wieder seine gebührende Lebensstellung zu verschaffen. Alerdings sei auch der Bauer dadurch vor große Aufgaben gestellt, die im neuen Staate besonders von den Jungbauern zu lösen seien. Der Redner schloß mit einem dreifachen „Sieg-Heil" auf Volkskanzler und Reichspräsident. — Die Schule besteht nur aus einer Klasse mit den 19 Schülern, die im vorigen Jahre eingetreten waren und nun die Oberklasse bilden. Ferner ist dem Landwirtschnfts- amt eine landwirtschaftliche Haushaltungsschule angegliedert, die von 20 Schülerinnen besucht wird.
△ Vom Glauberg, 27. Roo. Wer die Ausgrabungen auf dem Glauberg besichtigen will und nach Station Stockheim (Oberhessen) fährt, gehe rechts vor dem Bahnübergang am Bahn- geleis'e der Gelnhäuser Strecke hin bis hinüber nach dem „neuen" Stockheim (im Volksmunde „Neu-Isenburg" genannt). Nach wenigen Schritten auf der Landstraße biegt vor der früheren Zuckerfabrik links ein breiter Fahrweg nach dem Walde zu ab. Im Walde (Buchenhochwald) wählt man den wenig steilen, auch bei Regenwetter trockenen Weg, immer die südwestliche Richtung einschlagend, und gelangt nach etwa knapper halbstündiger Wanderung an die Hauptausgrabungen (Germanischer Edelhof und Begräbnisstätte). Eine baldige Markierung des Weges wäre sehr vonnöten, da der Zustrom zu dem historischen Platze immer mehr zunimmt.
Mrcie 2lls elD.
ll. Nieder-Ohmen, 28. Nov. Dieser Tage fand im Saale von D ö l l eine Versammlung der hiesigen Ortsgruppe der NSDAP, statt. Propagandaleiter Nickel leitete die Versammlung. Ortsgruppenleiter Erb gedachte erst der Toten des 9. November 1923. Gemeinsam wurde hierauf der erste Vers des Liedes „O Deutschland hoch in Ehren" gesungen. Der Ortsgruppenführer sprach ferner über
organisatorische Fragen innerhalb der Ortsgruppe; T Landtagsabgeordneter Hartmann beschäftigte sich mit dem Thema „Die NSBO. und die Arbeiterschaft"; der landwirtschaftliche Ortsfachberater Eisenach referierte über das Siedlungswesen. Im Laufe der Versammlung wurde gemeinsam das Horst- Wessel-Lied gesungen. — Der NS.-Lehrerbund, Bezirk Ohm-Felda, hielt im hiesigen Schulsaal eine Versammlung ab, in der Lehrer Bern von hier eingehend über die Judenfrage sprach.
—.— Homberg, 28. Nov. In Erfurtshausen (Kr. Marburg) war am 23. September d. I. ein größeres Feuer ausgebrochen. Der dortige Bürgermeister forderte durch telephonischen Anruf bei der Bürgermeisterei Homberg die Motorspritze an, weil die Spritzen der Nachbargemeinden zur Bekämpfung des Feuers nicht ausreichten. Durch das Einsetzen der Motorspritze der Freiwilligen Feuerwehr Homberg ist ein Umsichgreifen des Feuers und somit größerer Schaden verhütet worden. Vor allem konnte die dortige Kirche, auf die das entfesselte Element bereits übergesprungen war, gerettet werden. Als besondere Anerkennung für das tatkräftige Eingreifen der Freiwilligen Feuerwehr wurde ihr dieser Tage eine Prämie von 2 0 0 Mark durch die Hessische Landesversicherungs- Anstalt, Kassel, überwiesen. — Der Zu st and der P r o v i n z i a l st r a ß e n ist zur Zeit geradezu t r o st l o s. Rad-, Motorrad-, Autofahrer und Fußgänger klagen in gleicher Weise. Anscheinend liegt ein Fehler des bei der Beschotterung verwendeten Bindematerials vor, da man als solches Erde, Sand, Feingrieß, sogar Steinmehl verwendete. Sicherlich könnte durch Einstellung einiger Arbeitskräfte Abhilfe geschaffen werden. Als ideale Lösung käme die Pflasterung in Frage, die abschnittweise oorgenom- men werden könnte. Basalt stünde genügend zur Verfügung.
Preußen.
Kreis Wetzlar.
(D Krofdorf-Gleiberg, 27. Nov. Der Tag des Totenfestes führte unsere Gemeinde zweimal zusammen, einmal mittags und zum anderen mal abends. Auf dem Friedhof am herbstlichen Waldrand hielt Pfarrer Wiebel eine kurze, aber eindringliche Feierstunde unter Mitwirkung eines Schülerchores. Zur Abendfeier riefen die Glocken die Gemeinde, die stärker als in früheren Jahren dem Ruf zum alten Kirchlein folgte, wie überhaupt feit dem Anbruch der neuen Zeit ein besserer Kirchgang freudig festgestellt werden kann. Die fein aufgebaute liturgische Feier schlang ein enges Band christlicher Gemeinschaft um die andächtig Versammelten, die mit lobsingendem Munde die Worte ihres Pfarrers bekräftigten und ergänzten. Die Namen der 18 im vergangenen Kirchenjahr verstorbenen Gemeindemitglieder wurden durch Verlesen in die Erinnerung zurückgerufen; das Gedenken ging aber auch zu den in fremder Erde ruhenden Söhnen unseres Dorfes. Mit Erschütterung vernahm die .Gemeinde die am Tage dieser Feier eingetroffene Trauernachricht von dem Hinscheiden der ältesten Tochter unseres früheren Seelsorgers Pfarrer Knieper nach der Geburt ihres fünften Kindes; sie, die ihre Kindheit hier verlebte, ist nun im Tode vereint mit ihrer vor kurzer Zeit Heimgegangenen Mutter, unserer verehrten Pfarrerfrau. Recht eindrucksvoll und tröstlich klang das vom Gesangverein „Germania" vorgetragene Lied „Wie sie sanft ruhn". Den Höhepunkt der Feierstunde bildete die Ansprache von Pfarrer Wiebel, der die Gemeinde grüßte mit dem Wort: „Gott ist nicht ein Gott der Toten, sondern der Lebendigen", und der auf Grund des aus dem 118. Psalm gewählten Textwortes: „Ich werde nicht sterben, sondern leben und des Herrn Werk verkündigen", den Weg zu den Herzen aller fand. Aus jugendlichem Mund erklang: „Mag auch die Liebe meinen", und zum Schluß von der ganzen Gemeinde: „Gloria fei dir gesungen", um dann nach verklingendem Orgelnachspiel still die Kirche zu verlassen.
* R o d h e i m a. d. B., 27. Nov. Die Luther- gedenkfeie r in unserem Biebertal erhielt ein besonderes Gepräge dadurch, daß sie durch eine ge- meinsome Feier der sämtlichen Schulen unseres Tals in und vor der hiesigen Kirche eingeleitet wurde. Angesichts der Grabmäler der tapferen und tatkräftigen Ritter der Reformationszeit Marx Le sch von Mülheim und Magnus H o l tz a p p e l von Vetzberg wurde zunächst eine gottesdienstliche Feier mit Deklamationen und Gesängen der Schüler und Vorlesen von Lutherwort und -Lied in der Kirche abgehalten. Darnach fand unter der am 10. November
1883 gepflanzten „Lutherlinde" die Uebergabe einer Gedenktafel statt. Kunftschlofsermeister W. Bernhardt von hier hat diese Messingtafel hergeftellt, welche in größerem Ausmaß in getriebener Arbeit Luthers Wappen zeigt, ein Kunstwerk von bleibendem Wert! Durch einen von der Vetzberger Schule vorgetragenen Sprechchor und Gesang wurde der Bedeutung der Lutherfeier für die nationale Erhebung des deutschen Volkes Rechnung getragen. — Am 19. November fanden in den Kirchen 9 e ft gölte 5 bi e n ft e statt, an denen sich die Vereine geschlossen beteiligten. In Rodheim schloß sich eine gemeinsame Abendmahlsfeier der SA. von Rodheim, Bieber und Vetzberg in Stärke von 76 Mann unter ihrem Sturmbannführer an. Am Abend fand im Saale des Gastwirts Bender ein Gemeinde- abend statt, der am Samstag, 25. Nov., noch einmal wiederholt werden mußte, weil der Saal die Besucher nicht zu fassen vermochte. Die Mitglieder des Evangelischen Jungmänner- und Iungfrauen- vereins stellten in zwei sehr stimmungsvoll ausgestatteten und eindrucksvoll vorgeführten Aufführungen Luthers Reformation und Katharina von Boras Leben dar. Die Sängervereinigung Rodheim in Stärke von etwa 80 Mann trug unter ihrem bewährten Dirigenten Werkmeister Kümmel entsprechende religiöse und Heimatlieder vor. Die Schule von Vetzberg unter ihrem Lehrer Müller bot wieder den Sprechchor, umrahmt von begeisterndem deutschem Lied. Der Posaunenchor begleitete mit seinen Klängen die Lutherlieder. Deklamationen füllten die Pausen aus. Pfarrer V ö m el hielt eine Ansprache über die Geschichte und die Ritter der Reformationszeit in Rodheim. Alles in allem: diese Lutherfeiern waren ein Erlebnis für unsere ganze Gemeinde, das auch in unserer bewegten Zeit nicht so bald vergessen fein wird.
*Kinzenbach, 28. Nov. Die N S D A P. K i n - zenbach veranstaltete am Montag einen Fi Im - abend im Saale der Gastwirtschaft Peusch, der einen guten Besuch hatte. Nach kurzen Worten von Lehrer A r m d r e ch t, in denen er die Geschehnisse der letzten acht Monate in unserem deutschen Vaterland streifte, wurden den Besuchern die von der Kreisfilmstelle zur Verfügung gestellten Filme vorgeführt. Zunächst rollte das wuchtige Schauspiel des Gauparteitages in Nürnberg ab. weiter wurde ein Erziehungsfilm für Kinder gezeigt. Der nächste Streifen führte die Besucher nach Düsseldorf zu der Schlageter-Feier im Mai auf der Golzheimer Heide. Den Schluß bildete ein Film von der Heimat des Zeppelin, dem Bodensee, und den denkwürdigen 21. März, den Tag von Potsdam. Mit dem Gesang des Deutschland- und des Horst-Wessel-Liedes fand der Abend seinen Abschluß.
Das „Role Hakenkreuz".
Zweck und Ziel seiner
Die NS.-Frauenschaft Gießen veranstaltete gestern abend im Saale des Cafe Leid eine Versammlung, in der die Gründung einer Ortsgruppe des „Roten Hakenkreuzes" vorbereitet werden sollte. Die Kreisleiterin der NS.-Frauenschaft Frau Hart- Allendorf a. d. Lda., begrüßte die zahlreich erschienenen Teilnehmerinnen und befon» die Rednerin des Abends.
Sodann sprach Fräulein S u ß l i k - Frankfurt a. M. über das Thema „Zweck und Ziel des Roten Hakenkreuzes". Sie führte u. a. aus: Wenn man überlege, daß nun der Wirrwarr der früheren Verhältnisse überwunden sei, so sei es nicht überflüssig, zu fragen, ob die Gründung einer neuen Frauenorganisation wie der des Roten Hakenkreuzes notwendig fei. Man könne wohl der Meinung fein, daß es genug Schwestern- verbände gebe. Außerdem fei ja auch das Rote Kreuz da.
Das Role Hakenkreuz wolle keiner dieser Organisationen das Arbeitsgebiet streitig machen, wohl aber die Erziehung der weiblichen Jugend zu Schwestern in eigene Hand nehmen, um ganz sicher zu wissen, wohin diese Jugend erzogen werde.
Fast unmöglich fei es bisher gewesen, Mädchen aller Stände zum Schwesternberuf hinzuführen und im Dienst des Vaterlandes und der Volksgemeinschaft an das Krankenbett zu stellen. Des Führers Absichten würden aber unerfüllt bleiben, wenn nicht die deutsche Frau mithelsen würde. Auf ihr liege ein großer Teil der Schicksalsgestaltung des deutschen Volkes. ...
In dem vergangenen Jahrzehnt fei es notwendig gewesen. Hilfe für diejenigen zu organisieren, die Im Braunhemd auf der Straße von ihren politischen Gegnern angefallen worden seien, verletzt zu den Krankenhäusern gebracht wurden und oft keine
Arbeit im Dritten Reich.
Aufnahme fanden, weil das Braunhemd als staatsgefährlich gegolten habe. Damals fei man auf viel Härte und wenig Nächstenliebe gestoßen.
Daß das Rote Hakenkreuz gegründet werden muhte, habe am System gelegen. Schon vor Jahren hätte Gelegenheit gegeben werden müssen, Ausbildung für erste Hilfe genießen zu können.
Die Organisation des Noten Hakenkreuzes wolle junge Mädchen zum Dienst für das Vaterland bereitmachen. Den Mitgliedern des Roten Hakenkreuzes werde eine Probezeit zugeftandcn, die zur Schulung verwendet werde und gleichzeitig als Prüfstein für die Bereitschaft zum Opfer angesehen werden müsse. Schulungsabende sollen den Mädchen das Notwendigste der Anatomie, der Verbands- lehre und der Schulung für erste Hilfe vermitteln. Ferner sollen die Mädchen in Krankenhäusern praktische Ausbildung als Schwester genießen; es soll ihnen dabei keine Arbeit erspart bleiben Diese harte praktische Schulung werde entscheidend sein über Eignung ober Nichteignung.
Neben dieser Ausbildungsarbeit sollen die jungen Mädchen in Heimabenden sich zusammenfinden, hauswirtschaftliche Einführung erhalten, in den Dienst des Winterhilfswerkes (durch Beschäftigung mit Handarbeiten) gestellt werden, außerdem auch politische Schulung bekommen, die allerdings nicht dazu da fein werde, um in einer Diskussion damit glänzen zu können, sondern lediglich um das Wissen zu vermitteln, was wahrhaft deutsch sei. Die Frau und das junge Mädchen sollten in ein sittliches Verhältnis zur wirklichen Not gebracht wer- den. In den Mädchen solle außerdem das Serftänb» nie für die Raffe geweckt werden. Hier habe die Frau besondere Aufgaben.
hauswirlschasiliche Schulung und Säuglings- pslege-Unterricht solle denen zuteil werden, die
sich für den Beruf der Schwester nicht eignen.
Diese sollten vorbereitet werden für den Beruf der Mutter und Hausfrau.
Die künftige Hausfrau müsse haushalten können aus dem Selbsterhaltungstrieb für die Familie heraus. Die Mütter müßten hier ihren Töchtern oorleben.
Von den jungen Mädchen, die sich dem Roten Hakenkreuz anschließen, müsse unbedingte Gefolgschaft geleistet werden. Das werde für viele schwer sein. Diese Unterordnung werde aber beste Gebens» schulung bedeuten. Von innen heraus und von ihren ureigensten fraulichen Berufungen her müsse das junge Mädchen zum Dritten Reiche geführt werden. Es müsse bemüht (ein, stets da zu helfen, wo es zu helfen notwendig sei. Gleichzeitig müßten auch alle Standesunterschiede vergessen werden. Dann erst erwachse den kommenden Generationen das große Vorbild, nach dem sich ein starkes zukünftiges Geschlecht bilden könne. (Lebhafter Beifall!)
Nach einer Pause gab die Rednerin noch geschäftliche Mitteilungen bekannt: Anträge um Aufnahme
müßten, mit Name und Wohnung versehen, an dis Kreisleitung gerichtet werden. Zur ersten Versamm- (ung werde dann schriftlich etngelaben. Die Aul» nahmeerklärung gelte für die Probezeit. Mitglieder könnten Mädchen im Alter von 18 bis 30 Jahren werden. An den Altersgrenzen werde strikte ieft« gehalten. Die Aufnahmegebühr betrage 1 Mark, der Monatsbeitrag 50 Pfennige.
Für die Ausbildung zur Schwester könnten nur junge Mädchen von ernstester Charakterhaltung in Frage kommen, die bereit seien, sich im nationalsozialistischen Sinne zu bilden, um einst als ganze Schwester, aus einer erfühlten und tatsächlichen Berufung heraus, durch das Leben zu gehen.
Mit dreimaligem „Sieg-Heil!" auf den Führer Adolf Hitler und mit dem gemeinsam gelungenen zweiten Vers des Deutschland-Liedes wurde dis Versammlung geschlossen.
Sitzung der Handball-Schiedsrichter und Spielwarte in Gießen.
Unter dem Vorsitz des Schiedsrichterobmanns L u h - Allendorf/Lahn und im Beisein des Bezirksleiters der DSB. Bauernschub -Wetzlar traten am Sonntag in Gießen die Schiedsrichter und Spielwarte der handballspielenden Vereine zu einer Sitzung zusammen. Luh erstattete zunächst Bericht über die bisher verlaufenen Verbandsspiele und ging alsdann die neuen Handballregeln für den deutschen Handballspvrt durch. Der Tagung wohnte ferner der Kreisführer Baupert-Wieseck bei, der u. a. auch den neuen Aufbau des deutschen Sportes kurz andeutete.
Zußbail-Termme in Nordheffeu.
Für den 3. Dezember hat der Fußball-Fachwart des Gaues XII (Nordhessen) folgende Paarungen angefetzt: Kurhessen Kassel — Spielverein Kassel, Borussia Fulda — Kurhessen Marburg, Sport Kassel — Hermannia Kassel, Hanau 93 — Kassel 03, Hessen Hersfeld — VfB. Friedberg.
Sportverein 1920 Heuchelheim.
Winterhilfespiel Heuchelheim — Raunheim 2:2 (1:0).
Das Winterhilfespiel am Sonntag zwischen dem durch vier Spieler des SC. Wetzlar-Niedergirmes verstärkten Turn- und Sportv. Naunheim und dem Sporte. 1920 Heuchelheim hatte einen über Erwarten guten Erfolg. Eine stattliche Summe konnte an die Winternothilfe abgeführt werden. Vor unaefähr 500 Zuschauern, die an dem Spiel lebhaft Anteil nahmen, gelang es dem Gastgeber, dem bekannten Gegner ein Unentschieden abzutrotzen. Das Spiel wurde äußerst schnell und durchweg sehr fair aus- getragen.
Die erste Halbzeit brachte keine Feldüberlegenheit einer Mannschaft. Schnelle Durchbrüche der beiden Sturmreihen, die die Zuschauer in Atem hielten, konnten oft nur im letzten Augenblick von den beiden sehr guten Torhütern gestoppt werden. Ein Schuß des Heuchelheimer Halbrechten landete am Pfosten, doch war es dem gleichen Spieler vergönnt, gegen Ende der ersten Halbzeit durch einen unhaltbaren Schuß feinen Verein in Führung zu bringen. Mit 1:0 für Heuchelheim wurden die Seiten gewechselt.
Nach der Pause drängte Naunheim stark auf den Ausgleich, der ihnen kurz nach Beginn bei einem Gedränge vor dem Tore gelang. Durch einen Elfmeter, dessen Berechtigung von dem größten Teil der Zuschauer angezweifelt wurde, ging Naunheim in Führung. Heuchelheim keineswegs gedrückt, wurde nun zeitweise überlegen, doch blieb jeder zählbare Erfolg versagt. Man glaubte schon an einen Sieg der Gäste, als es wiederum dem Halbrechten der Heuchelheimer gelang, ein schönes Zusammenspiel
des Jnnensturms mit einem erfolgreichen Schuß abzuschließen. Mit einer waghalsigen Parade des Gästetormanns, der seinem Verein dadurch das Unentschieden rettete, endete das Spiel.
Die Gäste, die ein schönes Zuspiel zeigten, hatten in dem Tormann, Verteidigung und Mittelläufer ihre besten Leute. Die Gastgeber hatten keinen schwachen Punkt in ihrer Elf, doch erreichten verschiedene Spieler die Form der vergangenen Verbandsspiele nicht.
Vor dem Treffen machte der Vereinsführer vom Sportv. 1920 in einer Ansprache auf den Zweck des Spieles aufmerksam und dankte den Spielern dafür, daß sie sich für die gute Sache zur Verfügung gestellt hatten. Während der Gedenkpause für die Toten spielte ein Trompeter das Lied vom guten Kameraden.
Norwegens Skilehrer starten nicht.
Wie der Deutsche Skiverband mitteilt, besitzen die norwegischen Skilehrer, die am 1. Dezember eintreffen, keine Starterlaubnis. Ihre Teilnahme an Wettkämpfen ist nur dann möglich, wenn die Lehrtätigkeit dadurch nicht beeinträchtigt wird. Das „Herumreichen" der Norweger zu „Schauzwecken" von Veranstaltung zu Veranstaltung bleibt jedenfalls verboten.
Kurze Sportnotizen.
Begnadigt wurde die Fußballmannschaft von Hertha Breslau, die wegen Verstoßes gegen die Amateurbestimmungen auf vier Wochen gesperrt worden war, durch den DFB.
Drei Monate disqualifiziert wurde der Berliner Sechstagefahrer Bufchenhagen, weil er beim 29. Berliner Sechstagerennen ohne Grund vorher „ausgeftiegen" war. Der Berliner ist damit für alle Winterbahnrennen außer Gefecht gesetzt.
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Hower und Schönrath werden im Dezember im Ausland in den Ring gehen. Vincenz Hower boxt in Leicester gegen Reggie Meen, während Hans Schönrath in Paris auf den Schweden Andersson trifft.
Skier aus Aluminium hat der bekannte schwedische Skiläufer Utterftröm „erfunden". Der Schwede verspricht sich von der Neuerung sehr viel, man wird aber abwarten müssen, wie sich die neuen Stier in der Praxis bewähren.
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Im Berliner Sportpalast wird die Eishockeysaison am Samstag eröffnet. Die ersten Gäste sind die Spieler des AJK. Stockholm. Für die weiteren Veranstaltungen erwartet man die Studenten der Universität Oxford und die Kanadier, „Ottawa Shamrocks".
Gymnastik als Wintertramma.
Für den Sportler, besonders den Leichtathleten, heißt es jetzt in diesen Tagen des späten Herbstes und für den Winter ein gutes Ergänzungstraining zu finden, das ihn einmal unabhängig von Wind und Wetter macht und auch in der wettkampflosen Zeit seine Form auf einer gewissen Höhe hält. Ein sehr gutes Hilfsmittel, dieses Ziel zu erreichen, ist die immer noch von großen Kreisen viel zu wenig beachtete, ja meist sogar verachtete Gymnastik, die aber, richtig angewandt und durchgeführt, Wunder tut. Man weiß, daß besonders die Leichtathletik der reinen Gymnastik freundlich gegenübersteht, weil sie verwandte Bewegungsgrundsätze gemeinsam haben. Es soll hier nicht Aufgabe fein, die vielen Systeme der Gymnastik zu erläutern und zu empfehlen, sondern es sollen lediglich einige
allgemeine Richtlinien für den Hausgebrauch, für den Sportplatz und die Halle
gegeben werden.
Die hygienische Hausgymnastik soll die äußere Pflege des Körpers vollenden und Atmung, Blutkreislauf und Muskeltätigkeit zu Beginn des Tagewerkes durch große, leichte und nicht ermüdende Bewegung anregen. Ein solches Uebungspro» gramm wäre: 1. Rumpfdrehbeuge vorwärts, die sogenannte „Mühle"; 2. einige leichte und schnelle Kniebeugen; 3. eine Tiefkriechübung; 4. irgendeine Art des Liegestützes; 5. Beinheben und -senken aus der Rückenlage, aber mit vollkommenem ueberroüen des Körpers nach rückwärts und ebenso Rumpf aufrichten aus der Rückenlage mit Vorfedern der Hände über die Fußspitzen, die ganze Uebung wird in einem Zuge ausgeführt; 6. Sprung-- und Laufübung unter der Mitarbeit der Arme auf der Stelle; 7. lockeres Ausschütteln und -schleudern von Armen und Beinen. Anschließend Duschen und Frottieren.
Die vorbereitende Sportplatzgymnastik vor dem eigentlichen Training hat zum Zweck: Aufwärmung, Dehnung, Belastungsprobe, Streife« lung, Lockerung und Verhütung von Sportverletzungen. Sie erfolgt im Anschluß an eine leichte Laufrunde und stets einzeln.
Die mitübende H a 11 e n g y m n a ft i k kann entweder „frei" sein oder mit den Sportgeräten ausgeführt werden. Die freie Gymnastik soll den Bewegungstrieb, der im Sport benötigt wird, entwickeln, Ganzheit der Bewegung und Gelegenheit zur Leistung bieten.
Die einfache Uebung des Aufspringens aus dem Knieen unter schwunghafter Mitarbeit dec Arme fei ein Beispiel dafür.
Die Hebungen des Fallens und Stürzens, des
sogenannten Bodenturnens, dürfen sich gern zu einer gewißen Parterreakrobatik steigern, damit das Gefühl für die Leistung und für den HJil- lenswiderskand nicht verloren geht.
Gruppenübungen sind hier besonders reizvoll. Die Gymnastik mit dem Sportgerät ist das dem Sports- mann vorbehaltene Mittel, die Arbeitsleistung in der Zeiteinheit zu steigern. Medizinball, Stoßkugel,
Denke an Weihnachten schon heute und gib durch Aufträge Brot und Wärme deinen Volksgenoffen!
Rundgewicht sind die einfachen Geräte, mit denen sowohl die Schulbewegungen des Hebens, Stoßens, Schleuderns ausgeführt werden, wie auch Gruppenspiele mit Kampfcharakter. Dabei soll aber Wert gelegt werden auf die Beachtung der Ganzheit der Bewegung. Ein Medizinballwurf aus einer irgendwie zwangsmäßig bestimmten Grundstellung heraus, vor allen Dingen ohne Mitarbeit der Beine, widerspricht der natürlichen Bewegung. Es kommt nicht auf die Uebung bestimmter Muskelgruppen, sondern auf das neuromuskuläre Training an, welches z. B. das Aufmerksamkeit und Reaktion erfordernde Spiel mit dem schweren Rundgewicht erfordert.
Die Olympischen Spiele nach dem Kriege haben gelehrt, daß nicht die Technik der Körperbewegung, sondern der Rerveneinsah für die Leistung entscheidend ist.
Antrieb und Kraft der Bewegung zu vereinen ist Ziel des Sports. Die Fähigkeit, den willensoerkrampften Körper willkürlich entspannen zu können, ist nur wenigen Menschen von der Natur aus gegeben. Aber da sie erziehbar ist, ist diese Richtung der Gymnastik grundsätzlich brauchbar als Mittel zum Zweck der Vorbereitung der Leistung. Vergeßen wir nicht, daß die Gymnastik immer ein Spiel sein soll, zwar ein ernstes Spiel, denn wir haben uns ist ja ein Ziel gesetzt, welches wir nur erreichen können, wenn wir unsere Uebungen mit Lust und Liebe durchführen. Dann wird auch der Erfolg nicht ausbleiben.


