die Zweckmäßigkeit der Ausdehnung seiner Bestirn» mungen auch auf die Luftwaffe bereits einig sind und eine von allen beteiligten Mächten als wünschenswert bezeichnete gleichzeitige Begrenzung der Luftstreitkräfte bei der leichten Vergleichbarkeit der Waffen keine unüberwindlichen Schwierigkeiten bereiten können. Ein solches Luftlocarno würde aber
Wir- -er Völkerbun-srai einberufen?
Englisch-französische Vorbesprechungen in Paris.
Washington, 12. Juli. (DNB.)
Staats-
e n
Italien hält an der radikalen Lösung fest.
Hoares Erklärungen werden in Rom als nicht ausreichend befunden.
Paris, 12. Juli 1935.
. Am 14. Juli, dem französischen Nationalfeiertag, der das Andenken an den berühmten Bastille-Sturm des Jahres 1789 wachhält, werden diesmal in Paris zwei Riesenkundgebungen veranstaltet werden. Die eine führt das rechtsgerichtete Frankreich unter der Führung der Feuer- kreuzler am Arc de Triompte zusammen, dem Symbol der siegreichen und ruhmbedeckten französischen Armee, unter dessen riesiger Wölbung sich das Grabmal des Unbekannten Soldaten befindet Am anderen Ende der Stadt, wohl fünf Kilometer von dem erstgenannten Platze entfernt, versammelt sich das andere Frankreich, dem es, wenn wir einmal von den marxistischen Nutznießern absehen, um die V e r t e i d i g u n g d e r g e i st i g e n Ideale der Großen Revolution zu tun ist.
Zwangslage: entweder die Frage ein für allemal zu lösen oder in den Kolonien für. ewig kriegsbereit sein zu müssen, um nicht ins Meer geworfen zu werden. Wenn England in der abessinischen Frage im Geiste der traditionellen Freundschaft und in Harmonie mit den Abmachungen von Stresa handeln wolle, dann könne es gewiß nicht Italien zur Annahme einer Lösung bewegen wollen, die keinerlei Klärung bringen würde.
„Corriere della Sera" schreibt, die Rede Hoares sei nicht schlecht gewesen, aber sie hätte besser sein können. Ein freimütiges Bekenntnis des Unrechts, das die britische Politik in der letzten Zeit gegenüber Italien begangen habe, wäre wünschenswert gewesen. Wer glaube, daß die Worte von der „traditionellen Freundschaft gegenüber Italien" die Herzen der Italiener rühre, der sei schwer im Irr- tum. Man wisse nun, was man von traditionellen Freundschaften und romantischen Erinnerungen an das „Risorgimento" (das Zeitalter der Kämpfe um die Einigung Italiens 1848 bis 1870) zu halten habe.
Italien bestellt Gefrierfleisch für seine ostafrikanischen Truppen.
London, 13._ Juli (DNB. Funkspruch). Wie aus Durban (Südafrika) gemeldet wird, hat die italienische Regierung einen Auftrag auf 5000 Ton. nen Gefrierfleisch an eine südafrikanische Firma erteilt. Die Lieferung soll in den Monaten August, September und Oktober ausgeführt werden und zwar voraussichtlich nach den o st afrikanischen Kolonien Italiens.
Frankreich am Vortage des ^4. Juli
Von unserem pariser Korrespondenten.
Deutschlands Einstellung zu diesen von Hoare in den Vordergrund gerückten Problemen ist also ein- heutig klar umrissen, genau so wie seine Bereit- Willigkeit, durch Diplomatische Fühlungnahme an der Weiterentwicklung der hier angeschnittenen Fragen mitzuarbeiten, soweit es sich davon einen praktischen Erfolg verspricht. Es ist also nicht recht er- sichtlich, welchen besonderen Schritt Sir Samuel Hoare von uns erwartet, „um der Aushandlung der Oft- und Donaupakte vorwärts zu helfen". Das Echo, das die Zurücknahme der einst g e das Haus Habsburg erlassenen ~ „ setzeauf Ausweisung und Dermögensbeschlagnahme durch die Wiener Regierung in Paris sowohl wie in den Hauptstädten der Kleinen Entente gefunden hat, erhellt ja überaus deutlich die ganze Verworrenheit der Meinungen und Interessen, die heute noch im Lager derjenigen Mächte herrscht, die sich besonders warm für einen Donaupakt einsetzen unter dem Vorwand, damit die Unabhängigkeit Oesterreichs vor einer Einmischung Dritter am besten zu schützen. In Wien sieht man in der Aufhebung des Aufenthaltsverbots und der Dermögensoeschlagnahme der Habsburger eine rein innerösterreichische Angelegenheit, die „Wiedergutmachung eines Unrechts", an dem übrigens die heute so reumütigen Sünder einst als Christlich-Soziale genau so beteiligt waren wie die Sozialdemokraten. Wenn nun also diese rein innerösterreichische Frage in Paris und Rom, Prag, Buka» rest und Belgrad ein lebhaftes Für und Wider auslöst unter dem Gesichtspunkt, daß diese Maßnahme nur als Vorbote einer Restauration des Hauses Habsburg-Bourbon gewertet werden dürfe und daher ein gesamteuropäisches Interesse beanspruche, so mag es für die Wiener Regierung eine immerhin bezeichnende Illustrierung zu dem ihr gerade von Paris, Prag und Rom so warm angepriesenen Begriff der .Nichteinmischung" sein. In einer so verwickelten Sache, in der selbst unter den Befürwortern des Donaupaktes noch die größten Meinungsverschie- Dent)eiten herrschen, von^dern nur sekundär inter- effierten Deutschland einen Anstoß zu erwarten, erscheint uns durchaus abwegig. Sir Samuel Hoare, Der für England jede Uebernahme von Verpflich- tungen hier oder in Osteuropa selbstverständlich ent» schieden ablehnte, müßte sich schon der Mühe unter» Men.bel so viel widerstreitenden Interessen in der ofterreiÄtfdjcn Frage selber die Initiative des Unparteiischen zu ergreifen, wenn ihm ein Donaupakt ön«VA^euxt' -ie strategische und wirtschaftliche Schlüsselstellung eines unabhängigen Oesterreichs
der er sprach, zu konsolidieren. Dessen Lebens- unsahigkeit hat allerdings schon ein fünfzehnjähriger Leidensweg des österreichischen Volkes hinreichend nachgewlesen. ’
Zusammenarbeit zwischen Athen und IRom.
Die Besprechungen zwischen Mussolini und Kondylis.
Rom, 12. Juli. (DNB.) Der stellvertretende griechische Ministerpräsident Kondylis ist vom König von Italien in seiner Sommerresidenz San Rossore bei Pisa empfangen worden. In politischen Kreisen wird den vorangegangenen Besprechungen Zwischen Kondylis und Mussolini erhebliche Bedeutung beigemessen und in Übereinstimmung mit dem amtlichen Bericht der herzliche Charakter des Gedankenaustausches betont. „Gior- nale d'Jtalia" spricht von der italienisch- g r i echischen Zusammenarbeit im ö ft« 11 d) e n Mittelmeer, wo beide Länder gleichgerichtete Interessen hätten, die durch den zwischen ihnen bestehenden Freundschaftsvertrag bereits vor fahren besiegelt worden seien. Nach der „Tribuna" hat Griechenland vorwiegend mittelmeer- l a n d i s ch e I n t e r e s s e n. Es sei freilich durchaus in Ordnung, daß es auch seine Interessen a l s -o a l ° anstaat pflege, die allerdings feinen Mit- telmeerintereffen nicht hinderlich fein durften. „La- ooro Faszista" schreibt, die gelegentlich der Bil- Dung des Balkanbundes entstandenen M i ß v e r - tandnisse zwischen Italien und Griechenland seien u b e r w u n b e n. Italien habe im übrigen immer zu den innerpolitischen Fragen Griechen- ^nds eine streng korrekte Haltung eingenommen Diese Haltung gelte selbstverständlich auch für die jjrage einer eventl. Wiedereinführung der c n Griechenland, wie durch den Be- uch Kondylis auch die Gerüchte Lügen gestraft worden seien, Italien habe im letzten Frühjahr Veniselos und seine Anhänger unterstützt.
Nun muß man sich sehr davor hüten, die Be- wegung der Feuerkreuzler auch nur im geringsten mit dem Nationalsozialismus in Deutschland zu vergleichen. Die „Croix de feu“ des Obersten be la Rocque finb eine Organisation von 120 000 ehemaligen Frontsolbaten, welche sich von bem großen Kriegsteilnehmer-Verband, ber „Confed^ration gd- ndrale", bie sowohl bie obengenannte „Union nationale“, wie bie „Union fed^rale", unb insgesamt etwa 3,5 Millionen Mitglieber umfaßt, abgefonbert hat. Sie hat weber ein Parteiprogramm, noch eine geschlossene Wählerschaft hinter sich. Sie ist also lebiglich eine Kampftruppe, ohne bisher irgenbeine politische Bewegung im Volk ausgelöst zu haben. Die Teilwahlergebnisse ber letzten Wochen zeigen im Gegenteil, baß bie Stimmung des Volkes sich gegen biejenigen politischen Kreise roenbet, bie ben Feuerkreuzlern nahestehen. Sehr bezeichnenb ist bie kürzliche Nachwahl in Toulon. Es würbe bort ber Kommunist Bartolini mit 7559 Stimmen gewählt, wäh- renb sein Gegenkanbibat Wormser nur 3239
Gegenüber ben europäischen Problemen nahm der Abes sinienkonflikt in ben Ausführun- gen Sir Samuel Hoares einen wider Erwarten ae- rmgen Raum ein und auch, was der Völkerbunds- mimster Eden am Ende ber Aussprache noch ergänzend dazu mitzuteilen hatte, ließ keinen Schluß zu auf die künftige Politik Englands in dieser aus verschiedensten Gründen äußerst delikaten Angelegenheit. Mit Frankreich scheint man sich nur so- weit einig zu sein, daß der Völkerbund auch nach dem Zusammenbruch der Schlichtungsverhandlungen in Scheveningen möglichst lange herausgehalten werden soll, um einen vollständigen Eklat zu vermeiden Ader im übrigen ist zwischen Paris und London offenbar noch alles unklar. Frankreich wünscht sich absolut zu desinteressieren, um seinem neuen Freund nicht auf die Füße zu treten und England meint nach den Worten Edens mit feinem Vorschlag der Gebietsabtretung an Abessinien genug getan zu haben. Ob es mit dieser reichlich resignierend klingenden Ausfassuna seinen eigenen starken Interessen am Suezkanal und im Quellgebiet des Blauen Nils gerecht werden kann, muß bezweifelt werden. Sie ist vermutlich auch nur eine Tarnung für weitere stärkste diplomatische Aktivität, die einen Krieg an dieser Schnittfläche ber Interessensphären zweier Kolonialmächte oermeiben möchte, weniger um der These von ber „Unteilbarkeit bes Friebens" willen, als aus ber Ueberzeugung heraus, durch einen offenen Konflikt zu weitreichenden Entscheidungen
gedrängt zu werden, die man lieber erst hätte langsam reifen lassen. Das Echo, das die Erklärungen der beiden britischen Minister in Italien gefunden hat, zeigt, daß man sich dort keineswegs täuscht über ben Ernst, mit bem Englanb den Abessinienkonflikt nimmt.
sich bis auf weiteres aus bem Streit heraushalten. Präfibent Roosevelt fei aber bestrebt, Italien nicht im Zweifel barüber zu lassen, baß er ber britischen Friedensarbeit seine volle moralische Unterstützung gewähre und daß nach amerikanischer Ansicht bie Verantwortung für einen Krieg allein auf Mussolinis Schultern lasten würbe. Der Kellogg» pakt sei heute nicht weniger binbenb wie ju ber Zeit, wo 63 Nationen ihn unterzeichnet hätten. Die Vereinigten Staaten unb bie anberen Nationen seien an ber Aufrechterhaltung bes Paktes
einen im Westen Europas festen Friebensblock zu- sammenschweißen, ber feine günstigen Auswirkungen auch auf bie weniger übersichtlichen Probleme des übrigen Europa haben müßte. Denn bas Luftlocarno, oerbunben mit einer Begrenzung ber Luft- rüstungen unb ergänzt burch ein allgemeines Flöt- tenabfommen analog bem beutsch-englischen, müßte die Atmosphäre im Westen ja so entspannen, daß eine umfassende und tiefgreifende D e r st ä n d i - gungzwischenDeutschlandundFrank- reich und damit die endgültige Stabilisierung des Friedens in Europa zu erreichen sein müßte, wenn Deutschlands oft bekundeter Wille zur Versöhnung und Bereinigung des vielmehr durch traditionelle Gefühle als durch reale Interessen so tief wurzelnden Konfliktes auch auf der Gegenseite die gleiche gefühlsmäßige Bereitschaft findet.
Wir sagten schon, daß nach deutscher Auffassung von dem erreichten Ziel einer Befriedung des Westens auch eine belebende und ordnende Wirkung aus die weit schwierigeren, ineinander verfilzten und undurchsichtig gelagerten Verhältnisse Osteuropas und des Donauraums ausstrahlen würde. Wenn Sir Samuel Hoare ben Anschein erwecken möchte, ats ob Deutschlanb ben Schlüssel für bie Oeffnung ber verschlossenen Friebenspsorte im Osten in Hänben halte, so ignoriert er, baß Deutschlanb sein eigenes Bedürfnis nach Sicherheit und Frieden mit allen Nachbarn bereits praktisch in die Tat umgesetzt hat, einmal durch Abschluß des deutsch-polnischen Vertrags und zum andern durch seine Bereitwilligkeit, ähnliche Nichtangriffspakte auch mit seinen übrigen Nachbarn (ausgenommen Litauen), ja sogar mildem nicht benachbarten und weltanschaulich durch einen breiten Graben getrennten Sowjetrußland abzuschließen. Deutschlands Standpunkt zu dem Barthou- Litwinowschen Ostpaktprojekt hat der Führer fest Umrissen. Wir wünschen nicht Verpflichtungen zu übernehmen, deren Auswirkung wir nicht übersehen können unb wünschen uns nicht in einem Problemkreis zu engagieren, ber außerhalb unserer eigenen Interessen liegt, nichtsdestoweniger finb wir bereit, auch mit Sowsetrußlanb einen Pakt zu unterzeichnen, ber ber Sicherung bes Friebens zu bienen geeignet ist, was man unseres Erachtens von einem Beistanbspakt nach Art bes franzosifch-fow- jetrussischen nicht behaupten kann. Deutschlanb hat sich auch grunbsätzlich zur Beteiligung am D o n a u « Pakt bereiterklärt, unter ber Voraussetzung, baß in ben Verhandlungen barüber ber Begriff ber „Nichteinmischung" im Verhältnis Oesterreichs zu seinen Nachbarn wie auch im allgemeinen völkerrechtlichen Gebrauch hinreichenb geklärt wirb.
Habsburg und die Kleine Entente.
Prinzregcnt Pauls Besuch in Rumänien.
Bukarest, 12. Juli. (DNB.) Prinzregent Paul von Südslawien traf in Sinaja ein, wo er vom König Carol, vom Thronfolger Großwojewoben Michael unb sämtlichen Mitgliebern ber Regierung mit Ministerpräsibent Tatarescu unb Außenminister Titulescu an ber Spitze begrüßt wurde. Der erste Tag des Besuches war hauptsächlich der persönlichen Fühlungnahme zwischen König Carol und seinem Gast gewidmet. Außenminister Titulescu wird erst Samstagvormittag vom Prinzregent Paul in Audienz empfangen werden. Titulescu hatte aber in feinem Salonwagen eine fünfstündige Besprechung mit bem Ministerpräsibenten Tatarescu. Der Außenminister war offensichtlich bestrebt, bie Regierungskreise über bie Aussichten zur Aufrechterhaltung ber Solibarität ber Kleinen Entente unter ben gegenwärtigen internationalen Verhältnissen zu beruhigen. Prinzregent Paul wirb am Sonntag auf bem südslawischen Schloß Bleb eine Begegnung mit bem griechischen Kriegsminister Konb ylis haben, ber aus Rom zurückkommt.
Die Bebeutung ber beiben feinblichen Lager läßt sich nicht nach ben Verhältnissen in ber Hauptstabt bes ßanbes beurteilen. Wenn sich bie Teilnehmer- Zahl ber beiden Pariser Kundgebungen mit etwa einer halben Million bie Wage halten wirb, so dürste der Aufmarsch am Triumphbogen einen geschlosseneren unb barum machtvolleren Einbruck machen. Aber Paris ist nicht Frankreich. Währenb sich bie parlamentsfeinblichen Feuerkreuzler und die rechtsgerichtete „Union nationale" der Frontkämpfer vorwiegend in der Hauptstadt rekrutieren, ist die Provinz, und zwar vor allem diejenige Süd- und Westfrankreichs, die fast ausschließliche Domäne der Linksparteien und der größten Frontkämpferorganisation, der linksgerichteten „Union fedsrale".
Man darf nicht vergessen, daß die große Mehrheit des französischen Volkes links, was hier gleichbedeutend ist mit antikapitalistisch und antiklerikal, eingestellt ist. Die letzten Kammerwahlen, im Frühjahr 1932, brachten den Linksparteien einen vollständigen Sieg, den sie indessen nicht auszunutzen verstanden, da sich die beiden marxistischen Gruppen, die Sozialisten und die Kommunisten, jeglicher Regierungsverantwortung entzogen. So ergab sich der merkwürdige Zwiespalt, daß trotz einer st arten Linksmehrheit in der Kammer eine Rechtsregierung am Ruder ist- Das führt dann weiter dazu, daß von dem derzeitigen Ministerium etwa zwei Drittel der Mitglieder zum Arc de Triomphe und das restliche Drittel zur Kundgebung auf dem Bastille-Platz gehören.
Gs geht also nicht an, die von Daladier geleitete Volksfront als eine kommunistische Organ tf a t i o n hinzustellen. Mit größerer Berechti» gung konnte man sagen, daß sich die marxistj. s ch e n P a r t e i e n, die an sich in Frankreich im- mer nur sehr schwache Erfolge erzielen konnten, hmterdergroßenMittelstands- Partei der R a d i k a l s o z i a l e n oer- krochen haben, weil sie sich vor der erbitterten Kommunistenfeindschaft der Feuerkreuzler fürchten. Ob es am 14. Juli zu Zusammenstößen zwischen den beiden Parteien kommen wird, läßt sich nicht mit Gewißheit sagen, ist aber wenig wahrschein- "ch. Da beide irgendwelche Herausforderungen vermeiden werden, und die Regierung das größte In- hatten $at' unb Ordnung aufrechtzuer-
Die Vorbereitungen zum Aatwnalfer'ettaa.
Paris, 13. Juli (DNB. Funkspruch). Der Orga- nisationsausschuß für den Aufmarsch der „Volksfront" am 14. Juli hat ausführliche Verhaltungsvorschriften bekanntgegeben, die einen reibungslosen Verlauf der Kund- gebung verbürgen sollen. An sympathisierende A u s l a n d e r wird „die Mahnung" gerichtet, sich im Interesse der gemeinsamen Sache der Teilnahme an der Kundgebung zu enthalten. Als Abzeichen tragen die Kundgeber eine Anstecknadel mit \et $e" Mütze. Rote Fahnen
ohne »Aufschrift finb nicht zugelassen. Die Organisatoren warnen vor ber Weitergabe unten- troüierbarer Gerüchte während des Umzuges. Abgeordnete und Senatoren sollen an der Kundgebung, mit der ihnen zustehenden Schärpe angetan, teilnehmen. Nach der Kundgebung werden die Fahnen eingesammelt und in bereitstehendem Lastkraftwagen abtransportiert, um nachträgliche Zwischen- falle zu vermeiden. Die Organisatoren wollen durch die Disziplin der Linkstundgebung die Behauptun- gen der politischen Gegner widerlegen, daß sie nicht n o « feie.n' Zwischenfälle zu verhüten.
„Le 3our' bringt Erklärungen des Führers der Feuerkreuzler, Oberst de la Rocque, in Denen
Mailand, 13. Juli. (DNB. Funkspruch.) In der Rede des britischen Außenministers findet „Gazetta del Popolo" bemerkenswert, daß England jetzt wieder zur Politik von Stresa z u r ü ck k e h r e n wolle, also zur englisch-franzö- sisch-italienischen Zusammenarbeit. Nach Dem Flottenabkommen mit Deutschland werde England nun nicht mehr selbständig vorgehen und nicht an- dere S o n d e r a b k o m m e n abschließen, sondern an der in Stresa vorgesehenen gleichzeitigen Behandlung der kollektiven Abkommen mitarbeiten, nämlich am Lustabt o m m e n zwischen den Locarno-Mächten, dem O st p a f t und dem Donaupakt. Der Appell an Hitler zur Mitwirkung bei diesen vielseitigen Verträgen sei die Krönung des allgemeinen Teils der Rede, gegen den nichts einzuwenden fei.
Die Erklärung Hoares, daß Italien das Recht zu einer kolonialen Ausdeh- n u n g habe und daß Abessinien schweres Unrecht begangen habe, sei aber nicht ausreichend als Erklärung dafür, daß die Angelegenheit durch einen Krieg gelöst werden müßte. So einfach lügen die Dinge aber nicht. Italien werde zum Kriege getrieben, nicht nur wegen seines Rechts auf koloniale Ausdehnung, das ihm als zivi- lisatorischer Großmacht zukomme, sondern weil es durch Abessinien dazu gezwungen werde. Die Gewalttaten Abessiniens seien nicht nur ernst und schwer, sondern sie seien nicht wieder gutzumachenoe Kapitalverbrechen. Italien suche in Afrika feinen Krieg, sondern es wolle eine wirtschaftliche Durchdringung. Italien befinde sich heute in einer
Die Nachricht von einem Austritt Englands aus dem Völkerbund würde in England und in Öen Dominien mit allgemeiner Erleichte r u n a ausgenommen werden, Denn „es kann nicht durch den Völkerbund für die Sache des Friedens gewonnen werden".
Amerika mtterMt die britische Vermittlung.
Neue Erklärungen Hulls.
Stimmen erhielt. Bei den letzten Wahlen im Jahre 1932 aus denen in diesem Wahlbezirk der spätere Neusozialist Renaudel als Sieger hervorging, hatte Bartolini es nur auf knapp 1000 Stimmen gebracht. Die neu geschaffenen 6500 Wähler haben natürlich — anders ift dieser siebenfache Zuwachs nicht zu erklären in Bartolini nicht den Kommunisten gesehen, sondern den Gegner des Kandi- ™en Aer- Achten, die es zu schlagen galt, -was sich in Toulon im engen Rahmen begeben fyat wiederholt sich am 14. Juli in dem größeren Rahmen ganz Frankreichs. Ueberall, und zwar, wie gesagt, vor allem in der Provinz hat sich die sogenannte „Front populaire", die „Volks- •1 ° t gebildet, um gegen die Rechtsregierung unö deren Notverordnungen, gegen die hinter ihr stehenden kapitalistischen Mächte und gegen die als "faschistisch verschrieenen Feuerkreuzler zu demon- stneren. Denn die große Mehrheit des französischen Volkes halt, so unverständlich das auch nach der Mißwirtschaft der letzten Jahre erscheinen mag, an Dem Parlament ari^d) en Regime fest. So- gar die Führer der Frontkämpfer-„Conf6d6ration", Uder, wie gesagt, die große Uebermacht von 3,5 Millionen Kriegsteilnehmern und Kriegsopfern ge- dort, haben das mehrfach und ausdrücklich fest-
London, 13. Juli (DNB. Funkspruch). Zum Thema Italien-Abessinien werden heute von der : englischen Presse zwei Punkte in den Vordergrund > gestellt:
1. Es sei jetzt damit zu rechnen, daß der Vö 1 - kerbundsrat am 2 5. Juli ober kurz bar» auf zusammentreten werbe, nachbem die Verhandlungen des Aussöhnungsausschusses in Scheveningen zusammengebrochen seien und vor allem, nachdem die abessinische Regierung eine sofortige Einberufung bes Völkerbunbs- rates geforbert habe.
2. Sowohl in London wie in Genf würde man es begrüßen, wenn bie italienische Regie- rung jetzt ihre Beschwerden und ihre Forderungen gegenüber Abessinien genauer barlegen würde.
Die „Times" meldet, daß der Zeitpunkt der Völkerbundsratssitzung in Paris zur Erörterung kommen werde. Die Atmosphäre der englisch-französischen Besprechungen über den abessinischen Streitfall sei seit der Rede Sir Samuel Hoares augenscheinlich verbessert worden. „Daily Telegraph" erklärt, in London wachse die Ueberzeugung, daß vorder Sitzung des Völker b u n d s r a t e s eine Rücksprache zwischen England, Frankreich und Italien stattfinden sollte. Die Ausgaben des Völkerbundes würden sehr erleichtert werden, wenn Italien eine Erklärung über seine Klagen gegen die abessinische Regierung vorlegen würde, da der Dölkerbundsrat bisher nur die Gegenklage Abessiniens gegen Italien erhalten habe.
„Daily Herald" meldet, auf ber Völkerbunbsrats- sitzung werbe man voraussichtlich bie Ansicht vertreten, daß der Streit unter Arttkel 12 unb 15 ber Satzung dem Rat zur Regelung vorge- legt werden soll, und Italien sowohl wie Abessinien würden aufgeforöert werden, ihren Stand- punkt ausführlich darzulegen. ■ Man unterschätze bie Möglichkeit nicht, baß ber italienische Stanbpunkt, wenn richttg bargestellt, ft ä r f e r fei, als es jetzt erscheinen möge. Man glaube nicht, daß Italien bie in der italienischen Presse angebeutete Weigerung, ber Ratssitzung beizürn o h n e n, verwirklichen werbe, da dies eine for- । melle und endgültige Absage an ben Völkerbunb fein würbe. Die Möglichkeit, daß der Aussöhnungs- , ausschuß noch vor dem 25. Juli eine Verstän - ! bi gung erzielen ober sich auf einen fünften 1 Schiebsrichter einigen werbe, beurteile man als i unenblich gering. ,
„Daily Mail" erklärt, es würde bas beste für i England fein, sich von ber unruhe stiften- । ben Tätigkeit des Dölkerbunbes völ- ! lig fernzuhalten unb so wenig wie möglich i mit biefer gefährlichen Einrichtung zu tun zu haben, c
, , ------ _ .— x_-----, _______ unb der Unverletzlichkeit der dadurch übernommenen
fekretär H u 11 erklärte, ihm liege sehr daran, daß internationalen Verpflichtungen zur Förderung der italienisch-abessinische Streitsall bald beige» und Erhaltung des Friedens unter den Nationen legt werde. Die Vereinigten Staaten würden | der Welt interessiert.
b-
W
Dre9 bes/0
I e P0 r,
I {niile v
I jt nM Mehlich
N0I?: SMier -g"!'ft rteilt D
i W er auf
Dreysus
Stellt । luhestai (eufnant
8 $et
I Til des i bene: mann WK : tobe: : des 2 . aebungi i der De: i der be: I boote" ■ Polizei : nen, n i den ist, ! (ter oc i lunef : ticrende ' Volks > vngesiel • nisfe : noch m : Direk
Seme ! Todes ö Zündung I Bmftäno san der vHmchstl
i
Nri,
■ Lortt II buche j) sSomstac ÜUnrufjen IBwei 9 «ersetz HDöt wiel Wen letzte Uten Zch Mar. Ein
mampf i We Querte
Hwitöi ! W die Meten
jwuiüer Di
•hi“ W St ,
Mr U SQni<rb| k°u>-
BDnWt b< Äm tz «'Nen be» H in tz
®urie nwm Hl
Hatten, t »ongegi BfiBurfgeh Welte Montierte Minen, Müsse a


