Oberhessen.
Gemeinderat in Schotten.
Rundgang durch die Stabt
O 6 tf) n 11 e n, 11. Juli. Der Gemeinderat machte gestern nachmittag einen Rundgang Lurch die Stadt, um zu verschiedenen Projekten Stellung nehmen zu können. Der alte Kirchenbrunnen ist dringend reparaturbedürftig, eine Wiederherstellung ist mit erheblichen Kosten verbunden, die sich nicht lohnen. Der Brunnen selbst mit seinem gußeisernen Kranz hat keinen künstlerischen Wert, weshalb sich auch die Denkmalspflege mit der Entfernung einverstanden erklärt hat. Nach der Beseitigung des Brunnens müßte der ganze Platz und die Straße mit Kleinpflaster versehen werden. Damit wird ein schöner großer freier Platz gewonnen und auch das Gesamtbild der Kirche wesentlich verschönt. Sobald die Geldmittel verfügbar sind, wird dem Projekt näher getreten. Es wird dabei Vorsorge getroffen, daß die Quelle des Kirchenbrunnens erhalten und für Notfälle benutzbar bleibt. Das Hintere Kirchen- gäßchen wird jetzt gepflastert. Dem Rathaus tut em Anstrich Not. Das Hochbauamt stellt einen Voranschlag auf. In gleicher Weise ist dies schon für das alte Schulgebäude geschehen, für dessen Renovierung ein Betrag von etwa. 2600 Mark erforderlich wird. Nack Lösung der Geldbeschaffungsfrage wird auch dieses Gebäude endlich ein schöneres Gesicht bekommen.
Für die Zentralheizung der Realschule ist ein anderer Kessel erforderlich, eine sachverständige Nachprüfung erfolgt. Es wurde darauf die neue Vogelsberastraße besichtigt, die für das Rennen neu hergestellt wurde. Auf der rechten Seite wird den dort befindlichen Häusern entlang ein Bürgersteig angelegt. Das eine städtische Mietshaus in der Dogelsbergstraße wird besonders für die städtischen Mieter reserviert, die schon lange mit der Zahlung ihrer Miete im Rückstand geblieben sind.
Der Gemeinderat besichtiate alsdann die ebenfalls neuhergestellte Laubacher Straße. Man hat schon mehrfach Anstoß daran genommen, daß an dieser schönen Straße alte Holzhaufen, Bretterbuden und dergleichen errichtet wurden, die das Landschaftsbild stören. Auf Entfernung dieser unschönen Gegenstände, Reklametafeln usw. wird mit allen Mitteln hingearbeitet.
Die Bergstraße und einige andere Straßen der Stadt werden neu eingedeckt und für das Rennen hergerichtet. Am Schießhorst wird der rechts der Straße entlang ziehende Graben zugelegt und an die Kanalisation angeschlossen.
Der Gemeinderat begab sich alsdann auf die Warte, um die Bau arbeiten am Ehrenmal zu besichtigen. Baurat Gilbert, der den Rundgang mitmachte, gab einen Ueberblick über die weitere Ausgestaltung des Denkmals. An den drei Hinteren Seiten des Jnnenraumes sollen drei Tafeln angebracht werden, die die Namen der Gefallenen mit Angabe des Ortes und Sterbetages enthalten sollen. Die Treppe nach oben ist bereits
Wohnhäusern, die im Rohbau fertig sind, kommt nun ein drittes. Außerdem werden zahlreiche Stallungen und Scheunen teils neu gebaut, teils geändert und vergrößert. Die Ziegelei an der Holzheimer Straße, die seit dem Frühjahr wieder im Betrieb ist, beschäftigt zahlreiche Arbeiter und hat augenblicklich sehr guten Absatz. — Nächsten Sonntag und Montag wird hier bei der Turnhalle — wie alljährlich — die Lang-Gönser Kirmes gefeiert. An diesem Volksfest wird die gesamte Gemeinde teilnehmen.
! Aus dem südlichen Kreise Gießen, 11. Juli. Durch das anhaltende warme Wetter rückt der Beginn der Hauptgetreideernte rasch näher. Roggen- und Gerstefelder sind schon gelb. Die W i n i e r g e r st e ist überall geschnitten und bereits eingefahren. Mit Beginn der nächsten Woche fängt der Schnitt der Sommerger st e an. Das Korn wird bald folgen. Die Frucht steht bis jetzt noch sehr schön, und wenn kein schwerer Regen kommt, dann können in diesem Jahre die Maschinen überall in volle Tätigkeit treten und rasche Arbeit leisten. Bei den Hackfrüchten wird es leider einige Ausfälle geben. Die Kartoffeln sind zum Teil — wohl infolge des kalten Mai und auch zum Teil durch falsches Saatgut — recht schlecht vorangegangen. Ein guter Regen würde hier nichts schaden. Bei der Dickwurz macht die Bekämpfung des Unkrautes große Arbeit. Besonders zahlreich treten die Ackerwinden, die sich im vorigen trockenen Sommer gut ausbreiten konnten, auf.
Kreis Friedberg.
4- Nieder-Weisel, 11. Juli. Wie erst kürzlich berichtet, erhält der Turm unserer Kirche eine neue Beschieferung. Die Arbeiten haben einen befriedigenden Fortgang genommen, so daß gestern wieder die neuhergestellte vergoldete Wetterfahne, die die Jahreszahl 1655 trägt, auf die Spitze des Turmes gebracht werden könnte. Zu diesem Akt hatten sich eine größere Anzahl Einwohner einge- fundeu, um der in großen Zeitabständen sich wiederholende Arbeit zuzusehen. Gleichzeitig mit dem Aufsetzen der Wetterfahne wurde in den Turmknopf zu den bereits vorhandenen Urkunden neue Berichte aus der Kriegs- und Nachkriegszeit beigefügt, um sie der Nachwelt auf diese Weise zu überliefern. Der Ortspfarrer und Bürgermeister Hildebrand hielten bei der schlichten Feier entsprechende Ansprachen. — Bis auf einige Kleinigkeiten ist endlich die Verbindungsstraße nach O st heim fertiggestellt und stellt ein Muster des Straßenbaues dar. Um der gesteigerten Belastung des Verkehrs gerecht zu werden, wurde die alte Straße um mindestens einen Meter verbreitert, die dadurch bedingten Einfahrten mußten verlegt, der Straßengraben
verschoben und die Kanaleinläufe eine Veränderung erfahren. Außerdem wurde der bereits vorhandene Bürgersteig abgerissen und erhiell nach einer seitlichen Verlegung neue betonmäßige Befestigung. Die im Ortseingang von Ostheim beträchtlich ansteigende Straße wurde abgetragen und an der tiefsten Stelle aufgefüllt, so daß die Steigung jetzt kaum>merklich ist. Neues Packlager, Aufschotterung und eine Teerdecke erhielt dann die vorgerichtete Straße, so daß sie heute dem Verkehr in jeder Beziehung gerecht wird.
Kreis Alsfeld.
st Kirtorf, 11. Juli. In ihrer jüngsten öffentlichen Sitzung hatte sich die Gemeindevertretung mit verschiedenen Vorlagen zu beschäftigen. Zunächst wurde über die Neuanschaffung eines Bullen Beschluß gefaßt. Weiter stand die Erwerbung des Freiherr!. Schenckschen Schwimmbades in Gemeindeeigentum zur Beratung. Der Gemeinderat genehmigte die durch den Bürgermeister in dieser Richtung bereits unternommenen Schritte, wonach das Bad im Austauschverfahren durch Landabgabe an den seitherigen Besitzer in den Besitz der Gemeinde überführt wird. Diese Maßnahme ist mit Freude begrüßt worden und wird insbesondere von der badelustigen Jugend dankbar empfunden.. Die Badeanlage wird nunmehr in neuem ordnungsmäßigen Zustand wieder erstehen. Abschließend wurden noch verschiedene kleinere Punkte behandelt. — Bekanntlich wurde hier vor einigen Wochen ein W ä h l e r a m t im Gebäude der Postagentur errichtet, das nunmehr seiner Bestimmung übergeben werden konnte. Diese von der Postbehörde eingerichtete Anlage, hat bei den Teilnehmern des Fernsprechverkehrs großen Anklang gefunden. Dem Selbstanschlußamt Kirtorf sind folgende Orte angeschlossen: Kirtorf, Lehrbach, Erbenhausen, Ohmes, Ober-Gleen, Heimertshausen und Bernsburg.
# Aus dem oberen Ohkntal, 11. Juli. Die Kurvenbestückungsarbeiten an der Ohmstraße sind von Ruppertenrod über Ober-Ohmen bis Unter- Seibertenrod beendet. Auch von unterhalb Ulrichstein bis zum Abzweig nach Schotten und Lauterbach schreiten die Arbeiten rüstig vorwärts. Der Ausbau der Straße erfordert sehr große Mengen Gesteinmaterial, das während der Arbeiten zusätzlich angefahren werden muß. Viele Volksgenossen, auch in der Basaltindustrie haben dadurch Arbeitsmöglichkeit.
# Ober-Ohmen, 11. Juli. Unser Schwimmbad oberhalb des Dorfes ist bei der gegenwärtig heißen Witterung wieder ein beliebter Aufenthaltsort unserer Jugend, die unter Führung von Lehrer Jung sich mit dem Erlernen des Schwimmsports befaßt.
* Arnshain, 11. Juli. Der hiesige 25 Jahre alte Arbeiter Ernst D ö l s i n g zog sich eine schwere Verletzung am rechten Fuß zu und mußte in die Klinik nach Gießen gebracht werden.
Arbeitsbeschaffungs-Maßnahmen in Lich
verlegt, mit dem Einschalen für die Eisenbetonüecke ist begonnen. Rund um das Denkmal wird eine schöne Anlage mit Weißdornhecke und Ruhebänken geschaffen werden. Immer wieder wird die herrliche Lage des Denkmals mit dem umfassenden Rundblick auf die Höhen unseres Gebirges bewundert. Ende September soll voraussichtlich die Einweihung stattfinden.
Landkreis Gießen.
y Watzenborn-Steinberg, 11. Juli. Am Mittwoch um 23.30 Uhr wurde Feueralarm in unserer Gemeinde gemeldet. Kreisfeuerwehrinspektor Bouffier hatte Nachtalarm angesetzt. Als Brandobjekt wurde das außerhalb gelegene Sägewerk von Jakob Rühl ((Barben- teicher Straße) betrachtet. Innerhalb von 10 Minuten waren bereits die zwei Spritzen mit den dazugehörigen Hilfsgeräten an Ort und Stelle und hätten in Tätigkeit treten können. Feuerwebr- mannschaften in Stärke von 100 Mann, dazu SA., Freiwillige Sanitätskolonne vom Roten Kreuz und eine große Anzahl Einwohner hatten sich sofort eingefunden. Regierungsrat Grein (Gießen) erläuterte in kurzen Zügen einen solchen Nachtalarm und betonte, daß neben dem Fußexerzieren doch auch ipi Falle eines Brandes bei Nacht die Wehr an ihren Geräten ihr Können unter Beweis stellen müsse. Sodann dankte er allen Kameraden der Freiwilligen und der Plichtfeuerwehr, der SA. und der Samtätskolonne für ihr schnelles Eintreffen. Kreisfeuerwehrinspektor Bouffier sprach der Wehr seine volle Anerkennung aus über die mustergültige Durchführung des markierten Brandangriff?. Gegen 0.30 Uhr rückte die Wehr wieder ein.
+ (Brünberg, 11. Juli. Am Mittwoch fand die Musterung der Militärpflichtigen von Grünberg und einiger Nachbarorte in Gießen statt. Die Gestellungspflichtigen der beiden Orte Queckborn und Weickartshain sichren mit schön geschmückten Wagen am Margen zum hiesigen Bahnhof. Am Nachmittag wurden die heimkehrenden Rekruten vom Spielsmannszug des Jungvolks vom Bahnhof abgeholt und im Zuge auf den Marktplatz geleitet. Dort entwickelte sich dann bald das Leben und Treiben, wie man es bei den Musterungen vor dem Kriege gewohnt war. Damals fand nämlich für den hiesigen Bezirk die Musterung in Grünberg statt. Den bändergeschmückten Rekruten folgte stets auf ihrem Zuge durch die Stadt und die einzelnen Wirtschaften ein Schwarm Jugend nach, der mit dem bekannten Ruf „Weck herausl" dieselben aufforderte, Eierwecke unter sie zu werfen, was dann auch ausgiebig geschah und eine tolle Balgerei der Jugend um die von der Straße aufgelesenen Brötchen nach sich zog. Der alte Brauch wurde auch diesmal wieder geübt.
-Lauter, 11.Juli. Nachdem an einigen Kreisorten schon die Ehrenkreuze für Frontkämpfer, Kriegsteilnehmer und Hinterbliebene zur Ausgabe gelangt sind, wurden sie nunmehr auch hier überreicht. — Dieser Tage wurde unsere Freiwillige Feuerwehr, die etwa vor Jahresfrist gegründet wurde, eingekleidet. — Am Sonntagnachmittag stattete die hiesige NS.-Frauenschaft der Frauenschaft von Göbelnrod, die im Mai die hiesige besucht hatte, ihren Gegenbesuch ab. — In Gießen fand gestern die Musterung der Jahrgänge 1914 und 1915 statt. Am Nachmittag wurden sie auf einem festlich geschmückten Wagen in Grünberg abgeholt. Anschließend ging es dann in das Dorf. Es wurden Eier und Speck gesammelt, die bei einigen Stunden fröhlichen Zusammenseins verzehrt wurden.
s Lang-Göns, 11. Juli. Der heutige Ferkel- und Krammarkt war nur schwach beschickt. Der Auftrieb von 38 Ferkeln war bald abgesetzt. Die Preise waren etwas niedriger als beim vorigen Markt. Für Ferkel wurden je Alter und Größe 23 bis 28 RM. bezahlt. — Die B a u - tätigt eit in unserer Gemeinde ist in diesem Jahre wieder sehr rege. Zu den zwei neuen
* Lich, 11. Juli. Der Bautätigkeit in dem laufenden Jahr ist es in erster Linie zuzuschreiben, daß fast alle seither °*noch nicht beschäftigten Volksgenossen unserer Stadt an einer Arbeitsstätte Verwendung und damit Verdienst finden konnten.
Von privater Seite werden in der Hungener Straße drei Einfamilienhäuser errichtet, von denen eines in den nächsten Wochen bezogen werden kann. Weiter wurden durch Private eine Reihe von Anbauten, Aufstockungs- und Gebäude- unterhaltungsarbeiten vorgenommen. Die Land- maschinenfavrik Georg Schiefer st ein hat auf ihrem Gelände in der verlängerten Bahnhofstraße neben ihrer im vorigen Jahr errichteten Schreinerei ein weiteres sehr geräumiges Fabrikgebäude errichtet, das, wie man hört, als Taucherei und Lackiererei Verwendung finden soll. Die Firma Schieferstein, die neben der Brauerei Jhring-Mel- chior zu den größten privaten Unternehmen unserer Stadt zählt, beschäftigt heute rund 150 Volksgenossen und spielt somit im wirtschaftlichen Leben unserer Stadt eine nicht unerhebliche Rolle. Ist es doch namentlich dieser Firma zu verdanken, daß so viele Erwerbslose der Arbeit wieder zugeführt werden konnten. Neben einheimischen Volksgenossen finden auch viele Leute aus den umliegenden Dörfern bei dieser Fabrik Arbeit und Brot.
Auch die Straftenbauüerroaltung hat sich an der Beschaffung von Arbeit nicht unwesentlich beteiligt und läßt gegenwärtig die Hungener Strafte mit Basaltsplttt unter Zusah von leer
neu einebnen. Dieselbe Arbeit soll auch noch an der Garbenteicher Strafte vorgenommen werden.
Daß natürlich unsere Stadt bei der Arbeitsbeschaffung als Arbeitgeberin an erster Stelle steht, ist verständlich. Der Ausbau der verlängerten Bahn- hofltraße auf eine Länge von 220 Meter erwies sich als unbedingt notwendig, um eine Zufuhrstraße zu der Schiefersteinschen Fabrik zu schaffen. Noch im vorigen Jahr wurde der Ausbau der Straße begonnen und Kanal und Wasserleitung gelegt. Jetzt wurden noch Gossenpflasterung und Fußgängeranlage geschaffen und die Straßendecke fertiggestellt. Die Arbeiten, die von der Baufirma Stengler von hier erledigt werden, gehen in Kürze ihrem Ende entgegen. Ferner wird, ebenfalls als Notstandsarbeit, die Instandsetzung der Derbindungs- ftrafte zwischen der Wallstraße und dem Turmgäßchen gegenwärtig durchgeführt. Wegen ihres starken Gefälles macht die Herstellung einige Schwierigkeit.
Von den Anwohnern in der Wallstrafte und den Landwirten in dem Stadtzentrum wird dieser Straftenbau mit grofter Freude begrüftt; wird es doch jetzt erst möglich, den neuen Verbindungsweg als Fuhrwerksweg zu benutzen, um auf kürzestem Wege von der Stadt zu den Gärten und Aeckern nördlich der Stadt zu gelangen.
Weiter sind schon seit Wochen und Monaten die
SJlxfport
AusttagungderGaumeistelschastenimSchwimmen
Am Sonntag in der Müllerschen Badeanstalt.
Gleichsam als Auftakt für das vom 2. bis 4. August d. I. in Gießen stattfindende Gaufest des Gaues XII des Reichsbundes für Leibesübungen werden am kommenden Sonntag auf der bewährten Kampfstätte des Gießener Schwimmsports in der Müllerschen Badeanstalt die Schwimm-Meisterschaf- ten des Gaues ausgetragen. Mit der Ausrichtung der Wettkämpfe ist der Gießener Schwimmverein beauftragt.
Abgesehen davon, daß nach längerer Pause eine größere schwimmsportliche Veranstaltung in Gießen ohnedies lebhaft zu begrüßen ist, erhalten die Wettkämpfe dadurch ihre besondere Note, daß die Gau- meisterschaften erstmalig im Rahmen der großen Sammlung aller Sportarten unter Einschluß des Turnens im Reichsbund für Leibesübungen durchgeführt werden. Es beteiligen sich dahtzr an den Wettkämpfen sowohl die Angehörigen der Deutschen Turnerschaft, wie auch die des Deutschen Schwimmoerbandes. Aucsi andere, nicht in erster Linie schwimmsporttreibende Gemein- chaften beschicken die Wettkämpfe. Daß hierbei auch die örtlche Festlegung der neuen Gaugrenzen in Erscheinung tritt, ist ebenfalls von Bedeutung.
Jedenfalls bedeutet die Veranstaltung für Gießen ein sportliches Ereignis und wird bei der ständig wachsenden Anhängerschaft des Schwimmsports in unserer oberhessischen hei- amt zweifellos Anklang finden.
Die Gewähr hierfür bietet einmal die Tatsache, daß insgesamt 15 verschiedene Vereine und Organisationen zu den Meisterschaften gemeldet haben. Zum anderen sind auch die orgamsa- torischen Vorbereitungen für eine erfolgreiche
Durchführung der Veranstaltung so eingehend betrieben worden, daß an dem Gelingen nicht zu zweifeln ist.
Die Austragung der Wettkämpfe beginnt am Sonntagvormittag. Es ist als gutes Vorzeichen zu nehmen, daß bereits der erste Wettkampf 1500 Meter Kraul für Männer, insbesondere in der Gauklasse 1, eines der interessantesten Rennen des Tages bieten wird. Aichinger, Kurhessen-Kassel, wird hier auf Arnold Zimmer vom Gießener Schwimmoerein treffen und es ist anzu- nehmen, daß sich der in bester Form befindliche Gießener gegen den bekannten Kasseler Langstreckenschwimmer ernsthaft zur Wehr setzen wird. Ebenfalls am Sonntagvormittag wird das Kunstspringen für Männer und Frauen abgewickelt, ein Wettkampf, der bekanntlich stets eine besondere Anziehungskraft ausübt. Bei den Männern wird Max Schüler, Gießener Schwimmverein, mit Heinz Kr amm vom Kasseler Schwimmoerein und drei weiteren Bewerbern aus Kassel in Konkurrenz treten. Schüler, der ein eifriges Training hinter sich hat, sollte insbesondere auf den ihm vertrauten Brett als Sieger anzusprechen sein. Auch das Kunstspringen der Frauen wird interessante Darbietungen bringen.
Am Sonntagnachmittag werden die Wettkampfe fortgesetzt. Sie nehmen ihren Anfang mit dem Rückenschwimmen für Frauen 100 Meter, ein Rennen, das zahlenmäßig eine nicht allzu starke Besetzung aufweist. Der dritte Wettkampf, 100 Meter Kraulschwimmen für Männer, wird, wie immer, besonderes Interesse für sich in Anspruch nehmen. Die darauf folgenden 100 MeterKraul für männliche Jugend wei-
Arbeiten im Gange, die der Wasserbeschaf. fung für unsere Stadt dienen. Die Wasserfrage, die unsere Stadtväter schon bald vier Jahr« zehnte beschäftigt, soll endlich eine Lösung finden. Als man um die Jahrhundertwende unter einem außerordentlich starken Wassermangel litt, wurden unter dem damaligen Bürgermeister Heller neue Wege gesucht, den Wassermangel zu beheben. Die Wasserleitung von der Wingerte genügte nicht, die Stadt vollständig zu versorgen. Damals wurde zum erstenmal in Erwägung gezogen, mit der Gemeinde Albach wegen der Quellen in den Albacher Wiesen zu verhandeln. Unter Bürgermeister D ö r- mer wurde dann weiter gearbeitet, bis schließlich die Wasserfrage mit dem Bau der Leitung vom Albacher Quellgebiet her i^re Lösung fand. Doch dachte damals niemand daran, daß infolge des Ausbaues größerer wirtschaftlicher Unternehmen in unserer Stadt, so u. a. der Brauerei Jhring« Melchior und der größeren Metzgereien, die heute zu den größten unserer Heimatprovinz gehören, und des Wachsens der Einwohnerzahl der Wasserbedarf unserer Stadt sich auf täglich etwa 800 Kubikmeter steigern würde, so daß bald wieder Wassermangel eintrat. Es war auch nicht möglich, durch neugegrabene Brunnen am Breuberg den Wassermangel ganz zu beheben. In den letzten Jahren klagten namentlich die Anwohner der Butzbacher und Garbenteicher Straße über Wassermangel und schwachen Wasserdruck. Um beide Straßen vorerst genügend mit Wasser zu versorgen, sollen sie in Zukunft an den Hauptstrang an- geschlossen werden. Diese Arbeiten wurden inzwischen begonnen.
Weil größere Arbeiten, die der Wasserbeschaf- fung unserer Stadt dienen, werden in den Quellgebieten in der Lehmkaute, ferner an den Abhängen der Wingerte, gegenüber dem alten Wasserreservoir, und hinter der Jahn- strafte ausgenommen. Auf Anraten von Sachverständigen wurden diese Bohrungen vorgenommen und brachten auch einen bedeutenden Erfolg. Der Brunnen in nächster Nähe der Stadt, etwa 12 Meter tief, liefert täglich etwa 175 Kubikmeter Wasser. Der Brunnen, ungefähr 200 Meter nördlich von diesem in der alten Lehmkaute, der etwa 18 Meter lief ist, bringt 100 Kubikmeter Wasser täglich hervor, und die Quelle, nur 100 Meter westlich dieses Brunnens, liefert täglich auch etwa 100 Kubikmeter.
In diesem Brunnen tritt bei einer Tiefe von 12 Meter unter dem Gestein bestes Quellwasser hervor. Dieses Wasser wird gegenwärtig durch eine ununterbrochen laufende Motorpumpe dem alten städtischen Wasserhochbehälter, der kaum 60 Meter entfernt liegt, zugepumpt und damit der Stadt zugeführt. In Zukunft soll aber diese Quelle direkt der Brauerei Jhring-Melchior zugeführt werden. Die neue Leitung dafür ist schon gelegt worden. Sie führt dem Dietertweg her, überquert die Garbenteicher Straße, führt weiter an einem Verbindungsweg her zur Butzbacher Straße, überquert diese beim Eifenbahnviadukt, läuft dann parallel zum Eisenbahndamm und endigt im Wasserbehälter, den die Firma Jhring-Melchior im ehemaligen Kratzschen Garten gegenwärtig errichten läßt. Die Leitung ist weit länger als ein Kilometer. Im Quellgebiet dieser neuen Wasserleitung werden gegenwärtig noch Ausschachtungsarbeiten größeren Stiles ausgeführt, in denen der Anschluß der neuen Leitung an die ergiebige Quelle vorgenommen wird. Die Arbeiten, die dem Baugeschäft Christian Fey übertragen sind, nehmen noch einige Wochen Zeit in Anspruch.
Man hofft, daft, wenn die beiden noch nicht angeschlossenen Brunnen In der Lehmkaute und der Jahnstrafte ausgebaut und der städtischen Wasserleitung zugeführt sind, der Wassermangel für alle Zukunft behoben fein wird; flehen doch dann der Stabt täglich etwa lausend Kubikmeter Wasser zur Verfügung.
Mit diesen Arbeiten sind aber die Möglichkeiten der Arbeitsbeschaffung für unsere Stadt noch nicht alle erschöpft. Es könnte noch die Jahnstraße in ihrem Ende ausgebaut werden, ferner wäre die Erneuerung der Holzbrücke über die Wetter am Hinteren Ausgang des Schloßgartens, die zusarn- rnengebrochen ist und ttotz Sperrung von Jugendlichen noch benutzt wird, dringend vonnöten. Es ist zu erwarten, daß die Stadtverwaltung auch für die Zukunft alle Gelegenheit wahrnehmen wird, soweit es in ihren Kräften steht, im Sinne unseres Führers zu arbeiten und mitzuhelfen am großen Aufbauwerk unseres Vaterlands.
fen, was ganz besonders erfreulich ist, eine große Anzahl von Teilnehmern auf. Wenn nicht alles trügt, werden die Jugendschwimmer unter Beweis stellen, daß die intensive Förderung, die gerade dem Jugendschwimmen zuteil wird, gute Früchte zeigt. Es sollte nicht überraschen, wenn die Ergebnisse dieses Rennens den Wettkampfzeiten nach neben den Ergebnissen der 100 Meter Kraul für Männer in Ehren bestehen können oder sie gar übertreffen.
Das nächste Rennen, 2 0 0 Meter Brustschwimmen für Frauen, sieht die Olympia- Anwärterin Helga von Düring vom Gießener Schwimmoerein am Start. Sie vertritt als einzige die Gauklasse I, während sieben weitere Teilnehmerinnen von Hanau, Kassel und Bad-Nauheim in der zweiten Klasse starten.
Im darauffolgenden Wettkampf, 2 0 0 Meter Bru st schwimmen für Männer ist Me - oes, Gießener Schwimm-Verein, zum ersten Male in der Klasse 1 vertreten. Bei den vorjährigen Gaumeisterschaften erreichte er die beste Zeit aller Teilnehmer an diesem Wettkampf, obwohl er damals noch «in der 2. Klasse startete. Da bas~ Rennen eine große Besetzung aufweist, läßt sich über das Ergebnis kaum etwas voraussagen.
Das 100 - Meter - Brustschwimmen für weibliche Jugend wird ebenfalls interessante Aufschlüsse über die Fortschritte des Nachwuchses geben. Die Teilnehmerzahl ist nicht ganz so groß, wie bei dem später ausgetragenen 100-Meter- Bru st schwimmen für männliche I u - g e n d. Das Ergebnis in beiden Wettkämpfen ist vollkommen offen.
Zwischen diesen beiden Rennen werden drei Staffeln, die 4 X 100 ° Meter . Kraul - Staffel für Männer, 4 0 0 - Meter - Lagenstaffel für Männer und 4 X 100 - Meter-Brust« Raffel für Frauen gestartet. Die letztere Staffel verdient deshalb besondere Beachtung, weil hier die Mannschaften des Gießener Turnvereins von 1846 und des Gießener Schwimmvereins mit der des Kasseler Schwimmvereines in Wettbewerb treten.
Nach dem 100-Meter-Rückenschwim« menfürManner.in dem Opfer, Marburger


