Ausgabe 
2.11.1935
 
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Oberheffen.

Gikung der Gemeinderäte in Lich

* £ i d), 1. Nov. Gestern abend sand im Sitzungs­saals der Bürgermeisterei eine öffentliche Ge­rn e i n d e r a t s s i tz un g statt. Zunächst wurde durch Bürgermeister Pg Geil die Einführung und Verpflichtung des 1. Beigeordne­te n und der durch den Beauftragten der NSDAP. bestimmtenRatsherren oorgenommen. Nach einleitenden Begrüßungsworten gab Bürgermeister Geil bekannt, daß das Kreisamt Gießen den seit einem Jahre kommissarisch tätigen Beigeordneten Pg. Otto Wahl zum 1. Beigeordneten auf die Dauer von sechs Jahren ernannt habe. Hierauf nahm er Pg. Wahl den Eid auf den Führer ab Nach seinem Glückwunsch an den Beigeordneten über­reichte er diesem die Anstellungsurkunde. Dann nahm der Bürgermeister die Verpflichtung der Ratsherren vor. Nach der Leistung des Treueides auf den Füh­rer wurden den Ratsherren Ludwig Erb, Christian Fey, Heinrich I. Menges, Wilh. Schäfer, Karl Schwab, Ernst Wilh. Drechsler, Ludw. Wolf II. und Ludw. Zimmer die Anstellungs- Urkunden ausgehändigt. Hierauf wurde das mit der Butzbach Licher Eisenbahn getroffene Stillhalteabkommen vom 23. Juni 1935 auf ein weiteres Jahr unter den bisherigen Bedingungen verlängert. Gewerbesteuererlasse sollen wie bisher gewährt werden, wenn eine Minderung der Steuerwerte gegenüber den Vorjahren um minde­stens 20 v. H. eingetreten ist. Bürgermeister Geil schloß die Sitzung mit einem dreifachen Sieg-Heil auf den Führer, anschließend wurde der erste Vers des Horst-Wessel-Liedes gesungen.

Stadtvorstandsfitzung in Alsfeld.

J) Alsfeld, 29. Oft In der gestrigen Sitzung fand zunächst die Einführung und Ver­pflichtung der beiden Beigeordneten statt, die seither kommissarisch ihre Stellen versehen hatten. Als erster ehrenamtlicher Beigeordneter wurde Sparkassendirektor Hermann Trips, als zweiter ehrenamtlicher Beigeordneter Schriftleiter Friedrich Eh renklau jr. ernannt und verpflichtet.

Infolge Ausscheidens verschiedener Ratsmitglie- der waren die Vertreter der Stadt für die Mitgliederversammlung der Be­zirk s s p a r k a s s e neu zu bestimmen. Gemäß dem Vorschlag der Stadtverwaltung wurden fünf Ratsmitglieder, sowie der Bürgermeister als Ver­treter für das Geschäftsjahr 1935 bestimmt.

Es gelangten weiter der Voranschlag der Oberrealschule für das Rechnungsjahr 1936, sowie der Gewerbeschule zur Vorlage. Danach ist als Gesamtbeitrag der Stadt für die Oberreal­schule im Rechnungsjahr 1936 ein Betrag von 30 045 Mark erforderlich, gegenüber 26 269 Mark im Voranschlag 1935. Nach den Erläuterungen des Vorsitzenden ist der Mehrbetrag von 3776 Mark durch geringere Schulgeldeinnahme und Vermeh­rung der persönlichen Kosten entstanden. Die vor­gesehene Errichtung einer neuen Stelle im Vor­anschlag 1936 wurde beanstandet. Der Voranschlag für die Gewerbeschule sieht einen Gesamtbeitrag der Stadt in Höhe von 7375 Mark, gegenüber 7575 Mark im Vorjahre vor. Die Schülerzahl für das Wintersemester der Gewerbeschule bewegt sich ungefähr auf der gleichen Höhe, wie im vergange­nen Winter. Es wurde die Anregung gegeben, die stark zurückgegangene Schülerzahl durch eine rege Aufklärungs- und Werbearbeit wieder zu erhöhen. Der Voranschlag wurde in der vorgelegten Form genehmigt.

Für den kommenden Winter sind verschiedene Kanalisationsarbeiten in Form von Not- ftandsarbeiten ausgeschrieben worden. Von diesen Arbeiten soll zunächst nur der Burgmauerweg Zur Ausführung kommen. Die Kanalisation der Wall­gasse wird ausgesetzt bis zur Klärung der noch schwebenden technischen Ermittlungen. Der Zuschlag für die Ausführung der Kanäle wird dem Karl T r ö l l e r in Niedsr-Ohmen zu seinem Angebot vom 31. August 1935 übertragen, sofern der Unter­nehmer die allgemeinen Bedingungen der Stadt erfüllt.

Durch die Siedlung der Alsfelder Bau­genossenschaft in der Hochstraße, wo gegenwärtig 10 Neubauten errichtet werden, ist der Ausbau der Straße erforderlich geworden. Der vor- gelegte Voranschlag des Stadtbauamts für die Her­stellung des Bürgersteigs, des Straßenbaues und des Kanals für den Baublock im Betrage von 10 000 Mark wurde genehmigt. Die Lieferungen wurden gemäß dem Vorschlag des Stadtbauamts vergeben.

Unter Mitteilungen gab der Vorsitzende ein Schrei­ben des Rsichsaußenministers Freiherrn von Neurath bekannt, worin dieser der Stadt seinen Dank ausspricht für die Mitteilung von der Wieder­herstellung des Stammhauses seiner Familie und seinen Besuch für nächstes Jahr in Alsfeld in Aus­sicht stellt.

Einbruch im Butzbacher Rathaus.

* Butzbach, 1. Nov. In der Mittagszeit, wäh­rend der Abwesenheit der Beamten und Angestell­ten, drang ein Einbrecher im hiesigen Rat­haus mit Gewalt in mehrere D i e n st z i m - m e r ein, wo er mit einem Stemmeisen mehrere Schreibtische erbrach und daraus insgesamt etwa 70 Mark Bargeld st atzl. Es ist Grund zur Annahme vorhanden, daß es sich bei diesem

Einbrecher um den gleichen Menschen handelt, der vor einigen Wochen auch im Kreisamt Fried­berg und im Rathaus in Wetzlar Einbrüche verübt hat. Die polizeilichen Nachforschungen sind im Gange.

bie Ireiherr-vom-Stein-piakette für Homberg.

LPD. Homberg, 1. Nov. Der Deutsche Ge- meindetag hat aus Veranlassung der Landesdienst­stelle Hessen-Nassau durch den Geschäftsführer Dr. G ö b (Frankfurt a. M.) der Stadt Homberg (O h m) aus Anlaß des 700jährigen Stadt- j u b i l ä u m s im Juni dieses Jahres nunmehr die Freiherr - vom - Stein- Plakette als Ehrengabe überreichen lassen.

Landkreis Gießen.

* Watzenborn- Steinberg, 2. Nov. Am Sonntag, 3. November, veranstaltet die N S G. Kraft durch Freude" im SaalbauZur Krone" einen heiteren Abend unter dem MottoLache mit uns". Allen Volksgenossen ist Gelegenheit gegeben, für billiges Geld einen wirk­lich lustigen Abend zu verleben. Zur Ausgestaltung des Abends wurden aus Frankfurt folgende Künst­ler verpflichtet: Herbert S i l l a o , der Ansager und Humorist, die Artisten Seiferitz & Co., die Hand- harmonika-Dirtuosin Paula Ernedseter, die zwei Blondinis, Zahnkraftakt, u. a. m. Anschließend Tanz. Beginn 20.30 Uhr.

od Eberstadt, 1. Nov. Von der Gaufilm­stelle der NSDAP, wurde im Saale von Wedemann der FilmDie große Chance" ge­zeigt. Die Veranstaltung war aut besucht. Die Vor­führung wurde mit großem Beifall ausgenommen.

* Londorf, 2. Nov. Der NSG. ,Lraft durch Freude" ist es gelungen, für den hei - ter en AbendLache mit uns" heute abend in der Dolkshalle erstklassige Künstler aus Frankfurt zu verpflichten. U. a. kommen mit: Herbert Silav, der Ansager und Humorist, die Artisten Seiferitz & Co., Paula Ernedseter, die Handharmonika- Virtuosin, zwei Blondinis, Zahnkraftakt u. a. m. Anschließend Tanz. Beginn: 20.30 Uhr.

* Grünberg, 2. Nov. Die NSG.Kraft durch Freude" veranstaltet heute abend in der Turnhalle ein großes W i n z e r f e st. Die ganze Halle ist in ein Winzerdorf verwandelt worden. Zwei Kapellen spielen zum Tanz und Singen auf. Namhafte Künstler sorgen für die nötige Stim­mung. Die Preise sind so niedrig gehalten, daß es jedem Volksgenossen möglich sein wird, bei diesem Fest die Sorgen des Alltags zu vergessen.

ch Lauter, 1. Nov. Diese Woche wurde durch die N S. - Fr a u e n sch a f t zugunsten des Win­terhilfswerkes eine Honig - und Geleesamm- l u n g durchgeführt, die einen recht stattlichen Er­trag ergab. Durch die neue Gemeindeordnung haben wir jetzt nur noch vier Gemeinde- r ä t e. Unsere Gemeindevertretung setzt sich nun wie folgt zusammen: 1. Beigeordneter Pg. Heinrich Schmidt IV., 2. Beigeordneter Karl Schlörb, die Gemeinderäte Pg. Karl Philipp Lind, Heinr. Keil, Heinrich Seipp und Karl Sann.

Aus der mittleren Wetterau, 31. Oft. Die Dickwurzernte ist eingebracht. Sie ist sehr gut ausgefallen, so daß die Keller den Ertrag nicht zu fassen vermochten und ein Teil eingemietet werden mußte. Einzelne Knollen der Sorte Ecken- dorffer Riesen hatten ein Gewicht von 14 bis 16 Pfund Die freigewordenen Aecker werden noch mit Weizen bestellt.' Der Ertragssicherheit wegen und mit Rücksicht auf das hohe Hektolitergewicht wird meistens die Sorte Carsten angebaut. Die geringen Fröste haben dem Herbstfutter keinen Schaden ge­bracht, so daß Grünfutter im Ueberfluß vorhanden ist. Die neuerrichteten Einsäuerungsanlagen sind mit Erbsengemenge, Stoppelklee und Rübenblättern ge­füllt. Das zum erstenmal im Frühherbst ausgesäte Landsberger Gemenge (Inkarnatklee, Winterwicken, Welsches Weidelgras) hat sich im Zwischenfruchtbau gut bewährt und wird im zeitigen Frühjahr ein eiweißreiches Erstfutter liefern. Wie stark der Anbau des Körnermaises zugenommen hat, ersieht man in fast allen Hofreiten. Unter Dachtraufen und Schup­pen hängen lange Reihen Maiskolben zum Trock­nen. Der Bauersmann ist mit der Körnerernte sehr zufrieden. Die Raps- und Rübsenäcker gehen mit gutem Stand in den Winter. In allen Gemar­kungen wurden durch die amtlich bestellten Obstbau­kommissionen Besichtigungen der Baumanlagen durch­geführt und dabei die abgängigen Bäume mit ent­sprechenden Zeichen versehen. Infolge der von der Reichsregierung in Aussicht gestellten Zuschüsse zu Obst-Neupflanzungen werden' allenthalben Pflanz- vorbereitungen getroffen.

Kreis Alsfeld.

*!* Ruppertenrod, l.Nov. Gestern fand hier der H e r b st m a r k t statt. Der Ferkelmarkt wies einen Auftrieb von 210 Stück auf. 5 bis 6 Wochen alte Tiere bezahlte man mit 18 bis 20 Mark, 7 bis 8 Wochen alte erbrachten 20 bis 24 Mark, die stärkste Sorte, je nach Alter, 24 bis 30 Mark. Der Verlauf des Geschäftes war ruhig, es verblieb geringer Ueberftand. Der Krämermarkt war von Händlern und Käufern sehr gut besucht. Sein Gepräge erinnerte diesmal an die größeren Märkte der Umgegend. Die Straße Mücke Alsfeld -st nun gepflastert und dem Verkehr wie­

der übergeben worden. Die Herrichtung der Straße hat eine Fülle von Nebenarbeiten mit sich gebracht. Zunächst liegt die neue Straße bedeutend höher als die seitherige. Dadurch kamen alle Höfe sehr viel tiefer zu liegen. Soeben ist man nun an der Aus­gleicharbeit. Manche Höfe und Zufahrten mußten um 50 Zentimeter gehoben werden. Im Oberdorf ist die ganze Breite der Straße nicht verwandt wor­den. Die ganze Gossenanlage wird darum um einige Meter versetzt. Im Unterdorf hat man dagegen die Straße verbreitert. Zu diesem Zwecke wurden zwei Bachbette eingeengt und durch Mauern gesäumt Dadurch wurde viel Raum gewonnen.

§ Merlau, 1. Nov. Der hiesige Jagdpächter traf gestern bei einem Gang durch sein Jagdrevier im Walde auf ein Rudel Wildschweine, das bei seinem Erscheinen flüchtete. Mit Hilfe von her­beigerufenen Jägern und Treibern wurde ein Kes­seltreiben auf die Schwarzkittel durchgeführt, bei dem ein Wildschwein im Gewicht von etwa 180 Pfund erlegt wurde. Bei der Einholung des Tieres war die ganze Einwohnerschaft unterwegs, um die in unserer Gegend seltene Jagdbeute zu sehen.

£ Kestrich, 31 Okt. Wie der zahlreiche Besuch der Vorträge in der hiesigen Kapelle bewies, wurde es in der Gemeinde mit großer Genug­tuung ausgenommen, daß die hiesige K a v e l l e zu gottesdienstlichen Veranstaltun­gen benutzt wird. Zuvor war aber die Kapelle, die sich in einem recht verwahrlosten Zustand befand, einer gründlichen Reinigung unterzogen. Mit Lust und Liebe waren Schülerinnen und junge Mädchen an der Arbeit.

£ Groß-Felda, 31. Okt. Nach jahrelangen Verhandlungen ist es endlich dazu g'ekommen, daß die Ueberbrückung über dem Katharinen­bach inmitten des Dorfes, die dem Ortsfremden gar nicht bemerkbar ist, erneuert und ausgebessert wird Die Arbeiten ließen sich nicht mehr verschie­ben, da sonst für Fuhrwerke und Zugtiere allerlei zu befürchten war. Mit knapper Not entging neu­lich ein Pferd einem Unfall.

Kreis Schotten.

rl. Gedern, 31. Okt. Rektor Riedel konnte in diesem Monat auf eine 25jährige segens­reiche Wirksamkeit an der Gederner Schule, in den Gesangvereinen und in verschie­denen volksbildnerischen und gemeinnützigen Ein­richtungen zurückblicken. Vertreter der Gemeinde, der Schule, der NSV. und der Vereine ehrten ihn im Rahmen einer schlichten Feier. Bürgermeister Beyer überreichte ihm in dankbarer Anerkennung seiner Verdienste um das Gederner Gemeinwesen eine für den Jubilar eigene gezeichnete künstlerische Ehrenurkunde. Die Lehrerkameradschaft widmete ihm ein Oelbild aus der Gederner Seenlandschaft, und der Dank aller übrigen Gliederungen, denen seine Arbeit zu Nutz gewesen, fand in heiterer Form und Gabe seinen herzlichen Ausdruck. Rektor Riedel kam 1910 von Nieder-Seemen als Schul­verwalter hierher und hat neben seiner Lehrer- und Verwaltungsarbeit an der hiesigen Schule beson­ders rege und vorbildliche Tätigkeit im Gederner Liederkranz, im Kirchenchor und in verschiedenen anderen Gesangsabteilungen entfaltet. Unbeirrt von allen Zeitkrankheiten auf diesem Gebiete pflegte er das wahrhaft deutsche Lied und den rech­ten Volksgesang, so daß die Gesangskultur in Ge­dern auf einer beachtlichen und anerkannten Höhe steht- Als Kreischormeister im Deutschen Sänger­bund wirkt er in diesem Sinne auch über die Grenzen unserer Stadt hinaus Die Laienspielkunst, das Wanderwesen, die Entwicklung des hiesigen Obstbaues und in den letzten Jahren die Arbeit der NSV. haben in ihm einen allzeit bereiten und tatkräftigen Förderer.

kreis Lauterbach.

LPD Lauterbach, 1. Nov. Der Jagdpächter Stoppler von hier erlegte in feinem Jagdrevier bei Ilbeshausen einen älteren Dachs. Bei der Prüfung des Fleisches durch den Fleischbe­schauer stellte sich heraus, daß der Dachs eine große Menge Trichinen bei sich hatte. Diese Feststellung zwingt erneut dazu, vor der Verwen­dung von Dachsfleisch ohne vorherige fleischbeschau­liche Untersuchung zu warnen.

Lauterbach, 1. Nov. In der Zeit vom 1. April bis 30. September 1935 wurden in unserer Stadt 2 3 2 6 Fremde mit 3 00 8 Uebernach- tungen beherbergt. Unter den Fremden wa­ren 22 Ausländer. Im Vorjahre waren in der gleichen Zeit 2371 Personen (darunter 15 Ausländer) mit 3789 Uebernachtungen in Lauterbach zu Gast. In der Jugendherberge waren in der Be­richtszeit 455 Personen 1218 Tage zu Gast.

Kirche und Schule.

Tagung des Landesvereins für Innere Mission.

ch Butzbach, 1. Nov. In der hiesigen St. Mar- kuskirche fand die Jahresversammlung des hessischen Landesvereins der Inne­ren Mission statt. Pfarrer Schmidt aus Laubach hielt den F e st g o 11 e s d i e n st, der durch Lieder des Kirchenchores verschönt wurde. Abends wurde ein Gemeindeab,end abgehalten, der ebenfalls guten Besuch aufzuweisen hatte. Tags darauf begann in der Aula der Stadtschule die Mitgliederversammlung. Neben der Rech­nungsablage und dem Voranschlag 'für 1936 wur­den interne Angelegenheiten erledigt. Im Anschluß daran fand eine öffentliche Versammlung

statt, in der Pfarrer D. Brandt von dek Theolo- gischen Schule in Bethel einen Dorttag über: Wieherns Stellung zur Frage der Vererbung und Erziehung als Gegenwartsproblem" hielt. Der Direktor des Vereins, Pfarrer Dr. Röhricht (Darmstadt) berichtete über die Arbeiten der Inne­ren Mission im vergangenen Jahre, ebenso im Krüppelheim, der Epileptischen Anstalt, des Mäd­chenheims in Mainz, der Sammeltätigkeit, Vor- tragstättgkett, der Eoangelisationsarbett usw.

Postwertzeichen zur Erinnerung ott den 9. November 1923.

Zur Erinnerung an den denkwürdigen 9. Novem­ber 1923, an dem der Führer und Reichskanzler den ersten nationalsozialistischen Befreiungs­marsch in München durchführte, gibt die Deutsche Reichspost zwei Freimarken zu 3 und 12 Reichspfennig in beschränkter Auflage heraus, die vom 5. November ab von den Postanstatten ver­kauft werden. Das Markenbild, dessen Entwurf von dem Künstler Heinz Raebiger in Berlin-Wil­mersdorf stammt, zeigt im Vordergrund einen 'SA. - Mann mit der Hakenkreuzfahne und im Hintergrund die Münchener Feld- herrnhalle. Die beiden Freimarken können auch im Verkehr mit dem Ausland verwendet werden.

Wochenbericht

vom Frankfurter Produktenmarkt.

Am Frankfurter Getreidegroßmarkt blieb das Geschäft auch in der letzten Oktoberwoche auf allen Gebieten sehr klein. Da die Mühlen seitens der RfG. weiterhin mit Mahlgut aus alter Ernte ver­sorgt werden, blieb die Aufnahmeneigung für Brotgetreide sehr gering, so daß die kleinen Angebote trotzdem stark in Erscheinung traten. Be­sonders Weizen bleibt schwierig abzusetzen, da­gegen nahmen die Landmühlen, die von Zuweisun­gen der Reichsstelle verschont sind, laufend' kleine Posten von Roggen auf.

Futterweizen war reichlich angeboten, wäh­rend Interesse kaum vorhanden war. In F u t ter­ra g g e n ist das Offertenmaterial kleiner, da die Landwirtschaft ihre Ueberschüsse meist selbst ver­füttert.

Für Braugerste war die Haltung noch fest, die Umsätze waren aber klein, da sich bei den hohen Preisen fettens der Verarbeiter doch etwas Zurück­haltung bemerkbar macht. Das Angebot war noch ziemlich klein. Auch I n d u ft r i e g e r ft e hat bei kleinsten Zufuhren verhältnismäßig feste Tendenz. Futtergerste bleibt vom Konsum stark gesucht, die Nachfrage kann infolge des unzureichenden An­gebots keineswegs befriedigt werden.

Am Hafermarkt ist eine Besserung des An­gebots gleichfalls noch nicht festzustellen, da die Eigner nur sehr kleine Mengen verkaufen und auf ihren eignen Bedarf bedacht sind.

Das Futtermittelgeschäft bleibt mangels entsprechenden Angebots für Kleie, ölhaltige Artikel, Schnitzel und Biertreber außerordentlich klein. Mischfutter war aus dem gleichen Grund nur noch wenig beachtet.

Am Rauhfuttermarkt blieb die Tendenz sehr fest, für Heu und gebündeltes Stroh haben die Preise weiter angezogen.

Das M e h l g e s ch ä f t lag fast darnieder, ins­besondere Roggenmehl wurde kaum noch abgerufen. Die Ermäßigung der Roggenmehlpreise ab 1. No­vember hat allgemeine Zurückhaltung ausgelöst. Weizenmehl verzeichnet einen saisonmäßig verrin­gerten Absatz, besonders in den vorderen Typen.

Kurze Sportnotizen.

Im Cambridgeshire, dem zweiten der großen englischen Herbsthandicaps, das am Mitt­woch in Newmarket gelaufen wurde, ging das Rie­fenfeld von 40 Pferden an den Start. Sieger wurde der fünfjährige Commander III mit eineinhalb Län­gen gegen den 100:l-Außensetter Man's Pal.

Die dritten Hallen-Meisterfchaften im Kunstspringen werden am 26. Januar 1936 in Dresden abgewickelt. Titelverteidiger sind die bei­den Spandauer Greusing und Hertha Schieche.

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