Mittwoch, 29.Mrz 1933
183. Jahrgang
Nr.75KvühausgaVe
tele-
ienten-
und die hinter- nur bis 3 u m im Monat aus-
wird, einen Punkt
Landes, die Ruhegehälter bliebenenbezüge dürfen Betrage von 1000 Mark
Der Kronprinz gegen die Greuelpropaganda.
Der Hessische Beamtenbund beim Staatspräsidenten.
Annahme von Hiijcigeit für die lagcsnummer bis zum Nachmittag vorher.
Preis für l mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Neichspsennig; für Re- klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Plahvorfchrist 20' . mehr.
Chefredakteur
Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr.H.Tdyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein und für denAn- zeigenteil i.D.TH.Kümmel sämtlich in (ßießen.
graphiert: „Der Deutsche Kreis des werks erklärt, daß alle in der Auslands presse wiedcrgegebenen Nachrichten über angebliche Kreueltatcn in Deutschland u n - wahr sind und jeder tatsächlichen Grundlage ent behren. Jin Geiste der bisher geleisteten Zusammen arbeit bittet der Deutsche Kreis alle Länderkreise des Weltstudentenwerks, gerade in dieser Zeit internationaler Spannungen ein Beispiel wahrer Kameradschaft zu geben und der gegen Deutschland eingeleiteten maßlosen Hetze mit allen Straften auskiärend entgegenzutreten."
Berlin, 28. März. (TU.) Der Deutsche Kreis des Weltstudentenwerks hat an die Ländcrrieise in Amerika, England, Holland und Schottland in Bezug auf die im Ausland verbreiteten Greuclnachrichten nachstehende Kundgebung
Nationalsozialisten, Ihr habt das Wunder voll- bracht, in einem einzigen Angriff den Rovernber- staat über den Haufen zu rennen, Ihr werdet auch diese zweite Aufgabe genau so lösen. Das soll das internationale Welt^udentum wissen: Die Regierung der nationalen Revolution hängt nicht im luftleeren Raum, sie ist der Repräsentant des schaffenden deutschen Volkes. Wer sie angreift. greift Deutschland an! Wer sie verleumdet, verleumdet die Ration! Wer sie bekämpft, hat 65 Millionen den Kampf angesagt! Wir sind mit den marxistischen Hetzern in Deutschland fertig geworden; sie werden uns nicht in die Knie beugen, auch wenn sie nunmehr vom Ausland aus ihre volksverbrecherischen Rerrätereien fortsetzen! Rationalsozialisten! Samstag, Schlag 10 Uhr, wird das Judentum wissen, wem es den Kampf angesagt hat.
Rationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei. Parteileitung.
bund habe sich immer gegen diese Konkurrenz gegenüber dem Mittelstand gewehrt. Die Beamtenschaft sei bereit auf diese Einrichtung zu verzichten, selbst wenn das finanzielle Opfer kosten sollte.
3m Rainen der hessischen Pensionäre ergriff Polizeidirektor a.D. Bischof das Wort und bat, bei der Pensionsfestsehung, besonders für Witwen und Waisen, Härten auszumerzen, soweit das für die Staatsfinanzen möglich sein sollte. Eparnotverorknung in Hessen
Darmstadl, 28. März. (DSR.) Dos hessische G e s a m t m i n i ff e r i u m hat auf Grund dec Verordnung des Reichspräsidenten zum Schuh von Volk und Staat vom 28. Februar 1933 folgende Verordnung erlassen:
§ 1. Die Dien st bezöge der Beamten des
Durch Beschluß des Präsidiums des Landgerichts Darmstadt sind folgende Richter als Mitglieder berufen worden: als Vorsitzender Landgerichtsdirektvr Weis (Vertreter Landgerichtsdirektor Schmidt), als Deisitzer Landgerichtsrat Dr. Mickel (Vertreter Landgerichtsrat etimmcl und Arnisgerich.srat Heck - l c r (Vertreter Amtsgerichtsrat L u tz).
Auffassungen so gut to i c e i n ft i m m i g vom gesamten deutschen Volk geteilt werden. Wir bemühen uns hier in Deutschland ebenso wie Sie in den Vereinigten Staaten darum, aus dein Elend, in welches die abendländische Welt in den Rachkriegsjahren • versunken ist. z u neue m Wohlstand, z u Frieden und frischer Kraftzurückzukehren. Jedes Volk tut dies seinem Eharakter und seinen Bedingungen gemäß. Den Weg des anderen mit Lügen. Verleumdungen und Schmutz zu bewerfen, ist nicht fair. Wohin das führen Muß, haben wir ja als Ergebnis des Weltkrieges und seines Heygeistes nur allzu deutlich erfahren.
Oer Deutsche Kreis des Weltftudentenwerkes.
Darmstadt, 28. März. (WER.) Staatspräsident Dr. Werner empfing gestern die Führer des Hessischen Beamtenbundes. Der Bundesvorsihende Rektor C l a ß sprach dem Herrn Staatspräsidenten herzliche Glückwünsche zu seiner Wahl aus- Das solle gewiß keine Loyalitätserklärung sein, und er brauche auch wohl nicht zu betonen, daß die hessischen Beamt en immer ihre Pflicht erfüllen und dem Staat und der Regierung zur Mitarbeit jederzeit zur Verfügung stehen würden- Dr. Claß warf dann die Frage auf, wie die Regierung in Zukunft sich zum Problem der Beamtenorganisationen stellen werde. D:r Deutsche Beamtenbund umfasse über eine Million Mitglieder und der Hessische Beamtenbund zähle mehr als 10 000 organisierte Beamte. Dr. Claß berührte dann das Verhältnis des Bundes zu der früheren Regierung und sprach, wie er das schon früher getan habe, seine Mißbilligung darüber aus, daß niemals ein Mitglied der früheren Regierung an den Tagungen des Hessischen Beamtenbundes teilgenommen habe. Die einzige Fraktion, die sich um Beamtenfragen gekümmert habe, sei die nationalsozialistische Fraktion gewesen. Es sei vorgekommen, daß selbst wichtige Eingaben von der sozialistischen Regierung erst nach sechs Monaten bearbeitet wurden. Abschließend wurde der Staatspräsident gebeten, in Zukunft sich die Erfahrungen und den guten Wil.en der Deamtenorganisationen zunutze zu machen. Am praktischsten sei es wohl, wenn i n Zukunft nur noch eine Spitz enorgani- sation aller hessischen Beamten bestände, um Zersplittern des Handelns und Verhandelns zu vermeiden. Die Aufgabe dieser Einheitsorganisation wäre die Erziehung des Beamten zum neuen Staat.
Nachdem Staatspräsident Dr. Werner für die Darlegungen, insbesondere über die Beamten-Ein- heitsorganisation gedankt hatte, erklärte
S'aaismimster Dr. Mütter.
einer der hervorragendsten Vertreter des Beamtentums (er ist bekanntlich der Versasser des Buchs „Beamtentum und Rationalsozialismus"), er begrüße es, daß in Zukunft nur noch eine Beamtenoertretung existieren solle. Er tonne allerdings durch die trostlose Finanzlage des hessischen Staates gezwungen sein, manchmal auch ohne Verhandlungen mit den Beamtenorganisationen entscheidende Maßnahmen zu treffen. Er hoffe allerdings, daß die Beamtenschaft das notwendige Verständnis hierfür aufbringen werde. Er kenne ja aus Erfahrung ihre Treue und Aufopferung gegenüber dem Staat. Opfer, die gebracht werden müßten, würden allerdings gerecht verteilt.
Staatspräsident Dr. Werner
stellte fest, daß die Grundlage aller zukünftigen Arbeit mit der Beamtenschaft sei, das B c - rufsbeamtentum unter allen Simständen zu erhalten und zu schützen. Dr. Werner regte an, daß die Beamtenschaft den Beamtenhandel und die Beamtenwirtschaftsvereine auflöst bzw. verbiete. Er legte dar, daß dies von der Bevölkerung, der Industrie, dem Mittelstand freudig begrüßt würde, insbesondere wenn diese Auflösung von der Beamt enschaft selbst ausgehe. Das sei eine soziale Tat ersten Ranges.
Der Führer der hessischen Deamtenschast Rektor Claß gab sofort im Ramen seiner Kollegen unter allgemeinem Beifall die Erklärung ab, daß er sofort alle notwendigen Schritte unternehmen werde, um dieser Anregung nachzukommen. Der Hessische Bearnten-
daher an alle Parteidienststellen Parteiorganisationen folgende
Anordnung:
Oie NSDAP. kündigt für Samstag Boykott zur Abwehr der Greuelpropaganda im Ausland an
Die gestrige Mitteilung über die Herabsetzung der Mini st ergehälter in Hessen ist vielfach falsch ausgelegt worden. Mährend bisher die Ministergehälter für den Staatspräsidenten 24 G00 Mark und für die beiden Minister 22 000 Mark betrugen, erhalten ab 1. April d. 3. Staatspräsident Dr. Werner und Staatsminisier Müller monatlich 1000 Mark ausbezahlt, also jährlich 12 000 Mark. Die Aufwandsentschädigung betrug früher 2000 Mark pro 3ahr .und Minister, ab 1. April 1933 fällt die Aufwandsentschädigung für den Staatsminister völlig weg, während sie für den Staatspräsidenten auf 1200 Mark pro Jahr herabgesetzt wurde.
Bildung eines Gondergerichtes in Hessen. WER. D a r m ft a b t, 28. März. Zur Durchführung der Verordnung der Reichsregierung über die Bildung von Sondergerichten vorn 21. März 1933 (RGBl. I.S. 136) wirb vom Gesamtministerium folgenbes verordnet:
§ 1. Das für ben Bezirk b e 8 O b e t - lanbesgerichtes Darmstadt zuständige Sonbergericht wird bei dem Landgericht Darmstadt gebildet. Anklogebehörde ist die Staatsanwaltschaft bei dem Landgericht in Darmstadt. Die Vertreter der Anklagebehörde werben besonders bestimmt.
§ 2. Die Verordnung über ben b e b ing t c n Strafaufschub vom 27. März 1933 (Reg. Bl. 6. l/P finbet auf bas Sonbergericht keine An- Wen b u n g.
Berlin, 28. März. (TU.) Kronprinz Wilhelm hat an den amerikanischen Schriftsteller Georges Sylvester Viereck einen Brief gerichtet. der sich mit den gegen Deutschland aus- geftreuten Greuelmärchen beschäftigt. Der ehemalige Kronprinz schreibt darin u. a.: Wenn Männer wie Sie, die während des W e 11 - krieges die Haltlosigkeit der bewußt über Deutschland ausgestreuten Verleumdungen aus nächster Rähe erlebt haben, aus eigener Erfahrung und mittels Ihrer guten Verbindungen zur amerikanischen Oefsentlich.eit dazu beitragen können, das amerikanische Volk über bi_c Wahrheit aufzuklären, so würden Sie sich ein Verdienst erwerben, nicht nur für die deutsche Ration, deren Ehre zu beschmutzen die böswilligen Gerüchtemacher heute versuchen, sondern auch für die Welt und die friedliche Atmosphäre zwischen den Völkern, welche durch diese Hetzer vergiftet
Ich möchte hinzufügen, daß ich hiermit nicht offiziellen oder parteipolitischen Standvertrete, sondern bah bie oben genannten
Erschein» täglich,außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte töienener Famllienblatter Heimat m Bild Die Scholle
monatsBejngspreis:
Mit 4 Beilagen RM 1.95 Ohne Illustrierte . 1.80 Zustellgebühr .. , - 25 Auch bet Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt.
§ernsvrechanschliifse unter Sammelnummer 2251. Anichrisl für Drahtnachrichten: Anzeiger Giehett.
Postscheckkonto:
grentfrrt am Main 11686.
bezahlt werden.
§ 2. Die Vorschriften des § 1 gelten auch für die Zahlung der enk,prechenden Bezüge durch die Gemeinden, Gemeindeverbände und d'.e sonstigen Körperschaften und Anstalten von Stiftungen des öffentlichen Lebens.
§ 3. Diefe Verordnung tritt mit Wirkung vom 1. April 1933 in Kraft.
tausendfacher Schwere die Juden selbst. Es ergeht ....... und
München, 28.März. (ERB.) (Eig. Meldung.) Die Rationalsozialistische Korrespondenz veröffentlicht einen Aufruf bet Partei- lei tun g, bet an alle Parteiorganisationen der RSDAP. gerichtet ist. In dem Aufruf heißt es einleitend u. a.:
3n den Wochen nach dem 30. Januar hat sich eine einzigartige nationale Revolution in Deutschland vollzogen. Trotz langer schwerster B.drückun- gen und Verfolgungen haben die Millionenmas- sen die hinter der Regierung der nationalen Revolution stehen, in fester Ruhe und Disziplin der neuen Reichsführung die legale Deckung gegeben zur Durchführung der Reformen der deutschen Ration an Haupt und Gliedern. In jämmerlicher Feigheit haben die jüdisch-marxistischen Bonzen ihre Machtstellungen geräumt. Rur der beispiellosen Disziplin und Ruhe, mit der sich dieser Akt des Umsturzes vollzog, haben es die Urheber und Ruhnießer unseres Unglücks zuzuschreiben, wenn sie fast ausnahmslos ungeschoren blieben. Kaurn ein Härchen wurde ihnen gekrümmt. Man vergleiche mit diesem Akt der Selbstzucht der nationalen Erhebung in Deutschland etwa d i e bolschewistische Revolution in Rußland, der über drei Millionen Tote zum Opfer fielen. Man vergleiche weiter die furchtbaren Kämpfe und Zerstörungen der Revolution dieser Ro- vembermänner selbst, ihre Geiselerschießungen i n den Jahren 1918 und 1919, das Rieder- metzeln wehrloser Gegner.
Die regierenden Männer haben dabei feierlich der Welt verkündet, daß sie mit dieser in Frieden leben wollen. Das deutsche Volk leistet ihnen dabei treue Gefolgschaft. Deutschland will keine weltwirren und keine internationalen Verwicklungen, aber das nationale revolutionäre Deutschland ist fest entschlossen, der inneren Mißwirtschaft ein Ende zu bereiten.
Run, da die Feinde der Ration im Innern vom Volke selbst unschädlich gemacht worden sind, tritt das ein, was wir längst erwartet hatten. Die kommunistischen und marxistischen Verbrecher und ihre jüd sch-intellektuellen Anstifter, die mit ihren Kapitalien rechtzeitig ins Ausland ausrückten, entfalten von dort aus eine gewissenloselan- desverräterische Hetzkampagne gegen das deutsche Volk überhaupt. Lügen und Verleumdungen von geradezu haarsträubender Perversität werden über Deutschland losgelassen. Die deutschen Waren, die deutsche Arbeit soll dem internationalen Boykott verfallen. Wollie man diesem wahnwitzigen Verbrechen länger zusehen, würde man sich zum Mitschuldigen machen.
Die Rationalsozialistische Partei wird nunmehr den Abwehrkampf gegen diese Generalverbrechen mit den Mitteln aufnehmen, die geeignet sind, die Schuldigen zu treffen. Denn die Schuldigen sind bei uns, sie leben unter uns und mißbrauchen Tag für Tag das Gastrecht, bas ihnen bas beutsche Volk gewährt hat. In einer Zeit, ba Millionen Menschen von uns nichts zum Leben und nichts zum Essen haben, da Hunberttausende beutsche Geistesarbeiter auf der Straße verkommen, sitzen diese jüdischen intellektuellen Literaten zwischen uns und nehmen sehr wohl unser Gast- recht in Anspruch. Jahrzehntelang hat Deutschland jeden Fremden wahllos hereingelassen. Als Dank dafür hetzt jetzt, während Millionen eigener Volksgenossen von uns arbeitslos sind und Der- kommen, ein Klüngel jüdischer Literaten, Professoren und Geschäftemacher die Welt gegen uns. Damit ist jetzt Schluß.
Wir sehen die Not und das Elend unserer eigenen Volksgenosjen und fühlen uns verpflichtet, nichts zu unterlassen, was eine weitere Schädigung dieses unseres Volkes verhindern kann. Denn verantwortlich für diese Lügen und Verleumdungen sind die Juden unter uns. Von ihnen geht diese Kampagne des Hasses und der Lügenhetze gegen Deutschland aus. In ihrer Hand läge es, die Lügner in der anderen Welt zurechtzuweisen. Da sie dies nicht wollen, werden wir dafür sorgen, daß dieser Haß- und Lügenseldzug gegen Deutschland sich nicht gegen das unschuldige deutsche Volk, sondern gegen die verantwortlichen Hetzer selbst richtet. Die Boykott- und Greuelhetze darf nicht und wird das deutsche Volk nicht treffen, sondern in
1. In jeder Ortsgruppe und Organisationsgliederung der NSDAP, sind sofort Aktionskomitees zu bilden zur praktischen, planmäßigen Durchführung des Boykotts jüdischer Geschäfte, jüdischer Waren, jüdischer Aerzte und jüdischer Rechtsanwälte. Die Aktionskomitees sind verantwortlich daß der Boykott keinen Unschuldigen, um so härter aber die Schuldigen trifft.
2. Die Aktionskomitees sind verantwortlich f ü r den höchsten Schutz aller Ausländer ohne Ansehen ihrer Konfession und Herkunft oder Rasse. Der Boykott ist eine reine Abwehrmaßnahme, die sich ausschließlich gegen das deutsche Judentum wendet.
3. Die Aktionskomitees haben sosort durch Propaganda und Aufklärung den Boykott zu popularisieren. Grundsatz: Kein Deutscher kaust noch bei einem Juden oder läßt von ihm und seinen Hintermännern Waren anpreisen. Der Boykott muß ein allgemeiner sein. Er wird vom i ganzen Volk getragen und muß das Judentum an seiner empfindlichsten Stelle treffen.
4. In Zweiselssä llen soll von einer Boykottierung solcher Geschäfte so lange abgesehen werden, bis nicht vom Zentralkomitee in München eine anders bestimmende Anweisung erfolgt. Vorsitzender des Zentralkomitees ist Parteigenosse Streicher.
5. Die Aktionskomitees überwachen auss schärfste die Zeitungen, inwieweit sie sich an dem Aufklärungsfeldzug gegen die jüdische Greuelhetze im Ausland beteiligen. Tun Zeitungen dies nicht oder nur beschränkt, so ist darauf zu sehen, daß sie aus ledern Haus, in dem Deutsche wohnen, augenblicklich entfernt werden. Kein deutscher Mann und kein deutsches Geschäft soll in solchen Zeitungen noch Annoncen aufgeben. Sie müssen der öffentlichen Verachtung verfallen, geschrieben für die jüdischen Rassegenossen, aber nicht für das deutsche Volk.
6. Die Aktionskomitees müssen in Verbindung mit den Betriebszellenorganisationen der Partei die Propaaanda der Aufklärung über die Folgen der jüdischen Greuelhetze für die deutsche Arbeit und damit für den deutschen Arbeiter in die Betriebe hineintragen und besonders die Arbeiter über öie Rotwendigkeit des nationalen Boykotts als Abwehrmaßnahme zum Schutze der deutschen Arbeit aufklären.
7. Die Aktionskomitees müssen bis ins kleinste Bauerndorf hinein vorgetrieben werden, um besonders auf dem flachen Lande die jüdischen Händler zu treffen. Grundsätzlich ist immer zu betonen, daß es sich um eine uns auf- gezwungene Abwehrmaßnahme handelt.
8. Der Boykott setzt nicht verzettelt ein, sondern schlagartig: in dem Sinne sind augenblicklich alle Vorarbeiten zu treffen. Es ergehen die Anordnungen an die SA. und SS., um vom Augenblick des Boykotts ab durch Posten die Bevölkerung vor dem Betreten der jüdischen Geschäfte zu warnen. Der Boykottbeginn ist durch Plakatanschlag und durch die Presse, durch Flugblätter usw. bekanntzugeben.
Der Boykott setzt schlagartig Samstag, 1. April, 10 Uhr, ein. Er wird fortgesetzt solange, bis nicht eine Anordnung der Parteileitung die Aushebung befiehlt.
9. Die Aktionskomitees organisieren sosort in Zehntausenden von Massenvers a m mlun - gen, die bis in das kleinste Dorf hineinzureichen heben, die Forderung nach Einführung einer relativen Zahl für öie Beschäftigung der Juden in allen Berufen entsprechend ihrer Beteiligung an der deutschen Volkszahl. Um die Stoßkraft der Aktion zu erhöhen, ist diese Forderung zunächst aus drei Gebiete zu beschränken:
a) Aus den Besuch an den deutschen Mittel- und Hochschulen:
b) für den Beruf der Aerzte:
c) für den Beruf der Rechtsanwälte.
10. Die Aktionskomitees haben weiterhin die Ausgabe, daß jedem Deutschen, der irgendeine Verbindung zum Ausland besitzt, diese verwendet, um in Briefen, Telegrammen und Telephonaten aufklärend die Wahrheit zu verbreiten, daß in Deutschland Ruhe und Ordnung herrschen, daß das deutsche Volk feinen sehnlicheren Wunsch besitzt, als in Frieden seiner Arbeit nachzugehen und in Frieden mit der anderen Welt zu leben, und daß es den Kamps gegen die jüdische Greuelhetze nur führt als reinen Abwehrkampf.
11. Die Aklionskomi.ees find verantwor'l'ch, daß sich dieser gesamte Kampf in vollster R u h e uni) größter Disziplin vollzieht Krümmt auch weiterhin keinem Juden auch nur ein Haar! Wir werden mit dieser Hetze fertig einfach durch die einschneidende Wucht dieser aufgeführten Maßnahmen. Mehr als je zuvor ist es notwendig, daß die ganze Partei in blindem Gehorsam wie ein Mann hinter der Führung steht.
GietzenerAnzeiger
General-Anzeiger für Oberhessen
vnd Verlag: vrühl'sche Univeifitäls-Vuch- und Zteindruckerei H. Lanze in Gießen. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Schulstraße 7.


