Ausgabe 
28.8.1933 Frühausgabe
 
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Nr. 200 SrühauSsave

185. Jahrgang

Montag, 28. August 1935

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MetzenerAnzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

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Die Rationalfeier am Tannenberg-Denkmal.

Das deutsche Volk huldigt durch den Führer Adolf Hitler und den Ministerpräsidenten Göring dem Marschall der deutschen Weltkriegskämpfer.

Um 9.40 Uhr kreuzen mehrere Flugzeugstaffeln über dem Denkmal. Dann braust großer Jubel von der Straße her: Deutschlands Sanv l e r und sein getreuester Paladin. Ministerpräsi­dent ©Öring, nahen im Wagen. Ehe der 3u- bel verklingt, brandet er neu auf.' Der greife Sie­ger von Tannenberg, Ostpreußens Dolksheros Hindenburg, kommt! Steigt aus dem Kraft­wagen und schreitet, rüstig wie immer, die Eh­renkompagnien der Reichswehr, der SA. und ES. und des Stahlhelm ab. Sein Gruß wird jubelnd erwidert. Der Feldmarschall spricht mit Vetera­nen herzliche Worte und schreitet dann in seiner imponierenden Gestalt durch das Tor des Denk­mals in den Innenhof, wo ihn die Ehrengäste entblößten Hauptes erwarten. Man sieht neben Volkskanzler Adolf Hitler und Ministerpräsi-

Oberpräsideni Koch

das Wort, um den Marschall und den Kanzler zu begrüßen und den Staatsakt einzuleiten. Es ist mir eine hohe Ehre, so führte Oberpräsident Koch u. a. aus, die mich mit stolzer Freude und Genugtuung erfüllt, Ew. Exzellenz hier an geweihter historischer Stätte die ergeben st en Grüße des Vol - kesder heiligen o st preußischen Erde übermitteln zu dürfen.

Sie sind uns in Ihrer überragenden soldati­schen und staaLsmänn^chen Gröhe Zeuge und

Sinnbild deutscher Treue, Ehre und Gröhe.

9m gewaltigsten aller Kriege, die die Welt je sah, führten Sie die deutschen Armeen an allen Fronten mit einzigartiger Genialität zu unerhörten Siegen und Triumphen. Ohne Beispiel in der Geschichte der Völker sind die deutschen Waffentaten, die unter Ihrer Führung vollbracht wurden. Unvergänglichen Dank wissen Ihnen die Ostpreußen dafür, daß Sie in diesem gigantischen Ringen die Heimaterde vom Feinde befreiten. Die tiefe Liebe und Verehrung, die gerade die ostpreußischen Menschen für Sie, Herr Generalfeldmarschall, empfinden, wurzelt nicht nur in der Dankbarkeit, sondern ebensosehr in dem be­rechtigten Stolz darauf, daß Sie selbst ein Mann ost preußischer Erde sind. Wenn heute schon der Mythos um Ihren stolzen Namen weht, er wird Sie dereinst fortleben lassen als den trutzigen Stamm aus knorriger oftpreußischer Wurzel, als den

Alien vom Preuhenwald".

Das oftpreußische Volk, das in heißer Liebe, Dankbarkeit und Verehrung zu Ihnen, Herr Gene­ralfeldmarschall, ausblickt, will stolz vor aller Welt verkünden, daß Sie ein Sohn der ostpreußischen Erde sind, und wünscht zugleich aus dankerfülltem Herzen, daß diese Zusammengehörigkeit des Namens von Hindenburg und der Provinz Ostpreußen, diese Gemeinsamkeit der Erde und des Blutes auch für alle Zukunft erhalten bleiben möge. Er hat deshalb durch seine gewählten Vertreter im Provinzial- la ni) tag einstimmig eine Entschlie -

deuten Goring den Reichswehrminister General v. Blomberg mit General v. Hammer st ein. den Chef der Heeresleitung, und Admiral Rae- der, den Ches der Marineleitung, v. Papen, Statthalter, Minister und Staatssekretäre des Reiches und der Länder, alte Generäle und Offi­ziere, Diplomaten, Männer der Wirtschaft und des öffentlichen Lebens usw. Bon den Zinnen grüßen Hunderte von Fahnen des neuen Deutsch­lands, und in dem Rund des Stadions stehen 8000 SA.-Kämpler des neuen Deutschlands, die Kriegervereine mit ihren Bannern und im weiten Umkreis die unübersehbare Menge.

Während Generalseldinarschall v. H i n t> e n b u r g den Innenhof betritt, donnern die Salutbatterien der Reichswehr mit 21 Schuß. Es ist 10 Uhr ge­worden. Dann ergreift Ostpreußens

{jung gefaßt, die diesen Gefühlen der Liebe und der Verehrung Ausdruck gibt, und die Ihnen, sehr geehrter Herr Generalfeldmarschall, zu übermit­teln ich die hohe Ehre habe. Solange die deutsche Zunge klingt, wird der Name v. Hindenburg in den Herzen eines jeden guten Deutschen einen Ehrenplatz einnehmen.

Wunsch des Provinziallandiages und der 23er- freiung der ofipreußifchen Bevölkerung ist es deshalb, daß die Familie von Hindenburg für alle Zeilen mit der Provinz Ostpreußen durch Blut und Boden aufs engste verbunden bleibt.

Der Provinziallandlag bittet demgemäß die Reichs- und Slaalsregierung im Interesse des ganzen Volkes, die Verbindung der Familie von Hindenburg mit dem ostpreuhischen Volke und der ostpreuhischen Scholle, die ewig deutsch blei­ben werden, für immer ficherzuslellen.

Als nationalsozialistischer Treuhänder und im Namen dieser Provinz gelobe ich Ihnen, Herr Ge­neralfeldmarschall, unwandelbare Treue. Immer wird Ostpreußen dem Reiche als Eckpfeiler erhalten bleiben. Dafür einzustehen und zu kämp­fen, wird immerdar unser unbeugsamer und uner­schütterlicher Wille sein.

An den Reichskanzler und den Mini­sterpräsidenten sich wendend fuhr Oberpräsi- dent Koch fort:Sehr verehrter Herr Reichskanz­ler, mein Führer! Sehr verehrter Herr Minister­präsident! Namens der ostpreuhischen Bevölkerung habe ich die Ehre, Sie hiermit zu bitten, den in der Entschließung des Ostpreuhischen Provinziallandta- ges Dorgetragenen Wünschen in der Ihnen geeignet erscheinenden Weise Rechnung zu tragen, damit auf diese Weise das starke Bündnis zwischen dem alten und dem jungen Deutsch- land an dieser geweihten «stelle erneut besiegelt wird.

Was will die NG.-Volkswohlsahrt.

Von Bürgermeister

Wilhelm Haug, MdL. Darmstadt.

Don der Gauleitung Hessen- Rassau der RSDAP. wird uns fol­gender Aufsatz zur Verfügung gestellt.

Wie auf allen Gebieten, ist es auch auf dem Gebiete der Wohlfahrtspflege und Fürsorge not­wendig, daß nationalsozialistisches Denken und Mollen ihren Ausdruck finden. Die Art der so­zialen Arbeit in den zurückliegenden Jahren wurde aus einem liberalistisch-marxistischen Un­geist heraus betrieben, so daß wir jetzt vor einem Trümmerhaufen stehen. Der Versuch, einen so­zialen Wohlfahrtsstaat aufzurichten, hat unser ganzes Volk wirtschaftlich und seelisch an den Rand des Abgrundes gebracht.

Der Zusammenbruch des kapitalistischen Wirt- schastsshstems belastete d e Wohlfahrts.i.irichtung ni einem Umfange, der weit über die natürlichen Aufgaben der Wohlfahrtspflege und Fürsorge hinausging. Die nationalsozialistische Revolution hat die hohe Verpflichtung, aus dem Zusammen­bruch heraus die Wirtschaft des deutschen Volkes im Geiste einer echten Volksgemeinschaft neu auf* hubauen. Sie hat die Aufgabe übernommen, zedem Deutschen das Recht auf Ar­beit und Brot zu geben und an Stelle eines falschen Wohlfahrtsbegriffes echte Dolkswohlfahrt zu sehen.

Der bisherigeWohlfahrtsstaat" schwächte das Verantwortungsgefühl gegenüber dem einzelnen Volksgenossen durch Züchtung von Unter­stützungsempfängern. 3m Volke wurde die Auf­fassung großgezogen, daß allein dasWohl- f ahrtsarnt dazu da fei, zu helfen. Auch nicht notleidende Kreise entzogen sich ihrer Pflicht dem Nächsten gegenüber, indem sie meinten, zur Hilfe sei nur die Wohlfahrt berufen. Der in Rot Be­findliche maß wieder dazu erzogen werden, daß er neben feinem Recht an die Volksgemeinschaft die Pflicht anerkennt, selbst zur Besserung seines Zustandes Leizutragen. Denn das Recht an die Volksgemeinschaft kann nie größer sein als die Verpflichtung, die der einzelne der Volksgemein­schaft gegenüber auf sich nimmt.

So lange nun der Aufbau der nationalsozialisti­schen Volksgemeinschaft nicht vollendet ist, wird es die Ausgabe der bestehenden Wohlfahrtsein­richtungen sein, in engster Zusammenarbeit mit­einander die Härten des Ueberganges zu lindern und dem mutlos Gewordenen neues Selbstvertrauen und neuen Lebens­willen zu geben. Darum wird sich die Ar­beit der RS.-Volkswohlfahrt vor allem auf die Gebiete erstrecken, in denen es möglich ist, aufbauende Arbeit zu leisten. Sie will da helfen, wo eine Gesundung möglich ist. Das Mißver­hältnis zwischen den Aufwendungen für gesunde und kranke Volksgenossen, das bisher bestand, muß behoben werden. Es ist unhaltbar, mit fürsorge- rischen Maßnahmen erst dann einzugreifen, wenn es zu spät ist, anstatt rechtzeitig aus Grün­den weitsichtiger Vorsorge zu helfen.

Don der ungesunden Verweichlichung und dem Übertriebenen 3ch-Denken wird eine Umkehr der Erziehung zum Dolksdewuhtsein, zur Gemeinschaft und zum führenden Opfergedanken ftattfinden müssen. Die Haltung der Reformpädagogen in den letzten 3ahren führte zur Verneinung, zur Auflockerung und zur Auflösung. Rationalsozia­listische Jugendfürsorge muß gegen Verwahrlosung und Aufsässigkeit aufbauen auf dem Willen der 3 u g e n d zur Zucht, zur Gemein­schaft, zur Ehre.

Aus dem gleichen Gedanken der aufbauenden Arbeit wird die Fürsorge für die Mut­ter als Trägerin der völkischen Zukunft eine weitere hohe Aufgabe fein. Die Hebung des see­lischen Zustandes der Mutter bessert den seelischen Zustand der Familie und stärkt damit die Wider­standskraft des gesamten Volkes.

Die Not der Zeit erfordert für die nächste Zu­kunft eine dritte wichtige Arbeit: die Winter­hilfe. Nach den Worten des Führers soll im näch­sten Winter niemand hungern und frieren. Wir ru­fen alle zur tätigen Mitarbeit auf, um den Opfern per Zeit zu helfen. Wir sind für einander verant­wortlich und müssen den Gemeinschaftssinn in einer großzügigen Hilfe von Mensch zu Mensch zur Tat werden lassen. In den ersten Jahren des national« sozialistischen Aufbaus wird dieser Arbeit eine Be­deutung zukommen, die weit über die materielle Hilfe hinausgeht, weil in ihr auch ein großer erzie­herischer Wert liegt. Denn sie dient der inneren und äußeren Verwirklichung des großen Grundsatzes der nationalsozialistischen Gedankenwelt:

Gemeinnutz geht vor Eigennutz!"

Die auf dem Gebiete der Volkswohlfahrt und Fürsorge zu lösenden Aufgabe^ werden von der NS.-Dolkswohlfahrt und der NS.-Frauenschaft, den NS.-Jugendorganisationen und der Kriegs- opferversorgung nach den Anordnungen der Reichs­leitung der NS.-Volkswohlfahrt durchgeführt. Für den G a u H e f f e n - N a f f a u hat der Herr Reichs- ftatthalter und Gauleiter Sprenger unterm 18. Au­gust 1933 folgende Anordnung erlassen:

Ich ernenne hiermit:

1. Zum Gauverwalter der Ns.-Vvlkswohl- fahrt Hessen-Nassau den Pp. Bürgermeister Haug, Darmstadt, Stadthaus;

2. zum stellvertretenden Gauwal ter und Geschäftsführer der NS.-Volkswohlfahrt den Pg. Willi Graf, Frankfurt a. M.

Die Geschäftsstelle der NS.-Volkswohlfahrt befindet sich Frankfurt a. M., Gutleutjtraße 8/12.

A m Tannenberg-Denkmal, 27. Aug. (TU.) Fahnen wehen über ganz Ostpreußen. Glocken klingen über das Land. Kanonen­schüsse unterstreichen die Erhabenheit der Stunde, in der sich die Führer der Nation, die beiden großen Männer der Weltgeschichte, im öofe des Denkmals von Tannenberg die Hände reichen: Hindenburg, der Vater des Vaterlandes, und Adolf Hitler, der Volkskanzler, zwei Männer, um die uns die Welt beneidet, die Ostpreußen als seine Be­freier anfieht und denen heute wieder alle Herzen zufliegen.

Unendlich ist der Jubel der Massen, die sich in weitern Umkreis um das Denkmal scharen. Historisch die Stunde, in der der greise Mar­schall durch den Führer des neuen Deutsch­lands und durch ganz Ostpreußen geehrt wird, wie einst Bismarck. Hindenburg, der heute vom deutschen Volke den Ehrentitel er­hält: Der Alte vom Preußen w al d. Tausende sind mit ihren Fahrzeugen heute aus dem ganzen Reich zur Huldigung nach Tannenberg gekommen, um ihre Dankadressen zu überbringen. Mit klingendem Spiel und wehenden Fahnen marschierten die braunen Kolonnen, zahlreiche Reichswehrformationen und auch eine Abteilung Matrosen. Dann ka­men nach 8 Uhr in laufender Folge die Wa­gen mit allen Prominenten der Provinz, die Behördenchefs, die Mitglieder des Provinzial­landtages, Offiziere des alten Heeres und der Reichswehr in ihren Uniformen belebten das Bild. Und dann, eine Minute vor 9 Uhr be­ginnt die denkwürdige Feier. Fanfaren er­klingen von den Zinnen des Denkmals. Nach den Fanfarenstößen überreicht

Staatssekretär $unf

dem ostpreußischen Oberpräsidenten und Gau­leiter Koch die Treuebotfchaften der Ostpreußen-Fahrer mit einer Ansprache, in der er u. a. sagte: Tie Ostland-Treuefahrt hat ihr erstes Ziel erreicht. Hier auf histori­schem Boden unter dem Hochragenden Ehren­mal für eine der größten Schlachten der Weltgeschichte und in freudiger Erwartung des Siegers von Tannenberg, des General­feldmarschalls v. Hindenburg, unseres allverehrten Reichspräsidenten, geloben 1500 Kraftfahrer aus ganz Deutschland

dem deutschen Osten unverbrüchliche Treue. In dieser feierlichen Stunde blickt das neue Deutschland voll Stolz und Be­wunderung auf Ostpreußen. Hier ging die von unserem Führer und Reichskanzler Adolf Hitler ausgelegte Saat der nationa­len Erhebung und Befreiung am sichtbarsten und schönsten auf. Wir Ostland-Fahrer sind hierher gekommen, um das ostpreußische Wun­der mitzuerleben und Ihnen, Herr Oberprä­sident Koch, und allen lieben treuen ostpreu­ßischen Volksgenossen durch die Tat unseren Dank abzustatten.

Die NS.-Volkswohlfahrt-Gauleitung ist zustän­dig für den Verkehr mit allen Orga­nisationen der freien Wohlfahrt des Gaugebietes. Sie verhandelt mit ihnen nach Anweisung der Reichsleitung und gibt ihnen die Richtlinien für ihre Arbeitsweise nach oen von der R e i ch s l e i t u n g herausgegebenen Anord­nungen. Für die besonderen in einem Gau auf dem Gebiet der Wohlfahrt zu losenden Aufgaben gibt die NSVW.-Gauleitung den obengenannten Or­ganisationen gleichfalls die Anweisungen im Ein­vernehmen mit dem politischen Gauleiter. Diese Bestimmung findet keine Anwendung auf solche Wohlfahrtsorganisationen, deren Mitglieder w e i b« l i ch sind. Hier ist sinngemäß die NS. - Frauen­schaf t im Rahmen ihrer Zuständigkeit verhand­lungsberechtigt. Es ergeht nunmehr an alle u n- befcholdeten Angehörig en des deut­schen Volkes, die das 2 0. Lebensjahr vollendet haben und rein arischer Ab > st a m m u n g sind, die Aufforderung, Mitglied der NS.-Volkswohlfahrt zu werden. Entsprechende Meldestellen werden errichtet und bekanntgegeben.

Wir Nationalsozialisten sind im harten Kampf groß geworden. Heute ist der Staat in unserer Hand, das Volk sieht gläubig zu den roten Haken­kreuzfahnen empor. Beweisen wir nun unseren deut­schen Sozialismus, indem wir uns all der sozial Schwachen und Bedürftigen im Geiste der Volks­verbundenheit aller Stände annehmen.

Ans Werk es geht um Deutschland!

Vor dem Reichsparteiiag der RSDAP.

Der Autoverkehr.

München, 26. Aug. (WTB.) Die Reichspreffe- stelle der NSDAP, teilt mit: Der Stellvertreter des Führers Pg. Rudolf Heß hat folgende Anordnung erlassen:

Es wird daraus aufmerksam gemacht, daß aus verkehrstechnischen Gründen eigene 21 u t o 5 in Nürnberg anläßlich des Parteitages nicht z u g e

lassen werden können. Den Ministern, dem diplo­matischen Korps und sonstigen Ehrengästen werden Omnibusse zur Beförderung zu den verschiedenen Veranstaltungen zur Verfügung gestellt. Auf Anord­nung des Führer-» können Ausnahmen nicht 3 u g e I a f f e n werden."

Freizeit für teilnehmende Arbeiter und Angestellten.

Berlin, 26. Aug. (WTB.) Angesichts der beson­deren Bedeutung des ersten Parteitages der NSDAP, nach Uebernahme der Staatsführung hat die Sozial­politische Abteilung des Reichsstandes der Deutschen Industrie an die Unternehmer den Appell ge­richtet, den von den zuständigen Amts- st eilen der NSDAP zur Teilnahme an dem Parteitag bestimmten Betriebsange­hörigen die hierzu erforderliche Freiheit ohne Lohnabzug zu gewähren, soweit nicht ganz zwingende Betriebserfordernisse dem entgegen- stehen.

Die Diplomaten beim Reichsparteitag

Rürnberg. 27. Aug. (WTB.) Rachbern schon kürzlich die Rarnen der reichsdeutschen Gäste des Reichsparteitages 1933 der RSDAP. veröf­fentlicht worden sind, liegt nunmehr auch die end­gültige Liste derjenigen ausländischen Di­plomaten vor, die als Ehrengäste in Rürnberg am Parteitag teilnehmen. Die ausländischen Gäste fahren bekanntlich in einem besonderen Zuge, der aus 14 Schlaf- und Salon­wagen besteht, und werden in diesem Zuge auch während des Parteitages wohnen. 3n dem Zuge, der Freitagvormittag Berlin verläßt, befinden sich die folgenden Gesandten:

Menning (Estland), Zahle (Dänemark), Anze* Soria (Bolivien), Rachat Pascha (Aegypten), da Costa Cabral (Portugal), Pouget (Haiti), Kueck (Dominikanische Republik), Gildemeister (Peru), Pomenow (Bulgarien), Saulys (Litauen), Liou von Tao (China). Enaytaollah Khan Somit) (Per­

sien), Labougle (Argentinien), Kreewinsch (Lett­land), Dinichert (Schweiz), Sanchez Mejorada (Mexiko), Phya Subaru Sompati (Siam), von Masirevich (Ungarn), Rizo-Rangabe (Griechen­land), Bewley (3rischer Freistaat), Wuorima (Finnland).

Ferner sind im Sonderzug folgende Geschäfts­träger: Diaz (Guatemala), Botschaftsrat AzizDey (Türkei-, Botschaftsrat Cicconardi (3talien), Le­gationssekretär Dupuy (Uruguay), Legationssekre­tär Muhammed 3smail Khan (Afghanistan), Le- gationssekretär Dupuy (Uruguay), Legationssekre- lian (Rumänien), Legationsrat von Reuterskjold (Schweden), Legationsrat Bull (Rorwegen), Le- gationsrat de Souza Quartin (Brasilien), Lega­tionsrat Olfen jo Carcia (Nicaragua).

Göring an Balbo.

Berlin, 26. Aug. (WTB.) Der italienische Lustmarschall, Exz. B a l b o, hatte Minister­präsident Reichsluftfahrtminister Göring seinen besonderen Dank für die Mitarbeit des deutschen Meteorologen Dr. Baumann bei der Vorbereitung und Turchsührung des gro­ßen italienischen Transatlantikfluges ausge­sprochen. Neichsluftfahrtminister Göring hat hierauf dieser Tage an Exz. Balbo ein Te­legramm gerichtet, in dem es u. a. heißt:

Mit Ihrer Anerkennung der Arbeit eines tüchtigen Mannes haben Sie mir in der Tat eine große Freude bereitet, entnehme ich doch aus ihr, daß mein Bemühen, Ihnen be­hilflich zu sein, nicht ohne Erfolg gewesen ist. Ich bin st o l z darauf, daß ich Ihnen, Ihren Besatzungen und damit Ihrem Vaterlande diesen bescheidenen Dienst habe leisten dürfen. Meine Bewunderung für Ihre uner­hörte Leistung verbindet sich mit der Freude, Sie wohlbehalten und sieggekrönt wieder in Ihrer Heimat zu wissen. Mein besonderer Glückwunsch und Gruß gilt dem Marschall der KöniglichenLuft- m a ch t. In kameradschaftlicher Verbundenheit und aufrichtiger Freundschaft Ihr

Hermann Göring.