Ausgabe 
30.9.1933 Erstes Blatt
 
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Henesch und dem rumänischen Außenrnknt - st e r T i t u l e s c u , die nach Genf reisen. Dr. Doll­fuß legte den beiden Außenministern seine Auf- safsuna über die österreichische Politik und die poli­tische und wirtschaftliche Neuordnung im Donau- raum, die bekanntlich auch auf der Konferenz von Sinaia der Hauptgegenstand der Beratungen war, dar.

Oer Aufbau -er Evangelischen Reichskirche.

Berlin, 29. Sept. (Vdz.) Das von Reichs- bischof Ludwig Müller auf der ersten Deutschen Evangelischen Nationalsynode zu Wittenberg be- rufene G e i st l i ch e Ministerium der Evan- gelischen Reichskirche ist vorläufig in der Kirchen- kanzlei in Berlin untergebracht, wo auch zur Zeit der Sitz des Reichsbifchofs stch befindet. Die Frage der zukünftigen Residenz des Reichsbischoss wie auch der Geistlichen Ministerien ist noch nicht ent- schieden. Ein Mißverständnis hat zu der Annahme geführt, der Reichsbischof wolle seinen dauernden Ausenthalt in Wittenberg nehmen. Schon aus rein technischen Gründen, vor allem aber wegen der notwendigen Fühlungnahme mit den Regie- rungsstellen wird der Reichsbischof mindestens einen erheblichen Teil des Jahres in Berlin residie­ren. Im Vordergründe steht jetzt die Versos» sunggebung für die ebanaelischen Landes- k i r ch e n. Auf diesem Gebiete sind bereits von der einstweiligen Leitung der Reichskirche Richt­linien aufgestellt worden.

Diese Richtlinien stützen vor allem stark die Be­kenntnisgrundlage, die auch durch Ver­fassungsänderung nicht angetastet werden darf. Die Landeskirche gliedert sich in Bistümer, Landes- probsteien, Prälaturen, Kreise und Gemeinden. Der Landesbischof leitet die Bistümer. Er wird von der Landessynode gewählt und führt den Vor­sitz in dem von ihm zu berufenden Landes­kirchenamt. Dieses Landeskirchenamt besteht außer dem Landesbischof noch aus einem theologi­schen und einem juristischen Mitglied. Bischof und Landeskirchenamt haben gemeinsam das Recht der Gesetzgebung. Die Landessynode soll aus mindestens 30 Mitgliedern bestehen. Zwei Drittel davon werden von und aus den Gemeindevertre­tungen gewählt. Der Kirchenvorstand soll aus nicht weniger als sechs und nicht mehr als 18 Mitgliedern bestehen.

Oie evangelische Lugen- . begrüßt -en Reichsbischof. Berlin, 29. Sept. (TU.) Zu einer imposanten Kundgebung kam es am Freitagabend vor dem Ber­liner Dom, wo die evangelische Jugend Berlins den Reichsbischof Müller begrüßte. In ! zahlreichen großen Fackelzügen waren die Iugend- abteilungen zum Dom gekommen. Als der Reichs- f bischof um 20 Uhr in Begleitung von Vertretern ! sämtlicher Ministerien, des Auswärtigen Amtes, der Bshörben und Vertretungen des Auslandes vor dem Portal des Doms erschien, erschollen ihm von der vieltausendköpfigen Menge auf dem Domplatz i begeisterte Hochrufe entgegen. Neben ihm standen I der Generalsuperintendent Caro, der Reichsfüh- rer der Evangelischen Jugend Dr. Stange, der Jugendführer Dannemann, Bischof Peter und die Pfarrer Themel, Schliep und Tausch. Pfarrer Dr. v. Berg- Potsdam meldete dem Reichsbischof, daß 16 000 evangelische Buben und Mädels vor ihm aufmarschiert sind.

Nach eineinhalbstündiyem Vorbeimarsch begab sich der Reichsbischof auf die Freitreppe des Schlosses, wo er zunächst von Dr. v. Berg begrüßt wurde, alsdann von Pfarrer Hoff für den Kampfbund Deutscher Studenten und Deutscher Christen, von Pfarrer Jakubski für die Freie evangelische Kirche und die Heilsarmee, von Bischof Peter in Vertretung des Bischofs Hossenfelber für die neu­geschaffene evangelische Kirche auf deutschem Bo­den und von D. Stange für die Deutsche Evan- i gelische Jugend. Der Reichsbischof wandte sich an ! die deutsche Jugend und erklärte, daß er zwei Dinge J mit auf den Weg geben wolle. Das seien: Gott- ; vertrauen und Ve r a n t wo r t u n g s ge f ü h l. Zwischen Gut und Böse sei kein Kompromiß. Der Heiland rufe sie auf zum Kampf für das Gute. Sodann betete er mit der Jugend das Vaterunser und sprach den Segen über sie. Aus 18 000 helleuchtenden Augen scholl ihm das drei­fache Sieg-Heil entgegen.

Oer berufsständische Aufbau -es Han-werks.

Berlin, 29. Sept. (Vdz.) Die Spitzenorgani­sationen des deutschen Handwerks haben beschlossen, ihre Vereinfachung und Zufammenle- gung umgehend durchzuführen. Der Reichs­oerbandoes deutschen Handwerks wird q u f g e I ö ft. An seine Stelle tritt als Gesamt­spitzenorganisation des deutschen Handwerks der Reichs st and des deutschen Handwerks. Bis zu seiner gesetzlichen Verankerung in der stän­dischen Wirtschaftsordnung soll der Reic^stanb die Rechtsform des eingetragenen Vereins erhalten. Das Präsidium des Reichsstandes und die Mitglieder des bisherigen Vorstandes des Reichsverbandes wurden beauftragt, die Satzung des Reichsstandes mit den einzelnen Gruppen zu schaffen und einer Vollversammlung des Reichsstandes bis zum 15. November 1933 vorzu- legen. Die gesamte Handwerkspolitik wird ab 1. Ok­tober 1933 durch den Reichsstand des deutschen Handwerks wahrgenommen unter Berücksichtigung der gesetzlichen Funktionen, Rechte und Pflichten, die der Deutsche Handwerks- und Ge­werbekammertag hat.

Van der Lubbe gesteht, -en Reichstag in Brand

Oer Zeuge Bienge bleibt wegen Ver-achts -er

Teilnahme unverei-igt.

Leipzig, 29. Sept. (WTB.) Gleich nach Er­öffnung der heutigen Verhandlung wird der Zeuge Arbeiter Paul Bienge unter Aussetzung der Ver­eidigung über die Gespräche vor dem Neu­köllner Wohlfahrtsamt vernommen. Der Vorsitzende hält dem Zeugen alle die Bekundungen vor, die Panknin und auch van der Lubbe über den Inhalt des Gespräches vor dem Wohlfahrts­amt gemacht haben. Bienge erklärt fast auf jeden Borhalt, solche Worte seien dort nie ge­fallen. Er habe davon nichts gehört, er habe auch kein Wort mit van der Lubbe aewechselt. Insbesondere bestreitet der Zeuge, ge­sagt zu haben, Reichstag und Schloß brauchten wir sowieso nicht mehr. Auch die Aeußerung, man müsse SA. - Leute mit Benzin begießen und anzünden, erklärt der Zeuge für eine grobe Unwahrheit. Es fei lediglich von der KPD. gesprochen worden, die jetzt vielleicht mit der SPD. zusammengeben sollte. So genau könne er das aber nicht sagen, da er seit feiner Militärzeit ziemlich schwerhörig sei. Der Zeuge verneint ferner, daß er eine Aeußerung van der Lübbes wie etwa So rnusch komme", gehört habe. Er bestreitet auch die weiteren Angaben des Zeugen Panknin, daß er nach dem Gespräch van der Lubbe zu sich aerufen habe. Die Behauptung, daß von Brandstiftungen die Rede gewesen sei, bezeichnet der Zeuge als un­wahr. Er sei niemals Mitglied der KPD. gewesen. Lediglich im vorigen Oktober, als er keine Arbeit hatte, will er einen Zettel von der Roten Hilfe ge­nommen haben. Einer Häuserschutzstaffel habe er nicht angehört.

Der Oberreichsanwalt weist darauf hin, daß der Zeuge in einem früheren Protokoll davon gespro­chen habe, daß jetzt endlich Maßnahmen ergriffen werden*müßten. Der Zeuge verneint auch dies, gibt aber bann zu, daß davon die Rede war, es müßten gegen die Not der Arbeitslosigkeit Maßnahmen er­griffen werden, um diese zu beseitigen.

Der Oberreichsanwalt beantragt, Bienge nicht zu vereidigen, weil er als Mittäter, An- stifter oder Gehilfe in Frage kommen könnte. Der Oberreichsanwalt macht aber darauf aufmerksam, daß Bienge trotz der Nichlvereldi- gung sich der Gefahr einer strafrechtlichen Ver­folgung aussehe, weil unwahre Angaben zur Entlastung eines Angeklagten in diesem Falle eine Begünstigung darstellen könnten. Der Zeuge Bienge erklärt darauf, er habe keinen Grund, seine Aussage irgendwie zu berichtigen. Denn andere etwas anderes gejagt haben, so müssen sie die Unwahrheit gesagt haben. Als Senatsbeschluß wird dann verkündet, daß Bienge wegen Verdachtes der Teilnahme uno&rei* dlgt bleibt.

Van -er Lubbe und -ie KPO.

Als nächster Zeuge wird dann der Angestellte Janecke vernommen. Er gibt zu, früher Mitglied der KPD. gewesen zu sein, im Juli 1932 aber wegen persönlicher Differenzen aus der Partei aus­geschieden zu sein. In der Kommunistischen Zelle, deren Leiter er war, wurde niemals die Frage des Terrors behandelt, im Gegenteil seien die Zel­lenmitglieder gegen den Terror gewesen. Es habe sich lediglich in der Zelle um eine marxistische Schu­lung gehandelt. Die KPD., erklärt der Zeuge, wolle zwar den Umsturz, aber nicht durch Terror, son­dern durch Wirtschaftskämpfe. Der Zeuge gibt bann an, später roieber Berbinbung mit ber Partei ge­sucht zu haben.

Der Vorsitzenbe ersucht nun van ber Lubbe, ber wie gewöhnlich zusammengesunken auf feinem Stuhle hockt, aufzuftehen, weil jetzt bas Zusammen­treffen bes Zeugen Janecke mit van ber Lubbe er­örtert werben soll. Der Zeuge roenbet sich zu van ber Lubbe unb ruft ihm laut zu:M a r i n u s , tennft D u m i ch b e n n nicht? Ich habe Dir boch zu essen gegeben. Der Angeklagte van ber Lubbe hält ben Kopf nach wie vor gesenkt unb schweigt.

Vorsitzender (zum Zeugen): Hat sich van der Lubbe früher auch so verhalten?

Janecke: Damals war er sehr lustig unb ge­sprächig. Eine vornübergebeugte Haltung hat er freilich auch bamals schon gehabt.

Vom Gespräch vor bem Wohlfahrtsamt hat ber Zeuge Janecke nichts gehört. Er hat nur beobachtet, baß van ber Lubbe in einem Kreis von mehreren Personen ftanb unb baß man sehr erregt sprach.

Auf bie Frage, ob van ber Lubbe sich als fiom- munisl ausgegeben habe, erklärte ber Zeuge, er habe gesagt, baß er In kommuni st ischem Sinne tätig sei und bah er etwas machen wolle, wir haben ihn gefragt, ob er irgendwelche Ausweis­papiere habe unb ob er Mitglied ber Partei sei. Das hat van ber Lubbe verneint. Wir fragten ihn, was er überhaupt wolle und welche Richtung er vertrete. Darauf erwiderte van der Lubbe dann: 3n Deutsch­land gibe es keine solche Partei, die meine Meinung vertritt. Ls gibt nur eine Organisation, und das wäre im Sinne der AAU.

Angeklagter lorgler : Ls handelt sich um die Allgemeine Arbeiter-Union, eine syn- dikalistische Organisation.

gesteckt zu haben.

Vorsitzender: worin unterschied sich denn van der Lubbe von Ihnen in den Auffassungen?

Zeuge: Darin, daß er keine Parteidiszl- plin halte, daß er nicht nach den Führern sah, son- dern im Gegenteil verlangte, daß man nlchtmehr abwarten dürfe, sondern etwas machen müsse, weiter bestätigt der Zeuge Janecke, daß van der Lubbe besonders die Ideen der Arbeiter- Union vertreten habe.

Janecke verwahrt sich bann gegen ben Vorwurf, daß er ben Plan eines UeberfaUes auf das Neuköll­ner Wohlfahrtsamt ausgeheckt habe. Tatsächlich sei ein gewisser Hintze der Mann gewesen, oer ihn unb anbere zu einem solchen Ueberfall anstacheln wollte. Janecke beutet an, baß Hintze, ber wegen krimineller Verbrechen schon im Zuchthaus gesessen habe, vielleicht als Spitzel gewirkt habe. Er, Janecke, sei zunächst verhaftet, aber balb entlassen worben. Das sei für ihn ein Glück gewesen, benn bie Reichstagsbranbstiftung sei währenb seiner Haftzeit erfolgt.

Dimitroff fragt bann ben gestern vernom­menen Zeugen Panknin, ob er seiner beutschnatio- nalen Parteileitung van bem Gespräch vor bem Neuköllner Wohlfahrtsamt Mitteilung gemacht habe. Zeuge: Jawohl.

Es wirb bann ber Kellner Starker vernom­men. Er gibt zu, bis etwa November Mitglieb ber KPD. gewesen zu sein. Das Gespräch am Wohl­fahrtsamt hat ber Zeuge nicht mitangehört. Er saß in bem Lokal von Schlaffke, als Janecke mit van ber Lubbe eintrat. Van ber Lubbe habe bann bei ihm gegessen unb geschlafen unb sei am nächsten Tage gegen Mittag roieberge- kommen, um sich zu verabschieben. Nach biefem Zeitpunkt hat ber Zeuge van ber Lubbe nicht mehr gesehen. Er habe Lubbe zunächst für einen Kom­munisten gehalten, aber aus politischen Gesprächen bann erkannt, baß van ber Lubbe nicht Som- m u n i ft, ja nicht einmal Marxist gewesen sei, weil er eine politische Theorie entwickelt habe, bie mit bem Marxismus nicht vereinbar sei. Auf eine Frage bes Zeugen, in welcher Partei van ber Lubbe (eine Ansichten verwirklicht sehen würbe, habe van ber Lubbe bamals geantwortet, eine solche Par- tei gäbe es nicht, aber am nächsten komme feinem Jbeal noch bje AAU.

Lanbgerichtsbirektor P a r i f i u s weist barauf hin, baß ber Zeuge in feinen früheren Vernehmun­gen nichts barüber befunbet habe, baß van ber Lubbe sich zur Arbeiter-Union bekenne. Es fällt mir weiter auf, erklärte Parifius, baß Ihre Aussagen in biefer Beziehung fast wörtlich mit ber Aussage Janeckes übereinftimmen. Der Zeuge Starker be-

WTB. Moskau, 29. Sept. (Telegrafenagen­tur ber Sowjetunion.) Der bevollmächtigte Vertre­ter ber Sowjetunion in Tokio I u r e n e f f gab gegenüber dem japanischen Außenminister H i r o t a im Auftrage der Sowjetregierung eine Erklärung ab, in Der auf die Gesetzwidrigkeit der am 24. Sep­tember erfolgten Verhaftung von verant­wortlichen Sowjet-Ange ft eilten ber Ostchinabahn burch japanisch - man- bschurische Polizei - unb Grenzbeamte hingewiesen wird, dureneff sagte weiter, baß biese Maßnahmen, unwiberleglichen Angaben zufolge, ben Beginn ber Durchführung eines be- tailliert ausgearbeiteten Planes bar- stellten, ber in Charbin auf mehreren Sitzungen bei ber japanischen Militärmission unter Beteiligung höchst verantwortlicher japanischer Leiter der man­dschurischen Verwaltung angenommen worben sei, unb stellte nötigenfalls Die Veröffentlichung ber Do­kumente in Aussicht. Die japanische Regierung trage bie Verantwortung für bie Durchführung bes Pla­nes eines Anschlages auf bie Sowjet- rechte der Ostchinabahn und die daraus entstehenden Folgen

Japan rüstet.

Tokio im Aktionsradius russischer Bombenflugzeuge."

Tokio, 29. Sept. (TU.) Die beträchllichen Rü­stungen Sowjetrußlands als Ergebnis des ersten Fünfjahresplanes werden von dem Sprecher des japanischen Kriegsministeriums als Hauptgrund für bie geplante Einsetzung von 620 Millionen Pen in ben nächstjährigen japanischen Heereshaushalt an­gegeben. Der Sprecher wies barauf hin, baß bie japanischen Militärbehörben entgegen Presseberich­ten nicht beabsichtigen, die Armee um vier Divi­sionen zu vermehren. Sie betrachtet es aber als unumgänglich notwendig, Materialanschaffung auf Nachkriegsgrundlage" zu machen, um bie Ber­te i b l g u n g Manbschukuos in Übereinstim­mung mit bem zwischen Japan unb Manbschukuo am 19. September 1932 abgeschlossenen Abkommen sicherzustellen.

Der Sprecher erklärte alsbann, baß bie Heu- tige russische Armee weit stärker sei, als bie Armee bes zaristischen Rußlands. Die Sowjetarmee, bie bereits aufNachkriegsgrunb- lage" organisiert fer, fetze sich aus 75 Infanterie- Divisionen unb 13 Kavallerie-Divisionen mit einem Mannfchaftsbeftand von 1300 000 (Friedensstärke) zusammen. Außerdem sei die Sowjetarmee mit 2200 Flugzeugen, 1500 Tanks und einer großen

streitet jedoch, in ber Pause sich mit Janecke über dessen Vernehmung unterhalten zu haben.

Lanbgerichtsbirektor P a r i s i u s : Nach meinen Informationen sollen Sie zwei bis breiJahre in Hollanb gewesen sein, zeitweise auch als Kellner ber Bahnhofswirtschaft in Leyben. Der Zeuge bestreitet bas. Die Frage bes Rechtsanwaltes Dr. Sack, ob van ber Lubbe gesagt habe, bah er in Hollanb Mitglieb ber Allgemeinen Arbeiter- Union sei, verneint ber Zeuge.

Van -er Lübbes Geständnis.

Der Vorsitzenbe forbert nun ben Angeklagten van ber Lubbe auf, frank unb frei zu erzählen, roie er cs gemacht habe. Van ber Lubbe schweigt unb hält ben Kopf gesenkt. Es entspinnt sich bann ein längeres Frage- unb Antwortspiel zwischen bem Vorsitzenben unb van ber Lubbe, bei Dem ber Angeklagte entroeber gar keine ober wibersprechenbe Auskunft gibt.

Schließlich fragt bet Vorsitzende: Haben Sie bas Reichstagsgebäube in Brand gefleckt, van der Lubbe sagt ganz leise: Ja. Dann haben Sie den Entschluß dazu gefaßt, fragt der Vorsitzende weiter, van der Lubbe antwortet: kann ich nicht sagen.

Der Vorsitzende schildert auf Grund der in ber Voruntersuchung gemachten Angaben des Ange­klagten ben Weg, ben van ber Lubbe genommen hat. An ber Karte markiert ein Gerichtsangestellter mit einem langen Stab ben jeweils vom Vorsitzen­ben bezeichneten Punkt. Sie sind also, so führt ber Vorsitzenbe aus, nachbem Sie kurz vor 9 Uhr am Reichstag angekommen waren, rechts von ber großen Auffahrt nach Ueberfteigung bes Gelänbers an ber Außenseite bes Gebäubes emporgeklettert unb finb nach Ueberroinbung ber Brüstung auf ben Balkon vor Dem ersten Fenster bes Reftaurations- raumes im Hauptgeschoß angelangt. Im weiteren Verlauf ber Sitzung gibt bann ber Vorsitzenbe ein ganz ausführliches Bilb bes sogenannten Branb- roeges. Der Vorsitzende schließt: Sie haben am Schluß Ihrer Vernehmung angegeben, daß Sie glauben, zur Durchführung ber ganzen Branb- legung etwa 15 bis 20 Minuten a e braucht zu haben. Die Proben, bie baraufhln unternommen mürben, haben bie Möglichkeit beftätigt, baß man in biefer Zeit ben Branb- weg machen unb bie Branbstiftung ausführen kann. Das wollte ich heute zur Klarstellung bes Branb- roeges bem Angeklagten vorhalten. Er ist biesen Vorhaltungen gefolgt unb bat ihre Richtig- feit beftätigt. Nächste Sitzung Mittwoch.

Anzahl von Einheiten für die chemische Kriegs­führung versehen.

Der mandschurische Zwischenfall habe naturgemäß eine Spannung zwischen Sowjet- rußland und Japan hervorgerufen. Die im fernen Osten zusammengezogenen Sowjettruppen seien 10 Divisionen stark mit 300 Tanks unb mehreren bunbert Flugzeugen, unter denen sich schwere Bombenflugzeuge befänden, deren Aktions­radius bis Tokio unb Osaka reiche.

Gefährliches Anwachsen -er Streikwelle in USA.

Ter nationale Wiederaufbauplan bedroht.

Washington, 29. Sept. (TU.) In amtlichen Kreisen ist man angesichts ber im ganzen Canbe zunehmenben Streikwelle ernstlich besorgt, insbe- fonbere wegen ber Durchführung bes nationalen Wieberaufbauprogrammes (NRA.). Etwa 100 000 Arbeiter streiken im Staate Pennsylvania i m Braunkohlenrevier sowie in ber Pitts­burger Stahlinbustrie. Die Zahl ber Streikenben in ber Newyorker Konfektion unb in ber Seibeninbuftri'c sowie Der M a - l e r unb Dekorateure beträgt runb 75 000. In Detroit haben 15 000 Arbeiter ber 21 u t o u n b Maschineninbustrie bie Arbeit nicbergelegt. Aehnliche Melbungen liegen auch aus bem übrigen Lanb vor. Man befürchtet, baß ber Streik in ben Schlüsselinbustrien Kohle unb Eisen sich über bas ganze weite Gebiet ber Vereinigten Staaten aus- behnt. Zwischen ben Streikenben, ber Polizei und Streikbrechern ist es in Pittsburg unb Pennsyl- vanien zu zahlreichen Zusammenstößen gekommen.

Der Gouverneur von Pennsylvanien, Pinchot, ist angesichts ber ernsten Streif läge im Braun- f vhlenrevier nach Hybeparf geflogen, um bem Präsidenten Roosevelt Bericht au erstatten und sich mit ihm über bie zu ergreifenden Maßnahmen zu beraten. Die mit ber Durchführung bes Wieberauf- bauprogrammes (NRA.) beauftragten Beamten bemühen sich verzweifelt, bie gefährliche Streikwelle einzubämmen., Man hofft in Washington auf ein Eingreifen Roosevelts.

Kleine politische Nachrichten.

Der Reichsführer bes Kampfbunbes für deutsche Kultur, Alfred Rosenberg, hat, wie bie NSK. mitteilt, ben Präsibenten bes Bunbes beutscher Archi­tekten, Professor Eugen Honig, in bie Reichs- leitung bes Kampfbunbes beutfche Kultur berufen.

Wachsende Spannung im Fernen Osten.

Ein Zwischenfall in Mandschukuo. Russischer Protest in Tokio.

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g ein richtig dmchzeführtek ie Erzeugung großer und ein, hat, zeigt die hessische Haupt« >utz eindrucksvoll an Obst, Wem suchten, wenn er nebeneinander freies Obst stehl: letzteres nur sachgemäße Schädlingsbekämp- frozemjatz der Ernte, der jahr- lheiten und Schädlingen zum nicht zu verantworten, solchen tsroirtjd/aft tatenlos zuzusehen. Hung, daß, roie es jeßt schon iftr aud) ber Sauer, @ar/en> : m seine Kulturmatznahmen nzenschutzarbeiten ausnehmen vir noch Präparate von Kar- ntheii unseres Kartosselbaues, ter um sich greift.

tarnt tonnte nur auf ein Im« s zeigt in einer Tabelle, wie >er Milchkontrolle auf die Lei- erkennt der Beobachter, wie cs einwandfrei durchgesührle Kön­nt sachgemäßer »rung und rtrag der einzelnen Kühe in die asten und ihn auf der hohe zu ren Ausbau der Kontrolle soll mghnefalroü.n.rterfwt r den Stall, man kann Die Leistungen anpassen und kein-

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