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Vornan von Gert Nothberg.
(LIrhcberschuh durch C. Ackermann, Romanzentrale Stuttgart.)
15 ftortleRunQ Nachdruck verboten.
Sie senkte die Augen vor seinem forschenden Blick. Dann sagte sic leise: „2a. ich habe mit Papa gesprochen. Er — er ist deiner Meinung, das; es besser ist, wenn ich in Achern bleibe und nicht allein nach Berlin zu Otty fahre. Wollen wir jetzt nach Hause fahren?"
Er blickte sie an, widerstreitende Gefühle im Herzen. Er war seinem Schwiegervater dankbar für die nicht erwartete Bermittlung. Wahrscheinlich hatte er Edelgarde kein Geld gegeben. Das war gut so. Wie er. Achern. sich weiterhin verhalten würde, wußte er vorläufig noch nicht. Das, was Edclgarde gesprochen, nicht zuletzt ihre so offen zur Schau getragene Freundschaft für den von ihm jederzeit geschnittenen Ledde, hatten zu viel in ihm zerstört, als dah jetzt ein paar freundliche Worte von ihr alles wieder gutmachen konnten. So sagte er nur ruhig: „Cs freut mich, das; du dich mit deiner Unterredung beeiltest. Ich habe tatsächlich nur wenig Zeit übrig."
Sie blickte nach dem Wirtschaftshof hinüber, wo der Stalljunge das Pferd ihres Gatten auf und ab führte. Sie sagte dann: „Ja, aber dein Brauner?"
„Den kann Lorenz in einer Stunde abholen. Ich möchte jedenfalls, dah du mit mir fährst, die neuen Pferde sind nicht genü-'cnb erprobt. Ich werde den Kutscher überhaupt noch zur Bede stellen, wie er dazu kommt, i)u diese Pferde einzuspannen."
Edelgarde war von einem nie gekannten Gerechtigkeitsgefühl beseelt.
So sagte sic: „Sage dem alten Manne nichts, er kann nichts dafür. Ich habe ihn fortgeschickt, als er die Pferde bereits eingespannt hatte und mich fahren wollte."
Achern sah sie an. noch war die alte Leidenschaft stärker als alles andere. Wenn Edelgard« sich änderte? Doch dann warf er den Gedanken fort. Rein. wenn er jetzt nachgab, hatte er für immer verspielt. So sagte er nur nachsichtig: „Ja, Kind, dann verabschiede dich bitte, wir müssen wirklich fort."
Sie verabschiedeten sich also, und Augsten war froh, dah alles wieder eingerenkt schien. Alle blickten dem Wagen nach, dann ging Herr Augsten mit Herrn von der Ledde ins Haus, um etwa- Geschäftliches mit diesem zu besprechen.
Zehntes Kapitel.
Ganz plötzlich war der alte Herr von Hohen- brück gestorben. Ein Echlanganfall! Er hatte am
Abend nicht das geringste merken lassen. Lah ihm nicht gut sei. als der Diener ihm beim Austleiden half. Also war der Tod wohl mitten im Schlaf zu ihm gekommen. Herr von Achern hatte Vollmacht, die Angelegenheit für die Erbin zu regeln. Man spitzte die Ohren. „Erbin"? Wer mochte denn das sein? Am neugierigsten waren die alten Dienstboten in Hohenbrück. Lind dann erfuhren sie es von Herrn von Achern, dah die Enkelin Herrn von Hohenbrücks. Fräulein Pia Eichendorfs. ihr Erbe äntrete. Die alten Leute freuten sich sehr, denn sie hatten alle schon an der Tochter Herrn von Hohenbrücks gehangen. Doch man hatte ja nie von ihr sprechen, nie nach ihr fragen dürfen. Lind nun sollte deren Kind hierherkommen?! Emsig schassten sie, damit es sauber und wohnlich aussah, wenn sie kam.
Pia stand im Arbeitszimmer ihrem Pflegebruder gegenüber. Die Februarsonne schien mit blassen Streifen ins Zimmer. Draußen taute es, und doch verkündeten graue Wolken neuen Schnee.
„Ditte, nimm Platz, Pia!"
Warm und herzlich klang Acherns Stimme. Pia sah scheu an ihm vorüber. Es war so unendlich schwer für sie, ihm allein gegenübersitzen zu müssen, denn sie fürchtete dann stets, durch irgend etwas ihre große Liebe zu verraten.
Er setzte sich ihr gegenüber und sah sie ernst an. „Du bist noch nicht einundzwanzig, liebe Pia. Eigentlich solltest du erst an diesem Tage das erfahren, was du nun durch den plötzlichen Tod deines Großvaters schon heute durch mich erfährst."
Pia sah ihn fassungslos an.
„Durch den Tod meines Großvaters? Ich habe doch niemanden mehr?"
Achern nahm ihre Hand, ohne ihr Zusammenzucken zu beachten.
„Liebe, kleine Pia, du hast ja auch gehört, daß der alte Herr von Hohenbrück verstorben ist. Er war dein Großvater! Du bist das Kind seiner einzigen Tochter Helene, die mit dem Maler Eichendorff verheiratet war und sich um dieser Heirat willen mit ihrem Vater entzweite. Herr von Hohenbrück hat in letzter Zeit von mir erfahren, daß du in Achern als meine Pflegeschwester lebst."
Pia saß zusammengesunken da. Achern ertappte sich bei dem Gedanken, daß er ihr am liebsten über das seidenweiche, goldige Haar gestrichen hätte.
Pia hob den Kopf.
„Warum hat er — mich nicht zu sich genommen?"
Achern hielt noch immer ihre Hand in der seinen. Ein warmes Gefühl durchrieselte ihn bei dieser Berührung.
„Kind, er wollte überhaupt von niemanden etwas wissen. Vater hat ihn damals aufgesucht.
als er dich gefunden hatte. Da hat er ihn kurz obgewiesen. Lind du bliebst daraufhin in Achern. Vor längerer Zeit schrieb er an Vater einen Brief: er lebte so weltabgeschieden, dah er nicht einmal wußte, daß Vater inzwischen verstorben war. Ich habe den Brief geöffnet und bin dann nach Hohenbrück gegangen. Er wollte sein Llnrecht gutmachen, aber — sehen wollte er dich vorläufig nicht. Run ist der Tod an ihn herangetreten, und er hat keine Zeit mehr gehabt, sich langsam zur Welt zurückzufinden, 2lbcr zu seiner Erbin hat er dich eingesetzt. Zu dem alten, schonen Schloß gehören viele ausgedehnte Ländereien, die alle verpachtet sind. Du bist sehr reich, kleine Pia."
Pia antwortete nicht. Ihre Augen hingen starr an ihm, dann, nach minutenlangem Schweigen sagte sie: „So reich, und meine Mutter starb am Wege! Ich will sein Geld nicht, weil er Mama verstieß. Er hat auch von mir nichts wissen wollen, darum mag ich auch sein Geld nicht."
Achern drückte Pias Hand an seine Lippen.
„Kleine Pia, du darfst mit dem alten Mann nicht mehr rechten, er ist ja tot."
Pia murmelte: „Ja, er ist tot!"
„Du hast teine Llrsache. ganz weit entfernten Verwandten dein berechtigtes Erbe abzutreten. Sie würden nur über dich lachen, Dank erhieltest du wohl kaum. Du kennst Hohenbrück nicht, — es ist ein kleines Paradies."
„Du irrst, ich — habe es gesehen. Wir haben mit Frau Horlinger damals einen Ausflug gemacht. Ich sah über die Mauer, weil mich das Verwunschene an dem alten Schloß lockte. Ich sah einen alten Mann, der mich haßerfüllt anstarrte. Rie im Leben habe ich so böse Augen gesehen. Das also war er!" '
Sie entzog ihm ihre Hand, weil sie seine Bähe nicht länger ertrug. Langsam stand sie auf, ging zum Fenster, lehnte sich an das Kreuz und blickte von dort zu ihm herüber, der gleichfalls aufstand und nun auf ihre Antwort wartete. Schließlich fragte er:
„Wirst du das Erbe annehmen, Pia? Ich wäre dir zu Dank verpflichtet, wenn du dich bald entschließen könntest. Würdest du es nicht annehmen. mühte alles liegenb'eiben. bis _ du einundzwanzig Jahre alt bist. Das Erbe würde dann einstweilen verwaltet werden. Dimmst du es an, dann konnte ich alles für dich erledigen, denn ich besitze Vollmacht."
Pia wandte sich zu ihm. In den schönen, dunkelblauen Augen war ein seltsames Leuchten.
>r3d) nehme das Erbe an, Harry, ich will ein Heim für arme Krüppelkinder errichten. Dann habe ich endlich einen Lebenszweck gefunden. Siehst du: jetzt freut mich das Erbe meines Großvaters doch!"
Er kam langsam auf sie zu, erkannte zum so- undfovielten Male, was er sich selber zugefügt,
als er Pia übersah, Pia, die heute schlank und graziös vor ihm stand, ohne den Stock, an dem sie sich jahrelang dahingeschleppt hatte — durch seine Schuld!
Jetzt war er dicht bei ihr. Seine Stimme klang abgerissen, heiser: „Pia, was für Seelengröhe und Herzensgute besitzest du! Aber du bist schön, Pia, und reich! Du wirst doch sicher auch einmal heiraten? Es — wäre doch auch der richtige Weg für ein junges Mädchen. Lleberlege dir das mit dem Kinderheim gründlich. Es gehört große Entsagung dazu, sich ganz und gar für fremde Menschen aufzuopfern."
Ihre Blicke ruhten ineinander. In Pias blauen Augen lag die ganze große Liebe, die sie für Harry von Achern empfand. Ohne dah sie es wuhte, offenbarte sich in diesem Augenblick ihr« Liebe dem Blick des Mannes. Er rih ihre Weißen Hände an seine heißen Lippen.
„Pia, ich habe die Hölle in meiner Ehe gefunden. Warum konnte es nicht anders sein? Pia, ich liebe dich!"
Hatte er es wirklich gesagt? Er fragte nicht mehr danach, was recht and unrecht war, er sah nur Pia in ihrer süßen Reinheit und dachte an seine zerrüttete Ehe. deren Riß täglich tiefer klaffte. Pia aber blickte ihn entsetzt an. Ihre Hände streckten sich abwehrend aus.
„Harry, du darfst so nicht sprechen. Siehst du, wie gut es ist, dah ich jetzt weiß, wohin. Riemals kann ich nun länger unter deinem Dach bleiben. Du gehörst Edelgarde — und ich — liebe einen Mann, der mir nie etwas fein kann. So find wir Leidensgefährten."
Er hörte aus dem Doppelsinn ihrer Worte heraus, dah sie einen anderen liebte, und lachte plötzlich laut heraus.
„Pia, was ist die Welt für ein Rarrenhaus! Warum hängt man bloß an diesem armseligen bißchen Leben? Aber du hast recht, Pia, ich habe mir ja selbst mein häusliches Glück gegründet Was für ein Rarr bin ich doch, dah ich mein Glück nicht schätzen kann! Lind es ist gut so, dah du fort von Achern gehst. Ich kann Dir nicht zurnuten, dieses Glück noch mit anzusehen. Richt wahr, Pia, ich bin doch sehr glücklich geworden? Du kennst doch Edelgarde auch?"
Wie wahnsinnig sah er aus. Seine dunklen Augen glühten sie an. Sein heiher Atem strich über sie hin.
Pla wich vor ihm zurück. Sie fürchtete sich plötzlich. Dah er sie liebte, daran konnte sie nicht glauben. Er hatte nur Zuflucht bei ihr gesucht, wie wohl der stärkste Mann in einer grenzenlosen Enttäuschung Zuflucht bei einer anderen Frau sucht, die ihm Verstehen entgegenbringt.
(Fortsetzung folgt.)
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Atmet man nämlich durch den Mund, so gelangt die Luft kalt, trocken und unfiltriert in Rachen und Lungen. Es entsteht jene abnorme Trockenheit des Rachens, die nicht nur lästig ist, sondern auch die Widerstandsfähigkeit der Mund- und Rachenschleimhäute herabsetzt und leicht zu Erkältung und Infektion führt Schnupfen, Halsentzündung, Heiserkeit, Kehlkopf-und Rachenkatarrh oder noch Ärgeres sind die Folgen.
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