Ausgabe 
8.7.1935
 
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Nr. 156 Erster Blatt

185. Zahrgang

Montag, 8. Zull 1955

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FürWehrfreiheit und Volkseinheit.

Machtvolle Kundgebung des Kyffhäuserbundes auf dem 5. Reichskriegerlag in Kassel.

Kassel, 6. Juli (DNB.) Der erste Reichskrieger- tag tm neuen Deutschland hat begonnen. Stolz wehen die Fahnen zum friedlichen Appell der alten Krieger für die Ehre und Größe deutschen Soldaten­tums.

Die Straßenzüge bieten ein prächtiges Bild. Bald aus jedem Fenster wehen die Fahnen des Dritten Reiches und verleihen den Häusern ein farbenfrohes Aussehen. Lustig flattern die Wimpel von Straßen­bahnen, Omnibussen und sonstigen Fahrzeugen. Tannengrüne Guirlanden schlingen sich von Stock­werk zu Stockwerk und über die Straßen und rufen den Gästen ein freudiges Willkommen ^u. Ueberall herrscht regsames Getriebe, und freudige Erwartung liegt auf allen Gesichtern. Samstag nachmittag wuchs der Verkehr ins Riesenhafte an. Immer neue Menschenmassen ergossen sich aus dem Hauptbahnhof ins Innere der Stadt; nach Lan­desverbänden geordnet, wurden die Ankommenden in ihre Quartiere und Sammelplätze gewiesen Un­ter Vorantritt von Musikkapellen bewegten sich die langen Züge durch die Stadt, von der Bevölkerung mit Begeisterung empfangen und jubelnd begrüßt. Großartige Stimmung herrschte überall Alte Kriegskameraden wurden wiedergefunden und alte Erlebnisse ausgetauscht und manch fröhlicher Trunk auf alte und neue Kameradschaft getan. Die Wie­dersehensfreude leuchtet allen aus den Augen, alte Soldatenlieder erklingen und lassen Erinnerungen an vergangene Tage wachwerden

Der D D A C. hat im Hinblick auf die Bedeutung des 5. Deutschen Reichskriegertages leine Klubmit­glieder und die deutschen Kraftfahrer zu einer Reichstreuefahrt nach Kassel" aufge- rusen, die er gemeinschaftlich mit dem Landesver­kehrsverband Kurhessen und Waldeck veranstaltet.

we Stadt em Festplatz.

Die örtliche Leitung des Reichskriegertags hat die äußeren Vorbereitungen unter das Motto ge­stellt: Die ganze Stadt ein Festplatz Darum die drei großen Fe st zelte: Friedrichsplatz (14 000 Sitzplätze), Park Schönfeld (10 000 Sitz­plätze) und Stadthalle (8000 Sitzplätze). Daneben die Stadthalle selbst, die mehr als 5000 Personen faßt. Verbunden sind diese drei Hauptfeststätten durch Fest- und Wirtschaftszelte und Festplätze im Freien. Insgesamt sind innerhalb der Stadt auf allen Festplätzen zusammen 80 000 Sitzgelegenheiten geschaffen worden, ohne die Wirtschaften, die fast alle einen Teil ihres Wirtschaftsbetriebes auf die Straße oder in den Garten verlegt haben

Die große Tribüne an der Orangerie faßt 30 000 Personen. Es ist die größte bis letzt in Deutschland gebaute Tribüne dieser Art. Gemeldet sind 12 5 Sonderzüge aus allen Teilen des Reiches. Insgesamt trafen mit den Sonderzügen rund 150 000 Teilnehmer ein. Die stärkste Teil­nehmerzahl ist gemeldet aus dem Landesver­band Hessen, der mehr als 30 000 stellt. Zum allergrößten Teil übernachteten die Teilnehmer nicht hier; sie trafen Sonntag vormittag ein und fuhren abends wieder ab. Untergebracht wurden hier rund 85 000 Teilnehmer, davon in Massen- quartieren 50 000, in Bürgerguartieren durch den Verkehrsverein 23 000; außerdem haben sich weitere 12 000 Festgäste in Bürgerguartieren selbst unter­gebracht. D'e Massenguartiere sind in Schulen, Sälen und Zeltlagern eingerichtet. An Sonderfahr­ten zum Kyffhäuser nahmen rund 6000 Personen teil.

Das Eintreffen des Ehrenführers

Samstag nachmittag kurz vor 16.30 Uhr traf auf dem Waldauer Flugplatz in einem großen Drei» mot&rigen Flugzeug der Deutschen Lufthansa der Ehrenführer des Kyffhäuserbundes, Relchs- stathalter Ritter von Epp, ein. Zu feiner Be­grüßung hatten sich General Fett und Major v o n Jena als Vertreter des Bundesführers des Kyff­häuserbundes, Oberpräfident Prinz Philipp von Hessen und Vertreter der Parteiforma­tionen eingefunden. Ein Ehrensturm der SA. und eine Ehrenkompanie des Kyffhäuserbundes hatten Aufstellung genommen. Rach der Begrüßung schritt der Reichsstatthalter unter den Klängen des Pra- fentiermarsches die Front der Ehrenformationen ab und begab sich dann im offenen Wagen durch die festlich geschmückte Stadt zum Hotel Schirmer. Auf dem ganzen Wege wurde der Reichsstatthalter von der Bevölkerung lebhaft begrüßt.

Der Vundessührer vor der presse

Am Samstagnachmittag fand im Hotel Schirmer ein Empfang der in- und ausländischen Presse statt, wobei der Bundesführer des Kyffhäuserbun- oes, Oberst a. D. Reinhard zunächst seiner Freude über die große Anteilnahme für dieses Reichstreffen des Kyffhäuserbundes Ausdruck gab. Die ehemaligen Soldaten wollen in erster Linie dem Führer des deutschen Volkes Dank dafür ab statten, daß er mit der Wie­dereinführung der Wehrpflicht dem Volk d i ei n - nere Freiheit und den Kriegern des Welt­krieges die Soldatenehre wiedergege­ben hat. Die Soldaten des großen Krieges wollen aber auch ihrer Freude darüber Ausdruck verlei­hen daß das hochaehaltene Gut des deutschen Sol­datentums in Der neuen Wehrmacht wieder lebt. Durch unsere Kameradschaft Der

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Paradeaufstellung des Kyffhäuserbundes auf der Karlswiese vor der Orangerie. Der Bundes- führer ehrt die gefallenen Kameraden.

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Treue wollen mir der jungen Generation den hohen Wert soldatischer Tugen­den zeigen. Kameradschaft verbindet uns mit allen ehemaligen Soldaten. Kameradschaft der Tat pflegt unser Kyffhäuserbund seit seinem Bestehen in Wohl­fahrtspflege- und Unterstützungstätigkeit. Der Kyff­häuserbund steht als die größte Organisation ehe­maliger Frontsoldaten unerschütterlich fest und treu zum nationalsozialistischen Staat und seinem Führer. Er ist blutverbun­den mit dem Nationalsozialismus. Frontsoldaten­tum und Nationalsozialismus sind eins. Keiner der drei Millionen ehemaliger Soldaten, die sich aus

freien Stücken allein um der Kameradschaft willen im Kyffhäuserbund zusammengeschlossen haben, denkt an einen neuen Krieg. Sie sind von ganzem Herzen erfreut, daß sich die Männer, bie sich im Kriege als Soldaten gegenüberstanden, die Hand reichen.

Oer Veichsverband Deutscher Offiziere an den Kyffhäuserbund.

Der Reichsverband Deutscher Offiziere hat dem Deutschen Reichskriegerbund Kyffhäuser anläßlich seiner Haupttagung in Kassel folgendes Tele­gramm gesandt:An Oberst a. D. Reinhard

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ISorbeimarfd) der Fahnenkompanie vor der Tribüne des Bnndessiihrers und der Ehrengäste aus dem Friedrichsplatz. (Aufnahmen (21 Scherl.)

Kyffhäusertagung Kassel. Den zur Kyffhäusertagung versammelten Friedens- und Kriegskameraden sen­det der Reichsverband Deutscher Offiziere i n treuer Kameradschaft herzliche Grüße.

gez. General von der Goltz."

Der Gruß des Führers.

Den }um 5. Deutschen Reichskriegertag in Kas­sel versammelten alten deutschen Solba- ten entbiete ich in kameradschaftlicher Verbundenheit meine herzlichen Grüße. Der alte Soldatengeist der Pflichttreue und der Kameradschaft hat im Deutschen Reichs­kriegerbundKyffhäuser" immer eine zuver­lässige Pflege st äffe gehabt; er hat i n der Reichswehr weitergelebt und nun In der neuer st andenen Wehrmacht seinen alten großen Wirkungskreis wiedergefun­den, von wo aus er das ganze deutsche Volk wiedererfassen wird. So möge denn der 5. Deutsche Reichskriegertag zu einer macht­vollen Kundgebung der Wehrfrei­heit und der Volkseinheit werden!

Adolf Hitler.

Der Bundesführer Oberst a. D. Reinhard hat darauf mit folgendem Telegramm an den Führer und Reichskanzler geantwortet:

Dem Führer und Reichskanzler melde ich in kameradschaftlicher Verbundenheit, daß rund 300 000 Kyffhäuser-Männer, Waffenträ­ger der alten Armee aus allen deutschen Gauen am 1. Reichskriegertag im Dritten Reich zu einer machtvollen Kundgebung der Wehr­freiheit und Volkseinheit angetreten find.

Weitere Telegramme wurden an den Stellvertre­ter des Führer Rudolf H e ß, Reichskriegsminister Generaloberst von Blomberg, Reichsinnenmi­nister Dr. Frick, Stabskef Lutze, Reichsführer SS. Himmler, Generalfeldmarschall von Mackensen, Admiral R a e d e r und Präsident L o e r tz e r gesandt.

Oer (Srus de« Veichskr'easm Nisters.

Den in Kassel aufmarschierenden Soldaten der alten Armee übersende ich meine und der jungen Wehrmacht kameradschaftlichen Grüße. Der echte Frontkämpfergeist ist nicht an Generationen ge­bunden. Er ist das lebendige Erbe der Front an das junge Deutschland, dem die Tat des Führers den Weg zum Ehrendienst mit der Waffe wieder freigemacht hat.

gez. v. B l o m b e r g.

Empfang im Rathaus.

Samstagabend fand im festlich geschmückten Rat­haussaal durch die Stadt Kassel ein Begrüßungs­und Empfangsabend statt, zu dem auch Reichs­statthalter Ritter von Epp, Reichskriegsopfer- führer Oberlindober, Vertreter der Wehr­macht, der Partei, die in Kassel weilenden Militär- Attaches der fremden Mächte sowie Vertreter der Presse erschienen waren. Der Rathaussaal war reich mit frischem Grün und den Farben des Drit­ten Reiches geschmückt. Oberbürgermeister Dr. Lahmeyer erklärte in seiner Begrüßungsan­sprache u. a.: Nach altem Brauch bitte ich Sie, Herr Reichs st atthalter, als Ehren­führer des Kyffhäuserbundes zum Willkommen den Ehrentrunk aus diesem alten silbernen Humpen entgegen zu nehmen. Zum erstenmal nach langen schmachvollen Jahren der Nachkriegszeit kann der Kyffhäuserbund seinen Reichskriegertag völlig frei und ungehemmt inmitten einer elemen­tar wieder soldatisch empfindenden Bevölkerung be­gehen. Drei Millionen deutscher Krieger im Kyff­häuserbund, vereint und vom Kyffhäusergeist be­seelt, stehen heute fest und treu zur obersten Füh­rung, verbunden in Kameradschaft, wie sie nur har­ter Kampf gebiert. Ihnen gilt mein Gruß und mein Gedenken in dieser feierlichen Stunde, ins­besondere denen, die wegen ihrer Kriegsverletzun­gen und Gebrechen, aber auch aus wirtschaftlichen Gründen, den Reichskriegertag in Kassel nicht per­sönlich miterleben können. Ich möchte aber auch derer gedenken, die im gegnerischen La­ger mannhaft und als Helden für ihr Land kämpfend die Waffen mit uns gekreuzt haben. Denn die Hochachtung vor der Tapferkeit und kämpferi­schen Leistung des Gegners kann dem deutschen Krieger nur zur Ehre gereichen.

Wenn der Herr Bundesführer und ich am heuti­gen Tage in tiefster Ehrfurcht vor den deut­schen T o t e n des großen Krieges an der Kurhessischen Kriegergedächtnis st ätte und zu Ehren der Gefallenen der Bewegung an der Ehrentafel des Pg. Messerschmidt Kränze niederlegten, so soll es nicht nur eine schöne Geste fein, wenn wir gleichzeitig den Kranz für echtes Heldentum auch an den Gräbern der hier in deutscher Erde ruhenden englischen und russischen Kameraden niederlegten. Ihnen, Herr Bundesführer, spreche ich den herzlichsten Dank der Kasseler Bevölkerung dafür aus, daß Sie die Stadt im Kranze grüner Wälder, am Fuße der Wilhelrnshöhe zur Feststadt des 5. Deutschen Reichs­kriegertages erwählt haben.