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Heist dem WHW!

Zeit

lich ein, ihm

Sie wollten doch etwas für Ihre Gesundheit tun?

.. auf Kaffee Hag umstellen!

Großer Fischzug im Albacher Teich.

Gleichzeitig eine naturkundliche Exkursion des 7ISLB., Kreis Gießen.

Kleidersammlung für dasWin1erhilsswerki935/36

Wie im Vorjahre, wird auch in diesem Herbst, und zwar an noch näher zu bestimmenden Tagen der kommenden Wochen, für die Stadt Gießen mit Hilfe der Gießener Wehrmacht eine Kleider- f a m m l u n g durchgeführt. Die Kreisführung des WHW. appelliert wiederum an alle Gießener 23e- völkerungskreife unserer Stadt, daß sie unser groß­zügiges Hilfswerk auch auf diesem Gebiete wie­derum tatkräftig unterstützen. Dabei fei noch ein­mal darauf aufmerksam gemacht, daß eine Stiftung von Kleidungsstücken, die vollständig zer­rissen, oder von Motten zerfressen sind, unerwünscht ist, denn bei aller opfervollen Flickarbeit der KS.-Frauenschafk läßt sich aus sol­chen Sachen nichts brauchbares mehr Herstellen. Abgesehen davon zeugt es von mangelndem sozia­len Gefühl, wenn man glaubt, einer an und für sich selbstverständlichen Pflicht dadurch genügen zu können, daß man glaubt, Gegenstände, die zum Lumpensammler gehören, dem WHW. zu­führen zu können.

In engster Verbindung mit diesem Fischzug ver­anstaltete der N S L B. Kreis Gießen für seins naturkundliche Fachschaft eine Exkursion.

Das WHW. kann alles gebrauchen, Wäsche, wollenes Unterzeug, getragene Anzüge, Kleider, Mäntel ufw. Jede deutsche Hausfrau schaue daher schon in diesen Tagen in ihren Beständen nach, was sie, wenn in der nächsten Woche die Sammler kommen, diesen aushändigen kann.

LebenSmittelopserrmg.

Während in den Sommermonaten die monatliche Lebensmittelopferspende auf den Kreis der Bürger­schaft beschränkt war, der sich freiwillig in den Opferring hat aufnehmen lassen, wird erstmalig im Monat Oktober die Lebensmiltelopfer- spende, bekannt auch unter dem Kamen Pfund­sammlung, auf alle Teile der Bevölkerung ausgedehnt. Der Betreuungskreis des WHW. ist auch in diesem Jahre wieder so groß, daß das WHW. auf jede, auch auf die klein st e Spende, angewiesen ist. Jedem Einzelnen wird für diese Spende von der zuständigen Orts­gruppe ein Quittungsbeleg ausgehändigt. Kur durch die Tat zeigt sich der wahre Sozialist!

*

Seid Sozialisten!

Denkt an das Winterhilfswerk 1935/36!

Rahmen lag aber noch auf dem Derkaufstlsch, als Dr. Diendorf kam, um etwas zu kaufen. Das heißt, da kannte ich ihn noch nicht. Sein Name wurde mich auch nicht interessiert haben, wenn er sich beim Anblick des Bildes nicht so sonderbar erregt und zornig benommen hätte. Seinen Namen erfuhr ich kurz darauf durch Zufall vom Lehrer Wlld-rlmg, der mit ihm verwandt ist, und den er im Städtchen

Hühner usw. verfolgt.

Oberhessen.

Landkreis Gießen.

K Alten-Buseck, 9. Ott. Der seither hier stationierte Forstgehilfe Reinhardt wurde als Hilfs förster ab 1. Oktober nach der Försterei Rödgen versetzt. An seine Stelle trat Forstgehilfe Emmerich. In dem Pflanzenschutzgebiet der Gemarkung Rödgen kann man zur Zeit blühen­den Enzian wabrnehmen.

* Allendorf (Lahn), 9. Okt. Ein hiesiger Einwohner zog sich heute einen Unterschenkel- bruch zu und mußte durch dis Freiwillige Sani-

** Ein ehrendesBeispielvonOpfer- bereitschaft gaben die Güterbodenarbeiter der hiesigen Güterabfertigung dadurch, daß sie dieser Tage der durch längere Krankheit unverschuldet in Not geratenen Scheuerfrau der Dienststelle durch freiwillige Spenden einen namhaften Betrag zur Verfügung stellten. Ein schönes Zeichen von wahrer Betriebsgemeinschaft, das bei dem Lohn der Beleg­schaft um fo höher zu bewerten ist.

** Lieferungsvergebung. Die Direktion der Landes-Heil- und Pflegeanftalt in Gießen schreibt in unserem heutigen Anzeigenteil die Liefe­rung von etwa 2000 Zentnern gelbfleifchiger Speise- kartofseln und etwa 400 Zentnern Kuhmist aus. Interessenten seien auf die Bekanntmachung beson­ders hingewiesen.

** Die Sperrzeit für Tauben. Wahrend der Saatzeit vom 12. Oktober bis 12. November müssen die Tauben in den Schlägen behalten wer­den. Die Taubenbesitzer seien auf die heutige Be­kanntmachung der Bürgermeisterei aufmerksam ge­macht.

** Preußisch - Süddeutsche Staats­lotterie. Die Ziehung der 1. Klasse der neuen Lotterie (46-/272.) findet am 18. und 19. Oktober

besucht."

Hans Syden gedachte jener Begegnung an Wallys Walds Hügel. Keine Ahnung hatte Dr. Diendorf damals gehabt, wem er gegenüberftand, und er hatte geglaubt, der würde niemals anders an ihn und die Begegnung zurückdenken, als an etwas Unverständliches. Woher wußte er nun an - scheinend, daß er eine wichtige, nein die wichtigste Rolle in Wallys Leben gespielt?

Er erwiderte mit nervös spielenden Fingern:

Dr Diendorf hieß der Verlobte meiner Braut. Denn meine Braut war Wally, wenn der andere sie auch noch nach ihrem Tode für die feine hielt.

Er dachte, es mußte irgend etwas geschehen fein, wodurch Dr. Diendorf erfahren, was Wally vorge- babt. Erft jetzt, in diesem Augenblick, fiel ihm em, Wally hatte kurz vor der Abreise mit ihm einen Brief an Dr. Diendorf in den Kasten werfen wol« len hatte ihm am vorletzten Tage erzählt, der Brief läge schon versandbereit in ihrem fertig gepackten Reiseköfferchen, und das Köfferchen hatte sie bei der Schneiderin, Frau Hahn, abgegeben bis zurAb« holunfl. Gerade, als sie zu Frau Hahn gefahren, mar la das Ungtiicf geschehen. Ein paar Stunden später hatte man sich am Anhalter Bahnhof tressen wollen, um dem großen Gluck entgegenzufahren.

An das Köfferchen mit dem Brief hotte er seit- iamerweife nie gedacht bis heute, wo ihm zugleich klar wurde Dr. Diendorf muht- nad; jener Begeg­nung am Grabe den Brief gelesen Haden.

Er war kein Feigling, aber er gestand sich ehr- lick ein ihm war sehr unbehaglich zumute bei dem Gedanken, oielleicht heute oder morgen $r Bien- darf gegenüberlrelen zu muffen. Das heimliche von damals in dessen Mittelpunkt ein von zwei Man­nern geliebtes wunderschönes Mädchen stand, hatte E e^n völlig verändertes Aussehen. Damals lebte Wally, und falls Dr Diendors nach der Fluch iroendwelche Rechen cha ten ge ordert, hatte er mit ächelndem MunL geantwortet: Wally llebt mich und gehört mir, man kann niemand zur Gegenliebe zwingen!

czeßt lief ihm ein Frösteln den Rücken hinunter, i wenn er an eine Begegnung mit Dr. Diendorf dachte.

13 Fortsetzung Nachdruck verboten!

Hans Syden hob den Kopf, erkannte sofort die ; Radfahrerin, die ungefähr noch zwanzig Schritte von ihm entfernt war. Bettina trug ein blaues Tuchkleid und darüber em kurzes weißes Strichack chen. Eine Baskenmütze aus weißer Wolle faß schräg auf dem. Hellen j)aar. .

Dicht vor Hans Syden sprang Bettina vom Rad und wenn auch ihr Herz pochte, grüßteJie> boA fo ruhig, als handle es sich bei dew Zufammentreffen für sie um die gleichgültigste Sache der Welt.

In feinen Augen aber war es.wie Wetterleuch­ten Weshalb fuhr Bettma Hochwald, wenn sie glaubt schon wieder Besuch im Wald chlohchen machen zu müssen, nicht wenigstens mit kurzem Gruß vorüber ? Das hätte doch vollkommen genug, nachdem er jo überdeutlich hatte merken lassen, daß ^B'Ln'alWe^da^Rad an einen Baum und g^Jch bringe den Silberrahmen, den Gretel heute vormittag bei uns gekauft hat. Vater hat die In- ^Er'erw?der7?sthr kühl:Der Rahmen hatte doch Zeit Gretel würde ihn schon rechtzeitig gcholt haben. Sie hätten deshalb nicht den weiten Weg

die Sippen, aber nur eine Sekunde dauerte ihr Schweigen, dann sagte sie an- irhtfinonh riihia- Ich wäre auch bestimmt nicht ge° Len Ä aber » handelt sich gar nicht um den Rahmen Der Grund ist nur etn Vorwands ei* mollte Sie sprechen, allein sprechen, weil ich Ihnen etwas Wichtiges mitzuteilen habe Ich glaube wenigstens, es dürfte für Sie wichtig fein.

Seine Augen wurden spöttisch, druckten deutlich Mädel was könntest du mir wich- U' Äni X erjagte nur: Darf ,ch bann also um die wichtige Mitteilung bitten.

St- antwortete -eisern unserem Städtchen halt ll. den "Nahmen gesteck? und darin gelassen. Der

nicht verheiratet, trotzdem er in Wirklichkeit ver-s Die Fürstlich Solms-Lich'sche Gut-Verwaltung de. heiratet war, die heirat. Durch dieses Versprechen u' h,or koi-nitanpftpIH eine aanz Dian«

veranlaßte er die Mutter der Frau, ihm 600 Mark für die Einrichtung der Wohnung und eines Ge« schäftes zu geben, die er auch verausgabte, jedoch nl^obannCf^ef)a6te sich das Gericht mit der E. M. aus Gießen, die wegen Urkundenfälschung in Tat- einheit mit Betrug zu einer Gefängnis st rafe von sechs Wochen verurteilt wurde. Die An« geklagte war bei einer hiesigen Molkerei tätig. Am 2. und 3. Mai änderte jie das Datum auf zwei gebrauchen Milchabgabescheinen sowie die Milch« menge und den Rechnungsbetrag. Diese Zettel legte sie bei der Milchausgabe vor, worauf ihr mehr Milch verabfolgt wurde, als sie bezahlte.

Der A. K. aus Offenbach wurde wegen Urkunden«

Ziffer 3, des Postgesetzes. Es ist daher vor der Verwendung älterer oder unsauberer Postwert­zeichen darauf zu achten, ob auf ihnen etwa Spuren gewöhnlicher Poststempel oder auch Strichlinien, Tinten- oder Tintenstiftstriche zu erkennen sind.

Schöffengericht Gießen.

Der h. K. aus Nidda wurde wegen Beleidigung in Tateinheit mit Widerstand zu einer Gesamt- aelbft rafe von 60 Mark verurteilt. Der Angeklagte schlug Anfang d. I. einem Dollziehunas- beamten, ber bienstlich bei ihm tätig war, auf Die Schulter unb belegte ihn mit Beleidigungen. In einem Schreiben an das Kreisamt Büdingen vom 10. Mai 1935 stellte der Angeklagte Behauptungen auf, die den Vollziehungsbeamten verächtlich zu machen geeignet waren.

Wegen eines Vergehens des Betrugs wurde der h. h. aus Ober-Ohmen zu vier Monaten Gefängnis und in die Kosten des Verfahrens verurteilt. Der Angeklagte verfprach im Juni d. I. einer geschiedenen Frau unter Vorspiegelung, er sei

Der Vereinsführer verstand es in ausge- , zeichneter Weise, in seiner Ansprache die Vereins­begebenheiten von der Gründung bis zum heutigen , Tage lebendig werden zu lassen.

Kreisführer Müller, Gießen, richtete an die mit einer Auszeichnung bedachten Sänger Worte des Dankes für die langjährige Treue, die sie ihrem Verein gehalten haben, und gab der Hoffnung Aus­druck, daß sie auch in Zukunft genau so treu zum deutschen Liede und zu ihrem Verein stehen würden, wie die Jahre zuvor. An die jungen Sänger richtete er ermahnende Worte, daß auch sie so eifrig und treu zum deutschen Männergesang stehen sollen, wie diese 31 Jubilare und Veteranen des deutschen Männergesanges. Gerade heute, so führte der Kreis- führer weiter aus, gelte es mit unerschütterlicher Kraft, Ausdauer und Zähigkeit bas herrliche Gut, das deutsche Lied, zu schützen, zu pflegen und zu fördern, damit es in seiner Unverfälschtheit dem deutschen Volke erhalten bleibe. Er erinnerte wei­ter an die großen Aufgaben, die den Männerge­sangvereinen im neuen Deutschland gestellt sind, das deutsche Lied hinauszutragen in das Volks­ganze. Damit dieses Ziel erreicht werde, sei es not­wendig, daß jeder einzelne (Sänger mit fanatischer Hingabe zum Lied und dessen Pflege stehe.

Bei frohen Liedern und angeregter Unterhaltung blieben die Sänger noch lange gemütlich zusammen.

Gießener Wochenmarktpreise.

Gießen, 10. Okt. Auf dem heutigen Wochen­markte kosteten: Molkereibutter, das Pfund 1,50 bis 1,55, Landbutter 1,42 Mark, Matte 20 bis 25, Käse, das Stück 4 bis 10, Eier, holländische 8-Klasse *12^, 8-Klasse 11%, inländische 8-Klasse 11, Wirsing das Pfund 6 bis 10, Weißkraut 6 bis 10, Rotkraut 8 bis 10, Gelbe Rüben 7 bis 10, Spinat 15, Rö­mischkohl 6 bis 10, Bohnen (grün) 20, Unter-Kohl­rabi 5 bis 8, Erbsen 20 bis 25, Feldsalat 90 bis 100, Tomaten 10 bis 20, Zwiebeln 8 bis 10, Meer­rettich 35 bis 60, Kürbis 5 bis 6, Pilze 35 bis 45, Kartoffeln 4, der Zentner 3,20 bis 3,40 Mark, Fall­äpfel 5 bis 8, Brombeeren 45, Preiselbeeren 45, Aepfel 10 bis 20, Birnen 10 bis 20, Zwetschen 15 bis 18, junge Hähne 90, Suppenhühner 70, Gänse 80 bis 85, Tauben, das Stück 50, Nüsse, das Pfund 35 bis 40, Blumenkohl 10 bis 50, Salat 8 bis 10, Salatgurken 5 bis 20, Einmachgurken 1 bis 3, En­divien 8 bis 12, Ober-Kohlrabi 5 bis 10, Lauch 5 bis 10, Rettich 5 bis 10, Sellerie 10 bis 40, Radies- chen 8 bis 10 Pf. Aepfel, der Zentner 14 bis 25 Mk.

fälfchung zu drei Monaten Gefängnis verurteilt. Der Angeklagte fälschte einen Wander- gewerbeschein, so daß dieser eine Gültigkeit von einem weiteren Jahr besaß, obwohl er schon ab­gelaufen war.

Die Fürstlich Solms-Lich'sche Gutsverwaltung un- ternahm am gestrigen Mittwochvormittag- wie alljährlich um diese Zeit b i e Ausfis ch u n g des großen Albacher Teiches. Der Natio­nalsozialistische Lehrerbund des Kreises Gießen nahm die Gelegenheit wahr, die Lehrkräfte tm Na­turkunde-Unterricht zu einem Ausflug nach Lich zu veranlassen und dort in Verbindung mit dem Fisch- zug eine naturkundliche Exkursion durch­zuführen.

Der große Albacher Teich war rechtzeitig abge- lafsen worden, so daß gestern schon zu früher Stunde mit dem Fischen begonnen werden konnte. Der Teich lag weit und leer da, zum Teil waren die Ufer schon abgetrocknet, und nur nach dem Ab­lauf zu stand in einem breiten, dreigeteilten Graben noch das Wasser, das aber erfüllt war von einem ungeheuren Leben, von einem Gewühle geschmei­diger Fischkörper. Alle Fische hatten sich, da der Wasserstand ja immer niedriger wurde, in dem Wassergraben gesammelt. Die großen Karpfen pflügten sich, mit weit aus dem schmutzig-braunen Wasser herausragenden Rücken, durch die Fülle ihrer Artgenossen und der Schleien, die zu Tau­enden auf engem Raum vereinigt waren.

Das Abfischen geschah aber nicht in diesem Gra- n im Teich, sondern es wurde in einem besonde-

Bettina schüttelte den Kopf und wiederholter Keinem Menschen wäre damit geholfen."

Sie blickte in das lichtjunge Grün der Buche, unter der die Bank stand und meinte:Ein Zusam­menstoß muß, wie ich schon einmal bemerkte, beson«, ders um der Toten willen, vermieden werden, da- ' mit nicht ihr Name noch irgendwie laut wird und in ein Geklatsch oder einen Skandal mit hinein- klingt. Grabesruh soll man nicht stören."

Sie erhob sich und legte ein flaches Päckchen auf die Bank,hier ist der Bilderrahmen, sagen Sie Gretel, Sie wären im Städtchen gewesen und hät­ten den Rahmen gleich abgeholt."

Er war auch aufgestanden und nickte.Das werde ich sagen natürlich, es ist besser." Er sprach gleich weiter.Ich will heute nach wegfahren. Eine Aus­rede für die Meinen wird mir einfallen, haben Sie vielen Dank, Bettina, und, bitte, wenn ich Ihrem Rat folge, halten Sie mich nicht für feige."

Sie lachte kurz auf.Was kann Ihnen daran liegen!"

Sie faßte nach der Lenkstange ihres Rades und schob es ein Stückchen weiter. Jetzt rührte sich Hans Syden und war mit raschem Schritt bei ihr.

Geben Sie mir, bitte, die Hand, Bettina."

Sie legte ihre Rechte in die seine und fühlte einen starken warmen Druck.

Nochmals Dank, Bettina, und auf Wiedersehen.

Sie antwortete nicht und löste ihre Hand, schwang sich auf das Nad.

Er lief neben dem Rad her.

Vergeben Sie mir das von letzthin, Sie wissen schon, was ich meine. Es war nicht hübsch von mir, Ihnen bewußt wehe zu tun."

Ihre hellbraunen Augen schienen schwarz, als sie wieder vom Rad sprang unb mit leichtem Beben in der Stimme sagte:Sie rieten mir letzthin, ich solle weder zuviel Mitleid, noch zu viel Liebe für Sie haben, Sie würden mir für feine von beiden Dank wissen, heute möchte ich Ihnen darauf eine Antwort geben. Ick glaube, es ist nötig. Deshalb hören Sie, Hans: Ich liebe Sie weder, noch emp­finde ich Mitleid für Sie, untf es gibt keinen Grund für Sie, sich bei mir zu entschuldigen für Dinge, die Sie gesagt haben, und die mir völlig gleichgültig sind. Keine Irrtümer, bitte, Graf Syden, keine für mich peinlichen Irrtümer. Ich empfinde weder Siebe noch Mitleid für Sie, und ich tue auch nichts für Sie. Wie ich vorhin schon bemerkte, kam ich heute nur, um Gretel und die lieben alten Damen vos Sorge und Kummer zu bewahren."

(Sortierung folgt!) .'

WWMMel

Roman von Anny von panhnys Urheberrechtsschutz Aufwärts-Verlag G. m. b. H., Berlin SW 68.

Die Leitung hatte Professor Dr. Merker vom Zoologischen Institut unserer Universität. Viele Leh­rer nahmen daran teil. Die notwendigen Gerät­schaften, Planktonnetz, Saugheber, Mikroskop, Glä­ser, Lupen usw. waren mitgenommen worden, so daß an Ort unb Stelle lebendigste Anschauung ge­pflegt werden konnte. Nachdem den Lehrern von fachmännischer Seite zunächst die Technik des Fisch­fanges, das System der Fischwirtschaft, sowie das Zuchtziel erläutert worden waren, man sich auch von dem Gang der Dinge beim Abfischen des Teiches an Ort und Stelle überzeugt hatte, Hub ein eifriges Suchen nach allerlei Getier an, das am Ufer und im Teichgraben zu finden war.

In kleinen Exemplaren wurden die verschiedenen Fische (Karpfen, Schleien usw.) zusammengetragen, der in der Fischwirtschaft gefürchtete, gefräßige Raubkäfer, der Oelbranbfäfer, wurde in einem Exemplar angetroffen, Libellenlarven, die allerdings in diesem Stadium noch nichts von der Eleganz und der Schönheit der fertigen Libelle ahnen lassen, wurden gefunden, die in ihrer Form so überaus originelle Stabwanze wurde ent­deckt, allerlei Würmer und Insektenlarven gesellten sich zu den Sammlungen der einzelnen Teilnehmer, die sich hier in vielen Gläsern für den Unterricht lebendes Anschauungsmaterial sammelten.

Mit dem Planktonnetz ging man dann eben­falls auf die Jagd nach der Kleintierlebewelt im Teiche. Es erwies sich dabei, daß die Albacher, wie auch die Mengeishäuser Teiche auf Grund ihrer sehr guten Wasserverhältnisse von einer ungeheuer zahl- reichen Kleintierlebewelt erfüllt sind und den Fischen beste Existenzbedingungen bieten. Man fand in rie­sigen Mengen die Insektenlarven hüpflinge, Daph- nien, Rädertierchen der verschiedensten Arten, Algen und vieles andere mehr. Das mitgebrachte Mikro­skop ließ die Wunderwelt des Kleintierlebewesens in seiner ganzen Mannigfaltigkeit erkennen.

Die Untersuchungen wurden auch an den Mengels- Häuser Teichen fortgesetzt. In vielen Fragen und Antworten und in reger zwangloser Unterhaltung ergaben sich aufschlußreiche orientierende Kennt­nisse der heimischen Teiche. Da sich unter den Teil­nehmern dieser Exkursion auch einige Jäger befan­den, wandte man auch der an den idyllischen Tei­chen anzutreffenden Vogelwelt alle Aufmerksamkeit zu. Mit großem Interesse wurde der Aufflug der Wildenten und einiger Krickenten beobachtet. Mit dem Fernglas wurden die Zwergtaucher, Be­

treibt, daß fei hier herausgestellt, eine ganz plan­mäßige Fischwirtschaft, ebenso eine planmäßige Fischzucht. Im Dienste dieser Fischwirtschaft stehen mehrere Teiche, und zwar die beiden Mengeishäuser und die beiden Albacher Teiche. Der kleine Teich unmittelbar vor dem Hof» gut Aldach wird als Brutteich verwandt. Die Fisch­wirtschaft wird imjährlichen N a ch h alt- betrieb" durchgeführt, d. h. in jedem Teich sind in der Hauptsache Fische von bestimmtem Alter (1-, 2-, 3- und 4fommerig) vereinigt. Fast aus­schließlich handelt es sich um Karpfen und Schleien, mengenmäßig je zur Hälfte. Man ist dabei beson­ders darauf bedacht, Fische in dem Alter und in der Gröhe zu erzielen unb abzufischen, daß sie als Portionsfische gut marktgängig sind.

Das spöttische Glimmern in seinen Augen war erloschen. _ .

Er fragte kurz:Wird Dr. Diendorf hierher- kommen, weiß er, wo ich wohne?"

Sie schüttelte den Kopf und berichtete nüchtern, auf welche Weife sich Dr. Diendorf das Bild ange­eignet und wie sie es wieder an sich gebracht, ehe er sich hatte erkundigen können, um wessen Photo- graphie es sich handelte.

Und wird Herr Wilderling dicht halten? fragte er.

Sie nickte.Für ihn stehe ich ein, er hat voll­kommen begriffen, daß er mit der Namensnennung eine Katastrophe heraufbeschwören könnte."

Und warum haben Sie das für mich getan?" fragte er wieder sehr kurz.

Sie sah ihn ernst an.

Ich bin mit Gretel seit unseren Schuljahren befreundet und ihre beiden Großmütter waren stets gütig gegen mich. Ich weiß, wie sehr alle drei an Ihnen hängen und möchte nicht, daß die alten Damen und Gretel Ihretwegen Sorgen und Kum­mer haben sollen. Der aber bliebe nicht aus, wenn Dr. Diendorf Ihren Namen wüßte. Er ist geladen mit Haß- und Rachegedanken, er ist wie toll vor Wut. Das mindeste, was bei einem Zusammentref­fen herauskäme, wäre ein Skandal, der nicht nur Ihren Verwandten und Ihnen, sondern auch der Toten schaden würde."

Hans Syden fragte in der kurzen Art von vor­hin:Was raten Sie mir zu tun?"

Bettina antwortete ohne Besinnen:Ich rate Ihnen, so rasch wie möglich die Gegend zu ver­lassen. Am besten noch heute. Wenn Sie eine Be­gegnung mit Dr. Diendorf vermeiden können, dürfte die Gefahr einer solchen für immer beseitigt fein. Der Mann wird allmählich ruhiger werden, und nach Jahren geht er, falls er Sie wirklich noch ein­mal trifft, sicher still an Ihnen vorbei, ohne sich noch für Ihren Namen zu interessieren."

Hans Syden fand, Bettina Hochwald sprach sehr vernünftig zu ihm, und klug wäre es, wenn er ihrem Rat folgen würde.

Er sah sie dankbar an.

,Ein lieber Mensch sind Sie, Bettina, ich bin froh, daß Sie mich gewarnt haben. Ich kneife nicht gern, und wenn ich damals nicht zu Dr. Diendorf gegangen bin und ihm offen gesagt habe, er solle Wally Walb freigeben, geschah es, weil ich fürchtete, Wally dabei doch noch zu verlieren. Ich würde mich jetzt der Verantwortung aber nicht entziehen, wenn : nicht ein Skandal drohte. Keinem Menschen wäre damit geholfen."

statt. ,

** Verwendung entwerteter Post - Wertzeichen ist strafbar. Freimarken bte mit dem Aufgabestempel oder durch StrichUmen von Maschinenstempeln, zuweilen auch kreuzweise mit Tinte oder Tintenstift entwertet worden sind, werden häufig nochmals zum Freimachen von Pos^ sendungen benutzt. Die Absender entschuldigen sich ast immer damit, daß sie die Striche nicht für Entwertungszeichen gehalten haben oder wegen ^n%e9rm^^te$aTwwTbo6d) n$t '»VtinTt den im Teich. ,°nbern -- wurde in eineu. befonde- «StttaZ 8 27. reu Abluusyruben vorgenommen. der durch em

Schütz vorn Teich getrennt war und nur von v zu Zeit mit Wasser (und Fischen) gefüllt wurde. An diesem Ablaufgraben standen etliche Männer, die mit Netzen in das Wasser stießen und mit jedem Zug oft 10 und 15 Pfund Fische auf einmal aus dem Wasser hoben. Riesige Karpfen wälzten sich in den Netzen und fügten sich nur unwillig in ihr Ge­schick. In die bereitstehenden Weidenkörbe wurde der Inhalt der Netze entleert, und bann auf den eigens von einem Forstmann der Gutsverwaltung onstruierten sehr zweckmäßigen Sortiertiich gebracht. Viele Frauenhände waren hier bei ber Arbeit, die Fische nach Arten, Größen bzw. Gewicht ausein- anderzulesen, rasch wieder in Körbe zu legen, zu zählen (der Inhalt eines jeden Korbes wurde no­tiert) und schließlich in dieHölter" zu bringen. Die Hälter sind kleinere Teiche und ein mehrere Male abgeteilter Bachlauf, die ständig frisches Was- ser führen und eigens für den Zweck angelegt war- den sind, die Fische für die Zeit zwischen dem Aus- fischen des großen Teiches und dem Verkauf auf- zubewahren. Der Ertrag, der durchschnittlich bei einem solchen Fischzug aus dem Albacher Teich er­zielt wird, beträgt etwa 35 bis 40 Zentner Fische, die meist geschlossen von Frankfurter oder Koblenzer Großhändlern erworben und zur gegebenen Zeit in großen Wasserfässern auf Lastkraftwagen ihren Be- ftimmungsorten zugeführt werden.