Oer Äundesführer
sagte dem Oberbürgermeister aufrichtigen Dank. Es ist für uns wahrhaft erhebend au sehen, führte gr u. a. aus, wie tief der Sinn dieser Stunde in aüen Kreisen der Bevölkerung gefühlt wird. Aus dem Schmuck der Straßen und der Schaufenster, aus den frohen Blicken, mit denen wir von allen Seiten begrüßt werden, erkennen wir den wahren Geist dieser Bevölkerung. Ein einiges Volk, eine einige Bürgerschaft empfängt nach langer Entbehrung die alten und jungen Krieger feines Volkes und feiert die Wiedergeburtsstunde seiner Einigkeit und seines Volksheeres. Die Wiedergeburt seiner Ehre! Wir haben zum Ort unseres S. Reichskriegertages, den man seinem gewaltigen Ausmaß nach recht wohl als den Tag des deutschen Soldaten bezeichnen kann, bewußt diese Stadt gewählt, wo der Kyffhäuserbund vielleicht nach außen hin bisher weniger in Erscheinung getreten ift
Ich möchte mit nochmaligem Dank an Sie, Herr Oberbürgermeister, den aufrichtigen Wunsch für das weitere Gedeihen und Blühen des gastfreundlichen Kassel verbinden.
In dieser Stunde ist es mir ein Bedürfnis, an erster Stelle unsere tiefe Dankbarkeit gegen- über dem Führer und feiner tapferen Gefolgschaft, denen wir die Wiedergeburt des deutschen Volkes, des deutschen Heeres und der deutschen Ehre verdanken, Ausdruck geben. Schulter an Schulter mit der Bürgerschaft dieser alten treuen deutschen Stadt wollen wir dem Führer geloben, feftzuhal- ten, was Führer und Gefolgschaft geschmiedet haben. Dem Führer Adolf Hitler und der deutschen Stadt Kassel mit ihrem Oberhaupt und ihren Bewohnern Sieg-Heil! Sieg-Heil! Sieg-Heil!
Gin Fackelzug beschließt den ersten Festtag.
Der Samstag fand mit einem imposanten FackelAua, den die Kreisverbände Kassel-Stadt und Kassel-Land bildeten, seinen Abschluß. Vor dem Kasseler Rathaus hatte sich der Bundesführer Oberst a. D. Reinhard aufgestellt, um den Vorbeirnarfck abzunehmen. Neben Oberst a. D. Reinhard fah man auch Reichsstatthalter Ritter von Epp sowie den Oberbürgermeister und Vertreter der Wehrmacht und der Behörden.
Kurz nach 9.30 Uhr ertönte Marschmusik, hell loderten die Fackeln Aum nächtlichen Himmel und in strammem Paradeschritt zog eine Kolonne nach der anderen vorüber. Wohl über dreiviertel Stunde dauerte der Vorbeimarsch.
Tausende von Volksgenossen umsäumten dicht gedrängt die umliegenden Straßen und die Ab- sperrungsmannschaften hatten alle Hände voll zu tun, um ihrer Aufgabe gerecht zu werden Am Schlüsse des Vorbeimarsches brachte ein Volksgenosse ein dreifaches Sieg-Heil auf den Obersten a. D. Reinhard aus, in das die Menge begeistert einstimmte. Dann ließ es fick Oberst a. D. Reinhard nicht nehmen, einige fchwerkriegsbe- schädigte Krieger des Weltkrieges mit einem kräftigen Händedruck und einigen kameradschaftlich tröstenden Worten zu erfreuen, die sichtlichen Eindruck auf die alten Krieger hinterließen. Auf den Festplätzen an der Stadthalle und im Park Schönfeld wurden dann Riesenfeuerwerke abgebrannt. Auch während der ganzen Nacht herrschte ununterbrochen ein riesiger Betrieb auf den Straßen, Plätzen und in den Festzelten.
Die Parade aus der Karlswiefe.
Den Höhepunkt des 5. Reichskriegertages bildete am Sonntagvormittag die Paradeaufstellung der Landesverbände des Kyffhäuserbundes auf der Karlswiefe. SA., SS., Reichsluft- fportverband, Arbeitsdienst, Frontkämpferbund, Reichskriegsmarine und die Fahnenkompanie des Infanterieregiments Kassel mit den alten Fahnen des ehemaligen 11. Armeekorps füllten das weite Rund vor der Orangerie.
DieAnsprachedesVundessiihrers
Der Bundesführer des Kyffhäuserbundes, Oberst a. D. Reinhard, begrüßte zunächst die zahlreichen Gäste, insbesondere die Vertreter der ausländischen Mächte, den Ehrenführer Generalleutnant Ritter von Epp, die Wehrmacht, die Partelgliederungen, die Vertreter der verwandten Organisationen und den Reichsleiter der NSKOV. Oberlindober und gab das Grußwort des Führers und Reichskanzlers bekannt. Darauf gedachte der Bundesführer der toten Kamera- den: Generalfeldmarschalls v. Hindenburg, der Kameraden, die auf den Schlachtfeldern des Weltkrieges gefallen find, der Toten aus den Frei- korps und aus der Bewegung, während die Musik das Lied vom guten Kameraden fpielte, und fuhr in feiner Ansprache fort:
Der Kyffhäuserbund nimmt das Recht seines Bestehens nurausderPflicht, Deutschland zu dienen, dem Deutschland, das der Führer schuf. Für den alten Soldaten gibt es keine Pflichten, die aus Rechten hergeleitet werden. Für den alten Soldaten stehen vor allen Rechten die Pflichten. Aus der alten Wehrmacht und aus den Freikorps sammelte sich das Soldatentum im Kyff- hauserbunde und erhielt die Gesinnung der Front und soldatischen Geist. Die- ser soldatische Geist hielt sich aufrecht gegen alle Anfeindungen in 15 trüben Jahren.
Das Ziel unseres Soldatentums ist Deutschland. Ihm dient der kyffhäuserbund. soldatisches Glied im willen Hindenburgs und in der Zielsetzung Adolf Hitlers. In Kameradschaft mit anderen Verbänden trägt der kyffhäuserbund die Aufgaben des soldatischen Deutschen aus dem Weltkriege. Es liegt in der Hand des Führers, ob einmal ein Soldatenbund alle Kämpfer des großen Krieges umfassen wird. Wie diese Entscheidung auch fällt, eines ist gewiß: die IHänner des kyffhäuserbundes wissen, daß ihre Organisation, solange sie auch besteht, und so groß sie auch ist. niemals Selbstzweck ist, sondern dem Willen des Führers sich unterordnet. An den Führer glauben wir und ihm gehören wir. Ihm wehen unsere Fahnen, ihm schlagen unsere Herzen, ihm gehört unsere Treue. Wie er befiehlt, so handeln wir!
Das neue Deutschland ist aus der Partei Adolf Hitlers gekommen. Nie wäre Deutschland gerettet und wieder zu einer Wehrmacht gekommen, nie wieder hätte es entscheidend mitroir- fen onnen in der Wel1ae,chicht, wenn die Partei Adolf Hitlers nicht gewesen wäre. Wir alten Sol- baten haben dies anzuerkennen. Wie für uns die
Reichsleiler Rosenberg antwortet dem Vischos von Münster.
Oem politischen Sieg muß auch -er Sieg -er Weltanschauung folgen.
Eine Rede Rosenbergs auf dem Sautag Westfalen-Aord
Münster, 6. Juli. (DNB.). Reichsleiter Rosenberg hielt auf dem Gautag Westfalen-Nord eine große Rede, in der er sich u. a. mit unerfreulichen Einflüssen verschiedener katholisch-kirch- licher Stellen auseinandersetzte. Rosenberg ging davon aus, daß die geistigen Auseinandersetzungen das Zeichen einer Besinnung über den nicht nur politischen, sondern auch g e i ft i g e n Zusammenbruch darstellen. Deutschland habe seinen tiefsten Sturz in der Bedrohung feiner gesamten seelischen Substanz durch den Bolschewismus erlebt. In dieser Schicksalsstunde, da instinktiv ganz Deutschland nach echten Seelsorgern Ausschau gehalten habe, meldete sich das Zentrum, das sich aber nicht etwa auf die Seite der um ihr Vaterland besorgten Deutschen gestellt, sondern ein von maßgebenden Kirchenführern geführtes Bündnis mit dem landesverräterischen Marxismus abgeschlossen habe.
Rosenberg verlas dann Stellen aus einem Brief, den der Bischof von Wünster an den Oberpräsidenten der Provinz W e st f a l e n gerichtet hatte. In diesem Brief erklärt Bischof Clemens August, die Ankündigung, daß Reichsleiter Rosenberg in ' Münster sprechen würde, habe „in der christlichen und besonders in der katholischen Bevölkerung" der Stadt Münster bereits „schärfstes Befremden" erregt und die Ausführung des Planes würde „unfehlbar eine lebhafte Beunruhigung" Hervorrufen.
Wörtlich schreibt der Bischof: Voraussichtlich wird eine Minorität verführter und verhetzter Anhänger des Neuheidentums fein (Rosenbergs) Erscheinen begrüßen und zu christentumfeindlichen Demonstrationen benutzen, ein Auftreten Rosenbergs würde von der christlichen Bevölkerung Münsters als eine „aufreizende Provokation" und als eine „Verhöhnung ihrer heiligsten .und gerechten religiösen Ueberzeugung" empfunden werden und könnte zu verhängnisvollen Zusammenstößen führen". Zum Schluß ersucht der Bischof ein Auftreten Rosenbergs in Münster in absehbarer Zeit durch die Regierung zu verhindern und bittet in einer befristeten Zeit Mitteilung zu erhalten, ob diesem Antrag stattgegeben werde, da im Falle einer Ablehnung ernsthaft zu erwägen fei, ob der Bischof in einem Erlaß zur ruhigen Hinnahme dieser „Provokation" öffentlich auffordern müsse. Er schließt: „Ich bin freilich zweifelhaft, ob diese Maßnahme vollen Erfolg haben würde".
Reichsleiter Rosenberg erklärte nach der Verlesung dieser Stellen: „Indem der Gau Westfalen- Nord mich zu seinem Gautag ersucht, eine Rede zu halten, ist es selbstverständlich, daß ich hier in einer parteiamtlichen Eigenschaft spreche und nicht als Privatperson, wie es vielleicht der Bischof Clemens August glaubte hinstel- len zu können. Dieser, die gesamte Partei und den heutigen Staat herausfordernde Brief zeigt dabei, was man an gewissen Stellen unter sog. Religionsfreiheit versteht: nämlich die Unterdrückung aller Anschauungen, die nicht mit einem bestimmten Dogma zusammenfallen.
Die Führer des Zentrums find jahrzehntelang so daran gewähnt gewesen, In Deutschland zu herrschen und ihr eigenes Interesse auch gegen das allgemeindeutsche durchzusehen, daß sie noch nicht begriffen haben, heute in einer neuen Zeit zu teben. wo einmal auch das gesamte deutsche Volksinteresse über das einseitige konfessionelle und klassenmäßige gestellt werden muh. Ich weise dabei die Bezichtigung, als ob die Partei und eine sogenannte „Minorität verführter und verhetzter Anhänger des Reuheidentums" eine amtliche Veranstaltung der RSDAP. zu christentumfeindlichen Demonstrationen benutzen könnte, als eine durch nichts gerechtfertigteherausforde- rung zurück. Der Rationalsozialismus, der
den Bolschewismus in Deutschland niederschlug, zu einer Zeit, da die Kirche ihn nicht überwinden konnte, hat mehr für das Christentum getan, als alle anderen Parteien in Deutschland zusammen! Eine christentumfeindliche Demonstration ist niemals seitens der nationalfoziallstifchen Partei zu verzeichnen gewesen. Die schlimmsten christentumfeindlichen Demonstrationen, die man sich jedoch denken konnte, waren die Bündnisse der Zentrumsprä
laten mit den. althelstlschen Marxistenführern.
Der Brief des Bischofs grenzt nahe an die Drohung, die ihm kirchlich unterftrtlten katholischen Deutschen z u Unruhen aufzureizen. Seine letzten Worte, daß eine Beruhigung seinerseits gegenüber der als Provokation bezeichneten Rede wohl kaum Erfolg haben würde ist die typische Art einer unmittelbaren gesetzlichen Feststellung der Drohung zur Äufpeitschung der Bevölkerung zu entgehen. Man spricht viel von Kirchenverfolgungen im Ausland. Die Tatsache, daß von einem Bischof selbst derartige Briefe gegen einen Reichsleiter der Deutschland repräsentierenden Bewegung geschrieben werden können und keine Verhaftung eintritt, zeigt, w i e t o le r a n t der nationalsozialistische Staat einem Vertreter einer christlichen Konfession gegenübersteht.
„Wir begreifen sehr wohl, daß ein revolutionärer Umbruch eine lange Zeit braucht, um von den alten Mächten verstanden und anerkannt zu werden. Nichtsdestoweniger ist es notwendig, daß aus den vielen Angriffen, die sich gewisse Stellen noch ungehindert dem neuen Deutschland gegenüber herausnehmen, einige dem deutschen Volk zur Beurteilung vorgelegt werden." Reichsleiter Rosenberg ging dann über zu den 2) e • visenvergehen katholischer Kreise und stellte fest, daß es geradezu beschämend sei, die Aussagen der Angeklagten zu verfolgen, aus denen hervor
ging, daß ihnen der Begriff Deutschland und deutsches Volk gar nicht als Problem vor Augen gestanden habe. „Es wäre besser, der Bischof Clemens August von Münster hätte einen Hirtenbrief gegen d i e unmoralische Haltung der Beschuldigten erhoben, als sich in unquallfl- zierbarer Weise gegen die amtliche Kundgebung der NSDAP, zu wenden."
Rosenberg ging dann auf die Baffen funde und auf die Sterilisationsfrage ein, die ebenfalls einen heftigen Kampf gegen die staatlichen Gesetze hervorgerufen hätten, in deren Zusammenhang eine sehr hohe Stelle der römischen Kirche so* gar von einer heidnischen Weltanschauung gesprochen habe. Er stellte fest, daß die Gesetze aus der Bot der Zeit heraus bedingt seien. Es sei für die Gegner des Sterilisationsgesetzes höchst bedenklich, sich auf eine Argumentation festzulegen, wonach die Förderung alles Kranken christlich und die Förderung alles Gesunden heidnisch sei. Wenn eine vernünftige Welt von früher gegen die hemmungslose Vermehrung der Erbkranken eingeschritten wäre, so wäre die Welt heute in unvorstellbarer Weise zum Segen aller ärmer an verbrecherischen Elementen.
Die heutige Zeit, wenn sie wirklich beanspruche, eine große genannt zu werden, habe die Pflicht, den Erfordernissen unseres Lebens ins Auge zu blicken. Das ewig-schöpferische Leben habe sich schon vielfach gegen überlebte Anschauungen und lebens- feindliche Mächte durchzusetzen vermocht, und die nationalsozialistische Revolution müsse das Recht des 20. Jahrhunderts beanspruchen, auch das Leben ihrer Zeit zu stärken und unbeirrbar ihren Gesetzen z u folgen, well erst, wenn dem politischen Sieg der Sieg der Weltanschauung gefolgt sei, unsere Revolution sagen könne, daß sie wirklich gesiegt habe.
Kamps dem Zeickumsgeist.
(Sine Rede des Reichsinnenministers Or. Frick in Münster.
Auch Reichsinnenminister Dr. Frick sprach auf dem gleichen Gautreffen. Er führte u. a. aus:
Was soll ich dazu sagen, wenn man es int neuen Deutschland noch für möglich hält, daß eine hohe Kirchenstelle das Ansinneü an die Staatsgewalt stellt, den Reichsleiter für die weltanschauliche Schulung der Partei das Wort in Münster zu verbieten. Ich stelle fest: Die Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei ist der politische Willensträger des nationalsozia- listischen Staates und der Staat der Vollstrecker und Verteidiger dieses nationalsozialistischen Willens. Ich kann ein solches Ansinnen auch als Vertreter der Staatsgewalt nur mit aller Entschiedenheit zurückweisen.
Deutsche Volksgenossen, wir müssen auf der Hut fein, auf der Wache stets. Es find mannigfache Organisationen vorhanden, angeblich unpolitischer Art, die aber auf Hintertreppen und Umwegen oder unter Mißbrauch der Religion immer noch versuchen, politischen Einfluß in Deutschland auszuüben und das Volk dem nationalsozialistischen Staat zu entfremden. Wir haben in den letzten Monaten z. B. eine verstärkte Agitation wahrgenommen gegen das Reichs- gefeij zur Verhütung erbkranken Nachwuchses. Dieses Gesetz ist von der Reicbs- regierung aus wohlerwogenen Gründen erlassen worden, um das deutsche Volk gesund zu erhalten, und es ist unverantwortliche, wenn man von gewisser Seite, die auch von dem alten Zentrumsgeist erfüllt ist, gegen dieses Gesetz mit allen möglichen Mitteln der Gewissensbindung vorgeht. Ich muß als berufener Vertreter der Reichsregierung hier feststellen, daß wir nicht gesonnen sind, weiterhin eine derartige Sabotage der Reichsgesetze zu dulden. Auch nach dem Konkordat ist die katholische Kirche verpflichtet, die Gesetze, die für alle im Staate
bindend gelten, auch für die Angehörigen der katholischen Kirche als bindend zu erachten.
Es sind weiterhin sehr bedauerliche Prozesse geführt worden, Devisenschieberprozesse, die einen bedauerlichen Tiefstand an Rechts- und Gesetzesachtung erkennen ließen. Besonders schwer fällt es ins Gewicht, daß leider auch obere Stellen katholischer Orden daran beteiligt waren. Der nationalsozialistische Staat wird es sich nicht gefallen lassen, in dieser Weise mit den Lebensinteressen der deutschen Nation Schindluder treiben zu lassen. Wir haben immer noch Organisationen im öffentlichen Leben Deutschlands, die den Gegensatz der Konfessionen in das Volk hineintragen. Wir Nationalsozialisten verlangen eine völlige Ent» konfessionalisierung des gesamten öffentlichen Lebens. Hat es heute noch einen Sinn, katholische Beamtenvereine zu haben? Wir wollen lediglich deutsche Beamte. Oder hat es noch einen Sinn, eine katholische Tagespresse zu haben? Wir wollen weder eine katholische noch protestantische, sondern lediglich eine deutsche Tagespresse. Ich muß noch sagen, daß die katholischen berufe- ständischen Vereine, wie die Gesellenvereine und auch die konfessionellen Jugendorganisationen nicht mehr in unsere Zeit passen und daß sie sich vielfach auf Gebieten betätigen, die der nationalsozialistische Staat zur Erfüllung feiner nationalsozialistischen Erziehungsund sonstigen Aufgaben für sich allein in Anspruch nehmen muß. Niemals war das deutsche Volk geeinter als durch Adolf Hitler. Und das ist die große Errunngenschaft dieser letzten Jahre, diese wahre Volksgemeinschaft des deutschen Volkes hergestellt zu haben, die in den letzten Wahlen den Ausdruck sand dadurch, daß 90 v. H. sich hinter Hitler und die Bewegung gestellt haben. Wir lassen diese Volksgemeinschaft von niemanden mehr zerstören.
Ehre des Waffenruhms unangetastet ist, so ist für die Partei Adolf Hitlers unantastbar das Verdienst, das sie sich durch die endgültige Rettung Deutschlands vom Bolschewismus geschaffen hat. Deutschland wäre nicht mehr, wenn das Hakenkreuz der Partei nicht gesiegt hätte.
Der Führer hat mit der Wehrmacht uns die Ehre des freien Volkes wiedergegeben und ihm die Zukunft gesichert. Aber er hat darüber hinaus dem europäischen Frieden den Weg gebahnt, denn nichts ist gefährlicher für den Staatskörper Europa, als ein schwaches herz. Das Ziel dieser wehr- freiheit ist nicht der Krieg, es ist der Friede! Und gerade wir, die wir den Waffengang 1914/18 auszukämpfen hatten, freuen uns, daß der Entschluß des Führers auch bei vielen Kriegskameraden jenseits der Grenzen so verstanden wurde. Wir begrüßen auf das wärmste die Annäherung der Front- k ä m p f e r aller Staaten, weil sie am besten berufen sind, auch die letzten Schatten des Weltkrieges zu beseitigen. Wir begrüßen besonders das Flottenabkommen mit England.
Dieser erste Reichskriegertag im Dritten Reich t£t em Bekenntnis der drei Millionen ehemaliger Soldaten des Kyffhäuserbundes zu dem wehr- haften Staat Adolf Hitlers. Er ist Zeugnis einmütigen Dankes der einsti- gen Waffenträger der Nation an den Führer, öer mü ber ©tofetraft feiner Partei dem deutschen Volke bte Wehrfreiheit roiebergab. Im Solbaten- getft ber Pflichttreue unb Kamerabschaft stehen wir Manner bes Kyffhäuserbunbes in ber Arbeit für dieses Deutschlanb ber Ehre. Wir marschieren im gleichen Schritt unb Tritt mit ber Wehrmacht unb ber Partei für Deutschlanb.
Der Ehrenbundesführer Reichsstatthalter Ritter von Epp führte dann u. a. aus:
Der Kyffhäuserbund steht hier in einem großen Aufmarsch vereint, zum ersten Male aufmarschiert mit feinen Fahnen, die einen neuenJnhalt
repräsentieren, den der Bund sich gegeben hat. Dem Namen nach ist es eine Tagung des Reichsbundes Kysfhäuser: In Wirklichkeit ist es eine Tagung des deutschen Soldaten im allgemei- n e n, des deutschen Soldaten, wie wir ihn kennen aus der Vorkriegszeit, aus dem fünfjährigen Krieg, des deutschen Soldaten, der heute Waffen trägt uni) des jungen Deutschen, der ein st Waffen tragen soll und wird. Das deutsche Volk hat seine Berechtigung erklärt, Haus, Hof und Heimat zu verteidigen, gleich den andern Völkern unb sich dazu in ben Wehrzustanb zu versetzen, ber ihm notwen- big unb erreichbar ist, wie bie anderen Völker es auch tun. Die Lage Deutschlands verlangt ein ft a r» k e s, einheitlich denkendes, einheitlich wollendes Volk, das sich in feinen Sehens» Grundlagen nicht wieder irremachen läßt, wie dies zu feinem furchtbaren Schaden mit dem Zusammenbruch des Jahre 1918 geschehen ist. Es handelt sich aber für uns zu gleicher Zeit auch um bas Herausarbeiten aus einer schweren wirtschaftlichen Lage, um bie Wiebergewinnung von Wirtschafts- grunblagen, bie für ben ganzen Dolksbestand aus- reichen. Wir alle wissen, wie tief diese Wirtschafte- grunblagen durch einen viereinhalbjährigen Krieg mit den Waffen und einem nachfolgenden ^jährigen Krieg mit Verträgen, mit wirtschaftlicher Ausbeutung und mit kommunistischen unb pazifistischen Jbeen zerstört worben finb. Große Körperschaften, wie ber Reichskriegerbunb, brauchen, um lebenskräf- tig unb lebensgeftaltend zu sein, einen Inhalt, ber groß ist, in bie Zukunft weist unb weit über ben eigenen Interessenbereich hinausreicht. Unb große Körperschaften brauchen eine ge m e i n f a m e Tätigkeit unb ein gemeinsames Ziel. Das fuhrt zum Gleichtakt, bas führt zu einem allein segensreichen Wettkampf, wer es am besten macht.
Dann überbrachte Generalleutnant Dollmann im Auftrage bes Führers unb Oberbefehlshabers ber Wehrmacht unb im Auftrage bes Reichskriegsministers bie Grüße ber Wehrmacht an bie im Reichskriegerbunb Kyffhäuser zusammengeschlossenen alten Waffenträger. Als letzter Redner sprach der Reichskriegeropferführer Oberlindober. Er wies darauf hin, baß bas heutige Treffen eine Mah - nun g fein soll an ben viereinhalbjährigen Krieg: galtet die Front von ein st zusammen.
denn nur in dieser Einheit könnt ihr der inzwischen Heranwachsenden Generation unb ber gesamten deutschen Jugend ein lebendiges Beispiel fein. Das was sich während der letzten drei Jahre vollzog, fei nur möglich geworben durch den Willen bes Mannes, ber mit uns an ber Front zusammen- geftanben hat, ber mit uns kämpfte, unb der ungenannt unb unbekannt blieb in bem großen Ringen. In einem kurzen Schlußwort dankte der Bundesführer den Rednern und brachte ein dreifaches Sieg-Heil auf den Führer unb bas Vaterland aus. Es folgte dann der Vorbeimarsch ber 250 000 alten Krieger vor bem Bundesführer unb ben Ehrengästen auf bem Friebrichsplatz unb bie Großvorführungen der Wehrmacht aus der Karlswiefe, über die im Gießener Anzeiger bereits am Samstag ausführlich in Wort unb Bild berichtet worben ist.
Festabend in der Stadthalle.
Am Sonntagabend wurde in der Kasseler Stadthalle vor geladenen Gästen ein Festabend veranstaltet, dessen Dortragssolge eröffnet wurde mit einer Messe der Befreiung „Zeitvolk" von H. R. F. Wilke. Unter Mitwirkung des staatlichen Orchesters, verschiedener Solisten sowie der Chöre von Kasseler Gesangvereinen und eines Knabenchores wurde die Aufführung unter der Gesamtleitung von Staatskapellmeister Dr. Robert L a u g s zu einem Erlebnis besonderer Art.
Von der Minenwerferkompanie des Infanterieregiments Kassel wurde bann ein „Soldaten- weihespiel" von Karl S ch m i b t (Kassel) zur Aufführung gebracht,' bas* ber beutschen Wehrmacht unb ihrer hohen Überlieferung geroibmet ist. Das Spiel führt beutsche Wehrhaftigkeit in ber Geschlechter- unb Zeitenfolge in Wort, symbolischer Hanblung unb Musik vor Augen. Die Darbietungen würben effektvoll von ber Regimentskapelle des In- fanterie-Regiments Kassel unter Leitung von Obermusikmeister S t e i n k o p f f unterstrichen. Schauspieler Ebharbt sprach als Michael bie befon- bers markierten Stellen bes Spieles.
Auf ber Bühne haben sich bie Generationen ruhmreicher beutscher Vergangenheit aufgefteHt: die Germanen, die Frundsbergschen Landsknechte, die Streiter des großen Kurfürsten, die Grenadier«


