Ausgabe 
27.10.1933 Drittes Blatt
 
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Aus der Provinzialhaupistadt.

Wie erhält man einen Aeichszufchuß und Zinsvergütung für Instand» sehungSarbeiten?

Bon der Bürgermeisterei Gießen wird uns ge- schrieben:

Dieser Tage wurden in den Tageszeitungen die gesetzlichen Bestimmungen über die Gewährung von Reichszuschüssen und Zinsvergütungen für die Durchführung von Bauarbeiten an Gebäuden jeg­licher Art veröffentlicht. Für Gebäudeeigentümcr, Mieter und Pachter, die auf Grund dieser Bestim­mungen die Zuschüsse in Anspruch nehmen wollen, ist folgendes genau zu beachten.

1. was ist vor Beginn der Arbeiten zu veranlassen?

Unter allen Umständen ist vor Beginn der Ar­beiten der oorgeschriebene Antrag zu stellen. Wer­den die Arbeiten oorAntragstellung begonnen, dann besteht nicht die Gewähr, daß ein Zuschuß oder eine Zinsvergütung gewährt werden kann. Die An- tragssormulare sino bei dem Städtischen -och- und Tiesbauamt Gießen, Asterweg 9, gegen Erstattung der Selbstkosten (10 Pf.) erhältlich. Dem Antrag sind folgende weitere Unterlagen beizufugen:

a) Eingehende Kostenanschläge,

b) eine Bescheinigung, daß die für die Ausführung der veranschlagten Arbeiten erforderlichen Geld­mittel zur Auszahlung sichergestellt sind,

c) eine Bescheinigung, daß nur solche Bauunter­nehmer und Lieferanten berücksichtigt werden, deren Gewerbebetrieb polizellich angemeldet und und in die Handwerkskammer oder das Han- delsreaister eingetragen ist,

d) handelt es sich um die Teilung von Wohnungen, Umbau ober Ausbau von Gebäuden, dann sind die erforderlichen Baupläne, aus denen der Stand vor und nach der baulichen Ver­änderung zweifelsfrei erkennbar ist, beizufügen.

2. wer bekommt Reichszuschuh und Zinsvergütung?

-auseigentümer, Mieter und Pächter, die ar­beiten im Betrage von mindestens 100 Mark aus- uhren lassen, soweit die Aroeiten überhaupt zu- chußfähig sind. Der Antrag ist immer von bem- enigen zu stellen, auf dessen Kosten die Arbeiten ausgeführt werden.

3. wie hoch ist der Reichs,uschuß?

a) Bei Jnstandsetzungs- und Ergänzungsarbeiten beträgt der Zuschuß ein Fünftel der als zu- fchußsahig anerkannten Kosten.

b) Bei Umbauten, An- und Ausbauten 50 vom -undert, im -öchstsalle 1000. Mark.

4. welche Arbeiten sind zuschuhfähig?

I. Instandsetzungs- und Ergänzungs­arbeiten an Gebäuden.

Hierunter fallen Arbeiten jeder Art, die zur Be­seitigung von Mängeln an Gebäuden dienen, und zwar:

a) Ausbesserungen aller Art am Aeußeren und Inneren des Gebäudes, Putz- und Anstrich­erneuerung, Schönheitsreparaturen;

b) Erneuerung der Dachrinnen und Abflußrohre und Umbetfen bes Daches;

c) Erneuerung unb Ausbesserung von Fenstern, Türen, Fußböben, Decken, Treppen, Treppen- gelänbern;

d) Erneuerung unb Ausbesserung der Beleuch- tungs-, -eizungs-, Gas-, Wasseranlagen u. dgl.

Ergänzungsarbeiten sind Arbeiten, durch die der Wert des Gebäudes auf die Dauer erhöht wird (z. B. Einbau von Elektrizitäts-, Gas-, -eiz-, ßüf- tungs-, Bade-, Abortanlagen und von Auszügen, Anschluß an die Kanalisation u. dgl.).

Als Arbeiten an Gebäuden gelten auch Instand- setzungs- unb Ergänzungsarbeiten an Einfriedigun­gen, sowie die Pflasterung von -offlöchen.

II. Umbauten.

Unter Umbauten fallen die Teilung von Woh­nungen und der Umbau sonstiger Räume zu Woh­nungen, die Schaffung von Wohnungen durch Auf­stockung. Unter Umbauten fallen außerdem An- unb Ausbauten, selbst wenn durch sie keine selbständige Wohnung, sondern nur Teile einer Wohnung ge­schaffen werden, -ierzu gehören insbesonoere der Ausbau von Räumen für Zwecke des Luftschutzes. Die Vollendung eines angefangenen Neubaues gilt nicht als Ausbau im Sinne dieser Bestimmung.

5. Gewährung einer Zinsvergütung.

Ueber die Gewährung einer Zinsvergütung erfol­gen später und zwar tm endgültigen Bescheid ge­naue Anordnungen.

Was ist die NG-Volkswohlfahri?

Die NS.-Volkswohlfahrt ist nach Verfügung des Führers vom 3. Mai 1933 und nach Anordnung der Parteileitung vom 5. Juli 1933 die zuständige oberste Stelle der NSDAP, für alle Fragen der Wohlfahrt und Fürsorge.

Sie hat die Führung der freien Wohlfahrtspflege und erläßt Richtlinien und Anweisungen für die fiemeinfamen Aufgaben. Die NS.-Volkswohlfahrt ist erner Dachorganisation für Wohlfahrts- unb Selbft« hllfcDcrbänbc. Die NS.-Volkswohlfahrt führt bie Reichsgemeinschaft der freien Wohlfahrtspflege, der derZentralausschuß der Inneren Mission , der Eharitas-Verband und das Deutsche Rote Kreuz angehören. Sie übernimmt die Gesundheitsführung des deutschen Volkes.

Die NS.-Volkswohlfahrt ist hiernach die bleibende nationalsozialistische Organisation, die sich aus stän­digen Mitgliedern zusammensetzt und feste Beiträge erhebt.

Mitglied der NS.-Volkswohlfahrt kann nicht nur der Angehörige der NSDAP., sondern jeder un­bescholtene Angehörige des deutschen Volkes, der das 21. Lebensjahr vollendet hat, werden.

Jedes Mitglied der NSDAP, hat die moralische Pflicht, die Mitgliedschaft der NS.-Dolkswohlfayrt zu erwerben. Der Minoestbeitrag für Mitglieder der NSDAP, beträgt monatlich 50 Reichspfennig, für Nichtparteigenossen 1 Reichsmark.

Was ist das Winterhilfswerk des deutschen Volkes 1933/34?

Da» Winterhilfswerk bes deutschen Volkes 1933/34 ist eine gewaltige, in der Welt einzig dastehende -ilssaktion der Reichsregierung gegen -unger und Kälte.

Träger des Winterhilfswerks sind unter Füh­rung der NS.-Volkswohliahrt alle Organisationen der NSDAP., alle auf dem Boden des Staates stehenden gemeinnützigen Organisationen der freien Wohlfahrtsoerbände, ferner alle Reichs-, Staats-, Provinzial- unb Kommunalbehörden, sowie die Verbände der deutschen Industrie des -andeks und Gewerbes.

Das Winterhilfswerk ist auf die Monate Oktober 1933 bis Marz 1934 begrenzt und daher nicht mit der NS.-Volkswohlfahrt identisch.

Die Gau-, Kreis- und Ortsgruppenverwalter der NS.-Volkswohlfahrt sind jedoch, um die Führung

der NS--Volkswohlfahrt im Dmterhilfswerk sicher- zustellen, gleichzeitig Gau-, Kreis- und Ortsgruppen- führer des Winterhilfswerkes.

Die NS.-Volkswohlfahrt stellt den größten Test ihrer Mittel bem Winterhilfswerk zur Verfügung Ihre Aufgaben erstrecken sich jedoch weit über die Durchführung des Winterhilfswerks hinaus auf sämtliche Gebiete der sozialen Fürsorge.

Hinweis zur Wahlpropaganda.

Die Reichspropagandaleitung, Dr. Goebbels, teilt mit: Es wird darauf hingewiesen, daß soae- nannte wilde Propaganda (Bemalen und Ve­rleben von Geh- und Fahrbahnen, privaten und öffentlichen Gebäuden, Mauern und Bretterzäunen usw.) nur mit Genehmigung des jewei­ligen Besitzers gestattet ist. In Fällen, wo diese Genehmigung nicht oorliegt, ist wilde Prova- ganba verboten. Die Polizei ist gehalten, da­gegen nach Maßgabe der Gesetze vorzugehen.

An alle Gesamtverbände und ihre Llntergliederunqen der OAZ.

Letzte Ereignisse machen es notwendig, darauf hinzuweisen, daß öffentliche Veranstaltungen der Verbände, soweit sie als Reichsoeranstaltungen durchgeführt werden sollen, beim Führeramt der

tag, 29. Oktober, außer Abonnement und zu er- , mäßigten Operetten-Preisen, der Stimmungs'chlaaer von Walter Kollo, die Lustspiel-Operette:Die Männer sind mal so...". Anfang: 19.30 Uhr; Ende: 21.30 Uhr.

Aus dem Stadttheaterbüro wird uns geschrieben: Auf Grund zahlreicher Nachfragen aus Theaterbefucherkreifen, die weder Abonnenten des Theaters, noch Mitglied derDeutschen Bühne" sind, haben Intendanz und ßeitung der Ortsgruppe Deutsche Bühne" Gießen beschlossen, zur Bor- stellung:Die Hermannsschlacht" am Samstag, 28. Oktober (Spielbauer von 20 bis 2230 Uhr), aus­nahmsweise auch Karten im freien verkauf ab­zugeben und zwar zum Preise von 0,30 bis 1,50 Mark.

e

Die Ausstellung von Wander» ge w e r b esche ine n und Ge w er b e«Leg i- timationskarten. Das Kreisamt Gießen weist im Amtsverkündigungsblatt vom 24. Oktober in einer Bekanntmachung an das Polizeiamt Gießen und die Bürgermeistereien der Landgemeinden des Kreises darauf hin, daß alle Wandergewerbctrei- benden unb bie ben Gewerbebetrieb im Umherziehen Ausübenben darauf aufmerksam zu machen sind, ihre Anttäge auf Erteilung des Wandergewerbe­

Heute beginnt ein neuer Vornan

Riesele Geschichte eines Heinen Pferdes

von MkolauS Schwarzkopf

in den Gießener Familienblättern

Deutschen Arbeitsfront angemeldet und von diesem genehmigt werden müssen. Oertliche Veranstaltungen der Untergliederungen der Verbände find bei den Bezirksleitern der Deutschen Arbeitsfront geneh- migungs- und anmeldepflichtig.

Diese Anordnung wurde getroffen, um störendes Nebeneinanderarbeiten zu vermeiden.

Das Führeramt ist angewiesen, jede Veranstal­tung rücksichtslos zu verbieten, welche nicht ange- meldet und genehmigt wurde.

-eil Hitler!

gez.: Dr. Robert Ley.

In Verfolg dieser Anordnung bestimme ich, daß alle Veranstaltungen der Verbände bei der Bezirks­leitung der Deutschen Arbeitsfront -essen und Hes- sen-Nassau, Abteilung 4 (Propagandaleiter v. Re- kowski) in Frankfurt a. M., Bürgerstraße 69, recht­zeitig angemeldet werben müssen.

Frankfurt a. M., 26. Oktober 1933.

Willi Becker, *

Bezirksleiter der Deutschen Arbeitsfront -essen und -essen-Nassau.

Achtung!Leuten* sammeln Möbel!

Am Samstag, 28. Oktober^ nachmittags, wird der Stamm IIGeusen" des Gießener Jungvolks in den Straßen der Stabt Möbel sammeln. Möbel, bas heißt: Tische, Stühle, Schränke unb Bänke, kurz alles, was eine Jungengruppe alles in ihrem -eim braucht. In vielen -äusern gibt es Stühle unb Tische ober sonst Sachen, bie nicht mehr gebraucht werben, bie wir Jungen aber noch sehr gut ver­wenden können. Deshalb bitten wir die Einwohner­schaft Gießens, alle nicht mehr gebrauchten Möbel uns für die -eime zu schenken.

Am Samstagnachmittag wird in jedes -aus ein Junge kommen und darauf aufmerksam machen, daß bie Jungvolkbuben gleich erscheinen werben, um bie hoffentlich sehr zahlreichen Möbel abzuholen. Auch wirb der Spielmannszug des Jungvolkes durch die Straßen ziehen und bie Bewohner durch Märsche erfreuen. Die @ euf e n.

Oie Spihenorganisation her Handelsvertreter.

Durch einen Teil der Presse wurden Mitteilungen über die Gründung eines Reichskartells Deutscher -andelsoertreter-Derbände verbreitet. Der Reichs- ftanb bes Deutschen -andels erklärt bazu, daß er bie,er Neuarünbung vollständig fernsteht. Ebenso hat die vom Reichsstand anerkannte alleinige Spitzenorganisation der selbständigen -andelsver- treter (-anbkunasagenten), der Zentralver­band Deutscher - a n d e l s v e r t r e t e r - Vereine, damit nichts zu tun, zumal gemischte Verbände hinter dem Kartell stehen. Die Handels- oertreter sind ausschließlich durch den Zentralver­band in den Reichsstand eingeordnet.

Daten für Freitag, 27.£ltobcr.

1728: der Forschungsreisende James Cook in Marton geboren (gestorben 1779); 1760: der Feldmarschall August Gras Neidharbt von Gneisenau in Schildau geboren (gestorben 1831); 1782: der Geigenkünstler Niccolo Paganini in Genua geboren (gestorben 1840); 1833: der Forschungsreisende Rodert von Schlagintweit in München geboren (ge­storben 1885); 1858: der amerikanische Staats­mann Theodore Roosevelt in Neuyork geboren (ge­storben 1919); 1870: Kapitulation von Metz.

Vornotizen.

Tageskalender für Freitag. Deut­sche Arbeitsfront: Dolkshalle, 20.30 Uhr, Kundgebung; Redner: Gaubetriebszellenleiter Fritz Kern, M. d. R.; Thema:Was will die Deutsche Arbeitsfront?". Lichtspielhaus, Bahnhofstraße:Ein gewisser -err Gran". Aftoria-Lichkipielc, Seltersweg:Bank­krach in Amerika". Stadttheater: 20 bis 22.30 Uhr: /Wo die Lerche singt". Kreis-Obst- unb Gar­tenbauverein Gießep: 15.30 Uhr, Katholisches 93er- einshau», außerordentliche Hauptversammlung. DHE.: 20.30 Uhr, Monatsoersammlung.

Aus dem Stadttheaterbüro wird uns geschrieben: Heute, 20 Uhr, Lehärs Meister- Operette:Wo die Lerche singt" als vierte Vor­stellung im Freitag-Abonnement. Spielleitung: Paul Wrede; musikalische Leitung: Konzertmeister Kerzisnik; choreographische Leitung: Theo Bäulke. Operettcn-Preise. Ende: 22.30 Uhr. Samstag, 28. Oktober, 20 Uhr,Deutsche Bühne", Reihe 2: gerade Mitgliedsnummern (gelbe Mit­gliedskarten), zweite Oktober-Vorstellung, das Dra­ma:Die Hermannsschlacht" von Steift Spiel­leitung: der Intendant Ende: 2230 Uhr. Sonn­

scheines so rechtzeitig zu stellen, daß sie zu Anfang des nächsten Jahres im Besitz des Wandergewerbe- scheines sein können. Die ausgefertigten Wander­gewerbescheine werden vom Kreisamt unmittelbar an die zuständigen Finanzämter abgegeben. Sie werden demnach nicht mehr am Kreisamt mitge­nommen, sondern müssen beim Finanzamt abgeholt werden. In einer weiteren Bekanntmachung wird auch auf die Antragstellung zur Ausstellung von Gewerbelegitimationskarten hingewiesen. Dabei wird besonders betont, daß allein die Anmeldung des Gewerbes beim Finanzamt nicht genüat, um eine Legitimationskarte zu erhalten; der Antragsteller muß auch tatsächlich ein stehendes Gewerbe mit einer gewerblichen Niederlassung betreiben. Inter­essenten seien auf die Bekanntmachung besonders hingewiesen.

**933 e n n i ch das gewußt hätte", hört man manchen Theaterbesucher sagen, der sich be- wegen ließ, ein Abonnement im Theater zu er­werben ober Mitglied derDeutschen Bühne" zu werden, und nun ganz erfreut ist über das, was ihm an großen Vorteilen unb Vergünstigungen geboten wirb.Ja, wenn ich bas gewußt hätte. Dann wäre ich schon früher gekommen." Meldun- gen für Abonnement unbDeutsche Bühne" werben immer noch entgegengenommen. Du fehlst noch!

* Spenbe für bie Sanitätskolonne Gießen. Der Alice-Frauenverein hat der Frei­willigen Sanitätskolonne Gießen zur Unterstützung der weiteren Arbeit aus Anlaß des 30jährigen Be­stehens am Samstage den Betrag von 50 Mark gespendet.

* Letzter Tag der Abgabe von Fich­te n d e ck r e i s i g. Die Bürgermeisterei Gießen teilt uns mit: Es wird nochmals darauf hingewiesen, daß der Verkauf von Fichtendeckreisig zum Preis von 40 Pf. je Welle mit Ablauf des heutigen Tages beendigt wird. In der Zeit von 9 bis 13 und 15 bis 17 Uhr kann noch Deckreisig im Hofe des Stadthauses, Gartenstraße 2, in Empfang genom­men werden.

* Warnung vor Kautionsbetrügern. In der weiteren Umgebung von Frankfurt a. M. treten zur Zeit zwei Betrüger namens Georg Hauber und Lothar Laute auf. Sie reifen mit einem Kraftwagen und suchen durch Inserate Lagerverwalter für eine Kraftfutterniederlage. Die sich meldenden Personen suchen sie auf, übertragen ihnen den Lagerverwalterposten und lassen sich in jedem Falle eine Kaution in Höhe von zirka 250 Mark zahlen. Das Publikum wird vor diesen Be- trügern gewarnt. Bei ihrem Auftreten ist die nächste Polizeidienststelle zu verständigen.

" Hinausschiebung der näch sten Einheitsbewertung auf den 1. Januar 1 9 3 5. In den vom Wirtschaftsprüfer Hermann Will zu Gießen herausgegebenenAktuellen Steuerfragen" (Rundschreiben Nr. 20) lesen wir: Dor einigen Wochen hatte der Reichsfinanzminister angekündigt, daß die nächste Einheitsbewertung auf den 1. Januar 1934 stattfinden sollte. Wohl nicht zuletzt im Zusammenhang mit der vom Staats­sekretär im Reichsfinanzministerium, Reinhardt, auf bem Juristentag angekündigten Steuerreform wird jetzt die nächste Einheitsbewertung auf den 1. Jan. 1935 hinausgeschoben.

* Eine Wiedersehensfeier der 2. Komp, des Leib g. - Inf. - Regiments 115 findet am 4. und 5. November in den Räumen der Vereinigten Gesellschaft zu Darmstadt statt. Der Samstag sieht einen Begrüßungsabend vor. Arn Sonntagoormittag findet eine Ehrung der Ge­fallenen des Weltkrieges statt, und am Nachmittag wird man sich zu einer Wiedersehensfeier treffen. Anmeldungen nimmt Kamerad A. Raab, Darm­stadt, Hobrechtstraße 33, entgegen.

Aeue Bürgermeister unb Beigeordnete

D a r m ft a b t, 23. Oft. (933591.) Die nachstehen­den Bürgermeister und Beigeordneten wurden kom­missarisch in ihr Amt eingesetzt: Undenheim: Lorenz Zaun L, Landwirt, an Stelle bes zurück- getretenen Beigeordneten. Ober - Widders- eim: Adolf Müller an Stelle des jurütfgetrete­nen Bürgermeisters Schäfer. Leidhecken: Adolf Ihaler, Landwirt, an Stelle des jurütfgetretenen Bürgermeisters Solzam. Inheiden: Rudolf Reitz an Stelle des verstorbenen Bürgermeisters. Appenrod: Wilhelm Justus, Landwirt, an Stelle des zurückgetretenen Bürgermeisters Glatthaar. Mosbach: Ferdinand Jörg, Landwirt, an Stelle des zurückgetretenen Beigeordneten Theodor Petry. Lorsch: " Phil. Degen für einen Seigeorbnten- poften. Dieburg: Franz Reis, Weißbinder, an

Stelle des seitherigen Beigeordneten Franz Dur» kart. A st h e i m : Philipp Bender VL, an Stelle des zurückgetretenen Beigeordneten PHU Den­zel III. Grafenhausen: Philipp Mager HL, an Stelle des seitherigen Bürgermeisters Petry; Pe- ter Knobel an Stelle bes seitherigen Beigeordneten Phil. Mager BI. Wackernheim: Daniel Stor­ni ann an «teile bes seitherigen Bürgermeisters Hel­gen; Heinrich Esch an Stelle bes seitherigen Bei- äcorbneten Daniel Äormann. Stumpe rtenrob: arl Stein für den verstorbenen Bürgermeister:

Otto Johst an Stelle des seitherigen Beigeordneten Friedrich Wilhelm Stein. Seibelsdorf: Bür­germeister Peter Diehl in Ruhlkirchen an Stelle Des seitherigen Bürgermeisters Pius Kranz. Oh­mes: Bürgermeister Peter Diehl in Ruhlkirchen an Stelle Des seitherigen Bürgermeisters Pius Freidhof.

Sitzung her Hess. HanhwerkSkammer.

Darmstadt, 26. Oft. (DSN.) Die fürzlich ver­legte Sitzung der Hessischen Handwerks- f a m m e r findet am Freitag, den 3. November, um 11 Uhr im Äammergebäube, Hügelstraße 16, statt. Auf der Tagesordnung steht u. a.: Zuwahl von fünf neuen Mitgliedern der Kammer, an Stelle von fünf zurückgetretenen Mitgliedern, Wahl des Vorstandes und der Ausschüsie, Feststellung bes Haushaltsplanes 1933 und Beschlußfassung über die erfolgte Gründung des Rhein-Mainischen Hand­werkstages.

Jahresversammlung bes Lanbesver« banbes her Inneren Mission in Heffen.

Der Landesverband der Inneren Mission in -es- en hielt in Wörrstadt (Rheinhessen) seine dies- ährige Jahresversammlung ab, an der 93ertreter »es Staates, des Landeskirchenamtes, einzelner Kreisämter, der dem Verbände angehörenden Ein­richtungen und Anstatten, zahlreiche Pfarrer der näheren und weiteren Umgebung und die Bevölke­rung von Wörrstadt tellnahmen.

Eingeleitet wurde die Jahresversammlung durch einen Festgottesdienst, mit der Festpredigt des Su­perintendenten der Provinz Rheinhessen, Oberkir­chenrat Zentgraf, und einem Kindergottesdienst, gehalten vorn Direktor des -essischen Landesoer- eins für Innere Mission, Pfarrer Röhricht.

In der öffentlichen Kundgebung am Abend, die von Darbietungen bes Wörrstädter Kirchenchores umrahmt war, sorach der Direktor des Zentral­ausschusses für innere Mission, D. Jeep, im vollbesetzten Saal bes Gemeindehauses über ,,3n-' nere Mission im Dritten Reich". Die Innere Mis­sion hat im Ringen um die Gesundung unseres Volkes ihre besondere Aufgabe: Den Lebensunwer- ten mit ihren Anstalten zu dienen, die Gefährde­ten vorn Verderben zurückzureihen und sie dem Staate als nützliche Glieder wiederzugeben, und die Botschaft des Evangeliums ins Volk zu tragen.

Die Ausführungen des zweiten Vortrages von Direktor Pfarrer Röhricht über ,Innere Mis­sion in der hessischen Kirche in Vergangenheit und Gegenwart" gaben einen tiefen Einblick in die viel­gestaltige Arbeit der hessischen Inneren Mission, Die mit all ihren Einrichtungen bereit war und Ist, mitjuarbeiten an der Behebung vorhandener Volks- nöte.

Die eigentliche Jahresversammlung leitete Dekan S i 11 e l - Udenheim mit einer Andacht ein. Nach dem Grußwort des Vorsitzenden des Lanbesver- Handes der Inneren Mission in Hessen, Pfarrer W a g n e r - Darmstadt, erstattete der Direktor des Landcsvereins für Innere Mission als Geschäfts­führer des Landesverbandes der Inneren Mission in Hessen den Jahresbericht. Nach dem Jahresbericht

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konnte die Gesamtarbeit sich ruhig weiter entwickeln. Die Nieder-Ramstädter Anstalten verzeichnen eine Zunahme ihrer Zöglinge. In sechs evangelischen Krankenhäusern wurden 4958 Kranke verpflegt, m der Kinderheilstätte Elisadethaus in Bad-Nauheim 677 Kinder. Die während des Krieges eingegangen« Herberge zur Heimat in Worms wurde im Be­richtsjahr wieder eröffnet unb diente 24548 Wan­derern vorübergehend als Heimat. In Jugenheim in Rheinhessen richteten die Nieder Romstädter Anstalten in dem ehemaligen Erziehungsheim ein Schwachsinnigenheim ein. An verschiedenen Orten wurden Kleintinderschulen gegründet. Der verband evangelisch kirchlicher Frauenoereine und die Iu- genboerbänbe bemühten sich um die Ausbildung und Schulung ihrer Mitglieder zum Dienst in den Gemeinden durch Lehrgänge, Freizeiten, Kurzkurse und Einzeloorträge. Der Hessische Landesoerein für Innere Mission vergrößerte und vertiefte seine Männerschulungsarbeit im Kampf gegen das Frei- benfertum und führte Schulungswochen, Bertie- fungsfreijeiten und Treffen unter starker Beteilt- H durch. In der volksmtssionsarbeit standen im n Minter neben dem Direktor noch ein Volks­missionar und zwei Arbeiterevangelisten, die in zu­sammen 22 Gemeinden ihren Dienst ausführten. An der Wende der Zeit steht die hessische Innere Mission bereU, Staat und Kirche in alter Treue zu dienen!

Dem Jahresbericht folgte die Rechnunasvorlag« 1932, Genehmigung des Voranschlags 1934 und Ergänzungswahlen zum Landesauslchuh der In­neren Mission. Als Abschluß der Jahresversamm­lung sprach nochmals D. Jeep- Berlin überDi« neuen Aufgaben der Inneren Mission in Kirche und Volk."