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28.4.1933 Frühausgabe
 
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185. Zahrganq

Zreltag, 28. April syZ3

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General-Anzeiger für Oberheffen

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Dr. Frredr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr H.TKyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumfchein und für den An­zeigenteil i.V.Th.Kümmel sämtlich in (Biegen.

Franz (Seldte in die NSDAP. eingeireten.

Eine Rundfunkrede des Giahthelmbundesführers.Oer Stahlhelm Adolf Hitler unterstellt

Berlin, 27.April. (WTB.) Der Reichsarb-its- minifter und Bundesführer des Stahlhelms Franz Seldtc hielt am Donnerstagabend folgende Rundfunkansprache, die über alle deutschen Sender verbreitet wurde:

Deutsche Hörer und Hörerinnen am Rundfunk! Liebe Kameraden! Meine Absicht, wie alljährlich in Dresden in einer großen Versammlung der Stahl- hclmbewegung am 27. April, wie es seit Jahren schon der Fall ist, zu sprechen, mußte ich leider im legten Augenblick aufgeben. Wichtige, für die Zu­kunft des Bundes des Stahlhelms entschei­dende Besprechungen, deren Bedeutung für den geschlossenen Einsalz der n a t i o n a - len Bewegungen im Rahmen der nationalen Revolution wegweisend sein wird, halten mich in Berlin fest Wenn diese Besprechungen heute auch noch nicht beendet werden konnten, weil d i e Formgebung jenes innigen Freund­schaftsbündnisses, wie es in der heutigen Besprechung des Kanzlers Adolf Hitler mit mir, dem Führer des Stahlhelms, vertieft und besiegelt wurde, weil diese Formgebung Zeit beansprucht denn es soll ja für alle Zeiten gel­ten so steht doch das eine fest:

Der Geist, auf den cs ankomml, der Sinn ist unabänderlich. So wie ich nun zum einheit­lichen Einsatz des Stahlhelms, Bund der Front­soldaten, als Gründer dieses Stahlhelms, d i e Führungdes Bunbcs roicber allein übernommen habe, so sehe ich in ber Zu­kunft nicht mehr Parteien, fonbern nur noch eine große Einheit. Gegenwärtig ist elr.c Opposition ebenso wenig ryöglich, wie ein

Nebenherlarifen.

Denn darin sehe ich den großen Sinn der deutschen Revolution von 1933, daß die Zeiten in Deutsch­land vorbei sind, in denen das staatliche politische Leben sich entwickelte unter Wechselwirkung nur zwischen '.Regierungsparteien und Oppositionspar­teien. Soldatenart ist es, aus Erkenntnissen die Folgerungen zu ziehen. Diese Folgerung zu ziehen, wird für mich umso le'chter und ist dabei anderer­seits ein tief inneres Wissen geworden, weil ich in den Wochen vor den Besprechungen in Zusam­menarbeit mit dem Führer Adolf Hitler erlebte, daß dieser Mann nicht nur Füh­rer der deutschen Revolution, sondern Führer der deutschen Zukunft ist.

Ich, der ich frei bin von Parteizugehörigkeit, ich erkläre hiermit meinen Eintritt in die NSDAP., weil sic die Bewegung ist, die als Einheit das ganze deutsche Volk umfassen soll. Somit unterstelle ich mich und damit den von mir gegründeten Stahlhelm, Bund der Front­soldaten, heule als geschlossene soldatische Ein­heit dem Führer Adolf Hitler. Wer von meinen alten Kameraden auf diesem Wege mir nicht zu folgen vermag, den entbinde ich hiermit von seinem Fahneneid. Ich aber will den Weg der t Freiheit mit bereiten Helsen.

Für meine Stahlhelmkameraden verlese ich nun­mehr folgenden

Aufruf:

Kameraden des Stahlhelms!

Heber 14 Jahre habt Ihr als Kampftruppen in der großen Front der nationalen Gesamtbewegung gegen das Novembersystem Eure soldatische Pflicht erfüllt und Opfer an Gur und Blut in diesem Kampfe für Deutschlands Freiheit dargebracht, wo immer ich dies von Euch gefordert habe. Ihr habt in diesem dem Stahlhelm, BdF., zugewiesenen Kampfabschnitt die Straße frei gemacht zu dem politischen Umschwung des 30. Ja­nuar indem an Eurer Seite sich die national- sozialistische Bewegung die M«a ch t i m Staat e r ft ü r in t hat. Aus der Tiefe der gewal- tigen nationalsozialistischen Volksbewegung brach nach dem 30. Januar die nationalsoziali- st i s ch e Revolution sich Bahn, die der Entwick­lung des neuen Deutschland zur inneren und äuße­ren Freiheit von Staat und Nation ihren Stempel aufdrückte.

Kameraden vom Stahlhelm! Wir bekennen uns zu der deutschen Revolution, der unser Herz, unser Wille und unsere Gefolgschaft ge­hört. Wir bekennen uns zu dem Führer der deutschen Revolution, Adolf Hit­ler, dessen Regierung ich. Euer Bundesführer, als Minister angehöre. Die von mir, Eurem Führer, mit dem FührO- der nationalsozialistischen Bewegung be­siegelte Freundschaft ist die Erfüllung unse­res alten Herzenswunsches. Deutsche Sol­daten gehören immer zusammen. Es geht um Deutschlands Freiheit, Deutschlands Ehre, es geht um das Reich! Frontheil Stahlhelm, Frontheil Hit­ler! Frontheil Deutschland!

Eine Mitteilung des Stahlhelm-Bundesamts.

Berlin. 27. April. (CAD.) Das Bundesamt des Stahlhelms teilt mit: Der Bundcsführer Franz SeldtehatdiealleinigeDundes- s ü h r u n g übernommen. Der bisherige zweite Bundesführer Kamerad ft er berg hat seine sämtlichen Aemter im Stahlhelm nied^rge- l e g t. Die Kameraden Wagner, Preuße r. v. Olberg und v. Egan-Krieger fiifb be­urlaubt. Die kommissarische Leitung dtr Ge­schäfte des Bundesamtes ist dem Lander sührer

des Landesverbandes Groß-Berlin Kamerad von Stephani übertragen worden Mit der Lei­tung der Reichspressestelle des Stahlhelms ist Kamerad Freiherr v. Medem beauftragt worden. Der Landcssührer des Landesverbandes Kamerad Ritter v. Lenz ist beurlaubt worden. Zu seinem Rachfolger ist Kamerad Freiherr vMalsen-Ponickau ernannt. Der Landesführcr des Landesverbandes Schle­sien Kamerad v. Frehdorf ist beurlaubt 'worden. Zu seinem Rachfolger ist Kamerad Graf Pückler ernannt worden.

Eine Erklärung Seibles zum Ausscheiden Düsterbergs.

- Berlin, 27. April. (XU.) Der Reichsarbeits­minister und Bundesführer des Stahlhelm, Franz S e l ö t e, gibt folgende Mitteilung be­kannt:

Der zweite Bundesführer des Stahlhelm, Kamerad Oberstleutnant a. D. D ü ft e r b e r g , hat feine sämt­lichen Aemter im Stahlhelm nieder gelegt, nachdem ich ihn vorher durch dienstliche Mitteilung von seinen Amtspflichten entbunden hatte.

Der Grund für meine Maßnahme war darin ge­geben, daß in den Auffassungen über die Stellung des Stahlhelm innerhalb der nationalsozialistischen Revolution und über seine künftige Organisation eine grundlegende Meinungsverschie­denheit zwischen dem zweiten Bundesführer und mir bestand.

Ich achte diese soldatische Haltung des Kameraden Düsterberg, der von der Ueberzeugung durchdrungen, daß seine Auffassung für den Stahlhelm existenzbe­deutend sei, auf seinem Posten glaubte bis zum Letzten ausharren zu müssen. Aber diese konnte mich nicht von der Pflicht entbinden, zu tun, was ich getan habe.

Jeder der weiß, was der Stahlhelm für mich,

feinen Gründer bedeutet, wird es verstehen, wenn ich sage, daß in allen Jahren seit der Gründung des Stahlhelm keine Entscheidung, die ich als Bundes­führer treffen mußte, mir so schwer gewesen ist, als die durch das Schicksal mir aufgezwungene, für die einheitliche Führung und den Kampfeinsatz der Stahlhelmbewegung notwendige Lösung des Ver­hältnisses zu dem Kameraden Düsterberg.

Es ist alten Soldaten nicht angemessen, ernste und bittere Lagen durch schöne Worte zu verschleiern. Ich habe deshalb offen gesagt, was geschehen ist. Und deshalb darf ich jetzt auch sagen, daß ich nur durch politische Meinungsverschiedenheiten von dem Kameraden Düsterberg getrennt bin.

Unverändert bleiben meine Gefühle der soldati­schen Kameradschaft und des Dankes, die ich in dieser Stunde ihm für die große Leistung, die er in vier­zehn Jahren für den Stahlhelm und darüber hinaus für den vorbereitenden Kampf der nationalen Be­wegung vollbracht hat, zum Ausdruck bringe. Der Stahlhelmkamerad und nationale Kämpfer Düster­berg hat seinen Platz in der Geschichte des Bundes, gez. Franz S e l d t e.

Freundschaftsverhältnis Stahlhelm-NSDAP.

Berlin, 28. April. (OB.) DieKreuzzeitung" veröffentlicht folgende Erklärung des Bun­desführers des Stahlhelms, Fran; S e l d t e : Zwischen dem Führer der nationalsozia­listischen Bewegung, Adolf Hitler, und mir, dem Führer des Stahlhelms, haben gestern und heute längere Besprechungen stattgefunden, deren Ergebnis war, daß unsere beiden verbände in loyaler Zusammenarbeit zum Besten des Vaterlandes stehen wollen und werden. Dieses Freundschaftsverhältnis in feste Formen zu bringen, wird die Aufgabe der nächsten Zeit fein.

Das Fest -er nationalen Arbeit.

Das Programm der Berliner Feierlichkeiten.

Berlin, 27. April. (Sil.) Amtlich wird mitgeteilt: Das Reichsministerium für Dolksauf- klärung und Propaganda hat für den 1. Mai 1933 folgendes endgültiges Gesamt- Programm desFeiertages der nationalen Ar­beit" festgelegt.

Vormittags:

Kundgebungder Deu tschen Jugend im Berliner Lustgarten. Teilnchner: Die Hitler-Jugend, die Deutsche Studenten chaft, die Jugendverbände und Jugendorganisationen, die Berliner Schuljugend aus den Bezirken 1 bis 6. Abteilungen des Arbeitsdienstes, Abteilungen der SA., SS., des Stahlhelms und die übrige Jung­arbeiterschaft der Stirn und der Faust. Berliner Schulen, die sich wegen der Entfernung nicht am Aufmarsch beteiligen können, halten Schulfei­ern ab, bei denen die Kundgebung durch Rund­funk übertragen wird. Für die Schulen und die Jugend im Reich gilt das gleiche.

Programm der Lustgartenseier.

Ab 8 Uhr Anmarsch der Jugend.

9 Uhr Kundgebung im Lustgarten. 1. Hymne, vorgetragen von 1200 Sängern des Berliner Sängerbundes: 2. Rede des Herrn Reichsministers für Bolksaufklärung und Propaganda, Dr. Goebbels: 3. Gemeinsamer Gesang des Horst-Wessel-Liedes. Fahrt des Herrn Reichspräsidenten v. Hinden­burg und des Herrn Reichskanzlers Adolf Hitler durch die Spaliere der Jugend in der Wilhelmstrahe und Unter den Linden zum Lustgarten. 4. Gemeinsamer Gesang der JugendIch hab' mich ergeben": 5. An­sprache des Herrn Reichspräsi den­ken von Hindenburg an die deutsche Ju­gend. Gemeinsamer Gesang des Deutschland- Liedes.

Schluß gegen 10 Uhr.

Nachmittags.

13 Uhr (1 Llhr nachmittags) Eintreffen der Arbeiterabordnungen aus allen Gauen des Reiches, aus Danzig, von der Saar und aus Deutschösterreich mit zehn Großflugzeu­gen auf dem Tempelhofer Feld in Berlin.

17.30 Uhr (5.30 Uhr nachmittags) Empfang der Arbeiterabordnungen durch den Herrn Reichspräsidenten und den Herrn Reichskanzler in der alten Reichskanzlei.

Abends.

Tie Kundgebung auf dern TeuipelhoferFeld

An der Kundgebung nimmt die gesamte Bevöl­kerung der Reichshauptstadt teil. Anwesend sind u. a. die Reichsregierung und Vertreter der Wehr­macht, die Vertreter der Länderregierungen, das Diplomatische Korps und die Arbeiterabordnun­gen aus dem Reich.

Ab 12 Uhr mittags Abmarsch der Spitzen der Züge von den bekanntgegebenen Sammel­

plätzen in zehn Kolonnen zum Tempelhofer Feld.

16 bis 20 Uhr (4 Uhr nachmittags bis 8 Uhr abends) Militärkonzert und Staffel- und K u n ft f l ü g e der Luftgeschwader auf,6em Tem­pelhofer Feld.

20 Uhr (8 Uhr abends) Beginn der Kundgebung aus dem Tempelhofer Feld. 1. Fanfarenmarsch, aus­geführt durch 7 Kapellen und 2 Spielmanns- Züge der Reichswehr, 2. Gemeinsamer Gesang der Massen:Der Gott, der Eisen wachsen ließ".

Ankunst des Herrn Reichskanzlers Adolf Hitler.

3. Rede des Herrn Reichskanzlers Adolf Hitler m i t Verkündung des Ersten Jahresplanes des deutschen Aufbaues, 4. Gemeinsamer Gesang des Deutschland-Liedes. Während des Gesanges des Deutschland-Liedes pflanzt eine Abord­nung der Hitlerjugend zu Ehren des Herrn Reichspräsidenten eine junge Eiche auf dem Tempelhof^r Feld, 5. Großer Zapfenstreich, gespielt von den Reichswehr- tapeUen, 6. Abbrennen des großen Feuerwerks, 7. Gemeinsamer Gesang des Horst-Wessel-Liedes.

Gegen 22 Uhr (10 Uhr abends) Schluß der Kundgebung.

Nach Beendigung der Veranstaltung auf dem Tempelhofer Feld Fackelhug der unifor­mierten Verbände zum ßu ft garten durch die Belle-Alliance-Straße, Wilhelmstraße, Voß- Straße, Friedrich-Ebert-Straße, Brandenburger Tor, Unter den Linden nach dem Lustgarten, wo die Fackeln zusammengeworfen werden.

Gegen 24 Uhr (12 Uhr nachts) Ansprache des Herrn preußischen Ministerpräsidenten Göring im Lustgarten.

Der Aufmarsch zur Kundgebung aus dem Tempeshoser Feld.

Rechtzeitige Anmeldung wichtig!

Aus Wunsch des Reichsministeriums für Volksaufklärung und Propaganda wieder­holen wir folgende amtliche Verlautbarung:

Berlin, 26. April. (WTB.) Zur Kundgebung auf dem Tempelhofer Feld am 1. Mai, dem Tag der nationalen Arbeit, marschieren die Angehö­rigen der NSBO. und Gewerkschaften, der politischen, Wehr- und Sportoer- bände, der Innungen, vereine und der­gleichen aus den bereits veröffentlichlen Anmarfch- strecken geschloffen zum Tempelhofer Feld. Die Beteiligung eines jeden ist nationale Michl-

Um über den Umfang des Aufmarsches deu er­forderlichen Ucberblitf zu gewinnen und um die not­wendigen Maßnahmen treffen zu können, ist es er­forderlich, daß jeder Teilnehmer sich bei der untersten Einheit der Organisa­tion seines Wohnbezirks oder seiner Organi­sation überhaupt meldet. Diese Stellen

geben die Beteiligungsslärke bis spätestens Freitag. 28. April, 12 Uhr. der nächsten übergeordneten Ein­heit weiter, die wiederum die Teilnehmerzahl dem Bezirksleiter der NSBO. (Anschriften und Fernsprechanschlüsse durch Presse bereits bekannt- gemacht) bis Freitag, 28. April, 18 Uhr, ; u melden haben, verbände, die nicht den Stadt­bezirken entsprechend organisiert sind, melden an den Bezirksleiler des NSBO.-Bezirkes, in dessen Bezirk sie mitantrefen wollen.

Das Handwerk zum Tag der nationalen Arbeit.

Hannover, 27. April. (ERB.) Der Reichs­verband des deutschen Handwerks veröffentlicht die folgende Erklärung: Mit Dank und Zustimmung begrüßt das deutsche Hand­werk die Bemühungen der nationalen Regierung, der menschlichen Arbeit im werktäti- gen Leben wieder neue Würde zu ge­ben. Gerade das Handwerk, das in sozialer Aus- gle chsstcllung Meister, Gesellen und Lehrlinge umschließt, hat die Arbeit nie als einen Fluch empfunden. Es hat immer in einem festen seelischen Verhältnis zu seiner Hände Werk gestanden und fe st gehalten an dem Se­gen der Arbeit und an dem Derussethos, das doch dem Menschen allein inneren Frieden, innere Frxude und soziale Genugtuung zu ge­währleisten vermag. Die Erziehung zu dieser Auffassung und die Wiederfindung vieles Ar­beitsethos bleiben eine dankbare Aufgabe und eine wesentliche Voraussetzung für eine wahre, allumfassende Volks­gemeinschaft. Die Krönung des Werkes er­blickt das Handwerk in der Idee einer sittlich geordneten Berufs st andsgemeinschast und in der Verwirklichung des von der Reichs­regierung beabsichtigten berufs ständischen Aufbaues. Die Einschaltung und Pflege aller lebendigen Produktivkräfte unseres Volkes inner­halb dieses Rahmens sichert zudem die gebotene Einigkeit nach innen und die Erringung der not­wendigen Freiheit nach außen.

Acht Jahre präsidentschast.

Ein Hindenburg-Gedenktag.

Der 26. April war ein historischer Tag. Es sind an diesem Tage acht Jahre seit der Wahl des Reichs­präsidenten v. Hindenburg vergangen. DieDAZ." würdigt die Persönlichkeit des greifen Staatsober­hauptes und schreibt u. a.:

Die acht Jahre der Präsidentschaft Hindenburgs umschließen grundstürzende Wand­lungen der deutschen Geschichte. Aber wie bas Leben Hindenburgs, von Königgrätz bis zur Erneuerung der 1919 zerschlagenen Wehrmacht, von der Proklamation in Versailles bis zur Ncugrün- dung des Reiches in Potsdam 1933, ro i e eine Verkörperung der unzerstörbaren Identität der deutschen Staatsper­sönlichkeit erscheint, so waltet auch über den Jahren, in denen er jetzt als Staatsoberhaupt sei­nem Volke dient, seine nationale Zuverlässigkeit als jenes weiterwir'ende Vorbild, dem die Nation jetzt endlich geantwortet hat. Dem Reichspräsidenten sind, wie in seinem früheren Leben, so auch in seiner politischen Tätigkeit als Reichspräsident bittere Stunden der Anfeindung nicht erspart g e b l i e b e n. Er hat sie im Bewußtsein der Pflicht­erfüllung, unter Zurückstellung seiner eigenen Per­son, auf sich genommen und darf jetzt, nachdem noch vor einem Jahre die Fronten im nationalen Lager hoffnungslos verwirrt erschienen, das stolze Gefühl hegen, daß das Opfer, das er im hohen Alter bringt, nicht u m s o n st gewesen ist. Der Wan­del, der sich in Deutschland vollzogen hat, ist für die Augen der Miterlebenden fast zu rasch und zu groß. Aber wie die Geschichte einst dem Reichspräsidenten nicht nur für diesen Entschluß, sondern auch für die vorangegangenen Jahre, besonders für das Jahr 19 3 2, in welchem fast die ganze Last des deutschen politischen Schicksals auf feinen Schultern lag, danken wird, so wollen wir heute dem Reichspräsidenten und Generalfeldmarschall weiter Gefolgschaft und Gehorsam ge­loben.

Evangelische Kirche und nationaler (Staat.

Tie Unterredung des Reichskanzlers mit mit dem Präsidenten des Äirchcnbut des.

Berlin, 27. April. (ERD.) Der in Berlin versammelte Deutsche Evangelische Kir- chenau sschuh, über dessen Beschlüsse zur Derwaltungsrcsorm bereits berichtet wurde, nahm wie der Evangelische Pressedienst mitteilt mit Befriedigung von der Mitteilung des Lan­desbischofs D. Rendtorff Kenntnis, daß es dem Reichsminister des Innern gelungen ist, auf gütlichem Wege eine Lösung des mecklen- urgischen Kirchenkonfliktes herbei- zuführen, die zur Zurückziehung des Staatskom­missars geführt hat. Mit großem Aachdruck wurde in diesem Zusammenhang betont, daß d i e sämtlichen deutschen Landeskirchen jeden Eingriff in die ihnen ausdrücklich ge­währleistete Freiheit und Selbständig­keit abzuwehren entschlossen sind. Ebenso nachdrücÜich kam aber auch die dankbare Freude zum Ausdruck, mit der die einzelnen Landeskirchen und der Deutsche Evangelische Kirchenbund das Wiedererwachen des vaterländi­sch e n G e i st e s, die Abkehr unseres Dolles vom