MMlVkWUM
Vornan von Krank $. Braun.
8. Fortsetzung Nachdruck verboten!
„Nun", besänftigte der Konsul seinen Vertrauten, „die paar Stunden gehen rasch vorüber. Dieser Basilius ist sicherlich nur ein paar Tage in Hamburg: es wird bei diesem einen Besuch bleiben."
„Was für Geschäfte macht der Herr Basilius, haben Sie eine Ahnung, Herr Konsul?"
Bassenberg schüttelte den Kopf, es war aber eine jo unbestimmte Bewegung, daß man sie auch als <in Kopfnicken hinnehmen konnte. „Wenn ich Pagel richtig verstanden habe, ist Basilius Gütermakler. £x hat mir übrigens gesprächsweise eine Ziegelei Angeboten."
sie lachten beide und gingen auseinander. Der Konsul blieb bester Laune; nicht so sein Sekretär.
Zerny spürte eine unerklärliche Abneigung gegen basen Immobilienmakler, der sich da eingedrängt batte. Zudem hatte er einiae Male Blicke der Frau Bassenberg aufgefangen, die er nicht zu deuten wußte. Hatte sie Angst vor diesem Basilius? Er slellte fest, daß sie es vermied, ihm zu begegnen ober das Wort an ihn zu richten.
Dem Neueingeführten blieb eigentlich nur der Konsul und allenfalls der Bankier Bilsa, mit denen er sich unterhalten konnte. Es war beinahe, als halten sich zwei Lager gebildet. Frau Lena, Pagel unt) Farrenkorn auf der einen Seite, Basilius mit dem Konsul und Bilsa an der anderen.
Zerny schwankte nicht. Er war ein Mann, der Halbheiten schlecht ertrug. Er war eine angreiferische Natur. Dieser Basilius mißfiel ihm gründlich. Also heran an ihn. Vielleicht konnte man seine Blößen erspähen und ihn verjagen.
Er schlenderte hinüber an den runden Tisch unter her Lampe. Armer Zerny, niemand war da, der ihn warnte, einen Wolf zu reizen.
War es nicht geradezu lächerlich! Dieser Basilius redete wahrhaftig wieder von der Ziegelei! Selbst der sonst immer ernste Bilsa lächelte jetzt. Ahnte Basilius, dieser Narr, wirklich nicht, daß der Konsul sich mit ganz anderen Unternehmungen als Bodenspekulation beschäftigte?
Basilius saß da im Sessel, hatte eine brennende Zigarre in der Hand und redete. Sein Gesicht wirkte überraschend jung; das machte wohl die Beleuchtung. Sein Haar ward in diesem Licht blonder als es in Wirklichkeit war, seine grauen Augen schienen blau. Wieder sah er recht gutmütig aus, ja ehrlich gesagt, ein bißchen beschränkt. Zerny nahm — beruhigter schon — Platz und hörte zu.
„Aber, bester Herr Basilius", sagte gerade Konsul Bassenberg, „was soll ich mit einem Grundstück? Ich habe hier mein kleines, nettes 5)aus und den Garten. Geschäfte mit Grund und Boden fallen nicht in meine Tätigkeit."
Basilius legte bedauernd den Kopf schief. „Es ist eine Gelegenheit, Herr Konsul", meinte er dringlich, „eine große einmalige Chance. Die Zigelei ist mehr wert. Ich biete sie Ihnen für 60 000 Mark an. Eine produktive Angelegenheit. Das Werk liefert täglich mehrere tausend Ziegelsteine."
Zerny konnte sich nicht enthalten, einzuwerfen: „Ein recht unbedeutender Betrieb also, Herr Basilius. Einige tausend Ziegelsteine tägliche Produktionsleistung sind eine Bagatelle. Ich begreife nicht, wie die Zigelei 60 000 Mark kosten soll."
Basilius lächelte gewinnend. „Ich habe es selber nicht glauben wollen", sagte er und umging eine Antwort, „aber passen Sie auf, der Herr Konsul kauft das Werk. Das Angebot ist zu verlockend. Und natürlich läßt sich die Leistung heben."
Lena Bassenberg ging nahe am Tische vorüber. Dies Gespräch der Männer, von dem sie in der anderen Ecke des Raumes nichts vernahm, beunruhigte sie.
Basilius richtete doch nicht etwa Unheil an? Er hatte ihr versprochen, sie zu schonen, wenn sie ihm willfährig sein würde. Sie war bereit, sich loszukaufen, wenn der Preis nicht zu hoch gestellt war. Was in ihrer Macht lag, wollte sie tun, dem Gatten die Familie, die Ruhe und das friedliche Glück zu erhalten.
Sie horchte hin, aber Basilius rief sie keck an: „Gnädige Frau, helfen Sie mir. Ihr Gatte verschließt sich feinem Glück. Ich biete ihm eine Ziegelei an, hier in der Nähe, ein prächtiges Werk. Es soll nur 60 000 Mark kosten. Kaum zu begreifen, daß Ihr Herr Gemahl nicht raschest zupackt."
213 und 230.) So hätten in erster Linie und in hervorragender Weise unsere Vorfahren in zähem Ringen die Kraft der Römer zermürben helfen, bis sie ganz zusammenbrach und das Zepter der Weltherrschaft den Händen Roms entwunden worden sei. Nicht in letzter Linie gegen unsere Vorfahren habe sich Rom gezwungen gesehen, seine Rheingrenze durch eine Vor- und Alarmgrenze, den Pfahlgraben, zu sichern, der zwischen Grü - n i n g e n und Ober ft einberg feinen nördlichsten Punkt erreichte. Der fog. Barbarenstein, den Geh. Rat Dr. Sommer an diesem Punkt errrich- iet hat, sei daher ein Denkmal chatttscher Heimat- liebe und Heimattreue, und gern werde die Heimat- Vereinigung Schiffenberg ihn und das anschließende Limesgelände in Obhut und Pflege nehmen in ehr- fuchtsvollem und dankbaren Gedenken an das, um was unsere Vorfahren jahrhundertelang ernst gestritten, was sie trugen und erlitten in Wahrung und Verteilung deutschen Wesens, deutscher Sitte und deutschen'Volkstums gegen fremde Herrschgier.
Nach dem Vortrag trug Else Michel das Gedicht „Der Tod des Tiberius" von Emanuel Geibel wirkungsvoll vor. Geh. Rat. Prof. Dr. Sommer, Gießen, erwähnte kurz, wie er zu der Idee der
Beschäftigung mit dem Grenzgang gekommen sei und was ihn veranlaßte, den in Frage kommenden Streifen Land, den er der Heimatvereinigung Schiffenberg zum Geschenk gemacht hat, zu erwerben. Es fei zu befürchten gewesen, daß der Pfahl- graben nach und nach der Landwirtschaft zum Opfer falle, er habe es sich daher zur Aufgabe gemacht, das historisch bedeutende Stück als solches zu erhalten. Weiter betonte der Redner, daß er besonderes Interesse daran habe, daß auch nach seinem Tode dieses geschichtlich wertvolle Stück des Grenzwalles ordnungsmäßig verwaltet und gepflegt werde.
Oberforftmeifter Nicolaus dankte dem Stifter für das hochherzige Geschenk und versprach, es in feinem Sinne zu verwalten.
Hierauf brachte Frau Steiner, Hausen, zwei weitere Lieder „Schiffenberglied" und „Deutsches Land" zu Gehör. Bürgermeister Schäfer, Watzenborn-Steinberg, dankte Geh. Rat. Sommer für feine Bestrebungen, der Heimat derartig wertvolle geschichtliche Wahrzeichen zu erhalten.
Im übrigen trugen weitere Mufikvorträge (Kapelle Bender), sowie sonstige Darbietungen zum guten Gelingen der Veranstaltung bei.
Meisterschaft«! - Fußball in Aordhesten.
Nach längerer Pause griff am Sonntag auch wieder der Tabellenführer Hessen Hersfeld in die Meisterschaftsspiele der Gauliga Nordhessen ein. In Fulda war der Altmeister Borussia der Gegner des Tabellenführers. Hessen Hersfeld — allein im Gau noch ungeschlagen — kam auch einwandfrei um die gefährliche und gefürchtete Fuldaer Klippe und konnte beide Punkte mit nach Hause nehmen. Mit 2:1 (2:0) behielten die „Hessen" knapp die Oberhand und führen in der Tabelle weiter mit klarem Abstand vor Germania Fulda, die beim Neuling Kur- hessen Marburg nur ein 2:2 (0:1) retten konnte. Im dritten Punktespiel des Sonntags fertigte Kaffe! 03 auf eigenem Platz den SV. Bad-Nauheim sicher mit 5:1 (3:0) ab.
(Ergebnis aus anderen Gauen.
Gau Südwest: Kickers Offenbach — Eintracht Frankfurt 4:0; FSV. Frankfurt — Phönix Ludwigshafen 3:1; Union Niederrad — Borussia Neunkirchen 2:1; Wormatia Worms — Opel Rüssels- leim 2:2; FV. Saarbrücken — KF. 03 Pirmasens 0:2.
Gau Bayern: Wacker München — 1860 München 1:0; FC. München — ASV. Nürnberg 0:3; VC. Augsburg — Bayern München 2:0; FC. Bayreuth — Spvgg. Fürth 0:1.
Handball-Gauliga-Ergebniffe in Tlardheffen.
Hohe Niederlagen der Tabellenletzten kennzeich- icten den gestrigen Handball-Sonntag. Kurhessen Rarburg verlor beim Spv. Kassel mit 5:17, Tv. Schwege auf eigenem Platz hoch mit 7:13 gegen 900 Gießen. Hart auf hart ging es zwischen Tv.
Fu bal'Ergebniffe der Dezirksklasse.
VfB.-Reichsbahn Gießen — 05 Wetzlar 1:2. Naunheim — 1900 Gießen 2:2.
Niedergirmes — Watzenborn-Steinberg 3:2. Sinn — Biffenberg 3:5.
Die Sensation des Sonntags bedeutet das Unentschieden der 1900er. Das Ergebnis entspricht dem Spielverlauf. Auf Grund besserer Stürmerleistungen konnte Wetzlar in Gießen einen knappen und verdienten Sieg erringen. Nach heftigem Widerstand mußte sich Steinberg den glücklicheren Nieder- airmefer beugen. Trotzdem in Sinn sehr hart ge- riimpft wurde, konnten die Bissenberger auch hier den verdienten Sieger stellen.
VfB.-R. - Wetzlar 1:2 (1:0).
Das herrliche Wetter hatte eine große Zu- fcjauermenge auf den Waldsportplatz geführt, die (über von den Leistungen enttäuscht wurden. Die Letzlarer zeigten nicht das Können früherer Jahre. Ihre Hintermannschaft hat sich auch in diesem Spiele wieder glänzend geschlagen. Zielberg als
Kirchbauna und Tuspo Kassel her, ehe Kassel 10:9 gewonnen hatte. Mit 10:4 behauptete sich CT. Kassel gegen Tuspo Bettenhausen.
2100 Mann
beim IulinS-Streift er Gepäckmarsch.
Zu einem großen Erfolg wurde der am Sonntag in Nürnberg durchgeführte Julius-Streicher-Ge- päckrnarfch. Nicht weniger als 2100 Geher aus allen Gliederungen der Bewegung waren in den verschiedenen Leistungsklassen gestartet. Gauleiter Julius Streicher, der für die beste Mannschaft der Hauptklasfe einen Ehrenpreis gestiftet hatte, empfing die Sieger des Marsches selbst am Ziel und nahm auch die Preisoerteilung vor. Start und Ziel des Marsches waren in der Hauptkampfbahn des Nürnberger Stadions.
Die Hauptklasfe wurde zu einem überlegenen Erfolg der Sachsen. Heinemann und Sauber vom NSKK. Chemnitz lagen vom Start an in Führung vor dem Deutschen Gepäckmeister Schulze auf der SA.-Brigade 35 Leipzig. Der Leipziger holte jedoch auf und siegte schließlich überlegen in 2:30:28 Stunden für die 25 Kilometer lanae Strecke. Zweiter wurde Heinemann vom NSKK. Chemnitz in 2:32:31 Stunden. Auch der Mannschaftssieg fiel an die Sachsen.
Heffenboxer in Braunschweig besiegt.
Eine hessische Auswahl-Boxstaffel kämpfte am Freitagabend in Braunschweig gegen eine verstärkte Mannschaft des BC. Leu und unterlag überraschend klar mit 6:10 Punkten. Von den acht Kämpfen konnten die Hessen nur einen für sich entscheiden, vier Treffen endeten unentschieden, drei wurden verloren. S t a s ch (Kassel) war der einzige Hesse, der einen Punktsieg erringen konnte.
Mittelläufer und auch der rechte Läufer lieferten em gutes Spiel. Im Sturme hatten die Wetzlarer durch die glänzende Sturmführung Wohlgemuths ein Uebergeroidjt. Demgegenüber war bei den Gießenern die Hintermannschaft ebenfalls auf dem Posten. Allerdings kostete ein Schnitzer von Haas den VfBern einen Punkt. Die Gebrüder Leutheuser werden von Spiel zu Spiel besser und bilden ein fast unüberwindliches Bollwerk. Die Läuferreihe konnte befriedigen. Der Sturm wirkte in diesem Spiele geradezu hilflos.
Die Gießener hatten Anstoß und spielten gegen die Sonne. Der Anstoß wurde gut oorgetragen und Erben schoß aus guter Stellung daneben. Auf der Gegenseite brach Wohlgemuth durch, lief nach halbrechts und konnte durch eine geschickte Körper- beuaung den Halblinken in Schutzstellung bringen. Dieser schoß jedoch zu ungenau. Haas wehrte zur Ecke ab. Diese brachte den Gästen nichts ein. Sofort waren die Wetzlarer erneut im Angriff und der Rechtsaußen schoß scharf aufs Tor. Haas fing den Ball. Ein Freistoß an der Strafraumgrenze der Wetzlarer wurde von Knauß scharf getreten,
Fußball der heimischen Mannschaften.
prallte jedoch an der lebenden Mauer ab. Dann erzwang Ranft eine Ecke für Gießen. Auch diese verlief ergebnislos. Die VfB.er drückten nun leicht, Schüsse von Ranft und Erben wurden gehalten. Beide Mannschaften kämpften erbittert um Boden. Nachdem der Wetzlarer Rechtsaußen aus guter Stellung herübergeschossen hatte, leitete Knauß einen guten Angriff von rechts ein, der Ball kam nach links. Dort verschuldete der rechte Läufer einen Freistoß, dieser wurde noch vvrs Tor getreten, der Verteidiger und der Tormann von Wetzlar behinderten sich gegenseitig und die Halbstürmer der Gießener konnten gemeinsam den Ball eindrücken.
Eine Minute vor Halbzeit schien der Ausgleich fällig zu fein.
Nach Wiederbeginn hatten die VfBer umgestellt. Heß spielte Mittelläufer, Knauß linker Läufer. Sofort hatten die Wetzlarer die schwache Stelle der Gießener erkannt und leiten immer wieder Angriffe von rechts ein. Nach einer guten Kombination des Wetzlarer Jnnensturms, schoß der Halbrechte aus vollem Lauf aufs Tor. Haas berechnete diesen Ball verkehrt. Ein vermeidbarer Ausgleich! Jetzt wurden die Gießener wieder lebendiger und sie drückten leicht. Sie konnten aber die Hintermannschaft der Gäste nicht überwinden. Ein plötzlicher Durchbruch des Rechtsaußen, der uneigennützig zum Halblinken gab, brad)te die Entscheidung, denn dieser schoß unhaltbar zum Siegestor der Wetzlarer ein. Die letzten 15 Minuten sah man alle Wetzlarer in ihrer Spielhälfte, um den knappen Vorsprung zu halten, was ihnen auch gelang. Eine vorz "gliche Leistung bot der Schiedsrichter Müller- Fro!,..yaufen.
Die 2. Mannschaft verlor in Großen-Buseck mit 3:0 Toren. Sie trat nur mit 10 Mann an und vergab damit jede Gewinnaussichten.
Auch die zweite Jugend wurde Mit 5:2 Toren erwartungsgemäß geschlagen.
Die Schülermannschaft mußte sich den Lollarern mit 2:0 beugen.
Naunheim-1900 2:2 (2:0).
Mit äußerst gemischten Gefühlen fuhren die Blauweißen gestern nach Naunheim. Waren schon bei Aufstellung der Mannschaft gewisse Schwieria- keiten vorhanden, so verstärkten sich dieselben norf), als am Sonntagmorgen Absagen eintrafen. So war es denn weiter nicht verwunderlich, daß nur neun Mann an der Bahn standen. Ein Glück, daß die zweite und dritte Mannschaft ebenfalls nach auswärts reiften und fo die Möglichkeit vorhanden war, auf Ersatz zurückzugreifen. Daß unter diesen Umständen die Mannschaft etwas Unbehagen umfing, war leicht erklärlich, denn man war sich dar-. über klar, daß in Naunheim ein scharfer Wind weht. Bisher war es noch nicht möglich, aus Naunheim Punkte mitzubringen. Um so größer war die Freude nach dem Spiel.
Sofort vom Anstoß geht Naunheim mächttg los und Keusch, der gefährliche Linksaußen, hat verschiedentlich Gelegenheit erfolgreich durchzukommen. So auch in der fünften Minute. Nur dem Dazwischenwerfen von Schad war es zu verdanken, daß die Gefahr abgewendet wurde. Doch die erfolgte Ecke brachte das erste Tor Naunheims. Von Keusch getreten kommt sie hoch vors Tor. Lippert springt, doch der hinter ihm hochgehende Harter erwischt den Fall und das Leder landet für Fischer etwas überrascht in der rechten oberen Ecke. Gleich darauf bietet sich 1900 eine Chance. Erhard am rechten Flügel, von Wilhelmi schön freigespielt, flankt exakt vors Tor. Die Verteidigung verfehlt den Ball und Jäger köpft knapp neben den Pfosten. Da fällt überraschend das zweite Tor für Naunheim! Wieder ist es ein Eckball. Auch diesen tritt Keusch und wieder ist es Harter, der durch Kopfball verwandelt. Zwei Tore nach einer Viertelstunde, das war etwas zu viel, denn fo überlegen war Naunheim nicht.
Nach dem Wechsel ändert sich das Bild zugunsten der Blauweißen. Schäfer, der auf halblinks gegangen war, gab Henkelmann durch lange Vorlagen Gelegenheit, zu schönen Flanken. Auch Erhard, der sich durch bessere Bedienung feines Nebenmannes etwas mehr einfetzte, brachte jetzt gute Vorlagen zur Mitte. In der 70. Minute fiel das erste Tor für 1900. Eine Flanke Erhards ließ Jäger passieren. Wilhelmi erfaßte die Situation blitzschnell und schoß unhaltbar ein. Durch den Erfolg ange- fport, drängten die Gäste. Zahlreiche Schüsse folgten gegen das Naunheimer Tor. Vorerst noch ohne Erfolg. Zehn Minuten vor Schluß jedoch war es Heilmann, der durch einen wunderbaren Schuß aus 30 Meter Entfernung den Ausgleich erzielte. Schäfer hatte schön vorgearbeitet. Dieser Erfolg löste große Freude aus. Und welch große Chance
bleiet sich den Vlauweißen fünf Minuten vor Ende! Ein weiter Abschlag von Harf springt zwischen den Verteidigern hindurch. Wilhelmi hinterher und nur mit ungeheurem Glück kann der Torwächter den Ball hatten. Aber auch dem Gastgeber bot sich in allerletzter Minute noch eine große Gelegenheit. Keusch stand unerwartet frei norm Tor. Ein harter Schutz und schon glaubten die Zuschauer an Naunheims Sieg, da glückte es Fischer durch herrliche Parade, den Ball zur Seite abzulenken.
Die elf Blauweißen: Fischer; Schad, Schäfer; Hers, Lippert, Mank; Erhard, Wilhelmi, Jäger, Heilmann, Henkelmann, boten, besonders in der zweiten Halbzeit ein wirklich gutes Spiel.
Die Naunheimer hatten ihre besten Kräfte im Mittelläufer, Mittelstürmer Harter und Linksaußen Keusch. Daß sie nicht richtig zur Entfaltung kamen, lag an dem guten Spiel der Gästehintermannschaft. Schiedsrichter Deibel war ein korrekter Leiter.
Favoriten-Giege
im Vereius-Fußbatlpokal.
Die vierte Hauptrunde um den Deutschen Vereins-Fußball-Pokal, die am Sonntag zur Durchführung gelangte, brachte die erwarteten heißen Kämpfe, aber auch die erwarteten Ergebnisse. Die vier „Favoriten" für die Vorschlußrunde, SV. Wald- bof, Freiburger FC., 1. FC. Nürnberg und Schalke 04 konnten ihre Spiele sämtlich gewinnen und damit das in sie gesetzte Vertrauen rechtfertigen. Hart auf hart ging es in Mannheim und Freiburg her. In Mannheim knöpften die Waldhöfer den Dresdener Sportfreunden nur ein 1:0 ab und in Freiburg ließ sich Hanau 93 nur ebenso knapp mit 1:2 schlagen. Sehr sicher erledigten dagegen der „Club" und die „Knappen" ihre Gegner. Schalke 04 besiegte in Düsseldorf vor 30 000 Zuschauern den VfL. Benrath mit 4:1 und der „Club" fertigte in Nürnberg vor 20 000 Besuchern die Berliner Minerva mit dem gleichen Ergebnis ab. Für die Vorschlußrunde haben sich also folgende vier Mannschaften qualifiziert: 1. FC. Nürnberg, Freiburger FC.,' SV. Waldhof, FC. Schalke 04.
Im Bundespokal-Kampf siegte Brandenburg in Königsberg gegen Ostpreußen mit 1:0. Brandenburg wird nun neben Bayern, Südwest und Sachsen die Vorschlußrunde bestreiten.
HandballimKreisLahn-Dill(GauXII)
To. Münchholzhausen — Tv. Wetzlar 6:13 (3:8); Tv. Lützellinden — DfB.-Reichsbahn Gießen 14:7 (5:2); Mio. Gießen — Tv. Roth, Roth nicht angetreten; To. Holzheim — To. W.-Niedergirmes 5:6 (3:3); Tv. Atzbach — Tv. Groß-Rechtenbach 13:11 (4:8); Tv. Garbenteich — Tv. Dorlar 3:3; Tv. Beuern — Tv. Londorf 3:1 (1:1); Tv. Ebersgöns gegen Tv. Gröningen 7:11 (5:5); Tv. Garbenteich gegen To. Hausen 10:5 (5:3); Tv. Alsfeld — Tv. Burggemünden 9:2 (4:3); Tv. Homberg — Tv. Bernsfeld 13:3 (7:2); Tv. Mandeln — Tv. Katzen- furt 4:10 (3:3); Tv. Ehringshausen — To. Herborn- feelbad) 4:3 (2:2); Tv. Erda — Tv. Heuchelheim II 4:4 (3:3).
Jugend.
Tv. Dutenhofen — Tv. Münchholzhausen 6:10 (4:5); SpV. 05 Wetzlar — Tv. Garbenheim 7:0 (4:0); Tv. Wetzlar — Tv. W.-Niedergirmes 11:6 (4:4); Tv. Langgöns II — Tv. Grüningen (ausgefallen); Tv. Garbenteich — Tv. Lützellinden 2:10 (2:4); Mtv. Gießen — 1900 Gießen 11:6 (5:5); Tv. Krofdorf — Tv. Ruttershausen 4:17 (3:7); Tv. Herborn — To. Straßebersbach (Straßebersbach nicht angetreten); Tv. Dillenburg — Tv. Katzenfurt 7:4.
Reichsbahn unterstützt Olympia
Die Deutsche Reichsbahn wird, nachdem sie während der Vorbereitungszeit für die Olympischen Spiele besonders durch ihre zahlreichen Ausland- Vertretungen für die Olympia wirbt, auch während der Austragung den Spielen ihre Unterstützung nicht versagen. Sowohl für die Winterspiele als auch für die Haupt-Olympiade in Berlin und Kiel gewährt sie den Aktiven, Mannschaftsführern, Trainern, Begleitern, Komiteemitgliedern, Verbandsmitgliedern, offiziellen Pressevertretern, sowie den Angehörigen dieser Gruppen auf allen Strecken eine Fahrpreisermäßigung von 50 v. H. in allen Wagenklassen. Diese ermäßigten Fahrpreise gelten vom 1. Dezember bis 29. Februar für die Winterspiele, vom 1. Juni bis 30. September für
Müde und abgespannt?
• • Quf Kaffee Hag umstellen 1
Komisch verzweifelt hob er flehend die Hände zu ihr. „Helfen Sie mir, der Herr Konsul verpaßt fein Glück."
Basilius' Ton war falsch. Das war natürlich beabsichtigt. Die Männer lachten, aber Lena Bassen- berg schnitten diese Worte in die Nerven.
Sie spürte die Drohung. Sie begriff sofort, worauf es ankam. Die Zigelei war vermutlich wertlos oder einen Bruchteil der geforderten Summe wert. Der Konsul sollte 60 000 Mark Lösegeld zahlen.
Sie erschrak. Hilfesuchend sah sie Basilius an. Aber von da kam keine Hilfe. Er lachte. Es lachte auch der Konsul, sein Bankier lachte. Dieser Basilius war ja wirklich zu komisch.
Nur der Sekretär lachte nicht. Er sah Basilius an und bann Frau Lena. „Ich finde dies ewige Gerede und stete Anbieten von Ihrem Ziegelwerk gar nicht mehr komisch, Herr Basilius", sagte er herabgeneigt. Er sprach den Satz nicht laut. Der Konsul mußte ihn überhören.
Aber Basilius drehte mit einem Ruck den Kopf. „Sie verkennen die Lage, Herr Zerny", sagte er kalt. „Ich bin überzeugt, die gnädige Frau wird mich bestens unterstützen. Man muß sich an Sachwerte halten. Grund und Boden, das ist etwas, was einem auf jeden Fall bleibt."
Zerny schüttelte energisch und entrüstet den Kopf. Der Mensch ward unerträglich. Merkten die anderen Herren gar nicht, daß der Spaß längst vorbei war? Dieser Basilius wollte ernsthaft ein Geschäft machen!
Zerny war so empört über solche Taktlosigkeiten, daß er nur erregt hervorstoßen konnte: „Ziehen Sie nicht die gnädige Frau hier hinein!" Er bedauerte in dieser Minute nichts mehr, als daß er nur der Sekretär war. Als Hausherr hätte er glatt den Skandal auf sich genommen und diesen Patron vor die Tür gesetzt.
Basilius blieb scheinbar unberührt. Zerny hatte wohl nicht laut genug gesprochen. Bedächtig hob Basilius den Kopf zu der Frau. „Nun?" fragte er recht unkonventionell.
Der Konsul schlug sich auf die Knie. „Jawohl", rief er heiter, meine Frau mag entscheiden, ob ich ihre famose Ziegelei kaufen soll oder nicht. Sie kostet 60 000 Mark, Lena. Was sagst du dazu?"
Er zwinkerte ihr zu. Natürlich würde sie mit einem Scherz der Entscheidung sich entziehen.
Aber da geschah das Sonderbare, weil Unerwartete. Frau Bassenberg sah Basilius an; in dies Gesicht hinein sagte sie: „Wenn die Ziegelei die Hälfte kosten würde, möchte ich solch ein Angebot nicht so einfach von der Hand weisen. Mir leuchtet ein: Grund und Boden ist ein realer Besitz."
"Aber Hebe Lena..der Konsul war im Moment ratlos.
Basilius half ihm; er redete wieder. ,Lch ver- traute durchaus auf Ihre Lebensklugheit, gnädige Frau. Ich wußte, daß Sie mich unterstützen mußten. Nur — mit dem Preis, da müssen Sie fest bleiben. Der Herr Konsul muß 60 000 Mark anlegen, wenn die Sache Sinn haben soll."
Und er bog ab, wurde wieder der Immobilienmakler, der fein Objekt lobt. „Die Fabrik ist bas wert", sagte er, „dem Herrn Konsul wird sie es bestimmt wert fein."
Lena Bassenberg zuckte müde die Achseln. Ihre Lippen bebten. „Solche Summen", sprach sie, „kann ich nicht übersehen. Da darf und kann ich nicht raten."
Sie wollte sich zurückziehen, aber Basilius sagte — und er war noch zu ihr gewandt: „Das bedauere ich außerordentlich, gnädige Frau." Er sagte das fo sonderbar, daß es sogar dem Konsul auffiel.
„Schluß mit dem Spaß", sagte Bassenberg. „Sie können uns später einmal erzählen, wieviel Sie für die Klitsche am Ende bekommen haben." Er winkte einen Diener heran, der mit einem Tablett wartete.
Basilius verneigte sich leicht. „Das werden Sie bestimmt erfahren, Herr Konsul", verhieß er.
Er blickte der Frau nach, die unsicher mit stockenden Schritten davongina. Hier war noch lange nicht das letzte Wort gesprochen, wußte er.
Zerny nahm ihn, als man sich erhob, beiseite. „Bitte, Herr Basilius, vielleicht kann ich Konsul doch noch einmal das Projekt ncheißt bpr Wo liegt die fragliche Ziegelei, wie v" 'ÖCa
sitzer?" ,un
Solche Fragen waren Basilius iVolIte genehm. Es fah ja fast aus, als wWar tär Nachforschungen anstellen. ct)t der vorgegangen? Hatte zwar nick> dieser ahnungslose Konsul, wohl aber Zerny Verdacht geschöpft? gf/) (Fortsetzung fol j.
0ar nicht an» weser Sekre- cr 3u scharf gutgläubige forsche junge


