Ausgabe 
29.12.1933 Drittes Blatt
 
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Der wohlsahrlszuschlag der Richord-lvagner- wohlfahrtsbrlesmarken ist zum Vesten unserer Metro* steu im Volke bestimmt. Darum fördere ein jeder die Verwendung der Marken!

2ln diesem Reigen abwechslungsreicher Darbietungen beteiligt sich fast das gesamte Personal des stabt« theaters unter der Leitung von Paul Nieren, Kapellmeister Fritz C u j t und Ballettmeister Theo B ä u l k e. Im Rahmen der Darbietungen sei nur erwähnt, daß eine kabarettistische Kurzweil aufge­zogen wird, die die beste Grundlage einer fröhlichen Silvester- und Neujahrsstimmuna Platz schafft. Es kann daher kaum noch Zweifel herrschen, wie und wo man die vorletzten Stunden des alten Jahres zu verbringen beabsichtigt. Die beste Vorbereitung von 20 bis 22.30 Uhr im Stadttheater Gießen. Kleine Preise von 0,50 bis 2,50 Mark.

Deutsches Obst, deutsches Gemüse!

Belgische, Burgunder und spanische Weintrauben Pfirsiche, Birnen und Aepfel aus Amerika und Au« stralien, aus Paris und Brüssel, Zwetschen aus Ser­bien, Apfelsinen und Orangen, Datteln, Bananen und Feigen aus Italien und Spanien, aus Klein- Sten und Nordafrika, zierlich ausgestellt in den chausenstern, laden verlockend zum Kauf ein. Ebenso bietet man schon in den ersten Monaten des Jahres Kartoffeln aus Malta, Kopfsalat aus Süd­frankreich, Blumenkohl aus Holland usw. an. Und obgleich es schon seit Jahren heißt:Wir wollen

deutsches Obst und Gemüse, weil es deutsch ist und von deutschen Züchtern stammt, weil der Ertrag der deutschen Landwirtschaft und dem deutschen Natio­nalvermögen zugute kommt", so werden die fremden Waren immer noch gekauft. Es muß allenthalben heißen: Fort mit dem welschen Zeug, fort mit den Produkten der uns feindlich gesinnten Völker Unsere deutschen Produkte sind haltbarer, kerniger, wohl­schmeckender, aromatischer, kräftiger und gesünder. Vorgegoukelt hat man uns die bessere Qualität, das schönere Aussehen der fremden Waren, und oer- leumdet hat man die gute Beschaffenheit des deutschen Obstes. Sind nicht die deutschen Weintrauben besser als die ausländischen: geht ein Wein über deutschen Rhein-, Mosel- oder Main-Wein?, ein Apfel, eine Banane oder Apfelsine des Auslandes über das Aroma und den gefunden Säuregehalt eines deut- fchen Apfels? Dem deutschen Volk fortan nur beut­

deutsches Gemüse, wenn sie auch mit den ersten Frühsorten einige Zeit länger warten muß, 8e hat ja für die an Frischgemüsen arme Zeit ihre onserven (Bohnen, Spargel usw.), und unsere Gärt­ner liefern heute ihre Erzeugnisse auch schon früh genug auf den Markt. Ebenso geht es mit den Blu­men. Wenn das deutsche Volk in dem Verlangen nach deutschen Erzeugnissen einig ist, dann müssen sich die Händler und Züchter nach der Stimme des Volkes richten und dem Geschmack und Begehr des Volkes Rechnung tragen.

Weihnachtliche Veranstaltung des Bundes Königin Luise.

Unter starker Beteiligung fand gestern im Saale des Stahlhelmheimes eine weihnachtliche Veran­staltung der Ortsgruppe Gießen des Bundes Koni- flin Luise statt, deren erster Teil am Nachmittag nsbesondere den Kindern gewidmet war. Ein ge­meinsames Lied der Kinder leitete die Feier em. Ein Vorfpruch, von einem kleinen Mädchen vor- getragen, ging der Begrüßung durch Frl. W e b e«r voraus, die gleichzeitig allen denen dankte, die durch Spenden und eifrige Mitarbeit die Veranstaltung unterstützten. Nachdem Frau Appel ein Weih­nachtslied gelungen hatte (am Klavier: Frau Del- bermann), und die Kinder mit Kaffee und Ge­bäck bewirtet worden waren, gelangte ein Lichter­tanz zur Aufführung, der von etwa 60 kleinen kerzeniragenden Kindern ausgeführt wurde. Die Kleinen waren mit allem Ernst bei der Sache. Im Anschluß daran folgte die Verpflichtung derKorn- blürochen", die nach entsprechender Probezeit auf- Senommen wurden. Nachdem Frl. Weber die liädchen in ernsten, mahnenden Worten auf die Pflichten aufmerksam gemacht hatte, die dieKorn- blümchen" zu erfüllen haben (Treue und Gehorsam dem Bunde gegenüber, Liebe und Folgsamkeit im Elternhause, gutes Benehmen in der Oessentlichkeit usw ), wurde den Mädcben das kleine Bdndes- adzeichen des Königin-Luise-Bundes überreicht. Ein von den Neuverpslichleten gelungener Vers eines Bundesliedes beschloß den feierlichen Akt. Nach einer Pause wurde bann noch ber von Mitgliebern des Bundes gestiftete und mit dem Zeichen des Bundes prächtig gestickte Wimpel überreicht.

Die weiteren Stunden des Abends waren den Erwachsenen gewidmet, die sich inzwischen zahlreich eingefunden hatten. Die stellvertretende Führerin, Frau Rath, begrüßte die Mitglieder und die Gäste und schilderte in einer Ansprache die Gegen­wart mit rückhaltloser Bejahung, kennzeichnete gleichzeitig die Aufgaben der Mitglieder des Bun­des, stellte die von den Männern im Kamps um die Freiheit des Vaterlandes gebrachten Opfer als Vorbild bar und schloß mit einem Treuegelöbnis zum Vaterland und seinen Führern Das gemein­same LiedO du fröhliche" leitete über zu einem kleinen TanzspielZwcraenfpuk", das, rote auch ber vorhergegongene Lichtertanz, von den Damen B i ck e l h a u p t und De Ibermann mit viel Liebe einstudiert und von den Kindern in präch­tiger Weise aufgefübrt wurde. $rau Appel trug durch weitere gesangliche Darbietungen zur Ver­schönerung des Abends bei. Ein kleines schelmisches Tanzduett wurde mit großem Beifall ausgenommen und mußte wiederholt werden. Nachdem eine Ver­losung die Teilnehmer noch enige Zeit in Atem gehalten hatte, wurde die Feier durch eine kurze Schluhansprache der stellvertretenden Führerin mit einem dreifachenSieg-Heil!" auf den Reichsprä­sidenten von Hindenburg, auf den Führer und Volkskanzler Adolf Hitler und das deutsche Vaterland geschlossen.

Eine Ccbrifl über den Arbeitsdienst

Vom Gauoresseamt wird mitgeteilt: Die vielfachen schriftlichen Anfragen über den Arbeitsdienst haben dahin geführt, daß eine kleine Schritt verfaßt wor­ben ist, bie unter dem Titel:D a s i st M r b e l le­bte n ft was soll er" erscheint Ihr Verfas­ser ist ber Leiter des Ausklärungs- und Picsseamts beim Staatssekretär für den Arbeitsdienst Die Schrift ist also von dem zuständigen Sad)(' -rbe Iieschrieben Der Öffentlichkeit wird empföhle, sich n dieser Schrift über den Arbeitsdienst zu . n fieren.

Taten für Freitag, 29. Dezember.

1832: Der Buchhändler Johann Friedrich Frei­herr Cotta o. Cottendorf in Stuttgart geft. (geb. 1764). 1836: Der Afrikareifende Georg Schwein- Sin Riga geb. (geft 1925). 1926: Der Dichter er Maria Rilke in Paris geft (geb. 1875).

-Kornoiwcii.

Tageskalender für Freitag: Stabt- theater, 19.30 bis 22.30 Uhr,Anneliese von Dessau". Lichtspielhaus, Bahnhofstraße:Der Zarewitsch". Lstoria - Lichtspiele, Seltersweg:Der weiße Adler". Damen-Vereinigung 1884/1934 20 Uhr, Thüringer Hof", Hammstraße 7,'Besprechung.

Aus dem Stadttheaterbüro wirb uns geschrieben: Heute 19.30 Uhr nicht wie irr­tümlich anaegeben 20 Uhr als 12. Vorstellung im Freitag-Abonnement die (Erfolgs-OperetteAnne- liefe von Dessau" von Kehler-Winterberg. Spiel­leitung: Heinrich Hub; musikalische Leitung: Ka- pellmeister Fritz Cujä: Dperettenpreife. Ende: 22.30 Uhr. Samstag, 30. Dezember, von 15 bis 17.30 Uhr das luftige Märchenspiel mit Gesang und Tanz:Schneeweißchen und Rosenrot" von Hermann Steiler. Leitung: Karl Volck, Franz K e r z i s n i k, Hannah Spohr. Kleine Preise von 0,30 bis 1,50 Mark.

* DieHeiligen zwöl s Nächt e". Seit uralter Zeit spielen die zwölf Nächte eine wichtige Rolle für die Zukunft. Sie beginnen am 25. De- Aerober und dauern bis zum 6. Januar. Nach dem überkommenen Glauben des Volkes hat jede Nacht ihre Vorbedeutung für den entsprechenden Monat eines Jahres. Was man danach in den zwölf Näch­ten träumt, geht in Erfüllung und trifft mit dem betreffenden Monat ein. Jeder Tag ist an sich wieder eine Vorbedeutung für das Wetter in den einzelnen Monaten des folgenden Jahres. Je eifri­ger derwilde Jäger" jagt, desto fruchtbarer soll das kommende Iayr werden, und je länger die Eiszapfen werden, desto länger auch der Flachs. In den zwölf Nächten sollen die bisherigen häus­lichen Arbeiten ruhen, denn es ist heilige Zeit. Weder Wagenrad noch Spinnrad sollen sich um- drehen, es darf auch nicht gewaschen, gebacken, nicht geputzt und gefegt werden, sonst kommt Un­heil ins Haus. Den Gipfelpunkt der zwölf Nächte bildet der Silvesterlag, den Abschluß der Drei- königstag. Von da ab geht das Jahr auswärts, der Tag wächst zunächst um einen Hahnenschrei, dann um einen Männerschritt und zuletztEnde Januar um eine ganze Stunde.

** Das Jahr 1934 ist ein Gemeinjahr, es zählt also 365 Tage. Es beginnt und endet mit einem Montag. Was die christlichen Feste betrifft, fo fällt Fastnacht auf den 13. Februar, Ostern auf den 1. April und Pfingsten auf den 20. Mai. In vielen neuen Kalendern find auch schon die natio­nalen Festtage, der Festtag der Arbeit und der Deutsche Erntedanktag, eingetragen. Das Jahr 1934 wird der Erde insaefamt zwei Sonnen« und zwei Mondfinsternisse bringen, von denen in Mit­teleuropa allerdings nur die erste teilweise Mond­finsternis am 30. Januar gesehen werden kann; Denn die bann am 13./14. Februar folgende totale Sonnenfinsternis ist nur auf der östlichen Erdhälfte sichtbar, die am 26. Juli stattfindende teilweise Mondfinsternis ist nur in südlichen Breiten zu be­obachten, und die ringförmige Sonnenfinsternis des 10. August ist in erster Linie eine Angelegenheit für Südafrika. Rechnen mir zu den Finsternissen auch noch die Sternbedeckungen durch den Mond, so sind hier eine Venusbedeckung am 10. April und dieselbe Erscheinung für Merkur am 14. Juni zu erwähnen, von denen allerdings nur die Venus­bedeckung in Süddeutschland sichtbar fein wird. Das Siebengestirn (Plejaden) wird während des Jahres am 16. April, 31. August und 24. Oktober bedeckt.

** (Ein Siebzigjähriger. Der Maler- und Weibbindermeister Pyil. Wagner, Licher Straße 13, kann am heutigen Freitag in geistiger und körperlicher Frische seinen 70. Geburtstag feiern. Der Jubilar geht noch heute seinem Berufe nach. Er ist seit 40 Jahren selbständiger Handwerksmeister und ebenfalls seit 40 Jahren treuer Leser desGie­ßener Anzeigers".

** Gin Fünfziger. Von der Vereinigung für koloniale Wiedergewinnung werden wir um die Aufnahme folgender Zeilen gebeten: Dieser Tage beging der hiesige Kunst- und Afrika-Maler Wilhelm Stephan, Darorostraße 24, feinen 50. Geburtstag. Als alter Afrikaner nahm er von 1904 bis 1908 an dem Herero- und Hottentotten-Auf- stand in Sübroeftafrifa und an den entscheidendsten Gefechten teil. 1905 erhielt er für einen besonderen Patrouillenritt, bei dem er zusammen mit drei Gin- geborenen 260 Kilometer zurücklegte, um seine Kameraden vor dem Tode des Verdurstens zu retten, das Militär-Ehrenzcichen am schwarz-weißen Band und die hessische Tapferkeitsroedaille. Später lernte er bei der Vermessung des Landes das Ge­biet vom Oranje bis Kunene fenn°n. Als Mitglied ber Vereinigung für koloniale Wiebergewinnung hat er so wirb in ber Zuschrift weiter erklärt in ber Deftentlichkeit durch Vorträge für den kolo­nialen G"danken geworben B°sonders seine ©lei- bergbilber, sowie feine afrikanischen Gemälde sind der Bevölkerung Gießens und darüber hinaus be­kannt.

** Städtische Drennholzversl eigerun­gen ttnden am Dienstag, Donnerstag und Freitag nächster Woche statt Interessenten seien auf die heutige Bekanntmachung der Bürgermeisterei be­sonders hmgeroiefen.

* Die Papierwarengeschäste sind am Sonnlaa geschlossen Die Ortsgruppe Gie- ßen des Reichsbundes deutscher Panier- und Schreib- roarenhänbter macht im heutigen Anzeigenteil her­auf aufmerksam, daß die Pavierwarenaeschäfte am Sonntag, 31. Dezember, geschlosien sind. Gs emp­fehle sich deshalb, sich mit Neujahrskarten. Scherz- ortikeln ufro. vorher zu versorgen Aus die Anzeige sei b-sond'rs aufmerffam gemacht

Weihnachtsgratifikation bei B ä n- ninger GmbH Wie uns aus Kneifen der Beleg­schaft der Firma Bänninger GmbH, mitgeteilt wird, wurde den Arbeitern und Angestellten dieser Firma aus Anlaß des Weihnachtsfestes eine Grati­fikation gewährt.

Bewerbungen um Einstellung bei ber hessischen Landespolizei vorläufig zwecklos. Das Staatspresiearot teilt mit: G« liegt Z Zt eine derart große Zahl von Bew-rbungs- gesuchen um Einstellung in die Landesposizei vor, daß weitere Bewerbungen in nächster Zeil keine Berücksichtigung finden können. Die Einstellungen In die Lanbesvollzei erfolgen zum 1 April und 1 Oktober eines jeden Jahres. Zu geeianeter Zeit wird in ber Prelle bekanntgegeben werben, wann Be. werbungsgefuche roieber angenommen werden kön- I neu unb in welchem llmfonoe die Einstellung er» Iolgt- Für diesen Fall sind künftig alle B werbunas- gesuche an die Landespolizeischule Darmstadt, Holz-

Hofallee 36, zu richten. Es wird ausdrücklich darauf hinaewiesen, daß die Einstellungen nicht in der Reihenfolge des Einganges der Gesuche erfolgen, lonbern einzig und allein nach der Geeignetheit. !B?barf an Bewerbern mit höherer Schulbildung (Abiturienten) ist auf längere Zeil gedeckt, so daß auch hinsichtlich dieser Einstellung weitere Anforde­rung in der Presse abzuwarten wäre.

* Der Mandolinen - und Guitarren- VereinNeapolita" Gießen wird unter Leitung seines Dirigenten, Herrn Hans Sonntag, am Montag, 1. Januar, von 16 bis 18 Uhr bei dem Nachrolttagskonzert im Südwestdeutschen Rund­funk, Frankfurt a. M. mitroirfen.

** Weihnachtsfeier in der Herberge zur Heimat. Am Heiligen Abend wurde den in

ber Herberge zur Heimat eingekehrten Wanderern eine Weihnachtsfeier bereitet, bie allen Teilnehmern Freude machte. Dank der Opsenvilligkett der Gieße« ner Bürgerschaft war es möglich, daß die Heimat­losen auch in diesem Jahre wieder reichlich beschenkt und gut verpflegt werden konnten. yjausoater Loh hielt eine kurze Ansprache, in der er der Hoffnung Ausdruck gab, daß allen Arbeitsfähigen recht bald wieder Gelegenheit gegeben sein möchte, in geordnete Verhältnisse zu kommen und sich durch her Hande regelmäßige Arbeit ihren Unterhalt zu verdienen. Wenn es bann auch noch möglich sei, bie alteren und arbeitsunfähigen heimatlosen Wanderer in ent­sprechenden Heimen unterzubringen, dann könne bie Innere Mission dies« Aufgabe der Betreuungsarbeit als erledigt ansehen.

Obecheffen.

Landkreis (Htetzen

* W i e s e ck, 28. Dez. Nach oorausgegangener Hauptprobe des MärchenspielsPeterchens Glücks- sahrt" in 3 Bildern, das am ersten Feiertag nach­mittags im Draunschen Saale für die Jugend ge­geben wurde, fand am gleichen Abend die Weih­nachtsfeier des Turnvereins 1862 e. V. W i c f e ck im Dereinslokal statt. Schon por Beginn der Veranstaltung war der Saal dicht beseht. Die Gesangs-Abteilung des Turnvereins, unter Leitung ihres bewährten Chormeisters Etz e l m ü (l e r (Röd­gen), eröffnete den Abend mit den beiden vorzüalich zu Gehör gebrachten ChörenGebet" (aus: Dem Nachtlager von Granada) undWeihnachtsglocken". Als Einlage wurden durch die beiden Schüler Gebr. Lotz zwei passende Weisen auf der Violine vor- getragen, die beifällig ausgenommen wurden. Die bann folgenben Singspiele und Volkstänze, sowie das im Mittelpunkt steheside SingspielPeterchens Glücksfahrt" (wobei insgesamt 50 Schülerinnen mit- wirkten) gefielen besonders gut und fanden reichen Beifall. Den Herren Lehrer H e Iler und Frauen- turnroart Reeh, bie bie Einschulung der nicht leichten Aufführungen übernommen hatten, gebührt für das gute Gelingen volle Anerkennung. Jugend­turner Alfred Goebel trug (wie schon des öfteren) in geschickter Form einen sehr schönen Prolog Deutsche Weihnachten 1933" vor, worauf der Ber» einsführer D a u p e r t eine fesselnde, dem Abend gewidmete Ansprache hielt. Zum Schluß seiner Aus­führungen konnte er noch einige Ehrungen vor. nehmen. Gr überreichte zunächst dem Männertum- wart Bettln (ber in Stuttgart den 33. Sieg er­rang) eine Ehren-Urkunde und streifte nochmals die hohen Verdienste dieses Deutschen Turnfest-Siegers. Welter erhielt der stellvertretende Führer und Ghrenrottglied des Vereins August Lotz mit Wor­ten des Dantes für feine unermüdliche Tätigkeit auf dem Gebiet der Turnerei den Gau-Ehrenbnef. Den Turnern Schoffmann, Kreiling I., Os­wald, Röhl, Werner und Hugo Kreiling, die an den diesjährigen Gauveranstaltungen preis- gekrönt teilgenommen hatten, wurden ebenfalls Diplome ausgehändigt. Befonders^zu erwähnen ist noch, daß der musikalische Teil ganz in den Händen der Jugend lag. Schülerin Grna Oswald am Klavier, welche auch alle theatralischen Aufführungen begleitete, sowie bie Schüler Groß und Lotz mit Violine, legten Zeugnis baoon ab, baß sie bereits eine sehr gute Schulung haben. Die Feier fanb mit bem Gesang von zwei Volksllebern, sowie bem interessanten Barrenturnen ber aktiven Turner einen schönen Abschluß.

8 A 11en - Buseck, 28. Dez. Unter überaus starker Beteiligung der Gemeinde und der Lehrer­schaft der umliegenden Orte wurde heute unser lang­jähriger Lehrer Schmidt zur letzten Ruhe bestat­tet. Unter Zugrundelegung des BibelwortesGin treuer Mann wird viel gesegnet" schilderte Pfarrer Naumann in ergreifenden Worten, wie der so unerwartet Heimgegangene als Gatte und Vater unaufhörlich von der Sorge für die Seinen erfüllt war. In demselben Maße habe er auch als Lehrer gewirkt unb sich durch seine vortressllchen Eigen­schaften und sein stets freundliches, zuvorkommendes Wesen die Liebe unb Wertschätzung ber ganzen Ge° meinbe erworben. Auch als langjähriges Mitglied der Kirchenvertretung habe der Verstorbene segens­reiche Arbeit geleistet. Was den Heimgegangenen ganz besonders ausgezeichnet habe, fei seine unver­gleichliche Treue unb Gewissenhaftigkeit sowohl in privaten, als auch dienstlichen Angelegenheiten ge­wesen. Im Anschluß an die Trauerrede legten Kränze nieder: Bürgermeister Kahl für die Oe- meinbe, Lehrer Ranft für bie Schule und bas Lehrerkollegium, Geroelnberechner L e p p e r für ben Schulvorstanb, Lehrer G b e f m a n n, Beuern für ben Bezirksverein Großen-Buseck bes NS -Lehrer» bunbes unb ein Drbensbruber bes Guttempler- orbehs Auch diese hoben in ihren ehrenden Nach­ruten die Treue, Zuverlässigkeit und Hilfsbereitschaft des Verstorb-nen hervor, bem ein unverlöschliches Andenken gesichert sei. Lehrer Schmidt kam Im Jahre 1888 als junger Schulverwalter in unteren Ort unb hat 38 Jahre ununterbrochen zum Segen ber Ocmeinbe hier gewirkt. Iro Jahre 1926 trat er teils aus Gesunbheitsrücksichten, hauptsächlich aber iro Jnteresie bes Iunalehrernachrouchses in ben wohlverdienten Ruhestand. Der arößte Teil der heu­tigen Ginroo^nerfthaft ist durch feine Klaffe geaangen unb wirb ihres heimgeganaenen Lehrers stets in Treue unb Ddnfbarfeit gebenden.

*Großen-Bufeck, 28. Dez. Dieser läge wurde einer der ältesten Einwohner unseres Ortes. Herr Heinrich Harbach, unter großer Anteilnahme ber Bevölkerung z u Grabe getragen. Der Verstorbene wirkte viele Jahre in ber Gemeinde, wie auch (zuletzt als Ehrenvo'-sitzender) in der Kirchen- gemeindevertretung. Der (Breis war noch am 12. No­vember zur Wahlurne gegangen, um seine Stimme für Adolf Hitler abzugeben.

ch S a a l e n , 28 Dez. In unserem Orte wurde dieser Tage eine Milchgenossenschaft ge­gründet, ber sofort 11 Mitglieber beitraten. In­zwischen bat sich noch eine stattliche Anzahl Bauern zu ber Genossenschaft angemeldet.

ch. Harbach 28. Dez. Das Jungvolk von Har­bach, Saasen, Hattenrod, Ettingshausen, Münster, Röthges. R"iskirchen und ßinbenftruth hielt biefer Tage eine Sonnwendfeier ab. Am hochauf- lodernden Feuer wurden verschiedene Svrechchäre zum Vortrag gebracht. Stammfübrer Schmul - bad) hielt eine Ansprache, die in einem dreifachen Sieg-Heil" auf den Führer ausklang.

4 L a u t e r, 28 Dez. Zwei alleinstehenden Frauen wurde durch die Schulkinder unter Leitung von Lehrer Röschen eine Weihnachts - ire-ude bereitet. Die Kinder schmückten einen Baum, sammelten Deihnadstsgebäck ufro unb über­brachten die Gaben Öen alten Leutchen, bie seit langen Jahren keine rechie Weihnachtsireube mehr fannien. Don langer Suslanbsfahrt auf bem Kreuzer Jt ö l n" wieder in die Heimat zurück-

gekehrt, weilt zur Zeit ber Obermatrose Ernst Schäfer hier auf Weihnachtsurlaub. Obermatrose Schäfer ist der einzige Sohn einer Kriegerwitwe.

t Treis a. d. Lda., 28. Dez. Seinen 82. G e - b u r t s t a g konnte dieser Tage in geistiger unb körperlicher Frische der Lanbwirt Heinrich Bete k e r VIII dahier feiern. Der Gesangverein Lieberkranz" hielt im überfüllten Saale ber Gastwirtschaft Will seinen biesjährigen Familien­abend ab. Nach einer mit Beifall aufgenommenen Begrüßungsansprache des ersten Führers, Wilhelm Becker V, fang der Verein unter Leitung feines Chorroeisters N1 kolei (Großen-Buseck) einige Ctzorlieder, worauf ein Theaterstück durch Mit­glieder des Vereins in guter Einstudierung und Aufmachung und in voller Hingabe an den Inhalt vorgeführt wurde. Eine Verlosung von allerlei Hausgerätschaften schloß bie schön verlaufene Ver­anstaltung, an bie sich bann Tanzvergnügen an­schloß. Die Musik stellte die Kapelle Becker von hier.

< Lollar, 28. Dez. Am Nachmittag des ersten Feiertages veranstaltete der Turn- und Ge­sangverein eine Weihnachtsfeier mit Bescherung für die Kinder seiner Mitglieder imSchwanen". Die Vortragsfolge wurde ausschließlich von Kindern bestritten. Ein Kindervrchester spielte alte liebe Weih­nachtsweisen, andere Kinder führten Weihnachts­stücke auf, ein Krippenfpiek unbWeihnachten im Zweraenheiro", roieber anbere sagten Gehickste auf. Arn Schlüße erhielt jebes Kinb ein Weihnachtsge­schenk. Am Abenb fanb bie trabitioneUc Weihnachts­feier für bie Erwachsenen statt, bie ebenfalls einen sehr schönen Verlauf nahm. Der gemischte, Männer- unb Frauenchvr sangen unter der Leitungen des bewährten Cyvrleiters Eberle alte Weihnachts­lieder. Der erste Führer PH. H a r b u s ch wies in einer Ansprache auf bie besondere Bedeutung dieser ersten Weihnacht im Dritten Reich hin. Zwei von Bereinsmitgliebem flott gespielte Einakter, sowie Musikvorträge der Kapelle Pfaff aus Launsbach vervollständigten bas Programm, bas mit einer Verlosung seinen Abschluß fanb.

* Heuchelheim, 28. Dez. Am Montag, 1. Januar 1934 (Neujahrstag), 20 Uhr, gelangt hier in ber Turnhalle bie OperetteWiener Blut" von Johann Strauß zur Aufführung. Die Spiel­leitung des Werkes, Das in der Gießener Original- Besetzung in Szene geht, hat Paul Wrede, bie musikalische Leitung liegt in Händen von Kapell­meister Fritz Cujck, bie choreographische Leitung ber großen Ballett- unb Tanzeinlagen bei Ballett- meister Theo ulke. Die Ginführung eines Ein­heitspreises gibt jedem Gelegenheit, sich für wenig Geld die Operette anzusehen. Der Vorverkauf der Karten hat bereits stark einaesetzt.

br. Klein-Linden, 28. Dez. Es war eine besondere Feierstunde, bie unsere Gemeinbe am ersten Christtag Mittag haben bürste. Unter Leitung von Lehrer Rau würbe von einem breiftimmiqen Chor, Solostimmen unb Orchester in ber bickstbesetz- ten Kirche eine sehr schöne Weihnachtsrousik von R. Löw bargeboten. Den einteitenben Teil be­herrschte ber Chor mit wuchtigem Abventsgesanq. Jubelnb führen bann die Instrumente zur Weih­nacht hin. Feinstimmige Soli brachten die (Engels- botschatt, ein mächtigesEhre sei Gott . ." und ein Wiegenlied führten zum Höhevunkt. Frl. Moller- Gießen hatte mit großem Geschick und Feinsinn die Begleitung auf dem Klavier übernommen Das Konzert war ein dankenswerter Dienst an der Ge­meinde, es war gediegene Musik mit warmer Emp­findung bargeboten, frei von Sentimentalität, oer- ftönblid) unb zu Herzen sprechend. Es ist ben Auf» führenben aehmaen, in befonberer, feiner Weife bie Weihrmckttsbotfchatt in bie Etem-inbe hin-inziitro-"'n.

CO Klein-Linben. 27 Dez. Die Weihnachts­feier tage brachten überfüllte Gottesdienste, die alle bi"-ch mufikastfche Darbietungen eine besondere Aus­schmückung erfuhren. Im Bormittaasgottesbienft des ersten Feiertags trug Musiker Willi Lenz unter Orgelbegleitung feines Bruders Richard Lenz ein Bioünfolo vor. während ber Kirchenchor, wie schon seit Jahrzehnten üblich schöne Weihnachls- lieber fang. Am Nachmittag gab der Mädchen- und Frauenchor unserer evangelischen Ge- me-nde ein weihnachtliches Kirchenkonzert. Im Fest- gottesbienft des zro"ite" Feiertags fang ein S ch ü « I e r d) o r alte Weihnachtswelsen. Die evangelische Jugend unter-s Dorfes zog am Heiliaen Abend mit trennendem Ghrifthaum durch das Dorf unb fang Kurrende, fpät am Abend erfreute der Posau­ne n ch o r an den freien Vlätzen bes Ortes mtt >em ^orfrog schöner Weihnackstssieder Wte alljährlich üdlid). veranstalteten auch dieses Jahr wieder, aber mir innerhalb bes Vereins bie hiefiaen Männer« aelanaoereine ihre Weihnachtsfeiern. Der Ge« fargoereinArion" hielt feine Weihn"chtsfeter am Hten Vteihnndsttztaa ab Gute mufikalilchr Darbte- tun apn unb THe-iterstücke wechtelten mit sch''nen Mannerchören hte non GbreadiormHfter Ronrob Rikoloi lGroßen-Buteck) oeteitet wurden Am trotten Feiertag beojna h;eNationale ^änoerver» ainiguna" ihre Htyeihnnditsteier. Unter Leitung non <Thorm!fter Heinrich Köhler /Groß^n-Linben) würben gute Chöre bargeboten. Musikvorträge und gut pefmelte Theaterszenen erfreuten bie Zuhörer

l ^"'hgestern. 28. Dez. Nach ein»r Fefer h<*r NSV unter bem brennenden Lichterbaum am Ratho",. einaeteftet von dem Vofai'n"nchor mit einer Anlvrache über den Tert:Der Herr Hat Gro­ßes an uns getan, des sind wir fröhlich", bo« Ganze aekchlnsien mit bem Choral non ßouthen, bildet» die Weihnachtsfeier derKlelnkinderfch ule am Ahend des 4 Adv-nt in der Kirche ben A"""kt wm Weihnachtekest. Unter bem Gesang der Ge- meinde:Ihr K'nderlefn kommet", zog die kleine Schar mit leuchtenden Augen in dos vom Christ» hn.im überftrahlte Gotteshaus ein. Eine Reihe von Lieder und Sprüchen der Klein-n wechselte ab mit ber von ihnen oorgetragenen Weihnachtsgefchichte. ber di» Ansprach» bes Ortsvfarrers folote mit bem Gedanten:Der Kinder Weihnachtsvrebigf an uns Alte." Nach einem Dank an Schwester Mfnna für ihre hingehende, mütterliche Arbeit unb an

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