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Nr.131 Erster Blatt

185. Zahrgang

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DieMarmevMwocheinKiel

23omll.btel6. Juni 1935.

Don Kapiianleutnani A. Wolf, ^eichskriegsministerium.

Im Buch des deutschen Schicksals ist die Ge­schichte deutscher Seegeltung ein Kapitel, das, wie kaum ein anderes, die tragischen Folgen der jahrhundertelangen tiefen Zerrissenheit des Volkes, des Haders, der Mißgunst seiner Fürsten und Machthaber, der Kleinstaaterei und des Man­gels an politischem Sinn aufzeigt. Das Auf und Ab in der macht- und wirtschaftspolitischen Entwicklung Deutschlands wird hier besonders deutlich offenbar. Hatten weitblickende Männer in kühnem Griff die Hand nach den Reichtümern der Welt, deren Meere ihre Schiffe befuhren, ausgestreckt, so fehlte ihren Nachkommen der Blick für die Weite; sie ließen in kleinlicher Schwäche und Uneinigkeit verkümmern, was Großes geschaffen und erkämpft war. So zer­fiel die Hansa nach über drei Jahrhunderten der Blüte, so zerbrach des Großen Kurfürsten mühsam geschaffenes Werk, Brandenburgs Flagge verschwand von der See. Auch Preußens Flotte kam über die ersten Anfänge nicht hinaus, die B u n d e s f l o t t e um die Mitte des 19. Jahr­hunderts wurde nach wenigen Jahren ihres Be­stehens wieder aufgelöst. Es fehlte der einheitliche Wille und die Kraft eines in sich geschloffenen Volks. Indessen teilten die anderen Seemächte die Welt und sicherten sich Niederlassungsrechte und Kolonien.

Erst die Reichsgründung ließ auch das deutsche Volk den Blick wieder nach draußen wen­den. Wieder begann der Seehandel zu blühen, die wachsende Bevölkerung, die rasche industrielle Ent­wicklung, die kolonialen Erwerbungen führten das junge Reich in immer stärkerem Maße aufs Meer. Der ungeheure Aufschwung des endlich geeinten Volkes zeigt eindringlich, was Tatkraft und Wille vermögen,' fügen die Kräfte sich erst zusammen. Diesem friedlichen Handel, den Kolonien, den weit über die Welt verstreuten deutschen Landsleuten galt es, Rückhalt und Schutz zu geben gegen Miß­gunst und Uebergriffe der Andern. So entstand aus kleinen, von Preußen zäh und zielbewußt weiter entwickelten Anfängen die Kaiserlich deut­sche Marine. Keine Schöpfung des Kriegs­willens, keine Drohung an andere, sondern der selbstverständliche Ausdruck des Lebenswillens eines kraftvollen Staates, der, wie die anderen, fein An­recht an den Gütern der Welt, seinen ihm gebüh­renden Platz forderte und zu behaupten gesonnen war ...

Heute steht Deutschland wieder am Beginn einer neuen Epoche. Weltkrieg und national­sozialistische Revolution haben, aufs tiefste einschnei­dend, das Gesicht des Reichs und des deutschen Men­schen gewandelt. Adolf Hitlers Wille und Tat schlug über den Abgrund, in den das deutsche Volk, wie so oft in seiner Geschichte, zu versinken drohte, die feste Brücke. Nun steht im Dritten Reich die Na­tion. Wieder beginnt auf vielen Gebieten des deut­schen Lebens die Arbeit von Neuem. Auch in der Wehrmacht. Denn erst die Wehrhoheit, die der mannhafte Entschluß des Führers wiederherstellte, gab ihr den Boden, der sie tiefe Wurzeln im Volke schlagen und wachjen läßt. Heute geht die ganze junge Mannschaft durch ihre Schule, stolz in dem Bewußtsein, die Waffe wieder führen zu können.

Den heutigen Soldaten in seinem Dienst zu sehen, die Fülle seiner Aufgaben kennenzulernen, ist für jeden Deutschen, zumal nach IV2 Jahrzehn­ten erzwungener Wehrlosigkeit, selbstverständliches Erfordernis. Was indessen beim Heer und der Luftwaffe leichter ist, trifft für die Kriegs­marine nicht im selben Umfang zu. Fern der Küste, in der freien See, führt sie ihre Uebungen durch. Nur wenigen ist gelegentlich ein Emblick in den Dienstbetrieb an Bord vergönnt. Gerade die Aufgaben der Kriegsmarine sind es aber, die ebenso wie die des Heeres und der Luftwaffe, Eingang finden müssen in das Bewußtsein und Verständnis des deutschen Volkes. Denn jene Zett der Ohnmacht zur See, die durch Jahrhunderte hindurch zum Schaden einer freien und gesunden Entwicklung sich auswirkte, darf nicht wiederkeh- ren. Seegeltung aber kann nur gedeihen, wenn sie getragen ist vom Willen der Na­tion So ist der Entschluß des Oberbefehlshabers der Kriegsmarine, Admiral Dr. h. c. Raed e r, entstanden, durch eine M a r i n e v 0 l k s w 0 ch e dem Deutschen die Aufgaben und den Zweck der Kriegsmarine näherzubringen.

Schutz der Küsten und Seegrenzen Sicherung der Seewege, des gesamten Seehandels, msbeson- dere der lebenswichtigen Zufuhr, fmb bte Auf­gaben i m Kriege. Aber auch im Frieden stellt die Aufrechterhaltung der Verbindung mtt den Ausländsdeutschen, die Festigung und Stärkung ihres Ansehens in den Gastländern, die Vermitt­lung eines wahrheitsgetreuen Bildes von den Le­bensverhältnissen im nationalsozialistischen Deutsch­land eine besondere wichtige Aufgabe dar. Da­neben obliegt der Kriegsmarine der Dermessungs- dienst in heimischen und außerheimischen Ge­wässern, der Fischereischutz, die Beteiligung an der Befeuerung und Betonnung der Seewasserstratzen, an allen Fragen des Wetterdienstes u. a. m.

Einen Querschnitt durch dieses Aufgabengebiet unter starker Berücksichtigung des Dienstes an Boro selbst gibt die Marinevolkswoche. Die deutsche Flotte wird zu diesem Zweck mit wenigen Ausnahmen in Kiel sein, u. «. das Flotten­flaggschiff, LinienschiffSchleswig - Holstein , die PanzerschiffeDeutschland" undAdmiral Scheer^, die KreuzerKönigsberg",Köln" undLeipzig , ferner Torpedoboote, Schnellboote, Minensuchboote und das SegelschiffGorch Fock". Alle Schiffe imd zur Besichtigung freigegeben

Laval stellt heute dem Parlament sein Kabinett vor.

Oie Regierungsbildung endlich gelungen.Oie Nadikalsozialisten schwenken ein.

Paris, 7.3unl (DJtB.) Donnerstag nachmittag wurde bekannt, daß P i e t r i auf den Auftrag der Kabinettsbildung verzichtet hat. Nachdem auch der Vorsitzende der radikalsozialistischen Kammer­gruppe D e t b 0 s es abgelehnt hatte, die Kabinetts­bildung zu übernehmen, wurde Pierre Laval er­neut ins Elysee berufen. Laval erklärte: Der Prä­sident der Republik hat mir erneut die Re­gierungsbildung angeboten. Angesichts der ernsten Lage habe ich nicht geglaubt, mich diesem Auftrag entziehen zu können. Ich werde also die Regierung bilden.

Kur; vor 3 Uhr früh hat Ministerpräsident Laval sein Kabinett gebildet, das sich wie folgt zusammenseht:

Ministerpräsidium und Auswärtiges: Laval (Senator, parteilos).

Staatsmlnifter: h e r r i 0 t (Abgeordneter, Radi- kalsozialift), Marin (Abgeordneter, Republi­kanische Vereinigung), Alandln (Abgeord­neter, Llnksrepublikaner).

Justiz: Berard (Senator, Richtung Marin).

Inneres: Paganon (Abgeordneter, Radikal- sozialist).

Kriegsminister: Oberst Fabry (Abgeordneter, Mittelrepublikaner der Richtung Tardieu, und Vorsitzender des heeresausschusses der Kammer).

Kriegsmarine: P i e t r i (Abgeordneter, Links­republikaner).

Luftfahrt: General Dena in.

Handel: Bonnet (Abgeordneter, Radikalfozialist). Finanzen: Marcel Regnier (Senator, Radikal- soziallst).

Unterricht: Marcombes (Abgeordneter, Ra­dikalsozialist).

Oeffentliche Arbeiten: Laurent-Eynac (Ab­geordneter, Radikalfozialist).

Kolonien: R 0 l l i n (Abgeordneter, Radikal- sozialist).

Handelsmarine: Roustan (Senator, Radikal- sozialist).

Arbeitsminister: F r 0 s s a r d (Abgeordneter, ftüh. Altsozialist).

Pensionen: Maupoil (Abgeordneter Radlkal- sozialist).

Landwirtschaft: Chatala (Abgeordneter, Radi- täte Linke), der gleichzeitig die elsaß-lothringi­schen Angelegenheiten mit verwalten wird.

Oeffentliches Gesundheitswesen: Lafond (Ab­geordneter, Neusozialist).

Postminister: Mandel (Abgeordneter, unab- hängig).

Lavals drittes Kabinett.

Heute bereits Regierungserklärung in der Kammer.

Paris, 7. Juni (DNB. Funkspruch). Das Kabi­nett Laval ist das dritte, das der bei keiner Partei eingeschriebene Senator gebildet hat. Seine erste Regierung leitete er als Ministerpräsident nach dem Sturz des Kabinetts Steeg vom Januar bis zum Juni 1931. Als im Juni jenen Jahres Paul D 0 u m e r zum Präsidenten der Republik gewählt wurde, überbrachte Laval, dem in Frank­reich geltenden Brauch entsprechend, dem neuen Staatsoberhaupt den Rücktritt seiner Regierung. Laval wurde ersucht, weiter im Amte zu bleiben, und konnte sein zweites Kabinett bis zum 16. Februar 1932 durch allerhand innerpolitische Klippen hindurchsteuern, bis ihn in einer Jnterpellationsdebatte im Senat das Schicksal ereilte. Seitdem hat Laval fast ununterbrochen einen Ministerposten bekleidet. Das Außen amt über­nahm er nach dem Tode Barthous im Oktober 1934.

Das jetzt gewählte Kabinett Laval ist das 99. der dritten Republik und das zehnte

der laufenden Legislaturperiode. Es besteht aus vier Senatoren und sechzehn Abgeordneten. Drei­zehn Minister gehörten bereits der kurzlebigen Regierung Bouisson an. Neu eingetreten sind Flandm, Bsrard, Fabry, Bonnet Retznier, Marcombes, Maupoil und der erst nachträglich zum Unterstaatssekretär berufene B l a i s 0 t (Rich­tung Marin), der die ursprünglich dem Landwirt­schaftsminister C a t h a l a zugedachte Vertretung der elsaß-lothringer Angelegenheit übernimmt.

Das neue Kabinett hat im Elys 6 e, nachdem es dem Präsidenten der Republik seinen An­trittsbesuch gemacht hatte, bereits im Laufe der Nacht eine Art M i n i st e r r a t abgehalten, in dem die Richtlinien der Regierungserklä­rung besprochen wurden. Für heute, 17 Uhr, ist ein förmlicher Minister rat anberaumt, in dem die Regierungserklärung, die um 18 Uhr im Senat und Kammer zur Verlesung kommt, ihre endgültige Fassung erhalten soll.

Laval verkündet ein Programm der Einsparungen nnddesFrankenschntzes.

Sie presse prophezeit eine große

Paris, 7. Juni. (DNB. Funkspruch.) Die! Presse ist der Ueberzeugung, daß die neue Regie­rung, die heute nachmittag vor das Parlament tritt, sich wird durchsetzen können. Der U m - schwung in der Haltung der Radikal­sozialisten hat nach allgemeiner Ansicht die Aufgabe Lavals wesentlich erleichtert. Gut unter­richtete Kreise wollen erfahren haben, daß Laval Vollmachten verlangen werde, die aber a u f d i e Verteidigung des Franken be­schränkt und gegen die Spekulation gerichtet sein sollen. Die Regierung werde, schreibtOeuvre", nur bis zum 31. Oktober auf dem Verordnungswege Maßnahmen ergreifen und sie noch vor Ablauf des Jahres dem Parlament zur Ratifizierung unterbreiten. Außerdem soll das Parlament nicht vorzeitig in die Ferien geschickt werden, jedoch ist dabei der Vorbehalt gemacht, daß Laval Jnterpellationsaussprachen nur für wirklich wichtige Fragen annehmen wird. Echo de Paris" veröffentlicht folgende Erklä­rung Lavals:

Die Art der Vollmachten, die ich beantrage, erlaubt es mir, nach meinen Besprechungen mit den verschiedenen politischen Gruppen und besonders mit den Radikalsozialisten a u f eine breite Mehrheit zu rechnen, die sich der Notwendigkeit bewußt ist, umfang­reiche Einsparungen vorzunehmen. Nur wenn die Regierung eine energische Deflation durchführt, kann sie die Fi-

Mehrheit für das neue Kabinett.

nanzen sanieren. Die Opfer, die die Gemeinschaft wird bringen müssen, werden weniger drückend und besser ver­teilt sein, als die Opfer, die zwangsläufig mit einer Währungskrise verbun­den sind. Die Regierung der zum handeln bereiten Union, die ich gebildet habe, ist ent­schlossen, alles ins Derk zu sehen, um die Spekulation gegen den Franken zu brechen und unsere Währung zu retten!

In diesem Sinne wünschen die meisten Blätter Laval Erfolg.Die Nation brauchteine starke R e g i e r u n g", schreibt u. a. die radikalsozialiststche Republique".Die Oeffentlichkeit verlangt sie, und das Parlament würde unverzeihlich handeln, wollte es Widerstand leisten." DasPetit Journal" erwar­tet von den Fähigkeiten, die Laval als Außen­minister entwickelt hat, einen wohttuenden Einfluß auf die innerpolitisch durch Intrigen gekennzeichnete Lage. Stärker als alle Doktrinen und Theorien habe die Not, die als Mutter der Völkergeschichte gelten könne, Donnerstagabend gesiegt, so daß Pierre Laval die fast einmütige Zustimmung der radikalsozialistischen Gruppe habe er­langen können. Unzufrieden mit der Wendung, die die Dinge genommen haben, ist die Sozia- listische Partei, deren Führer Blum im Par­teiorganPopulaire" die Behauptung aufstellte, daß man um die Auflösung der Kammer doch nicht herumkommen werde, aufgeschoben sei nicht aufgehoben.

Heue Persönlichkeiten um Laval.

Der neue Ministerpräsident stammt aus sehr be­scheidenen Verhältnissen. 1883 wurde er als Sohn eines Häuslers in der Auvergne geboren. Er kommt

um die Jahrhundertwende auf die Rechtsschule in Paris und macht dann in dem Pariser Faubourg Saint Martin ein Advokatenbüro auf. Später wird

er Gemeinderat in Aubervilliers, einer armen Vor­stadt im Norden von Paris, deren Bürgermeister er noch heute ist. Seine Gemeinde sandte ihn 1914 in die Kammer. Dort saß er ursprünglich auf den Bänken der Sozialisten. Später führt ihn sein Weg in den Senat. 1925 wurde er das erstemal Mini­ster. Als Arbeitsminister unter Tardieu gelang es ihm, den großen Textilarbeiterstreik von 1930 durch fein besonnenes Eingreifen beizulegen und einen Kohlenarbeiterstreik zu verhindern. Im Januar 1931 bildete Laval ein Konzentrattonskabinett der Rechten und der Mitte, in dem er von vornherein starken Einfluß auf die Außenpolitik nahm, ob­wohl fein Freund und alter Gönner Briand das Außenministerium behalten hatte. Seine Reisen nach Berlin und Washington sind noch,in aller Erinnerung. In seinem zweiten Kabinett übernahm er dann persönlich die Leitung der auswärtigen Politik. Auch den späteren Regierungen Tardieu und Doumergue gehörte er an. Nach Barthous Ermordung wurde er wiederum Außenminister und blieb dies auch im Kabinett Flandin.

Von den neuen in das Kabinett eingetretenen Persönlichkeiten beansprucht der Finanzmini - ft e r Regnier wegen der bekannten finanziellen und währungspolitischen Schwierigkeiten Frank­reichs ein besonderes Interesse. Rägnier ist kein un-

Die feierliche Eröffnung am Abend des 11. Juni in der Nordostfeehalle in Kiel knüpft an die ruhmvolle Vergangenheit der Marine im Welt­kriege an. Auf einer großen Weltkarte find alle Stellen verzeichnet, an denen deutsche Seeleute g e - kämpft und für Deutschlands Größe ihr Leben hingegeben haben. Namentlich werden die im Kampfe gesunkenen Schiffe aufge­rufen und das Aufleuchten des Schiffsnamens gibt dem Beschauer ein eindrucksvolles Bild von der weltumspannenden Größe einstiger deutscher See­macht. _ r..,

Die folgenden Tage bringen Schauvorfuh- rungem vom Dienst an Bord, u. a. Ge- fechtsdienst an den Schiffsgeschützen, Torpedo­schießen, Taucherübungen, Segelexerzieren, Flag­gensignalisieren, Flugabwehr der Schiffe, Fahr- ubungen von Minenräumbooten, Mann über Bord- Manöver und Wettrudern sämtlicher Kriegsschiff­boote. Ausstellungen geben einen Ueberblick über das Waffenwesen, den Schiffbau, die nautischen Wissenschaften und die Entwicklung der Maschinen- bautechnik auf Kriegsschiffen. Vorführungen un Land erstrecken sich auf moderne Jnfanteriegefechte, Uebungen von Kraftfahrtruppen und manches andere. Die Marinegeschichte findet ihren Ausdruck in wahrheitsgetreuen Nachbildungen alter Schlffs-

einheiten, wie eines Wikingerfchiffs, eines kurbran- denburgifchen Schiffes, einer preußischen Fregatte. Großes Wecken in allen Stadtteilen Kiels und feierliche Flaggenparade auf allen Schiffen am Morgen und, täglich von Schiff zu Schiff wechselnd, der abendliche Zapfenstreich rahmen die Veranstal­tungen ein.

Der 15. Juni ist ein besonderer Tag. Außerhalb des Rahmens der auch an diesem Tage stattfindenden Vorführungen wird die Rückkehr des KreuzersKarsruhe" von feiner acht­monatigen Amerikareise festlich begangen. Der 16. Juni steht im Zeichen der großen Truppen­parade aller in Kiel versammelten Schiffsbe­satzungen und Landmarineteile, die vom Ober­befehlshaber der Kriegsmarine, Admiral Dr. h. c. Raeder, abgenommen wird. Feuerwerk und Scheinwerferspiel der Schiffe beschließen am Abend des 16. Juni die Marineoolkswoche.

Aber auch der in der Marine in großem Um­fang gepflegte Sport kommt zur Geltung. Die 1, internationale Marinepokal-Segelwett­fahrt, eine auf Anregung des Oberbefehlshabers der Kriegsmarine erstmals in Deutschland statt- findende Veranstaltung, vereinigt Offiziere der dä­nischen. holländischen, polnischen und schwedischen

Marinen mit deutschen Seeoffizieren zu friedlichem Segelwettkampf auf der Kieler Förde. Die auf einer deutschen Werft erbauten Boote, die sämtlich der Starbootklasse angehören, werden unter die Teilnehmer verlost, die sich, beginnend am 12. Juni, um den noch zu Lebzeiten des Reichspräsidenten von Hindenburg gestifteten Pokal, der nunmehr alsHindenburg-Erinnerungs-Pokal" ausgesegelt wird, bewerben.

Die zweite große sportliche Veranstaltung sind die M a r i n e m e i st e r s ch a f t e n , die alle vier Jahre ausgetragen und während der Marinevolks- woche in besonders festlichem Rahmen durchgeführt werden. Schon dieser knappe Ueberblick mag ge­nügen, um darzulegen, wie vielseitig das Pro­gramm ist. Es ist der Wunsch der Kriegsmarine, in diesen Tagen den zum Besuch kommenden Volks­genossen zu zeigen, wie ernst sie ihren Dienst, den Ehrendienst am deutschen Volke, nimmt und was in den Nachkriegsjahren an stiller, zäher Aufbau­arbeit geleistet worden ist. Es ist ihre Hoffnung, daß die Eindrücke, die jeder einzelne mitnimmt, das Band zwischen Wehrmacht und Volk im Geiste der Schicksalsverbundenheit aller Deutschen noch fester knüpfen zum Besten des Vaterlandes.