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Wie sieht es in der Wirtschaft aus?

leitete zu den

Jungarbeiter! Deine Freizeit verbringst du inmitten deiner HJ.-kameraden in den Sommerlagern der Hitler-Jugend!

der fernen Ehehälfte nur auf stummem Wege brief­lich zu äußern, wobei sie oftmals eine geradezu erstaunliche Phantasie entwickeln.

Näheres zu diesem Thema siehe im Band II meines zoologischen Lehrgangs, der ausschließlich Für die Oberstufe" bestimmt ist.

Der internationale Stahlfrieden ist nicht nur durch die Verlängerung des Abkommens der Internationalen Rohstahl-Exportgemeinschaft auf fünf Jahre geschlossen worden, sondern er hat da­durch eine erhebliche Verstärkung erfahren, daß Groß-Britannien, Polen, Oesterreich, Ungarn und die Tschechoslowakei hinzugekommen sind, so daß die Jreg jetzt die europäische Cisenausfuhr zu 100 Prozent kontrolliert, den Weltexport jedoch nur zu 80 d. $)., da die USA., Rußland und Japan außerhalb des Abkommens stehen. Bei solchen inter­nationalen Vereinbarungen müssen natürlich auch Opfer gebracht werden und es ist nur natürlich, daß der große Außenseiter Groß-Britannien, der etwa 20 v. H. der Eisenausfuhr bestritt, durch gewisse Opfer gewonnen werden mußte. England bezog im Jahre 1934 aus dem festländischen Ge­biet 1,37 Millionen Tonnen Eisen, künftighin waren es nur 670 000 Tonnen und späterhin sogar nur 525 000 Tonnen im Jahr. Der Ausfuhranteil Eng- lands wird in höhe von 2,25 Millionen Tonnen, das entspricht seiner Ausfuhrquote für 1934, fest- gelegt und außerdem erhält es noch einen Vor- zugsanteil für den Fall, daß die einzelnen Mitglie­der in den nächsten Jahren ihre Eisenausfuhr stei­gern. Aber'damit ist erreicht, daß die lOOprozentige Mengenkontrolle auch eine lOOprozentige Preiskontrolle nach sich zieht und so können die Schäden des Preisverfalls überwunden werden, wobei nicht vergessen werden darf, daß die Preise seit dem Jahre 1929 für die Eisenausfuhr fast um die Hälfte gesunken sind.

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Nachdem also das Problem der Einbeziehung Englands in die europäische Rohstahl-Export-Ge- meinschaft endgültig gelöst worden ist, sind gegen­wärtig die Stickstofferzeuger in Schevenin- gen versammelt, um über die zukünftige Gestaltung ihres Marktes zu beraten. Auf der Stickstoff-Kon­ferenz waren nur die wichtigsten Hersteller von synthetischem Stickstoff, nämlich Deutschland, England und Norwegen, vertreten, und das Kernproblem, die Auseinandersetzung zwischen

synthetischem und natürlichem Stickstoff (Chilesal­peter) bleibt einer für Ende August anberaumten neuen Konferenz in London vorbehalten. Man hat in Scheveningen lediglich über die Durchführung des kürzlich geschlossenen europäischen Uebereinfommens über die Aufteilung der Märkte usw. verhandelt. In Brüssel sind dagegen die Zuckerleute sehr schnell zu einem Ergebnis gekommen, das aller­dings durchaus negativ ist: Der Chadbourne-Plan, eine Marktregelung, der zahlreiche wichtige Erzeuger angehören und die vor einigen Jahren unter dem Druck der Absatzkrise für Rohr- und Rübenzucker geschaffen wurde, soll nicht verlängert werden.

Die ebenfalls mit bonapartischen Erinnerungen ver­knüpfte deutsche Botschaft beim Heiligen Stuhl in Rom reicht an die Pariser Botschaft nicht heran.

In ständiger liebevoller Sorge haben die in der Rue de Lille aufeinanderfolgenden Gesandten und Botschafter für die Erhaltung des Palais und feiner Einrichtungen gesorgt, am meisten hat wohl der gegenwärtige Botschafter Koester für die bauliche Sicherung des Gebäudes getan. Er hat übrigens auch den alten, von Bismarck als Arbeitszimmer benutzten Raum wieder bezogen, während die Bot­schafter seit 1870 in einem der nach dem Hofe gelegenen Salons arbeiteten.

Don der Zeit Ludwigs XV. bis zum heutigen Präsidenten der dritten französischen Republik, Lebrun, von den Befreiungskriegen bis zur Wieder­herstellung der deutschen Ehre nach dem Weltkriege ist in den stilvollen Räumen des Palais ein ge­waltiges Stück Arbeit geleistet worden. Hier wurde so manches Blatt der Geschichte geschrieben. Nicht leicht ist die verantwortungsvolle Aufgabe des diplo­matischen Vertreters des Führers und des Deutschen Reiches in Frankreich. Wie in den Mauern der Botschaft Ueberüeferungen aus französischer und deutscher Geschichte sich verbinden, so kann man wünschen, daß die Arbeit der deutschen Botschafter in Paris zu einer dauerhaften Verständigung zwi­schen Frankreich und Deutschland fuhren möge.

sein tragen. -

Gauleiter und Oberpräsident Wagner wandte sich an die Hinterbliebenen. Sie wüßten, daß sie nicht allein unter dem harten Los litten, son­dern daß das ganze Volk nach besten Kräften im' Rahmen des menschlichen Vermögens und Könnens helfe. Der Betriebsführer, Sturmführer F r e n z e l, widmete den Verunglückten, die bei der Beschaffung des Materials für die Straßen des Führers auf so tragische Weise ihr Leben hätten lassen müssen, einen warm empfundenen Nachruf und dankte für die den Hinterbliebenen aeleiftete Hilfe.

Das Lied vom guten Kameraden leitete zu den Ansprachen der Geistlichen beider Konfessionen über, woraus ein Mannerchor die Trauerfeier beschloß. Nach der Feierstunde richtete Dr. Ley noch einige tröstende Worte an die Hinterbliebenen. Dann wurden die Särge in die Heimatdörfer der Toten übergeführt, um dort beigesetzt zu werden._________

Zoologie des Strohwitwers.

Von Pitt.

Der Strohwitwer (viduus temporarius) kommt hauptsächlich in den europäischen Ländern und auf dem nordamerikanischen Kontinent vor. Er ist in der heißen Jahreszeit weit häufiger zu beobachten, als im Winter, lieber die Frage, ob er mehr einem Arbeitspferd ähnele oder einem Menschen, dem freilich die bessere Hälfte fehlt, sind sich die Gelehrten nicht einig.

Tagsüber hält sich der Strohwitwer vorwiegend in seinem Bau auf. Seine Höhle ist mit gebrauchtem Ge chirr, mit Zigarrenstummeln, die teils auf dem Teppich, teils auf echten Meißener Porzellantellern liegen, und mit Stößen von alten Zeitungen warm und behaglich ausgestattet. Sein Aeußeres ist am Tage schlicht und schmucklos: ein schlipsloses Hemd, eine ungebügelte Hose und ein Paar Pantoffel, sog.Laatschen", schützen ihn vor den Unbilden der Hitze. Erst am Abend entfaltet sein Gefieder eine ausfallende Pracht. Er gleicht sich dann, in einem merkwürdigen Fall von Mimikry, dem Junggesellen an und kann selbst von Kennern leicht mit diesem verwechselt werden.

Die Nahrung des Strohwitwers besteht in erster Linie aus Konserven, Eiern und Schinken. Er er­weist sich dabei als äußerst gefräßig. Wahrend zum Beispiel ein normaler Ehemann sich notgedrungen mit zwei Rühreiern zu begnügen pflegt, schlagt sich der Strohwitwer mindestens deren fünf in die Pfanne. Das hindert ihn nicht, bet feinen abend­lichen Beutezügen obendrein noch gierig nach gla­sierten Kalbshaxen Ausschau zu halten. Ein be­kannter Naturwissenschaftler will beobachtet haben, daß Strohwitwer bisweilen Wasser trinken. Diese Wahrnehmung hat sich als irrig erwiesen. Es han­delt sich dabei nur um das sog. Gurgeln. Dagegen stimmt es, daß man am frühen Morgen hin und wieder Strohwitwer in Laatschen (siehe oben!) mit Milchkannen durch die Straßen rennen steht. Sie sind dann überaus scheu und selbst mit dem Lasso schwer einzufangen.

Der Gesang des Strohwitwers ist mehr laut als fd)ön M-'st stimmt er ihn morgens in der Bade­wanne oder beim Rasteren an Geht man durch die Wodnaeaenden der Stadt und hort man aus etnem he§ dritten Stockwerks eine rauhe Stimme sitz ich hier" fingen, dann kann 3m t'efen Keuer n^ 3Vin neunzig oon hundert 3äUen*um ehlen Strohwitwer handelt. Während ?Uln Urhre fRmrelroelt der Gesang der Männchen leb0^AnfH*f naA bVm Weibchen zum Ausdruck die Sehnsucht nch bröf)nenöen Gezwitscher der

des Hanfs, befestigt. Dagegen find die Rog­gen-, Flachs-, Rohöl- und vor allem die Kaffeepreise erneut gesunken. Vergeblich haben die Kaffeeerzeuger auf ihrem Kongreß in Rio de Janeiro neue Maßnahmen zur Beseitigung des Kaffeeüberflusses beschlossen. Seit dem Jahre 1931 sind in Brasilien nicht weniger als 35 Millionen Sack Kaffee das ist die Erzeugung zweier Jahre vernichtet worden. Weitere 11,5 Millionen Sack sind durch Verpfändung mit Hilfe von Regie- rungsgeldern aus dem Markt genommen worden. Trotzdem hat sich der Preisdruck kaum wesentlich vermindert. Der Kongreß hat die Anpflanzung von Kaffeebäumen bis Aum Jahre 1937 untersagt. Aber es ist sehr fraglich, ob dieses Verbot befolgt werden wird. Ein internationales Komitee will eine großzügige Kaffeewerbung in der ganzen Welt organisieren. Es ist aber kaum anzu­nehmen, daß der Kaffeeverbrauch wesentlich gehoben werden kann, außer durch sehr niedrige, für die Erzeuger verlustbringende Preise. Die allgemeine Preisverwirrung an den internationalen Märkten führt auch zu einem ständigen Auf und Ab der Metallpreise. In den letzten Wochen haben sich die Blei- und Kupfer preise gut ge- halten, ja sogar erhöht,während die Zinn pr eise nach unten gewichen sind. In Deutschland ist es jedoch gelungen, durch das Richtpreissystem die Schwankungen der Metallpreise erheblich abzu­schwächen und auch auf diesem Gebiet größere Preisstabilität zu schaffen. Die Bemühungen um eine Hebung der deutschen Ausfuhr haben weitere Teilergebnisse gezeitigt. So hat z. B. der Export von Fahrzeugreifen im letzten Halbjahr stark zugenommen. Die Ausfuhr von Fahrraddecken hat sich mehr als verdreifacht, und auch die von Autodecken hat sich ansehnlich erhöht. Der Export von Draht und Drahterzeugnissen ist nicht nur mengen­mäßig bedeutend gestiegen, sondern es haben auch die Erlöse, die unserer Devisenbilanz zugute kom­men, eine Erhöhung erfahren.

Szenen innerhalb des Palais eine Erinnerung an die Zeit dar, als Eugöne Beauharnais während des ägyptischen Feldzuges Adjutant Napoleons war.

Die meisten Zimmer des alten Palais find als Prunkräume ausgeftattet. Bismarck soll sich daher - schlichte Gemütlichkeit vermissend in dieser Botschaft nicht sonderlich wohl gefühlt haben. Jeden­falls hat er in dem einen Jahr seiner Anwesenheit In Paris fein Schlafzimmer mehrfach gewechselt. Die Säle und Salons bilden einen außerordent­lichen festlichen Rahmen für große Empfänge, ohne deshalb bei kleineren Gelegenheiten oder im all- täglichen Leben kalt zu wirken. Arn schönsten ist der weiße Saal der vier Jahreszeiten, die in Wand- gemälben wiedergegeben sind. Fälschlicherweise wer­den diese häufig Prud'hon zugeschrieben, wie auch manch unbegründete Auffassung über die ursprüng­liche Verwendung der Räume überliefert wird. Das unverändert erhaltene große Schlafzimmer wird immer wieder als Schlafgemach der Königin Hor­tense bezeichnet, obgleich die Schwester des Vize- fönigs von Italien gar nicht im Palais Beauhar­nais gewohnt hat; ebensowenig hat sie in die Spiegelwände des nach ihr benannten Badezimmers geschaut.

Man kann ohne Zögern sagen, daß die Pariser Botschaft der schönste und wertvollste Sitz der deut­schen diplomatischen Vertretung im Auslande ist.

Damit ist die Lage am Zuckermarkt zunächst ganz unübersichtlich geworden; man weiß nicht, was nun an die Stelle des Chadbourne-Planes treten wird, ob die freie Konkurrenz wieder restlos walten wird oder ob man auf der bereits angekündigten Welt­zuckerkonferenz zu einer neuen Verständigung kom­men wird. Es ist bekannt, daß die britische Regie­rung bemüht ist, innerhalb des Empire die Zucker- interessen unter einen Hut zu bringen und von dort aus zu einer Weltverständigung zu streben. Damit würde eine wichtige Gruppe von bisherigen Außen­seitern der Konvention beitreten. Die Rolle Japans und der P h i l i p p i n e n ist noch unklar. Dor allem scheint es für die zukünftige Lösung dies- mal auf das Verhalten der Briten anzukommen.

Gefallene der Arbeit.

Die Beisetzung der Opfer des Steinbruch­unglücks von Taschenhof.

Goldberg (S ch l e s i e n), 9. August (DNB.) Unter großer Anteilnahme der Bevölkerung fand in Goldberg die Trauerfeier für die durch den Fels­sturz im Basaltsteinbruch Taschenhof ums Leben gekommenen Arbeitskameraden statt. Die Fahnen­abordnungen der Ehrenformationen nahmen rechts und links von den Särgen Aufstellung. Dann traf Reichsorganisationsleiter Staatsrat Dr. Ley in Begleitung des Gauleiters und Oberpräsidenten Wagner ein. Beide legten vier riesiae Kränze an den Särgen nieder. Dr. Ley überbrachte sodann die Grüße des Führers, der ihn beauf­tragt habe, den Hinterbliebenen zu sagen, daß der Tod dieser Kameraden der Arbeit nicht umsonst sei. Diese Männer hätten gewußt, daß sie für ein neues Deutschland gearbeitet unb gekämpft haben. Wenn das deutsche Volk in der letzten Zeit besonders schwer von ähnlichen Unglücken betroffen worden sei, so sei dies auch der Ausdruck des Kampfes mit dem Schicksal. Das deutsche Volk habe jahrelang nichts tun dürfen,. habe jahrelang der Arbeit entsagt, und jetzt häuften sich daher auch die unglücklichen Zwischenfälle bet der Arbeit. Es sei der Kampf um das neue Deutsch­land, um die Arbeit, und so sollten die Hinter­bliebenen dieses harte Schicksal in diesem Bewußt-

Der deutsche Geldmarkt ist augenblicklich be­sonders flüssig. Infolgedessen macht sich eine leb­hafte. Nachfrage nach erstklassigen An­lagen, namentlich nach Reichsschatzanweisungen und Reichsschatzwechseln geltend, ebenso auch nach den Solawechseln der Golddiskontbank. In einem Bericht des Statistischen Reichsamts wird betont, daß die Vorfinanzierung der Arbeits­beschaffung in den letzten Monaten in steigen­dem Maße auf den deutschen Geldmarkt übertragen werden konnte. Das ist vor allem der Einschaltung der Golddiskontbank in den Finanzierungsprozeß zu verdanken. Diese hat in den Monaten Mai und Juni für rund 600 Millionen Mark Wechsel ange- fauft. Dagegen hat die Reichsbank keine neuen Arbeitsbeschaffungswechsel mehr aufzunehmen brauchen. Man hat im Auslande die zur Finanzie­rung der Arbeitsbeschaffung angewandten tech­nischen Methoden häufig als bedenklich hinzustellen versucht. Die angeführten Tatsachen zeigen jedoch, wie unbegründet solche Behauptungen sind. Die für Arbeitsbeschaffungszwecke aufgenommenen Kre­dite führen zu einer Zunahme der Investitionen der deutschen Volkswirtschaft, die von nur 4,2 Mil­liarden Mark im Kriesenjahre 1932 auf 7,5 Mil­liarden Mark gestiegen sind. Durch diese Investi­tionen werden dauernde Werte geschaf­fen, die in steigendem Maße volkswirtschaftliche Mehrerträge erzeugen. Den Beweis hierfür liefert die Zunahme der Steueraufkommen, die schon im lausenden Haushaltjahre 2 Milliarden Mark betragen dürfte. In den letzten Monaten ist bereits mit der Tilgung der Arbeitsbeschaffungs­wechsel begonnen worden, so daß der Umlauf um mehrere Millionen Mark abgenommen hat. Die durch die Arbeitsbeschaffung hervorgerufene Bele­bung der Wirtschaft erzeugt erhöhte Kapitalbildung. Die Ansammlung dieses Kapitals bei den Spar­kassen und Versicherungsträgern ermöglicht dann eine fortschreitende Konsolidierung der aufgenommenen Kredite. So mindert die tech­nische Durchführung der Finanzierung unserer Arbeitsbeschaffung ständig die Belastung der Volks­wirtschaft durch Die unvermeidlich gewesene Auf­nahme der Kredite.

Der unerwartete und scharfe Maifrost hat be­kanntlich den damals in voller Blüte stehenden Obstbäumen vielfach empfindlichen Schaden getan. Die Folgen zeigten sich in den letzten Wochen in Gestalt knapper Zufuhren und verhältnismäßig hoher Preise für Frühobst und Fruhge- m ü s e , das ebenfalls teilweise in seinem Wachstum beeinträchtigt worden ist. Die an vielen Märkten

eingetretenen Preissteigerungen für Obst und Ge­müse gehen jedoch nach Ansicht der maßgebenden Stellen über das berechtigte Ausmaß yinaus. Die Hauptvereinigung der Deutschen Gartenbauwirtschaft hat sich zu dieser Frage, die insbesondere die Hausfrauen lebhaft interessieren muh, dahingehend geäußert, es sei nach Öen vorliegenden Berichten zu erwarten, daß die bevorstehende Haupternte in Obst und Gemüse zufriedenstellend wird. Die verantwort­lichen Stellen wirken daraus hin, die Versorgung der Bevölkerung mit Obst und Gemüse zu ange» messenen Preisen sicherzustellen. Eine Beunruhi­gung der Märkte im Hinblick auf die noch reifende Ernte sei daher nicht angebracht. Die Hauptoer- einigung wird veranlassen, daß gegen Elemente, die die Preise unverantwortlich in die Hohe trei­ben, unnachsichtig eingeschritten wird. Diejenige Industrie, für die Obst und Gemüse die Rohstoffe für die Verarbeitung bilden, die Konseroeu- i n d u st r i e , behandelte in ihrem Lagebericht ebenfalls das Thema der Preise. Sie weist daraus hin, daß besonders Kirschenkonserven sehr knapp und entsprechend teuer werden würden. Infolge der eigenartigen Ernteverhältnisse diesem Jahres werden die Preise aller Obstkonserven hoch sein. Zu dieser schonenden Vorbereitung der Verbraucher auf höhere Konferoenpreise ist zu sagen, daß das aus den Auslassungen der Hauptoereinigung zu ent­nehmende reichliche Angebot der erst noch zur Reife kommenden Obstsorten der Industrie die Möglich­keit eines Preisausgleichs bieten sollte. Was die Gemüsekonserven anbelangt, so dürfte sich für den Verbraucher eine Ausweichmöglichkeit in den Win- tergemüfeforten ergeben.

Die Wirtschaftspolitik der Reichsregierung ist, nachdem die Agrarschere und die durch sie verur­sachte Benachteiligung der bäuerlichen Bevölkerung beseitigt ist, auf die Erhaltung gleich blei­bender Preise und Löhne gerichtet. Schon die Rücksicht auf die Wettbewerbsfähigkeit der deut­schen Waren auf den internationalen Märkten macht die Verhinderung jedes vermeidbaren, nicht in natürlichen Vorgängen begründeten Preisauftriebes notwendig. Im Gegensatz zu der Stabilität der deutschen Preise stehen die dauernden künstlichen Preisderänberungen an den inter­nationalen Märkten. Sie werden in erster Linie durch Währungsabwertungen hervorgerufen. Aber auch in den Goldwährungsländern sind die Preise erheblich-gesunken. Das internationale Preis­gefüge ist ständig in Bewegung. Im Monat Juli hat sich eine Anzahl von Preisen wichtiger Roh- stoffe, z. B. der des Weizens, der Wolle und

Küsse von historischer Bedeutung.

Küsse, die eine geschichtliche Bedeutung erlangt haben, unterscheiden sich wesentlich von allen Küs­sen, auch wenn sie von noch so schönen Frauenlip- pen kommen. So küßte die Königin Elisabeth von England in Gegenwart vieler Lords im Jahre 1581 in der Galerie des Greenwich-Palastes den Herzog von Alen?on, der sich um ihre Gunst be­worben hatte, und steckte ihm dazu ihren Ring an seinen Finger. Die Lords von Walsingham und Lei­cester sollen sich darüber, auch das steht historisch fest, weidlich erbost haben, da auch sie sich um die Gunst der Königin bewarben. Da sie zwar ein große Regentin, sonst aber eine wenig schöne Frau war, so handelte es sich offenbar um einen hoch­politischen Kuß. Der Kuß einer anderen Königin ,ur Zeit des Vorganges war sie noch die Prinzessin Margarete von Schottland, sie wurde später die Gemahlin des Königs Ludwig XL von Frankreich erfolgte ganz ohne politischen Nebengedanken und galt einem armen und nicht einmal schönen Dichter. Allain Chartier hatte mit seinen Dichtun- gen das Herz der Königin gerührt und, als sie eines Tages mit ihren Hofdamen beim Spaziergang den Poeten chlafenö auf einer Bank antraf, gab sie ihm einen Kuß auf die Lippen. Der Dauphin, dem das später hinterbracht wurde, nahm diese spontane Hui- öiauna seiner Gattin nicht weiter tragisch. Dagegen batte der Kuß, den der Prinz Ferdinand von Bayern im Jahre 1716 bei einem Besuch eines an­deren Fürsten einer schönen Prinzessin gab, einen tragischen Ausgang. Es kam darüber zu Streitig­keiten und zu einem Krieg zwischen den beiden Staaten, der vielen Tausenden von Soldaten das Leben kostete. Zu den historischen Küssen ist auch der der Königin D i c t o r i a von England zu rech­nen ben fie, nad) dem Ende des Krimkneges bei ihrem Besuch in Paris, zur größten Ueberraschung eines glänzenden Gefolges und sicherlich auch des Kaisers selbst Napoleon IH. gab. Die sehr schone Herzogin von (9 o r b o n beschloß im Jahre 1794, eine Truvve für ihr Vaterland zusammenzubringen, aus der die berühmtenGorbon Hochländer" ent- standen. Jeder der 1000 Freiwilligen erhielt eme Guinee und einen Kuß von der Herzogin den bald darauf über 200 Kämpfer mit ihrem B itte bezahlen muftten Schon Sokrates erklärte, es sei gefährlicher ?iUk schone Frau zu küssen, als einem blanken Schwert entgegenzugehen.

schen Küstengebiet nicht ihresgleichen hat. Professor Dr. Walther Schoenichen, der bekannte Vorkämp­fer der deutschen Naturschutzbewegung, spricht über das Reichsnaturschutzgesetz vom 26. Ium 1935, dessen Bedeutung für die Erhaltung der deut­schen Landschaft und der Naturdenkmale er auf. Grund seiner maßgebenden Sachkenntnis treffend herausstellt. Vom Känguruh weiß der bekannte Zoologe Prof. Dr. G. Brandes (Dresden) neue Beobachtungen mitzuteilen. Besonders beachtlich sind die Darlegungen des Verfassers über die Ent­wicklung des Känguruh-Embryos und den Geburts­vorgang, über den die Wissenschaft bis vor kurzer Zeit nur Mutmaßungen zu geben vermochte. Vor­treffliche Aufnahmen zeigen einenBoxkampf zwischen zwei erwachsenen Känguruh-Männchen. Zur Klärung der Frage nach der Entstehung der Mimikry will Dr. H. Mühlmann (Münster) nut sei­nenUnersuchungen über künstlich erzeugte Mi­mikry" beitragen, er zeigt, wie verschiedene Femd- tiere auf Nachahmer von gefährlichen und giftigen Vorbildern ansprechen. Neue Einblicke in die Frage nach dem Zustandekommen desTiefensehens" gibt der Marinepsychologe Dr. med. W. Neuhaus (K,el). Fortschritte der physiologischen Chemie" nennt sich eine Übersichtliche Darstellung von Professor Dr. R. Winderlich (Oldenburg). Dr. Nolte berichtet über den turboelektrischen Antrieb des Schnelldampfers Scharnhorst. Auch dieses Heft wird dazu beitragen, der Zeitschrift neue Freunde zuzuführen.

Das hundertjährige Jubiläum des Verlages Delhagen & K l as i n g nimmt im Augustheft von V e 11) a g e n & K l a - sings Monatsheften räumlich den ersten Platz ein. Aber der Tag wird vornehmlich dadurch begangen, daß die Zeitschrift möglichst lebendig auf­tritt und eine Fülle schöner Bilder in Farben zeigt. Max Halbe schreibt zu einer Folge farbiger Aus­nahmen der Marienburg. Linde-Walther begleitet die köstlichen Wiedergaben seiner Gemälde mit roter humorvollen Schilderung seines Lebens und Schaf­fens. Der deutsche Zehnkampfmeister H.H. Sievert schildert seinen mühsamen und erfolgreichen sport­lichen Aufstieg. In das ferne Java mit seinen Sultanen, Vulkanen und Tänzerinnen fuhrt uns ein schon bebilderter Aufsatz von Dr R. Teller. Gern wird sich jeder in Paul Lindenbergs Alt­berliner Erinnerungen versenken; sie erzählen vom alten Kaiser, von Bismarck, Moltke und vielen anderen Höchst überrafebenb, wie der berühmte Berliner Germanist Gamillscheg Germanenspuren in Frankreich nachgeht. Ueber Arzt und Mode plaudert Dr F K. Brandes. Eine atemberaubende Schil­derung aus dem WeltkriegeAuf Chifftejagd mit Taucherhelm und Dynamit" steht neben Gedichten, Novellen, Plaudereien und dem Schluß des heitersy RomansDie Fahrt in den Sommer" von Floriml Seidl.

Eine Bohne als Museumsstück.

Die Altstadt oon San Antonio in dem nord- amerikanischen Staate Texas, Alamo, besitzt ein Museum, in dem eine einzigartige Sehenswürdig­keit bewahrt wird; es ist eine einsame weiße Bohne, die auf rotem Samt in einem prächtigen, mit Maroquinleder überzogenen Kasten ruht. Wie kommt die Bohne, die von allen Besuchern des Museums mit besonderer Andacht besichtigt wird, zu dieser seltenen Würde? Die Erklärung liegt in einer Episode der Geschichte von Texas, Die jedem Schulkind des Landes geläufig ist. Diese Bohne war es, der einer der Helden des Befreiungskamp­fes von Texas, Anthony P. Owen, fein Leben verdankte, und sie ist dem Museum von einer Enkelin des berühmten Pioniers.gestiftet worden. Während der Kämpfe im Jahre 1843 war eine kleine Schar von dreihundert Texasleuten von dem mexikanischen General Ampudia gefangengenommen worden, und Owen machte sich nun mit einem Heer von tausend Kriegern auf, sie zu befreien und die Schandtaten zu rächen, die von den Mexikanern im Lande verübt worden waren. Aber die Verteidiger der Unabhängigkeit oon Texas unterlagen, teils wurden sie getötet, teils gefangengenommen, unö die Gefangenen wurden von dem mexikanischen Oberftkommandierenden Santa Anna zum Tode verurteilt. Der mit der Hinrichtung beauftragte General weigerte sich aber, den Befehl auszufuhren. Schließlich wurde festgesetzt, daß jeder zehnte Mann erschossen werden sollte. Es waren 170 Gefangene. 170 Bohnen wurden in einen Ton­topf gelegt, von denen 17 schwam waren, die ande­ren weiß. Die schwarze Bohne bedeutete den Tod, die weiße das Leben. Owen befand sich unter den Glücklichen, die eine weihe Bohne z o g e n. Die 17, die das schwarze Los zogen, starben für ihr Vaterland. Owen wurde aber befreit und bewahrte die Bohne, die ihm das ße-ben gerettet hatte, als kostbare Erinnerung auf. Sie ist heute zu einer Art Symbol für den Unabhängigkeitskampf von Texas gegen Mexiko geworden.

Zeitschriften.

Der Naturforscher", vereint mitNa­tur und Technik" bringt in seinem August-Heft (Preis vierteljährlich 2,50 Mk., Emzelheft 1 Mk. Hugo Bermühler Verlag, Berlin-Lichterfelde N) das vortreffliche Bild einer Wanderdüne, die gerade m einen Heidekiefernwald einbringt. In einem mit eindrucksvollen Bildern versehenen AufsatzEm neuer Wanderdünen-Schonbezirk der deutschen Ost- jeeküste" berichtet die Staatliche Stelle für Natur­denkmalpflege in Preußen über ein geplantes neues Naturschutzgebiet auf der Leba-Nehrung, die in sol­cher Eigenart und Eindringlichkeit im ganzen beut-