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Der neue deutsche Volksschullehrer.

Minister Jtufl spricht bei der Eröffnung der HanS-Schemm-Hochschule.

München, 8. Mai. (DNB.) In Pasing vor München fand am Mittwoch die feierliche Eröff­nung der Hans-Schemm-Hochschule für Lehrerbildung statt.

Reichserziehungsminister Rust führte dabei u. a. aus: Die deutsche Schule kann ihre Aufgabe nur ableiten aus den großen Lehren des deutschen Schicksalsweges. Die Erziehung der Vergangenheit sah nur die Menschheit und das Individuum.

Wir kennen keine Menschen an sich. Wir sehen den deutschen Menschen. Wir sehen im Kinde ein wesen aus unserem Blut, auf dieser Scholle gewachsen, und wir sehen das Endziel der Erziehung: ein Volk mit einem Willen, mit einer Gesinnung, mit einem Charakter.

Eine Bewegung, die aus den Tiefen des Volkes aufgestiegen und auf seinen breiten Schichten auf­gebaut ist, wird das neue Erziehungswerk nicht bei der höheren Schule beginnen, sondern bei der Volksschule. Dort wird das Schicksal entschie­den. Wenn da aus dem deutschen Schicksals­bewußtsein, aus dem wiedererwachten n a - türlichen Gemeinschaftsgefühl, aus den heimatlichen Kräften heraus die Ju­gend erzogen wird, dann ist die Festung des deutschen Lebens errichtet, dann steht Deutschland. Die Aufgabe erkennen wir als gottgegebenes Gebot, und wir werden ihr nie un­treu werden.

Am Anfang kann nicht ein neuer Lehrplan stehen. Auch die Methode ist nicht das entscheidende. Wir sind Suchende und haben den Mut, es zu sein.

Suchen heißt aber auch forschen. Die völkische Er- ziehunaslehre selbst muß erst entwickelt werden.

Adolf hitteryat über sein Programm wenig gesprochen, er hat nur die Marschrichtungs­punkte aufgezeigt, dafür aber seine Bewegung und seine Macht sich geschaffen durch die Prä­gung eines neuen lebendigen Typus des poli­tischen Kämpfers, des SA.-Mannes. Auch für die Schule ist entscheidend der neue Lehrertypus, der hier in Erscheinung tritt. Daß die Bildungswerte nicht vernachläs­sigt werden dürfen, ist selbstverständlich, denn Dilettantismus ist der Tod jedes Unterneh­mens. Der Typ des neuen Dozenten muß ein Stück S A. - M a n n in sich ver­körpern, er muß aber auch den Trieb zur Er­forschung der wissenschaftlichen Wahrheit in sich tragen, er muß sein Fach hochschulmäßig ver­treten können. Da gibt es keine Vergleichs­punkte, denn es muß Neues geschaffen werden. Das ist die Aufgabe der Hochschule für Lehrer­bildung. Von Bayern aus ist der National­sozialismus zur breiten Volksbewegung gewor­den. Ein Sproß aus bayerischem Stamm gab uns den Führer. Nun geben Sie hier in Bayern auch der Jugend den neuen Führer!

Anschließend schilderte der Rektor der neuen Hochschule, Dr. Abb, wie er seine Aufgabe auf­fasse. h i t l e r g e i st müsse sich mit P e st a l o z z t- Geist verbinden. Die neue Hochschule wolle kör­perlich, charakterlich und geistig gesunde, deutsche Männer und Frauen für den Volksschullehrerberuf und damit für Führer und Vaterland erziehen.

Die neue Haltung der deutschen Polizei.

Die Aufgaben des eingegliederten Feldjägerkorps.

Berlin, 8. Mai, (DNB.) Der Befehlshaber der deutschen Polizei, Generalleutnant der Lan­despolizei D a l u e g e, machte am Mittwochabend über den Deutschlandsender als Abschluß eines Funkberichtes über die Arbeit der deutschen Polizei bemerkenswerte Ausführungen. Gene­ralleutnant D a l u e g e kam zunächst auf die mit der Eingliederung des Feldjäger­korps zusammenhängenden Fragen zu sprechen und erklärte:

Es ist klar, daß niemand von diesen alten Kämpfern der Bewegung verlangen kann, daß sie das Wissen und Können mitbringen, was sich ein Polizeibeamter im Laufe von Jahren angeeignet hat. Ohne Zweifel sind die Schwierigkeiten, die auf die Kameraden vom Feldjägerkorps warten, groß.

Das, was der Polizeibeamle in jahrelanger

Funktionen noch ausüben, bis diese endgültig von der Schutzpolizei übernommen werden."

Auf die neue innere und äußere Gesamthaltung der deutschen Polizei übergehend führte General­leutnant D a l u e g e aus:

Das soldalifche Denken und Fühlen läßt sich In der neuen Polizei des nationalsozialistischen Staates nicht mehr verleugnen. Wenn der An­gehörige des deutschen Polizeikorps auch Be­amter ist, so wird und muh er sich immer als Soldat fühlen, das verlangt der Dienst von ihm. Jeder Volksgenosse soll sich im klaren dar­über sein, im Polizeibeamten in erster Linie einem Manne gegenüberzustehen, der gehorchen, aber auch gerecht und wenn es sein muß un­beeinflußt streng zu handeln gelernt Hal.

merksam, aber verschiedenartig kommentiert. Der Star" ist ebenso wie der M a n ch e st e r Guardian" der Meinung, daß die italienische Regierung offenbar nach wie vor die Methoden vorzuziehen scheine, unter dem Druck von M o b il i sie run g s m n a hmen zu ver­handeln. Es sei lächerlich, zu behaupten, so chreibt das letztgenannte Blatt, daß die italienischen Kolonien gefährdet seien.

Der Plan Mussolinis laufe darauf hinaus, Abessinien einzuschüchtern, um Zugeständnisse zu erhalten. Falls Abessinien es ablehne, sich einschüchtern zu lassen, oder falls irgendein so­genannter Zwischenfall den italienischen Stolz verletze, sei die Möglichkeit eines Krieges nicht ausgeschlossen. Eine ernste Weigerung des Völkerbundes, die abessinischen Beschwerden an­zuhören, oder eine weitere Weigerung Italiens, den Streitfall auf friedlichem Wege zu regeln, würde wahrscheinlich dem Völkerbund als auch Italien einen härteren Schlag versehen, als man sich jemals habe träumen lassen.

Der E v e n i n g Standard" ist der Ansicht,

daß alle Anzeichen auf einen italienischen Feldzug gegen Abessinien hindeuteten. Das sei ein Beweis dafür, daß Mussolini zur Zeit nicht an die Möglichkeit eines Krieges in Europa glaube. Das Blatt schildert die Besitzergrei­fung Abessiniens durch Italien als eine Lösung, die nicht nur im Interesse Italiens liege, sondern zweifellos allen Reibereien in jenem Teile der Welt ein für allemal ein Ende bereiten würde.

Das mit kolonialem Besitz gesegnete England brauche auf den kolonialen Ehrgeiz anderer Mächte nicht eifersüchtig zu sein. Es sei zwar richtig, daß das Ouellwasser des Blauen Nil in Abessinien entspringe und daß die Aufschließung des englisch - ägyptischen Sudans von diesem Fluh abhänge, aber die Beziehungen zwischen Grohbritannien und Italien seien äuhersi harmonisch.

Das Quellwasser des Blauen Nil werde in italieni­schen Händen ebenso sicher sein, wie unter dem gegenwärtigen Regime.

Militärische Aauerseier für General Höring.

Aus aller Welt

Italiens Mobilisierung gegen Abessinien

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Es gab früher Zeiten, in denen derSchutzmann" sich nur dann den nötigen Respekt zu verschaffen glaubte, wenn er über einen mächtigen Schnauz­bart, einen beträchtlichen Leibesumfang und eine grimmige Amtsmiene verfügte. Wir kennen diese komische Gestalt aus den Witzblättern der Vor­kriegszeit zur Genüge und, ohne die Verdienste der "alten Schutzmannschaft schmälern zu wollen, muß ich erklären, daß es unser ganzes Bestreben ist, im Gegensatz dazu unsere heutige Polizei inner­lich jung und elastisch zu erhalten.

Jeder einzelne der uniformierten Polizei der staatlichen Exekutive muh in feinem Innern und Aeuheren Uniformträger im wahrsten

Sinne des Wortes sein.

Es gibt genug Mittel und Wege hierzu. Auch der Sport nimmt in der politischen Ausbildung einen immer größeren Raum ein. Und wenn sich heute die neue innere und äußere Haltung unserer Po­lizei bereits in den ersten Umrissen auszuprägen beginnt, so kann ich ohne Ueberhebung sagen, daß in absehbarer Zeit das Bild sich vervollständigt und das deutsche Volk über eine Polizei verfügt, die ein Vorbild in der Welt sein wird."

lienischen Garnisonen in Eritrea und Somaliland werden in der englischen Presse auf»

praktischer Tätigkeit gelernt hat, wird jetzt vom Feldjägerkorps in verhältnismäßig kurzer Zeit verlangt. Aber ich habe die Erfahrung und bin der festen Ueberzeugung, daß die Männer des Feldjägerkorps es leisten werden: genau wie Tausende und aber Tausende von alten Kämpfern, die seit 1933 in alle Zweige der

Polizei eingegliedert worden find.

Die alten Kämpfer haben sich immer mit ganzer Kraft in die ihnen gestellten Aufgaben hineinge- kniet und sie bezwungen. So wird es auch dies­mal sein!

Es fei nicht beabsichtigt, die Feldjäger im Ein- zeldienst auf der Straße einzusetzen. Dazu sei die Materie für die Kameraden des Feldjägerkorps zu neu.Vielmehr ist vorgesehen, das Feldjäger­korps in verstärktem Maße für die motori­sierte Straßenpolizei einzusetzen. Wir haben hierin bereits mit den jungen, disziplinär tadellos erzogenen, äußerst beweglichen Kräften des Feldjägerkorps die besten Erfahrungen. Selbst­verständlich ist bis zur völligen Verschmelzung mit der Schutzpolizei noch eine gewisse Uebergangszeit notwendig, in der die Feldjäger ihre bisherigen

als gegenüber dem Völkerbund vertragsbrüchig. Die abessinische Frage müsse daher

als europäisches Problem betrachtet gelöst werden.

Englische Meile.

London, 8. Mai (DNB.) Die Meldungen die erneuten Verstärkungen der

Die. Mobilisation von drei neuen Divisionen in Italien wird von der italienischen Presse mit einer Propaganda gegen Abessinien begleitet, für die jeder natürliche Grund zu fehlen scheint, es sei denn, Italien beabsichtige, verspätete, aber gründliche Rache für die Niederlage von A d u a im Jahre 1896 zu nehmen, in der Ras Menelik die Italiener schlug. Wenn Italien von

Graf Zeppelin" von Pernambuco nach Rio unterwegs.

Das LuftschiffGraf Zeppelin" befindet sich auf der Reise von Pernambuco nach Rio de Ja­neiro. Am Mittwoch um 19.30 Uhr MEZ. stand es 180 Kilometer südöstlich von Bahia (Brasilien).

Weihe des Bischofs der deutschen Altkatholiken.

Unter außerordentlich starker Teilnahme auch aus­ländischer altkatholischer Kirchen wurde der erwählte Bischof der Altkatholiken des Deutschen Reiches, Erwin Kreutzer, in der Schloßkirche zu Mannheim zum Bischof geweiht. In den altherge­brachten Formen der altkatholischen Bischofsweihe vollzog sich in ernster Feierlichkeit die Konsekration, die Bischof Dr. Adolf K u e r y (Bern) vornahm. Von den afsistierenden Bischöfen hielt Bischof Jo­hannes von Deventer die Weihepredigt. Als Ehrengäste wohnten der Feier bei Vertreter des Reichsministers für Erziehung und Unterricht, des Reichsstatthalters von Baden und vieler anderer Behörden.

Sicherheilsverwahrung für einen Mittäter bei der Ermordung horst Weffels.

Die 13. Strafkammer des Berliner Landgerichts gab dem Antrag der Staatsanwaltschaft auf An­ordnung der nachträglichen Sicherheitsver­wahrung gegen Den 33jährigen Josef Kan- d u l f k i, einen der Mittäter bei der Ermor­dung Horst Wessels, statt. In der Verhand­lung gegen den mehrfach vorbestraften Verbrecher, der im ersten Strafverfahren gegen die Mörder Horst Wessels mit der unverständlich milden Strafe von 5 Jahren und 1 Monat Zuchthaus davonge­kommen war, lebte noch einmal die Erinnerung an die furchtbare Tat kommunistischer Meuchel­mörder auf, der der nationalsozialistische Freiheits­kämpfer anfangs 1930 zum Opfer fiel. Als der zu 6 Jahren Zuchthaus verurteilte Ali H ö h l e r den tödlichen Schuß auf Horst Weffel abgab, stand K a n d u l f k i hinter ihm und hat später aus dem Wäscheschrank im Zimmer Horst Wessels eine Pi­stole gestohlen. Kandulski ist seit 1918 im ganzen sechsmal wegen Diebstahls vorbestraft und ohne persönliche Not immer wieder straffällig geworden. Da er von feinem verbrecherischen Hang nicht ab­zubringen war, mußte er alsgefährlicher Ge­wohnheitsverbrecher" angesprochen werden, vor dem die Öffentlichkeit durch Anordnung der Sicher­heitsverwahrung ein für alle mal zu schützen ist.

Ein gemeiner Racheakt.

Aufklärung des Reichenhaller Giftmordes.

Der geheimnisvolle Giftmord in Bad Rei­chenhall hat jetzt feine völlige Aufklärung gefunden. Wie bemeßet, war dort die 13 Jahre alte Bauern­tochter Therese Enzinger nach dem Genuß von Cremeschnitten gestorben. Die Sektion der Leiche hatte das Vorhandensein eines starken Giftes erwiesen. Die polizeilichen Nachforschungen ergaben nun, daß nicht, wie ursprünglich gemeldet, das Mädchen selbst ein Paket mit Cremeschnitten gefun­den hatte, sondern sein 20 Jahre alter Bruder, als er sich in Begleitung seiner Braut, Franziska Schober, befand. Diese hatte das Paket gegen

einer Beeinträchtigung seines Presti - g e 5 durch Abessinien spricht, so sind das Behaup­tungen, für die die Presse die Beweise noch schuldig bleibt, denn der Kaiser von Abessinien hat bisher nichts getan, um Italiens Würde anzutasten. Er hat sich als Mitglied des Völkerbun­des an den Völkerbund gewandt und ein Schiedsgerichtsverfahren Vorschlägen, dem Italien und feine Verbündeten auswlchen, und der Völkerbund hat nach der beliebten Methode den italienisch-abessinischen Konfliktsfall auf die lange Bank geschoben. Wenn die italienische Presse behauptet, es handele sich um Vorsichts­maßregeln, dann müßte doch Abessinien ag­gresive Gelüste haben. Aber Abessinien hat es weit von sich gewiesen, die italienischen Kolonien zu beanspruchen, und wenn nomadisierende Stämme gelegentlich in ein übrigens umstrit­tenes Grenzgebiet einmarschierten, so kann man doch darin nicht plötzlich einen Angriff auf die italienische Nation erblicken, da überall, wo die Grenzziehung sehr unbestimmt ist, und zumal in afrikanischen Gegenden, solche Grenzüberschreitun­gen vorkommen und seit 1896 sehr häufig vorge­kommen sind, ohne daß das empfindliche Italien darüber in Zorn geriet. Aber seit dem A b t c ...

ein Trinkgeld von einer Dritten an der betreffenden Stelle niederlegen lassen, nachdem sie die Creme­schnitten vorher vergiftet hatte. Als die beiden das Paket fanden, veranlaßte die Schober ihren ahnungslosen Bräutigam, das Paket mit nach Haufe zu nehmen und sich den Inhalt gut schmecken zu lassen. Der junge Mann schenkte die Süßigkeiten aber seiner 13jährigen jüngsten Schwester, die dann nach lOftünbigen Schmerzen qualvoll starb. Die Schober wollte sich wegen irgenb einer Angelegen­heit ani hrem Bräutigam rächen. Nach ihrer Ver­haftung legte sie ein volles Gestänbnis ab. Der 63jährige Vater bes verstorbenen Mäbchens, ber auch von ben Süßigkeiten gekostet hatte, liegt noch schwer barnieber, befinbet sich aber außer Lebens­gefahr. Seine zweite Tochter ist mieber völlig her­gestellt.

Zum Word an dem Arbeilsdienskmann koch.

Die Staatspolizeistelle Dortmunb teilt mit: Bei bem im Zusammenhang mit bem Morb an bem Arbeitsbienstmann Koch genannten Geistlichen hanbelt es sich nicht, wie einzelne Zeitungen be­richtet haben, um ben Ortspfarrer, fonbern um ben Vikar R. aus Kirchhundem. Gegen R. schwebten bereits seit einiger Zeit Ermittlungen wegen seiner unerhörten Hetze gegen Staat unb Bewegung, Auf Grunb bes erbrüdenben Beweismaterials ist gegen R. am 6. Mai 1935 richterlicher Haftbefehl ergangen.

Tobessturz in einen 40 Meter tiefen Schacht.

Auf ber Eisensteingrube Eupel (Kreis Alten­kirchen) war ber 21jährige Bauarbeiter Leyen« roeber aus Eicherhof mit Maurerarbeiten in bem Schacht beschäftigt unb wollte mit einem Arbeits- fameraben aus bem Schacht ausfahren. Beim Verlassen bes Förberkorbes tat ber junge Mann einen Fehltritt unb stürzte etwa 40 Meter tief i n ben Schacht, wo er mit zerschmetterten ©fiebern t o t liegen blieb.

Ein Mädchenrnörber zum Tode verurteilt.

Das Schwurgericht Landshut verurteilte den 23jährigen Johann H a f l b e ck aus Geisenhausen wegen Mordes an der 17jährigen Fabrikarbeite­rin Maria Lehrhuber zum Tode. Haslbeck hatte mit der Lehrhuber ein Verhältnis, das nicht ohne Folgen blieb. Er beschloß, sie umzubringen, und führte diese Tat am 23. Februar 1935 in rohester Weise aus. Er hat das Mädchen mit einem Hammer erschlagen und schließlich auf einen Bahn­damm geschleppt, um es überfahren zu lassen und so einen Selbstmord vorzutäuschen.

(Eine Tänzerin ermordet. Selbstmordversuch des Täters.

Eine 26jährige Hamburger Tänzerin wurde in ihrer Wohnung in St. Pauli ermordet aufge- funden. Die polizeilichen Ermittlungen ergaben, daß der Tod durch Erwürgen eingetreten ist. In dem Zimmer der Toten wurde ein Schreiben auf gesun­den, in dem sich der frühere Bräutigam ber Toten, ber 32jährige Johannes Pister, der Tat bezich- tigt. Pister konnte verhaftet werden. Er hatte nach der Tat die Flucht ergriffen. Der ehemalige Der- lobte der Tänzerin bewohnte das Nebenzimmer.

Zorn geriet. Aber seit dem Abkom- Frankreich ist Italien in der Be­ziehung höchst empfindlich geworden. Es behauptet setzt, es habe die Pflicht, die Zivilisation dort zu verbreiten, woSklaverei und barbarische An­archie herrschten". Die Italiener steigern sich an­scheinend in große Erregung hinein, und es scheint in Rom wirklich an jenem abkühlenden Geist zu fehlen, der die Dinge zur Wirklichkeit zurückführt. Die Abessinier sind als Mitglieder des Völkerbundes durchaus berechtigt, den Schutz des Völkerbundes gegen eine Bedrohung an« -urufen unb ihm zum unterbreiten, ob er Italiens Vorgehen billigt. Denn bie Großen und die Kleinen sind, wenigstens in der T h e o r i e, vor bem Völker-

Scherl-Bildmaterndienst

Auf dem Prag-Friedhof in Stuttgart wurde die Leiche des Artillerieführers III in Oppeln, General­major Höring, mit großen militärischen Ehren eingeäschert. Zu gleicher Zeit fand die Einäscherung der Gattin des Generalmajors Höring, seines siebenjährigen Töchterchens und des Oberleutnants der Fliegertruppe Otto Braun statt, die mit drei anderen Personen bei dem schweren Flugzeugunglück im Fichtelgebirge ums Leben gekommen waren. An der Trauerfeier nahm auch der Chef der Heeres­leitung, General v. Fritsch, teil.

bunt) absolut gleichberechtigt. Wenn ber Völkerbunb hier, wie es ben Anschein hat, seine Pflicht wie­derum versäumt und Italien sich das Recht nimmt, gegen Abessinien vorzugehen, dann enthüllt er sich abermals als ein Instrument der Mächtigen. Italien hat den Abessiniern zum Vorwurf gemacht, sich Waffen zu besorgen, also nicht wehrlos zu sein, und es hat ihnen das als Verbrechen an­gemünzt. Es kann anscheinend auch feine Truppen­verstärkungen nicht abdrosseln. Will es den Krieg im Spätsommer? Alle Zeichen deuten darauf hin, aber ein solcher Krieg wäre vor allem gleichbedeu­tend mit einer Krise des Völkerbundes selbst.

Rom spricht von Vertragsbruch Abessiniens

Rom, 8. Mai. (DNB.) Die Genehmigung des Voranschlages für das Kolonialministerium und die Haushaltsrede des Staatssekretärs Lesfona wer­den von der gesamten Presse groß aufgemacht. In den Stellungnahmen der römischen Blätter wird übereinstimmend gegen Abessinien der Vor­wurf der Nichteinhaltung des Freund­schaftspaktes vom Jahre 1928 erhoben. Das halbamtlicheGiornale d'Jtalia" sagt, in ganz Abessinien werde gegen Italien mobilisiert; die in beschleunigter Form erfolgten großen Rü­stungslieferungen, von denen man nicht genau wisse, mit welchen Mitteln und Krediten sie den verschiedenen Lieferanten bezahlt werden, stammten so behauptenGiornale d'Jtalia" aus allen Ländern. Italien könne nicht weiter zulassen, daß sich in den Grenzgebieten seiner Kolonien ein Zu­stand der Bedrohung und aktiver Feindseligkeit verewige. Abessinien sei sowohl gegenüber Italien,