Einzelbild herunterladen

Vortragsabende der Gießener Pfarrgemeinden

n

Obecheffen

Trage dazu bei. daß jede deutsche Mutter ihren Kindern eine Weihnachtsfreude bereiten kann. Spende ein Deihnachtspaket für das WHD.!

* Lang-Göns, 9. Dez. Am Tag der n a t i o alen Solidarität wurden in der hiesigen

< Holzheim, 9. Dez. Bei der Sammlung der Handwerker, Gewerbetreibenden und Beamten wurden über 80 RM. für das Winterhilfswerk geopfert. Dieser Tage fand in unserer Gemarkung Treibjagd statt, bei der 185 Hasen zur Strecke gebracht wurden.

(j) Grüningen, 10. Dez. Bei der Geldsamm­lung anläßlich des Tages der nationalen Solidarität wurde von den Politischen Lei­tern in unserer Gemeinde der stattliche Betrag von 30,50 Mark gesammelt. Die Naturalien- ammlung für die I n n e r e M i s s i o n zeigte eben- alls ein befriedigendes Ergebnis.

Y Watzenborn-Steinberg, 9. Dez. Der hiesige MännergesangvereinGermania", der seit 22 Jahren unter der bewährten Leitung des Chormeisters Georg Harnisch steht, brachte diesem am Samstag anläßlich seines 6 0. Ge­burtstages ein Ständchen. Im Auftrage des Vereins brachte der Dereinsführer Theodor Jung die besten Glückwünsche dar und überreichte einen Blumenkorb. In seiner Ansprache wies er ferner auf die großen Verdienste hin, die Chormeister Harnisch sich um die Hebung des Männerge­sangs und die Pflege des deutschen Liedes auch in unserer Gemeinde erworben hat. Schwester Maria Becker vom Reichsmütterdienst sprach die­ser Tage zu der Frauenschaft und Evange­lischen Frauenhilfe. Die Frauen nahmen die Anregungen der Vortragenden mit Dank auf und folgten mit lebhaftem Interesse den Ausführungen. Sofort meldeten sich 25 Frauen für einen in aller Kürze beginnenden Kochkursus und 12 Frauen zu einem Lehrgang über Erziehungsfragen. Weitere Anmeldungen werden noch bei der Ortsfrauenschafts­leiterin Frau Baum und bei dem Vorstand der Evangelischen Frauenhilfe angenommen.

D L i ch, 9. Dez. An Stelle des in den Ruhe­stand getretenen Leiters unserer Volksschule, Rektor Erb, ist bis zur endgültigen Besetzung der ausgeschriebenen Stelle und der Ernennung eines Rektors Lehrer H i l d mit der Führung der Ge­schäfte des Schulleiters vom Kreisschulamt Gießen beauftragt worden.

)( Bellersheim, 9. Dez. Da sich der Zuchtviehbestand hier dauernd steigert, ist die Anschaffung eines vierten Faseltieres notwen­dig geworden. Nach einer alten Rechtssatzung muß die hiesige Markgenossenschaft drei Bullen anschaffen, der vierte geht nun auf Kosten der G e - meindeverwaltung. Es werden jetzt je zwe» Riederungs- und Fleckviehvatertiere zur Zucht ver­wendet.

rischen Bedarf sich von den Portugiesen und den j Engländern holte, die sich dabei, wie der General < mit feinem Humor hervorhob, als gute Lieferanten ' erwiesen. Mit dem Bekanntwerden des Waffenstill- standes im November 1918 sei dann auch der < Kriegszug der deutschen Soldaten in Ostafrika be­endet gewesen.

Am Schlüsse seines ost von humorvollen Be­merkungen gewürzten Vortrages gab General von , Lettow - Vorbeck noch einige interessante Zahlen.

Die deutsche Streitmacht zog bei Kriegsbeginn mit 200 weißen und 2400 schwarzen Soldaten ins Feld, von den weiter zur Verfügung stehenden 6000 deutschen Menschen wurden rund 3000 Männer zur Truppe eingezogen, also fast restlos alle Männer. Ferner wurde die etwa 2000 Askari starke schwarze Polizei eingezogen. Der höchste Stand der deutschen Streitmacht war Ende 1915 mit 3000 weihen und 11 000 schwarzen Soldaten erreicht. Mitte 1917 waren es nur noch 300 weihe und 1700 schwarze Soldaten, beim Kriegsende noch 155 weihe und 1200 schwarze Soldaten, wobei das gesamte Sanitäts- und Verwaltungspersonal mitgerechnet ist.

Der Abgang bedeutet natürlich nicht, daß alle tot waren. Von 3000 weißen Soldaten sind rund 750 gefallen und ruhen in afrikanischer Erde. Von dem aktiven Offizierskorps ist fast die Hälfte gefallen. Bei der Abwägung dieser Opfer im Vergleich zu dem Erfolg kam der General zu dem Ergebnis, daß die Opfer dieses Kolonialfeldzuqes durchaus zu ver­antworten sind. Er stellte dabei als Verlust der feindlichen Mächte fest, daß nach einer eng­lischen Berechnung die feindlichen Kriegskosten für die Kämpfe in Ostafrika sich auf rund 12 Milliarden Mark, nach einer französischen Quelle sich sogar auf 20 Milliarden Mark belaufen.

Die militärischen Kräfte der Feindbynd-Mächte (England mit seinen Kolonien, Frankreich, Bel­gien und Portugal), die durch den ostafrikani­schen Feldzug gebunden wurden und auch zu starken Ausfällen durch Tod, Verwundung und Krankheit führten, sind auf insgesamt rund 400 000 Mann mit allem modernen Waffenzu­behör zu veranschlagen. Als Ergebnis ist festzu­stellen, dah dieser Feldzug eine ganz gewaltige Kraftleistung deutscher Männer und Soldaten darstellt, dah die Truppe nicht irre wurde in ihrer Treue zum Vaterlande, in ihrem soldall- schen Geist und in ihrer vollen Pflichterfüllung im ungebrochenen Vertrauen auf die Führung.

Die Zuhörer dankten dem Vortragenden für seine packenden Schilderungen mit langanhaltendem herz­lichen Beifall, dssn man auch als eine Ehrung un­serer Afrikakämpfer betrachten darf. Nach einem Lied des Mädelchors vom BDM. brachte Frau H u m m e l den Dank an General von ßetto w - Vordeck in herzlichen Worten zum Ausdruck, weiter erinnerte sie daran, daß es für uns eine wirkliche Gleichberechtigung ohne die Beseitigung des Kolonialunrechts gegenüber dem deutschen Volke nicht gibt, um zum Schluß an das von Ritter von Epp kürzlich in Hamburg gesprochene Wort au erinnern daß es nur einen Mann gibt der auch die Kolonialfrage für unser Volk glücklich losen kann: A d o l f H i t l e r. Diesem Manne unserer ko­lonialen Hoffnung, dem Führer und Reichskanzler des deutschen Volkes galt als Treugelobms das freudige dreimalige Sieg-Heil der Versammlung.

Rundsunkproqramm

Mittwoch, 11. Dezember.

6 Uhr: Choral. Morgenspruch. Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. In der Pause, 7: Nachrichten. 8.15. Gymnastik. 9.15: Musik am Morgen 10.15: Schul­funk 10.45: Praktische Ratschlage für Küche und Haus. 11.45: Sozialdienst. 12: Mittagskonzert 1. 13- Nachrichten. Anschließend: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 13.15: Mittagskonzert II. 14: Nach­richten. 14.10: Allerlei zwischen zwei und drei. K>: Wirtschaftsbericht. 15.15: Weihnachtsbäume für das Fest. Rundganq mit dem Forstmeister. 15.30: Deutsche Gespräche.Das unbesiegbare Leben . Von Wilhelm Gulde. 15.45: Aus der Werkstatt deutscher Gegenwartsdichtung (II).Besuch bei Hermann Burte." 16: Elsässische Stunde. Vom Reichtum und Schönheit der elsässischen Landschaft. 1?- Reste um die Welt in 90 Minuten. Eme bunte Musikfolge. 18 30- Geschichte und Landschaft am Wege. Schot­ten Kreisstadt im Vogelsberg. 19: Reichsparteitag der' Freiheit". Was wir in sieben Tagen m Nürn­berg erlebten. Eine Hörfolge. 22: Nachrichten Nach- riZen aus dem Sendebezirk. 22.15: Olympia-Dienst. Nachrichten und Berichte 22.30:Flucht und Heim- kehrVon Hermann Linden. 23: Wir bitten zum Tanz. 24 bis 2:Don Pasquale". Komische Oper von Gaetano Donizetti.

nigen Menschen zugehörig, die durch die Taufe eine Aufgabe zugewiesen bekamen. Wie der körperliche Organismus Nahrung braucht, braucht auch die Gemeinde Nahrung. Diese ist das Wort Gottes. Der Herzschlag der Gemeinde ist in dem Gottesdienst zu finden. Von hier aus strömt alles Leben in die Kirchengemeinde. Der Besuch des Gottesdienstes ist nicht die Frage eines Einzelnen, sondern Gemein- chaftspflicht. Der Einzelne ist der Gemeinde ein gutes Vorbild schuldig. Wie in der Gemeinde einer ohne den anderen nicht sein kann, sondern einer des anderen Last tragen muß, so muß dies um so mehr in der Kirchengemeinde sein, die ein TeU der Kirche sein soll. Sie kann die Kräfte der

Gemeinde 110 RM. gesammelt. Die Sammlung für das Eintopfgericht ergab am gestrigen Sonn­tag rund 95 RM.

* Ober-Hörgern, 9. Dez. Die Sammlung am Tag der nationalen Solidarität brachte 17,30 RM. ein.

od Eberstadt, 9. Dez. Bei der Sammlung anläßlich des Tages der nationalen Soli­darität wurden hier insgesamt 35,50 Mark auf­gebracht. Die Eintopfgericht-Sammlung des vergangenen Sonntags ergab 25,90 Mark. Am Sonntag vorher verkauften die Handwerker 70 Pla­ketten für das Winterhilfswerk. Bei der in unserer Gemeinde abgehaltenen Treibjagd wur­den 160 Hasen zur Strecke gebracht. Im Vorjahre konnten 267 Hasen geschossen werden. Auf Ver­anlassung der Ortsgruppe Lich des Reichsluftschutz­bundes fand in unserer Gemeinde in der Zeit vom 21. November bis 5. Dezember ein Luftschutz- Lehrgang statt, an dem 50 Personen, davon etwa 40 Frauen und Mädchen, teilnahmen. An Hand von Vorträgen, Lichtbildern und praktischen Hebungen wurden die Kursusteilnehmer mit dem Luftschutz vertraut gemacht. Im Verlauf des Lehr­gangs wurde auch ein Luftschutzraum im Keller der neuen Schule geschaffen.

Kreis Friedberg.

= Butzbach, 8. Dez. Das Sammelergeb­nis am Tage der nationalen Solidarität wies insgesamt 531,23 Mark auf. Davon entfallen auf die Straßensammlung 167,84 Mark, auf die Haussammlung 363,39 Mark. An der Sammlung beteiligten sich die Spitzen der Partei, der städti­schen und staatlichen Behörden und die Leiter der hiesigen Betriebe.

ch Butzbach, 8. Dez. Bei schönstem Winter- roetter unternahm heute der Vogelsberger Höhenklub, Ortsgruppe Butzbach, seine seit Jahren traditionell gewordene Nikolauswande- runa nach Oppershofen. Es beteiligten sich rund 70 'Wanderfreunde an dem herrlichen Gang. Alle Vorbereitungen waren im Gasthaus Wolf getroffen. Der Saal war mit Tannengrün, brennenden Ker­zen und einem Christbaum geschmückt. Tannenduft empfing die Wanderer. Der Leiter der hiesigen Ortsgruppe, Apotheker Matthäus, begrüßte die zahlreiche Wanderschar, darunter den Reichswander- führer Prof. Dr. Werner, durch dessen Anwesen­heit der Tag eine besondere Note erhielt. Er ernriff zweimal das Wort. Einmal sprach er über Sinn und Zweck des Wanderns, zum andern konnte er zwei Wanderbrüder mit dem silbernen und golde­nen Abzeichen für die zurückgelegte 100. und 150. Wanderung auszeichnen. Den Höhepunkt der Wan­derung bildete die Ankunft des Nikolaus, der unter Absagen des für den Empfänger jeweils paffenden Sprüchleins die Geschenke austeilte. Dabei gab es viel zum Lachen Weihnachtslieder, Gedichte usw. füllten den übrigen Teil der Unterhaltung. Erst in später Abendstunde brachte ein Auto die Teil­nehmer durch die schneebedeckte Winterlandschaft nach Butzbach zurück.

<^Gambach, 9. Dez. Am Tag der n a t i o na len Solidarität ergab die Spende hier den ansehnlichen Betrag von 98 RM. Am gestrigen Eintopfsonntag betrug die Sammlung wie­derum etwas über 100 RM. Bei einer dieser Tage im kleinen Feld abgehaltenen Treibjagd kamen 118 Hasen zur Strecke. Jagdpächter der hie­sigen Jagd ist seit diesem Jahr der Bauer Alfred Alles von Oder-Hörgern.

Landkreis Gießen.

X Wiefeck, 9. Dez. Der gestrige 2. Advent tand in unserer Kirche ganz im Zeichen der Hei­le n m i s s i o n. Der Basler Missionar M i ch el - elder, der im Februar nach achtjähriger Tätig­keit in China, zuletzt auch an einem Seminar, zu­rückkehrte und dorthin sich 1936 wieder einzuschiffen gedenkt, hielt die Gottesdienste und erläuterte am Abend eine stattliche Reihe meist schön kolorierter Lichtbilder. Sie machten vertraut mit Land und Leuten, Kultur und Kunst, Not und Elend, aber auch mit der Hilfe, die diesem schon längere Zeit erwachten Volk von der christlichen Missionsarbeit gebracht wird.

£ Wieseck, 9. Dez. Die N e u h e r r i ch t u n g der Rabenauerstraße ist nun vollendet. Sie war durch den starken Auto und Fuhrwerksverkehr ehr stark ausgefahren. Nach guter Beschotterung wurde die Fahrbahn mittels Dampfwalze befestigt. Auch die Erbsengasse und Teile der Schulstraße wurden auf gleiche Weise instandgesetzt. Durch die Schüler und Schülerinnen der oberen Jahrgänge unserer Volksschule wurde auf Anordnung des hie- gen Pfarramts eine Sammlung vonLebens- mitteln zugunsten der Anstalten und Einrichtun­gen der Inneren Mission durchgeführt. Es wurden in der Hauptsache Kraut, Kartoffeln und Obst gespendet. Dis zur Ablieferung wurden die Gaben im Keller der Bürgermeisterei eingelagert.

$ Alten - Buseck, 9. Dez. Ein Gang durch un­sere Gemarkung zeigt, daß viele O b st b ä u m e ge­kalkt und mit Klebringen versehen sind. Dies ist unbedingt erforderlich, denn der den Bäumen so gefährliche Frostspanner tritt in diesem Jahre besonders häufig auf, und eine genauere Unter­suchung ergab, daß sich unter manchen Klebringen schon etwa fünfzig dieser Insekten befanden. Soll eine gute Obsternte im nächsten Jahre nicht ausge­schlossen sein, so ist es jetzt die allerhöchste Zeit, daß unsere Bauern und unsere Obstbauzüchter die ihren Bäumen drohende Gefahr erkennen und ihr auch durch Kalken der Stämme und Anlegen von Klebringen erfolgreich begegnen, soweit das noch nicht geschehen ist.

* Großen-Buseck, 9. Dez. Am vergangenen Samstagabend hatte sich der hiesige Gesang­vereinHeiterkeit - Sängerkranz zu einer würdigen Feier zusammengefunden. Emer der ältesten Sänger, der Vereinsrechner Ludwig Scheid, konnte auf eine fast 35jährige Tätigkeit als Vorstandsmitglied und aktiver Sänger zuruck- blicken. Aus diesem Grunde wurde ihm vom Hessi­schen Sängerbund die Ehrennadel verliehen. Der Vereinsführer gedachte in seiner Ansprache der Ver­dienste des Jubilars und dankte ihm im Namen des Vereins für die im Laufe der Jahre geleistete Arbeit. Kreisführer Müller (Gießen) nahm Die Auszeichnung vor und dankte dem Jubilar für Die langjährige Treue, die er dem Verein gehalten hat Er begrüßte es, daß in diesem Verein durch­weg junge Sänger vorhanden sind, was bei vielen Vereinen leider nicht mehr der Fall ift. ®r er- mahnt- die Sänger, treu zum deutschen Lied und zu dem Verein zu halten, wie dieser Jubilar. An­schließend blieb man bei srahem Gesang nach lange gemütlich beisammen. Mit dreifachem Sieg-Heil auf Führer und Vaterland sand die Feier ihren ab/d,2I n n e r o b , 9. Dez. Gestern fand aus dem Schießstand der Gießener Schützengesellschast das Onferfchießen der hiesigen Kriege r - kameradschaft statt. Die Beteiligung war gut. Es 'wurden 55 Lase geschossen. Der Erlös wird an das W5>W überfuhrt. Die Sammlung am Tage d-r nationalen Solidarität ergab bis 19 Ubr den* Betrag von 145 Mark. Abends wurde noch ch den Lokalen gesammelt. - Die eine Stützmauer der Brücke in der Borngasfe fPr°mnz,al- stroße Annerod-Gießen) über den Erlenbach wird zurzeit wegen drohender Einsturzgefahr erneuert - ärn Freitagabend feierte die hiesige e ° a n g e l F rauen Hilfe im Lokal PH. Engelhardt das Fest des A d ° e n t s a b e n d s. Etwa 70 Fr-uen waren schienen. Beim Scheine der brennenden Advents- kerzen fangen sie die lieben alten Wersen und lausch­ten den immer wieder neuen Verheißungen der he,-

erbarmenden Bruderliebe aufrufen, aber es steht nicht in ihren Kräften, alle Ursachen der Not zu beseitigen. Darum ist es eine starke Hilfe für sie, daß der nationalsozialistische Staat ihr Aufgaben abgenommen hat, die nur die Volksgemeinschaft lösen kann. Die Kirchengemeinde ist die Urzelle der Kirche, in der das Wort Gottes nicht nur ge­predigt, sondern auch begriffen und verwirklicht, in die Tat umgesetzt werden muß.

Ein Laienspiel nach Tolstoi, das in legendärer Art auf die FrageWovon die Menschen leben" antwortete, und das die Gemeindejugend mit vie­ler Hingabe spielte, gab dem Gemeindeabend einen würdigen Ausklang.

Lukasgemeinde.

Bei dem Familienabend, den die Lukasgemeinde gestern abend veranstaltete, hielt Reichsbahnamt­mann t. R. Dörr einen Vortrag über die Ent­wicklung des modernen Verkehrs in Deutschland. Der Redner erinnerte an die Tatsache, daß jetzt ge­rade 100 Jahre verflossen sind, daß die erste deutsche Eisenbahn von Nürnberg nach Fürth eröffnet wurde und daß aus diesem Anlaß in diesen Ta­gen in Nürnberg und Berlin große Feiern statt­finden. An der Hand von Lichtbildern bekamen die Zuhörer ein treffendes Bild von der Ausge­staltung der verschiedenen Verkehrsanlagen nament­lich in den letzten Jahrzehnten. Die alte Postkutsche, die so viele Dichter besungen haben, wurde erwähnt, neben sie wurden die elektrischen Straßenbahnen, die Lastautozüge, die Fernverkehrbahnen gestellt. Das deutsche Straßennetz und das Kanalnetz fanden gebührende Berücksichtigung, Güterbahnhöfe in Berlin und im Ruhrgebiet wurden im Bilde ae- zeigt. Auch die heutige deutsche Ueberseeschiffahrt wurde in Wort und Bild dargestellt. Nach der ungeheuren Schädigung, die das deutsche Verkehrs­wesen durch den Frieden von Versailles erlitt, setze sich wieder, so betonte der Redner, ein neues An­wachsen der Verkehrsmittel ein, so daß Deutschland in dieser Beziehung wieder mit an erster Stelle stehe: ein Beispiel für deutsche Tatkraft und Tüch­tigkeit! Der Vortrag wurde mit großem Interesse entgegengenommen. Fräulein Elli Kümmel und Fräulein Bertha Möller spielten vierhändig zu­nächst zwei Sätze aus der Symphonie D-dur von Haydn und sodann einen Marsch von Schubert. Die beiden Pianistinnen ernteten für die künstlerisch vollendete Art ihrer Darbietung reichen Beifall.

Matthäusgemeinde.

In der mit Grün und Fahnen geschmückten Turn­halle am Dsroalbsgarten hielt die Matthäusgemeinde am 2. Adventsonntag einen besinnlichen Gemeinde­abend ab. Der Führer der Männer- und Frauen­vereinigung, Verwaltungssekretär Pg. Jäckel, hieß die zahlreichen Gemeindemitglieder herzlich willkommen und sagte allen denen, die sich zur Ausstattung des Abends bereitgefunden hatten, besten Dank. Er dankte besonders dem Gemeinde- arrer Propst Knodt für die große Mühe um >as Zustandekommen solcher Gemeindeabende. Des Führers gedachte er durch ein erneutes Treugelöb­nis, in das die Gemeinde mit einstimmte, Nach einem gemeinsam gesungenen Lied sang die Frauen­vereinigung unter der Leitung von Organist S i - man ein Adventslied. Eine Spielgruppe von jun­gen Mädchen erfreute durch auf Klarinetten und Flöten bargebotene Adventsmusik. Eine zweite Gruppe (2 Geigen, Cello, Klavier) unter Leitung von Musiklehrer N e b e l i n g bot eine Sonate eines alten Meisters und ein weiteres Adventslied. Ein weiteres Lied des Gemischten Chores beendete den ersten, der Adventsmusik gewidmeten Teil des Abends.

Propst Knodt ergriff dann das Wort zu einer nachdenklichen Zwiesprache mit der Gemeinde. Er erinnerte an die Gemeindefeier auf dem Schiffen­berg und gab der Hoffnung Ausdruck, daß nun auch dieser, in seiner Art erste Gemeindeabend anre= aenb unb befrucfjtenb sich auswirken möge. Seine Ausführungen stellte er unter die Frage:Was ist eine Kirchengemeinbe?" Die Kirchenaemeinbe ist ein Teil ber Gesamtkirche, bie eine Aufgabe zu er­füllen hat. Der Kirchengemeinbe sinb alle dieje-

schwierig die militärische Lage im Kilimandscharo- Gediet im Norden der Kolonie war, geht u. a. bar- aus hervor, daß im Jahre 1916 rund 4000 Mann deutscher Streitkräfte rund 25 000 Feinden gegen« überstanden unb obendrein bie Munitionsversor­gung immer schwieriger würbe.

Weiter erzählte ber General bann von ber ge­waltigen feinbiichen Anstrengung unter Einsatz größter militärischer Mittel, bie in Verbinbung mit bem ftänbig zunehmenben Mangel auf ber beutschen Seite zur Folge hatte, baß bie beutschen Truppen bas Kilimanbscharo-Gebiet räumen unb schließlich immer weiter nach ©üben zurückgehen mußten, unter Preisgabe bes beutschen Bobens, baß es aber doch gelang,

die von den Engländern angeslrebte Vernich­tung der deutschen Streitmacht durch einen An­griff von drei Seiten her zu vereiteln und den feindlichen Stoß sogar zum Zusammenbruch der englischen Aktion zu verwandeln.

Dennoch war ber Verlust ber Kolonie nicht auf­zuhalten, ba ber Mangel auf allen Gebieten bei ben beutschen Streitkräften immer stärker in Er­scheinung trat. Mitte November 1917 hatten bie beutschen Solbaten nahezu bie letzte Patrone ver­schossen.

Der Dortragenbe berichtete bann kurz von bem Uebertritt ber beutschen Truppen nach P o r t u - giesisch-Ostafrika unb nach ber britischen Kolonie Norbost-Rhobesien, wobei aber bie beutsche Truppe sich nicht etwa ergab, sondern stets eine kämpfende Einheit blieb unb ihren militä-

ligen Schrift. Eine Abventsgeschichte, finniae Ab- ventsgebichte unb eine Ansprache bes Ortspfarrers verschönten ben Abenb. Mit einer kurzen Anbacht , würbe bie gemütliche Feier geschlossen.

--^Heuchelheim, 9. Dez. Am Samstag- abenb feierte bie Freiwillige Feuerwehr Heuchel­heim in ber Turnhalle ihr 57. Stiftungsfest. Als Gäste waren Vertreter ber beiben Gießener Wehren, sowie eine Aborbnung ber Freiwilligen Feuerwehr Klein-Linben anwesenb. Nach einem einleitenben Marsch bes Musikzuaes ber Freiwilligen Feuerwehr Lollar, ber ben musikalischen Teil bes Abenbs be­stritt, begrüßte ber Leiter ber Heuchelheimer Wehr, Dberbranbmeifter Schmibt bie Feuerwehrkamera- ben unb Gäste. Er wies auf bie große Bebeutung einer gut ausgebilbeten Wehr hin unb konnte bie Feststellung machen, baß gerabe im letzten Jahre burch bie Srünbung ber Fabrikfeuerwehr ber Firma Schunk & Ede ein guter Fortschritt auf bem Ge­biete bes Feuerlöschwesens in Heuchelheim zu ver­zeichnen sei. Die im Jahre 1878 gegrünbete Frei­willige Feuerwehr Heuchelheim habe heute noch einige Günber in ihren Reihen, bie 80 Jahre überschritten hätten unb noch aktiv tätig seien. Dies beweise bie Liebe unb Treue ber alten Feuerwehr­männer zur Wehr unb sei gleichzeitig ein gutes Vorbilb für ben jungen Nachwuchs. Anschließenb würben folgenbe Feuerwehrmänner mit ber golbe- nen Ehrennabel ausgezeichnet: Philipp G e r - mer III., Lubwig Freitag, Jakob Krei­ling VI., Ph. D. Gorr, W. Ruppert, W. Kreiling III. unb K. Kronenberg. Außer- bem würben zwei Anerkennungsschreiben für 50- jährige Tätigkeit in ber Feuerwehr vom Führer unb Reichskanzler an W. Kreiling III. unb L. Freitag verliehen. Lubwig Weltmann VII. erhielt bas Ehrenkreuz für 45jährige Dienstzeit. Die große Anzahl von Bränben, welche bie Freiwillige Feuerwehr Heuchelheim feit ihrer ©rünbung schon bekämpft hatte, brachte ber Feuerwehrmann Karl Weber in selbst gebichteten Versen stimmungs­voll zum Vortrag. Bürgermeister Rinn brachte ber Wehr im Namen ber Gemeinbe bie besten Wünsche bar unb betonte, baß bie Aufgabe ber Feuerwehr mit ben Interessen ber Gemeinbe eng verknüpft fei. Im Namen bes Kreisverbanbes unb ber Gießener Wehren sprach ber Vvrsitzenbe bes Kreisverbanbes Wenzel, Gießen. Die Auffüh­rung eines luftigen Schwankes ließ auch ben Humor zur Geltung kommen. Im weiteren Verlauf bes Abenbs führten Turnerinnen vom Turnverein Heuchelheim zwei schöne Tänze vor, bie großen Bei­fall fanben. Nachbem noch einige humoristische Einlagen aufgeführt worben waren, blieb man noch geraume Zeit kamerabschaftlich beisammen.

Lollar, 9. Dez. Am gestrigen Sonntag führte bie Kriege rkamerabschaft Lollar auf bem hiesigen Schießstanb ein Kleinkaliber­schießen durch, bei bem für ben besten Schützen ein schöner Preis unb eine Urkunde ausgesetzt wa­ren. Der Reinertrag (auf je drei Schuß 15 Pf.) die­ses Opferschießens, das von 10 bis 16 Uhr burchgeführt würbe, wirb bem Winterhilfs­werk überwiesen. Auf biese Art konnte roieber ein recht ansehnlicher Betrag für unsere notleibenben Volksgenossen zusammengebracht werden.

* Staufenberg, 10. Dez. Am Tage ber nationalen So 1 ibarität würben in unse­rem Orte runb 27 Mark gesammelt. Die Gesamt­summe ber Sammlung im Ortsgruppenbereich (Mainzlar, Staufenberg, Daubringen) beträgt 145,40 Mark.

Mainz 1 ar, 9. Dez. Am T a g d e r n a t, o- nalen Solibarität würben in unserem Orts­gruppengebiet insgesamt ca. 138 Mark gesammelt, i die sich auf bie einzelnen Orte etwa wie folgt ver- i teilen: Mainzlar runb 68 Mark, Daubrin- gen runb 50 Mark, Staufenberg runb 20 . Mark. Die gestrige Eintopfsammlung würbe hier von ben Amtswaltern ber Deutschen Arbeitsfront burchgeführt. Es kamen insgesamt . 43,40 Mark zusammen.

t "s Obenhausen a. b. Lba., 10. Dez. Bei ben i verschicbenen Sammlungen für das Win- , terhilfswerk gingen in unserem Orte folgende - Beträge ein: bei ber Reichssammlung würben 8,60 - Mark gegeben; die Sammlung der Handwerker und

Beamten erbrachte 12,20 Mark; am Tage der Na­tionalen Solidarität wurden 38 Mark gesammelt. Die Eintopfsammlung des vergangenen Sonntags ergab 5,20 Mark. Für die Innere Mission wurden im oberen Kirchspiel (Pfarrei Odenhausen) 100 Zentner Kartoffeln gegeben, davon entfielen auf Obenhausen 12 Zentner, auf Geilshausen 34 Zentner, auf Rübbingshausen unb Weitershain 28 Zentner.

= Steinbach, 9. Dez. Der Tag ber natio­nalen Solidarität brachte in unserer Ge­meinde als Sammelergebnis 149 Mark, das ist das doppelte als voriges Jahr.

tn. Lang-Göns, 9. Dez. Die Arbeiten in der hiesigen Ziegelei wurden dieser Tage e i n ge­teilt. Die Arbeiter werden in der Gemeinde und beim Holzfällen beschäftigt werden.