Kür den Bücheriisch.
unmittelbar von ihm selber".
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Dichterische Selbstbiographie
Leser.
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alten, als Geschenk und Besitz.
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Marschall pilsudskis Vermächtnis
Abessinien
europa gewidmet war.
TELEFUNKE
walten zusammen, „vor denen es keine Gnade gibt. Es hat seine eigenen Gesetze, denen sich niemand entziehen kann. Sie sind anders, als Katheder und Kanzel sie lehren, aber drum von Gott. Vielleicht
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— Wilhelm Schmidtbonn: Der dreieckige Markt pl atz. Roman. Brosch. 3,50, Ganzleinen 4,80 Mk. Prophyläen-Verlag, Berlin. — (327) — Schmidtbonn erzählt mit Liebe und Wärme die Geschichte zweier Freunde aus dem letzten Viertel des 19. Jahrhunderts, und es wird zugleich eine kleine Entwicklungsgeschichte seiner Vaterstadt Bonn. Wie diese verträumte, heitere, rheinische Stadt mit ihrem altertümlichen dreieckigen Marktplatz, um den die kleinen niedrigen Giebelhäuser stehen, sich nach dem Kriege 1870/71 unter dem Einfluß einer neuen Zeit allmählich wandelt, wie die alten Häuser verschwinden oder immer höher werden, wie auf den Wiesen am Rhein, auf denen noch der Knabe spielte, Fabriken emporschiehen, wie auch der Mensch sich wandelt, härter wird, rascher, energischer, unduldsamer — das ist aus einer heute noch lebendigen Erinnerung und einem warmen Herzen heraus geschrieben. Zu Symbolen dieser Entwicklung werden die beiden Freunde Baß und Käß, der erfolgreiche Tatmensch und der stillere Träumer, die Unzertrennlichen, die doch eines Tages mit erhobenen Fäusten auf dem Marktplatz sich gegenüberstehen, bis die alte Freundschaft die Männer, die längst Väter, ja Großväter geworden sind, wieder zusammenführt. Zwischen ihnen steht die zarte, rübrende und doch non rheinischer Lebensfreunde erfüllte Figur des Wilhelminischen, geliebt von beiden Freunden, geheiratet von Baß, Mutter eines
— Max Halbe: Scholle und Schicksal. Geschichte meines Lebens. 440 Seiten. Geh. 2,50 Mark, Leinen 3,80 Mark, Verlag Knorr & Hirth, München. — (311) — Max Halbe, der Dichter der „Jugend", feierte dieses Jahr seinen 70. Geburtstag. Er wurde am 4. Oktober 1865 zu Güttland an der Weichsel geboren und entstammt einem alten nieder- sächsischen Bauerngeschlecht, das wahrscheinlich schon zur Ordenszeit im Weichselgau Fuß faßte. Dies Erbe der Vergangenheit stellt Halbe in den geistigen Hintergrund seines Buches „Scholle und Schicksal", das gleichzeitig die Geschichte seines Lebens ist. In der Darstellung ist Entwicklung einer Persönlichkeit, Bekenntnis und größeres Zeitgeschehen vereint. Es ist der Lebensweg des Dichters von der Ostmark nach dem deutschen Süden, wie er von so manchen Dichtern und Künstlern gegangen wurde, um aus der Verschmelzung gegensätzlicher Elemente besonders schöne Frucht zu tragen. Besonders anziehend wirken die Kapitel aus Halbes Jugend in ihrem blutvollen Umfassen einer ganzen Landschaft. Sehr reizvoll dann die Einblicke in die Aufenthalte seines Lebenswegs, in das Berlin der achtziger Jahre mit seinem Literaturbetrieb, in das Studentenleben Heidelbergs und schließlich in das München, das für ihn zur zweiten Heimat werden sollte. Eine Fülle der Gestalten und Begegnungen mit den Großen und Kleinen dieser Welt, aber auch ein ehrliches Bekenntnis der eigenen Irrungen und Wirrungen, Kämpfe und Zweifel, bis zum überraschenden, strah- lenden Erfolg seines westpreußischen Lrebesdramas, der „Jugend".
— Ina Seidel: Meine Kindheit und Jugend. Ursprung, Erbteil und Weg. 192 Setten. Mit fünf Bildern auf Kunstdrucktafeln. Leinen 3,50 Mark. Deutsche Verlags-Anstalt, Stuttgart und Berlin. — (292) — Vor kurzem hat Ina Seidel, woran wir im Feuilleton erinnert haben, ihr 50. Lebensjahr vollendet; etwa zu gleicher Zeit erschien dieses Buch — „für mein Enkelkind Ina Christiane" — ein Buch, das fast aktuell genannt werden darf, weil es von Ursprung und Erbteil handelt in einer Zeit, da man sich bei uns um Familie, Tradition und Herkunft mehr zu kümmern beginnt, als das je zuvor der Fall war. Wesentlich ist freilich, daß solche Bemühung über den sonst meist sehr privaten Umkreis hinaus allgemeines Interesse und beispielhafte Gültigkeit verdient, wenn es sich, wie hier, um autobiographische Aufzeichnungen, Erinnerungen und Betrachtungen einer Dichterin vom Range Ina Seidels handelt. „Dieser Bericht", so sagt sie gegen Ende des Buches selbst darüber, „hat von Anfang an nicht den Anspruch erheben wollen, eine getreue Chronik der äußeren Ereignisse meiner ersten zwanzig Jahre zu sein; ... Worauf es mir ankam, war, in großen Zügen ein lebendiges Bild vom Ursprung der Kräfte zu geben, die mein angeborenes Erbe wurden, und die Richtung des Weges zu erweisen, den ich unter dem Antrieb jener Kräfte antreten mußte." Es wird der großen Gemeinde Ina Seidels in Deutschland willkommen sein, das Bild der Dichterin, wie es sich im „Wunschkind", in den Gedichten und in allen ihren künstlerischen Aeußerungen spiegelt, so vom ganz Persönlichen her sich vertiefen und abrunden zu sehen: sie spricht von den Vorvätern und den Eltern (die Familiengeschichte der Seidels ist ja wegen ihrer verwandschaftlichen Verzweigungen wie um der vielfältig durchbrechenden hohen künstlerischen Begabung willen ungemein anziehend und aufschlußreich), 'sie erzählt von der Kindheit und Jugend in Braunschweig, in Tutzing, in Marburg und München. So verlockend es wäre, auf Einzel-
— Dr. Waclaw Lipinski: Josef Pil- sudski, der große Marschall. (Essener Verlagsanstalt, Essen. — 263). Als Sonderdruck aus der im Erscheinen begriffenen großen deutschen Gesamtausgabe der Erinnerungen und Dokumente des Neubegründers des polnischen Staates ist diese biographische Skizze des Majors Lipinski vom Militär- historischen Büro in Warschau ein Wegweiser zum Verständnis der Persönlichkeit des Marschalls und seines Werkes. Der Verfasser schildert in wenigen prägnanten Strichen die geschichtlichen Voraussetzungen für den unterirdischen Kampf um die Befreiung Polens vom russischen Joch, dem Pilsudski schon als Student sein Leben weiht. Als Sozialist tritt er zwar in den Kampf gegen den russischen Despotismus ein, aber als Nationalist steht ihm die Idee der Unabhängigkeit seines Vaterlandes stets vor der Seele. Dom Führer der Unterdrückten wird er zum Führer der Revolutionäre, als der rufsifch-japamsche Krieg die Aussicht auf Erfolg eines bewaffneten Aufstandes bietet. In Dmoski, dem Führer der Nationaldemokratischen Partei, der als Panslavist nicht in Rußland, sondern in Deutschland den Feind Polens sieht, erwächst Pilsudski in den Reihen des eigenen Volkes der erbittertste Gegner, der ihm auch noch Widerpart halten wird, nachdem das Ziel der revolutionären Arbeit Pilsudskis, das unabhängige Polen erreicht ist. Damals konnte Rußland noch siegen,' aber die zahlreichen Blutopfer polnischer Revolutionäre kündeten von dem ungebrochenen Freiheitswillen des polnischen Volks. Pilsudski arbeitete zäh weiter an der Aufstellung militärischer Kader, die für den Fall des von Pilsudski klar vor- ausqesehenen Zusammenstoßes Rußlands mit den Mittelmächten Polens Sache führen sollen. In die- sen Jahren wird Pilsudski der Soldat, der sich und eine Kameraden in sorgfältiger Kleinarbeit für den Kriea schult, um dann bei Ausbruch des Weltkrieges an der Spitze der polnischen Schutzen- abteilungen von Galizien aus gegen Kielce zu marschieren Kläglich ausgerüstet, ohne Unterstützung
neuen Geschlechtes, klingende Melodie dieses schönen besinnlichen Buches.
— W a l d e m a r K e ll e r : D i e letzteNacht anBordder„Adelaid e". Roman. 272 Seiten. Ganzleinen 4 Mark. Schützen-Verlag G. m.b.H., Berlin SW 19. — (257) — Dieses Buch liest sich so spannend in einem Zuge herunter wie ein richtiger Reißer. Aber für einen Reißer ist es zu kultiviert und außerdem zu überzeugend geschrieben; das hat seine Gründe: der Mann, der (unter einem Pseu- donyrn übrigens) die Geschichte erzählt, hat sie sich vermutlich nicht aus den Fingern gesogen; bevor er Schriftsteller wurde — unsere Leser werden sich mancher Beiträge von ihm in unserem Feuilleton entsinnen — ist er selber zur See gefahren als „Mann vor dem Mast", hat allerlei erlebt und weiß Bescheid. Da wird ihm auch diese Geschichte, ganz oder in Umrissen, begegnet sein von der letzten Nacht auf dem Frachtdampfer „Adelaide". Es wird da erzählt, was daraus entstehen kann, wenn eine einzige Frau auf ein Schiff kommt, bas sonst nur lauter Männer beherbergt. Das ist — als literarisches Motiv — nicht neu und sogar schon auf der Bühne verhandelt worden; es endet hier wie ein richtiger Kriminalroman, aber man spürt immer, daß noch ein wenig mehr dahinter steckt: es ist auch die Geschichte eines einsamen und alternden Mannes, dem eines Tages fein Herz durchgeht. Und der Umstand, daß die Geschichte, so schaurig und traurig sie endet, nicht nur spannend, sondern stellenweise auch mit trockenem Humor berichtet wird, macht sie zu einer Lektüre, die nicht bereut zu werden braucht, zumal sie Einblick gibt in eine Welt, die den meisten von uns fremd und abenteuerlich Vorkommen wird, -y-
Kriegsgeschichte und Wehrwissenschast.
— Oberstleutnant a. D. Benary: Vom Pferd zum Motor, ein Querschnitt durch 2000 Jahre in 20 Erzählungen mit 6 Bildern (Preis geb. 2,50 Mark. Meldereiter-Verlag Amend & Co. in Würzburg.) — (264) — Das ist ein ebenso anschaulich wie fesselnd geschriebenes Büchlein unseres ständigen militärwifsenschaftlichen Mitarbeiters, dessen ' Aufsätze gediegenes fachliches Wissen im anregenden Plauderton des geübten Erzählers barbieten und sich bäh er auch bei militärisch nicht vorgebildeten Lesern großer Wertschätzung erfreuen. Nach einer interessanten militärtechnischen (Einleitung, in der mit guter Begründung die Kontroverse Pferd oder Motor durch den Grundsatz sowohl als auch beseitigt wird, stellt Benary in flott hingeworfenen Skizzen die große Rolle des als treuen, unermüdlichen und unentbehrlichen Waffengefährten des Mannes in der Kriegsgeschichte aller Völker und Zeiten heraus. Nicht als Reitpferd, sondern als Bespannung der Streitwagen, in denen die Führer zum Einzelkampf zwischen den Fronten der zuschauenden Heere aufeinander losfahren, dient das Pferd bei den Völkern des Altertums. So schildert Benary den Kampf zwischen Diomed und Aeneas vor den Mauern Trojas. Wir begleiten dann germanische Reiter im Dienste Cäsars, die Eroberzmgs- züge asiatischer Steppenvölker unter dem großen Dschingis Kycm, sehen in der Sporenschlacht auf flandrischer (Ebene die letzten Ritterheere gegen»
— Josef Friedrich Perkonig. Honigraub, oder Der Hügel Sankt Joseph. Roman. 210 1 Seiten. Leinen 4,80 Mark. Verlag Albert Langen- Georg Müller, München, 1935. — (311) — Diese ’ im besten Sinne rührende Geschichte erzählt von einem alten Manne, der am Rande eines Dörfchens 1 ein bescheidenes und weises Leben führt, bis ihn an einem wunderschönen Frühlingsmorgen Mitleid verleitet, seine geliebten hungernden Bienen auf Raub zu füttern, damit sie in den reichen Stocken der Nachbarn ihre Nahrung holen. Er muß für diesen „Sündenfall" hernach freilich bitter büßen und mancherlei Ungemach auf sich nehmen. Gedemütigt von der ganzen Dorfgemeinde, gerät er in ein unruh- volles Leben urtb kann sich nur mühsam all der Anfechtungen erwehren, die ihn heimsuchen. Aber es ist dann doch wieder tröstlich zu sehen, wie unter der Bürde der Not seine gestrengen Richter ihm das harmlose Uebel vergessen und ihn aufs neue verehren und lieben, so daß er, das Vertrauen zu den Menschen wiedergewinnend, sein gütiges Herz beweisen kann und Ende seiner Tage dahinfährt, von seinem Dorfe beklagt und betrauert gleich einem Heiligen. Als das Werk eines ganz und gar deutschen Dichters — unsere Leser kennen ihn aus mancherlei Beiträgen zum Unterhaltungsteil des Gießener Anzeigers — ist dieser Roman mit der Schönheit seiner Sprache und der heiteren Zuversicht seines Glaubens eines jener willkommenen Geschenke, die uns froh stimmen und zufrieden machen.
— Ulrich Sander: Kliffsommer. Roman. 246 Seiten. Kart. 3 Mark, Leinen 4 Mark. Propyläen-Verlag, Berlin, 1935. — (273) — Ulrich Sander, in Anklam (Vorpommern) 1892 geboren, gab sein germanistisches Studium kurz vor dem Kriege auf, stand 1914 bi<T 1918, zuletzt als Offizier, an der Front, gründete 1922 eine Bauernhochschule, wurde 1933 vom Reichsunterrichtsmimster Ruft zum Leiter der nationalpolitischen Erziehungsanstalt in Potsdam ernannt und lebt jetzt als freier Schriftsteller, auf eigenem Grund und Boden, an der Ostsee. Sein erstes Buch war der vor einigen Jahren erschienene Kriegsroman „Pwmere , eine starke, persönlich gefärbte Leistung Allerdings wird man von diesem Buch her schwerlich den Anschluß an seinen „Kliffsommer" gewinnen, eher schon von dem Roman „Inge Holn/, der zwischen beiden erschien. Kliff heißt die hohe Lehmdune an der pom- merschen Küste. Aus dieser eigentümlichen Landschaft formt sich das Wesen der Menschen, die dort wohnen, erwachsen ihre Leidenschaften und> ihre Schicksale — zwischen Liebe und Tod: das sind die beiden Pole, die elementaren Gewalten, Mischen denen das Dasein der Menschen am Kliff, der eingeborenen wie der zugereisten, der Äscher, der Bauern und der Sommergäste, sich , in diesem Roman — vollzieht. „Roman" im Sinne eines weitgespannten Lebensausschnittes, einer streng i' gebauten Handlung, einer gro& angelegten Charakterzeichnung kann man das Buch kaum nennen, die einzelnen Kapitel wirken ein wenig episodisch und unvermittelt nebeneinander; aber alles, was hier geschieht und geschildert wird, geschieht aus einem gemeinsamen gefühlsmäßigen Antrieb, aus der — in dieser Landschaft und dieser Jahreszeit nach Entladung drängenden Spannung zwischen den Geschlechtern: so ergibt sich der Eindruck eines ausgesprochen männlichen, von strotzender Sinnlichkeit und Freude am Leben erfüllten Buches, in dem Liebe und Tod nah beieinanderwohnen, in dem es natürlich und herzhaft zugeht und die Dinge ohne Aengstlichkeit und falsche Scham beim nichtig?" Namen genannt werden. Hier stoßen, im Kliff, we
der von seinem Gegner Dmowski gegen die Mittelmächte aufgepeitschte öffentliche Meinung Konareß- polens beginnt Pilsudski seinen Kampf gegen Ruh- land. Die „Soldaten ohne Vaterland" pflücken um vergänglichen Kriegslorbeer auf den Schlachtfeldern Galiziens und Polens im Verband des österreichischen Heeres. Nach der Niederlage Rußlands setzt Pilsudskis politische Tätigkeit ein, um die Mittelmächte zur Anerkennung eines unabhänaigen Polens zu bewegen. Es entsteht auf feinen Befehl die geheime „Polnische Militärische Organisation", die die polnischen Legionen und das polnische Volk mit dem politischen Willen des Führers erfüllen sollen. Damals entstand auch der Rat der Obersten im Gegensatz zu den Anhängern der sog. polnischösterreichischen Lösung in den eigenen Reihen. Das Manifest des 5. November 1916, in dem die Mittel- möchte die Errichtung eines unabhängigen Königreichs Polen ankündigen, und die Anerkennung der polnischen Unabhängigkeit durch die russische Revolution am 30. März 1917 geben der folgerichtigen Politik Pilsudskis recht. Aber erst der militärische Zusammenbruch der Mittelmächte macht die Bahn frei. Pilsudskis unsterbliche Verdienste als Bau- meister des modernen Polen, das alle Kinderkrankheiten eines jungen Staatsgebildes durchzumachen hatte, sind hinlänglich bekannt. Der Verfasser gibt ein höchst anschauliches Bild von der ungeheuren Energie, mit der sich der Marschall für die politische Erziehung seines Volkes einsetzte und es dahin brachte, daß nach mancherlei Wirren ein festgefügter Staat seine eigene außenpolitische Linie einzunehmen und zu behaupten verstand. Der Marschall ist tot. Auch wir Deutschen, die wir Sinn haben für echtes Heldentum und geschichtliche Größe, werden in den (Erinnerungen und Dokumenten Pilsudskis
Deutsche Erzähler.
— Wilhelm Schäfer: Die Anekdoten. Volksausgabe. 345 Seiten. Seinen 4,80 Mark. Verlag Albert Langen-Georg Müller, München, 1935. — (314) — Dieses Buch anzukündigen, ist eine reine Freude, denn es ist eines der schönsten und wertvollsten aus der Dichtung unserer Zeit und wird noch gelesen werden, wenn manches andere längst vergessen und begraben ist. Der Verlag hat sich ein hohes Verdienst damit erworben, die Schä- ferschen Anekdoten, anständig ausgestattet und gedruckt, zu wohlfeilem Preise unter das Volk zu bringen; sie sollten gekannt werden von jedermann, der Freude hat an der wahrhaft edlen Kunstform der geschlissenen und zum Gipfel getriebenen Erzählung, der Sinn und Herz hat für eine große Vergangenheit, für unsterbliche Gestalten und Begebenheiten, die, so flüchtig und belanglos sie manchmal und auf den ersten Blick scheinen mögen, oft einen ganzen Menschen erhellen und durchleuchten oder Geist und Haltung eines weltgeschichtlichen Jahrhunderts widerspiegeln. Sie sollten gelesen und gekannt werden vor allem auch von jenen, die von er Verpflichtung, der Würde und dem Reichtum unserer Sprache überzeugt sind. Hier ist beste deutsche Prosa, ein meisterlicher Stil; man müßte des öftern in unseren Schulen aus diesem Buche vorlesen oder lesen lassen; junge Menschen werden, von anderm Gewinn und Genuß zu schweigen, daraus lernen, wie man ein anständiges Deutsch schreibt: sauber, klar, anschaulich und durchblutet. Wir haben unseren Lesern des öfteren Proben aus dem Buche in der Unterhaltungsbeilage mitgeteilt; sie werden sich, wie wir hoffen, gern und lebhaft daran erinnern. Geschichten wie „Virgil" oder „Zielen", „Der Schimmel der Ostarmee" oder „Das Heckerlied", „Der Königsesel" oder „Der Bäcker von Limburg" werden ihnen einleuchtend erwiesen haben, was eine Anekdote im strengen, künstlerischen Sinne eigentlich fei: mehr als ein Witz ober ein unverbindliches Bonmot, vielmehr ein Stück Erzählung, das eine sehr feine und leichte Hand erfordert, Sinn für äußeres Maß und inneres Gewicht, kurz eine Kunstform, mit welcher der Dichter Wilhelm Schäfer, der sie beherrscht und pflegt wie kein anderer in unserer Zeit, mit allen Ehren an die beste deutsche Ueberfieferung anknüpft; sie wird bezeichnet durch die Namen Johann Peter Hebel und. Heinrich von Kleist. Darum empfehlen wir die"Volksausgabe von ganzem Herzen und wünschen sie vielen, jungen und
einander antreten, die kühnen Züge des kaiserlichen Reitergenerals Johann von Werth stehen schon am Anfang der modernen Kriegsgeschichte, in der dann Friedrichs große Feldherren Ziethen und Seydlitz die verschiedenartige Verwendbarkeit der Reiterei als verwegene Aufklärungstruppe und schneidige Angriffswaffe in geschlossener Formation in eigener Person verkörpern. Ein besonderes Ruhmesblatt echten Reitergeistes ist Mars, la Tour, die letzte große Reiterschlacht der Kriegsgeschichte, denn im Weltkrieg hat sich die Kavallerie wohl als Aufklärungstruppe und unentbehrlichen Sekundanten der anderen Waffen unvergänglichen Lorbeer errungen, aber zu geschlossenem Einsatz großer Reitermassen ist es auf beiden Seiten nicht gekommen. Wohl aber tritt mit ©allienis berühmter Mobilmachung der Pariser Taxis der Motor über die Schwelle der Kriegsgeschichte. Die Heeresmotorisierung hat feit diesem denkwürdigen 7. September 1914 ungeahnte Fortschritte gemacht, aber in sehr lebendig entworfenen Manöverbildern zeigt Sertan? ihre Grenzen. Der Motor wird zwar aus der modernen Kriegsführung nicht mehr weg^udenken fein und sich vielleicht sogar noch ungeahnte Möglichkeiten erobern — im „Seydlitz der Zukunft" zeigt Benary den „fliegenden Feldherrn" der „mechanisierten Heere" — aber das Pferd wird, namentlich auf den Schlachtfeldern des Ostens, nach wie vor der unentbehrliche Waffengefährte des Soldaten bleiben.
— Äapitänleutnant Meyer-Dohner: Die neue deutsche Kriegsmarine. Verlagsbuchhandlung Broschek 6- Co., Hamburg 36, kartoniert 1,10 Mark. — (288) — Die Broschüre bringt in soldatischer Knappheit alles Wissenswerte über Aufbau, Gliederung und Dienst in der Flotte nebst einigen farbigen Tafeln, auf denen Flaggen, Uniformen und Schiffstypen gezeigt werden. Man findet eine Abhandlung zur Flottenfrage, den Wortlaut des grundlegenden deutsch-englischen Flottenabkommens, das Flottenbau-Programm 1935, eine eingehende Uebersicht über den Dienst in der Kriegsmarine, die Gliederung der Flotte, dazu Zahlen aus fremden Marinen zum Vergleich, ein Kapitel über die Entwicklung der Unterseeboote und eine Zusammenfassung über die Friedensaufgaben unserer neuen Kriegsmarine. Die farbigen Tafeln sind die beste Ergänzung zu diesen Darlegungen, die nicht nur den richtigen Einblick in alles wesentliche geben, sondern auch die Zusammenhänge mit den Flotteninteressen der übrigen Länder.
— W i r Flieger. Kriegserinnerungen eines Unbekannten. Herausgegeben von Otto Fuchs. Leipzig 1935. K. F. Koehler Verlag. 250 Seiten. 8°. Koehler-Reihe. Ganzleinen 2,85 Mk. — (312) — Der Verlag K. F. Koehler bringt in seiner „Koehler- Reihe" eine von vielen Freunden der deutschen Kriegs- und Sportfliegerei schon lange erwartete billige Volksausgabe dieses Fliegerbuches. Hier wird das .Leben, Kämpfen und Sterben des deutschen Kriegsfliegers lebensecht geschildert. Man liest das Buch ohne Pause bis zur letzten Seite, ist erschüttert, gepackt. Was uns die im Felde entstandenen knappen Briefe und Aufzeichnungen eines Boelcke, Jmmelmann und Richthofen nicht geben konnten, was die wundervollen „Briefe eines deutschen Kampffliegers an ein junges Mädchen" nur streifen: das Leben des Fliegers im Alltag gewinnt hier Gestalt.
züge dieser Schilderung einzugehen: wir möchten Dem Leser nichts vorwegnehmen von der Freude und dem Genuß, den er empfinden wird, wenn er ich in das Buch vertieft: es strahlt die ganze Per- önlichkeit, die Anmut, die beschwingte Heiterkeit, )ie Wärme, Güte und Reife dieser bedeutenden und liebenswerten Frau wider. Wir wünschen ihm viele
— (Enno ßittmann: Abessinien. Han- statische Verlagsanstalt in Hamburg. Preis 2,60 Mk. — (334)— Der berühmte Orientalist der Universität Tübingen, der selbst Land und Leute Abessiniens von Forschungsreisen her gut kennt, steuert hier zu der zahlreichen Abessinier-Literatur ein Büchlein hinzu, das einmal von jeder Aktualität absieht und gerade deshalb uns besonders lesenswert erscheint, weil es ohne Bezug auf Politik und Krieg ein überaus anschauliches Bild dieses auch ohne den aktuellen Anlaß hinreichend interessanten Landes und der sehr verschiedenen Volker gibt, dir es im Wandel einer mehr als zweitausendjährigen Ge- sichte besiedelt haben. Namentlich zur Rassen- und Sprachenkunde weiß ßittmann viel neue Züge bei»
und d-r Herstellungen-- ehrlichen Frieden- in Ost. Einblicke in die übest.nstche Völkerkunde runden nut-nnn nnmihttlüt TYint —C oas Bild.


