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Aus aller Welt

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Die dänischen Zeitungen haben Masfenzufendun- gen von Lesern erhalten, die die Wiederein­führung der Todes st rase fordern. In der letzten Zeit wurden zwei entsetzliche Verbrechen ver­übt: geistig minderwertige Täter brachten unter nicht wiederzugebenden Umständen Frauen und Kinder um, und diese Verbrechen haben die dänische Öffentlichkeit alarmiert. Es ist eine regelrechte Be­wegung entstanden, die sich für die Einführung der Todesstrafe leidenschaftlich einsetzt. Bemerkenswert ist, daß dabei vor allem Frauen das Wort führen, die Schutz für ihre Kinder fordern, und die diesen Schutz in der Vollziehung der Todes­strafe für Mordoerbrechen erblicken. Das Justizmini­sterium hat sich bisher nicht zu der Frage geäußert, die großen Blätter nehmen entsprechend ihrer po-

des Betrügers

Gemeinde wie gegen den Optimismus der privaten Unternehmer richten.

In der dänischen Hauptstadt ist jetzt schon jener Zustand eingetreten, den man von Berlin her kennt: große Altbauwohnungen der In­nenstadt werden zu Spottpreisen hergeboten, kleine Neubauwohnungen an der Stadt­peripherie sind unerschwinglich teuer der Mittelweg fehlt. Es ist anzunehmen, daß die verschiedenen Mahnungen von Wirkung sein und demBaukrach" vorbeugen werden, der schon mehr­fach vorausgesagt worden ist.

Hamburg bei seinen alten Kameraden, erkannte der Generalfeldmarschall und Reichspräsident Jindenburg seinen ehemaligen Kriegs-

er gründete Gesellschaften auf dem Papier und ver­kaufte die Aktien gegen bar. So einfach ist das. Jetzt for*:nt aus Stavanger die Kunde, daß Herr Möller vor einigen Jahren die norwegischen Kon­servenfabrikenvereinigt" und gleich die Aktien die­ser neuen Gesellschaft verkauft hat. Im letzten Augenblick scheiterte der Betrug an dem Mißtrauen einiger Rechtsanwälte, und die ganze Affäre verlief im reinen Sande der norwegischen Fjords. Aber auch damals hatte nicht viel gefehlt, daß aus der redlichen Arbeit der kleinen Unternehmer viel un­redliches Geld geschlagen worden wäre. Mit seinen Reden und seinem Auftreten konnte Lykkedal Möl­ler einen Triumph- und Ueberwältigungsfeldzug längs der norwegischen Küste unternehmen, denn als er für den Kauf einer Fabrik sofort 50 000 Kronen zur Verfügung stellte, kamen die Leute nicht auf die Idee, daß er das Geld vielleicht gar nicht hatte.

Die allgemeine wirtschaftliche Besse­rung, die'sich zunächst mit einem verheißungsvol­len, feinen Lächeln auf den von Sorgenfurchen durchzogenen Gesichtern der skandinavischen Staats­männer angekündigt hat, tritt am stärksten i n Schweden zutage. Der neue Haushaltsplan muß dem Steuerzahler einen Freudenschrei entlocken: Auf fast allen Gebieten wird mit steigender Kon­junktur, d. h. mit steigenden Steuereinnahmen ge­rechnet. Alles in allem erwartet man im kommen­den Jahr einen Steuerüberschuß von 79 Millionen Kronen gegenüber dem Jahr 1934. Nicht weniger als eine halbe Million Kronen verdient der schwe­dische Staat zum Beispiel an den ... englischen Fußballspielen! Es existiert nämlich in Schweden eine AktiengesellschaftTip-Dienst", bei deren Zweigstellen die jungen Schweden Wett e n über den Ausgang der Berufs-Fußballspieler in England abschließen. Die Einnahmen dieser Ge- sellschcnt sind so groß, daß sie dem Staat einen so großen Steuertribut entrichten kann. 12 Millio­nen Kronen mehr als im Vorjahr soll die Einkom­mensteuer- und Vermögenssteuer bringen, 10 Mil­lionen mehr die Automobilsteuer, 6,5 Millionen mehr die Margarineabgabe es klingen einem die Ohren, lieber diesen erfreulichen Aufstiegsweg fallen zwar die Schatten einer merklichen Arbeits­losigkeit, doch sind durchaus die. Mittel zur Abhilfe gegeben.

Mit unverwüstlichem Optimismus investiert d i e dänische Wirtschaft Kapitalien im Woh­nungsbau. Die Stadt Kopenhagen, die fast ein Drittel aller Einwohner Dänemarks beherbergt,

litifchen und weltanschaulichen Haltung entgegen­gesetzte Standpunkte ein, aber es steht noch völlig offen, ob auf Grund der beiden Fälle eine so schneidende Veränderung in der Gesetzgebung genommen wird.

Die Förderung der Eheschließungen.

Berlin, 10. Jan. (DNB.) Der Reichsminister der Finanzen wird in diesen Tagen weitere An­ordnungen zur Förderung der Eheschließungen er­gehen lassen. Der Erlaß wird folgendes enthalten:

1. Voraussetzung für die Gewährung des Ehe­standsdarlehens wird nicht mehr sein, daß die Arbeitnehmertätigkeit der künftigen Ehefrau in die Zeit zwischen dem 1. Juni 1931 und 31. Mai 1933 fällt, sondern daß die künftige Ehefrau eine Arbeitnehmertätigkeit von neun Monaten innerhalb der letzten zwei Jahre vor der Stellung des Antrages aus­geübt hat.

2. Das Ehestandsdarlehen soll im Durchschnitt 600 RM. betragen. Der Höchstbetrag wird nach wie vor 1000 RM. sein.

3. Nach der Rückgliederung des Saar­gebietes an das Deutsche Reich werden die Vor­schriften über Förderung der Eheschließungen in vollem Umfange auf auf das Saargebiet Anwendung finden. Eine Arbeitnehmertätigkeit, die eine Volksgenossin im Saärgebiet ausgeübt hat, wird dann in der gleichen Weise für die Gewährung eines Ehestandsdarlehens angerechnet werden, wie eine Arbeitnehmertätigkeit im übrigen Reichsgebiet. Eine Ergänzung des Reichssiedlungs- gesetzss.

Berlin, 10. Jan. (DNB.) Die Reichsregierung hat auf Vorschlag des Reichs- und preußischen Mi­nisters für Ernährung und Landwirtschaft, Darre, ein Gesetz zur Ergänzung des Reichssiedlungsge- fetzes beschlossen. Zweck des Gesetzes ist, die Neu­bildung deutschen Bauerntums zu be­schleunigen und zu vereinfachen. Zur Erleichterung der Finanzierung ist vorgesehen, daß dingliche Gläubiger aus Anlaß des Er­werbes von Grundstücken oder Grundstücksteilen zu Siedlungszwecken von ihrem Kündi­gungsrecht kein en Gebrauch machen und der Unteroerteilung ihrer H y-p o th e- ken nicht widersprechen können. Für Grundkreditanstalten besteht die Ablösungsmöglich­keit ihrer Forderung mit Landesrentenbriefen. Für den Fall der Kündigung eines Pachtver­hältnisses an einem für die Siedlung bestimmten Grundstück ist die Regelung der Entschädigungsan­sprüche des Pächters vorgesehen, ferner bei Aus­übung des Vorkaufsrechts die Herab­setzung unangemessen hoher Kaufpreise auf den an­gemessenen Betrag. Zur erleichterten technischen Abwicklung der Siedlungsverfahren kann d i e grundbuchliche Regelung bereits in An­griff genommen werden, bevor endgültig Kata­sterunterlagen vorliegen. Dadurch, daß die Vor­schriften auch auf die bereits in Angriff genomme­nen Verfahren Anwendung finden, ist die Möglich­keit gegeben, diese beschleunigt abzuwickeln, die Neubauern zu Eigentümern zu machen und die fi­nanziellen Mittel und Arbeitskräfte der Siedlungs­unternehmungen für neue Aufgaben frei zu stellen.

Das Ergebnis der Mnterhilss-Jagden.

Der Aufruf des Reichsjägermeisters Hermann Göring an alle deutschen Jäger, sich für das Winterhufswerk einzusetzen, hat einen über­raschend großen Erfolg gezeitigt. Aus allen Teilen des Reiches wurden große Strecken gemeldet, die dem Winterhilfswerk zur Verfügung gestellt werden konnten. Allein in den preußi­schen Staatsforsten sind bei den Winter- hilfsjagden in der Zeit vom 9. bis 15. Dezember u. a. 1159 Stück Rotwild, 2257 Stück Rehwild und 14 851 Hasen erlegt worden. Damit sind aus den preußischen Staatsforsten an 5000 Zentner frisch erlegten Wildprets dem WHW. für die bedürftigen Volksgenossen übergeben worden. Ueber die im ganzen Reich an das Winterhilfswerk abgeführten Wildmengen liegen abschließende Mel­dungen noch nicht vor. Aber es kann jetzt schon gesagt werden, daß Hunderttausende von bedürftige^ Familien mit einem Fest- braten bedacht werden konnten.

Privatversicherungsunternehmungen zeichnen erneut 300 000 Mark für das WHW. Auf der Jahrestagung des Reichsverban- des für Privatversicherung in München sprach der Leiter der Reichsgruppe Versicherung, Direktor H i l g a r d , über das Winterhilfswerk, dessen Förderung eine vordringliche Aufgabe der deutschen Wirtschaft und damit auch der deutschen Privatversicherung sei. Die Versammlung beschloß darauf, noch während der Tagung eine erneute Zeichnung von Spenden für das Winterhilfswerk vorzunehmen. Außer den bisher von den einzelnen Privatversicherungsgesellschaften gezeichneten nam­haften Beträgen für das Winterhilfswerk wurden von den versammelten Leitern der.deutschen Pri- vatversicherungs - Unternehmungen erneut über 3 0 0 0 0 0 Mark gezeichnet, die von den einzelnen Gesellschaften unmittelbar an das Winterhilfswerk abgeführt werden.

Hunderttausend-Mark-Gewinn gezogen.

Kurz vor Schluß der Ziehung der vierten Klasse der 44. Preußisch-Süddeutschen Klassenlotterie fiel der Haupttreffer von 100 000 R M. auf die Nummer 292 01 6. Das Los wird in beiden Abteilungen in Achteln gespielt, in der ersten Ab­teilung im Rheinland, in der zweiten in Berlin.

Alte Kameraden.

Ein Kriegskamerad Hindenburgs, Feldwebel a. D. August Neichow, Altona (Elbe), vollendete am 2. Januar 1935 das 91. Lebens­jahr! Pastor i.R. Thun, Altona (Elbe), voll­endete am 5. Januar 1935 das 94. Lebens­jahr. Beide sind Kriegsteilnehmer von 1866 und 1870/71.. Im Mai 1926, anläßlich eines Besuches in

gleichwertiger" Kumpan

Stavisky erwiesen. Seine Taktik war dieselbe:

Zn Zukunst auch Geldstrafen für Zuwiderhandlungen gegen die preisvorschristen.

Berlin, 10. Jan. (DNB.) Bei Zuwiderhand­lungen gegen Preisfestsetzungen des Reichskommis­sars für Preisüberwachung und bei Verstößen gegen Vorschriften über Preisschilder oder Preis­verzeichnisse bestand für die Preisüberwachungs­behörden bisher nur die Möglichkeit, die Schul­digen durch das Mittel der Geschäftsschlie- ß u n g ober der Untersagung der B e - trieosfortführung zu bestrafen. Es hat sich erwiesen, daß ein derartiges Vorgehen nicht immer das richtige Mittel zur Ahndung der angegebenen Verstöße ist. Geschäftsschließungen stellen st e t s einen sehr schweren Eingriff dar. Sie sind in ihren Wirkungen häufig nicht zu übersehen, da hiervon regelmäßig auch die Gefolgschaft des Betriebes in erheblichem Umfang betroffen wird. Um den Preisüberwachungsbehörden die Möglichkeit zu geben, in leichteren Fällen Zuwider­handlungen in zweckentsprechender Weise zu ahn­den, ist ihnen die Befugnis verliehen worden, in derartigen Fällen Ordnungsstrafen bis zum Betrage von 1 0 0 0 Mark für jeden Fall der Zuwiderhandlung zu verhängen.

langen, unter größten Vorsichtsmaßregeln aus dem Neuyorker Hafen auszulaufen. Mit dem Nebel zu­gleich ist eine erhebliche Erwärmung einge­treten. Infolgedessen führen alle Flüsse im oberen Teil des Staates Neuyork Hochwasser. Die Aecker stehen weithin unter Wasser. Zahlreiche Ort­schaften sind überflutet.

Aus Eisnot gerettet.

Seit mehreren Tagen wurde ein Hochseekutter aus Stolpmünde mit zwei Schiffern vermißt. Da inzwischen aus Gdingen die Nachricht kam, daß der Kutter zwei Kilometer nördlich des Fischerdorfes Rewa in Packeis aufgefmfben worden sei, nahm man an, daß die Fischer ein Opfer der Kälte geworden seien. Ein Anruf des deutschen General­konsuls aus Danzig besagt jedoch, daß die beiden Fischer wohlbehalten in Danzig eingetroffen sind. Die beiden Fischer haben, nachdem sie alles brenn­bare Material verfeuert hatten, den Kutter verlassen, da sie nichts mehr zu essen hatten. Es gelang ihnen trotz aller Schwierigkeiten, den drei Kilometer lan­gen Weg über das Packeis zum Land zu bewäl­tigen.

Das Zugunglück bei Rostow am Don.

Wie bereits gemeldet, ereignete sich bei Rostow am Don ein Zugzusammenstoß, wobei, wie amtlich mitgeteilt wird, sechs Personen getötet und 14 verletzt wurden, davon sechs schwer. Auf Veranlassung des Staatsanwaltes wurden 30 Per­sonen in Haft genommen, die im Laufe von 3 Tagen zwecks Aburteilung vor ein Gericht gestellt werden müssen. Der Staatsanwalt erklärte, daß dieses Un­glück nur zurückzuführen sei auf schlechte Disziplin, mangelnde Kenntnis und Verantwortungslosigkeit. In den letzten Tagen seien bei zwei Eisenbahn­unfällen 28 Personen ums Leben gekommen.

Das Erdbeben im Marmara-Meer.

In Istanbul liegen jetzt weitere Meldungen über die Schäden des Erdbebens vor, das die Inseln im Marmara-Meer heimsuchte. Es scheint sich nun sechs Tage nach dem Erdbeben herauszustel­len, daß die insgesamt 56 stärkeren und schwächeren Erdstöße verheerende Wirkungen hatten. Die Presse berichtet von 200 zerstörten oder beschädigten Häu­sern. Da die Behörden vollauf mit der notdürftigen Verbringung der Ueberlebenben auf das asiatische Festland beschäftigt sind, ist man noch nicht dazu gekommen, den Schutt der zerstörten Häuser nach Toten abzusuchen. Es muß aber angenommen werden, daß mit vielen Toten zu rechnen ist. Die Rettungsarbeiten werden durch Kälte und Schneestürme sehr erschwert. Auch die Sied­lungen an den Dardanellen haben gelitten. In der Stadt Tschanak-Kalessi sind zwei Häuser eingestürzt; 25 Häuser wurden beschädigt.

Fünf Schulkinder

bei einem Aulobusunglück in Amerika gelötet.

Bei dem Ort Piedmont, etwa 40 Kilometer von Deadwood (Süd-Dakota, USA.) entfernt, stieß ein Kraftomnibus, der 20 Schulkinder beförderte, mit einem Lastkraftwagen zusammen. Fünf Schulkinder wurden dabei getötet und 14 verletzt. Von den letzteren haben fünf schwere Verwundungen davongetragen. Die Kinder gehörten Kriegsteilneh­merfamilien an und waren in einem Lager des Freiwilligen Arbeitsdienstes untergebracht.

Dreijähriges Kind von einer Ratte überfallen und lebensgefährlich verletzt.

In Erpel im Kreise Neuwied machten die Eltern eines etwa dreijährigen Kindes eine furchtbare Ent­deckung. Als sie zu ihrem plötzlich schreienden Kind ins Schlafzimmer eilten, fanden sie das Kind in seinem Bettchen an Mund und Händen stark blu­tend vor. Wie sich herausstellte, hatte eine Ratte Lippen und Zunge, sowie das zur Abwehr ausge­streckte Händchen angenagt und übel zugerichtet. Der sofort herbeigerufene Arzt ordnete, da sich be­reits Lähmungserscheinungen bemerkbar machten, die sofortige Ueberführung des Kindes ins Kranken­haus an. Es bestht Lebensgefahr.

Explodierende Sprengkapsel tötet einen Knaben.

In Weinheim (Bergstraße) spielten zwei zehn Jahre alte Schüler in einem Keller des Stadtteils Prankel mit einer als Kriegsandenken aufbewahrten Sprengkapsel eines Minengeschosses. Die Sprengkapsel explodierte und verletzte den einen Schüler derart, daß der Tod sofort eintrat. Der andere erlitt Verletzungen am Bein und Arm und mußte dem Krankenhaus zugeführt werden.

fort wieder. Beim Abschreiten der Front der Vete­ranen stutzte Hindenburg plötzlich und rief in herz­licher Freude:Was, Reichow, Sie auch hier?" Nach 55 Jahren erkannten sich die Kame­raden wieder.

Der Pariser Polizeiinspektor Ronny seines Amtes enthoben.

Der Innenminister hat den stark umstrittenen Polizeiinspektor Bonny seines Amtes enthoben. Gegen Bonny waren in der Stavisky-An- gelegenheit schwere Vorwürfe erhoben wor­den, die zu seiner vorläufigen Amtsenthebung führ­ten. Dann war er von Justizminister Ehäron wieder eingesetzt worden, nachdem es ihm gelungen war, durch seine Gewährsmänner aus der Pariser Unterwelt eine größere Anzahl Staoisky-Scheckab- schnitte wiederhervorzuzaubern". Als Bonny dar­auf mit der Untersuchung der Todes­ursache des Gerichtsrates Prince be­auftragt worden war, verhaftete er drei Verdäch­tige, denen im weiteren Verlauf der Untersuchung aber nichts nachgewiesen werden konnte. Er wurde schließlich Gegen st and einer Pressepole - m i k und reichte selbst seinen Abschied ein, wurde eine zeitlang in Haft gehalten, dann wieder frei­gelassen und schließlich wurde ihm sein Gehalt ge­sperrt.' Die nunmehr erfolgte Amtsenthebung macht das von Bonny eingereichte Abschiedsgesuch hin­fällig.

Premierenskandal in einem Pariser Theater.

Jrn Theater Albert I. in Paris kam es an einem der letzten Abende zu einem Skandal. Der Vier- akterHaya" des belgischen Dramatikers Hermann Gregoire sollte uraufgeführt werden. Die Hauptdarsteller und der Autor hatten um eine Ver­schiebung dieser Aufführung gebeten, weil die Rollen noch nicht genügend einstudiert seien. Nichts­destoweniger hatte die Theaterleitung das Stück auf den Spielplan gesetzt. Als der Vorhang auf­ging, gaben der Hauptdarsteller und der Autor vor dem zahlreich erschienenen Publikum und der Kritik Erklärungen ab, die zu einem heftigen Rede­duell mit d e m Theaterdirektor führten und fast in Tätlichkeiten ausgeartet wären. Nur mühsam konnte die Ruhe wieder hergestellt werden. Das Stück wurde nicht gespielt. Die Angelegenheit wird nicht nur ein gerichtliches Nachspiel haben, sondern wahrscheinlich auch zu einem Duell zwi­schen dem belgischen Autor und dem Theaterdirektor führen, die auf der Bühne ihre Karten austauschten.

Neuyork vom Nebel blockiert. Schiffsverkehr nahezu stillgelegt.

Der dichte Nebel, der sich als erhebliches Schiff­fahrtshindernis an der ganzen Atlantischen Küste der Vereinigten Staaten geltend gemacht hat, hält immer noch an. Im Neuyorker Hafen sind ganz ungewöhnliche Verhältnisse eingetreten. Der Ver­kehr ist völlig I a h m g e I e g t. 20 Schiffe liegen auf der Reede und warten vergeblich auf eine Möglich­keit zur Einfahrt. Nur drei Dampfern ist es ge­

breitet sich immer weiter aus. An den Randbezir- fen entstehen Wohnblocks mit allem Komfort, herr­lich gelegen und manchmal geradezu kostbar aus­gestattet.' Sie haben nur einen kleinen Fehler, der allmählich den Reflektanten auf die Nerven geht: sie sind zu teuer. Ausgesprochener Mangel herrscht in Kopenhagen an billigen Kleinwohnun­gen. Zwar bestand die Hälfte aller neuerrichteten Wohnungen des letzten Jahres aus Em- und Zwei­zimmerwohnungen, aber nur ein Siebentel dieser Kleinwohnungen wurde zu einer Miete unter 600 Kronen im Jahr abgegeben. Da hegt der Kern- fehler der Kopenhagener Schnellbauerei, die schon die Nationalbank auf den Plan gerufen hat. Von dieser Seite sind ernsthafte Bedenken über die Aus- Generals

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Wettervoraussage.

Bei Irland ist ein kräftiger Tiefdruckwirbel in Entwicklung, der den schon begonnenen Abbau der Frostwetterlage beschleunigen wird. Sväterhin kann dabei mit dem Auftreten von Niederschlägen (meist Regen) gerechnet werden.

Aussichten für Samstag: Vielfach nebe­lig, späterhin zunehmende Verschlechterung und Neigung zu Niederschlägen (meist Regen), nachts noch Frost, dann bei auffrischenden südwestlichen Winden Temperaturen stärker ansteigend.

Aussichten für Sonntag: Bei Luftzufuhr aus Süden bis Westen mildes Wetter, mit Nei­gung zu Niederschlägen.

Lufttemperaturen am 10. Januar: mittags3,9 Grad Eelsius, abends3,5 Grad: am 11. Januar: morgens3,1 Grad. Maximum3 Grad, Minimum4,9 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 10. Januar: abends 0,3 Grad; am 11. Januar: morgens 0,2 Grad Celsius.

Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich W. Lange, für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot, für Den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck, verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. DA. XII. 34: 12 047. Druck und Verlag: Brühl'jche Universitäts-Buch- und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen.

Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pft Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr« Einzelverkaufspreis: 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr.

Zur Zeit ist Preisliste Nr. 2 vom 2. Juli 1934 gültig«

Skandinavische Sim'sli'chier.

Von unserem B -Berichterstatter.

Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten! Oslo, Januar 1935.

Die Großstaaten, deren Schiffahrt in der Haupt­sache von den imponierenden Ozeandampfern ge­tragen wird, haben glücklicherweise nur in weiten Abständen Unfälle ernsterer Art zu beklagen, wes­halb der. Verlust von Menschenleben durch ein Schiffsunglück dort auch das allergrößte Aufsehen erregt. Ganz anders ist es leider in den reinen Schiffahrtsländern, vor allem Norwegen und Dänemark, wo in den Winter- und Herbstmo- naten Schiffsbrüche z u den täglichen Er­eignissen gehören wie sonst Verkehrsunfälle der Radfahrer. Fast täglich kommen bei schlimmem Wetter Nachrichten über Bergung Schiffbrüchiger, über das Verschwinden von Fischkuttern, über den Tod tapferer Seeleute, und es ist nun einmal so, daß diese Schreckensmeldungen fast verschwinden unter den Meldungen über das große Weltgeschehen.

Unter diesen Umständen war doppelt bemerkens­wert das gewaltige Aufsehen, das die heldenmütige Errettung der norwegischenS i st o" - Besatzung durch die deutschen See­leute in den skandinavischen Ländern erregt hat. Noch jetzt werden Bilder von den beiden Besatzun­gen gebracht, Kommentare, Schilderungen und Danksagungen. Die deutsche Rettungst'at hat hier dem Deutschtum außerordentlich ge­nutzt, hier, wo das Wort derDeutschen Tüchtig­keit" allgemein bekannt und üblich, aber doch manch­mal mit einem Schimmer freundlicher Ironie um­woben ist. Nun, diesmal hat es sich wohl gezeigt, daß jette Gradlinigkeit und nur um das Ziel be­sorgte Emsigkeit, für die wir Deutsche hierberüch­tigt" sind, ihre Vorzüge haben, und es muß aber auch gleich eingeräumt werden, daß der faire Sinn der Skandinavier nicht einen Augenblick zögert, das zuzugestehen. Die Osloer Zeitungen haben sich be- geift'ert über die Rettungstat ausgesprochen, eine Belohnung der deutschen Seeleute gefordert und recht deutlich ihr Urteil vom Einzelfall zum Allge­meinen erweitert. Ein paar deutsche Seeleute haben ihr Leben für ein paar norwegische Matrosen ein­gesetzt die Diplomatie der anständigen Tat hat bisher noch immer die. schönsten Leistungen zustandegebracht.

Wir gewöhnlich Sterblichen, die wir mit schlech­tem Gewissen zehn Kronen borgen, wenn das Ge­halt ausbleibt, werden wohl nie begreifen, daß Leute wie Stavisky und jetzt Lykkedal Möller ihr Wesen treiben können. Möller, im braven Dänemark geboren, hat sich in Paris als ein