Ausgabe 
30.8.1933 Frühausgabe
 
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raum Anwesenden durch Gas nichtinfiziert" werden. Der Schutzraum enthält zwei Ab­teilungen, eine für die Bewohner des Hauses, die andere für Passanten. Die Räume enthalten außer allen erforderlichen Geräten eine Anzahl Schlafkojen, Trinkwasser, Waschwasser und Hausapotheken.

Wann sind Ruhegeldempfänger keine Doppelverdiener.

Ein Erlaß des Reichspostministers.

Berlin, 29. Aug. (CNV.) In einem Erlaß des RcichSpostministeriums wird zur Frage des Doppelverdienertums"darauf hingewiesen, daß R u h e g e l d c m p f ä n g e r, die bei Be­hörden oder öffentlich-rechtlichen Körperschaften oder Unternehmungen der öffentlichen Hand im Ange st eilten Verhältnis beschäf­tigt sind, nicht als Doppelverdiener anzu­sehen sind, weil das Ruhegehalt in diesen Fällen nach den gesetzlichen Ruhevorschriften gekürzt wird, ein Doppelverdienst also nicht vorliegt. Aber auch andere Ruhegeldempsän- ger werden nicht als Doppelverdiener anzu- sehen sein, z. B. wenn sie frühzeitig aus ihrem erwählten Lebensberuf ausscheidcn mußten, in- folgedeffen nur ein Verhältnis mäßig geringes Ruhegeld erdienen konnten und noch für Kinder zu sorgen haben, die sich in der Ausbildung für einen Lebensberuf befinden. Würden diese Ruhegeld- empfänger jetzt aus ihren Stellen bei den Be­hörden,öffentlich-rechtlichen Körperschaften usw. entfernt, so müßten sie in größte Not­lage geraten, da das Ruhegeld, besonders nach den einschneidenden Kürzungen, zur Er­haltung ihrer Existenz häufig nicht ausreicht.

Mit Rücksicht hierauf sind Ruhegeldempfänger, deren Ruhegeld nicht 72 Prozent ihres ruhegeldfähigen Dienstcinkommens erreicht und deren ruhegeldfähiges Diensteinkommen das­jenige nach Stufe 3 der Besoldungsgruppe XIa (alt) nicht übersteigt, nicht als Doppel­verdiener zu behandeln, wenn sie noch für eine Familie oder neben der Frau noch für unterstützungsbedürftige Ver­wandte (Eltern, Geschwister, Schwieger­eltern) zu sorgen haben.

französische Lügen über den deutschen Arbeitsdienst.

WTB. Berlin, 28. Aug. Die Reichs­leitung des Arbeitsdienstes teilt mit:

Da nach wie vor in der französischen Ocffentlichkeit von einem angeblich militä­rischen Charakter des deutschen Arbeitsdienstes geredet und geschrieben wird, hat die Reichsleitung des deutschen Ar­beitsdienstes statistische Erhebungen darüber angestellt, wieviel ehemalige Offiziere und Soldaten und wicviele Nichtfoldaten führende Stellungen im Arbeitsdienst innehaben. Das Ergebnis dieser Erhebung ist, daß 46,6 v. H. allerFührerkeinesoldatischeAus- bildung haben. Bon den verbleibenden 53,6 v. H. ehemaliger Soldaten gehörten 35,4 v. H. dem Unteroffizier- und Mannschafts­stand an. 10,5 v. H. waren ehemalige Reserve­offiziere und nur 7,7 v. H. aktive Offiziere. Bei diesen Prozentzahlcn ehemaliger Soldaten handelt es sich fast ausschließlich um ehe­malige Frontsoldaten, die gemäß den Bestimmungen des Versailler Diktates seit 15 Jahren keinerlei Beziehung zu militärischen Dingen haben, also kaum noch als Soldaten in modernem Sinne an­gesprochen werden können.

Das eindeutige Ergebnis dieser statistischen Erhebungen über Soldaten nnd Nichtsoldaten im deutschen Arbeitsdienst bestätigt aufs neue die völlige Haltlosigkeit der gegen den deutschen Arbeitsdienst besonders von französischer Seite fortwährend ver­breiteten Behauptungen, die durch ihre stän­dige Wiederholung keinesfalls an Wahrheit gewinnen.

Gießener Gtadtthearer.

Pg. Heinrich Bartholomaus: Arbeit! Dienst! Pflicht!"

Noch vor Beginn der eigentlichen Winterspielzeit, aber schon unter der neu.a künstlerischen Leitung des Intendanten Pg. Hanns König, hatte das Stadllheater gestern zu einer stark besuchten Son- deroeranstaltung der NSDAP., Kreisleitung Gie­ßen, seine Pforten geöffnet: das dreiaktige Volks- und Propaganda-SchauspielArbeit! Dienst, Pflicht!" von Pg. Heinrich B artholomäus, das wir berichteten bereits darüber vor we­nigen Tagen in Darmstadt in Anwesenheit des Ministerpräsidenten Professor Werner uraufge- sührt worden war, erlebte mit gleich starkem und einhelligem Erfolge seine Gießener Erstaufführung.

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Die SätzeArbeite und diene Deinem Volke, dann tust Du Deine Pflicht!" undEin jeder diene als Bruder und Kamerad nur dem Ganzen!" stehen als Motto wegweisend über den drei Akten dieses Stückes, dessen Stoff aus naher und lebendiger Ge­genwart gegriffen wurde, und das in jeder Szene ein aus heißem Herzen für die gute Sache kommen­des Bekenntnis zum neuen Deutschland und zum nationalsozialistischen Staate darstellt.

Bartholomäus hat den uns allen heute vertrau­ten Begriff der Arbeitsdienstpflicht auf eine einfache Weise in seine Bestandteile zerlegt, die den meisten, wenn sie den Begriff gebrauchen und das Wort aus- sprechen, gar nicht mehr als Wesenselemente des Ganzen zum Bewußtsein kommen. Mit dieser, zu­nächst äußeren, Aufteilung und an dem plastischen, aus dem Leben unserer Zeit gewonnenen Beispiel der Arbeitsdienstpflicht zeigt Bartholomäus, worauf es ankommt, was der Sinn und die vaterländische Bedeutung eines solchen Gemeinschaftslebens im Ar­beitslager sein soll und wirklich ist.

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Er hat sich seine Sache nicht leicht gemacht. Er stellt der Idee, die heute Deutschland beherrscht, einen Widersacher entgegen, der sich mit allen Kräften seines Willens und seiner Ueberzeugung gegen das Neue sträubt und innerlich zur Wehr setzt. Das gibt, rein dramatisch und dramaturgisch betrachtet, einen guten Antrieb für ein Schauspiel, das nicht bloß lebende Bilder, sondern Auseinan- Versetzung und Kampf in Rede und Gegenrede geben will und muß, wenn anders es den Ehrgeiz hat, als ein Drama gewertet zu werden. Durch alle drei Akte hindurch speisen sich aus Willen und

Aus aller Welt.

Sin Saus der deuischen Erziehung in Bayreuth.

München, 29. Aug. (CNB.) Wie Kultus­minister Schemm heute in einer Versamm­lung der bayerischen Wirtschaftslehrerinnen mitteilte, hat der gegenwärtig tn Bayreuth tagende Nationalsozialistischc Deut­sche Lchrerbund den Beschluß gefaßt, mit Mitteln des Nationalsozialistischen Lehrerbun- dcS einHaus der deutschen Er­ziehung" in Bayreuth zu errichten. Das Haus der deutschen Erziehung" soll ein Gegen­stück zum Haus der deutschen Kunst in Mün­chen darstellen.

Die Beisetzung des Fliegers Poß.

Auf dem Parkfriedhof in Lichterfelde bei Berlin wurde der beim Deutschlandflug zusammen mit sei­nem Bordmonteur Meirich verunglückte Flieger Reinhold Poß zur letzten Ruhe getragen. In der großen Trauergemeinde sah man u. a. den Präsidenten des Luftsportoerbandes, L o e r z e r , den Vizepräsidenten o. Hoeppner, den Ozean- flicger Hauptmann a. D. Köhl und Ministerialrat C h r i st i a n s e n. Während die Witwe, vom Kron­prinzen geführt, den Trauerzug eröffnete, flogen Geschwader mit Trauerwimpeln über dem Trauer­zug Ehrenrunden. Am Grabe widmete der Flieger K r a n tz , der beste Freund des Toten, ihm herzliche Abschiedsworte. Der Präsident des Deutschen Luft­sportverbandes feierte Reinhold Poß als einen der­jenigen Kameraden, dessen Namen mit dem Auf­bau des deutschen Flugwesens für immer verbunden sein würde. Er sei der Typ des deutschen Sportflie­gers gewesen, dem nachzueifern stets Erziehungs­aufgabe im Deutschen Luftsportoerband sein werde.

Rückkehr desGraf Zeppelin" von der Südamerikafahrt.

Das LuftschiffGraf Z ep p e l i n" ist am Dienstag um 14 Uhr von feiner fünften Südamerikafahrt unter Führung von Dr. Eckener mit zwölf Fahrgästen nach Friedrichshafen zurückgekehrt und um 14.40 Uhr glatt gelandet. Tausende waren mit Son­derzügen, Schiffen und Omnibussen zur Lan­dung herbeigeeilt. Die Friedrichshafener Orts­gruppe des Frauenvereins vom Roten Kreuz für Deutsche-Uebersee entbot Dr. Eckener nach der Landung einen herzlichen Willkom­mens- und Huldigungsgruß zum 65. Geburts­tag. Unter dem Portal des Verwaltungsge­bäudes hatte ein Chor Aufstellung genommen, der das LiedGott grüße Dich" vortrug. Weiß gekleidete Mädchen umstellten das Automobil. Nach Gedichtvorträgen und Uebcrreichung von Blumcngebinden dankte Dr. Eckener für den ihm dargebrachten Willkommensgruß. Am Samstag, dem 2. September, startetGraf Zeppelin" zur sechsten diesjährigen Südame­rikafahrt.

Wieder ein Großfeuer in Bremen.

Die auffallende Serie der großen Brände, die in den letzten Wochen die Städte Bremen und Bremerhaven heimsuch­ten, hat am Dienstag ihre Fortsetzung ge­funden. In der Nähe des Freihafens entstand am Fischerdeich in einem Komplex von Lager­häusern ein Großfeuer, das äußerst ge­fährlichen Charakter annahm. Sämtliche bre­mischen Feuerwehren waren auf das Ange­strengteste 'beschäftigt, die Flammen auf ihren Herd zu beschränken. Polizei, SA., SS. hat in weitem Umkreise Aussperrungen vorge­nommen. Die Geheime Staatspolizei hat sich an den Brandherd begeben, um sofort die Er­mittlungen nach der Ursache dieses neuen Großfeuers, das Bremen innerhalb der letzten 14 Tage hcimsucht, aufzunehmen. Das Groß­feuer in dem Baumwollschuppcn der Firma Bischof und Co. hat das gesamte Lagerhaus vom Erdgeschoß bis zum Dach erfaßt. Es brennen rund 4000 Ballen Baumwolle. Die Feuerwehr, die mit 20 bis 25 Schlauchleitun­gen das Riesenfeuer bekämpft sie wird von der Wasserseite durch zwei Spritzendampfer

Gegen-Willen, aus dem Widereinander von falscher und rechter Ueberzeugung, von Irrlehre und Glau­ben die inneren Energien und die äußeren Span­nungen des Stückes.

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Dabei kann die Fabel im Kern auf eine sehr ein­fache Formel gebracht werden: hier handelt es sich um die Belehrung (das ist: die innere Wandlung) eines fanatischen Anhängers kommunistischer Irr­lehren zum überzeugten Mitkämpfer und Bekenner des neuen Staates. Das geht nicht im Handumdrehen, der Mann setzt sich zur Wehr und verteidigt sich und seine Utopie mit großer Zähigkeit. Im kleinsten Kreis seiner Angehörigen haben sie schon fast die Hoffnung aufgegeben. Die Einberufung desEdelkommuni­sten", wie er sich nennt, zum Arbeitsdienst gibt den Ereignissen die entscheidende Wendung.

Im Arbeitsdienstlager (zweiter Akt) wird gezeigt, wie die nationalsozialistische Idee sich in einer ver­hältnismäßig kleinen Gemeinschaft im Sinne des großen Ganzen praktisch bewährt. Man behandelt hier einen wie den andern, auch den Kommunisten, der noch immer nicht von seiner alten Meinung lassen will. Man verwirklicht hier den Gedanken der wah­ren Volksgemeinschaft und bestätigt den Glauben an den Adel der Arbeit, jeder Arbeit, auch der kleinsten sofern sie gern und freiwillig geleistet wird. Und was der Mutter und den andern daheim nicht gelang, das gelingt den Kameraden, die alle aus der gleichen Sphäre stammen wie jener Kommunist, und mit den gleichen Lehren groß geworden sind wie er.

Aber der letzte Widerstand wird erst gebrochen, als der, der allein dem Wohle des Arbeiters zu dienen meinte, erkennen muß, wie der intellektuelle Ur­heber, der falsche Prophet, von dessen verderblichen Einflüssen und Einflüsterungen er sich nicht hat frei- machen können und wollen bis zuletzt, seinen Ideen untreu und fahnenflüchtig geworden ist. Da muß er einsehen, daß er einer grausamen und oolksoer- derbenden Irrlehre zum Opfer gefallen, getäuscht und verführt worden ist; und er bekennt sich be­freit zu dem Glauben und der Idee, von der das ganze Stück getragen ist und in die es ausklingt: zum Glauben an die Volksgemeinschaft in einem Vaterlande, das Deutschland heißt.

Die Erstaufführung gab dem neuen Intendanten m ö n i g eine schöne Gelegenbeit, sich mit einer ersten künstlerischen Leistung dem Gießener Publikum vor- zustellen: er hat das Schauspiel selbst inszeniert, das ihm, wie wir wissen, ans Herz gewachsen ist. Dies war in der Ausführung zu spüren, die mit Liebe

unterstützt beschränkt ihre Tätigkeit auf den Schutz der Nachbarschuppen. Gegen 17.30 Uhr stürzte mit ungeheurem Getöse eine 20 Meter lange Wand des Schuppens ein und ein großer Teil der brennenden Baumwoll­ballen ergoß sich plötzlich in die angrenzende Wohnstraße Fifcherdeich, eine enge alte bre­mische Straße. Die Wohnungen wurden mit größter Beschleunigung von den Bewohnern geräumt. Die Polizei nahm mit Unterstützung von SA.- und SS.-Männern den weiteren Sicherheitsdienst in die Hand. Eine ungeheure Hitze und große Rauchentwicklung erschwert das Rettungswerk.

verurteilte Schwarzhörer.

Im Vierteljahr April bis Juni 1933 sind insge­samt 373 Fälle der Entdeckung und Verfolgung nicht genehmigter Funkanlagen zur Erledigung gekommen. Verurteilt wurden 245 Per­sonen gegenüber 213 Personen im Vierteljahr Ja­nuar bis März d. I. und gegenüber 199 Personen im Vierteljahr April bis Juni des Vorjahres. Frei- gesprochen wurden sieben Personen. In 121 Fällen wurde das Verfahren eingestellt. Unter den Verur­teilten befinden sich zwei Personen, die wegen Bei­hilfe oder Mittäterschaft beftretft wurden. In einem Falle wurde auf Gefängnisstrafe von 14 Tagen er­kannt.

Massenstart zum üanatschwimmen.

Mercedes Gleiße und Mr. T e m m e starteten um 7.30 Uhr von South Foreland, Charles Z i b e l- m a n n um 7.17 Uhr von Shakespeare-Bucht zum Kanalschwimmen. Miß L o w r y wurde um 8 Uhr zwei Seemeilen von South Forelanb ent­fernt gesichtet. Sie landete um 10.15 UHr bei South Foreland. Für die Ueberquerung des Kanals hat sie 15% Stunden gebraucht.

Eilzug tötet Schäfer und 75 Schafe.

Die Reichsbahndirektion Erfurt teilt mit: Auf der Strecke Leinefelde-Gotha fuhr der Eil­zug 65 zwischen den Bahnhöfen Secbach und Großengottern auf einem Ueberweg in eine Herde von etwa 300 Schafen. Der Schäfer Franz Staab aus Miltenberg in Bayern wurde dabei getötet Der Ucber- weg ist mit einer fern zu bedienenden Schranke ausgerüstet. Der genaue Hergang des bedauer­lichen Unfalls hat noch nicht geklärt werden können. Der Eilzug erlitt durch den Unfall eine Verspätung von 20 Minuten. 75 Schafe wurden getötet.

Eisenbahnunglück in USA. 12 Tote, zahl­reiche Verletzte.

Wie ans Amarillo (Texas) gemeldet wird, entgleiste ein Expreßzug auf der 10 Meter hohen Brücke in der Nähe von Tucnmcari (Neumexiko) und stürzte in einen durch Land­regen angeschwollenen tiefen Fluß. Die Loko­motive und ein Personenwagen versanken in den Fluten. Sechs Personenwagen blieben im flachen Waffer. 12 Personen wurden g e - tötet Die Zahl der Verletzten ist groß.

Rasende Volksmenge stürmt ein Zigeunerlager.

Wie die ZeitungA mai nap aus Belgrad mel­det, war in der Gemeinde Darvarin eine Zigeu­nerkarawane eingetroffen, die bald von einer Schar neugieriger Frauen und Kinder umringt war. Ein Bauer aus der Menge rief den Zigeunern zu, daß ein bei ihnen befindliches 9jähriges Mädchen feine Tochter fei, die die Zigeuner geraubt und ge­blendet hätten. Bald war das ganze Dorf auf den Seinen. Mehr als 3000 Menschen scharten sich in drohender Haltung um die Karawane. Ein junger Zigeuner, der Vater des blinden Mädchens, hielt es in dieser Lage für geraten, die Flucht zu ergreifen. Das nahmen die erregten Bauern für das Einge­ständnis seiner Schuld und eröffneten nun einen Steinhagel auf ihn, durch den .er getötet wurde. Inzwischen waren Gendarmen erschienen, die die Mutter des erblindeten Mädchens festnah- men. Die tobende Menge aber entriß die Zigeune­rin den Gendarmen und tötete sie. Dann wandte sich die Wut der Dorfbewohner gegen die übrigen Mitgliederder Karawane, die von ihrem Lagerplatz

und Hingabe durchgearbeitet und befeuert war von der gleichen inneren Anteilnahme an den Dingen, die hier verhandelt werden: so kam jede Szene mit der überzeugenden und werbenden Kraft zur Gel­tung, die von dem Ganzen ausstrahlen soll. Dieses Ganze wäre kein rechtes Volksstück, wenn es, bei allem Ernst, nicht auch einem kräftigen Humor Raum ließe, und auch die heiteren Episoden fanden eine verständnisvolle Behandlung durch die Regie und bereitwillige Aufnahme bei den Hörern.

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Das Ensemble war mit Feuereifer bei der Sache. Oswald Förderer spielte den Kom­munisten Menge! mit Hingabe und glaubhaf­ter Energie: verstockt und verbissen, finster und zäh sich verteidigend; er fand auch mit Geschick die schwierigen Ucbergänge der Ent­wicklung bis zumBekenntnis des letzten Aktes.

Die Kameraden im Lager wurden von Wolfgang Kühne, der einen mit erstaun­lichem Mundwerk ausgestatteten Berliner prächtig hinstellte, von Walter Michel und Wilhelm Dielen knapp und gut umrissen.

Herr Hub gab den Feldmeister mit ruhi­ger und sicherer Eindringlichkeit, ohne lauten Ton. Eine sehr hübsche und geschlossene Lei­stung war auch die von Luise Schubert- Jüngling schlicht und mütterlich gegebene Frau Menge!. Frisch und sympathisch Sibylle Flemming als Lina Haller.

In kleineren Rollen rundeten die Damen Koch und Wielander, die Herren Volck (der sich einen Sondererfolg bei offener Szene holte), Wahlen und Geiger das En­semble angenehm ab. *

Die Erstaufführung brachte, wir sagten es schon, einen überaus starken Erfolg. Der Bei­fall steigerte sich nach jedem Akt und rief zu­letzt, lang andauernd, mit den Darstellern auch den Autor auf die Bühne. hth.

Hochscbulna»richten

Wie die Universität Heidelberg mitteilt, ist auch die juristische Fakultät der Universität Heidel­berg gleich verschiedenen anderen deutschen rechts- wissenschaftlichen Fakultäten der Akademie für deut­sches Recht in München beiaetreten.

Auf den Lehrstuhl für theoretische National­ökonomie und Finanzwissenschaft an der Universi­tät Jena wurde zum 1. Oktober d. I. Professor Dr. Eugen Döhler von der Technischen Hoch­schule in Zürich berufen.

aus einer Hohe von zehn Meter tn einen Bach sprangen. Einige Zigeuner ertranken, andere brachen sich das Genick. Die Bauern zertrümmerten in ihrer Wut die Wagen der Zigeunerkarawane und töteten die Zugesel. Inzwischen hatten die Gendar- men das blinde Mädchen auf die Wachstube ge­bracht. Dort stellte es sich heraus, daß es tatsächlich das Kind des soeben erschlagenen Ehepaares war.

Fünf Schwerverletzte bei einem Autounglück.

An der Berliner Stadtgrenze ereignete sich ein schweres Verkehrsunglück. Dort war ein Personenkraftwagen in einen Chaussee- graben gestürzt und zertrümmert worden. Die Feuerwache Spandau leistete die erste Hilfe und schaffte fünf Schwerverletzte nach dem Spandauer Krankenhaus, wo zwei sofort operiert werden mußten. Marr befürchtet, daß diese beiden kaum mit dem Leben davonkom­men dürften. Angeblich soll die Steuerung des Wagens versagt haben beim Ueberholen eines anderen Kraftwagens. Die Verunglückten sind die Frau des Berliner Fabrikanten A s h e I m, ihre beiden Söhne im Alter von 12 und 6 Jah­ren und ein Kindersräulein. Auch eine Passan­tin wurde bei dem Unglück schwer verletzt. Der von Frau Ashelm gesteuerte Wagen fuhr bei dem Versuch, einen Autobus zu überholen, eine die Landstraße kreuzende Frau an und schleuderte sie in den Chausseegraben. Frau Ashelm verlor nun die Gewalt über ihren Wagen und fuhr gegen einen Chaussee- bäum, brach diesen ab und raste in den Graben. Die Insassen wurden unter den Trüm­mern des Kraftwagens begraben. Frau Ashelm erlitt einen schweren Schädelbruch. Auch der ältere Sohn und die Passantin wurden so schwer verletzt, daß an ihrem Aufkommen ge­zweifelt wird.

Kleine politische Nachrichten.

Wie die Staatspressestelle mitteilt, hat der Füh­rer der hessischen Ostland-Sendeboten- Mannschaft, Ernst Schaefer, der die Grütze Hessens zur Treuekundgebung nach Ostpreußen über­brachte, in einem Telegramm aus Königsberg dem Herrn Ministerpräsidenten Dr. Werner herzlichste Grüße aus dem Ostland übermittelt.

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Hans Weidauer, der Sekretär der Deut­schen Studentenschaft, gibt bekannt, daß der Führer der Deutschen Studenschaft, Gerhard Krüger sein AmtzurDerfügung g e ft e 111 habe. Die Aeltesten Dipl.-Jng. Schulze und Kurt E l l e r s i e k haben gleichfalls ihre Aem- ter niedergelegt.

De r deutsche Gruß ist jetzt auch im Handwerk eingeführt worden. Es wird darauf hingewiesen, daß der Gruß nicht nur im Verkehr mit den vom Handwerk unterhaltenen Geschäfts^- stellen gelte, sondern für alle handwerklichen Be­triebe, um das Gefühl der Zusammengehörigkeit aller im Handwerksbetriebe Beschäftigten zu pflegen.

Der schweizerische Gesandte sprach im Berliner Auswärtigen Amt yor, um eine Grenzbeschwerde anzubringen. Danach sind am vergangenen Sonntag 3 Uhr ein SA.- Mann und zwei Begleiter aus schweizerischem Gebiet in einen Schuppen bei Ramsen ein­gedrungen, haben sich trotz Protestes des schweizerischen Grenzwächters eines tsche­chischen Schmugglers namens Weber bemächtigt und diesen auf deutsches Gebiet gebracht. Von der Reichsregierung sind die zur Aufklärung notwendigen Schritte unter­nommen.

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Die bayerische Notariatskasse hat dem Staatsminister der Justiz, Dr. Frank, den Be­trag von 120 000 Mark zur freien Verwendung für Arbeitsbeschaffungszwecke zur Ver­fügung gestellt, die für Erweiterung und Umbau des Amtsgerichtsgebäudes in Rosenheim verwendet werden sollen.

Verzweiflungskmpf der letzten Berbern im Atlas.

Die letzten Berberstämme in Rordasrika. die noch nicht von den Franzosen unterjocht worden sind, ver­teidigen sich gegen die vordringenden Heeressäulen in den 3000 Meter hohen, fast unzugänglichen Ge- birgstlusten des Atlas mit dem Mute der Verzweif­lung. Wenn sie unterworfen sein werden, hat Frank­reich die Eroberung Marokkos, die im letzten Diertel- jahrhundert durchgeführt worden ist, endlich beendet. Ein englischer Berichterstatter G. Ward Price, der sich den vordringenden französischen Truppen ange­schlossen Hal, entwirft von dem Kampfschauplatz und den Helden, die hier um ihre Unabhängigkeit ringen, ein anschauliches Bild. Uber ihnen fliegen die franzö­sischen Flugzeuge: in ihren Tälern knattern die Ma­schinengewehre, von den benachbarten Höhen sind die französischen Feldgeschütze auf sie gerichtet und halten ihre Derschanzungen unter ständigem treuer. Ihnen bleibt nur übrig, die langsam heranruckenden Formationen vost Infanterie, Kavallerie und Artil­lerie aus dem Hinterhalt zu beschießen, hie und da einen vereinzelten Trupp abzuschneiden und nieder- zumeheln. Der neue Feldzug richtet sich gegen ein Gebiet von etwa 150 qkm im Herzea des hohen At­las, in das die Franzosen bisher noch nicht einge­drungen sind. Dieses Gelände ist bereits von den von Aorden und Süden her anmaschierenden Heeres­säulen in zwei Teile geschnitten-, die eine der vier Abteilungen greift vom Westen aus an. während die drei andern die östliche Hälfte in Besitz nehmen. Es mögen etwa 10000 Berber sein, die von den Hö­hen aus die französischen Soldaten beschießen und unter ihnen manches Opfer fordern. Sie sind mit den modernsten Gewehren ausgerüstet, die sie sich durch Schmuggel oder Diebstahl von den Franzosen ver­schafft haben. Der Berber weih mit diesen Waffen vortrefflich umzugehen und feuert nur, wenn er eines tödlichen Schußes ganz sicher ist. Die einzelnen Häupt­linge haben ihre Gefolgsmänner dadurch zu leiden­schaftlicher Wu entflammt, daß sie ihnen die Franzo­sen als Teufel mit nur einem Auge mitten in der Stirn schildern, die alle Gefangenen meöermadien. Zu dem verzweifelten Widerstand trägt auch das Gerücht bei, daß der große Berber-Häuptling des Aiffs, Abdel Krim, der sich 1925 unterwerfen mußte, aus seiner Gefangenschaft auf der Insel Reunion in der Aähe von Madagaskar geflohen sei und einen großen allgemeinen Ausstand des Islams enffefleln werde. »Jeder Berber mit einem Gewehr ist ein Kö­nig," so lautet eins ihrer Sprichwörter, und die Herr­scher des Atlas werden zweifellos um ihr Königtum bis zum letzten Blutstropfen kämpfen.

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