Samstag, 7. DezembenM
Gfetzener Anzeiger (General-Anzeiger für Vberheffen)
Nr. 28b Drittes Blatt
AalienWe Karawane an einer Tränke in Mrd-AbeWen
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AB WERK
| ju einer Der merkwürdigsten iir|d)einungen säischer Geistesgeschichte gemacht hat: sein A i?uerlid) bewegtes Leben, Das allein schon n
de Sevilla" . . die bisher als seine Glanzleistung galt, von Foulche-Delbosc abgesprochen". Sicher wird man bei der Datierung und Zuschreibung von einzelnen Werken Lopes auf Schwierigkeiten stoßen; Intendant Schultze-Griesheim betonte aber in seiner Einführung am Sonntag, daß nach den letzten Forschungen die Autorschaft Lopes für den „Stern" als gesichert gelten dürfe.
licher als jener, den er zuvor darüber belehrt, was und wer der König eigentlich fei: ein gerechter Fürst, ein guter Mensch, ein ganzer Mann. Durch solche Demütigung, dadurch ferner, daß er den Degen wider den König zieht, daß er endlich auch die Sklavin tötet, die dem Herrscher heimlich den Weg ins Haus wies, hat Bufto dreifach den Landesherrn aufs schwerste beleidigt und sich selbst das Todesurteil gesprochen. (Schon hier wird deutlich — und gegen Ende noch deutlicher —, warum Wiegler vom „Stern" als einem der machtvollsten Dramen des spanischen Königsbegriffes sprechen konnte.)
Daß gerade Sancho, Estrellas Verlobter, den königlichen oder vielmehr unköniglichen Befehl erhält, das Todesurteil an Bufto, seinem künftigen Schwager also, zu vollstrecken, wirkt zwar theatra- lich außerordentlich, zugleich aber wie eine Erinnerung an jene tödlichen Schicksalsdramen, von denen schon die Rede war. Damit sind Estrella und Sancho auf ewig getrennt. Aber die königliche Willkür wird ihrer Rache nicht froh, denn auch Sancho weiß als rechter Ritter, was er dem König schuldet und zerreißt — im Gegensatz zu jenem Henkersknecht Philipps II. — den Freibrief, der ihn sicherte: „Des Königs Wort ist mir der beste Bürge". Und nach der Tat, da der König im Dunkel der Namenlosigkeit verharren möchte, zwingt er ihn durch die standhafte Undurchdringlichkeit seiner Haltung zum Bekenntnis der Tat. Durch das Bekenntnis aber richtet der König Sanchos Ehre wieder auf — „wenn auch mein Glück dabei in Scherben ging" ... Denn immer würde zwischen Sancho und Estrella der blutige Schatten des ermordeten Busto stehen.
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Und der König? Der ja unleugbar das ganze Unheil ohne Not heraufbeschworen hat? — Der König steht über dem Gesetz, und über dem König steht als Richter nur Gott, der die Könige einsetzt und abberuft. So verkörpert sich die Würde des Königsbegriffs nicht im König selbst, sondern in seinen Vasallen, und so müssen wir heute, denen Begriffe von Recht und Unrecht, von Ehre und Herrscherwürde, wie sie hier verkündet werden, doch fern und fremd und romantisch erscheinen, das Trauerspiel aus dem Geiste seiner Entstehungszeit zu begreifen versuchen, also nicht bloß als literarisch interessantes Spiel mit Mantel und Degen, nicht nur als Intrigen- und Schicksalsdrama, sondern als nationales Schauspiel, als ritterliche Verklärung des Staats- und Rechts- und Ehrgefühls in einem ehemals großen und mächtigen Volke.
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Intendant Schultze-Griesheim hatte die Uraufführung persönlich in Szene gesetzt. Der zugrunde liegende Text hat im Einverständnis mit dem anwesenden Uebersetzer Dr. Hans Schlegel einige Aenderungen erfahren. Die Inszenierung war wie wir fanden, ausgezeichnet: sie wirkte streng stilisiert, auf klassisches Maß und Haltung bedacht; sie brachte die ursprüngliche, federnde Dramatik des Werkes und feine außerordentliche Bühnenwirksamkeit bestechend zur Geltung, so daß sich wohl niemand dem starken Eindruck hat entziehen können. Darüber hinaus war der Spielleiter
Parole, die Sitze des pseudonationalistischen Bundes wurden sang- und klanglos versiegelt.
Die zweite Niederlage hatte aber gleichfalls nur eine Wendung in der kommunistischen Taktik zur Folge. Weder'durch Revolutionierung der Arbeiter- chaft, noch durch Aufwiegelung der Intellektuellen war es gelungen, Brasilien in ein bolschewistisches Abenteuer zu stürzen. Alle Kräfte der kommunisti- chen Zersetzung wurden jetzt auf die in einem halb- eubalen Land wie Brasilien einzig ausschlaggebende Macht vereinigt, auf das Heer. Ein erbitterter unterirdischer Kampf setzte ein zwischen den raffinierten Methoden der kommunistischen Heereszer- etzung und dem verantwortungsbewußten brasilianischen Kriegsminister, General Gomes. Trotz aller Vorkehrungen gelang es dem Kommunismus, nicht nur bei den Mannschaften, sondern in erster Linie auch unter den Sergeanten festen Fuß zu fasen. In der Garnison der Bundeshauptstadt selbst breitete sich die kommunistische Agitation sogar in größerem Umfang im höheren Offizierskorps aus.
Als die politische Lage der Bundesregierung einigermaßen schwach erscheinen mußte, weil zwi- chen ihr und der Regierung von Rio Grande do Sul ernsthafte Streitigkeiten um die Präsidentenwahl im Staate Rio entstanden war, konnte die Kommune zu einem entscheidenden Schlag ausholen. Welchen Umfang die Aktion erhalten hätte, wenn nicht der Gegenschlag so äußerlich rasch und ent- scheidend durchgeführt worden wäre, kann man nicht ermessen! Ein Bild davon geben die Umsturz-
ueuemiy uviucyits •ccucn, vu^ uuvm schon wie bet Rohstoff zu einem Roman anmutet, und jene schöp- ftrische Unerschöpflichkeit, die im Laufe von etwa [eben Jahrzehnten ein Werk von solchem äußeren Umfang hervorbrachte, daß es bis heute ohne Beispiel in der Weltliteratur geblieben ist.
Vor 300 Jahren, am 21. August 1635, starb in Wabrib Felix Lope be Vega Carpio, ber .Phönix Spaniens", ber fruchtbarste Dichter aller 5,eiten, „Virtuos der Liebe und der Bühne, Aben- i-urer und Duellant". In den Gedenkartikeln, die nit gutem Grunde auch bei uns in Deutschland ins diesem Anlaß erschienen sind, wurde vor allem zweierlei immer wieder hervorgehoben, was Lope <u einer ber merkwürdigsten Erscheinungen euro- ...... ~ •- " ‘‘ J i t--i- aben-
Don Versuchen einer gewaltsamen Umwälzung. Nur )atte man sich in der Adresse geirrt: in Re-
Sehr gut traf Herr Kühne in Spiel und Maske den Arias, dessen Züge sinnvoll genug bald an den Herzog Alba, bald an Mephisto erinnerten. Dom großen Ensemble sollen noch die Herren D 0 l ck und Geiger als Ratsherren, Lindt und L ü p k e als Feldherren, Frl. Decker als Bustos Sklavin, Herr Mosbacher als Clarindo und Herr Greif als Sänger hervorgehoben fein.
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Für den ehrlichen Beifall zum Schluß durften mit den Darstellern auch der Uebersetzer und der Spielleiter danken. hth.
praktische Erfolge für die Arbeiterschaft gekümmert, daß diese, anstatt revolutioniert zu werden, nur reichlich krachmüde wurde und die Generalstreikparolen infolgedessen überhaupt nicht mehr beachtete. Auf diese Weise stand der kommunistische Einfluß in der Arbeiterschaft e rnftlich in Frage. Für einige Zeit hörte und sah man dann plötzlich nichts mehr von kommunistischer Agitation in Brasilien ...
Inzwischen aber wurde zum zweiten Schlag ausgeholt. Die Komintern sah ein, daß die Taktik des politischen Massenstreiks in einem wirtschaftlich gerade erst der Kolonialzeit entwachsenen Land wie Brasilien scheitern muß. Sie bemerkte gleichzeitig, wie das erwachende Nationalbewußtsein in Brasilien die nationalsozialistische Bewegung des Jnte- gralismus vorwärts trug. Infolgedessen schwenkte sie zu der Taktik um, die sie in früheren Jahren in kolonialen und halbkolonialen Ländern wie Indien und China schon oft mit „Erfolg" angewandt hatte: Sie begann unter dem Deckmantel eines entschiedenen „Nationalismus" zu arbeiten. Alle irgendwie linksstehenden Elemente der brasilianischen Intelligenz wurden in der „Nationalen Befreiungs-Allianz" unter der Parole „Für die Befreiung Brasiliens vom Joch des ausländischen Imperialismus und seiner Helfershelfer" gesammelt. Die Allianz erhielt einen unerhörten Zulauf, sie konnte sogar dem Jntegralismus ernstlich Abbruch tun, da in ihrem Programm kein Wort von Kommunismus stand und jeder Angriff auf Religion, Familie und Vaterland ängstlich ver-
bemüht, durch das rein Theatralisch-Handlungsmäßige, die fesselnde und erregende Begebenheit hindurch zum nationalspanischen Gehalt des Werkes vorzustoßen und die ideellen Grundpfeiler ber Fabel plastisch hervortreten zu lassen.
Die schönen, klaren Bühnenbilder (Karl L ö f f - l e r) faßten mit großzügig-stilvoller Bogensührung die Schauplätze zusammen, waren räumlich gut gegliedert und zweckmäßig angeordnet, dem Charakter ber Aufführung vollkommen angepaßt.
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Die Titelrolle ber Estrella spielte Inge Birk- mann: sie steht bem äußeren Umfang ihrer Rolle nach nicht geradezu im Mittelpunkt, aber die Rolle ist in sich von einer Spannweite, die bedeutende Anforderungen stellt; sie verläuft, wenn man es ins Lineare übertragen wollte, etwa wie die Kontur eines gotischen Bogens, steil auffteigenb und wieder abfallend; sie verlangt einen jähen, unvermittelten, ungemilderten Uebergang von höchster Seligkeit in wildeste Verzweiflung, von der weichen Lyrik der ersten Liebesszene zum wilden Ausbruch an der Bahre des Bruders und zur schmerzvollen Resignation des Schlußbildes. Die sprachlich und gefühlsmäßig bezwingende, ja erschütternde Bewältigung dieser schauspielerischen Skala zeugte für die ungemeine Reife der jungen Darstellerin.
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Herr von Spallart war der König; auch er hatte es von der Rolle aus sehr schwer; ihm gelang es, Würde und Haltung noch in sehr unköniglichen und nichts als menschlichen Szenen zu bewahren, den Umrissen eines gefährlich schwankenden und zweideutigen Charakterbildes zu folgen und dennoch diesen Sancho ein wenig der absolutistischen Starre und Eiseskälte zu entrücken, die etwa den Schillerschen Philipp allezeit umgibt.
Herr Neuhaus als Busto: ein Ritter ohne Furcht und Tadel, ein Mann der Ehre und ein Sevillaner von heißem, jäh aufzuckendem Temperament. Herr Rosenthal gab den Sancho Ortiz; von ihm gilt, was das Spanische angeht (obwohl seine Blondheit in dieser Umgebung fast fremdartig anmutet), das gleiche; aber seine Rolle verläuft in der Gefühlslage minder gradlinig, vielmehr im Umriß etwa parallel zur Rolle der Partnerin Estrella. Auch er war bemüht, innerlich dieser Spannung und Ueberfpannung zu folgen und gerecht zu 'bleiben. Die beiden großen Szenen vor dem König und an der Bahre seien als die Höhepunkte seiner Leistung unvergessen.
Lope de Vega: „Der Stern von Sevilla"
Deutsche Uraufführung am Gietzener Stadttheater
Um Makalle ist eine erbitterte Schlacht entbrannt. Dieses Bild veranschaulicht den mühseligen Nachschub für die kämpfenden italienischen Truppen. Italienische Soldaten tränken an einer der wenigen Wasserstellen in dem wildzerklüfteten Gebiet an der abessinischen Nordfront ihre Tragtiere.
(Presse-Bild- Zentrale-M.)
mieden war. Nicht einmal ihre offiziellen Leiter konnten als Kommunisten angesprochen werden.
Ihr Machtbereich wurde binnen wenigen Monaten außerordentlich umfassend, immer offener propagierte sie die Machtübernahme durch eine revolutionäre „Volksregierung" unter der Leitung des Hauptmann Lutz Carlos P r e st e s, der ihr Ehrenpräsident war. Es war zwar allgemein bekannt, daß Prestes, der seit 1924 im Ausland saß, Mitglied des Komintern, ja sogar ihres Exekutivkomitees ist, doch genoß Prestes als „Held der revolutionären Erhebung gegen die Regierung vor 1930" in Brasilien eine so schwärmerische Verehrung bei der intellektuellen Jugend und dem unteren Offizierkorps, daß er als Persönlichkeit und nicht als Kommunist gewertet wurde.
Im letzten Augenblick gelang es der brasilianischen Bundespolizei, eine entscheidende Aktion der Allianz zu verhindern. Ihr fielen Dokumente in die Hand, die einwandfrei nachwiesen, daß die Allianz i m d i- retten Auftrag der Komintern gegründet und von ihr finanziert worden war, daß außerdem für den bewaffneten Aufstand durch die Allianz bereits die Zeit bis Herbst 1935 feststand. Nach Veröffentlichung dieser Dokumente schloß die Regierung sämtliche Sitze der Allianz und beantragte ihr gerichtliches Verbot. Die kommunistischen Hintermänner glaubten nun ihre Stunde gekommen und forderten die Anhänger der Allianz auf, mit dem Generalstreik zu antworten. Die Enthüllungen über den wahren Charakter der Allianz waren jedoch klar genug. Niemand folgte mehr der
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Lopes dramatische Produktion war durch eine inerschöpfliche Erfindungsgabe, blühende Phantasie, Leichtigkeit der Gestaltung und ausgeprägten Theatersinn gekennzeichnet; dies alles machte ihn ingemein populär, zum wahren Volksdichter und Mm Begründer des spanischen Nattonaldramas. Oie von Lope meisterlich beherrschte Gattung des Dramas war die sogenannte „Comedia de capa y (spada“, das Mantel- und Degenstück, eine typisch spanische Form des Jntrigenschauspiels. Was es l«mit auf sich hat, sieht man etwa am „Stern von Sevilla" den Wiegler in seiner „Weltliteratur" tines der „machtvollsten Dramen des spanischen k'önigsbcgriffes" nennt, „worin ein Ritter aus Lehnstreue, weil der König es fordert, feinen freund tötet".
Auf dem Titelblatt des Textbuches steht: Trauerspiel in drei Akten, Lope de Vega zugeschrieben, tus dem Spanischen übersetzt und für die deuftche Sühne frei bearbeitet von Hans Schlegel. Bar- I telona 1935. Das klingt etwas vorsichtig, und noch in großen Meyer, VII. Auflage, 1927, kann man f nden: „Neuerdings wird ihm (Lope) die „estrella
Das Stück spielt in Sevilla, um 1284; indessen findet sich am Schluß des Textbuches die folgende Anmerkung über den Stoff und den historischen Hintergrund: Aus der Zeit König Sanchos IV. ist kein Ereignis bekannt, das den Dorwurf für den „Stern von Sevilla" gegeben haben könnte. Nach Ansicht spanischer Lope-Forscher liegt dem Werke jedoch der folgende historische Borgang aus der Regierungszeit Philipps II. (also eines Zeitgenossen des Dichters) zugrunde: Philipps Halbbruder Juan de Austria hatte einen Sekretär namens Juan de Escobedo, der in Beziehungen stand zu Anna von Mendoza de la Cerda. Philipp II., der sich in Anna de Mendoza verliebt hatte, beauftragte feinen Staatssekretär Antonio Psrez, den Nebenbuhler aus dem Wege zu räumen. Psrez beging Öen Mord, hatte sich aber vorsichtigerweise von Philipp einen schriftlichen Befehl geben lassen, den er später oorroies, um seine Tat zu rechtfertigen. Philipp konnte ihn nicht öffentlich verfolgen lassen, zog sich aber sehr einfach aus der Affäre, indem er die Angelegenheit in die Hände der heiligen Inquisition legte, die gegen den von Philipp beauftragten Staatssekretär wegen Ketzerei vorging
Der bolschewistische putsch in Brasilien.
Von unserem H. B.-Äerichterstaiier.
(Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten!) Rio de Janeiro, 29. November 1935.
Eine Ironie des Schicksals: Am 20. November 1935 nahm das brasilianische Bundesparlament — wenn auch nur mit der geringen Mehrheit von SO gegen 73 Stimmen — eine Entschließung an, in ber es der Regierung das Verbot derfaschi- ßischen integralistischen Aktion vor- chlug unter Hinweis auf „gefährliche Pläne einer gewaltsamen Machtergreifung". Eine halbe Woche ipäter, am Sonntag, dem 24. November, erfüllte sich bereits die Prognose des brasilianischen Parlaments
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Am 25. November 1562 wurde Lope als Ab- fömmling eines altgalizischen Adelsgeschlechts in Madrid geboren, wurde von Jesuiten erzogen, stu- feierte in Alcala, begann ebenso frühreif zu dichten nie zu lieben, mußte nach einem Zweikampf fliehen, wurde aus Kastilien verbannt, nahm Heeresdienste, fuhr mit der berühmten Armada König Philipps gegen England, kehrte später in seine Vaterstadt jurücf, war zweimal verheiratet, wurde vom Papst wegen seiner Verherrlichung der Maria Stuart zum Doktor der Theologie ernannt und lebte schließlich r ur noch seiner literarischen Arbeit, die ihn be- liihmt machte, und deren Ausmaß bis heute nicht ibertroffen wurde: außer Romanen, Novellen und Sedüchten in großer Zahl soll Lope de Vega nicht weniger als 1500, nach anderen sogar 1800 Stücke geschrieben haben; von dieser unglaublichen Zahl |t|t nur ein Bruchteil auf uns gekommen.
Was ist nun bei Lope aus disfem nicht gerade anziehenden Tatbestand geworden? Ein richtiges Troubadour- und Vasallenstück aus der Rltterzett. Begriffe wie Liebe und Ehre, Pflicht, Recht, Gesetz und Königtum sind Wesenselemente einer Fabel, die uns ebenso spanisch wie vor allem mittelalter lief) verkommt. Dabei hat das Trauerspiel auch einen Anflug von jener Schicksalsdramatik, die wir im Deutschen von Grillparzer und einigen minder bedeutenden Schriftstellern her kennen. Der „Stern ist — auf den ersten Blick — eine höfische, eine tönifllidje Liebesgeschichte mit blutigem Ausgang ein Stück von Schuld und Sühne, von Vergeltung und Edelmut, ein richtiges Rttterdrama, fern von uns und unserer Zeit bunt, bewegt romantisch noch in seinen realistischen Zugen dabei sehr geschickt sehr theaterwirksam gebaut, mit schnellem !md folgerichtig entroirfeltem Szenenablauf.
Mantel und Degen, wir sagten es schon, sind rnni cki svanische eine ganze Dramengattung kenn- «Sn'tfiten des Spiels: im Mantel ver- mummt dringt König Sancho bei Nacht als unge- ”r Sber in39 flau, b« Estrella (eben jenes tdttTr" chr°m'°un°krmukt ftuh^-imlehrenden
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den er erkannt hat. entkommen: er handelt konig-
Die Komintern, die die Bolschewisierung Süd- cmerifas bereits zweimal durch großangelegte Ak- ilonen in Brasilien einleiten wollte, hatte zum 'ritten Schlag ausgeholt. Es ist sehr interessant, ie Wandlungen der kommunistischen Taktik zu bedachten, die mit außerordentlicher Wendigkeit nd Rücksichtslosigkeit immer wieder neue Lege der Revolutionierung sucht, sobald eine ihrer Hetzaktionen gescheitert ist. Der Kommunis- nus wurde für Brasilien, wo er früher nur eine tterarische Modeerscheinung war, erst in den letzen Jahren mit einer systematischen Zufuhr von Agenten der Komintern und mit einem Erstarken i'er Arbeiterbewegung eine akute Gefahr.
Die nach der Revolution von 1930 ans Ruder gelangte brasilianische Regierung hatte dem Land (ine Sozialgesetzgebung gegeben, die sich in vielem cn das Muster europäischer sozialdemokratischer Regierungen anlehnte. Besonders wurde der Aus - lau der Gewerkschaften, der „Arbeiter- jyndikate", gefördert, die eine Art amtlichen Charakters erhielten. Plan schuf damit ein Gerüst, das sich nicht recht mit dem noch stark feudalistischen llufbau des brasilianischen Wirtschaftsgefüges ver- ragen konnte. Infolgedessen mußte der Ausbau des vzialpolitischen Gebäudes st e rf e n b l e i b e n ; die llrbeitersyndikate waren zwar da, es fehlte ihnen (ber der konstruktive Inhalt.
Den gaben ihnen dann an Stelle der Regierung , — die kommunistischen Agitatoren. Es .«lang ihnen, in einer Reihe führender Syndikate lnsschlaggebenden Einfluß zu bekommen, da sich bnft niemand um diesen Einfluß recht bekümmerte. Auf dieser Grundlage baute der erste Sinbruchsversuch der Komintern in Brasi- i en auf. Sie benutzte die Gewerkschaftsbewegung, im, ganz im Stil ihrer Taktik in europäischen Jn- lustriestaaten, eine Revolutionierung der Massen lurd) eine ununterbrochene Kette von Streiks jii erreichen. Immer wieder wurde versucht, dem Lohnprogramm dieser Streiks auch politische Forlerungen kommunistischen Charakters anzuhängen. Schließlich, als man die Streikwelle auf einen ge- rrisien Höhepunkt getrieben hatte, erging die Parole (les General st reiks. Freilich hatten die Agen- t?n der Komintern in ihrer Eile, einen Streik nach iem anderen anzuzetteln, sich so wenig um deren
(ife und in Natal brachen kommuni st ische Z u t s ch 0 e r s u ch e aus. Nicht die verschrieene .faschistische Diktatur" bedrohte Brasilien, sondern ter Versuch einer Errichtung bolschewistischer Schreckensherrschaft!


