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Ein Zelt des Arbeitsdienstes in Tiürnberg.

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Die Mannschaft der Adolf-Hitler-Schule schmückte ihr Zelt in der Lagerstadt in Nürnberg mit einem Bild des Völkerschlacht-Denkmals künstlerisch aus. (Scherl-Bilderdienst-M.)

Der Arbeitsdienst trifft ein.

Nürnberg, 10. Sept. (DNB.) Nürnbergs Bahnhöfe stehen am Dienstag im Zeichen der An- kunft des Reichsarbeitsdienstes. Sonderzug um Sonderzug rollt an. Sie bringen Arbeitsdienstmän- mer aus allen Gauen oes Reiches, aus Hamburg, Königsberg, Breslau, Leipzig, aus Ber­lin, München und dem Rheinland. Kurze, knappe Kommandos, die der Lautsprecher vermittelt, dann zieht das braune Heer der Arbeit mit klingendem Spiel in langen, schier endlosen Kolonnen von dem

Bahnhof hinaus in das Lager. Kein Wunder, daß es überall herzlich begrüßt wird. Mit staunen- erregender Exaktheit vollzieht sich die Unterbringung des Arbeitsdienstes auf dem riesigen Lagerplatz. Im­mer neue Scharen ziehen heran. Blumen an den Mützen, Blumen an den Spaten, die silbern in der Sonne glänzen, und bei den Kolonnen immer neue Wimpel, neue Fahnen und neue Kapellen. Der Rhythmus der Einmarschierenden verklingt in dem Rauschen der Stimmen, die auf dem weiten Rund auf und nieder wogen.

DieMeistersinger" als Festvorstellnng im Nürnberger Opernhaus.

Die künstlerische Einleitung und zugleich den fest­lichen Abschluß des ersten Tages des Reichspartei­tages bildete im Opernhaus an historischer Stätte die Festaufführung derM eistersinger von Nürnberg" in Anwesenheit des Führers. Zu der Vorstellung waren erschienen das gesamte Führerkorps der Partei, dazu eine Reihe geladener Gäste, auch zahlreiche Beamte des Staa­tes, die bereits bei der Eröffnung des Parteitages im Rathaussaal anwesend waren. Ferner sah man die als Gäste des Führers und Reichskanzlers zum Reichsparteitag gekommenen fremden Diplo­maten. Als der Führer die mit der Führer­standarte geschmückte Mittelloge des Theaters be­trat, erhoben sich die Anwesenden und brachten ihm mit dem Deutschen Gruß ihre Huldigung dar.

DieMeiftersinger"-Aufführung, die erst um 1.15 Uhr ihr Ende erreichte, gestaltete sich zu einem der Größe des Parteitages würdigen künstlerischen Er­eignis. Ihre Vollendung erreichte sie mit der Dar» stellung der Festwiese, die, die Nürnberg- Burg im Hintergründe, mit den farbenfrohen Klei­dern der Nürnberger Frauen, der bunten Gewan­dung der Zunftgesellen, den Dielfarbenen Fahnen und Standarten ein hinreißend schönes Bild bot und in dem zu strahlender Wirkung gebrachten

Wacht auf" - Chor und in Hans Sachsens An­spracheEhret Eure deutschen Meister, dann bannt Ihr gute Geister" ihre prächtigen Höhepunkte fand. Als über der Volkshuldigung für Hans Sachs der Vorhang fiel, da erscholl nicht endenwollender Bei­fall des begeisterten Hauses. Der Führer betei­ligte sich lebhaft an dem Beifall, der mit den Haupt­darstellern auch den Dirigenten Wilhelm Furt­wängler immer wieder vor den Vorhang zwang. Die Inszenierung von Johannes Mau- rach mit den prächtigen Bühnenbildern und Ko­stümen von Benno v. Arent, der Hans Sachs von Karl Kronenberg, der Veit Pogner von Joseph v. Manowarda, der Beckmesser von Eugen Fuchs, der Walther Stolzing von Fritz Wolff, die Eva von Maria Müller und die Magdalena von Ruth Berglund fanden größte Bewunderung. Herrliche Kränze mit Schleifen in den Farben des Dritten Reiches und wundervolle Blumenspenden waren der äußere Dank für die her­vorragenden Leistungen der Künstler.

Als sich der Führer vom Opernhaus nach sei­nem nahegelegenen Hotel begab, bereitete ihm trotz der späten Nachtstunde die geduldig in der Straße ausharrende zahlreiche Menge eine stürmische Hul­digung.

preffeempsang in Nürnberg.

Oer Reichspreffechef der NSDAP., Dr. Otto Dietrich, über die tragenden Grundsätze nationalsozialistischer Politik.

Nürnberg, 10. Sept. (DNB.) Im Festtaum des Kulturvereinshauses empfing nach alter Tradi­tion der Reichspressechef der Partei, Dr. Otto Dietrich, die Vertreter der in- und ausländi­schen Presse. Schuberts festlicher Marsch leitete zu der mit stürmischer Zustimmung aufgenommenen Rede des Reichspressechefs Dr. Otto Dietrich über, der u. a. folgendes ausführte:

Es ist im Laufe der Jahre zu einer erfreulichen Tradition geworden, die Reichsparteitage der NSDAP, durch den Empfang der Presse einzu­leiten. Und ich möchte den tieferen Sinn, der darin zum Ausdruck kommt, als ein besonderes Zeichen des guten Verhältnisses an­sehen, das die Nationalsozialistische Partei mit den Männern der Presse verbindet, als ein Zeichen freundschaftlicher Gesinnung, die sie jeder positiven und fruchtbaren Pressearbeit im nationalen und internationalen Leben entgegenbringt. Ich habe im vorigen Jahre die Gelegenheit dieses Empfanges benutzt, um die Bedeutung der Presse im Leben der Völker aufzuweisen und heroorzuheben. Heute möchte ich Ihnen die Bedeutung der natio- nalsozialistischen Idee in ihrer inneren Dynamik und ihrer geistigen Spannweite in einigen kurzen Strichen umreißen.

Die Partei ist der durch feine politische Leistung gestaltete Orden der deutschen Nation! Sie ist die verschworene Gemeinschaft der dem Volke Geweihten. Ihre Weltanschauung ist die geistige Rüstung der Nation! Ihr im Kampf erprobtes eigenes Entwicklungsgesetz ist das Grundgesetz, die Verfassung des nationalsozia­listischen Staates, die Nationalsozialistische Partei ist die natürliche Auslese der Charakterfesten und Willens st ark- st e n der Unerschütterlichsten der Nation. Ihre Organisation reicht hinunter dis in die letzten Verästelungen des öffentlichen Lebens und durchblutet sie unaufhörlich mit den Grund­sätzen und dem Ideengehalt ihrer lebensverbun­denen Weltanschauung.

Die Partei ist bestimmt zur politischen Führung der Nation. Ihr Führer ist der Führer des Deutschen Reiches. Ihre Lebens- und Leistungsschule ist die Wurzel im Erdreich des Vol­kes, aus der die politische Führung ihre Kräfte zieht und die dem nationalsozialistischen Staat die Män­ner zur Führung gibt. Die Partei ist der Ga­rant der Homogenität von Führung und Volk, das Bleibende in der Erscheinung

Flucht. In der Partei hat der Führer, der Schöpfer des Nationalsozialismus, Reich und Staat ver­ankert, eft wie auf gewachsenem Fels. Mit der national ozialistischen Idee ist eines der größten schöpferi chen Prinzipien des Geistes in die Welt­geschichte eingetreten. Und diese Idee wird in der Geschichte der Menschheit als eine neue Geistesmacht eine segensreiche Rolle spielen. Absolutismus, Libe­ralismus und Marrismus sind politisch und sozial wesensbestimmend durch den Klassengedan­ken. In ihnen beherrschen entweder die Klassen den Staat oder es ist den Klassen erlaubt, sich gegen den Staat zu organisieren. Dem Klassengedanken stellt der Nationalsozialismus den Gemein­schaftsgedanken gegenüber, der keine Klassen mehr kennt, sondern nur eine Volksgemeinschaft. Der Nationalsozialismus hat nicht die Beseitigung der Ungleichheit der Menschen auf feine Fah­nen geschrieben, sondern er hat' die Ungleichheit der Bedingungen beseitigt, unter denen sie arbeiteten.

Aber hat nicht der Nationalsozialismus um der Gemeinschaft willen die persönliche Frei­heit vernichtet? Unsere Gegner draußen be­haupten es. Aber sie irren! Sonst würden sie erkennen, daß die nationalsozialistische Welt­anschauung die Freiheit nicht beseitigt, sondern sie ethisch durch die Gemeinschaft und die Per­sönlichkeit neu begründet hat. Alle Rechte und Pflichten leiten sich nur aus der Gemein­schaft her, ohne sie ist das Individuum über­haupt nicht denkbar. Da es aber nur durch die Gemeinschaft existiert, kann es auch seine per­sönliche Freiheit nur aus der Gemeinschaft ab­leiten. Das tut der Nationalsozialismus. Der Gemeinschaftsgedanke des Nationalsozialismus unterdrückt nicht etwa die Persönlichkeit, sondern fördert sie, um sie zum Führertum zu befähigen. Führerauslese und Erziehung zur Persönlichkeit sind Begriffe, ohne die der Na- tionalsozialismus gar nicht denkbar wäre.

Dieser volkspolittsche Staatsgedanke, den der Na­tionalsozialismus hervorgebracht und in Deutsch­land verwirklicht hat, ist aber auch ein schöpferisches Prinzip von großer außenpolitischer Zu­kunftsbedeutung. Dieser Staatsgedanke bringt Der Welt zum Bewußtsein, daß die Macht der Staaten weniger auf den Bajonetten begründet ist als auf den völkischen Energien und Kraftteserven. Diese dynamische Staatsauffassung, die mehr auf den in­

neren rationellen Ausbau und auf die Sicherung der völkischen Lebensgrundlage gerichtet ist, als auf eine kraftzerfplitternde Expansion nach außen, ist befähigt, den imperialistischen Gedanken von innen heraus zu üherroinben und die Ordnung der Natio­nen untereinander durch eine natürliche A b - grenzung ihrer Lebensbedürfnisse und Interessen zu gewährleisten.

Der Politik der sogenannten Kollektivität der Siegerstaaten im Schatten von Versailles stellt der Nationalsozialismus entgegen die Politik der Zusammenarbeit freier und souveräner Staaten im Lichte der Gleichberechtigung. Der Genfer Politik ergebnisloser Mammutkonferen- 3en am laufenden Band, die nur durch Verla- gnngs- und Verschleppungstaktik ihr Dasein fri­stet, stellen wir gegenüber das Prinzip der direkten Fühlungnahme von Staat zu £> t a a t, das zu unmittelbar praktischen Ergebnissen kommt, wie im deutsch- polnischen Freundschaftsvertrag und im deutsch­englischen Flottenabkommen. Der Methode der Geheimdiplomatie und der vorgefaßten Entschei­dungen stellen wir gegenüber die Politik der offenen Sprache und der Verhand­lungsparität souveräner Staaten. Der Politik der Blockbildung, der verwickelten Pakt- systeme und bedrohlichen Militäralli­anzen in Form von konfliktfördernden Bei­standspakten stellen wir entgegen das Prinzip der Nichkangriffsverträge, der Loka­

lisierung der Konflikte und damit der Isolle- rung der widerstreitenden. Dem Schlagwort von der Unteilbarkeit des Frie­dens halten wir entgegen die prakttsche Frie­denspolitik der Isolierung des Krie­ges durch rechtzeitige Beseitigung seiner Vor- aussehungen.

Die nationalsozialistische Idee als neues ftuch» bares Prinzip internationalen Gemeinschaftslebens ist nicht in der Verteidigung, sondern im Vormarsch! Der Nationalsozialismus ist bereit, mit lebem Die geistige Klinge zu kreuzen, ber sich im Interesse per Wahrheit unb bes Fortschritts ehrlich unb unvorein- genommen mit ihm auseinanbersetzen will. Hier m Nürnberg auf ben Reichstagen ber Partei ist Ge­legenheit, bieses Sein und Wollen des National­sozialismus sowohl in seiner äußeren Gestaltungs­kraft, wie in seiner geistig politischen Tiefe zu erfassen. In Moskau tagte vor wenigen Wochen der Weltkongreß der Komintern unter der Parole, d i e Brandfackel des bolschewistischen Umsturzes in alle Länder der Erde zu tragen. Hier in Nürnberg ist die Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei zu ihrem Reichsparteitag versammelt, zu fruchtbarer Arbeit am deutschen Volke und zur Bekundung der Wieder­gewinnung seiner Freiheit. Zwei Welten, an denen sich die Geister scheiden: In Moskau tagte der Gene­ralstab der bolschewistischen Weltrevolution als die Inkarnation niederreißender Zerstörung! Hier in Nürnberg tagt der politische Generalstab des deutschen Volkes als Träger eines aufbauen­den, dem Weltfrieden dienenden Prin - zips.

Die Zeltstadt der Pimpfe in Nürnberg.

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Neben dem Lager Langwasser, in dem die SA. während des Reichsparteitages mit 100 000 Mann unter­gebracht ist, liegen die vielen spitzen Rundzelte der Hitlerjugend unb bes Jungvolks.

(Scherl-Bllberbienst-M.)

Der Aeichsjugendsührer bei der HI.

Fürth, 10. Sept. (DNB.) Reichsjugenbführer Balbur von Schirach besuchte am Dienstagvormit­tag bie 15 0 0 Teilnehmer bes Abolf» Hitler-Marsches ber HI. zum Reichspartei­tag auf ber großen Pegnitz-Wiese am Humbser» Spielplatz. Er lobte die hervorragende Marsch­leistung. Die ausgezeichnete Disziplin bei dem Marsch sei ein Bekenntnis der deutschen Jugend zur Wehrhaftigkeit. Zu ben künftigen Parteitagen wür­ben immer mehr Kameraden auf gleiche Weise mar­schieren und die Fahne der deutschen Jugend $ur Blutfahne von 1923 tragen. Die Hitler-Jugend müsse sich durchsetzen im ganzen deutschen Volk. Hierzu bedürfe es noch eines umfassenden Erzie­hung swerkes. Die HI. solle durch ihr Beispiel und ihre Leistung alle jene Hunderttausende mit­reißen, die ihr heute noch fernständen. Die HI. habe auch eine politische Aufgabe zu erfüllen, nämlich die gesamte deutsche Jugend zu einer Einheit zusam­menzuschließen. Sie habe alle Zeit und allerorts

ein Beispiel heroischer Kameradschaft zu geben.

Am Montag hatte ber Reichsjugenbführer bas Kloster Metten in ber bayerischen Ostmark be­sucht. Im Hof bes Klosters stauben Hitlerjugenb, Jungvolk und Schuljugend zum Empfang bereit Ferner war der aefamte Lehrkörper des Gymna­siums Metten versammelt. Der Reichsjugendführer dankte dem Abt des Klosters dafür, daß es ihm möglich fei, in diesem uralten Kloster Hitler­jugend und Jungvolk besuchen zu können. Aufrich­tige und gläubige deutsche Jungen seien in der Staatsjugend vereint. Die Hitlerjugend reiche jedem, der gewillt sei, mit ihr zusammenzuarbeiten, die Hand. Dieses Zusammentreffen im Kloster Metten sei ein schöner Beweis dafür. Er erwarte von den Jungen, daß sie dem Führer, dem Vaterlande unb bem allmächtigen Gott bie Treue hielten. Anschlie- ßenb übernahm Pater Wilhelm, ber Historiker bes Klosters, bie Führung burch bas Kloster. Im Kloster selbst hieß ber Abt ben Reichsjugenbführer willkommen unb lub ihn zur Besichtigung ein. Nach­dem Baldur von Schirach die umfangreiche Biblio­thek besichtigt hatte, trug er sich in das Besucher­buch des Klosters ein.

Rassentrennung aus öffentlichen Schulen.

Reichsminister Rust ordnet Einrichtung von Zudenschulen an.

Berlin, 10. Sept. (DNB.) Reicksminister Rust hat in einem Erlaß über die Rassentrennung auf den öffentlichen Schulen, in dem als Vorbereitung für bie Einrichtung von Jubenfchulen zu Ostern 1936 Erhebungen über bie Rassezuge­hör i g k e i t ber SckÜlersch ast angeorbnet finb, eine alte nationalsozialistische Forberung tat­kräftig in Angriff genommen. Dieser in enger Füh­lungnahme mit Dem Rassenpolitischen Amt ber NSDAP, ausgearbeitete Erlaß bereitet einen wei­teren wichtigen Abschnitt in ber Rassegesetzgebung bes neuen Deutschland vor unb beweist, baß Deutschland) keineswegs geneigt ist, wie auslänbische Pressestimmen zu wissen glauben, seinen grunbsätz- lichen Rassestanbpunkt aufzugeben.

Auf bem Gebiete ber Volksschule ist zur Er­reichung bieses Zieles bie Zusammenfassung ber« jenigen nichtarischen Schulkinder, bie der mosaischen Religion angehören, in besonderen jüdischen Volks­schulen schon bisher energisch gefördert worden. Ins­besondere ist mit staatlicher Genehmigung seit 1934 eine größere Zahl privater jüdischer Volksschulen neu entstanden.

Der entscheidende Gesichtspunkt ist aber nicht bie Zugehörigkeit zur mosaischen Religion, jonbern zur jüdischen Rasse. Der rassesrembe, jübische Schü­ler bildet in ber Klassengemeinschaft ber arischen Schüler unb Lehrer einen Frembkörper. Sein Da­sein erweist sich als ein außerordentliches Hinder» nis im deutschbewuhten nationalsozialistischen Unter­richt unb macht bie notroenbige, in ber Rasse be» grünbete Uebereinftimmung zwischen Lehrer, Schü­ler unb Lehrstoff unmöglich. Der neue Erlaß bes Reichserziehungsministers Rust zielt beshalb auf Durchführung ber völligen Rassen­trennung in ben Volksschulen ohne Rück- sicht auf bie Konfessionszugehörigkeit ber rassefrem­

den, jüdischen Schüler und auf Wiederher­stellung der Judenschulen hin, unb zwar vom Schuljahr 1936 ab. Er billigt beiden Teilen zu, was nach völkischer Auffassung eine selbst­verständliche Forderung ist: die Rassengemeinschaft zwischen Lehrer und Schüler. Aus dem Erlaß ist noch folgendes ersichtlich:

Bei ben Pflichtschulen ist mit Rücksicht auf bie auch für Nichtarier nach wie vor bestehende Schul­pflicht eine Verweisung auf private Volksschulen nicht angängig. Vielmehr wirb bie Errichtung öffentlicher Volksschulen für Juben erforberlich werben. In biefen Schulen werben alle biejenigen Schüler unb Schülerinnen zusammenzu- faffen sein, bei benen entroeber beibe Eltern­teile ober ein (Eltern teil jübisch sind. Die sog. Viertel juben, bei benen ein Groß- eit em teil jübisch ist, beabsichtigt der Reichs- erziehungsminister bei der auf dem Gebiete des Schulwesens vorzunehmenden Rassentrennung außer Betracht zu lassen. Voraussetzung für die Errichtung einer öffentlichen jüdischen Volksschule ist das Vor- panbenfein. von wenig st ens 20 jübischen Kinbern innerhalb einer Gemeinbe.

Der Erlaß zeigt, wie sorgfältig unb gewissenhaft ber Staat auf bem Gebiete feiner Rassengesetzgebung vorgeht, um unnötige Härten zu oermeiben unb boch fein Ziel, eine von Frembkörpern gereinigte völkische Lebensgemeinschaft zu erreichen. Es steht zu hoffen, baß alle Staats- unb Parteistellen mithelfen werben, bas vom Reichserziehungsminister Rust gesteckte Ziel zu erreichen, so baß zu Ostern 1936 auf Dem Gebiet« des öffentlichen Volksschulwesens eine möglichst voll- ffänbige Trennung zwischen Deutschen unb jüdischen Kinbern burchgeführt ist.