Aus -er Provinzialhauptstadt
Ser Verein für Luftfahrt Gießen im Jahre 1932
Buntes Allerlei
im
Erdinnern, machte sich soaar vom Teil los und i ging auf dem Boden des Kraters umher. Nachdem '
713 Ende Slug-
wurden von der Vereinigung 42 Fluglage In- und Auslande veranstaltet.
3n weiteren Beratungen beschäftigte man sich mit der Ausgestaltung des Fluglage«, für den alS Zeitpunkt der 1 4. M a i ausersehe» wurde.
Der Flugtag soll in grofjjüglgcr Form ab- gehalten rotrDcn, damit das JJublifum voll auf feine Rechnung kommt.
ES ist vorgesehen, mit den Darbietungen der Motorflieger auch den Legelflug zu verbinden und ein recht abwechslungsreiches Programm zu- fammenzustellen. RegterunqSrat Schmid t teilte mit, das, der Gießener Flugsport voraussichtlich in Auswirkung des Zusammenschlusses der nationalen deutschen Luftsahrtverbände einen starken Austrieb erhalten werde.
Mit Worten deS DankcS für das von der Versammlung bekundete Interesse schloß sodann General a. 'S). Fritz die Verhandlungen.
Unter der Leitung seines Vorsitzenden. Gene- rals a®. Fritz, hielt der V e r e i n s u r L us t- fahrt Gießen am Montagabend im Hotel Hindenburg feine Jahres-Hauptversammlung ab.
Der Vorsitzende erstattete nach Vegruhungs- worten an die Versammlung den 3 a l) r e d • bericht, aus dem eine
rege Tätigkeit des Vereins im verflossenen Jahre ,
zu entnehmen war. 3n dem Bericht wird zunächst des im Februar 1932 verstorbenen Vorstandsmitgliedes Gaswerksdirektor S t e Ö i n g, eines rührigen Mitarbeiters an den Aufgaben des Vereins, gedacht: sein Andenken wurde in üblicher Weise geehrt. Ferner wird mit Bedauern verzeichnet, das, der Verein durch die Versetzung des bisherigen Bataillonskommandeurs, Oberstleutant K le Pie, der dem Verein immer ein wertvoller Berater war, einen empfindlichen Verlust erlitten hat.
Die Zahl der Mitglieder hat sich im Berichtsjahre nahezu unverändert gehalten: am 1. Januar 1932 gehurten dem Verein 75. am 31. Dezember 72 Mitglieder an.
Die Fllegergruppen Grünberg, Laubach und Cid) sowie die Gruppe des Bataillons mit etwa SO Mitgliedern traten dem verein bei.
Die 3ungfliegcr gruppe zählt zur Zeit35. die Akaflieg 10 Mitglieder. Dank größter Sparsamkeit hat der Verein im vergangenen Jahre feine Arbeit im bisherigen Umfange auf- rechterhalten können.
Die 3ungfüegergruppe hat in Verbindung mit der Akaflieg in 2202 Arbeitsstunden einen verkleideten ..Zögling", sowie ein Flugzeug vom Sep „Falke" und einen Transportwagen gebaut. Einzelne Maschinen wurden überholt. Der Flugzeugpark des Vereins besteht gegenwärtig aus drei Schulflugzeugen („Zögling"! und zwei Segelflugzeugen („Prüfling" und „Falke"). Die Vorschulung der Anfänger erfolgte wieder auf dem Gelände an der Dergschenke, sowie bei Aßlar. 3n der Zeit vom 19 bis 30. Mäbz wurde ein größerer Kursus in Aßlar abgchalt n. Dabei wurden trotz schlechten Wetters 2 5 0 Starts ausgeführt und drei A- und sechs B-Prüfungen geflogen. Zu Pfingsten iuröe mit einem Flugzeug auf dem Dörnberg geflogen. 3n der Zeit vom 0 bis 20. August weilten die
Gießener Jungflieger mit drei Maschinen in der Rhön.
Während des dortigen Aufenthaltes wurden 334 Starts gemacht und sieben A-, sechsundzwanzig B-, eine L-Prüfung und ein amtlicher Segelslug absolviert. Es hat dabei nur einen Bruch gegeben. Die Versuche mit der Autost a r t rn e t h o d e auf dem Gießener Flughafen hatten leider nicht den erwünschten Erfolg. Die Versuche werden aber in diesen Tagen fortgesetzt Für die Zukunft wird für die 3ung- flicgcr eine größere Baracke zur Verfügung stehen- Der Üebungsbetrieb kann dadurch auf eine breitere Basis gestellt werden Der Vorsitzende teilte ferner mit, daß die Akaflieg mit der Motorfliegergruppe Friedberg eine flug- wisfenfchaftliche Arbeitsgemeinschaft gebildet hat-
Die Südwest deutsche Sportfliegervereinigung hat auch im Jahre 1932 mit Erfolg ihre auf Ausbreitung der Volkstümlichkeit des Lustsahrtgedankens gerichteten Bestrebungen fortgesetzt.
In der Zeit vom 6. März bis zum 30. Oktober
Im Berichtsjahre hat die Vereinigung Flüge und 40 Schleppflüge ausgeführt, vorigen Iahres find auf dem Gießener Hafen fünf Flugzeuge beheimatet gewesen, im neuen Iahre find drei weitere Maschinen hin- zugekommen. Es kann erwartet werden, daß sich der Flugbetrieb im Iahre 1933 recht lebhaft gestalten wird. Die zahlreichen Sprechabende sind zu einer wertvollen Einrichtung geworden: sie sollen beibehalten und möglichst ausgebaut werden. Um das Interesse noch breiterer Kreise
Riesenaffen und MambuÜ-Zwerge
Expedilionsbericht aus dem Herzen de- Schwarzen Erdteils.
er wieder heraufgezogen worden war, berichtete Kirner: „Ich hatte wirklich das Gefühl, mich in der Hölle zu befinden: die brodelnde Lava erinnerte an einen vom Sturm aufgewühlten See. Immer wieder brachen Glutwellen hervor, explodierten und fluteten bis zum Rande des Kraters empor, wobei sie Hunderte von Steinen und Wolken von Asche hinausschleuderten. Auf dem Boden waren Gruben von drei bis zehn Meter Tiefe, in denen die Lava wie ein brodelnder Brei kochte. Wenn die Blasen sprangen, dann gab es einen Krach, und glühende Steine sowie leuchtende Funken (logen um mich herum. Die Wände rings um mich spielten in schwarzen, roten und gelben Farben, und aus den breiten Rissen quollen Schwefeldämpse, die mich fast betäubt hätten."
Oer wankelmütige Seemann.
Ein alter französischer Seemann, Ernest Dugas. hat einen ungewöhnlichen Wankelmut an 6en Tag gelegt, wie eine Gerichtsverhandlung in Pari« zeigte. Rachdem er mit der Polizei einige Male in Konflikt gekommen war, hegte er den dringenden Wunsch, „wieder Uniform anzuziehen". Er beschloß daher, in die Fremdenlegion einzutreten, gab sich als Schweizer aus. wurde auch aufgenommen und erhielt den Befehl, mit einer kleinen Summe ausgerüstet, sich nach Marseilles zu begeben. Aber unterwegs änderte er seine Pläne. Da er zufällig einen Bekannten traf, einen Mann namens Watin, der auch gern in die Legion gegangen wäre, aber nicht angenommen worden war, trat er diesem seinen Platz ab, übergab ihm feinen Paß und feine Papiere. Doch Watin besann sich ebenfalls, bevor er noch den Zug nach Marseilles nahm, eines andern, ging spornstreichs nach dem Aekrutierungsomt der Fremdenlegion in Paris und cr3äblte dort die ganze Geschichte. Daraufhin wurde DugaS verhaftet aber wieder entlassen, nachdem man Drei Monate lang seine Tauglichkeit für das Heer untersucht hatte. Run ist er wieder m Freiheit । und weiß nicht, was er weiter anfangen soll.
gesetzt worden. Donnerstag und Freitag gelten als verbilligte Volk Stage der Ausstellung.
Zungdeutscher Orden in Gießen.
Die Bruder- und Schwesternschaft Gießen des Iungdeutschen Ordens vereinigten am Sonntag ihre Mitglieder, insbesondere die Schwestern des Ordens, zu zwei Veranstaltungen im Hotel Hindenburg.
Am Rachmittag fand die Gründung einer 3ung- mädelschar und die Aufnahme von 3ungschwestern statt. Schwester Frau Elin Schüler, Darmstadt hielt eine Ansprache, in der sie Selbstdisziplin und Selbsterziehung als Hauptgrundsah für den deutschen Menschen bezeichnete. In ihren weiteren Ausführungen schilderte sie die Wege zum wahren Deutschtum. Bei dieser Veranstaltung wurde mit 10 Mitgliedern die Iungmadchenschar gegründet.
Am Abend sand ein stark besuchter Staatsbürger« abend statt, in dessen Mittelpunkt der Vortrag von Frau eilt) Schüler, Darmstadt, über Da« Thema „Wie stehen wir Frauen zur politischen Lage?" stand. Den Ausführungen Der Rednerin fei folgendes entnommen: Es gebe noch viele Männer, die es nicht gerne sähen, wenn sich Die Frau mit Politik beschäftige. Die Frau wolle wenn sie sich schon polittsch betätige, nichts mit Parteigezänk zu tun haben. Der Frau gehe es um Die Rächstenliede, vor allem aber auch um Die Zukunft Der Kinder. Deshalb müßten Mann und Frau nebeneinander arbeiten. 3a, es sei Pflicht, Gegebenheiten in der Ratur zu beachten und zu berücksichtigen: Die Frau sei neben den Mann gestellt und müsse auf ihre Art neben ihm wirken können. 3m 3ungdeutschen Orden arbeiteten Mann und Frau von jeher zusammen. Es gebe in der Gegenwart wohl keine wahrhaft national- gefinntc Stau, die es nicht begrüße, daß es zu einer nationalen Erhebung gekommen fei. Im Volke fei noch viel Rot vorhanden: bei vollen Scheunen müßten viele Volksgenossen hungern und bei viel Arbeitsnotwendigkeit viele feiern. Hier werde die Regierung mit allen Mitteln einfeyen müssen. Die nationale Revolution fordere auch die Frau und ihre Mitarbeit heraus. Es gehe dabei Der Frau um die Volksgemeinschaft m wahrhafter brüderlicher Lebensgemeinschaft. Roch fei diese Gemeinschaft nicht völlig geschlossen. Roch stünden Teile unseres Volkes abseits. 3eDer Volksgenosse müsse aber im Vaterland seine Heimat erkennen. Von der Regierung erwarte man, daß sie sich für Arbeit und Siedlung einfetze. Die Gelegenheit, kraftvoll zu wirken, fei jetzt gegeben. Klüfte im Volke müßten geschloffen werden. Man begrüße im Iungdeutschen Orden,ede ernsthafte Betätigung im nationalen und im so» zialen Sinne. Die Frau insbesondere müsse im Staate zu einer Stellung gelangen, die ihrer Würde als Frau und Mutter entspreche. Die Frau müsse in deutschem und christlichem Sinne wirken können. Der Iungdeutsche Orden strebe die Schaffung einer Srauenfammec an, tn per Die Fran Arbeit am Volke nach ihren Möglichkeiten leisten könne. Die Mitarbeit der Frau am Doltsganzen müsse im Sinne Der Nächstenliebe erfolgen. Die großen Gesichtspunkte dürften nicht außer acht gelassen werden: Immer sei die Idee und das Ewige maßgebend und nicht der Mensch oder seine Zeit.
Der Vortrag wurde beifällig aufgenommen und löste eine kurze Aussprache aus.
Vornotizen.
— Tageskalender für Mittwoch: Turnhalle am Oswaldsgarten, 10 bis 19 Uhr, Ausstellung „Stadt und Land". — Platz an Der Rod- Heimer Straße, ab 8 Uhr Pferdemarkf, ab 11 Uhr reitsportliche Darbietungen und Militärkonzert. — Obcrhess. Kunstocrein, Turmhaus am Brandplatz, 15 bis 17 Uhr, Ausstellung.
Ein Jubiläum der Schreibmaschine.
In Den Vereinigten Staaten hat man dieser Tage das „Diamantene Jubiläum" Der Schreibmaschine gefeiert, Denn im März 1873 unterzeichnete der Erfinder Sholes einen Vertrag mit der Firma Remington zu Ilion in Den Vereinigten Staaten, in Dem er feine ErfinDung an Die Fabrik verkaufte. Die erste Schreibmaschine seines Systems tarn allerdings erst ein Iahr später auf Den Markt. Doch kann man in Diesem Iahre auch Den 100. Geburtstag der Schreibmaschine feiern, Denn 1833 nahm Der Franzose Tavier Progm em Patent auf eine Schreibmaschine, Die zum erstenmal Das Prinzip Des Anschlagens von Typen im heutigen Sinne verwenDete. Progin batte mit seiner 3Dcc keinen Erfolg, aber auch Die ersten Schreibmaschinen Sholes' würden uns heute recht merkwürdig anmuten, denn sie sahen wie alt-idische Nähmaschinen aus, mußten nicht nur mit de i Händ.n. sondern auch mit Den Fußen bc0Ä..i werden, und die Arbeit wurde im Stehen verrichtet. Um Den Wagen von einer nach Der' anderen Seite zu schieden, mußte Der Fuß in Tätigkeit treten. Es hat noch einige Zeit gedauert bevor Die Maschine jene Leichtigkeit Der Handhabung erreichte. Die Dann ihren Sieges» zug durch die Welt ermöglichte.
Oer Forscher im Lulkan-Krater.
Eine kühne Tat unternahm Der Geologe Arpad Kirner, indem er sich, in ein Asbest-Gewand gekleidet, einen Helm auf dem Kopf, um sich^gegen fallende Steine zu schützen, und mit einem sauer- stoff-Apparat zur Atmung, in den tätigen Krater des Stromboli (vor der Nordküste Siziliens) her- unterlicß. Das Seil, an dem er in die liefen des Vulkans gelangte, war ebenfalls mit Asbest umgeben, um sein Verbrennen in der Glut zu verhindern. Ohne diese Vorsichtsmaßregel wäre er leicht in die brennende Hölle hinabgestürzt. So aber blieb er fast drei Stunden in dieser glühenden Welt des
Im Herzen De« Schwarzen Erdteils befindet sich am Acquator entlang noch em weites ®c- bict dichtesten UrtoalDe«, in Dem Dunkel, Furcht unD Geheimnis herrschen. Dieses Aequatonal- Gebiet. Das Die Hälfte Des belachen Kongo und einen guten Teil des Französisch Jequa- torial-Afrila bedeckt, stellt der Forschung ia sogar Dem Geben Der Weißen m Diesem Bere ch ein fast unüberwindliches Hindernis entgegen. Hier herrscht noch uneingeschränkt ein ferner Vor- sahr des Menschen aus Urtagen, Der Riese n- Gorilla, Den die Eingeborenen in scheuer Ehrfurcht „Rgagi" nennen. Unter Den wenigen Forschungsreisenden, die sich in dieser „grünen Hölle" längere Zeit aufgehalten haben, ist vor allem Der Italiener Attilio Gatti zu nennen, der soeben feine siebente wissenschaftliche Er- pedition durch Aequatorial-Afrika beendet und große Sammlungen wilder Tiere mit heimgebracht hat In einem Londoner Blatt schildert er höchst anschaulich seine Erlebnisse auf den Spuren der Ricsengorillas:
Rur einige winzige Karikaturen des Menschen, die' etwa 120 .Zentimeter großen Mambut,- Zwerge, haben den Mut, in das Reich Rgagi« einzudringen. Diese kleinen Wesen gehören zu Den primitivsten Eingeborenen Afrikas. Ich habe viele Monate mit ihnen un Herzen des UrwalDes verbracht unD gefunden, daß sie die unabhängigsten und glücklichsten unter Afrikas Bevölkerung sind. Das Geheimnis ihre« Glücks liegt darin, daß sie nicht das Geringste besitzen: ihre Hütten sind sorglos aus wenigen Zweigen zusammengebaut: einige kleine ^icre liefern ihnen die Felle für ihre Klüdung. Der Wald verforgt sie mit Der nötigen Rahrung. Sie brauchen auch nichts zu erwerben, um ihre Frauen zu kaufen, wie das bei Den anDern Afrikanern üblich ist, und ihre Frauen find ebenso anspruchs- | los wie sie. m
Während meiner beiden Crpeditionen im Aeauatorial-Urwald haben mir die Zwerge unschätzbare Hilfe geleistet. Durch dieses Dickicht zu dringen, ist für einen Weißen unendlich schwer. Es ist kein Gehen, sondern ein Kämpfen um jeden Zoll durch tue dichte Mauer von Baumen Büschen, Lianen und Schlingpflanzen aller Art. In diesem undurchdringlichen Gewirr verliert man jeden Richtungssinn, und ohne Die Hilfe Der Zwerge wären wir verloren und einem furchtbaren Tode ausgeliefert gewesen. Aber diese scheuen und schweigsamen kleinen Leute ließen mich nicht einen Augenblick im Stich. Ohne das leiseste Zögern führten sie mich Tag für Tag durch dies geheimnisvolle Waldkönigreich, wiesen mir die Wege, die am wenigsten Schwierigkeiten boten, und bahnten mir oft mit ihren kurzen Messern einen Durchgang. Dabei folgten fi« mit mathematischer Genauigkeit den Spuren ihrer I unversöhnl'chen Feinde Der Rgagi« Rur so war es mir möglich, wochenlang der einen ober andern Gorilla-Herde zu folgen und jeden Tag neue überraschende Geheimnisse aus dem All- tavsleben dieser riesigen Menschenaffen zu enthüllen. , ....
Die Herde. Der ich besonders lange nachstieg, war von einem gewaltigen Männchen gefolgt, dem die Zwerge den Hamen Kitumbo, „Der
für Die Luftfahrt wachzurufen, soll auch in diesem Iahre ein
großer Fluglag
abgehalten werden. Bei dieser Gelegenheit soll ein neues Segelflugzeug mit Dem Flamen „Geheimrat König" die Taufe erhalten. Für Die Mitglieder des Vereins wird ein gemeinsamer Ausflua nach Der Wasserkuppe zum Rhönseaelflugwettvewerb geplant. Zum Schluß feiner Ausführungen dankte General a D. Fritz allen Mitgliedern, die den Verein ideell oder finanziell unterstützten. Für befondere Verdienste erhielten drei Mitglieder Freiflugfcheine überreicht. Mit Dem Wunsche, daß Das Iahr 1933 Dem Verein neuen Aufschwung bringen möge, schloß Der Vortragende feinen beifällig aufgenommenen Bericht.
starke, starke Mann" gegeben hatten und wahrlich stark war er. Er maß etwa 2 Meter und von ben Füßen dis zu den ausgestreckten Vorder- gliedrnaßen betrug sogar feine Größe 260 Zenti- meter. Einen Begriff von feinem rief,gen Wuch« gab mir der Abdruck, den ich von einer feiner Fußspuren im Schlamm nahm. Dieser Fußabdruck maß genau 32 Zentimeter in Der Länge. 15 Zenii- meter in Der Breite und 19 Zentimeter an Den gespreizten Zehen. Mit langem, schwarzem welligen Pelz bcDcdt, Der auf Dem Rücken kurz und filbergrau wurde, bot Die Riefenmaffe Dieses Leibes bei jeher Bewegung den Eindruck ungeheurer Stärke und Beweglichkeit. Und die Wildheit. Der wahrhaft teuflische, jedenfalls übermenschliche Ausdruck feiner Züge ließ mich bei Der ersten Begegnung Den Schrecken begreifen, den der Riefengorilla allen Einwohnern Afrika« einflößt. _ , _ .,
Kitumbo und feine Familie, die aus Drei Weibchen. einem halberwachsenen und einem kleinen Iungen bestand, waren in beständiger Bewegung und zwangen mich, vom Morgen bi« zum Abend ermüdende Märsche zu machen. Die noch schwieriger wurden Durch Die RotwenDigkeit. jcDe« Geräusch zu vermeiden unD sich au« Der Witterung Der Tiere fernzuhalten. Diese beständigen Wanderungen unD die bisher noch nicht erklärte Tatsache, daß der Gorilla niemals zweimal In der selben Unterkunft schläft, ließen mich verstehen, warum diese Assen so ungeheure Mengen Pflanzlicher Nahrung zu sich nehmen. Ich überraschte ein« mal eine Herde, als sie gerade eine Lichtung erreicht hatte, die dicht mit dem zarten Grün De» Miondo. einer Art wilder Sellerie, bedeckt war. Die Tiere fraßen so gierig, daß der weite Fleck in wenigen Minuten abgeweidet war. Dann wanderte die Herde aus ein Grunzen des Führers weiter. Ihre Lieblingsspeise besteht außer Dem Miondo in jungen Bambusschößlingen, in Zwiebeln und wilden Bananen.
Allmählich erfuhr ich, daß die Gorillas, wenn sw auch keine richtige Sprache haben, doch eine Reihe von genau bestimmten Lauten von sich geben, von denen jeder seine Bedeutung hat. Ein solcher Laut war das erregte Grunzen, mit dem Kitumbo seine Familie warnte, wenn er unsere Nähe argwöhnte und daher das Weiterwandern für zweckmäßig hielt. Ein anderes Grunzen, das tiefer klang, wurde regelmäßig ausgeftoßen, wenn die Herde sich einem an- dern Weideplatz zuwenden 'sollte. Ein dritter Laut, der ein Sammlungs-Signal zu sein scheint, wird von dem Leit-Gorilla dadurch erzeugt, daß er sich rasch unter das Kinn schlägt, roorauf feine Zahne klappern und ein schriller vibrierender Schrei her- oorbringt. Ein drohendes, Mark und Bein durchs dringendes Heulen hörte ich von Kitumbo, als wir ganz unvermutet unter seine Herde gerieten, Die in dem Dickicht vollkommen verborgen war. Zch mußte auch erfahren, daß ein Gorilla, wenn er bic- fen Ton von sich gibt, keineswegs gut gelaunt ist. Kitumbo griff mich damals so wütend an, daß er mich zwang, ihn zu erschießen, um das eigene Leben zu retten. Aber die „Sprache" des Gorillas, die mir die menschlichste Tonart zu haben schien, ist der Schrei, mit dem der Führer der Herde jeden Mor- gen die Sonne begrüßt. Daher stammt auch sein Name: Ngagi, d. h.: „Der, der Die Nacht bricht..."
Der Rechner des Verein«, Dankbevollmachtigter Schmidt, erstattete Den Rechnungsbericht. Der in Einnahmen mit 2003,54 Mk. unD In Ausgaben m.t 1858,14 Mk- abschloß Die «.vC^nung war geprüft und für richtig befunben tcorten. Dem Rechner wurde Der Dank Des Vereins ausgesprochen und ihm Entlastung erteilt.
Regierungsrat Schmidt dankte sodann Dem Vorsitzenden. General a. D. Fritz, im Ramen der Versammlung für Die von ihm geleistete eifrige Arbeit im Interesse des Vereins.
Sodann wurden Hauptmann von Stockhausen und Leutnant Dreher als Beisitzer in den Vorstand des Vereins gewählt. Da Der bisherige Leiter Der Iungsliegergruppe, Reallehrer E h, demnächst mit seiner Versetzung rechnet wurde in Der Versammlung vorläufig Gewerbelehrer Ui le in zum Leiter der 3ung- fliegergruppe bestimmt.
Oie Verhütung von Waldbränden.
Da infolge der Trockenheit eine erhöhte Brand- gesahr für Die Wälder gegeben ist, bat da« Kreis- amt Gießen für Die Zeit vom 16. Marz bi« 14. April 1933 die nachstehenden Anordnungen er- IatjCSa6 Rauchen im Walde und in dessen Rähe im Umkreis von 20 Meter vom Waldrande ^2° Da» Feueranzünden außerhalb von Gebäuden im Walde unD im Urntrei« oon 20 Meter vom Waldrand ist verboten: als Fei^ranzunden ailt besonders das Abkochen durch Touristen.
Diese Anordnungen treten mit dem Tage ihrer Bekanntmachung in Kraft. Zuwiderhandlungen werden mit Geldstrafen bis zu 150 ^^rk bestraft.
Auf die nachstehend abgedruckten Vorschriften deS Artikels 36 des Forststrafgefetze« vom 13. 3uli 1904 wird besonders hingewiesen. .
Bei dieser Gelegenheit macht das Kreisamt Darauf aufmerksam, daß das unbefugte Betreten von Pslanzgartenhäuschen, Wildscheuem oder ähnlichen Gebäulichkeiten in Wäldern, 'nsbefmidere das Rächligen in solchen, zum mindesten als^Hausfriedensbruch beftraft werden kann, sofern nicht noch andere ©trafbeftinpnungen verletzt sind.
Artikel 36 des F o r st st r a s g e s e h e s.
Mit Geldstrafe bis au 60 Mark oder mit Haft bis zu 14 Tagen wird bestraft:
1. wer mit unverwahrtem Feuer oder Licht einen Wald betritt oder sich demselben m gefahrbringender Weise nähert.
2 wer im Walde brennende oder glimmende Gegenstände fallen läßt, fortwirft oder unvorsichtig handhabt,
3 tDer — in anderen als nach § 368 Rr. 6 des Strafgesetzbuchs strafbaren Fällen — un Walde oder in gefährlicher Rahe desselben im Freien ohne Erlaubnis der Forstpolizei- bchörde Feuer anxünDet oder, falls ihm die Erlaubnis erteilt ist. das Feuer gehörig zu beauisichtigen oder auszulöschen unterlaßt, oder den bei Erteilung der Erlaubnis ihm vor- getriebenen Bedingungen zuwiderhandelt.
4. wer Waldflächen oder Grundstücke, welche an Waldungen angrenzen, ohne Erlaubnis Der Forslpolizeibchörde abbrennt oder den hierauf bezüglichen Anordnungen der Forstpolizei- bchörde zuwiderhandelt,
5. wer bei einem Waldbrande Der Aufforderung des zuständigen Forstbeamten oder Orts- polizcibeamten zur Hilfeleistung nicht nach- tommt, obfchon er derselben ohne erheblichen eigenen Rachteil Folge zu leisten vermag.
Oie Gießener Ladengeschäfte nächsten Sonntag nachmittag geöffnet.
Anläßlich Der Gießener Frühjahrs-Werbewoche werden am kommenden Sonntag Die Gießener Ladengeschäfte von 13 bi« 18 älhr für den Verkauf geöffnet sein.
Oie Ausstellung „Stadt und Land^ bis 21 Llhr geöffnet.
Die vom Verkehrsverein im Rahmen der Gießener Frühjahrs-Werbewoche bi« einschl. nächsten Sonntag in der Turnhalle am Oswaldsgarten veranstaltete Ausstellung „Stadt und Land" ist von heute ab täglich von 10 bi« 21 Uhr (9 LIhr abends) geöffnet. Man will dadurch auch den tagsüber beruflich in Anspruch genommenen Mitbürgern Gelegenheit zum Besuche derAusstellung in den Abend st unden bieten.
Zwei billige Volkslage.
Don heute (Mittwoch) 18 Uhr ab bis einschl. Freitag 21 Llhr ist der Eintrittspreis auf 20 P f. pro erwachsene Person herab-


