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Samstag, U.M 1935

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Liebevolle Betrachtung aus nächster Nähe

. . 0,60

Zusammen . . .

Peter schuldet seiner Mutter:

. nichts

. nichts

. . . nichts

Zusammen . . .

(Aufnahmen: Neuner, Gießener Anzeiger.)

Die Mutter hat einen guten Kaffeetisch bereitet.

Früh übt sich ...

Schwere Landarbeit wird durch kleinen Besuch

Rupestützdchen hi oen Anlagen.

Fröhliches Spiel im Sandkasten.

3.

4.

in Betrieben fernbleiben müssen von ihren Kindern, mit dem Sportwagen und dem jüngsten Sproß der Familie drinsitzend durch die Anlagen fahren sehen, wobei diese kleinen Hüterinnen der Allerkleinsten es mit ihren Obliegenheiten meist sehr ernst nehmen, so daß man meinen könnte, sie seien sich der Größe ihrer Aufgabe als Mütter der Zukunft schon jetzt bewußt. Wie froh und glücklich fühlt sich eine rechte Mutter, wenn sie ihre kleine Gesellschaft nach deren

Die Mutter sagte nichts. Am Abend fand aber Peter die 60 Pfennig neben seinem Teller liegen. Da war er sehr zufrieden und steckte das Geld ein. Als er aber seinen Teller wegnahm, da sah er ein Papier darunterliegen. Darauf war zu lesen:

ßen zeigen, mit welcher Liebe und Sorgfalt eine Schwester dem kleinen Erdenbürger die Nahrung einflößt, wie ganz hingegeben an den Interessen­kreis des Kleinkindes die Schwester mit den kleinen Trabanten im Sandkasten spielt. Aber neben diesen beiden kleinen Ausschnitten aus dem täglichen Pflichtenkreis einer Kinderschwester stehen noch un­endlich viele andere Obliegenheiten im Dienste des Kindes, die an die Pflegemütter ununterbrochen

gleiche hohe Anforderungen der Tatbereitschaft einer echt mütterlich empfindenden Frau stellen und im Geiste schönster Pflichterfüllung auch freudig er füllt werden. Im Hinblick auf dieses edle Werk unserer Schwesternschaft sollte auch ihrer am morgi­gen Muttertag mit dankbarer Liebe gedacht werden

Der kleine Peter las dieseRechnung" und schwieg beschämt. Nach einer Weile aber klopfte ihm doch das Herz, und er schlich sich hin- zu seiner Mutter, barg sein Gesicht in ihrem Schoß und steckte die 60 Pfen­nig vorsichtig in der Mutter Schürzentasche.

Das war wohl ein schöner Tag für die Mutter und auch für den kleinen Peter. Er wird noch manchmal in seinem Leben daran denken.

Möge auch der diesjährige Muttertag wie ein großes, unsichtbares Band unser ganzes deutsches Volk umschlingen, mag er zeigen, daß wir in liebe­voller Verehrung an unfern Müttern hängen und im Glauben an sie und ihre unerschöpfliche Kraft zuversichtlich in die Zukunft schauen.

Muttertreu ist unergrüpdt, welcher eine treue Mutter find, der hat ein' Schatz über alle Welt, er seh nur, daß er es ihr vergelt.

pnhe Liebe ihres Herzens und die ganze Wärme |f-e« mütterlichen Gefühls aber tagtäalich in reich- Jtiin Mak? in den Kleinkinderschulen, Kinderkrippen, ir den Krankenhäusern usw. den Kindern vieler Emilien zukommen lassen.

Was die Mutter im Kreise der Familie als Mit- te'Dunft und Halt vor allem für die Kinder bedeu­te! tritt jedem Menschenkind immer klarer vor die isgen. je älter es wird, und es wird am tiefsten nr b schönsten erst dann empfunden, wenn man als x.mn oder Frau selbst Kinder besitzt und daneben mch das Glück genießt, die eigene Mutter inmitten t-er Kinder und Enkelkinder wirken und sorgen zu men Mit welch' hingebungsvoller und opferfreu- ifter, nie versagender Liebe und Tatbereitschaft leidmet sich schon die junge Mutter ihrem Kindlein Km ersten Tage des Lebens an. Zu jeder Stunde

Was der Muttertag den Kindern fein kann, davon zeugen viele Kinderaufsätze. Da schreibt ein 1 ^jäh­riges Mädchen:

Im schönen Monat Mai, wenn draußen alles grünt und blüht, gebührt ein Tag besonders der Mutter. Im vorigen Jahre haben wir Geschwister unter uns das Fest besonders schön gestaltet. An diesem Tage durfte die Mutter keinen Handtast tun. Einmal füllte sie einen Tag keine Arbeit verrichten. Als sie am Morgen nach der heiligen Messe das Arbeitskleid anziehen wollte, jagte ich. ,Heute sollst du ruhen, heute tu ich die nötige Arbeit " Manch­mal, wenn sie mich so arbeiten sah, wäre sie am liebsten aufgesprungen und hätte mitgearbeitet. Der Kaffeetisch wurde besonders festlich geschmückt. Ohne Wissen der Mutter hatten wir Kuchen herbeigeschaf't Bei Tisch sagte sie:Dieser Kuchen, den >ch nicht selbst gebacken habe, schmeckt mir noch einmal so gut." Am Abend sagte die Mutter:Gut, daß der Muttertag nicht länger dauert, ich hätte es ohne' Arbeit nicht länger ausgehalten.""

Ergreifend ist der letzte Satz der Mutter, in dem sie versichert, daß sie sich wieder auf ihre Arbeit freue. Ja, das ist eine echte Mutter.

Unfern Buben fällt das Erfassen und Begreifen eines solchen Tages schon schwerer. Sie lassen sich nicht so in ihr Herz schauen. Sachlich und prüfend treten sie an den Muttertag heran Einer schreibt:

Das Oberhaupt der Familie ist der Vater Er verdient das Geld. Der Vater ist auch für alle- haftbar. Er muß feine Kinder anständig und christ­lich erziehen. Wenn sie fremden Leuten etwas ge­tan haben, so muß er den Schaden wieder aus- bessern oder bezahlen. Er muß sorgen, damit sie in bie Schule gehen, und muß auch das Zeugnis unter- schreiben Die Mutter versorgt den Haushalt, die kocht und wirtschaftet, damit, wenn mittags der Vater und die Kinder nach Hause kommen, ihre hungrigen Mägen sich füllen können Welche Freude . i)at die Mutter, wenn es allen recht aut schmeckt.

Aber auch ihr Herz gehört ganz der Mutter, und eines Tages kommt das große Erkennen.

Reizend ist auch die Geschichte, tue vor einigen Jahren durch die Zeitungen ging

Der kleine Peter hatte von seinem Vater etwas ub-'r Rechnungen, die bezahlt werden müßten, gehört

Dabei tauchte juaj m ihm ovr tytuumt eine Rechnung zu schreiben. Urtb an wen schrieb er

In treuer Hut der Pflegemutter.

sie? An seine Mutter! Beim Mittagessen fand diese unter dem Teller folgende Rechnung:

Die Mutter schuldet ihrem Sohn Peter:

1. Für das Holen von verschiedenen Sachen . . 0,20

2. Für das Tragen der Briefe auf die Post . . 0,10

3. Weil er stets ein braver Junge war.....0,10

4. Für das Holen von Briefmarken.......0,20

i Im schönsten Monat des Jahres, wenn alles blüht vd duftet, begehen wir am morgigen Sonntag Iclicfyt, aber voll reicher Liebe eines unserer schön­ste Familienfeste: den Muttertag. Die deutsche 5 genb, ja das gesamte deutsche Volk richtet an d fern Tage voll Dankbarkeit die Gedanken und die ! A fühle des Herzens auf die Mutter, den Mittel- ».nFt der Familie, die starke Grundlage eines ge- iLben Staatsaufbaues. An diesem Tage wollen tr alle in treuer Liebe bekunden, was uns die Iftitter ist und was sie uns war. falls sie bereits ir fühlen Schoße der Erde schlummert. Der Tag st» Anlaß fein, der Mutter als Zeichen unserer Inbegrenzten Dankbarkeit für all ihr rastloses «Hüben und Sorgen jahraus und jahrein aufrichtige X weise der Liebe und Verehrung darzubringen m ft-ftalt von sinnigen Gaben, aber auch in üverzeu- pinben Regungen des Herzens und des Gemüts, tibei wollen wir jedoch den Begriff Mutter nicht ir engsten Sinne des Wortes zur Richtschnur unse- ! |(3 Handelns nehmen, sondern wir wollen auch d r Frauen in Liebe und Dankbarkeit gedenken, ' wie z. B. die Kinderschwestern für sich

selbst auf das Glück der Mutterschaft verzichten, bie

1. Für zehn glückliche Jahre in ihre« Haus nichts 2. Für zehn Jahre Essen erhalten zu haben . nichts ~ Für Pflege während der Krankheiten .

Daß er stets eine gute Mutter hatte . .

frohem Spiel zu ausgiebiger Atzung um ihren Tisch herumsitzen sieht, den Jungens und Mädels die nahrhaften Brote schneiden, oder ihnen die schmack­hafte Suppe Hinst.ellen und sich selbst an dem ge­sunden Appetit der Kleinen erfreuen kann. Weich' großes Ausmaß von Opferfreudigkeit und Arbeits­bereitschaft geht ferner aus dem Bilde auf dieser Seite hervor, das eine junge Frau aus einem Nach­barorte von Gießen inmitten ihrer anstrengenden Hausarbeit als Landfrau und zugleich als treueste und fürsorglichste Hüterin ihres Kleinchens zeigt! Aus all diesen Einzelbildern des täglichen Lebens spricht eine so reiche Fülle von Mutterliebe und mütterlicher Opferfreude, die es verdient, daß ihr an dem morgigen Ehrentage der deutschen Mutter in jeder Familie herzlichste Dankbarkeit als beschei­dene Gegenleistung der Kindesliebe bekundet wird.

Neben diesem Familienwirken der deutschen Frau steht, aufgebaut auf dem unerschöpflichen Born mütterlichen Empfindens, in gleicher edler Schönheit das große Werk der christlichen Nächstenliebe, das in unseren sozialen Anstalten alltäglich mit uner­müdlichem Eifer, von starker Liebe zu den hilfs­bedürftigen Menschenkindern beeinflußt, insbeson­dere von den Frauen mit der Schwesternhaube voll­bracht wird. Da sehen wir als eindrucksvolle Bei­spiele, wie unsere beiden Bilder aus der Kinder­krippe des Evangelischen Schwesternhauses zu Gie-

dcs Tages, aber auch unverdrossen zu jeder Nacht­zeit ist sie bereit, ihr ganzes Sein und ihre volle Kraft dem Dienst am Kinde zu widmen. Und wie unendlich beglückt fühlt sich die Frau, wenn so kleine Patschhändchen, wie wir es auf einem dieser Bilder bei einer jungen Gießener Mitbürgerin sehen, ihr im Gesicht ober im Haar herumfahren und der kleine Mund allerlei Laute des Wohlbehagens und des Vergnügens des kleinen Erdenbürgers vernehmen läßt Mit welcher Freude und Zufriedenheit kutschiert eine Mutter oder eine Großmutter den kleinen Erden­bürger im sorgsam ausgestatteten Kinderwagen durch unsere Anlagen, meist am Schorgraber entlang, während der kleine Herr, oder die junge Dame still- zufrieden und mit gutem Appetit den Daumen ober ben Mittelfinger als Ersatz für Zwieback ober Keks ansieht unb nach besten Kräften baran lutscht. Man kann aber auch, wenn man bie Sammelplätze ber kinberhütenben Mütter und Großmütter in unseren Anlagen passiert, gelegentlich bie Wahrnehmung machen, wie bie Mütter ober Großmütter bie Klei­nen ihrer Partnerinnen hier unb ba mit etwas kri­tischem Blick betrachten unb dann nicht wenig stolz sind, wenn sie glauben festgestellt zu haben, daß i b r Liebling bei dieser Vergleichsbewertung besser abgeschnitten habe. Frisch unb froh kann man fer­ner kleine Mäbchen bereu Mütter durch Arbeiten im Hause ober burch ben Erwerb bes täglichen Brot-