausgeräte ober Kunstwerke fpenben; ja selbst Jn- stanbsetzungen ober Installationen: ben Neujahrs­braten ober ben Pelzkragen für Marie ober Fritz den Wintermantel! Der handwerklichen Weihnachts­männer ist Legion; sie warten nur auf dich!

Dornotizen.

Tageskalender für Freitag.

Frierst du?" fragte er mit gepreßter Stimme.

Nein!"

Aber du zitterst doch!"

Sie schloß die Augen.

Die Espe zittert im leisesten Windhauch. Viel­leicht weht auch mich etwas an und sei es auch nur eine Erinnerung..

Schwer atmend sah Günter zur Seite. Sie schwiegen beide. Heber ihnen rauschte es eindring­lich laut in ben Blättern. Jetzt tropfte es auch hier schon burch bas Laubwerk herab. Da zog Günter seinen Rock aus unb legte ihn Mia um bie Schultern.

Aber da wirst bu ja nun ganz nafe , roanbte sie ein.

Wenn auch das Oberhemd ein paar Tropfen abbekommt, bas trocknet nachher in der Sonne schnell wieder."

Sie ließ es sich gefallen. Plötzlich aber nahm sie den Rock wieder von ben Schultern.

Ich werbe ihn lieber anziehen, dann bleibt für dich auch was übrig."

Sie schlüpfte mit ein paar raschen Bewegungen hinein. Dann schlug sie den Rock auseinander.

So, siehst du nun bleibt für dich auch noch ein bißchen Platz darin!"

Damit schlang sie die beiden Enden des Rocks um feine herabhängenden Arme.

Er ließ es willenlos geschehen. Ganz dicht vor ihm war jetzt ihr Gesicht das Gesicht, bas er einst so wahnsinnig geliebt hatte! Der verheißungs­volle Munb, in dem die Zähne schimmerten wie Perlen in einer rosenroten Muschel. Und jetzt fühlte er ganz deutlich ihren Herzschlag. Tief grub sich dies stürmische, unregelmäßige Pochen in feinen Körper, bis in fein Innerstes hinein. Ihm war, als schlage ihr Herz in seiner eigenen Brust. Es nahm ihm die Besinnung.

Annelies...! huschte es blitzschnell durch sein Denken. Aber es war nur wie der leise erschütternde Klang eines kleinen, fernen Glöckchens irgendwo da oben im Blauen, der mit dem Winde verweht. Oder war es nicht wie das Läuten einer Arme­sünderglocke...?

Um Günter schwankte alles. Da suhlte er plötz­lich Mias Lippen auf den feinen die Lippen, die jahrelang gedürstet hatten, wie sie gesagt hatte.

Als er wieder atmen konnte, hörte er Mia wie aus weiter Ferne sprechen. Aber er verstand nicht, was sie sagte. Mit einer schweren Bewegung machte er sich frei.

Die Mia Scholvin, die ich einmal gekannt habe, ist nicht mehr. Sie heißt heute Mia Rechberg!" sagte er heiser und mit einem leisen, bitteren Ton in der Stimme.Unb der Günter Sartorius ,Bubi< ist auch nicht mehr. Es sind Jahre vergangen seit damals..." *

Mia atmete stoßweise. Ihre noch immer offenen Lippen zitterten leise vor Erregung, ihr Blick war ganz dunkel und schien tief zurückgesunken zu fein*

Was sind ein paar Jahre!" erwiderte sie mit flackernder Stimme.Unb wenn wir uns auch tausendmal wandeln, etwas in uns vielleicht das Beste bleibt doch unwandelbar, solange wir atmen."

Sie sah in die Ferne, die nur bis zum gegen­überliegenden Wegrand reichte, aber doch feine Grenze für sie haben mochte. Dann neigte sie den Kopf.

Bist du mir sehr böse, Günter? Ich mußte es tun. Ich mußte es einmal wieder tun..."

Es klang bittend und fast demütig. Ein paar helle Tropfen rannen ihr über das Gesicht. Günter wußte nicht, ob es Regentropfen ober Tränen waren. Der Groll unb bie Bitterkeit, bie in ihm aufgewallt waren, verebbten wieder. Sie tat ihm plötzlich leib. Zweifellos hatte sie in ihrer Ehe boch nicht bas Glück gefunben, bas sie wohl erwartet haben mochte. Das war ein Ausgleich für das, was sie ihm damit angetan hatte. Man brauchte nicht einmal Genugtuung darüber zu empfinben, bie Tatsache an sich war hart genug für sie. Man bürste ihr auch nicht grollen, wenn sie versuchte, die alten Zeiten wieder wachzurufen. Schlimm genug, daß man tief da drinnen immer noch eine Stelle hatte, die wund war, wenn man es auch nicht ge­wußt und geglaubt hatte eine Stelle, die so schmerzhaft brannte in ber Nähe dieser Frau, die einem einmal alles gewesen war. Schlimm genug auch, baß man sich innerlich wehren mußte gegen den sinnlosen und unheilvollen Einfluß, ben die Nähe dieses blühenden Geschöpfs ausübte, der so stark war, daß alles andere dagegen verblaßen wollte.

(Fortsetzung folgt!)

Schnurgerade, funkelnde Striche zeichnete der Re­gen in das gedämpfte Licht, wie dicht nebeneinan­der liegende silbergraue Schnüre sah es aus. Das trockene Rund des Bodens unter dem schützenden Laubwerk hob sich scharf davon ab.

Mia beugte sich herab.

Und hier siehst du, wie es sich abzeichnet? Man könnte es mit dem Finger abgrenzen. Das ist unser Reich. Oder es gehört dem, ber es zuerst ent­deckt. Wie im Märchen ist es. Wenn man will, kann man sich einbilben, bas Märchen von ber verwun­schenen Prinzessin zu erleben."

Kinderträume!" lächelte Gunter schwach.

Wenn schon! Kinberträume finb bie schönsten. Jedenfalls" sie machte eine weite, abgrenzende Hanbbewegungergreife ich h'ermtt Besitz von dem neuentbedten Lanb. Oder beabsichtigst bu, gleichfalls Ansprüche anzumelden?"

Ich verzichte zu deinen Gunsten!

Schön! Das Gegenteil würde dir übrigens auch nicht viel nützen. Ich kann in meinem Reich also schalten unb walten, wie es mir beliebt. Ich konnte zum Beispiel sagen:Herr Günter ©atorius ich wünsche jetzt allein zu sein!" Ober, ein bißchen deut­licher:Mein Herr, Ihre Gegenwart ist mir lästig __ nein, unerträglich." Ober ganz beutlia) si- hob bie Rechte unb beutete mit bem ausgestreck­ten Zeigefinger zur Seite:Marsch, Bubi hin­aus?' Dann müßtest bu ohne Gnabe hinaus in ben ftrömenben Regen. Aber ich tue es nicht. Woraus du hoffentlich erkennen wirst, daß ich em Herz für i,id,6ae\näb?q!ir2Ibebre' id) fürcht-, du wirst dich deines Besitz-- gar nicht mehr o lange freuen ton- "D'°°schütz°nde Laübdachneigte sich an den Spü tzen unter der Last des Regens. Zuerst waren

ich ein?"

Weihnachten ist das innigste Fest der Freude. Jeder will dem anderen eine besonders liebe Ueber- raschung bereiten. Darum flauen sich jetzt die Leute in den Läden. Aber man kaust nicht wahllos. Man überlegt genau:Würde bas meiner Mutter ge­fallen und jenes meinem Vater Freude machen? Würde dies meinem Bruder Spaß machen? Was schenke ich nur meiner Freundin? Unb was meinem Mann? Hat ber nicht schon alles?"

O nein! Ihr Mann besitzt zwar eine stattliche Anzahl an schönen Krawatten, Hemben, Gamaschen, Hüten. Er hat genügenb zu rauchen. Unb Wein hat er schon selber für die Festtage besorgt. Die Bück^r, bie ihn interessieren, hat er auch sich selber gekauft. Es scheint schwer zu sein, ihm überraschenb eine Freube zu machen. Unb boch gibt es noch etwas, bas nicht nur Ihrem Mann unb Ihrer Familie allein, fonbern Ihren sämtlichen Freunben, Bekann­ten, ja einer ganzen Volksgemeinschaft eine große festliche Freude machen würde. Das ist der wirt­schaftliche Aufschwung in Ihrer Heimat durch Ar­beitsbeschaffung für alle Volksgenossen! Dazu hel­fen die bescheidenen braunen Arbeitsbeschaffungs-

Am Sonntag: Ski-Fahrl zum hoherodskopf!

Arn kommenden Sonntag, pünktlich um 7 Uhr, fährt ab Ludwigsplatz ein Omnibus der NSG. Kraft durch Freude" nach Breungeshain. Auf dem Hoherodskopf werden Skikurfe für Anfänger unb Fortgeschrittene burchgeführt. Verpflegung selbst mitbringen! Außerbem besteht bie Möglichkeit zur Einnahme bes Mittagsessens auf bem Hoherodskopf.

Alle Volksgenoffen können an die» fer Fahrt teilnehmen!

Die Ko st en betragen für Fahrt und Skikurfus-Gebühr 3 Mark.

Alle Teilnehmer müßen Inhaber der KdF.-Jah- resfporttarte fein. Wer diese noch nicht besitzt, muß sie zum Preise von 30 Pf. erwerben. Anmeldungen werden bis Samstag, um 11 Uhr, auf der Kreis- bienftftelle, Schanzenftraße, entgegengenommen. Baldiges Einschreiben ist vorteilhaft, da nur vier­zig Teilnehmer im Omnibus mitgenommen werden können.

Oie Hundesteuer in Hessen.

Vom Hauptzollamt Gießen wird uns mitgeteilt:

Es dürfte vielen Hundebesitzern nicht unwillkom­men sein, wenn darauf aufmerksam gemacht wird, daß die im Laufe des Jahres adgefchafften Hunde bis spätestens zum 31. Dezember lau­fenden Jahres bei der zuständigen Bürgermeisterei abzumelden find. Er­folgt bie Abmelbung nach dem 31. Dezember, so ist bie Hunbesteuer auch für das neue Kalenderjahr zu entrichten.

Wer am 1. Januar felbstgezüchtete junge Hunde besitzt, wird ohne Rücksicht auf deren Alter zur vollen Hundesteuer für bas fommenbe Kalenberjahr herangezogen.

Diejenigen Hunde, die im Laufe des Kalender»