Ausgabe 
28.3.1933 Frühausgabe
 
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tote in der Vergangenheit Minister oder | Regierungenmacht'. Der Vorrang der Re­gierung wird in Zukunft unbedingt gewahrt wer­den.

5. 3n der Berichterstattung wird Wahrheit verlangt. Die Schnelligkeit hat an zweiter Stelle zu stehen. Wahrheit und Klarheit sind zehnmal wichtiger als das berüchtigte Tempo oder die jüdische Hast"!

6. Die Presse soll nicht nur Spiegelbild, sondern auch Bildnerin der öfsentlichen Mei­nung sein! Damit fallen ihr verantwortungsvolle, wichtige Crziehungsaufgaben zu.

7. Ehrensache der deutschen, hessischen Presse ist es, im Nachrichten-, Llnterhaltungs- und Anzei­genteil fremdrassige, internationale, jüdische Ein­flüsse auszuschalten.

8. Kritik ist erwünscht aber nur sachliche, atis Liebe zu Volk und Land geborene Kritik. Sie darf nicht zerstörend, sondern soll aufbauend, för­dernd, bessernd sein. Sie wirkt doppelt gut (und berechtigt!), wenn jeder kritischen Aeutzerung cm Vorschlag zum Bessermachen ongefügt ist. Miesmacherei wird auf keinen Fall geduldet! In allen politischen Veröffentlichungen muh die Pa­role:Durchhalten, Zähne zusammengebissen und vorwärts!" als Kern enthalten sein.

9. Die von der nationalsozialistischen Regierung der Presse gestellte erzieherische Aufgabe ist un­geheuer groß. Planmäßig muh der Geschmack unseres Volkes auf eine höhere Stufe gehoben werden. Durch geschickte Gegenüberstellung von Kitsch und echter Kunst muh es gelingen, das von den Marxisten und Juden planmäßig verflachte Denken und Fühlen unseres Volkes wieder zu verfeinern und zu veredeln. Grundsatz sei: Das Beste, Edelste und Schönste ist für unser Volk, besonders für unsere deutsche Jugend, gerade gut genug! Die großen Männer unserer Geschichte, die Bilder einer stolzen Vergangenheit, sind zur Rachahmung unserem Volke wieder vor Augen zu führen. Das heroische Ideal ist in den Vorder­grund zu stellen. Berichte aus der Tagesarbeit der einzelnen Volksgenossen werden die letzten, etwa noch bestehenden Gegensätze überwinden helfen.

10. Dieser Aufgabe kann die Presse in vollem Matze nur gerecht werden, wenn alle ihre Vertreter sich nun eingehend soweit es noch nicht geschehen ist mit der nationalsozialistischen Weltanschauung beschäftigen. Ein Schriftsteller z. B., auf dessen Schreibtisch oder in dessen Bibliothek heute noch nicht HitlersMein Kampf" steht, hat eine Ehrenpflicht seinem Beruf und seinem Volk gegenüber versäumt! Richt umsonst hat ein Mann wie Adolf Bartels gesagt, er halte dieses Buch für die bedeutendste politische Veröffentlichung nach BismarcksGedanken und Erinnerungen".

In einer Erläuterung zu den Richtlinien wurde der Presse u. a. nahegelegt, die jetzige Sport- berichterstattung bedeutend zu verkürzen und Sensationsmeldungen zu vermeiden.

Staatspräsident Or. Werner

dankte der hessischen Presse und schloß mit einem dreifachen Sieg-Heil auf Deutschland und seinen Führer, in das die Anwesenden lebhaft ein­stimmten.

Anschließend unterhielt man sich noch über einige presse- und nachrichtentechnische Fragen.

Der neue Leiter der Amtlichen Pressestelle, Hans F a l ck, ist in Offenbach geboren und ent­stammt einer alten hessischen Beamtenfamilie. Aach dem Besuch der Realschule studierte er an der Technischen Hochschule Darmstadt Ma­schinenbau und war führend in der studentischen Bewegung tätig. In der ASDAP. kämpfte er aktiv als Redner und leitete bis zu seiner Be­rufung in die Amtliche Pressestelle die Gau­pressestelle der hessischen ASDAP.

Tie Zivildienstberechfiglen Hessens für den natioalen Kurs.

Darmstadt, 27. März. (WSA.) Die im Landesverband Hessen des Reichs­bundes der Zivildienstberechtigten zusammengeschlossenen ehemaligen Wehrmacht-

König Heinrich I.

Ein Gedenkblatt von H. von Waldeyer-Hartz.

In diesem Jahre jährt es sich zum tausendsten Male, daß Heinrich, der erste deutsche König aus sächsischem Geschlecht, die Ungarn bei Riade an der Unstruth schlug und damit seine Grenzen sehr stark entlastete. Mit Recht darf man Heinrich den eigentlichen Begründer des Deutschen Reiches nennen. Gemeinhin kennt man ihn als denVogelsteller" oder als denStädtegründer". Beides trifft nicht den Kem seiner Persönlichkeit. Er war kein Müßiggänger, der spielerischer Tätigkeit wie dem Vogelfang nachging und darin seine Be­friedigung erblickte, er war im Gegenteil ein Mann festen Willens und höchster Tatkraft. Völlig unge­schichtlich ist es, ihn als eine Städteerbauer zu prei­sen. Die Verhältnisse lagen vielmehr so, daß sich aus den festen Plätzen, die Heinrich zum Schutze der Grenzen anlegte, späterhin Städte entwickelt haben. Auf diesem Wege kann man Heinrichs Wirken nicht gerecht werden. Die Wahrheit trifft der, der ihn als einen Wegebereiter für seinen großen Sohn Otto preist; ganz ähnlich dem Verhältnis, das zwi­schen Friedrich dem Großen und seinem Vater bestanden hat.

Heinrich wurde im Jahre 919 von den Franken die Königskrone angeboten. Obwohl die Franken ehemals die schärfsten Nebenbuhler der Sachsen waren, erkannte ihr sterbender König Konrad doch die Ueberlegenheit Heinrichs an. Es war fein freiwilliger Entschluß, die Königswürde vom frän­kischen auf den sächsischen Stamm zu übertragen. Daß sich Konrad zu dieser Selbstlosigkeit in seiner Sterbestunde durchgerungen hat, war vielleicht die größte Tat seines Lebens. Heinrich beschritt in sei­ner Politik von vornherein Wege, die man in ge­wissem Sinne in Parallele zu dem Bismarck- schen Werk der Reichseinigung setzen darf. Er dachte nicht daran, zu Gunsten der Mehrung der eigenen Hausmacht die anderen deutschen Herzogtümer zu unterwerfen. Im Gegenteil, er setzte sich im wesent­lichen friedlich mit ihnen auseinander und erreichte dadurch, daß aus dem Deutschen Reich eine Art Bundesstaat wurde, innerhalb dessen Grenzen das Schwert ruhte.

Dieser Friede war dem Deutschen Reiche dringend notwendig. Immer wieder brandeten die Reiterflu­ten der Ungarn über Bayern, Thüringen und Sach­sen hinweg. Gewaltig waren die Schäden und 23er- lüste, die Land und Bauern erdulden muhten. Als es Heinrich im Jahre 924 nach einer bei Wurzen erlittenen Niederlage geglückt war, einen hohen

und Polizeiangehörigen (Militäranwärtcr) be­grüßen in einer Entschließung die natio­nale Erhebung im gesamten deutschen Va­terland.Wir alten Soldaten und Polizeibeam­ten", so heißt es in der Entschließung,denen das nationale Wollen und Handeln in langen

Friedens, und Kriegsjahren zur zweiten Aatur geworden ist, stellen uns vorbehaltlos hin­ter die nationale Regierung. Wir glauben, was jeder ehrliche Deutsche für Volk und Vaterland erhoffen mutz, an den nationalen und wirtschaftlichen Wiederaufstieg Deutschlands."

Hessische Gieuerverordnung für 1S33.

Ausbau der Warenhaus- und Zilialsteuer.

D a r m st a d t, 27. März. (WSN.) Die hessische Regierung erläßt soeben eine Steuerverord- nung für das Rechnungsjahr 1933, die neben formalrechtlichen, die Forterhebung der bis­herigen Steuern regelnden Vorschriften vor allem zwei wichtige Neuerungen enthält, die in den Kreisen des gewerblichen Mittelstandes mit be­sonderer Befriedigung ausgenommen werden dürften.

Die Gemeinden werden durch diese Verord- nung verpflichtet, eine Filialsleuer nach dem zulässigen Höchstsatz einzuführen. Eine zweite Vorschrift bringt die Verdoppelung der be­stehenden Warenhaussteuer und deren Aus­dehnung auf die Einheitspreisgeschäfte.

Fast ebenso bedeutsam wie diese Anordnungen ist die Tatsache, daß von zwei anderen Besteuerungs­möglichkeiten kein Gebrauch gemacht wurde. Es ist nämlich eine Erhöhung der Steuersätze der staatlichen Grund- und Gewerbe ft euer, obwohl sie nach der Lockerung der reichsgesetzlichen Realsteuersperre und angesichts der wenig befrie­digenden Staatsfinanzen nicht ausgeschlossen war, unterblieben. Ebenso ist von der reichsgesetz­lich eröffneten Möglichkeit, bisher gewerbesteuer- freie Kleinbetriebe zu einer pauschalen G e - werbe st euer heranzuziehen, kein Gebrauch gemacht worden.

Diese Tatsachen, daß einerseits die Filialsteuer und die Wsrenhaussleuer ausgebaut, anderseits aber eine Erhöhung der allgemeinen Staate* steuern und insbesondere eine Reubelastung der Kleingewerbetreibenden vermieden wurde, be­weisen den festen IDillen der Regierung, auch auf steuerlichent Gebiete zu gesunden Verhält­nissen zu kommen. Die Frage, ob eine Ermäßi­gung der bisherigen Steuern möglich und wie sie gegebenenfalls am zweckmäßigsten zu gestal­ten sei, kann begreiflicherweise im gegenwärti­gen Zeitpunkt noch nicht abschließend beant­wortet werden.

Erfreulicherweise machen sich Anzeichen einer Bes­serung der Steuereingänge bemerkbar. Es ist notwendig, daß alle, die guten Willens sind, am Neuaufbau unserer wirtschaftlichen und staat­lichen Verhältnisse mitarbeiten, sich ihrer Verpflich­tung gegen den Staat durchaus bewußt sind und ihren steuerlichen Beitrag pünktlich l e i ft e n. Je gewissenhafter dies beachtet wird, um so näher rückt die Möglichkeit von Steuersenkungen. Wenn sich übersehen läßt, daß die Ansätze des Staatsvoranschlags sicher erreicht werden, kann mit entsprechenden Steuerermäßigungen gerechnet wer­den.

Ein Gtaatskommiffar für die hessische Landwirischast.

WSA. Darmstadt, 27. März. Die Presse­stelle der Hessischen Staatsregierung tellt mit: Das Hessische Gesamtministerium hat heute fol­gende Verordnung erlassen:

Verordnung bete, den Staatskommissar für die Landwirtschaft in Hessen.

Artikel I: Es wird ein Staatskom­missar für die Landwirtschaft in Hes­sen eingesetzt.

Artikel 2: Der Kommissar ist dem Minister der Finanzen unmittelbar unterstellt, Die Tätig­keit ist ehrenamtlich.

Artikel 3: Zum Kommissar für die Land­wirtschaft wird mit sofortiger Wirkung der

Würdenträger der Ungarn, man spricht von dem Oberwojwoden Z o l t a n , in Gefangenschaft abzu­führen, da entschloß er sich zu einem Schritt, der politisch von höchster Bedeutung war, von vielen seiner Freunde jedoch nicht verstanden wurde: er verzichtete auf das Lösegeld, das ihm die Ungarn zur Befreiung ihres Fürsten anboten, er versprach seinerseits, auf die Dauer von neun Jahren Tribute zu entrichten, falls man fein Land der Vertrag galt nur für Sachfen und Thüringen für die gleiche Dauer von jeder Feindseligkeit verschonte. Gewiß, Heinrich hat durch diese Abmachung bewie­sen, daß er streng partikularistisch dachte, daß ihm im Grunde das Sachsenland über das Reich ging. Aber es ist nicht zu übersehen, daß sein Entschluß der Gesamtheit zugute kam. Heinrich verstand es, während der neun Jahre Waffenstillstand die mili­tärische Kraft der Sachsen und Thüringer derart zu heben, daß eine Grenzsicherung erzielt wurde, die auch für den Süden des Reiches von größtem Nutzen war.

Seit dem Jahre 924 war Heinrich unablässig darum bemüht, das Volk der Sachsen und Thürin­ger militärisch durchzubilden und in einer Kampfes- weise zu üben, die Erfolg gegen die Reiterschwärme der Ungarn versprach. Mit größter Strenge griff er hierbei durch. Außerdem legte er eine starke Sperr­fortkette an den Grenzen von Sachsen und Thürin­gen an; Burgen und Zufluchtstätten, die militärische Werte darstellen, gleichzeitig aber auch dem Besitz­stände der Bauern Unterschlupf und Rückhalt boten. Um sein Heer zu prüfen, beglich Heinrich alte Rech­nungen mit den Slawen. Die Grenze gegen sie blu­tete ständig. Uebergriffe von hüben und drüben waren an der Tagesordnung. Heinrich rückte über die Elbe vor und eroberte Brandenburg; darüber griff er mit seiner Herrenfaust bis in die Lausitz und nach Mecklenburg, in das Land der Obotriten. Ueder- all war er siegreich. Er bewies aber auch hier die Tugend weiser Mäßigung, indem er die unterwor­fenen Slawenfürsten nicht absetzte, sondern nur die Zahlung von Tributen, verlangte. Eine Ehristiani- fierung des Landes vermied er aus politischen Grün­den. Auf diese Weise verschaffte er sich Ruhe und Sicherheit an der Elbe, vor allem aber Ellenbogen­freiheit gegen die Ungarn.

Als deren Reiterschwäre im Frühjahr 933 nach Ablauf des Vertrages von neuem auftauchten, wur­den lie mit Macht und Erfolg zurückgeschlagen und aus dem Lande vertrieben. Somit war es Heinrichs Politik geglückt, nicht nur einen mächtigen Feind zu besiegen, sondern auch eine Freundschaft zu spren­gen, die insgeheim zwischen Slawen und Ungarn bestand. Um fein Werk zu krönen, ruckte Heinrich

Reichstagsabgeordnete Dr. Richard Wagner, Landwirt, ernannt.

Darmstadt, 27. März 1933.

Hessisches Gesamtministerium.

Dr. W e r n e r. Dr. Müller. »

Die Ernennung des Staatskommissars für die Landwirtschaft ist infolge der Lleberorganisation und des Aebeneinanders der staatlichen und landwirtschaftlichen Behörden, der Landwirt­schaftskammer, der Genossenschaften usw. not­wendig geworden. Die Maßnahme wurde allein zum Wohle der hessischen Bauern und Steuer­zahler getroffen. In Zukunft wird durch eine zweckmäßige Vereinheitlichung eine wirksamere und sparsamere Förde­rung der bäuerlichen Belange zur Durchführung gelangen. Ferner wird dem Staats­kommissar neben der allgemeinen Förderung der Landwirtschaft das landwirtschaftliche S'edlungs- wesen und die Arbeitsbeschaffung, soweit sie sich auf die Durchführung der notwendigen landwirt­schaftlichen Kulturmahnahmen bezieht, übertra­gen. Vordringlich ist in engster Zusammenarbeit mit den einschlägigen Reichsstellen die W i e d e r - Herstellung der Wirtschaftlichkeit der landwirtschaftlichen Betriebe.

Kürzung der Mmistergehäller in Hessen.

Darmstadt, 27.März. (WSA.) Amtlich wird mitgeteilt: Das Gesamtministerium hat als weitere Sparmaßnahme eine wesent­liche Herabsetzung der Ministergehäl- t e r beschlossen. Die Ministergehälter, die bis­her 24 030 Mk. für den Staatspräsidenten und je 22 000 Mk. für die beiden Minister betrugen, werden vom 1. April 19 3 3 so herab­gesetzt, daß an den St ratspräfidenten und den Staatsminister monatlich 1000 Mark aus­gezahlt werden. Die bisherige Aufwands­entschädigung, die für jeden Minister 2000 Mark betrug, bleibt für den Staatspräsidenten in Höhe von nur noch 1200 Mark bestehen; für den Staatsminister fällt sie ganz fort.

Oie Regierung Braun endgültig zurückgetreten.

Berlin, 27. März. (WTB. Amtlich.) Der bisherige Ministerpräsident Dr. Braun und die bisherigen Staatsminister Dr. H i r t s i e f e r, Dr. Severing, Dr. Schreiber, Dr. Schmidt, Klepper, Dr. Steiger und Grimme ha­ben dem Reichskommissar für das Land Preußen, Vizekanzler von Papen, mitgeteilt, daß sie sich auf Grund des Beschlusses des Preußischen Landtags vom 22. März d. I. von der Verpflich­tung aus der Vorschrift des Artikels 59 Absatz 2 der preußischen VErfassung entbunden fühlten uund ihre Aemter endgültig nie­derlegten. Der Reichskommissar für das Land Preußen Vizekanzler von Papen hat die Kenntnis­nahme dieses Entschlusses bestätigt.

Ein Erlaß des preußischen Ministers des Innern.

Berlin, 27. März. (WTB./ Der preußische Minister des Innern (Kommissar des Reiches) hat an alle preußischen Polizeibeam­ten folgenden Erlaß gerichtet: Die Minister der sogenannten preußischen Hoheits­regierung haben 1,4 Millionen RM., die für Euch z ur Verbesserung Eurer

934 gegen die Dänen zu Felde. Ihr Herrscher bat um Frieden, die Dänen wurden zur Tributzahlung verpflichtet, das Land zwischen Eider und Schlei fiel an Deutschland zurück.

Wenn bei Heinrichs Tod die Verhältnisse auch nicht so lagen, daß fein Erbe gegen neue UeberfäUe der Ungarn unbedingt gesichert war, so war doch eines gewonnen: dem Deutschen Reich war es zum Bewußtsein gekommen, daß die Grenzfehden nicht Sache der Grenzbewohner, sondern Sache des ganzen deutschen Volkes waren.

Schließlich verdient heroorgehoben zu werden, daß Heinrich alle seine Erfolge ohne die Kirche, ja, im gewissen Gegensatz zu ihr errungen hat. Er war ein kerndeutscher Fürst. Der Gedanke an eine Un­terwerfung unter Rom lag ihm fern.

Tonfilm:Glück über Nacht".

Das neue Programm im Lichts pielhaus gibt der ersten Hälfte dieser Woche ein heiteres Ansehen.Glück über Nacht" heißt ein Tonfilm- Lustspiel der Deutschen Universal in Berlin. Die Geschichte eines schrecklich mißglückten Raketenstarts nach dem Mars mit happy end und allerlei luftigen Einfällen des Regisseurs Max Neu seid: die Komik der Situation, szenisch überraschend geschickt photographiert, ist gelegenllich von unwiderstehlicher Wirkung und läßt die Leute nicht aus dem Lachen herauskommen. Zum Heiterkeitserfolg trägt ab­gesehen von den operettenmäßigen Verwicklungen und Pointen des Drehbuchs vor allem eine glücklich adgeftimmte Besetzung bei: in der weib­lichen Hauptrolle sieht man die pikante Magda Schneider; neben ihr, sehr drollig und vielfach bewährt in ähnlichen Ausgaben, Hermann Thi - m i g , und vor allem Szöke S z a t a 11, dessen ebenfalls hinlänglich bekanntes explosives Tempera­ment hier ausgiebig Gelegenheit zu stürmischer Ent­lobung findet. Vom Ensemble: Änny Markart, eine neue Erscheinung, neben so routinierten Leuten wie Paul Otto, Falken st ein und Junker- mann. Paul Abraham schrieb eine gefällige leichte Musik mit fangbaren Schlagern. Im Bei­programm sieht man u. a. in der Wochenschau eine Bildreportage vorn ausgebrannten Reichstags­gebäude in Berlin. Ferner einen interessanten Afrika-FilmDeutscher Pflanzer in Angola", zu dem Hans Schomburgk den begleitenden Text spricht. Schließlich den Vorspann für den neuen Ufa-FilmIch und die Kaiserin" mit Conrad V e i d t und Lilian Harvey; er wird am Don­nerstag bei uns erscheinen.

Unterbringung und Ausrüstung be­stimmt waren, für rein parteipoli­tische Zwecke der Regierung Braun-Severing verwendet. Die Mehrzahl der Schuldigen hat sich der Verantwortung vor den preußischen Ge­richten durch die Flucht entzogen. Ich werde nicht rasten, bis diese gewissenlose Hand­lungsweise ihre verdiente Sühne gefunden hat. Für die Wiedergutmachung des Euch zugefügten Schadens werde ich durch die Beschlagnahme aller Ein­künfte und sonst greifbarer Ver­mög e n s st ü ck e der ehemaligen Regierungs­mitglieder Sorge tragen.

Oer Stahlhelm in Braunschweig aufgelöst.

Stah Helmführer verhaftet. Ltahihclm- tiilfspolizei a fgelöst

Braunschweig, 28. März. (WTB. Funk­spruch.) Der braunschweigische Innenmi­nister läßt folgende Verfügung veröfsentlichcn:

Rach mir vorliegenden Meldungen hat der Stahlhelm im - ganzen Lande Braunschweig planmäßig Mitglieder marxistischer Or­ganisationen ausgenommen. Selbst ganze Ortsgruppen des Reichsbanners und der SPD. find auf Grund von Verhandlungen und Verabredungen geschloffen übergetreten. Der Weiterbestand dieser nunmehr vorwiegend marxistischen Organisation wurde eine schwere Gefahr für den Erfolg der na­tionalen Erhebung bedeuten. I ch löse daher den Stahlchelm, Bund der Frontsolda- f en, und alle f e ine Rebenorganisatio- nenimFreistaat Braunschweig mitso- fortiger Wirkung auf.

Gez.: ft l a g g e s.

Der Führer des Landesverbandes Braunfchweig des Stahlhelms, Bund der Frontsoldaten, Studien­rat Schrader (Wolfenbüttel) ist, wie die Braun­schweigische Landeszeitung aus Wolfenbüttel meldet, in den ersten Morgenstunden des Dienstag fest- genommen worden. Die S tahlhelmhllss- polizei ist durch Staatspolizei, SA. und SS. entwaffnet worden». Mehrere Stahlhelmführec wurden wegen Verdachts der Vorbereitung revolu­tionärer Umtriebe festgenommen. Es wurde be­lastendes Material beschlagnahmt. Bisher wurden rund 200 Stahlhelmer und 1150 Marxisten verhaftet.

Aus aller Welt.

Schwere Gasexplosion in England. 7 Tote, 15 Verletzte.

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Durch die Explosion einer Gasrohr­leitung wurden in einer Straße in Gateshrad am Lyne (Durham) sieben Personen getötet und fünfzehn verletzt. Das Llnglück ereignete sich bei Erdarbeiten, denen eine große Menge ton Zuschauern zusah, als plötzlich mit lautem Knall die Gasrohrleitung explodierte und eine Flamme hoch aufschlug. Die Zuschauer wurden nach allen Richtungen geschleudert. Zwei Woh­nungen und eine Laube wurden vollständig zer­stört. Ambulanzen und Rettungsmannschaften wurden sofort an die Llnglücksstelle gesandt. Vier Leichen konnten sofort geborgen werden- Drei weitere Personen wurden in sterbendem Zustand ins Krankenhaus gebracht.

FischdampferAdolf Hitler".

Ein für Bremerhaven bestimmter und mit den modernsten Einrichtungen versehener Fischdampfer, der in Einswarden in Oldenburg vom Stapel lief, erhält den AamenAdolf Hitler". Den Taufakt wird Gauleiter T e l s ch o w in Vertre­tung des Reichskanzlers vornehmen. Im Lauf? des Plonats April dürfte der Dampfer seine erste Fangreise antreten. Die Reederei Gebrüder Cuhr in Wesermünde hat ihre drei neuangekauf­ten Fischdampfer inHauptmann Goering",Dr. Frick" undOtto Telschow" umgetauft.

Kinder spielen mit Diamanten.

Die Herzogin von Rutland hat nach drei Jahren ein kostbares Diamant-Halsband, das sie bereits endgültig verloren wähnte, unter seltsamen Um­ständen wKdrre.halten. In der Zwischenzeit haben die Kinder eines Stallknechtes mit diesen bunten funkelnden Steinen gespielt, sie auf der Erde her- umgeworsen und im Sande herumgeschleppt. Am 7. Februar 1930 nahm die Herzogin, die damals : auf ihrem Schloß Belvoir Castle weilte, in dem benachbarten englischen Orte Oakham an einem Ball teil, und als sie nach Hause zurückkehrte, fehlte ihr das Halsband, das sie getragen hatte, ein kostbares Schm ckstück mit 18 großen Steinen, das einen Wert von etwa 40 000 Mr. dar stellt. Tage vergingen und Wochen, und trotz einer ausgeschriebenen Belohnung und eifriger Nach­forschungen der Polizei fand man nicht die ge- I ringste Spur von den Juwelen- Die Versicherung zahlte der Herzogin 20 000 Mk. aus, was der Police entsv-ach. Aus den Wochen wurden Mo­nate, und die Dame hatte den Verlust schon fast vergessen. Da kam kürzlich ein junges Mädchen in einer Stadt in Staffordshire in einen Juwelen- laden und legte eine Hand voll kostbarer Steine auf den Tisch. Sie wollte wissen, wievieldas Zeug" wert sei. Mit hochgezogenen Augenbrauen betrachtete der Juwelier die wundervollen Steine, denn so etwas verirrt sich selten in eine kleine Stadt, und die Sache ist noch erstaunlicher, toenn ein einfaches Mädchen sie so mir nichts dir nichts auf den Tisch wirst. Er forschte sie aus und ; erfuhr, daß sie kürzlich in dieser Gegend eine i Stellung als Hausangestellte angetreten und den ' Schmuck von Hause mitgebracht habe. Sie hatte r die Steine bei einem Tanz um den Hals und einem ihrer Verehrer fiel die Leuchtkraft auf, : so daß er ihr riet, sie solle doch einmal nach dem Wertdieser Dinger" fragen. Heber die Her­kunft der Steine ergab sich, '-bafo der Vater des Mädchens, ein Stallknecht, die Juwelen zu Oak­ham nach jenem Ball auf der Straße gefunden , hatte. Wie er der Polizei erzählte, hatte er keine Ahnung, daß diese an einer einfachen Schnur aufgereihten Steine eine Kostbarkeit dar­stellten; er nahm sie mit nach Hause und gab sie seinen Kindern zum Spielen. Drei Jahre lang vergnügten sich die Kleinen damit, bis schließlich die älteste Tochter das Haus verlieh. Der Vater gab ihr das Spielzeug als Abschieds- . geschenk, damit es ihr Glück bringe. Die Hals­kette ist der Herzogin wieder zugestellt worden. I

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