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schließen, daß das innere Regime eine noch ft r a f- fcre Durchbildung erfahren soll. Minister­präsident Tubelis erklärte, daß sich sowohl die innere wie die äußere Politik nicht ändern werde und die litauische Währung nach wie vor fest bleibe. Das neue Kabinett werde den Wünschen der Landwirte weitgehend nachgeben.

Kunst und Wissenschaft.

Der FilmTriumph des Willens" in Venedig preisgekrönt.

Der Reichsparteitag 1934Triumph des Willens" ist jetzt auf der Internationalen Film­schau in Venedig unter 84 Filmen von 12 beteilig­ten Nationen mit dem Pokal des Nationalen Faschi­stischen Filminstituts ausgezeichnet und als b e st e r ausländischer Dokumentarfilm bewer­tet worden. Mit dieser von einem internationalen Schiedsgericht getroffenen Feststellung wird die Spitzenstellung des monumentalen deutschen Kultur­dokumentes erneut auf das Nachdrücklichste betont. Der Luis-Trenker-FtlmDer verlorene Sohn" ging aus dem Wettbewerb des italieni­schen Propagandaministeriums als der ethisch be­deutsamste ausländische Film als Sieger hervor. Im Wettbewerb um die Coppa Mussolini wurde der amerikanische FilmAnna Karenina" als bester ausländischer Film bezeichnet.

Eine im Kriege gerettete serbische Handschrift zurückgegeben.

Der deutsche Gesandte von Heeren übergab dem jugoslawischen Ministerpräsidenten Dr. Stoja- d i n o w i t s ch im Auftrage der Reichsregierung die sog. Prisrener Handschrift, das Gesetzbuch des Zaren Duschan aus dem 14. Jahrhundert. Die Handschrift, die ein Dokument aus der glanzvollsten Geschichte des serbischen Volkes darstellt, war im Weltkrieg von deutscher Seite während des serbi­schen Rückzuges aus einem brennenden Eisenbahnzug, der Aktenmaterial enthielt, vor dem sicheren Untergang gerettet worden. Da man ihren Wert nicht kannte, geriet sie in Ver­gessenheit und tauchte erst vor einiger Zeit wieder auf. Der Gesandte betonte, es sei der Reichsregie­rung eine große Genugtuung, dieses wertvolle Stück jugoslawischen Kulturbesitzes nunmehr dem recht­mäßigen Eigentümer wieder zustellen zu können.

Aus aller Welt.

Auszeichnungen für Helfer beim Brand in der . Funkausstellung.

Der Führer und Reichskanzler hat einer Anzahl Volksgenossen, die sich bei dem Brandunglück in der Funkausstellung um die Erregung von Menschen aus Lebensgefahr besonders verdient gemacht ha­ben, Auszeichnungen verliehen. Gelegentlich der Ueberreichung dieser Auszeichnungen im Bibliothek­saal des Reichsministeriums des Innern, gedachte Dr. Frick der verschiedenen großen Unglücksfälle der letzten Zeit. Diese Unglücksfälle mahnten uns erneut, auf größtmögliche Vorsicht besonders be­dacht zu sein. Besonders erhebend aber bei all die­sem großen Unglück sei die Hilfsbereitschaft aller Volksgenossen. Dr. Frick sprach im Namen des Führers und Reichskanzlers den Rettern für ihr mutiges und entschlossenes Eingreifen bei dem Brandunglück am Funkturm Dank und Anerken­nung aus und überreichts» den einzelnen die ihnen vom Führer verliehenen Auszeichnungen, 13 Ret­tungsmedaillen sowie 6 Erinnerungsmedaillen. Außerdem wurden 5 öffentliche Belobigungen aus­gesprochen, von denen dem einen Bedachten, einem 16jährigen Lehrling wegen seiner besonders hervor­ragenden Tat die Verleihung der Rettungsmedaille nach Vollendung seines 18. Lebensjahres in Aus­sicht gestellt wurde.

Valer, Muller und Kind mil dem Motorrad verunglückt.

In Ungstein (Pfalz) ereignete sich ein schweres Verkehrsunglück. Der aus Wiesbaden stam­mende Kaufmann Artur Scharmann fuhr aus

noch unbekannter Ursache mit seiner Beiwagen­maschine gegen eine Gartenmauer. Er wurde einige Meter weit geschleudert und blieb t o t am Platze liegen. Seine Frau und sein Kind mußten mit schweren Verletzungen ins Krankenhaus gebracht werden, wo die Frau inzwischen verstarb. Das Kind schwebt noch in Lebensgefahr.

2Mt unbeleuchtetem Motorrad auf ein Fuhrwerk aufgefahren.

Auf der Staatsstraße zwischen Maxdorf und Oggersheim bei Ludwigshafen ereignete sich ein schwerer Derkehrsunfall, der zwei Menschen­leben forderte. Der Schornsteinfeger Karl Bott aus Jxheim kam mit seinem unbeleuchteten Motor­rad aus Richtung Dürkheim. Dabei fuhr er mit einer Geschwindigkeit von etwa 70 Kilometern auf em Fuhrwerk auf. Bott wurde mit seiner Begleiterin, deren Personalien noch nicht festgestellt werden konn­ten, zu Boden geschleudert und verschied bald darauf an den erlittenen schweren Verletzungen. Seine Be­gleiterin wurde in schwerverletztem Zustande ins Krankenhaus gebracht, wo sie bald darauf verstarb.

Fünf Todesopfer

eines Zugzusammenfloßes bei Padua.

Auf der elektrischen Kleinbahn V e n e d i g Padua stießen in der Nähe von Padua zwei Züge bei einer Ausweichstelle zusammen. Fünf Per­sonen wurden getötet, zahlreiche weitere verletzt. Der von Padua kommende Zug scheint in­folge eines Schadens an den Bremsen nicht imstande gewesen zu sein, zu halten und ist infolgedessen mit voller Geschwindigkeit in den Zug von Venedig hineingefahren. Unter den Todes­opfern befinden sich die Zugführer und Zugbegleiter

beider Züge. Außer ihnen kam ein Fahrgast ums Leben. 24, zumeist Leichtverletzte, wurden in das Krankenhaus von Padua eingeliefert.

Chinesische Banditen

überfallen einen Geldtransport in Schanghai.

Im Hauptpostamt der internationalen Nieder­lassung in Schanghai überfielen vier chinesische Räuber einen Geldtransport im Werte von 100 000 Dollar. Das Geld wurde von einem Post­beamten und einem Postkuli unter dem Schutz zweier Wachtposten befördert. Während der Schie­ßerei wurde der Kuli getötet und die beiden Wachtposten schwer verwundet. Die Räuber flohen mit ihrer Beute in einem bereitgehaltenen Auto. Der Ueberfall hat in den Kreisen der inter­nationalen Niederlassung großes Aufsehen erregt und stellt für die schon immer unsicheren chinesischen Verhältnisse den dreistesten und bestorganisierten Raub der letzten Jahre dar.

Vergsteigergruppe von einer Eislawine überfallen.

Der Innsbrucker Bergführer M a y r verließ die­ser Tage die Boval-Hütte, um mit einem österreichi­schen Touristen den Piz Bernina zu besteigen. Ihnen schloffen sich die beiden Münchener Touristen Schmid und Glaser an. Als die Gruppe einen Teil des Weges zurückgelegt halte und sich 200 Meter oberhalb des normalen Aufstiegs befand, löste sich an der dritten Bellavista-Spitze eine E i s- lawine und stürzte auf die Bergsteiger. Schmid wurde durch größere Eisblöcke erdrückt. Der Füh­rer Mayr erlitt einen Schulterbruch und schwere Quetschungen, während die beiden anderen nur leicht verletzt wurden. Die Leiche Schmids wurde nach Pvntresina gebracht und in der Kirche Santa Maria aufgebahrt.

Geld wird Kapital.

Oer finanzpolitische Hintergrund der Reichsanleihe.

dem der G-ldüb-rflutz vom Reich abgeschöpft war. den ist, sehr bald wieder in normalen Bahnen ent-

wickeln. . ,

Die Gelder aber, die das Reich letzt an sich zieht, werden der deutschen Wirtschaft nicht etwa dauernd entzogen. Sie ermöglichen es vielmehr dem Reich, seine Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen wieder zu er­weitern. Der Wirtschaft werden auf Grund der er­folgreichen Konsolidierung eines Teils der früheren Arbeitsbeschaffungskredite sogleich wieder neue öffentliche Aufträge gegeben werden, damit sie für ihre Arbeiter und Angestellten genügend Beschäfti­gung hat und neue Arbeitskräfte aus den noch vor­handenen Reserven der Arbeitslosen emstellen kann. Das Reich schaltet sich in den Umlauf des Geldes, das Kapital werden soll, hauptsächlich zu dem Zwecke ein, den Weg des Geldes richtig zu lenken. Es sorgt dafür, daß das Geld nicht zur Vermehrung der Produktionsanlagen, nicht zur Finanzierung der Börsenspekulation und nicht zur Steigerung der Preise verwandt wird. Es soll zur Finanzierung der Arbeitsleistung dienen, also die Erteilung zusätzlicher Aufträge an die produktive

Wirtschaft sicherstellen.

So ist der Zweck der Reichsanleihe die dem Ge­meinwohl entsprechende Lenkung des Kapitals. Wenn das deutsche Volk eine gesunde Wirtschaft und genügend Arbeit bekommen soll, so muß dafür gesorgt werden, daß das vorhandene Geld nicht der Spekulation dienstbar gemacht wird, nicht zur Fi­nanzierung konjunkturtötender Preissteigerungen und auch nicht zur Finanzierung einer weiteren Übersetzung der Produktionsanlagen Verwendung findet, sondern auf dem kürzesten Wege der die Volkswirtschaft befruchtenden Arbeit zugeführt wird. Wer jetzt Reichsanleihe zeichnet, fördert diese Lei­tung des Geldes in diejenigen Kanäle des Kapitals, in denen es ungekürzt der Arbeit zufließt und nur dieser Dienste leistet.

Wetterbericht des Reichswetterdlenstes. Ausgabeort Frankfurt.

Seit Monaten bestand in Deutschland eine eigen­artige Unausgeglichenheit zwischen Geld- und Kapi­talmarkt. Die fortschreitende Belebung der Wirtschaft hatte eine sehr starke Geldflüs- s i g k e i t zur Folge. Denn es handelte sich ja bei dieser durch staatliche Arbeitsbeschaffungsaufträge erzeugten Wirtschaftskonjunktur nicht darum, einen neuen Produktionsapparat aufzubauen, wodurch ein starker Kapitalbedarf hätte entstehen müssen. Viel­mehr wurde durch die Arbeitsbeschaffung einem beschäftigungslos gewordenen Produktionsapparat wieder Arbeit und Verdienst gegeben. Neuinvestie­rungen in der Form der Errichtung neuer Unter­nehmungen wurden nach Möglichkeit vermieden. Beweis dafür ist u. a. die geringe Zahl der Neu- grüntmngen von Aktiengesellschaften in einer Zeit konjunktureller Wirtschaftsbelebung. Der Kapital­bedarf der Wirtschaft war infolgedessen verhältnis­mäßig gering. Das Geld, das die wieder in Gang gesetzte Wirtschaft in Gestalt von Ersparnissen er­übrigte, hatte wenig Gelegenheit, sich in Kapital zu verwandeln. Es blieb flüssig und aktionsbereit.

Das entsprach durchaus den Absichten der Leiter der deutschen Finanzpolitik. Denn dieses Geld.war ja aus den Krediten entsprungen, die der Staat 'zum Zwecke der Finanzierung einer Arbeitsbeschaffung von seltener Großzügigkeit geschaffen hatte. Es durfte also nicht in der Wirtschaft versickern, um in neuen Fabriken immobilisiert zu werden oder gar um eine Preiskonjunktur hervorzubringen, die früher oder später das Ende der Mengenkonjunktur hätte herbeifuhren müssen. Sorgsam hat der Reichs­bankpräsident Dr. Schacht in dessen Hände deshalb neben der Leitung des Zentralgeldinstituts auch die kommissarische Führung der deutschen Wirt­schaftspolitik gelegt wurde, darüber gewacht, daß die Preise und die Aktienkurse keine übermäßige Steigerung erfuhren, und daß das flüssige Geld nicht in unerwünschte Kanäle abfloß. Von Zeit zu Zeit hat das Reich den Geldüberfluß der Spar­kassen durch Ausgabe von Schatzanweisungen abge­

saugt. Dem freien Geldmarkt wurden durch die Ausgabe von Solawechseln der Goldiskontbank und von anderen kurz- ober mittelfristigen Reichswerten vorläufige Anlagemöglichkeiten gegeben. Das Geld sammelte sich in diesen Kanälen, um für die große Konsolidierungsaktion des Reichs greifbar und ver­fügungsbereit zu bleiben.

Jetzt ist der geeignete Augenblick für die erste große Reichsanleihe endlich gekommen. Der Boden ist sorgsam bereitet, der deutsche Geldmarkt flüssig und aufnahmebereit. Der Erfolg konnte nicht ausbleiben. Noch sind zwar keine Ziffern über die Zeichnungsergebnisse bekanntgegeben worden. Aber alle Berichte der Banken und sonstigen Kredit­institute stimmen darin überein, daß die Zeichnun­gen auf die neuen 4^prozentigen Schatzanweisun­gen mit zehnjähriger Laufzeit bereits in erfreulich hohem Umfange eingegangen sind. Die Erwartun­gen, die das Reich auf den Geldmarkt und auf die Sparer gesetzt hat, haben sich in vollem Umfange erfüllt. Bekanntlich ist die Hälfte der Milliar­denanleihe von vornherein den Sparkassen zur Anlage ihres Einlagenüberflusses überlassen worden. Die andere Hälfte wurde den anlagesuchen­den Sparern und Kapitalbesitzern zur Verfügung gestellt. Die Bedingungen sind, wenn man die große Sicherheit und Solidität der Anlage in Betracht zieht, sehr günstig. Bei einem Aus­gabekurs von 98,75 v. H. ergibt sich eine jährliche Nettoverzinsung von 4,68 v. H. Für die Einzahlung der gezeichneten Anleihegelder sind, um den Geld­markt auch weiterhin zu schonen, verhältnismäßig lange Fristen gesetzt worden. Während die Zeich­nungsfrist bis zum 16. d. M. läuft, und die ge­zeichneten Stücke vom 1. Oktober ab verzinst wer­den, brauchten die Einzahlungen erst nach und nach geleistet zu werden. Doch find wie gemeldet wird, schon jetzt bedeutende Einzählungen auf die gezeich­neten Stücke erfolgt, und zwar erheblich früher, als man verpflichtet war, und als die Einzahlungen erwartet wurden. Der Geldmarkt wird sich, nach-

Der über Skandinavien und über den Kontinent führende Strom subpolarer Kreisluft hat sich fort­gesetzt. Er hielt bei uns die Temperaturen weiter unter dem Jahresdurchschnitt und hat am Mon­tag in Mittel- und Ostdeutschland auch noch zu ver­breiteter Schauertätigkeit geführt. In Nordskan- dinaoien ist winterliches Wetter eingetreten. Der Kaltluftstrom hat gleichzeitig eine Verstärkung und Verbreiterung des sich aus Grönland über das Nordmeer erstreckenden Hochdruckrückens gebracht, so daß sein Einfluß auf unser' Wetter vorerst be­stimmend bleibt.

Aussichten für Mittwoch: Nachts sehr frisch und stellenweise Frühnebelbildung, im ganzen heiter, im Norden und Osten aufkommende Bewöl­kung, trocken, Winde aus nördlicher Richtung.

Aussichten für Donnerstag: Vielfach aufheiterndes Wetter, doch bei nördlichen Winden tagsüber nur mäßig warm und nach Norden und Osten zu leichte Unbeständigkeit.

Lufttemperaturen am 9. September: mittags 14,1 Grad Celsius, abends 7,9 Grad; am 10. September: morgens 3,9 Grad. Maximum 14,9 Grad, Minimum 2,4 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 9. September: abends 13,3 Grad; am 10. September: morgens 10,5 Grad Celsius. Sonnenscheindauer 1,3 Stunden.

Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich Wilhelm Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der An­zeigen: Theodor Kümmel. D. A. VIII. 35: 9838. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- und Stein­druckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen.

Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr.

Zur Zeit ist Preisliste Nr. 3 vom 1. Juni 1935 gültig.

Todes-Anzeige.

Der Herr über Leben und Tod nahm am 5. d. M. unsern treuen, gütigen Bruder, Onkel und Paten, und unsern lieben Schwager

Konrad Becker, Oberzahlmeistera.D.

nach langem schmerzvollen Leiden zu sich in sein himmlisch Reich. Es war der Wunsch des lieben Entschlafenen, dafe er in der Stille zur letzten Ruhe gebettet wurde.

Die trauernden Verwandten.

Gießen, den 9. September 1935.

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