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Sie wird jedoch nur bis zur Höhe von 6 Wochen verhängt und ist, was den verschärften Arrest an- betrifft, der Gefängnisstrafe gleichzusetzen. Voll­streckt wird der Arrest bei Wasser, Brot und har­tem Laaer.

Der Nedner aab zu, daß in den 2higen von Laien die Militärgerichte als außerordentlich streng und hart angesehen werden müßten. Dies sei aber im Interesse der Disziplin und Zucht der Truppe unbedingt erforderlich, und dies Interesse bestimme auch in erster Line die Höhe der Strafe. Beson­ders schwere Strafen würden verhängt bei Kame- radenoiebstahl und bei tätlichem Angriff auf Vor­gesetzte. Das Soldatenleben verlange unbedingtes Vertrauen und strengen Gehorsam. Milde sei da­her bei Verstößen dagegen unter keinen Umständen angebracht. Anderseits sei der Soldat geschützt ge­gen tätliche Angriffe von Vorgesetzten und Zivil­personen. Insbesondere gegen letztere sei eine ener­gischere Abwehr von Angriffen zulässig als allge­mein. Mit dem Hinweis darauf, daß auch Straf­taten, die vor Eintritt in das Heer begangen wur­den, mit dem Eintritt in das Heer unter die Zu­ständigkeit der Militärgerichte fallen, schloß der Redner seine Ausführungen.

Oberheffen.

Aufträge nur an Mitglieder der DAF.

Die Kreiswaltung Gießen der Deutschen Arbeits­front teilt uns mit: Die Deutsche Arbeitsfront ist die Gemenschaft aller schaffenden deutschen Volks­genossen. Jeder Volksgenosse, der ihr angehört, bringt zum Ausdruck, daß er gewillt ist, am Auf­bau unseres deutschen Vaterlandes mitzuarbeiten. Deshalb haben die Gemeinden Allendori a. d. L d a. und A l l e n d o r f (Lahn) beschlossen, in Zu­kunft Aufträge nur noch an diejenigen Betriebe zu vergeben, deren Betriebsführer und Gefolgschaft ge­schlossen in der Deutschen Arbeitsfront stehen.

Landkreis Gießen.

5 Reiskirchen, 11. Nov. Dieser Tage wur­den die gespendeten Kartoffeln für das Winterhilfswerk von Reiskirchen und Um­gegend am hiesigen Bahnhof eingeladen.

* Reiskirchen, 11. Roo. Am Sonntag wurde hier unter großer Anteilnahme der Bevölkerung der in der Klinik zu Gießen an den Folgen einer Blut­vergiftung verstorbene Oberpostschaffner Heinrich Damm zu Grabe getragen. Der Turnverein, der GesangvereinHarmonie", die Briefträger des Postamtes Gießen und viele Einwohner unseres Ortes gaben dem Entschlafenen das letzte Geleit. Der Ortsgeistliche hielt eine eindrucksvolle Grab­rede. Vertreter der Vereinigungen, denen der Ver- torbene angehörte, legten Kränze nieder. Der Ge- angverein vertiefte die Trauerfeier durch zwei Vie­rer. Wie uns von einem Angehörigen des Ver- torbenen, entgegen einer früheren Meldung, mit» »teilt wird, hatte sich der Entschlafene, der am Freitag voriger Woche die Wunde bemerkte, sofort in ärztliche Behandlung begeben. Leider konnte er trotz aller Bemühungen nicht mehr gerettet werden.

J) Großen-Linden, 11. Nov. Am gestrigen Sonntag fand im Saale des Gastwirts Ludwig Schaum eine Lokalschau des Geflügel- zuchtvereins statt. Als Preisrichter war Herr L. Mögt (Echzell) verpflichtet worden. Das Er­gebnis war folgendes: Hühner: Orpington, gelb: Frau Spruck, 1., 2. Pr. und einmal gut; Wyan- dottes, Silber: Alfred Jung, Zuschlags-Ehrenpreis (ZE.), 1., 2., 3. Pr., zweimal sehr gut, zweimal gut; Ewald Faber, einmal gut. Leghorn, weiß: Alt­bürgermeister Leun, ZE.; Willi Zahrt, einmal gut; Ewald Faber, 1., 2. Pr., einmal gut. Rheinländer, schwarz: Ludw. Hantel, ZE., 1. Pr., einmal sehr gut, einmal gut; Karl Heß IV., 1., 2., 3. Preis. Ham­burger Schwarzlack: W. Sommerlad, 1. Pr., einmal gut. Leghorn: 1,2 Stamm: W. Sommerlad, einmal gut. Zwerge: Langshan, schwarz: Wilh. Walter, ZE., zweimal sehr gut, zweimal gut; Karl Theiß, 1., 2. Preis. Rhodeländer, rot: PH. Zimmermann, einmal gut, Wyandottes, schwarz: Willi Zahrt, 1. Pr. Wyandottes, dunkel: Alb. Junker, ZE., dreimal 1. Pr., einmal gut. Wyandottes, rebhuhnfarb.: Alb. Junker, 1. Pr., einmal sehr gut. Wyandottes, gold: Johannes Dietz, ZE., 1., 2., 3. Pr., einmal gut. Antwerpener Bartzwerge, schwarz: Ludw. Weigand, ZE., dreimal 1. Pr., einmal gut; Hans George, einmal gut Tauben: Brünner Kröpfer, schwarze: Hans George, ZE., 1. Pr., einmal gut. Schönheitsbrief­tauben, mit gelben Binden: Ph. Zimmermann, zwei­mal gut, 1. Pr. Schönheitsbrieftauben, rotgehäm­mert: Willi Zahrt, zweimal gut. Weiter wurde eine

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Vornan von Frank $. Braun.

S Fortsetzung Nachdruck verboten!

Er nickte herzlich.Ich lasse Ihnen die Unter­lagen zugehen. Gleich morgen früh, mein lieber Herr Zerny." Dann ging er hinaus.

Lena Bassenberg sah, wie er in den Garten trat. Die Loggiatür blieb offen. Sie folgte ihm auf die Veranda.

Um Gottes willen", flüsterte sie,mit was für Summen rechnest du! Es ist ganz ausgeschlossen, daß Bernhard solche Beträge flüssig machen kann!"

Krämervolk!" zischte Basilius.Es bleibt bei der Zahl. Deine Sache, wie du ihn überzeugst."

Aber ich vermag das nicht! Habe doch Mitleid, Basil. Was soll ich meinem Mann sagen?"

Die Wahrheit, wenn du es vorziehst!"

Sein kalter Hohn warf sie um. Sie hielt sich an der Tür fest.Basil!", hauchte sie,du treibst m.ch zum Aeußersten!"

Psst!", machte er. Aber es war ungewiß, ob die Warnung noch rechtzeitig gekommen war.

Hab Erbarmen ..bat sie und brach ab.

Eine fremde Stimme sagte:Ich darf Sie hier wegführen, gnädige Frau; die Gartentüren sind ge­öffnet, und es ist kühl draußen."

Zerny war da. Er bot ihr mit ruhiger Ent­schlossenheit den Arm. Den Mann in der Dunkel­heit übersah er. Aber es war klar, daß er einen Teil des Gesprächs, vielleicht alles gehört hatte.

Einen Moment stand Basilius unschlüssig. Sein Gesicht verzerrte sich.Der Narr", grollte er,der grüne, dumme Narr ..."

Dann gab er sich einen Ruck und sprang in den Garten.So geht das nicht", knirschte er und lief zur Straße.

Am Gitter stieß er einen dünnen, hellen Pfiff aus. Sofort löste sich aus dem Schatten eines Torbogens eine Gestalt. Jean Jolly kam über den Fahrdamm. Sie sprachen zwei Minuten miteinander; dann zog sich Jolly wieder in den Schatten der anderen Straßenseite zurück.

Basilius wandte sich eilig zum Haus zurück. Die Türen waren geöffnet wie vorher. Als er wartete.

Das Winterhalbjahr der Volksbildungsstätte Gießen.

Mit einem Eröffnungsabend am heutigen Diens­tag, 20,15 Uhr, im Studentenheim wird die Dolks- bildungsstätte (Volkshochschule) Gießen im Dolks- bilüungswerk der NSDAP, wieder ihre Tätigkeit aufnehmen. Schon sind die Arbeitspläne überall veröffentlicht. Die Lehrgänge mit Angaben von Zeit und Ort sind bekanntgegeben. So soll hier noch ein Wort über die Aufgabe und Bedeutung dieser Ar­beit gesagt werden.

Volksbildungsstätte, das Wort sagt, was wir wollen: Bildung vermitteln, Bildung wachsen las­sen, die völkisch, oolksgebunden ist, die Volk schaf­fen, Volk bilden soll. Wir müssen Volk werden. Das ist wohl die vordinglichste Aufgabe, die uns gestellt ist. Das ist die Forderung unserer Zeit, an die deutschen Menschen. Diese Aufgabe lösen heißt für uns, das Schicksal meistern. Versagen bedeutet Fort­setzen oder gar Beschleunigen des Niedergangs.

Wir müssen dem Begriff Bildung einen neuen Inhalt geben. Bildung ist niemals abhängig allein von dem Grad des Wissens, das ein Mensch besitzt, noch weniger von der Zahl der abgelegten Prüfun­gen, oder gar von einem Titel, einer Gehaltsstufe oder dem Vermögen. Wir können nur dort im völkischen Sinne von Bildung reden, wo Wissen und Können von allen eigensüchtigen Zielen befreit eingesetzt werden zum Wohle anderer Menschen, zum Wohl unseres Volkes. Der besitzt Bildung nach nationalsozialistischer Auffassung, der mit den ihm eigenen Gaben des Körpers, des Geistes und der Seele seinen Mitmenschen dient, der, dem Bildung die Triebfeder zu sozialer Lebenshaltung geworden ist. Gemeinschaft baut sich nicht auf Nehmen und Fordern auf, sondern stets durch Hingabe, Selbst­aufgabe, Opfer. Wir haben in der Volksbildungs­stätte den Ort geschaffen, wo wir unseren Volks­genossen aller Stände und Berufe Wissen, Erkennt­nisse, Fertigkeiten vermitteln wollen, damit sie in solchem Sinne gebildete Menschen werden: Men­schen, die vorwärtsstreben, um andere nachzuziehen, Menschen die Kräfte sammeln um andere zu stützen, Menschen die ihren Blick weiten, um andere schauen zu lassen, es gibt heute so viele, die feststellen, daß eine neue Zeit neue Erkenntnisse gebracht hat, die zu neuen Forderungen nötigen. Sie sollen kommen und sich die Vorttäge über unsere Geschichtsbetrach­tung anhören. Es gibt so viele, die über die Her­kunft des deutschen Menschen, über die Besiedlung des deutschen Raumes in der vorgeschichtlichen Zeit etwas hören möchten; einer unserer Lehrgänge wird ihm Gelegenheit geben. Zeitungen und Zeitschriften bringen oft Berichte über neuere Dichter; in zusam­menhängenden Vorträgen kann man sich einführen lassen in ihre Werke, man wird von den Beweg­gründen und Kräften hören, die sie entstehen lie­ßen. Auf Reisen, Wanderungen und Fahrten, beim Gang durch unsere schönen deutschen Städte grüßt uns manch stolzes Bauwerk aus einer längst ent­

schwundenen Zeit. Sie sind steingewordene Gedan­ken großer Männer. Von ihrem Denken und Schaf­fen, von ihren Werken hören wir in dem Lehrgang über deutsche Baukunst. Ein Lehrgang wird beson­ders die volksdeutsche Frage behandeln, er wird berichten von deutschem Volkstum, das die Staats­grenzen überschritt, oder das durch solche vom Volkskörper losgerissen, wurde. Die Bedeutung die­ses volksdeutschen Denkens wird hier herausgestellt und als Schicksalsfrage des gesamten deutschen Vol­kes zu erkennen sein. Der Staat erläßt Gesetze zur Erhaltung und Gesundung unseres Volkes. Der NS.-Aerztebund bringt in einer Vortragsreihe die erforderlicbe Aufklärung und Begründung. Gerade dieser Lehrgang darf wohl besonders empfohlen werden, da die in ihm zu behandelnden Fragen heute brennender sind denn je. Die Zeitungen mel­den von Kämpfen in Abessinien. Das nordöstliche Afrika, Aegypten, der Sudan, Arabien rücken in unseren Blickpunkt. Einer, der Land und Leute, Sitten, Sprache und Volkstum jener Menschen und Völker auf Forschungsreisen in mehrjährigem Aufenthalt kennen lernte, wird wohl in der Lage fein, in seinen Lehrgängen lebendige Berichte und wertvolle Erkenntnisse zu geben. Manch einer hat Sprachen gelernt in feiner Jugend. Jetzt ist so vie­les vergessen. Die Sprachkurse der Volksbildungs­stätte wollen helfen. Französisch und Englisch sind vorgesehen. Besteht wirklich Bedarf, dann können andere Lehrgänge folgen. Und zum Schluß noch die schöne Musika: fingen und musizieren zur eigenen Freud. In der Volksbildungsstätte geht es nicht um Virtuosentum. Wir wollen weder Konzertkünstler heranbilden, noch solchen irgendwie den Rang ab­laufen. Hier soll fingen wem Singen Freude macht, und musizieren, wer die Gaben und ein fröhlich Wollen mitbringt.

So soll gearbeitet werden in der Volksbildungs­stätte. Auch diese Arbeit ist und will nichts sein als ein ganz bescheidener Dienst am Volke, und dazu sollte doch manch einer wirklich Lust und Liebe haben und auch ein wenig Zeit.

Und eines möchten wir noch bemerken: die Volks­bildungsstätte ist heute eine Einrichtung der Par­tei, die dem Gauschulungsamt unterstellt und in das Volksbildungswerk eingegliedert ist. Und wir hof­fen und erwarten, daß die Partei und ihre Glie­derungen lebhaft für diese Einrichtungen werben.

Wer noch mehr hören will, den laden wir herz­lichst ein zum Besuche unseres Eröffnungsabends, der am heutigen Dienstag, 20.15 Uhr, im Studen­tenheim ftdttfin'bet und der neben musikalischen Darbietungen einen Vortrag von Prof. D u k e n bringt.

Die Kurse beginnen am Mittwoch, 13. November, in der Universität. Der Arbeitsplan ist in allen Buchhandlungen kostenlos erhältlich. (Siehe gestrige Anzeige.)

Voliere gezeigt, besetzt mit 1,2 Goldfasanen von Heinrich Krahl.

"Y Watzenborn-Steinberg, 11. Nov. Am Samstag und Sonntag veranstaltete der hiesige Geflügelzuchtverein im SaaleZum gol­denen Stern" eine gut beschickte Lokalausstellung. Der Ausstellungsleitung (Karl Burger, Otto Häuser und Otto Weiß) war es gelungen, durch eifrige Werbetätigkeit eine schöne und gutbestellte Schau auszurichten. Als Preisrichter amtierte Herr Jäger (Ober-Hörgern). Nachstehend ein Auszug aus dem Ergebnis (Note fg = sehr gut, g = gut, b = befriedigend. E = Ehrenpreis): Hühner: Wyandottes, schwarz: Karl Philipp IV 2 fg, 1 g, 1 E. Rhodeländer: Heinrich Sommer 2 fg, 2 g, 1 E. Barnevelder, schwarz: Heinrich Lauber 4 g. Italie­ner, rebhuhns. rosenk.: Karl Dem 1 fg, 2 g, 1 E; gestreift: Ludwig Heß 2 fg, 2 g, 2 E; gelbe: Otto Weiß 2 fg, 2 g, 1 E; Schwarze: Ludwig Dem II. 2 fg, 2 g, 2 E. Rheinländer, schwarz: Wilhelm Peußer 2 fg, 1 E; Wilhelm Schwindt 1 fg, 1 E; Karl Andermann 2 g. Langshan, schwarz: Heinrich Lauber 1 fg, 4 g, 1 E. Wyandottes, gold: Otto Häuser 5 g. Rhodeländer: Heinrich Haas III. 1 fg, 2 g, 1 E. Holländische Weißhauben: Georg Jammer 3 sg, 1 g, 2 E. Deutsche Zwerge, goldf.: Otto Weiß 3 sg, 1 g 1 E. Neuenglische Zwergkämpfer, birken- farbig: Karl Philipp IV. 8 sg, 2 g; silberrücken, silber- halsig und weizenfarbig: Heinrich Pfeiffer 6 sg, 2 g, 1 b, 1E. Altmod. Zwergkämpfer, Porzellans.: Otto

Häuser 2 sg, 1 g 1 E. Rotscheck-Zwergkämpfer: Hein­rich Ruhl 3 sg, 1 g, 2 E. Silber-Sebright: Karl Burger 4 sg, 6 g, 2 E. Wassergeflügel: Khaki-Campell: Ludwig Heß 2 sg, 2 g, 1 E. In­dische Laufenten, weiß: Karl Philipp IV. 2 sg, 1 g, 1 E. Tauben: Straßer, blau: Karl Philipp IV. 2 fg, 1 g, 1 E. Altdeutsche Kröpfer: Karl Weiß IV. 3 fg, 3 g; Karl May 2 sg, 1 b, 1 E. Starenhälse: Ludwig Heß 1 fg, 1 g, 1 E. Französische Badetten: Heinrich Ruhl 3 sg, 1 g 2 E. Jugendgruppe: Hühner Langshan: Otto Schmandt 2 SLA, 1 LA, porzellanfarbige, federfüßige: Karl Pitz LA. Tau­ben: Altdeutsche Kröpfer: Karl Pitz SLA; Karl Weiß LA. Brieftauben: Otto Häuser LA. (SLA = sehr lobende Anerkennung, LA = Lobende An­erkennung.

d Grüningen, 12. Nov. Der langjährige Untererheber und Kirchenrechner Wilhelm Heinrich L e i d i ch , dahier, feiert am 15. November seinen 8 3. Geburtstag. Möge er diesen Taa in seither gewohnter Frische Des Geistes und des Körpers im Kreise seiner Familie mit seinen noch fünf Ge­schwistern feiern. An Silvester d. I. haben diese fechs Geschwister 463 Lebensjahre zurückgelegt.

öd Eberstadt, 11. Nov. Bei den ersten Winter­hilfesammlung 1935/36 wurde in unserem Dorfe 26,50 Mark aufgebracht. Auch der Verkauf von Wohlfahrts - Postkarten und -Briefmarken brachte ejnen guten Erlös. Die neue G e - meindeverwaltung, die aus dem Bürger-

eine Gelegenheit abpaffen wollte, unauffällig wieder einzutreten, rief ihn Lena an. Sie war dem Sekre­tär wieder davongelaufen und hatte auf Basilius gewartet.

Sie packte seinen Arm. Plötzlich war sie seine Ver­bündete.Zerny ahnt etwas", rief sie halblaut. Was soll ich tun, wenn er mich fragt?"

Basilius nahm ihre Hand von feinem Arm.Ver­tröste ihn auf morgen", sagte er.

Aber Zerny kann noch heute nacht zu meinem Mann gehen und ihm sagen, was er erfahren hat, als er lauschte. Dann ist alles verloren!"

Nein!", sagte Basilius.Wenn Zerny wirklich etwas gehört hat, wird er es nicht Deinem Mann sagen."

Sondern?" Sie stand vorgebeugt. Seine Sicher­heit verblüffte sie. Er kannte doch den Sekretär kaum.

Basilius setzte sich schon in Bewegung und ging in das anstoßende Zimmer.Sondern Zerny wird sein Wissen bei sich behalten und es mit ins Grab nehmen", beendete er ihren Satz ganz unbewegt.

Sie folgte ihm. Der Mann hatte die Gefahr nicht begriffen, oder er unterschätzte sie. Sie war ratlos, ohne Hoffnung beinahe.

Ihr allererster Entschluß fiel ihr wieder ein: sich Farrenkorn anvertrauen. Farrenkom war der ein­zige Mensch, der hier raten konnte. Er war auch der einzige Mann, der unbedingt schweigen würde, wenn sie es von ihm forderte. Farrenkorn liebte Lena Bassenberg.

Sie wußte, Liebe ist ein Wort, bas hundert Schattierungen bezeichnen muß. Farrenkorns Liebe zu ihr war besonderer Art. Es war eine abgeklärte Liebe, eine Liebe ohne Wünsche für die eigene Person.

Nie hatte es ein Wort zwischen ihnen gegeben, das nicht Bernhard, ihr Mann, hätte hören dürfen, keine Gebärde, die versteckt werden mußte. Aber im Empfinden war vollkommene Klarheit zwischen ihnen. Sie wußte, es gab einen Menschen auf der Welt, auf den sie sich bedingungslos verlassen konnte. Farrenkorn setzte ihre Person höher als die eigene.

Solches Wissen verpflichtet. Nie hatte sie ein Spiel gewagt, eine Probe gewünscht. Wenn sie jetzt zu ihm ging, sich ihm näher anvertraute als dem eigenen Mann, würbe er zum erstenmal den äuße­

ren Beweis empfangen, baß sie ihn nicht verkannt hatte.

Würbe er ihr helfen können, konnte überhaupt ein Mensch hier helfen?

Sie überlegte. Farrenkorn war nicht mehr jung, so alt wie ihr Mann. Aber er war krank. Sein Herz wollte nicht mehr. Sie bachte an ihn, als sie zögerte. Soll ich meine Last auch ihm noch auf- bürben? Geteiltes Leib ist nicht halbes, fonbern boppeltes Leib unter Menschen, bie sich nahestehen. Aber sie entschloß sich. Allein ertrug sie es nicht länger.

Als sie Farrenkorn ohne Zeugen im Zimmer traf, flüsterte sie ihm zu:Ich muß dich schnellstens allein sprechen, Franz. Sage niemandem etwas. Geh in den Wintergarten."

Er sah ihr verstörtes Gesicht und nickte sofort. Er wollte sich unauffällig absondern, da brachen gerade die anderen Gäste auf, und er mußte noch bleiben.

Der Konsul und Zerny geleiteten Pagel, Basilius und den kleinen Bankier durch den Garten. Die Straße lag dunkel. Bilsa hatte seinen Wagen da, er stieg ein. Pagel hatte sich für die Heimfahrt bei ihm eingeladen, wahrscheinlich versuchte er dem gemeinsamen Nachhauseweg mit Basilius auf solche Art zu entgehen. Er stieg zu Bilsa. Der Konsul stand am Schlag. Ein paar Worte flogen noch hin und her.

Basilius war mit dem Sekretär ein wenig zu­rückgeblieben. Sie standen ganz im Schatten. Basi­lius lüftete als erster feinen Hut.Auf Wieder­sehen, Herr Zerny", sagte er,ich lasse Ihnen schon morgen einmal bie Pläne ber Ziegelei unb Renta­bilitätsberechnungen zugehen."

Zerny sah über bie Hanb hinweg, bie ihm ent­gegengestreckt würbe.Sie sind ein Erpresser", sagte er und beugte sich vor.Ich habe Ihre Unterredung mit Frau Konsul Bassenberg mit angehört."

Haben Sie gelauscht?" Basilius mußte Zeit ge­winnen. Was Der Mann eben gestand, hatte er schon lange gewußt. Die Gegenmine war bereits gelegt. Er sah in die Dunkelheit, sah sich um niemand beobachtete sie.

Gedämpft zischte der Sekretär:Ich weiß noch nicht, um was es sich handelt; aber ich werde es erfahren unb bann ..."

Nein", sagte Basilius. Er hatte kein Zeichen

meister G ö r l a ch, ben beiben Beigeorbneten Karl Rühl unb Hermann Eich, sowie ben vier Ge- meinberäten Ortsbauernführer Paul Görlach, Heinrich Müller, Ph. Weisel II. unb Richard Görlach besteht, wurde dieser Tage verpflichtet. In einer ersten Sitzung wurde bie Durchfüh­rung einer größeren Notstanbsarbeit beschlossen. Bei ber am gestrigen Sonntag burch bie NS.-Frauenschaft burcygeführten Eintopf- gerichtsammlung wurden 27,65 Mark aufge­bracht.

* Bellersheim, 12. Nov. Am morgigen Mitt­woch, 13. November, können der Dreschmaschinen­besitzer Ernst Bopp unb Frau Marta, geb. Rumpf, das Fest ber silbernen Hochzeit feiern.

I Lich, 11. Nov. Unter großer Beteiligung ber Einwohnerschaft wurde am gestrigen Sonntag der Postmeister i. R. Rau, der ein Alter von 73 Jah­ren erreicht hatte, zu Grabe getragen. Die Trauer­feier auf dem Friedhof wurde mit Spiel des Po­saunenchors, zu dessen fördernden Mitgliedern der Verstorbene seit der Gründung des Chores gehört hatte, eingeleitet. Stiftsdechant Kahn schilderte in seiner Ansprache die Treue des Verstorbenen in seiner Familie unb in seinem Beruf, ganz besonders auch seine Verbundenheit mit der oberhessischen Heimat, für bie er als Freund des Wanderns und des Obstbaues allezeit in Wort und Schrift warb. Auch als Forscher in der Geschichte seiner Heimat gebühren ihm besondere Verdienste. Der Verewigte war ein treues Glied der evangelischen Kirche unb förberunge namentlich bie Bestrebungen bes Posau­nenchors. Der Zweigverein Lich bes Vogelsberger Höhenklubs, besten Dorsitzenber Postmeister R a u viele Jahre lang war, hatte bem Verstorbenen einen prachtvollen Kranz gewidmet. Für den Verkehrs­und Verschönerungsverein würdigte Lehrer H i l b als Vorsitzender die Verdienste des Verblichenen um feine Heimatstadt. Der Verstorbene wirkte als Postoerwalter in Laubach unb in Lollar, bie 22 letzten Jahre seiner Dienstzeit als Leiter bes Post­amts in Lich, seiner Heimatstabt.

- L i ch, 11. Nov. Das biesjährige H a u p t f ch i e - ße n ber Schützengesellschaft L i ch kam an ben letzten Sonntagen zur Durchführung. Die Be­teiligung war recht rege. Es wurden durchweg be­achtliche Resultate erzielt. Am geftrigen Sonntag­abend wurde die Preisverteilung imLöwen" vor- genommen, bei der eine stattliche Anzahl schöner Preise zur Verteilung gelangte. Die Würde des Schützenkönigs errang Wilhelm Krauß, bie bes 1. Ritters Heinr. Textor, bie bes 2. Ritters Dr. Hermann Otto Erbprinz zu Solms-Hohen- s o l m s - L i ch. Den Wanberpokal errang in bie» fern Jahre Hch. Textor. Beim Schießen auf die Fest- scheibe wurde 1. Sieger Willy Hahn mit 79 Ringen, 2. Dr. Hermann Otto Erbprinz zu Solms-Hohen- solms-Lich (77), 3. Wilh. Krauß (77), 4. Hch. Textor (74 Ringe). Beim Stand auf 100 Meter erzielte den 1. Preis Hch. Textor, den 2. Jul. Jhring, 3. Willy Hahn. Im Kleinkaliberschießen wurde 1. Preisträger Willy Hahn mit 35 Ringen, 2. Herrn. Alles (35 R.), 3. bis 6. Chr. Rau, Dr. Hermann Otto Erbprinz zu Solms-Hohensolms-Lich, Jul. Jhring, Hch. Textor (mit je 34 Ringen), 7. bis 9. Karl Nickel, Hermann Uhrhan, Friedel Schmidt (mit je 33 R.), 10. unb 11. Kurt Alles, Kurt Peter (je 32 Ringe). Beim Klein­kaliberschießen der Hitlerjugend wurde 1. Sieger Wilh. Stark, 2. Walter Schmidt, 3. Fritz Rupp, 4. Karl Hofmann, 5. Wilh. Lerch, 6. K. Alfen, 7. Karl Roth, 8. Karlheinz Schieferstein, 9. Otto Karl Kahn, 10. Theodor Rinker.

* Muschenheim, 11.Nov. Die hiesige Orts­gruppe der NSDAP, veranstaltete in der Turnhalle eine Kundgebung, in der Gauschulungs­leiter Pg. E i s e n t r a u t sprach. Die Versammlung dankte dem Redner mit starkem Beifall. Heute wurden die Winterhilfskartoffeln ver­laden, es konnten zirka 250 Zentner verschickt werden.

ch Lauter, 11. Nov. Bei der gestrigen Ein» topf-Haussammlung kam hier ein Betrag von 20,85 RM. zusammen.

# Göbelnrod, 11. Nov. Bei der diesjährigen Kartoffelablieferung für das Winter- hilfswerk wurde in unserem kleinen Dorfe die ansehnliche Menge von 95 Zentner an die Orts­gruppe Saasen abgeliefert. Bei der gestrigen Eintopfsammlung konnte hier ber Betrag von 15,60 Mark erzielt werben.

Viel ruhiger werden 1

.. auf Kaffee Häg umstellen!

gegeben; er hatte einfach verabrebungsgemäß ben Sekretär isoliert unb bann abgewartet.

Er war nicht überrascht, als spukhaft hinter Zernn bie dunkle Gestalt auftauchte, als sich die Faust hob und wuchtig herabfiel auf des Sekretärs Hinter­kopf. Es gab einen dumpfen Ton, dann geschah ein Fall. Zerny war zu Boden gestürzt. Die dunkle Ge­stalt verschwand augenblicks wieder; geschluckt von der Nacht.

Zwei, drei Sekunden wartete Basilius, dem Freunde Vorsprung zu geben, dann schrie er auf, schrie so grell, daß der Konsul entsetzt herumfuhr.

Da sahen sie es alle, der Konsul und die beiden im Wagen. Basilius stand gegen das Gitter ge­lehnt er hielt die Hände vor sein Gesicht, man er­kannte, er war taumelnd zurückgeprallt. Vor seinen Füßen lag ber reglose Sekretär.

Sie hoben ihn auf. Stammelnb berichtete Basi­lius. Inzwischen verging kostbare Zeit. Der Mür­ber entkam. Als sie ben Sekretär in bas Auto hoben unb zur nächsten Unfallstation brachten, spür­ten sie schon, baß sie einen Toten fuhren. Sie sahen sich an; alle leichenbleich.

Der Revierarzt stellte ben Tob fest. Hervorgerufen durch einen wuchtigen Schlag mit einem stumpfen Gegenstand einem Stein vermutlich auf den Hinterkopf. Die Schädeldecke war zertrümmert.

Die sofort eingesetzte Polizeistreife fand weder die Mordwaffe noch eine Spur des Täters. Bald darauf setzte zum Unglück noch ein Regen ein unb verwischte bie letzten Möglichkeiten.

Polizeihunde hin!" befahl der Revierwacht­meister,das ist bie letzte Möglichkeit."

Dann roanbte er sich ben Herren roieber zu. Basi­lius erbat sich polizeiliche Begleitung in fein Hotel. Seine Zähne klapperten. Er rogr immer ein guter Komöbiant gewesen.

Es hätte mir so gut geschehen können wie Ihrem Sekretär, Herr Konsul", sagte er.Wir stauben nebeneinanber. Ich sah ben Mörber nicht, ich sah einen Schatten unb" er schüttelte sich.

Der Revierwachtmeister hatte Verstänbnis mit bem Verstörten unb gab ihm einen Beamten zum Geleit mit. Dann beckte er ben Toten mit einer Zeitpläne zu. Zwei Leute trugen bie Bahre hinaus. Ihre Hantierungen waren Selbstverstänblichkeiten unb blieben boch unfaßlich.

(Fortsetzung folgtI)