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Der Bauer belebt die Wirtschaft

Aus aller Welt

Ausgleich der Zamilienlasten.

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der hat, das von und

Diese Kundgebung ist bis auf weiteres allsonn­täglich in allen Gottesdiensten im Anschluß an die Predigt von der Kanzel und bei jeder sich sonst bietenden Gelegenheit zu verlesen.

Darmstadt, den 25. Juli 1935.

Der Landesbischof: Lic. Dr. Dietrich.

bildet, die sich vermutlich früher einmal mit Mittellinie des Naheflusses gedeckt zur Zeit aber wiederholt von einem Ufer auf andere wechselt, so daß kleinere Gebietsteile Preußen auf dem rechten (östlichen) Naheufer

Entlastung für kinderreiche Städte?

Nach den Ermittlungen des Statistischen Jahr­buches deutscher Gemeinden sind die drei gro­ßen Städte des Ruhrgebietes Duis­burg, Essen, Dortmund die kinder­reichsten Städte Deutschlands, während Berlin unter den 15 großen Städten mit mehr als 400000 Einwohnern der Kinderzahl an letz­ter Stelle steht. Es zählt auf 1000 Einwohner 134 Kinder im Alter bis zu 14 Jahren, die ent­sprechende Zahl für Duisburg ist dagegen 256. Für die Entwicklung der deutschen Bevölkerung sind diese Städte zweifellos von besonderer Bedeutung, aber sie haben dafür auch größere La st en zu tragen als Städte mit verhältnismäßig wenig Kindern, allein die Ausgaben für Schulen, Kinder­gärten, Jugendpflege, Wohlfahrt usw. sind sehr viel höher, dazu kommt noch eine geringere Steuerein­nahme. Der von Ministerialdirektor Dr. Gütt, Staatsrat Conti, Professor Astel in Schriften und

der kinderreichen lfahrtspflege, Ju-

Jn einer Versammlung kinderreicher Kreis - und Ortsgruppenwarte wies der Reichspresseleiter des RDK. Dr. Brüggemann darauf hin, daß ein gesetzlicher Ausgleich der Fa­milienlasten für Kinderreiche wie für Kinderarme eine bittere Notwendigkeit darstelle, dadurch hervor­gerufen, daß der Kinderreiche zu einer ge­ringen Minderheit unter den deutschen Fa­milien zusammenschrumpft, in keinem Stande mit der Lebenshaltung der kinderarmen Majorität auch nur entfernt Schritt halten könne. Dor einem hal­ben Jahrhundert sei ein solcher Familienlastenaus- aleich unnötig gewesen, da in jener Zeit die Majo-

sie werde Männer um sich scharen, wie Lavak, Lamoureux und andere, ohne deshalb als Faschisten gezeichnet zu werden.

Zum Nachfolger des ermordeten Generals Na- gata wurde der Personalchef des Kriegsmini­steriums Generalleutnant Hunai ernannt, der ebenso wie Nagata früher einige Zeit Militär­attache in Deutschland war.

Schweizerischer Mlitärgerichisprozeß.

Wegen Verleumdung des Oberstkorps­kommandanten Wille vor Gericht.

Basel, 12. August. (DNB.) Dor dem Mili­tärgericht der 4. Division in Luzern begann der Prozeß gegen Oberleutnant H. Hagenbuch. Am 14. Oktober 1934 war in der sozialdemokrati­schenBasler Arbeiterzeitung" von ihm ein erdichteterBrief eines schwei­zerischen General st absoffiziers an einen befreundeten Parlamentarier" veröffentlicht worden. Der Brief enthält abfällige Kritiken und Ehrabschneidungen gegen den Oberstkorpskommandanten Ullrich Wille we­gen seiner angeblichen Beziehungen zu Persönlichkeiten der deutschen Politik. Der Prozeß geht dahin, Hagenbuch auf Grund von Artikel 16 der Militärorganisation weg en einer der Zu- aehörigkeit zur Armee unwürdigen Lebensführung aus dem Heere a u s zu- st o ß e n.

Zum Beweis für den leichtsinnigen, ein starkes Geltungsbedürfnis verratenden Charakter des An­geklagten führt die Anklageschrift eine ganze Reihe von Personen an, bei denen Hagenbuch während der letzten zehn Jahre größere und kleinere Sum­men geborgt hat. Unter den Gläubigern sind Vorgesetzte, Gastwirte, Kellner, Barmädchen, Zei­tungsverkäuferinnen, Zigarettenhändler. Seine Schulden bezahlte Hagenbuch nur, wenn mit dem Gericht gedroht wurde. Noch heute hat der An­geklagte etwa 12 000 Franken Schulden.

Oberleutnant Hagenbuch sagte bei der Ver­nehmung aus, daß bei der Abfassung seines ge­fälschten Briefes ausländische Einflüsse nicht im Spiel gewesen seien. Beziehungen zu Linkskreisen habe er nie gehabt, auch sei er von niemandem angestiftet worben. Im Gespräch mit verschiedenen Offizieren habe er den Eindruck ge­wonnen, daß auch höhere Militärs, z. B. Oberst­divisionär Bircher, mit Wille nicht in allen Punkten einer Ansicht gewesen seien. Bircher habe auch die Besuche Willes bei militäri­schen oder politischen Spitzen Deutsch- lands als unpassend angesehen und sich einmal geäußert, Wille sei eben kein rechter Schweizer. Er, Bircher, habe solche Einladungen und Zusam­mentreffen vermieden, das habe ihn zur Aktion gedrängt. Keinesfalls komme jedoch Oberstdioisio- när Bircher als Anstifter oder auch nur Veranlasser dieses Briefes in Frage. Die Andeutung, General Wille habe zur Unterstützung der Bestrebungen Adolf Hitlers in den Jahren 1923 bis 1925 und 1926 Schweizer Gelder vermittelt, wollte Ha­genbuch einzig und alleinauf Gerüchte h i n" erhoben haben. Er gab zu, auf derKie­ler W o ch e", an der Wille neben anderen als eingeladener Besucher teilnahm, eineFlotten­parade" gemacht zu haben, um auch dieser An­gelegenheit eine militärpolitische Note zu geben. Seine ganze Aktion habe den Zweck gehabt, den Beziehungen Willes mit Deutschland einen Riegel vorzuschieben. Auf dessen Kaltstellung sei er nicht ausgeggngen.

kleinere Gebietsteile von Hessen guf dem linken (westlichen) Naheufer liegen. Wegen der sich hier­aus ergebenden Schwierigkeiten soll die Landes­grenze so verlegt werden, daß die Mittellinie der Nahe künftighin die Landesgrenze bildet. Sie ist demnach beweglich: jedoch soll sie nicht jeder Aenderung des Nahebettes folgen, son­dern nur den allmählichen natürlichen Verschiebun­gen. Preußen tritt somit an Hessen 19 Gebietsteile von etwa 30,67 Hektar ab. Hessen tritt dagegen an Preußen 25 Gebietsteile von etwa 21,87 Hektar ab. Durch die Abtretung wird an den privatrechtlichen Verhältnissen nichts geändert.

Vorträgen angekündigte Ausgleich bet F a - milienlasten, der das Einkommen kin­derreicher Familien erhöhen soll, bringt diesen Städten zweifellos eine Entlastung, da ede Erhöhung des Einkommens der km' Familien die Kosten für die Wohlfahrtspflege, gendpflege, Fürsorgeerziehung, Kindererholung ver­mindert, abgesehen von der indirekten Entlastung durch Erhöhung des Umsatzes der Derbrauchsgüter.

Die P r e s s e st e l l e der Landeskirche Nassau- Hessen bittet uns um Veröffentlichung folgender im Gesetz- und Verordnungsblatt der Evangelischen Landeskirche Nassau-Hessen Nr. 23 erschienenen Kundgebung d e s Ü a n d e s b i s ch o f s:

Um falschen Gerüchten entgegenzutreten, die im­mer noch im Gebiet unserer Landeskirche im Um­lauf sind, erkläre ich folgendes: 1. Unsere Landes­kirche steht auf dem Boden der Heiligen Schrift, wie sie Dr. Martin Luther uns neu geschenkt hat. 2. Unsere Landeskirche bewahrt die Reinheit und Unverfälschtheit des evangelischen Glaubens und lehnt nichtchristliche Bestrebungen auf das schärfste ab. 3. Unsere Landeskirche stellt Predigt und Seel­sorge in den Vordergrund der pfarramtlichen Tätig­keit; Predigt und Seelsorge sind wichtiger und not« wendiger als Kirchenpolitik. 4. Unsere Landeskirche tritt auf das nachdrücklichste ein für die christliche Erziehung der Jugend im Religions- und Konfir­mandenunterricht und in der Christenlehre, wie es seit alters in unserer Kirche Brauch ist. 5. Unsere Landeskirche besteht auf der Heilighaltung der Sonn- und Feiertage und der christlichen Feste. Sie wacht über die herkömmliche Gottesdienstordnung und über die rechte Verwaltung der Sakramente. 6. Unsere Landeskirche steht in unbeirrbarer Treue zum Führer und Reichskanzler und setzt sich daher ein für eine wahre Volksgemeinschaft im Dritten Reich. 7. Unsere Landeskirche verwirft sektiererische Engstirnigkeit und volksfremde Schriftgelehrsamkeit: sie tritt ein für die große Deutsche Evangelische Kirche unter der Losung: Durch Jesus Christus zur evangelischen Einheit.

Darmstadt, den 25. Juli 1935.

Der Landesbischof: Lic. Dr. Dietrich.

Kein Streik der Aotstandsarbeiter in USA.

Neuyork, 13. Aug. (DNB. Funkspr.) Die für Montag erwartete Ausdehnung des Streiks der Notstandsarbeiter ist a u s g e b l i e b e n. Vielmehr hat die große Mehrzahl der Streikenden gestern die Arbeit wieder ausgenommen. Der Dollzugsrat des amerikanischen Gewerkschaftsver­bandes hat empfohlen, daß alle Baupläne auf Grund des Arbeitsbeschaffungsprogrammes dem Bundesamt für öffentliche Arbeiten übertragen werden möchten, um einen Streik der Notstandsarbeiter in anderen Landesteilen zu ver- hindern. Das Bundesamt für öffentliche Arbeiten zahlt die ortsüblichen Löhne.

Kundgebung des Landesbischoss.

Aenderung der preußisch-hessischen Landesgrenze.

LPD. Frankfurt a. M., 12. Aug. Im Reichs­gesetzblatt wird eine von Ministerpräsident G ö - ring und dem Reichsstatthalter in Hessen Lan­desregierung Sprenger unterzeichnete Ver­einbarung über die Aenderung preußisch-hessischer Landesgrenzen veröffentlicht. Die Landesgrenze Mischen den preußischen Gemeinden Bretzenheim, Langenlonsheim, Laubenheim, Mün­ster-Sarmsheim, Weiler und den hessischen Gemeinden Bosenheim, Planig, Jppersheim, Gensingen, Grolsheim, Sponsheim, Dietersheim, Büdesheim und Bingen wird durch eine Linie ge-

Unruhe in der Radikalsozialistischen Partei.

Paris, 13. Aug. (DNB. Funkspruch.) Die Radikalsozialisten, die sich immer mehr der G e - fahr bewußt werden, die ihnen von der mar« ristisch-kommunistischen Einheits­front drohen, trennen s i ch mehr und mehr von dem linken Flügel der Bewegung, die unter der Führung Daladiers auf ein Zusam­mengehen mit den Sozialisten und Kommu­nisten beharrt. Ein großer Teil des rechten Flügels hat beschlossen, eine sogenannteRadikale Front" zu bilden, in die aber nur solche Mit­glieder der Radikalsozialistischen Partei ausgenom­men werden, die von einem besonderen Aufnahme­ausschuß als für die neue Bewegung geeignet be­trachtet werden. Ziel und Zweck dieser Bewegung ist die Verteidigung und Vertiefung der radikal- sozialistischen Lehrmeinung. DasJournal" be­zeichnet die Bewegung als recht bemerkenswert. Sie verdiene aufmerksam verfolgt zu werden, denn

gleich unnötig gewesen, da in jener Zc rität der Familien kinderreich war. Di der Notwendigkeit eines Lastenausgleiches, der un­vermeidlich den Kinderarmen und Kin­derlosen belastet, um den Kinderreichen zu entlasten, tragen also die, die ihrem Volke den Nachwuchs verweigert haben. Die Erfüllung der Nachwuchspflicht sei nicht weniger wich­tig als die der Wehrpflicht.

Als im Jahre 1933 die Regierung jxcuc agrar» politische Maßnahmen in Angriff nahm und ein Jahr später die Landwirtschaft zur E r z e u - gungsschlacht aufrief, ahnten nur wenige die Auswirkungen für die gesamte Volkswirtschaft. Die­ser friedliche Kampf der Landwirtschaft um die Nah­rungsfreiheit des deutschen Volkes gab dem ge­samten Wirtschaftsleben neuen Auftrieb. Hatte 1932 der Wert der landwirtschaftlichen Erzeugung nur noch 8,7 Milliarden Mark betragen, so stieg er im Wirtschaftsjahr 1934/35 bereits auf 11,1 Milliarden Mark. Das bedeutet gegenüber dem Jahr 1932/33 eine Steigerung um 2,4 Milliarden M k. oder um 2 7 v. H. Zu beachten ist, daß diese Steigerung nicht allein auf die durch Festpreis­system und Marktreglung gebesserten Preise, son­dern vor allem auch auf die seit dem Jahr 1932/33 gestiegene Erzeugung zurückzuführen ist.

Diese Steigerung des Wertes der landwirtschaft- lichen Erzeugung beeinflußte das gewerbliche und industrielle Wirtschaftsleben ganz erheblich. Das be­weisen z. B. die Zahlen über den Absatz der Landmaschinenindustrie während der letz­ten Jahre, der 1932/33 einen Wert von 140 Mil­lionen Mark und 1933/34 einen Wert von 195 Mil­lionen Mark hatte. Im letzten Jahre betrug die Steigerung also 40 v. H. Wichtig sind babet die Feststellungen der Landmaschinenbank, daß

an diesem verstärkten Umsatz vorwiegend der m I t t lere und kleinbäuerliche Besik beteiligt ist. Ebenso wie die Landmaschinenindustrie hatte auch die Düngerindustrie einen erhöhten Ab­satz zu verzeichnen. Im Jahre 1934/35 war der Ver­brauch an Kali gegenüber dem Vorjahr um 14 v. H. in der Landwirtschaft gestiegen, bei Stickstoff um 9 v. H.

Auch zur Belebung des Arbeitsmark­tes hat die Landwirtschaft wesentlich beigetragen. Im Jahre 1933/34 war Die Landwirtschaft am stärksten von allen Berufsgruppen an der Ab­nahme der Arbeitslosigkeit beteiligt. Die Vermin­derung ihrer eigenen Arbeitslosigkeit in diesem Jahr betrug 77 v. H. Eine weitere Einstellung von Arbeitskräften erfolgte auch im Jahre 1934/35. Im April dieses Jahres trat eine neue Verminderung um rund 50 v. H. ein, Ende Mai betrug der Rück­gang 10 v. H. und Ende Juni rund 5 v. H. Da­bei ist zu berücksichtigen, daß noch heute ein starker Mangel an geschulten Land­arbeitern besteht. Mit Recht kann man also sagen, daß die agrarpolitischen Maßnahmen der Reichsregierung sich in jeder Weise günstig aus­wirkten und mit dazu beigetragen haben, dem ge­samten Wirtschaftsleben neuen Auftrieb zu geben.

IüdischerMädchenschänderin Schutzhast

Konstanz, 13. August. (DNB.) Der hiesige jüdische Arzt Dr. Martin Hagelberg wurde auf Weisung des Geheimen Staatspolizeiamtes i n das Konzentrationslager Kislau überge­führt. Als Fürsorgearzt verging er sich in zahl­reichen Fällen in den Räumen seiner Praxis an seinen Patientinnen, meist unter Anwendung von Gewalt und List. Besonders Frauen aus der Schweiz zählten zu seinen Opfern. Er forderte auch unbarmherzig die höchsten Gebühren von sei­nen ärmsten Patienten, deren Notlag» ihm bekannt war, oder er berechnete Leistungen, die er über­haupt nicht ausgeführt hatte. Er dehnte Behand­lungen übermäßig lange aus, um auf diese Weise hohe Rechnungen entstehen zu lassen. Als treibende Kraft der Gottlosenbewegung in Konstanz trat er als Redner auf und verteilte Flugblätter der Gottlosenbewegung an Kirchenbesucher, beim Verlassen des katholischen Gottesdienstes sogar an den Stufen des Münsters. Da er selbst seine eige­nen Anhänger der Gottlosenbewegung übervor­teilte, geriet er mit ihnen in Streit und kehrte wieder zum mosaischen Glauben zurück, um die Unterstützung seiner Rassegenossen von neuem zu gewinnen. Die politische Einstellung Hagelbergs ging über die SPD., als deren Funktionär er meh­rere Jahre zersetzend tätig war, zur KPD. Die Verbringung nach Kislau ist daher das folgerich­tige und verdiente Ende dieser ebenso gemeinge- fährlichen wie abscheulichen Laufbahn dieses jü­dischen Intellektuellen.

Degen Verweigerung der Beerdigung in Schuhhaft.

Der Dechant der katholischen Gemeinde Hun­stig e r (Kreis Nordhausen) hatte für einen katholischen SA.-Mann die christliche Be­erdigung verweigert. Großer Teile der Bevölkerung bemächtigte sich eine starke Beunruhigung über die unerhörte Herausforderung, zumal derselbe katho­lische Geistliche im Februar d. I. einem gemeinen Mörder, der in Nordhausen hingerichtet wurde, die christliche Beerdigung gewährt hatte. Es kam am Montagabend vor dem katholischen Pfarramt zu einer Kundgebung, die zur Jnschutz- Haftnahme des Dechanten und eines Angestell­ten des Pfarramtes führte.

Volksschädlinge in Hamburg entlarvt.

Der Zollfahndungs stelle Hamburg ist es gelungen, dem volksschädlichen Treiben einer jüdischen Wechselstube am Hafen ein Ende zu be­reiten. Es handelt sich um die Wechselstube Bauer & Co., deren Inhaber Manfred und Hermann Bauer wegen Devisenschiebung fest ge­nommen wurden. Im Zusammenhang hiermit wurde der Jude Oskar Fischer, der Prokurist einer Hamburger Bank ist, ebenfalls festgenommen, da er gemeinsam mit den beiden anderen Juden Devisenschiebungen begangen hatte. 20 000 Mark, die zum Abtransport bereitlagen, konnten beschlag­nahmt werden. Man nimmt jedoch an, daß die weiteren Ermittlungen noch einen weit höheren Betrag ergeben werden. Die Wechselstube wurde geschlossen.

Todesstrafe für einen Raubmörder.

Das Duisburger Schwurgericht verurteilte den 21jährigen Johann Hoffmeister wegen Mordes zum Tode und zur Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte. Hoffmeister hatte den 23jährigen Karl Krause in der Düsseldorfer Straße mit der eigenen Krawatte e rd r o s s e l t, da er bei ihm große Bar- mtttel vermutete. Nach der Tat fand er jedoch nur 2,50 Mark.

Oie Krisis in der japanischen Armee.

General Nagata den Folgen des Attentats erlegen.

Tokio, 12. Aug. (DNB.) Generalmajor N a - aata, der, wie wir gestern gemeldet haben, im Kriegsministerium von einem aktiven Oberstleutnant überfallen und durch einen Stich mit dem Säbel schwer verletzt wurde, ist am Nach­mittag verstorben. Der Kaiser beförderte den Toten zum Generalleutnant. General Nagata hat sich in den Jahren 1913 und 1914 zweimal in Deutschland aufgehalten. Bis zum Jahre 1921 lebte er dann in Dänemark, von wo er sich später nach der Schweiz begab. Sein Amt im japanischen Kriegsministerium als Leiter der Ab­teilung für allgemeine militärische Angelegenheiten hatte General Nagata seit drei Jahren inne. Na­gata ist 52 Jahre alt geworden.

Die Frage, ob Kriegsminister Hayaschi z u - rücktreten wird, steht im Mittelpunkt der Er­örterungen. Die Ansicht des Kabinetts und des Kriegsministeriums geht dahin, daß Hayaschi in diesem Augenblick unter keinen Umständen zurücktreten und vor unruhigen Elementen kapi­tulieren dürfe. Gerade das Attentat zeige Ge­fahren auf, denen nur Hayaschi mit dem Ein­satz seiner entschlossenen Autorität begegnen könne. Hayaschi sei der Mann, der einzig den einheitlichen Geist in der Armee wiederherstellen könne. Hayaschi hatte eine Unterredung mit dem Ministerpräsidenten Okada. Am Dienstag ist er zum Vortrag beim Kaiser bestellt. Man nimmt an, daß er bei dieser Gelegenheit sein Ministeramt zur Ver­fügung stellen wird, aber auf kaiserlichen Befehl in feinem Amte verbleiben wird.

Ein Raubmörder hingerichtet.

In Magdeburg ist der vom Schwurgericht zum Tode verurteilte, am 21. August 1906 geborene Walter Lindenberg hingerichtet worden. Er hatte am 31. Januar 1935 zusammen mit einem noch jugendlichen Mittäter einen Raubüber­fall auf die Molkerei Neuhaidensleben ausge­führt und die Ehefrau des Molkereiverwalters Steenbock durch mehrere Schüsse ermordet und den Ehemann Steenbock zu ermorden versucht. Einige Zeit zuvor hatte er in einem Waffenge­schäft in Neuhaldensleben einen Einbruchsdiebstahl verübt.

wegen Mordes an einem zwölfjährigen Mädchen zum Tode verurteilt.

Das Schwurgericht verurteilte den 35jährigen Martin Lasicki aus Marl bei Recklinghausen wegen Mordes zum Tode und zum dauernden Ehrverlust sowie wegen Notzuchtverbrechens zu zehn Jahren Zuchthaus und zehn Jahren Ehrverlust. Der 23er- urteilte hatte die zwölfjährige Elisabeth Meerkoetter auf einem Weldwege vergewaltigt und gewürgt und bann so lange mit einem Schusterhammer auf das Kind eingeschlagen, dis es tot liegen blieb. Dann hatte er die Leiche in eine Schonung geschleift. Vier Tage nach der Tat wurde der Mörder in der Nähe des Tatortes verhaftet.

Raubmord an einer Erbhofbäuerin.

Die 40 Jahre alte Erbhofbäuerin Maria H a d k e wurde in der Backkammer auf ihrem mitten im Dorf Linde, Kreis Greifenhagen (Pommern), ge­legenen Gehöft erwürgt aufgefunden. Als Mörder kommt vermutlich der 20 Jahre alte Ma­thias Spengler aus Linde in Frage. Dieser hat erst zwei Tage vorher seine Stelle bei Habke ange­treten. In der Wohnung waren sämtliche Behält­nisse durchwühlt. Dem Täter fiel jedoch lediglich ein Betrag von 15 Mark in die Hände. Spengler ergriff nach dem Raubmord auf einem gestohlenen Fahrrad die Flucht.

Entmenschtes Ehepaar verhaftet.

Der Polizei in Bad Kreuznach ist es ge­lungen, ein unglaublich entmenschtes Ehepaar hin­ter Schloß und Riegel zu bringen. Die Eltern waren ausgegangen und hatten ihre beiden im Alter von 1 und 3 Jahren stehenden Kinder allein in der Wohnung zurückgelas- s e n. Durch das andauernde Schreien der kleinen Kinder wurde man auf sie aufmerksam und benach­richtigte die Polizei, die gewaltsam die Wohnung öffnete. Hier bot sich den Polizeibeamten ein grauenhaftes Bild. Die Kleinen waren vollkom­men verwahrlost und halb verhungert; sie wurden sofort einem Waisenhaus über­geben. Als das Ehevaar sich wieder einfand, wurde es sofort verhaftet und dem Untersuchungs­richter vorgeführt.

Der gesamte Kirchenschah geraubt.

Der gesamte Kirchenschatz der» Kathedrale von Pamplona in Nordostspanien ist gestoh- l e n worden. Die Verbrecher drangen durch ein Fenster in das Innere der Kirche ein, nachdem sie das Eisengitter durchsägt hatten. Es fielen ihnen zahlreiche goldene und mit Diamanten besetzte Gegen­stände in die Hände. Man vermutet, daß sich unter den Tätern eine Person befindet, die in der Kathe­drale genau Bescheid wußte. Die Polizeibehörde hat sofort eine verschärfte Grenzkontrolle angeordnet. Man befürchtet jedoch, daß das Diebes­gut bereits über die nur V« Stunde entfernte Grenze ins Ausland geschaffen worden ist.

Waldbrand in Thüringen.

Am Nordhang des Thüringer Waldes an der sog. Abiswand bei Ohrdruf entstand ein verheerender Waldbrand. Das Feuer, das zuerst von Arbeitern entdeckt und mit Hilfe von Spaziergängern be­kämpft wurde, breitete sich infolge des Windes rasch aus. Es vernichtete ttvtz des Einsatzes von Arbeitsdienstabteilungen, einiger Kompanien des Reichsheeres, von SA. und SS.-Abteilungen, der Arbeiterschaft eines nahegelegenen Werkes und der Zivilbevölkerung 15 bis 20 Hekta r d reinig- jährigen Hochwald. Am Spätnachmittag schlug der Wind plötzlich um, so daß das Feuer tal­wärts niederbrannte.

Schweres Grubenunglück in der Rähe von Rom.

Ein schweres Unglück, dem 14 Menschen zum Opfer fielen, hat sich in der Braunkohlengrube Ribollo der Gesellschaft Montecatini in der Nähe dow Rom ereignet. Nach der Feiertagsruhe am Sonntag wurde die Arbeit in der Grube um Mit­ternacht wieder ausgenommen. Gegen 2 Uhr nachts brach plötzlich eine Jsolierdecke im Innern der Grube ein, große Wassermengen

Gurkenfalat

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