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..Oktober.
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.Frankfurt a. M., 29. Sept. (WSN.) Zu Beginn der heutigen Sitzung erklärte der Angeklagte Reitinger, daß er kein Kommunist im üblichen Sinne gewesen ei; er habe den Armen helfen wollen und habe ogar auch durchreisende Nationalsozialisten unter tützt. Der O b e r st a a t s a n w a l t meinte hierzu, daß das wohl geschehen sei, um die Leute besser bespitzeln zu können.
Es wird dann der Zeuge Bogt vernommen, der unbeeidigt bleibt. Er kam, als er in der Tatnacht seine Frau am Zirkus abholen wollte, in die Schießerei in der Langestraße, -ans Handwerk war schon meberyeschossen und Beamte des lieber- fallkommandos riefen, ob die Nationalsozialisten Waffen gehabt hätten. Logt zählte dann auch zu den Verhafteten und kam ins Westendheim, wo er Reltinger gegenübergestellt wurde. Spuren von Mißhandlungen habe Reitinger, der bei den Verhandlungen geraucht habe, nicht besessen. Vogt, der nur vorübergehend festaenommen war, bat Reitinger im Hinblick darauf, daß er, Vogt, Familien- vater sei, die reine Wahrheit zu sagen, und da habe Reitinger eingestanden, fünfmal in der Lange- strahe geschossen zu haben. Vogt erkannte Reitinger als denjenigen wieder, der in gebückter Stellung nach der Tat über die Langestrahe lief. Lr habe dann später Götte, Horn und Reitinger getroffen und der sehr erregte Reitinger habe erklärt, daß er glaube, geschossen zu haben und der Mann tot sei. Reitinger habe noch gesagt: „Wer was verrät, der fällt".
Der Angeklagte Götte hatte stets behauptet, daß er seinen Arm in einer Binde getragen habe, Vogt aber erinnert sich, daß das in der Blutnacht nicht der Fall war. Götte hatte ferner behauptet, daß er erst seit 1932 mit der KPD. in Verbindung stand, der Zeuge Vogt aber weiß zu bekunden, daß Götte schon 1926 bei den Kommunisten war, und zwar als Trommler. Reitinger bestreitet, daß er Vogt bedroht habe.
Verschiedene Zeugenaussagen deuten darauf hin, daß Gotte, Reitinger und auch Horn einer Ter-
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Dehrenbokd, Justus h Hile In Dekdenhaussn, haben in den letzten Tagen wieder eine Anzahl Arbeit er-Neuein st ellungen vornehmen können. Die beiden Werke haben von einer holländi- fefjen Exportfirma Aufträge erhalten, die auf Monate hinaus Beschäftigung bieten. Die Eisengießerei und Emaillierwerke I. D. Weh- renbold & Sohn, Aurorahütte bei Gladenbach, erhielten auf einer Ausstellung in Köln den ersten Preis für einen neuen Dauerbrandofen.
Kreis Biedenkopf.
< Weidenhausen, 29. Sept. Unser Bür- germeister Pg. Fung wurde in den Kreis- ausfchuß des Kreises Biedenkopf berufen. — In unserem Orte wurde dieser Tage mit dem Bau eines Brandweihers begonnen, der auch als Badeanstalt benutzt werden soll. Dieser dop- pelte Zweck der neuen Einrichtung unserer Gemeinde wird für die Einwohnerschaft sicherlich sehr segensreich sein. — In einer allgemeinen Bauern- Versammlung unseres Ortes wurde für die Ernte- dan kiest feier am nächsten Sonntag ein gehaltvolles Programm aufgestellt. — In der Nachbargemeinde Runzhausen stürzte ein Mann beim A e 0 f e l p f l ü ck e n vom Baum unb erlitt dabei so erhebliche Verletzungen, daß er ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen mußte.
rorgruppe angehörten. Wichtig ist die Aussage eines SA.-Mannes, der im Westendheim Wachdienst hatte und sich mit Reitinger unterhielt. Als er ihm vorhielt: „Sie haben sich Ihr Leben schön versaut, wie konnten Sie so etwas schaffen", habe Reitinger geantwortet: „Ja, ich weiß es selbst, ich möchte mir die Gurgel herausreißen.
Ich dachte die kommunistische Reooluion kommt, da habe ich als erster geschossen."
Es folgt dann die Vernehmung des Elektromonteurs Johann Weber, der im Verdacht der Begünstigung steht und nicht beeidigt wird. Der Zeuge, der sich um die Aufnahme in die KPD. bemüht hat, will gesehen haben, wie ein Nationalsozialist schoß. Als er Willi Handwerk als den Schügen bezeichnet, entsteht große Bewegung im Sitzungssaal und der Vorsitzende betont, daß das noch kein Mensch bekundet habe und diese Aussage im Widerspruch mit den andern Aussagen stehe. Der Zeuge hat die Polizei aufmerksam gemacht, daß ein Nationalsozialist geschossen habe und will dann freiwillig mit der Polizei gefahren sein. Er hat dann au Protokoll gegeben, daß er bestimmt annehme, daß Hans Handwerk von seinem Bruder erschossen wurde. Der Vorsitzende sagt dem Zeugen, daß er unverantwortlich leichtsinnig gehandelt habe, und daß er dem Mörder Vorschub leistete. „Sie haben es auf dem Gewissen, daß man den Mörder erst wo anders gesucht hat." Der Zeuge hat der Polizei ferner angegeben, daß ihm erzählt worden sei, ein Nationalsozialist habe mit beiden Füßen auf einem Revolver gestanden, damit ihn die Polizei nicht finde. Der Oberstaatsanwalt hält den Zeugen dringend verdächtig, mit dabei gewesen zu sein, und das Gericht beschließt, Weber nicht zu beeidigen. Weber wurde in S ch u tz h a f t genommen, um vor Angriffen aus der entrüsteten Menge im Flur gesichert zu sein. Dann folgte die Vernehmung einiger unbeteiligter Augenzeugen.
Die Verhandlung wird am Samstag fortgesetzt. Ueber den Termin der Tatortbesichtigung wird sich das Gericht noch schlüssig machen.
zungsanlage finanziell ermöglicht haben, herrscht große Freude darüber, daß sie im kommenden Winter ihre Gottesdienste in einer gut durchwärmten Kirche haben dürfen.
§ Daubringen, 29. Sept. In diesem Jahre war hier die Bautätigkeit wie selten in einem Nachkriegsjahr recht lebhaft. Vier Wohnhäu- ser wurden errichtet und teilweise schon bezogen. Außerdem wurde eine Scheune erbaut und eine Reihe Um- und Anbauten ausgeführt. Gegenwärtig wird eine starke Vergrößerung des Saales der Wirtschaft „Zum blauen Hecht" vorgenommen. Die Handwerker, insbesondere die Bauarbeiter, hatten genügend Arbeit. Eine Anzahl Häuser unseres Dorfes haben auch einen neuen Anstrich erhalten. Eine Zierde ist die alte Schule geworden, die nach einer notwendia aewordenen Renovierung weiterhin als Unterkunft für die Kleinkinderschule, den Gemeinde- ratssaal und die Schwesternwohnung verbleibt. — Bei der Versteigerung des Gemeindeo b- st e s wurden recht hohe Preise erzielt. Das Ange- bot war nicht genügend. Die meisten Obstliebhaber konnten ihren Bedarf nicht decken. Je nach der Sorte und Qualität stellte sich der Zentner am Baum durchschnittlich auf 8 bis 12 Mark. Die «?nernte brachte ebenfalls nur mittleren Er- uch hierbei dürste der Zentner auf 6 bis 8 Mark kommen, in Einzelfällen sogar bis 10 Mark. Das Pflücken muß der Steigerer selbst vornehmen.
* Lich, 29. Sept. Nach einer Veröffentlichung der Bürgermeisterei und der Ortsgruppe der NSDAP, wird der Tag des Deutschen Bauern am kommenden Sonntag in würdiger Weise im Rahmen der Ortsgruppe hier durchgeführt. Die Rundfunkübertragungen, Volksfest unb Tanz finden in der hiesigen Turnhalle und in Steins Saalbau statt. Der Festzua stellt sich um 14.30 Uhr am Bahnhofsplatz auf unb marschiert um 15 Uhr durch bie Stabt. Es ist Vorsorge getroffen, baß in ben Festzug Gruppen unb Festwagen eingereiht werden, benen ber Sinn „Von ber Saat bis zur Ernte" zugrunbe gelegt ist. Das sonst üblicherweise auf ben 1. Oktober, fallende K i r ch w e i h f e st ist mit Rücksicht auf ben von ber Reichsregierung angeorb- neten Erntebanktag um eine Woche perle gt worben. — Gestern nachmittag verunglückte ber Lanbwirt Heinrich Märle unb seine Ehefrau bei ber Einbringung von Kleeheu burch Sturz von b e m belabenen Ernte- wagen an ber Nieberbessinger Straße. Der Unfall würbe baburch herbeigeführt, baß bie Pferbe an ber Wegkurve scheuten unb burch schnelles Einbiegen bes Wagens in eine anbere Fahrtrichtung bie Eheleute von bem belabenen Wagen geschleu- bert würben. Hierbei trug ber Ehemann einen Beckenbruch bavon unb mußte in die Chirurgische Klinik nach Gießen verbracht werden. Die Ehefrau erlitt lediglich eine Gesichtsverletzung.
* Hungen, 29. Sept. Zu dem Bericht über denHungenerPrämiierungsmarkt wird uns berichtigend mitgeteilt, daß nach dem Prämiierungsverzeichnis für Vogelsberger Rinder Prinz Ludwig zu Solms-Li ch, Hofgut Mühlsachsen, den 1. Preis unb Wilhelm Fach, Nieber-Bessingen ben 2. Preis erhielt. Weitere Tiere waren in biefer Klasse nicht vorhanden, so daß auch andere Aussteller hier keine Preise erhalten konnten.
Kreis Büdingen.
* Nidda, 29. Sept. In einer gut besuchten Versammlung, zu ber zahlreiche Personen aus ben Orten ber Umgegenb erschienen waren, würbe eine Viehverwertungsgenossenschaft für Nibba unb Umgegenb gegrünbet. Die Versammlung würbe von dem hiesigen Ortsgruppen-
fetter der NSDAP., Philippi, geleitet. Die auf- flärenben Vorträge hielten Lanbwirtschaftslehrer Frech - Darm st abt unb Oberrevisor Hart- mann« Gießen. Als Zweck der Genossenschaft wurde vor allem betont, daß es sich darum handele, den Zwischengewinn der jüdischen Händler auszuschalten unb bie Verbienstspanne ber Landwirtschaft zugute kommen zu lassen. Der Vorstand der Genossenschaft und der Aufsichtsrat wurden unter Mitwirkung der Vertrauensleute des Agrar- politifchen Amtes der NSDAP, gebildet. Dem Vorstand gehören an: H. Koch-Kohden 1. Vor- sitzender, Bürgermeister U b I II.-Borsdorf 2. Vor- sitzender unb Herr W 0 l s- Wallernhausen. Mit- glieber bes A u f s i ch t s r a t s finb: H. E r k-Nibba, Ferbinanb Weiß- Ober-Wibbersheim, H. Keller- Geiß-Nibba, Wilhelm Kaiser- Unterschmit- ten, 21. Schwab- Fauerbach unb G. Ockel - Michelnau. Zu ber neu gegrünbeten Genossenschaft melbeten sich sofort fast 100 Personen als Mit- glieber an.
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Oie Handwerferwoche im Kreise Schotten.
• Schotten, 29. Sept. Am Dienstag abend fand eine Besprechung ber N S. - H a g 0 unter ihrem Kreisleiter Pg. Wilhelm Neumann statt, an ber sämtliche Jnnungstneister, bie Kreisleitung der NSDAP, und die Vertreter der Behörden teilnahmen. Der Zweck der Zusammenkunft war die Ausgestaltung der Handwerkerryoche innerhalb des Kreises Schotten. Ziel der Handwerkerwoche ist die Arbeitsbeschaffung für das Handwerk. Das Prgramm für Schotten wurde in großen Linien wie folgt festgelegt:
Sonntag, 15. Oktober, gemeinsamer Kirchgang, anschließend Uebertragung der Rede des Reichspropaganbaministers Dr. Goebbels. Zum Festzug am Nachmittag würbe bie Beschaffung neuer Jnnungs- unb Sturmfahnen zur Pflicht ge- macht. Der Festzug selbst soll burch historische Fest- wagen besonders belebt werben. Die Innungen nehmen in ihrer Berufskleibung am Festzug teil.
Am Samstag, 21. Oktober, finbet in ber Turnhalle ein Hanbwerkerabenb statt. Den Abschluß ber Hanbwerkerwoche wirb eine große Hanbwerkerkunbgebung in Schotten am Sonntag, 2 2. Oktober, unter Teil- nähme von etwa 2500 oberhessischen Hanbwerkern bilben. Als Rebner soll für biefe große Kunb- gebung Hanbwerkskammerpräsibent Müller (Darmstadt) in Aussicht stehen.
Es wurde angeregt, mit oer Handwerkerwoche gleichzeitig eine Ausstellung handwerklicher Erzeugnisse zu veranstalten. Da eine groß angelegte Ausstellung sich wegen der Kürze der Zeit nicht durchführen läßt, ist geplant, eine Ausstellung „rein dörflicher Handwerkskunst" (Rechen, Spinnräder usw.) und eine solche von G e - sellenprüfungsstücken in der Turnhalle aufzubauen und an den Wänden die von der Sen Berufsschule angefertigten historischen werkerwappen anzubringen.
Die Handwerker Schottens haben in der Handwerkerwoche eine große Gelegenheit, auswärtige Besucher für ihre Qualitätswaren durch Ausstellung in ihren Schaufenstern zu interessieren. Jeder Volks- genösse, vor allem auch die Beamtenschaft, hat bie Pflicht, ben Hanbwerker in seinem Existenzkampf durch Aufträge weitmöglichst zu unterstützen, um die Volksverbundenheit aller Stände zu beweisen.
Landkreis Gießen.
* Klein-Linden, 30. Sept. Gestern nachmittag verunglückte auf der Straße nach Lützellinden ein junges Mädchen mit dem Motorrad. Wie der Unfall zustande kam, konnte bisher nicht penau ermittelt werden. Die Motorradfahrerin stürzte, erlitt dabei Verletzungen an einem Knie und wurde durch die Freiwillige Sanitätskolonne in die Chirurgische Klinik nach Gießen gebracht.
* Großen-Buseck, 29. Sept. Ein schon lange gehegter Wunsch unserer Gemeindeglieder geht nun seiner Erfüllung entgegen. Zur Zeit wird in ber Kirche eine Dampfheizung eingebaut Die Heilung, beren technische Ausführung bie Firma Schaff st aebt (Gießen) übernommen hat, wirb an bie Kesselanlage ber in ber Nähe liegenben neuen Schule angeschlossen. In ber Kirche finb insgesamt neun Heizkörper. Diese würben aus archi- tektonischen Orünben in ben Fensternischen ausgestellt unb gewährleisten eine genügenbe Durchwärmung bet Kirche. Bei ben (ßemeinbegliebern, bie durch Zeichnung von zinslosen Darlehen bie Hei-
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