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nt.263 Zweites Blatt

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gderhefienj

Samstag, 9. November (935

Auflösung des Stahlhelms.

Oer Führer dankt für Arbeit und Opfer im Dienst des gememfamenLdeals eines starken Reichs. Alte Stahlhelmkameraden können in die Partei und »hre Gliederungen eintreten.

Sanktionen.

Die militärischen Operationen auf dem ostafrikani­schen Kriegsschauplatz sind in eine neue Phase ein- aetreten. Während auf der Südfront der italienische Bormarsch von der Somaliküste her durch die Wüste Ogaden nur sehr langsam oonstatten geht und nach einigen erfolgreichen Gefechten am W e b i Schebeli ins Stocken geraten zu sein scheint, haben im Norden die italienischen Truppen nach sehr sorgfältigen Vorbereitungen das nächste strate­gische Ziel, die alte befestigte Stadt M a k a l l e, an­scheinend erreicht. Einzelheiten darüber sind im Augenblick noch nicht bekannt und die verworrene Berichterstattung über die Einnahme von Adua mahnt zur Vorsicht und warnt vor Spekulationen, die vielleicht erst in Wochen in den Bereich des Mög­lichen rücken. Denn soviel kann jedenfalls schon heute mit einiger Sicherheit gesagt werden, nur zwei militärische Ereignisse könnten auf dem ostafri­kanischen Kriegsschauplatz ausschlaggebende Bedeu­tung gewinnen, das ist einmal die Unterbrechung der Eisenbahn von Djibouti nach Addis Abeba oder gar die Verbindung der eritreischen Truppen mit dem von der Somaliküste aus angesetzten italieni­schen Expeditionskorps. Beides aber sind strategische Ziele, die auch nach der Einnahme von Makalle volle vier Wochen nach Beginn der Operationen noch in weiter Ferne zu liegen scheinen. Besonders interessant sind Meldungen vom nördlichen Kriegs­schauplatz, die von einem Vormarsch der rechten' italienischen Heeressäule zwischen Setit und Takazze auf das alte abessinische Kulturzentrum G o n d a r wissen wollen. Damit würden die italienischen Streit­kräfte in das Grenzgebiet des von Aegypten und England gemeinsam beherrschten Sudan gelangen. Wenn auch Gondar noch nördlich des vielgenannten Tana-Sees liegt und der Blaue Nil, der als Wasser­spender für die Baumwollplantagen des Sudan der politisch empfindlichste Nerv dieser Gegend ist, den Tana-See nach Süden zu verläßt, so würde doch eine Fortsetzung der militärischen Operationen in die­sem Teil Abessiniens die italienisch-britische Span­nung bestimmt nicht vermindern.

Man ist ohnehin auf beiden Seiten enttäuscht über das magere Ergebnis, das die Besprechungen zwi­schen dem Duce und dem britischen Botschafter in Rom Sir Eric Drummond gehabt haben. Der un­ermüdlichen französischen Vermittlung war es ge­lungen, Mussolini zur Zurückziehung einer italieni­schen Division aus Libyen zu bewegen. Italien hatte diese Geste gemacht, ohne eine Gegenforderung zu stellen, aber man hatte in Rom doch vermutet, daß England dieses Zeichen guten Willens mit einer Verminderung seiner Mittelmeerflotte beantworten werde. Davon war indessen keine Rede. In London wurde vielmehr erklärt, daß die italienische Truppen­massierung in Libyen, die man als beabsichtigte Ver­stärkung des zweiseitigen Drucks auf Aegypten emp­finde, durch den Abtransport von nur einer italie­nischen Division nicht ausreichend abgeschwächt sei, um England zum Verzicht auf seine flottentaktischen Vorsichtsmaßnahmen im Mittelmeer zu veranlassen, zumal diese italienische Division nur nach Tripolis verlegt sei und die drei in Libyen verbliebenen immer noch das Dreifache des Normaletats darstell­ten. Enaland wünscht die Gelegenheit des Daseins großer Teile seiner Heimatflotte im Mittelmeer zu einer grundsätzlichen Klärung zu benutzen, die weit über den Abessinienkonflikt hinaus Italiens Ein­stellung 3um Mittelmeerproblem überhaupt einbe­zieht. Führende Persönlichkeiten des Faschismus haben ebenso wie die italienische Regierungspresse mit überraschender Offenherzigkeit sich über die kolo­nialpolitischen Ziele verbreitet, die Italien mit der Einverleibung Abessiniens in sein ostafrikanisches Kolonialreich verfolge. Eine rege italienische Pro­paganda in Aegypten und Arabien hat das übrige getan, um die öffentliche Meinung Englands hell­hörig zu machen und auch die britische Diplomatie aus der zu Beginn des Abessinienkonflikts beobach­teten lässigen Nonchalance aufzuscheuchen. Sobald sie erkannte, daß das hier entwickelte imperialistische Programm des Faschismus keine Zukunfsmusik irgendwelcher unverantwortlicher Phantasten war, sondern daß hinter ihm die geballte Kraft eines unter zielbewußter Führung zu höchster Energie zu- sammengerissenen Volkes stehe, setzte die brittsche Diplomatie mit ihrer Gegenaktion ein.

Die führenden britischen Staatsmänner haben in ihren Wahlreden immer wieder versichert, daß Eng­lands Stellung im Abessinienkonflikt ausschließlich bestimmt werde durch seine Treue zum Völkerbund und zu den durch den Völkerbundspakt übernomme­nen Verpflichtungen, daß England keine eigensüch­tigen Interessen verfolge und niemals eine Sonder­aktion außerhalb des Rahmens der in Genf be­schlossenen Sanktionsmaßnahmen gegen das als Angreifer bezeichnete Italien beabsichtige. Es ist schwer, etwas gegen diese Auffassung vorzubringen, da der Zwang, die Lebensinteressen des britischen Weltreichs an einer seiner Schlagadern unter allen Umständen und mit allen tauglichen Mitteln zu schützen, mit der Pflicht, das Ideal des Völkerbun­des vor einer weiteren, vielleicht tödlichen Erschüt­terung zu bewahren, in eine gemeinsame Linie ausmündet. England brauchte sich also nur auf seine Pflicht als Völkerbundsmitglied zu besinnen und den bislang von Frankreich behaupteten dok­trinären Standpunkt einzunehmen, um ein außer­ordentlich brauchbares Instrument zur Verteidigung seiner Interessen in die Hand zu bekommen. Das zweite Werkzeug war seine Flotte. Und mit diesen beiden, den vom Völkerbund beschlossenen Sank­tionen und der um beträchtliche Teile der Heimat­streitkräfte verstärkten britischen Mittelmeerflotte (nach unterstrichen durch die britisch-französische Ab­rede über eine militärische Zusammenarbeit) soll nun Italien gezwungen werden, nicht nur auf die Frage nach seinen Zielen in Ostafrika Rede und Antwort zu stehen, sondern auch über seine Flotten- mtitif, seine Stellung im Mittelmeer, in Aegypten Arabien und Vorderasien Auskunft zu geben. Unter diesem dovpelten Druck will England den ehe­maligen Freund und Bundesgenossen veranlassen, seine Kolonialpolitik den Bedürfnissen nach Sicher­heit des britischen Weltreichs, die man in London selbstverständlich nur in einer unbedingten Heber» leqenheit im Mittelmeer und an den Gestaden des Roten Meeres sieht, anzupassen. Hierüber scheinen, wenn man aus den spärlichen Andeutungen schlie­ßen darf, die britisch-italienischen Verhandlungen in Rom zu gehen. Das Problem ist in seiner Gesamt­heit weiträumig genug, um vielerlei Möglichkeiten für eine Lösung zu bieten, die England, Italien und dem Völkerbund gerecht wird, die also Italiens Vrestige als Großmacht schont und seine kolonialen Wünsche hinlänglich berücksichtigt, ohne Englands Interessenbereich zu berühren. Daß eine solche Lö­sungim Rahmen des Völkerbundes^ liegen wird,

Ein Brief des Führers an Franz Seldle.

Berlin, 8. Nov. (DNB.) Der Führer und Reichskanzler hat an den Bundesfüh­rer des NSDFB. (Stahlhelm) folgendes vom 7. November 193£ datiertes Schreiben ge­richtet:

Mit dem heutigen Tage ist der Neuaufbau der deutschen Wehrmacht durch die Vereini­gung des eingezogenen ersten Rekrutenjahrganges auf das Dritte Reich und feine Flagge gekrönt worden. Die deutsche Wehrmacht ist damit wieder für alle Zukunft dieTräger in derdeutschen Waffe und die Hüterin ihrer Tradition. Gestaltender Wille und Ausdruck der politischen Macht ist die V a r t e i. Unter diesen Umständen halte ich die Voraussetzungen für eine Weiterführung desStahlhelm" als nicht mehr gegeben. Denn das Ziel des Stahlhelm war, die Tradition des alten Heeres zu hüten und sie zu verbinden mit dem Streben nach der Wiederherstellung eines starken Reiches, das in einer neuen Wehrmacht den eigenen sicheren Schutz und Schirm seiner Freiheit besitzen soll. Nun nach der Erreichung dieses Zieles möchte ich Ihnen als dem Führer des Stahlhelmbundes und allen seinen Angehörigen ausrichtigen Dank sagen für d i e Arbeit und die großen Opfer, die Sie gebracht haben im Dienste dieses Ideals.

Um den alten Mitgliedern des NSDFB., die schon vor der Machtübernahme für die Befreiung des Reiches gekämpft haben, die Möglich­keit zu geben, an dem weiteren Ringen um die Ausgestaltung des nationalsozialistischen Dritten Reiches teilnehmen zu können, hebe ich für diese die sonst bestehende allgemeine Mit­gliedssperre der NSDAP, auf. Die Heber» nähme solcher alter Stahlhelmmitglieder kann nicht korporativ, sondern nur durch Einzelanmel­dung erfolgen. Außer den allgemeinen Bedin­gungen für die Aufnahme in die NSDAP, und ihre Gliederungen, der SA., SS., des NSKK. erachte ich noch besondere Hebereinkommen für notwendig, die mit dem Reichsschatzmeister bzw. mit den Füh­rern dieser Gliederungen auszumachen sind. Die letzte Entscheidung über die Aufnahme in d i e NSDAP, trifft der Reichsschatzmeister im Ein­vernehmen mit den zuständigen Hoheitsträgern der Partei (Gauleiter, Ortsgruppenleiter usw.) Heber ie Aufnahme ehemaliger Stahlhelmer i n d i e SA. entscheidet der Stabschef der SA. Heber die Aufnahme e h em ali ge r Stahl- Helmer in d i e SS. entscheidet der Reichsführer SS. lieber die Aufnahme ehemaliger Stahlhelmer in das NSKK. entscheidet der Korpsführer des NSKK. Diese werden nach pflicht­gemäßem Ermessen entscheiden.

Um jenen Mitgliedern des Stahlhelm, die nicht den Willen zur politischen Tätigkeit oder Mitarbeit in sich empfinden, die Möglichkeit einer Fort­führung der Pflege ihrer soldatischen Erinnerungen zu geben, empfehle ich den Eintritt in den Kyffhäuserbund.

Die Liquidation des NSDFB. (Stahlhelm) und seiner wirtschaftlichen Einrichtungen und Unterneh­mungen hat durch die Bundesführung oder deren Beauftragten zu erfolgen. Der Reichsschatzmeister der NSDAP, ist bereit, bei dieser Liquidation aus­schließlich beratend mitzuwirken, allein ohne jede Uebernahme sich daraus etwa ergebender ver­mögensrechtlicher Verpflichtungen.

Indem ich Ihnen, Pg. S e l d t e und Ihren einstigen Mitkämpfern noch einmal für ihre große idealistische Arbeit und die vielen Opfer zur Wiederaufrichtung eines neuen Reiches danke.

dafür werden dann schon Frankreich und England sorgen, sobald erst die materiellen Grundlagen für eine Einigung gefunden sein werden.

Es ist allerdings unwahrscheinlich, daß man schon, wie die Engländer es hoffen, bis zum 18. No­vember, dem Tage des Inkrafttretens der Sank­tionen, soweit sein wird. Auch in Rom glaubt man nicht an eine so baldige Einigung, so sehr man sie auch wünschen möchte; denn die italienischen Militärkreise scheinen sich darüber klar zu sein, daß die Zeit mit den Abessiniern ist, und daß die Schwierigkeiten für die italienische Kriegführung erst kommen, wenn ihre Truppen weiter ins Innere Vordringen und dort dann auf die inzwischen er­heblich besser ausgerüsteten und an den modernen Krieg gewöhnten abessinischen Hauptkräfte stoßen werden. Die Genfer Sanktionsdrohung hat inzwi­schen das italienische Volk zu Heller Empörung ent­flammt. Sie richtet sich begreiflicherweise in erster Linie gegen England, in dem man in Rom die Triebfeder der ganzen Sanktionspolitik des Völ­kerbundes sieht. Die Demonstrationen gegen eng­lische Läden in den italienischen Großstädten und die Boykottbewegung gegen britische Waren, die seit einigen Tagen sich auch auf Waren französischer Herkunft erstreckt, sind ein Beweis, wie schnell ein Land in der Volksstimmung vom traditionellen Freund, mit dem man sich seit einem halben Jahr­hundert auf Gedeih und Verderb verbunden glaubte, zum bitter gehaßten Feind werden kann. Es ist sicher, daß diese Volksstimmung eine diploma­tische Lösung nicht erleichtert, besonders wenn die Sanktionen tatsächlich in Kraft treten und auf die Kriegführung Italiens wie auf das tägliche Leben des italienischen Volkes ihre Wirkung ausüben werden.

Italien ist zu äußerstem Widerstand und allen nur möglichen Gegenmaßnahmen entschlossen. Dabei kommt ihm zustatten, daß das Netz der Sanktions­länder ja keineswegs so lückenlos ist, um einen schnel­len Erfolg zu verbürgen. Oesterreich, Ungarn und die Schweiz haben sich, obwohl sie Mitglieder des Völkerbundes sind, auf Grund ihrer besonderen Stel­lung zu Italien von vornherein von den Sanktio­nen ausgeschlossen. Die Schweiz führte im Vor­jahr 9 v. H. ihrer Gesamtausfuhr nach Italien aus, die Einfuhr aus Italien betrug etwa 8 o. H. der Gesamteinfuhr, womit die Schweiz in der italieni­schen Kundenliste an dritter Stelle stand. In der Handelsbilanz Oesterreichs steht Italien als Abnehmer österreichischer Waren an zweiter Stelle, während Oesterreichs Einfuhr aus Italien beträcht-

bin ich zugleich überzeugt, daß die Geschichte auch in fernen Zeiten diesen Beitrag zur Er­hebung der deutschen Nation nie ver­gessen wird. Die Würdigung muß aber eine um so höhere sein, je einheitlicher und ge­schlossener das Resultat aller An­strengungen zur Wiederaufrichtung eines neuen Reiches fein wird. Was heute daher vielen ehemaligen Stahlhelmmitgliedern als ein schweres Opfer erscheinen mag, ist nichts anderes als die ge­schichtliche Aufwertung der bisheri­gen Arbeit und Leistungen. Denn vor der Zukunft unseres Volkes werden wir nur dann gut bestehen können, wenn es uns gelingt, das uralte Hebel deutscher Zersplitterung nicht als Grundzug unseres Wesens weiter zu erhalten, sondern erfolg­reich zu überwinden.

E i n Volk, e i n Reich, e i n politischer Wille und ein Schwert!

Sie und Ihre Mitkämpfer bitte ich, nun auch weiter mitzuhelfen an diesem gewaltigen Werk deutscher Lebensbehauptung.

gez. Adolf Hitler.

Seldtes Antwort an den Führer.

Der Bundesführer des NSDFB. (Stahl­helm) richtete an den Führer und Reichs­kanzler folgendes Antwortschreiben:

Mein Führer!

Mit aufrichtiger Dankbarkeit bestätige ich den Empfang Ihres heutigen Schreibens. Mit mir danken Ihnen meine Kameraden vom NSDFB. für die hochherzigen Worte der Anerkennung, die Sie dem Kampfe des Bundes für die innere und äußere

lich geringer ist. Ungarn nimmt etwa 10 v. H. der Ausfuhr Italiens auf. Man hat natürlich nichts unversucht gelassen, auch die Mächte in den Kreis der Sankttonen einzubeziehen, die dem Völkerbund nicht angehören oder Genf den Rücken gekehrt ha­ben. Das ist nicht gelungen. Brasilien, das in dem letzten Jahrhundert die größte Zahl feiner Ein­wanderer (1,4 Millionen) aus Italien erhalten hat und in dessen Handelsbilanz Italien als Kunde an fünfter Stelle steht (Kaffee, Kakao und Gummi) hat bereits erklärt, an den Sankttonen nicht teilnehmen zu wollen. Die Vereinigten Staaten haben ihre Neutralität verkündet und Präsident Roosevelt hat vor dem Waffenexport nach beiden kriegfüh­renden Ländern ausdrücklich gewarnt und auch ein Ausfuhrverbot kriegswichtiger Rohstoffe angedroht. Aber sowohl Kupfer, wie Baumwolle und Stahl sind noch im vergangenen Monat an Italien ge­liefert worden, wenn auch im Ganzen der Handels­verkehr zwischen beiden Ländern im Vergleich zum Vorjahr stark zurückgegangen ist. Das liegt aber wesentlich an der amerikanischen Forderung nach Barzahlung, der die Italiener nur durch Verwen­dung des italienischenBesitzes an amerikanischen Wert­papieren entsprechen konnten. Da dieser aber nur etwa 25 Millionen Dollar beträgt, wird es hier bald zu Schwierigkeiten kommen. Die Verschiffun­gen an Petroleum lagen in den beiden letzten Mo­naten 600 v. H. über denen des Vorjahres. Wie die Oelzufuhr allerdings unter der Wirkung der wachsenden italienischen Devisenknappheit sich weiter entwickeln wird, steht dahin.

Das Deutsche Reich hat sich durch Erörte­rungen in der internationalen Presse genötigt ge­sehen, noch einmal seine strikte Neutralität und auch seine Nichtbeteiligung an irgendwelchen Sanktionen ausdrücklich zu verkünden, obwohl beides sich für Deutschland aus der politischen und wirtschaftlichen Gesamtlage von selber ergab. Das bereits zu Beginn des Abessinienkonflikts erlassene Waffenausfuhrverbot nach beiden kriegführenden Ländern kennzeichnet am besten Deutschlands Hal­tung, die nur die eines kühlen Beobachters in einem Streit ist, an dem das Reick politisch gänzlich un­interessiert ist, den es nur oeshalb bedauert, weil er geeignet ist, die Gesundungserscheinungen in der Weltwirtschaft zu hemmen. Deutschlands Interesse geht nur dahin zu verhindern, daß die infolge der Sanktionsmaßnahmen zu befürchtende Verknappung der Rohstoffe nicht den Aufbau der deutschen Wirt­schaft berührt und Preissteigerungen auf dem Welttebensnnttelmartt auch unsere Ernährungs­

Befreiung der deutschen Nation gezollt haben. Die­ser unser aller Dank ist um so herzlicher und freu­diger, als er dem Manne und Frontsoldaten gilt, der dem deutschen Volke seine innere und äußere Freiheit wiedergeschenkt hat, die in der Wiederherstellung der Wehrhoheit ihren lebendigsten Ausdruck fand. Hierdurch hat auch das Wollen und Ringen des Stahlhelm den Abschluß gefunden, den meine Kameraden und ich allzeit mit heißem Herzen und nach bestem Wissen und Gewissen erstrebt haben.

Meine Kameraden und ich sind besonders dank­bar dafür, daß Sie die Reinheit unseres Wollens anerkennen, indem Sie den An­gehörigen des Stahlhelms den Eintritt in die Partei und ihre Gliederungen ermög­lichen.

An dem historischen Tag, an dem durch Ihren Befehl die wieder erstandene Wehrmacht die von Ihnen gegebene Fahne aufzieht, wollen wir alten Kameraden des NSDFB. (Stahlhelm) es als einen symbolischen Akt ansehen, wenn wir am gleichen Tage unsere alten Fahnen einziehen und unsere Ziele für erreicht erklären. Wir tun dies mit dem Dank des Kämpfers, der es noch erleben darf, daß feine Ziele und Ideen Erfüllung und Gestaltung fanden.

Ich danke Ihnen nochmals für das Wohlwollen und die Anerkennung, die Sie meinen Kameraden und dem Bunde zuteilwerden ließen. Ich melde Ihnen, mein Führer, hierdurch die von mir befoh­lene Auflösung des NS.-Deutschen Frontkämp­ferbundes (Stahlhelm).

Heil Hitler!

Gez. Franz Seldte.

wirtschaft in Mitleidenschaft zieht. So ist die deutsche Politik einzig und allein auf die Sicherung des Friedens gerichtet, weder kriegerische Verwick­lungen noch anormale wirtschaftliche Verhältnisse kann das deutsche Volk bei seiner friedlichen Auf­bauarbeit gebrauchen.

Makalle und Gorrahai in italienischer Hand.

Ausgangspunkt für weitere Operationen.

Asmara, 8. Nov. (Funkspruch des kriegsbe- richterflallers des DNB.) Am Freitagfrüh zogen die italienischen Truppen in Makalle ein. Als erste rückten eine Abteilung Infanterie unter der Führung des Oberst Broglia, ferner Bersaglieri und Mannschaften des Ras G u g f a mit wehenden Fahnen in die Stadt ein. Die italienischen Truppen bezogen unterhalb des alten, heute zerfallenen ita­lienischen Forts, das im Jahre 1896 geräumt werden mußte, Viwack. Ras Gugfa nahm im Na­men Italiens Besitz von seinem Schloß Ma­kalle. Die Besetzung von Makalle erfolgte ohne daß die italienischen Truppen auf feindlichen Wider­stand geflohen wären. Eingeborenenpakrouillen des Korps Maravigna haben südlich und westlich von Aksum Streifzüge in die Gegend des Tasa* n a s e e s unternommen, wo es zu kleineren Zu­sammenstößen mit abessinischen Banden kam, die in die Flucht geschlagen wurden. Einiges Vieh blieb dabei in italienischen Händen. General de Bono hat folgendes Telegramm gesandt:Unsere Fahne, die am 22. Januar 1896 von der Festung Makalle herabgenommen werden muhte, flattert jetzt von neuem dank der nationalen und eingebo­renen Truppenabteilungen über diesem Fort."

Gorrahai, auf das sich die Bemühungen der italienischen Truppen an der Südfront wäh­rend der letzten Wochen immer mehr konzentrierten, ist von den Truppen der Armee des Generals G r a; i a n i Freitag mittag ebenfalls beseht wor­den. Damit haben die Italiener einen der wichtig­sten strategischen Punkte an der Südfront in ihre Hand bekommen.

Mit der Besetzung Ma kaltes haben die italie­nischen Truppen eine wichtige Ausgangs*

Aufruf Franz Seldtes an feine alten Stahlhelmkameraden.

Berlin, 8. Nov. (DNB.) Franz Seldte hat an feine alten Stahlhelmkameraden einen Aufruf gerichtet, in dem er sagt:

Kameraden!

Ich habe den Auflosungs befehl für sämt­liche Gliederungen des NSDFB. (Stahlhelm) g e mäß der Willenskundgebung des Füh­rers mit Wirkung vom 7. November 1935 be­kanntgegeben.

Wir danken dem Führer und Front­soldaten Adolf Hitler für die ehren­den Worte der Anerkennung, die er für die Arbeit aller Kameraden im Dienste des Vater­landes und im Befreiungskämpfe ausgesprochen hat.

Wir danken dem Führer besonders dafür, daß er in Anerkennung der Leistung der Kameraden d i e Partei den alten Kameraden öffnet und ihnen die Zugehörigkeit zu der von ihm ge­schaffenen Bewegung und die weitere aktive Mitarbeit zum Wohle des Vaterlandes in der Partei und ihren Gliederungen ermöglicht. Denn wir alle haben nur das eine Ziel gehabt und haben nur das eine Ziel, zumWohle Deutsch­lands wirken zu können.

Als die Gründer des Stahlhelms am 13. Novem­ber 1918 zu Magdeburg sich gelobten, ungesäumt und unerschüttert den Freiheitskampf gegen innere und äußere Feinde aufzunehmen, mußte aus dem Erleben des Krieges und aus dem Frontgeist her­aus bie Gründung eine soldatische sein. Wir stellten keine politischen Ziele auf, sondern erhoben die soldatische Forderung nach der Wehrhoheit mit

ihrer allgemeinen Dienstpflicht. Fast 300 tote Kameraden und weitere über 4000 verwundete Kameraden mußte der Bund auf seinem schweren Wege verzeichnen. Wir haben dann unserem Wege eine neue Richtung gegeben, als der Führer und Frontsoldat Adolf Hitler seine nationalsozialistische Bewegung zum Siege führte. Wir schwenkten ein.

Mit dem Wiedererstehen der Wehrmacht ist die Aufgabe des NSDFB. (Stahlhelm) er­füllt, um so mehr als die Armee keine neue Armee ist, sondern jene ruhmvolle stolze Armee, die wir mit bildeten, die für sich in Anspruch nehmen kann, Trägerin und Hüterin einer ein­zigartigen Tradition zu sein. Wir alten Stahlhelmkameraden rollen unsere Fahne ein am 7. November 1935, wenn am gleichen Tage die neue vom Führer und Obersten Befehlshaber der Wehrmacht verordnete ^Kriegsflagge der deutschen Wehrmacht am Maste 'auffteigt.

Ich danke allen Kameraden für ihre Kameradschaft, für ihre Arbeit, ihren opferbereiten, selbstlosen Einsatz und für ihre Treue für den Bund, für das Reich, für den Führer.

Möge unser Geist der Front und der Kame­radschaft immer der (Bei ft der deutschen Wehrmacht sein und bleiben, damit sie immer für den deutschen Führer und für das deutsche Volk Schutz und Trutz in Friedenszeit und in Not­zeit ist.

Frontheil! (gez.) Franz Seldte."'