Ausgabe 
12.3.1935
 
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Nr. 60 Zweites Blatt

Dienstag, i2.MrzM5

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen)

Das Quersewein-Rennen der Gießener Radfahrer.

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Links oben: Die Fahrer auf der Strecke. Am Fuß des Hangelsteins.

Rechts oben: Mit den Fahrrädern in der Sandkaute steil bergauf. Eine schwere Leistungsprüfung für die Teilnehmer.

Links unten: Geschicklichkeitsprü­fung. Rad und Fahrer müssen unter dem Balken durch die enge Türe.

Rechts unten: Die Sieger. In der Mitte (dunkler Dreß) mit dem Blu­menstrauß in der Hand der erste Sieger des Rennens, Heini P r e i ß. Rechts neben ihm der zweite Sieger M e b u s, der durch einen Stu^ kurz vor dem Ziel um den Sieg kam.

sen Marburg, 2. Tv. Münchholzhausen, 3. To. Lützellinden, 4. Tv. Roth, 5. Tv. Goßfelden, 6. Mtv. Gießen, 7. Tv. Hochelheim und 8. Tv. Heuchelheim (Tv. Kirchgöns wurde in die Staffel 6 übernommen).

Der Abstieg aus der ersten Kreisklasse trifft je- weils den Tabellenletzten einer jeden Staffel. Da in jedem der in Frage kommenden Kreise zwei Staffeln der 1. Kreisklasse vorhanden sind, steigen die beiden Mannschaften der zweiten Kreisklasse auf, die in der Tabelle der Runde aller Staffel­sieger der zweiten Kreisklasse eines Kreises die bei­den ersten Plätze einnehmen. Diese Maßnahme ist für das Jahr 1935 als Uebergangsmaßnahme vor­gesehen, vom Jahre 1936 ab wird der Auf- und Abstieg genau der H. £). entsprechend vorgenommen.

Der unter Leitung des Reichshandballehrers Kaundynia in Kassel stattgefundene achttägige Lehrgang hat alle Beteiligten restlos befriedigt. Die wenigen, die das Glück hatten, aus berufenem Munde in all die Feinheiten des Handballspiels eingeweiht zu werden, haben Gelegenheit, im Laufe des Sommers das Erlernte in die Vereine zu tra­gen und damit ihr Teil dazu beizusteuern, das Handballspiel zu dem Spiel zu machen, zu dem es eigentlich da ist.

Durch die Abstellung verschiedener Spieler zu diesem Lehrgang fielen' zwei der ongesetzten Gau« klassenspiele aus, so daß nur ein Treffen stieg:

Tuspo. Bettenhausen Tv. Kirchbauna 8:7 (4:2). Bettenhausen hat sich damit seinen Ver­bleib in der Gauklasse gesichert, während Kirch­bauna Gefahr läuft, absteigen zu müssen.

Bezirksklasse.

Tv. Polgöns Kurhessen Marburg 6:8 (2:5): Die Pohlgönser haben durch dieses Spiel zwei wertvolle Punkte verloren, die sie vielleicht noch einmal hätten gut gebrauchen können. Der Sieg der Gäste war verdient, obwohl die Ein­heimischen mit Ersatz antraten.

Freundschaftsspiele.

Tv. Krofdorf Tv. Dorlar 8:2 (3:1). Rach diesem Ergebnis zu urteilen, muß man die Gäste als eine typische Heimmannschast ansehen. Es ist unbegreiflich, wie eine Mannschaft, die über einen derartigen Sturm verfügt, so klar und ein­deutig gegen einen Gegner verliert, der in der ab­gelaufenen Runde wenig gezeigt hat. Für die Höhe des Ergebnisses mag sprechen, daß die Gäste Ersatz in ihren Reihen hatten: das entschuldigt aber kei­nesfalls, zumal auch Krofdorf nicht komplett und zudem erst nach längerer Pause wieder einmal an­trat. Bis zur Halbzeit war das Spiel ausgeglichen; nach der Pause übernahmen die Einheimischen das Kommando und ließen die Gäste nicht mehr zum Wurf kommen.

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Turner und Sportler am Helden­gedenktag.

Der Reichssportführer gibt bekannt:

Am 17. März.findet der diesjährige Heldenge- denktag statt. Die Gestaltung des Tages erfolgt durch den Reichsrnimster für Volksaufklärung und Propaganda in Gemeinschaft mit der Wehrmacht.

Soweit in den einzelnen Ortschaften durch die Wehrmacht oder in Orten, die nicht Standort sind, durch die NSDAP, besondere Gedenkfeiern statt­finden, zu denen die Organisationen herangezogen werden, sollen sich auch die Turn- und Sportver­eine an diesen Veranstaltungen, soweit angängig, beteiligen. Selbständige öffentliche Heldengedenk­feiern der Turn- und Sportvereine sind jedoch nicht zugelassen.

Lediglich ist bei sämtlichen Sportveranstaltungen eine Gedenkminute einzulegen. Im übrigen wird der Turn- und Sportbetrieb an diesem Tage keinen besonderen Beschränkungen unterworfen.

/ I. D. gez. Breitmeyer.

DZD.-Zugendführer- undIungführerbesprechung in Gießen.

Der Stellvertreter des Kreisjugendführers, Rud. A n f ch ü tz (Biskirchen, Lahn), referierte gestern auf dem Sportplatz der Spielvereingung 1900 Gießen über Aufbauarbeiten in der Jugendbewegung und über die Ausbildung der Jungführer. Seine Aus­führungen waren äußerst interessant und beleh­rend; denn besonders die Heranbildung der Jung­führer ist ein Kapitel, das von den Vereinsführern sehr ernst genommen werden sollte.

Kreisjugendführer W. Presber (Stockhausen, Lahn) wird am kommenden Samstag und Sonn­tag über diese Fragen die Jungführer besonders und eingehend unterweisen. Sportlehrer Lein- berger, der den technischen Teil der ganzen Ver­anstaltung leitet, wird die Jungführer unterrichten, in welcher Form die Leistungsfähigkeit des Fuß­ballspiels gehoben werden kann. Die Tagung be­ginnt am Samstagnachmittag und endigt am Sonntagabend. Gemeinschaftsessen und Uebernach- tung erfolgt in den Räumen des DfB.-R. Gießen.

Phönix Ludwigshafen ist Meister im Gau Südwest.

Nun hat auch der Gau Südwest seinen Meister. Es hätte des im letzten Treffen des Tabellenführers Phönix Ludwigshafen über Saar 05 Saarbrücken errungenen Sieges mit 4:0 (3:0) gar nicht mehr bedurft, denn in Frankfurt ließ sich der FK. Pir­masens von der Niederräder Union mit 3:0 (0:0) schlagen, so daß er keine Aussichten mehr hatte, den führenden Phönix noch einzuholen. Phönix Lud­wigshafen ist Meister des Gaues Sudwest und hat das Erbe der Offenbacher Kickers angetreten. Man muß der Ludwigshafener Elf bescheinigen, daß sie den Titel verdient, denn sie ist bestimmt von allen elf Mannschaften des Gaues die beständigste ge­wesen. Kickers Offenbach wurden in Neunkirchen von den Borussen 2:1 (0:1) geschlagen, und Ein­tracht Frankfurt lieferte in Saarbrücken ein großes Spiel gegen die Sportfreunde, wobei die Frank­furter mit 3:1 (2:0) siegreich blieben. Die Abstiegs­frage ist immer noch nicht geklärt. Am schlechtesten steht zur Zeit der FC. Kaiserslautern mit 26 Der- lustpunkten.

Leichtathletik der Gp.-Vg. 1900.

Feldwebel Gugel siegt

in Fritzlar mit 14,55 Meter im Kugelstoßen.

Das gestern abgehaltene Hallensportfest des Tuspo Fritzlar sah die besten Könner des Gaues Nord­hessen am Start und brachte unter reger Anteil­nahme der zahlreich erschienenen Zuschauer in allen Disziplinen spannende Kämpfe. Daß sich auch die Leistungen sehen lassen können, kommt insbeson­dere durch die Ergebnisse beim Kugelstoßen zum Ausdruck. Unter den sieben Teilnehmern dieses

Der Weltmeisterschasts-Ausscheidungskampf Schmeling-Hamas im A!i>

Tv. Katzenfurt Tv. Nauborn 6:6 (4:3). Das Spiel brachte keine große Leistungen. Die Gastgeber zu Beginn nur mit 10 Mann und mit dem'Wind spielend, führten bis zur Halbzeit mit zwei Toren, die die Gäste aber nach der Pause durch großen Eifer aufholen und das Spiel mit dem Schlußpfiff sogar unentschieden gestalten konnten.

Tv. Lützellinden II Tv. Allendorf a.d. Lahn I. 19:4 (10:2). Es war klar, daß die junge Mannschaft der Allendörfer gegen die weit stärkeren und vor allem kampferprobten Nachbarn nicht viel ausrichten konnten. Die Niederlage ist aber trotzdem zu hoch ausgefallen und kommt in erster Linie auf das Konto des Gästehüters. Das Spiel war im übrigen sehr anständig.

VfB. Gießen Ib To. Ruttershausen 12:0 (3:0). Die Gäste waren bestimmt keine 12 Tore schlechter. Großes Schußpech und dazu der gegneri­sche Torhüter ließen keinen Erfolg zu, während auf der anderen Seite die Platzbesitzer jede Gelegenheit ausnutzten und aus jeder Lage ihre Tore warfen.

Tv. Wißmar Tv. Treis 18:1. Trotz der hohen Torzahl ist der Eifer der Gäste zu rühmen.

Fußball im TB. Große^-Linden.

Tv. Grohen-Linden I Tv. Mendorf I 2.-6 (1:1).

Die Platzbesitzer haben ihre Feuerprobe gut be­standen. Sie lieferten dem Tv. Allendorf ein sehr gutes Spiel, das nur durch das mangelnde Schuß- vermögen des Sturmes verloren wurde. Die bei­den Tore kamen durch Elfmeter zustande. Schieds­richter Weinandt (Leihgestern) hatte das Spiel fest in der Hand.

Handball im Gau Aordheffen.

Die Auf- und Abstiegfrage für die Handball- Bezirks- und Kreisklasse im Gau Nordhessen ist jetzt endgültig geklärt. In einer am Wochenende in Kassel stattgefundenen Besprechung der zustän­digen Instanzen kam man zu folgender Lösung:

In der Bezirksklasse steigt jeweils der Tabellen­letzte einer Staffel ab und die beiden Ersten der 1. Kreisklasse eines jeden Kreises rücken auf im heimischen Kreis also Tv. Hochelheim und Tv. Heuchelheim. Die Staffel 5 der Bezirksklasse hat, nachdem Tuspo Marburg abgestiegen ist, für die kommenden Spiele folgendes Aussehen: 1. Kurhes-

qualifizierten sich nach dem Vorkampf für die Ent­scheidung: Groß-Fengels (Marburg) mit 13,98 Meter, Feldwebel Gugel (Gießen 1900) mit 13,63 Meter und Luh (VfB.-Reichsbahn Gießen) mit 13,58 Meter., Die beiden Kasfelaner von Hofe und Hartung waren zwar nicht schlecht, konnten aber nicht gefährlich werden. In der Entscheidung fand eine wesentliche Leistungssteigerung statt. Hier zeigte Feldwebel Gugel, daß er auf Grund plan­mäßiger Winterarbeit bereits in bester Form ist. Mit der für die Halle ausgezeichneten Leistung von 14,55 Meter ließ er seine Mitbewerber klar hinter sich. Groß-Fengels belegte den zweiten Platz mit 14,10 Meter, Luh den dritten mit 13,82 Meter.

DfB.-KeichSbahn-Leichtathletik.

Wie schon in der Vorschau gesagt, ging Luh in Fritzlar nicht in bester Verfassung an den Start. Er wurde im Kugelstoßen Dritter mit 13,82 Meter. Im Sprinter-Dreikampf wurde Luh Vierter. Nur die knappsten Unterschiede, wie Hand- und Brust­breite trennten ihn in den einzelnen Läufen von den Siegern. Hier war Luh als schwerer Mann auf dem weichen Lohboden etwas benachteiligt.

Die ganze Sportwelt verfolgte mit größter Span­nung den Verlauf des Kampfes zwischen dem Ex- weltmeister Max Schmeling und dem Ameri­kaner Steve Hamas, der am Sonntagnachmittag in der Hanseaten-Halle zu Hamburg ausgetragen wurde. (Wir berichteten gestern darüber!) Hier sieht I man einige interessante Szenen aus diesem großen

Kampf. Die beiden oberen Buder zeigen die besondere Kampfart Schmelings. Mit der Linken hält er sich die Angriffe des Amerikaners vom Leibe, während er mit der Rechten so wuchtig zu­schlug, daß er selbst die Verteidigung von Hamas zerschmetterte. Das Bild links unten zeigt einen der dramatischen Niederschläge in der 7. Runde. Aus

dem mittleren Bild sieht man den gramer Thoma, der mit dem Handtuch die Aufgabe des Kampfes zeigt. Der Ringrichter V a l o n y (Belgien) hebt Schmelings Hand zum Zeichen des Sieges empor. Bild unten rechts: Nach dem Kampf.