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28.9.1933 Erstes Blatt
 
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Lubbe oder die Bulgaren behaupten wollen, ich hätte etwas ausgenommen, was nicht von ihnen selbst gesagt worden ist. 3m übrigen erklärt der Zeuge noch über das Verhalten der Angeklagten, daß der Angeklagte Taneff einen Selbstmord­versuch unternommen hat und daß der Angeklagte Dimitroff gegen ihn, den Untersuchungsrichter, oersSnlich vorgegangen sei. Er sei mit beiden Fäu­sten auf ihn zugesprungen und lediglich durch sein sehr energisches Entgegentreten habe er Dimitroff von Tätlichkeiten abhatten können.

Rechtsanwalt Dr. Sack: Haben Sie den Versuch gemacht, unter der Angabe, daß der Angeklagte , T o r g l e r bereits ein Geständnis abgelegt habe, |

den Angeklagten van der Lubbe zu veranlassen, sei- nerseits zu sagen, Toraler wäre mitschuldig am Reichstagsbrand? Diese Frage geht zurück aus die Behauptung eines deutschen Anwaltes, Herr Reichs­gerichtsrat, der als Verteidiger des Herrn Neumann im Tjchekaprozeß mit Ihnen in Moabit Rücksprache gehabt haben will. 3m Auslande hat er jetzt die Be­hauptung aufgestellt, und dieser Sache im deutschen 3nteresse nachzugehen, halte ich für notwendig.

Zeuge Vogt: Damit kein falsches Bild entsteht, er- klär? ich mit aller Bestimmtheit, daß ich n i e und nimmer irgend etwas getan habe, was sich mit der Ehre eines deutschen Richters nicht vertragen würde.

Agitatorisches Auftreten Dimitroffs.

Angeklagter Dimitroff: Hat der Zeuge als Untersuchungsrichter am 1. April eine Mitteilung veröffentlichen lassen, in der behauptet wird, Dimi­troff, Popoff und Taneff hätten in Verbindung mit van der Lubbe die Reichstagsbrandstiftung durchgeführt? 3ch frage 3a oder Nein? (Bewegung und Heiterkeit im Zuhörerraum.) Vor Beginn der Voruntersuchung ist von dem Untersuchungsrichter eine kategorische Behauptung über meine Beteili- gung am Reichstagsbrand verbreitet worden. 3ch will damit beweisen, daß cs eine tendenziöse Unter­suchung war, eine Irreführung der öffentlichen Meinung.

Bei diesen Worten unterbricht der Vorsitzende den Angeklagten Dimitroff und ruft ihm laut zu: Das dulde ich nicht länger, halten Sie den Mund!

Zeuge Vogt: Es ist richtig, daß damals die Erklärung abgegeben worden ist von der Verbin­dung der drei Bulgaren mit dem Reichstagsbrand­stifter van der Lubbe. 3d) hatte nicht nur das Recht, diese Erklärung damals abzugeben, sondern diese Erklärung ist durch die weiteren Unter­suchungen bestätigt worden. Auf die drei Bulgaren sind wir ja nur dadurch gekommen, weil ihre Be­ziehungen zu Lubbe festgestellt waren, sonst hätte man sie ja gar nicht festgenommen.

Die Auftritte mit dem Angeklagten Dimitroff setzen sich fort. Die Strafprozeßordnung in der

Hand, ruft er: 3ch möchte auf Grund der Straf­prozeßordnung feststellen, daß meine Fesselung gesetzwidrig war. Der Zeuge Vogt erklärt, daß er dem Angeklagten Dimitroff nahegelegt habe, eine Entscheidung des Reichsgerichts über die Fesselung einzuholen. Während Der Dauer der Untersuchung sei ein solche Entscheidung aber nicht herbeigeführt worden.

Dimitroff sagt darauf ironisch: So objektiv ist er in seinen Worten.

Vorsitzender: Sie sollen sich jeder Beleidigung des Untersuchungsrichters enthalten. Als Dimitroff feine Bewertungen fortsetzt, ruft ihm der Vor­sitzende ein entschiedenes Halt entgegen. Dimitroff wirft dem Untersuchungsrichter mit lauten Worten vor, daß seine Untersuchung unrichtig, tendenziös und brutal gewesen sei. Der Vorsitzende greift energisch ein, Polizeibeamte nehmen Den Angeklag­ten Dimitroff am Arm und ziehen ihn auf seinen Stuhl nieder. Der Senat verlaßt den Saal. Dimi­troff ergeht sich noch in Beschimpfungen. Nach einer Pause erscheint der Senat wieder, und der Vorsitzende verkündet den Beschluß, daß dem An­geklagten Dimitroff das Wort entzogen wird, es wird ihm weiter mitgeteilt, daß er sofort ab­geführt wird, wenn er noch ein Wort sagt. Die Verhandlung wird darauf auf Donnerstag vertagt.

Oie Aussprache in Gens beginnt.

Oie Abrüstung der Angelpunkt der weltpolitischen Lage.

sondere Stellung der G r o

e in der Be-

renz von der gesamten Versammlung mit demon­

stratio anhaltendem Beifall begrüßt, an dem sich jedoch die deutsche und ungarische Abordnung nicht

aetan: bann arbeit können die Staaten die großen Aufgaben

,»-n was sie nuferes Zeitalters lösen. Die geistigen und materiel- A ** * m ..LA.MrtfX 1 Pn ______.".ff. 1 k. f z i _ _

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fluten Ausgangspunkt für Aktionen bilden. Oesterreich men

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beteiligten. Der Bundeskanzler führte in deutscher Sprache etwa folgendes aus:

fassung zu geben. Ls zeigt sich aber immer wieder, daß die wirtschaftliche Entwicklungs­möglichkeit Oesterreichs nicht ohne Ver­größerung feiner Absahgebiete gesichert werden kann. Das wir verlangen und erreichen müssen, ist, daß die Gesamtheit der Staaten von uns ebensoviel taufen als wir von ihr kaufen und daß diese Ausgleichung nicht durch Veringerung unserer Einfuhr, sondern durch Vergrößerung unserer Ausfuhr geschieht.

Oesterreich hat in seiner tausendjährigen Ge- schichte die Bedeutung des friedlichen Zusammen- lebens vieler Rationen erlebt und erfaßt. Ls hat seineTradition nichtvergessen und nach dem fürchterlichen Erlebnis des Krieges sich selb st wiedergefunden. Oesterreich Ist im Begriff, aus den Fehlern der Nachkriegs­zeit lernend, sich die seinen Bedürfnissen ent­sprechende politische und wirtschaftliche Der-

Niemals ist es wichtiger als heute, sich darauf zu besinnen, daß jenseits der Staatsgrenze Men­schen wohnen. Die im gleichen Glauben an die menschliche Bestimmung und die menschlichen Pflich­ten verbunden sind. Nicht im Kampf gegeneinander, nur in Der gottgewollten Zusammen-

Oesterreichs Nöte.

Bundeskanzler Dollfuß vor der Dölkerbundsversammlung.

moralisches Gewicht diese Bestrebungen in jeder Beziehung zu fördern. Es handelt sich ja hier nicht nur um die wirtschaftliche Konsolidierung Oester­reichs allein, sondern um den Wiederaufbau des Donauraumes. Der Völkerbund hat uns unter den schwierigsten Verhältnissen schon so viele wertvolle moralische und praktische Hilfe geleistet, daß Oesterreich zu den Staaten gehört, die ganz besonders von der Notwendigkeit und Be­deutsamkeit des Dölkerbundsforu m s in Genf überzeugt sind. Oesterreich bekennt sich heute mehr denn je nicht so sehr auf Grund for­maler Verträge, sondern aus dem eigenen Willen seiner Bevölkerung zu seiner Freiheit und Unabhängigkeit. Unserem klein gewordenen deutschen Lande machen seine ruhmvolle Ge­schichte, seine geographische Lage und seine alte Kultur zum Recht und zur Pflicht, ein nützliches Mitglied der Gesamtheit der Nationen zu sein und zu bleiben.

hcü auch niemand behauptet n Ansichtskarten mit den M- d Reichstag fand, hat man zu- als belastend angesehen. Der euge hat aber damit nichts zu !re Fragen von Ihnen ab. 3ch von überzeugt, daß auch dem Fragerecht Miß- 2ch schließe Cie heute aus Fragestellung gegenüber diesem aler: Der Zeuge Marowsky Der Subbe von der Absicht ge- r tommuniftifäen Bersamm- 'n bet Sistu/lion ju fpretyn. laß lief) verboten, in den Versammln^- en Partei in der Diskus- \t Wenn van der Lubbe die iet Diskussion zu sprechen, so >euten, daß er seine ent- lussassung zum Ausdruck möchte den Zeugen Marowsky aus der Aeußeruna van der muhte, daß van der Lubbe seine mg äußern wollte. Der Zeuge e angenommen, daß er Sony s nicht zugeben will. Sch habe as er in der Versammlung sagen im gesprochen.

i bekundet.

Dr. Dollfuß hat in kluger Zurückhaltung sich auf die engeren österreichischen Probleme politischer und wirtschaftlicher Natur beschränkt. Er hat dabei mit bemerkenswerter Deutlichkeit alle diejenigen Pläne nochmals abgelehnt, die eine Neu­organisation im Donauraum nach den Grundsätzen der von Tardieu und Benesch verfolgten Politik erstreben. Das Bekenntnis zu den Grundlinien der Konferenz von Strefa und der aus ihr gefolgerten Zusammenarbeit der Nachfolge st aa­len mit den anliegenden Großmäch- t e n ist im Augenblick des Abschlusses der Kon­ferenz von Sinaia von besonderem 3nteresse. Es trifft zusammen mit einer Erklärung, die der ungarische Außenminister Kanya über das Ver­hältnis Ungarns zur Kleinen Entente in einer französischen Wirtschaftszeitung abgegeben hat. Von verantwortlichen Staatsmännern Oesterreichs und Ungarns ist hier unabhängig von den auf der Kon­ferenz der Kleinen Entente erneuerten Plänen einer auf die Donaustaaten beschränkten Organisation des Wirtschaftsaustausches eine deutliche 21 b sage erteilt worden. Auch die mit betonter Ab­sicht sehr konkret gehaltenen Formulierungen des amtlichen Kommuniques über die Konferenz von Sinaia vermögen die Tatsache nicht aus der Welt zu schaffen, daß die natürlichen Notwendigkeiten der Wirtschaftsstruktur die Donaustaaten auf ein Zusammenarbeiten mit den benach­barten Großmächten, insbesondere Deutschland, Hinweisen.

Die österreichische Regierung hat sich so bemüht, Str Empfehlungen von Stresa in die

len Umgestaltungen müssen in den einzelnen Staa- ten i h r e r Beschaffenheit und ihrer G e- schichte gemäß vollzogen werden. Es ist nicht möglich und wäre naturwidrig, ihnen eine gleich­förmige Schablone aufdrücken zu wollen.

zahlreicher Probleme sei von der Verständigung derjenigen Mächte abhängig, die besondere Verantwortung und besondere Lasten zu tragen hätten. Die Einzelbesprechungen über die Abrüstungsfrage seien hierfür ein Musterbeispiel. Die Großmächte suchten die Hindernisse zu beseiti­gen, um den bereits von der Abrüstungskonferenz angenommenen Abkommensentwurf in eine der Lage entsprechende Form zu bringen. Die Arbeit werde gegenwärtig mit großem Ernst und tiefster Ueberzeugung fortgesührt. Wie groß auch die Schwierigkeiten seien, das entscheidende Ziel bleibe immer nur, ein Abkommen zustande zu bringen. Es sei denkbar, daß durch Abänderungen des Abkommens der Plan einer Abrüstung in Etappen leichter durchgeführt wer- den könne. Eine erste gewissenhaft eingehattene Etappe der Abrüstung würde bereits einen unge­heueren Beitrag zur Schaffung von Vertrauen be­deuten. Während dieser Zeit könnte eine roeiter» Gehende Abrüstung vereinbart werden. Der U m a n g dieser Abrüstung müsse in dem Abkommen selbst fest gelegt werden. Ohne die Sicherheits­frage wieder aüfzurollen, sei doch offenbar, daß jetzt gerade das Vertrauen wieder hergestellt wer­den müsse. Ein guter Nachbar zu sein, fei nicht nur eine menschliche, sondern auch eine internationale Tugend.

Nack) dem britischen Außenminister sprach der österreichische Bundeskanzler Dollfuß. Er wurde ebenso wie auf der Londoner Weltwirtschaftskonfe-

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Handlung der großen internationalen Probleme gegen Kritik uno Vorwürfe. Die Verfassung des Völkerbundes sehe zwar vor, daß sämtliche Mitglied st aalen gleichberechtigt feien, I jeder Staat die gleichen Lasten trage und das gleiche Recht zur Stellungnahme habe, aber die Lösung I

Gens, 27. Sept. (TU.) Die Hauptaussprache der Vollversammlung des Völkerbundes wurde am Mittwochnachmittag durch den englischen Außen­minister Sir 3ohn Simon- eröffnet. Simon be­tonte, das vergangene 3ahr zeige A n z e i cb e n einer beginnenden wirtschaftlichen Gesundung. 3edoch könne sich diese wirtfchast- liche Gesundung niemals ohne gleichzeitige Besse­rung der p o l i t i s ch en Lage durchsetzen. Nichts sri von größerem Wert, als ein baldiges allgemeines Abrüstungsabkommen. Dieses würde An­trieb für größeres Vertrauen fein, würde Aengste und Befürchtungen beseitigen und würde ein freund­schaftliches Zusammenleben in einer friedlichen Welt vorbereiten. Zweifellos seien die Rüstungen nur ein Symptom und nicht die Wurzel des Uebels. Der Geist gegenseitiger Zugeständnisse und Zusammenarbeit, der in einem Abkommen über die Regelung und die Kontrolle der Rüstungen zum Ausdruck käme, entspräche dem dringendsten Be­dürfnis der Welt. Simon verteidigte dann die be=

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hoben uf( 3d) le$rI1omi":P Tierreich, sondern auch für die anderen Donau- n lvorbcn 1 um {önnt«. 'jäten. Trotzdem würden die Beschlüsse von Strefa, baß n Cfd)abl$Jl ich "'4 die sich 15 europäische Staaten geeinigt haben,

'T 8ru,ten Ausgangspunkt für wei-

Das Ergebnis der Konferenz von (Sinaia.

Der Kurs der Kleinen Entente.

B u k a r c ft, 27. Sept. (WTB.-Funkspruch.) Nach der letzten Sitzung des Ständigen Rates der Kleinen Entente wurde ein amtliches Kommunique ver­öffentlicht, in dem es u. a. heißt:

Die Lage im Donauraum ist gekennzeichnet durch Beunruhigungen, deren mögliche Folgen gründlich geprüft und zu denen geeignete Beschlüsse gefaßt worden sind. Der Ständige Rat der Kleinen Entente hat die allgemeinen Richtlinien feiner Politik für die Mitteleuropa berührenden Verhandlungen fest­gelegt, in dem er gleichzeitig für die Unver­letzbarkeit der Verträge eintritt und den guten Willen zu einer Zusammenarbeit auf wirtschaftlichem Gebiet mit den Nach­barländern betont.

Der Wirtschaftsrat der Kleinen Entente ist zu Anfang November d. 3. einberufen worden. Der Ständige Rat hat beschlossen, daß ihm u. a. die Pläne über die wirtschaftliche Zusammen­arbeit der Drei Staaten vorgelegt werden sollen. Damit die Verstärkung Des Warenaustau­sches zwischen den drei Ländern bis zur vollständi­gen Verwirklichung der vorgesehenen Wirtschafts­organisation der Kleinen Entente nicht unterbrochen wird, haben die drei Minister beschlossen, noch vor Dem Monat Dezember Das ins einzelne gehende Programm Der Käufe und Verkäufe, die jenes der Länder der Kleinen Entente in den beiden anderen int Fahre 1934 tätigen Kampf oorzulegen.

3n der Frage Der Abrüstung hat Der Stän­dige Rat es nicht für notwendig gehalten, feine gegenwärtige Politik auf diesem Gebiete zu än­dern. Er hofft, daß die Verhandlungen schließlich dazu führen werden, ein allgemeines A b - rüftungsabtommen oorzubereiten, dessen Grundlage eine vierjährige Probezeit und eine allgemein wirksame und automatische Kontrolle, die auf alle Staaten angewandt wird, fein würde. Sanktionen für die Verletzung eines solchen Abkommens werden notwendigerweise vorgesehen werden müssen.

Oie deutschen Minister Gäste des Schweizer Professors Burckhardt.

Genf, 27. Sept. (TU.) Reichsaußenminister Freiherr von Neurath uno Reichspropa- ganDaminifter Dr. Goebbels nahmen am Mitt­wochabend an einem kleinen Essen teil, das der Schweizer Professor Burckardt, der der be­kannten Baseler Historikerfamilie angehört, den deutschen Ministern gab. An dem Essen nahmen lediglich führende schweizerische Persönlichkeiten und neben Den beiden Reichsministern einige Herren Der deutschen Abordnung teil. Frhr. 0. Neurath empfing heute vormittag den ungarischen Außen­minister K a n y a, der sich beim Reichsaußenmini­ster über den Stand Der Abrüstungsfrage unter­richtet hat.

Der westfälische Großgrundbesitz wirdzurLandabgabe aufgesordert

Münster, 26. Sept. (WTB.) Der ßanDes- obmann Des CanDesbauernftanDes Westfalen, Albert K 0 st, erläßt einen Aufruf, in Dem er z u r frei­willigen Abgabe von Land für Sied­ln n g s z w e ck e, d. h. zur Neubildung deutschen Bauerntums, auffordert. Er appelliert an den westfälischen Großgrundbesitz, die Kirchen und die Klöster.

Auch wendet er sich an die Volksgenossen, die große Landmengen besitzen, ohne sie selbst zu bewirtschaften. Es sei u n - sittlich, als Fabrikbesitzer, als Groß- faufmann oder als Bankier der Sauern- fugend das Recht auf Die Heimatscholle streitig zu machen. Deshalb fei mit allem NachDruck auch ganz besonders von den Land besitzenden Industrie- und Handelsgesellschaften sowie von den Kommunen zu fordern, daß sie dem alten deutschen RechtsgrundsatzGemeinnutz geht vor Eigennutz!", den der Führer wieder zur Richtschnur des sittlichen Handelns gemacht habe, durch frei­willige Abgabe von Siedlungsland baldigst Genüge leisten. Er erwartet zuversichtlich, daß Kirchen und Klo st er durch großzügige Abgabe von Boden die seelische Not der westfälischen Landjugend beheben und durch ein vorbildliches praktisches Christentum der Tat die Fugend zurück­führen helfen zu Blut und Boden und zur Heimat.

Reichswehr und Marine spenden 1600000M. für das Winterhilfswerk

Berlin, 27. Sept. (TU.) Reichswehr und Ma­rine haben sowohl den Gedanken der Barspende für das Hilfswerk als auch den Gedanken des E i n- topf gerichts aufgegriffen und sofort zur Tat werden lassen. Reichswehr und Marine einschließlich sämtlicher Angestellten, Beamten und Arbeiter haben einen Betrag von 1600 000 RM. offiziell Dem Winterhilfswerk des deutschen Volkes zur Verfügung gestellt. Das deutsche Volk ist stolz auf diese epenDe, Denn es weiß, daß seine Reichs­wehr ihm in der Zeit der Not nicht nur mit Der Waffe, sondern auch mit Dem Beispiel Des prak­tischen Sozialismus zur Seite steht.

Marxistischer Spitzel im Arbeitslager.

StaDe, 26. Sept. (WTB.) Bei einer im Ar- beitsDienstkcchnlager KrummenDeich vorgenom­menen überraschenden Durchsuchung stieß die Poli- zei auf einen 22jährigen Lagerinsassen namens Haenisch, der sich als Berliner Kriminalassistent ausgegeben hatte. Bei näheren Untersuchungen fand man in seinem Gepäck kommuni st ische Zeitungen und Vervielfältigungen volksfeind­lichen Inhalts. Das vorgefundene Material ließ auf eine Verbindung mit dem Ausland schließen. Bei seiner Vernehmung gab Haenisch Beziehungen zu Grzesinski zu. Es wurde festgestellt, daß man es mit dem S 0 hn des früheren preußischen Kultusministers Haenisch zu tun hatte. Es ist erwiesen, daß der Feftgenommene Mit­wisserverbotener Umtriebe ist, die zwei weitere, inzwischen geflüchtete Lagerinsassen verübt haben. Die Grenzpolizei ist ihnen auf der Spur.

Aussetzung von Betriebsrätewahlen bis Zahreöfchluß.

Berlin, 27. Sept. (WTB.) Die Reichsregie­rung hat sich entschlossen, durch Gesetz vom 26 Sep­tember 1933 das Recht der Landesregierungen, aus Gründen der öffentlichen Sicherheit und Ordnung die Wahlen zu den gesetzlichen B e -- triebsDertretungen bis zum 30. Septem­ber d. Ä. auszusetzen, bis zum Fahresschluh

zu verlängern, um In einer Zeit, die durch den Kampf Der Reichsregierung gegen Die Arbeits­losigkeit besondere Anforderungen an alle Kräfte der Wirtschaft stellt, jede Beunruhigung dem Wirtschaftsleben fernzuhalten.

Gebührenfreie Ausführung des Berufsbeamtengesehes.

Berlin, 27. Sept. (VdZ.) Der Staatssekretär des Reichsinnenministeriums, P f u n d t n e r , weist ausdrücklich darauf hin, daß alle Verhandlungen^ Urkunden und amtliche Bescheinigungen, die zur Durchführung des Berufsbeamtengesetzes erforder­lich werden, gebühren- und stempelsteuer- frei sind, gleichviel ob staatliche ober kirchliche Be­hörden in Anspruch genommen werden. Dies schließe auch die Erhebung einer Vergütung für das Auf­suchen von Urkunden und sonstigen Unterlagen aus.

Kleine politische Nachrichten.

Der Führer erläßt laut NSK. folgende Anord­nung: Pg. Rudolf Heß legt die Titel eines Reichsleiters und eines Obergruppenführers ab und führt künftig nur noch den Titel ,,S t e 11 d e r t r e - ter des Führers". Er behält das Recht, den Dienstanzug eines SS.-Obergruppenführers zu tragen.

Die durch den Tod Reinhold M u ch 0 w s frei gewordene Herausgeberfchast desArbeiter- tums, der amtlichen Zeitschrift der NSBO. und der Deutschen Arbeitsfront, hat der NSBO.-Leiter und Führer des Gesamtoerbandes der Deutschen Arbeiter, Staatsrat Walter Schuhmann, MdR., selbst übernommen.

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Wie die NSK. meldet, wurde unter Zuteilung zum Stabe des Obersten SA.-Führers der stellvertretende Generaldirektor derD e u>tf ch e n R e i ch s - bahn, Dr. Kleinmann, zum Standartenführer befördert.

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Der schweizerische Stänberat hat die Vorlage über das Verbot der Eröffnung neuer und der Erweiterung bestehender Warenhäuser, Kaufhäuser und Einheitspreisgeschäfte mit 23 Stim­men gegen eine angenommen.

Aus aller Welt.

Die Beschlüsse der Alpenvereinslagung in Vaduz.

Wie wir bereits berichtet haben, ist die wegen der derzeitigen Grenzverhältnisse zwischen Deutsch­land und Oesterreich am vergangenen Sonntag in Vaduz abgehaltene Hauptversammlung des Deut­schen und Oesterreichischen Alpenvereins ohne jeden Zwischenfall glatt verlausen. Die Tagung, auf der insgesamt 228 deutsche und 65 österreichische Sektio­nen vertreten waren, faßte alle wichtigen Beschlüsse einstimmig. Der Sitz des Vereins wird ab 1. Ja- nur 1934 von Innsbruck nach Stuttgart verlegt. Die mit dieser Maßnahme zusammen­hängende Neuwahl Der Dereinsleitung hat folgendes Ergebnis gezeitigt: 1. Vorsitzender: Dr. 3t. 23. Klebelsberg, österreichischer Univer­sitätsprofessor in Innsbruck, 2. Vorsitzender ge­schäftsführender Vorsitzender des Derwattungsaus- schusses Paul Dinkelacker - Stuttgart, 3. Vor­sitzender: Regierungsrat Dr. PH. Borchers- Bremen. Von den sonstigen Beschlüssen sind beson­ders hervorzuheben die Beitragsermäßi­gung für arbeitslose Mitglieder, die Minde­rung der Hüttengebühren für die oer­einseigenen Jugendlichen und für die Kinder von Mitgliedern, ferner Aufhebung der Nürnberger Beschlüsse in der Versicherungsfrage und Zweitei­lung der Hütten bezüglich ihrer Verwendung im Skibetrieb.

Die ersten Gewinne in der Arbeitsbefchaffungs- lolierie.

Am Mittwochvormittag begann unter notarieller Aufsicht im Hausrestaurant des Münchener Aus­stellungsparkes die öffentliche Ziehung der Arbeitsbeschaffungslotterie. Nach einer Ansprache des Reichsschatzmeisters Schwarz wur­den die Gewinnröllchen in das Riesenrad eingefüllt. Im ganzen werden drei Millionen Losnummern in das Rad aufgenommen. Gezogen werden 283 058 Gewinne und zwei Prämien von insgesamt 1,5 Mil­lionen Reichsmark. Ein Höchstgewinn von 15 000 Reichsmark wurde auf die Nummer 2 096 568, ein Gewinn von 5000 Mart auf die Nummer 4 3 519 und drei Gewinne mit je 2500 Mark auf die Nummern 2 673 18(8, 1 1 4 8 3 1 6 und 6 0 9 914 gezogen. Ein Hauptgewinn von 150 000 Mark fiel auf das Doppeltes Nr. 208 2 63, ein Gewinn von 30 000 Mark auf Das Doppellos 2 09 6 568, ein Gewinn von 20 000 Mark auf das Doppellos 2 0 4 4 4 6 3, ein Gewinn von 10000 Mark auf das Doppellos Nr. 4 3 51 9, ein Gewinn von 10 000 Mark auf das Doppellos Nr. 1 442 995. Die Prämie in Hohe von 50 000 Mark fiel auf das Doppellos Nr. 2 9 4 1 8 3 2.

Ein schwarzer lag der englischen Luftflotte.

Die englischen Luftgeschwader, die von den ge­meinsamen Manooern mit der Flotte aus Schott­land zurückkehrten, erlitten außergewöhnliche 23er- lüfte, als sie in Northumberland in dichten Nebel gerieten. Ein Bombenflugzeug stürzte ab und ging in Flammen auf; die beiden Insassen ver- brannten. Ein andres Flugzeug wurde bei einer Notlandung vollkommen zerstört; ein weiteres schwer beschädigt und einzörittes wird vermißt. Insgesamt mußten elf Maschinen Notlandungen vornehmen.

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Da sich der hohe Druck im wesentlichen behauptet hat, bleibt sein Einfluß bei uns erhalten, lieber Frankreich bewegt sich jedoch eine neue Störung, Die Dort bereits Niederschläge hervorruft. Ihr Aus­läufer dürfte später auch bis in unseren Bezirk vor- greifen und zu Dunstbildungen und etwas Bewol- tung Anlaß geben, ohne aber eine durchgreifende Wetteränderung herbeizuführen.

Aussichten für Freitag: Dunstig und be- rooltt mit Aufheiterung, tagsüber warm, nachts stärkere Abkühlung, noch trocken.

Lufttemperaturen am 27. September: mittags 23.5 Grad Celsius, abends 17,9 Grad; am 28. Septem- ber: morgens 13,5 Grad. Maximum 23,5 Grad, Minimum 12 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 27. September: abends 18 Grad; nm 28. September: morgens 14 Grad. Sonnenschein­dauer 7% Stunden.