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27.10.1933 Drittes Blatt
 
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Nr. 252 Drittes Blatt Gietzener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen)Zreitag, 27. Oktober (935

Ein gewaltiges Treubekenntnis zu Adolf Hitler.

Riesenverfammlung in der Gießener Vottshalle. Lleberwaliigender Beweis der Einigkeit von Volk und Regierung.

Eine riesige Menschenmenge füllte gestern abend die Gießener Volkshalle. Abgesehen von den Ver­sammlungen des Führes Adolf H i t l e r in früheren Wahlkämpfen an dieser Statte war bisher wohl noch keine Versammlung in der Volkshalle so stark besucht, wie die gestrige Kundgebung unter dem Leitwort:D i e Nation tritt a n!" Man geht wohl nicht fehl, wenn man die Zahl der Teilnehmer auf mindestens 6000 bis 7000 Menschen beziffert. Der weite Raum der Halle war bis auf das letzte Plätzchen besetzt und bestellt; es war ein ungeheures Wogen und Schieben der Menschenmassen, das man vor Beginn der gewaltigen Kundgebung von der Bühne aus beobachten konnte. Nicht minder stark war die große Empore der Halle besetzt und bestellt, noch dazu nachdem die Gießener Stürme der SA.

Schon nach den ersten Sätzen hatte er die innigste Berührung mit der geistigen Einstellung seiner Zu­hörer gewonnen. Eindrucksvoll und zugleich erhe­bend war der Hinweis auf die geschichtlich unge­heuer bedeutungsvolle Tatsache der Einigung des deutschen Volkes zu einer im Geist und Willen geschlossenen deutschen Na­tion, in der durch die machtvoll vorwärtsstrebende Kraft des Nationalsozialismus endlich alle trennen­den Schranken beseitigt worden sind. Mit Recht be­tonte der Redner, daß die Schöpfer des neuen Rei­ches auf diesen großen Erfolg besonders stolz sein können.

Ernst und eindringlich war weiterhin der Hin­weis, daß auch nach 'der Zertrümmerung der mar- xistischen und der bolschewistischen Organisationen

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Ankunft des Reichsstatthalters Wagner (In der Mitte km Vordergrund); links daneben Kreisleiter Dr. Harth, in der Volkshalle.

hinter ihrer Standarte und den Sturmsahnen ein­marschiert und bann zusammen mit den riesigen Massen der Zivilisten in mehrfacher Tiefengliede­rung auf der Empore Aufstellung genommen hatten. Ein überwältigender Anblick, der in Worten nur schwer zu schildern ist, den aber die Teilnehmer, die einen freieren Rundblick von ihrem Platz aus hotten, nicht vergessen werden!

Schon lange vor Beginn der Riesenkundgebung wanderten von allen Seiten der Stadt her Männer und Frauen in unablässigem Strome der Volkshalle zu. Daneben marschierten geschlossen die Kolonnen der nationalsozialistischen Organisationen heran, die Gießener Stürme der SA. in dem wunderbaren Marschrhythmus der braunen Bataillone, die immer wieder das Herz jedes nationalgesinnten deutschen Mannes und der deutschen Frau höher schlagen lassen; die Gliederungen der NSBO. der hiesigen Betriebe und der Behörden traten in gleicher Ge­schlossenheit mit ihren Fahnen an. Daneben mar­schierten zahlreiche andere Vereine mit, beseelt und getrieben von dem gleichen Bekenntniswillen und der Bereitschaft, alle Kraft einzusetzen für das Ge­lingen des vom Führer und Volkskanzler Adolf Hitler in Angriff genommenen großen Werkes.

Trotz der riesigen Menschenansammlung in der Volkshalle, in der die SS. den Ordnungsdienst in mustergültiger Weise versah, verlief alles rei­bungslos und in bester Disziplin. Die Halle war mit den Hakenkreuzbannern der deutschen Freiheitsbe­wegung reich geschmückt, wodurch dem denkwürdigen Abend trotz des Ernstes des Themas ein farben­froher und festlicher Rahmen gegeben wurde. Von starkem Vertrauen und fester Zuversicht in die Füh­rung des neuen Reiches war auch der herzliche Empfang geleitet, den die riesige Menschenmenge dem Redner des Abends, Reichsstatthalter in Baden und Gauleiter für Württemberg und Boden, Robert Wagner, ttotz seiner jungen Jahre einem der ältesten und bewährtesten Mitkämpfer des Führers, bereitete. Reichsstatthalter Wagner erschien in Begleitung des Kreisleiters Dr. Harth. Feierlich war der Einmarsch der Fahnengruppen mit ihrer großen Zahl von Freiheitsbannern, besonders ein­drucksvoll gestaltete sich das Einbringen der Stan­darte und einer Anzahl weiterer Sturmfahnen, de­nen in schier endloser Länge die Kolonnen der brau­nen Soldaten des Führers folgten. Schneidige Marschmusik boten dazu die Kapelle und der Spiel­mannszug der Standorte.

Nach einem kurzen Gruß des Leiters der Kund­gebung, Pg. Hopfenmüller, trat sofort Reichs­statthalter Wagner vor. die Riefenverfammlung.

die Idee des Marxismus an sich geistig noch im­mer in einem Teile unserer deutschen Nation über­wunden werden muß. Diese Tatsache der noch zu vollbringenden gewaltigen Geistesarbeit ändert aber nichts daran, daß der Nationalsozialismus sich durch die Niederwerfung der Marxisten und der Kommunisten in der Tat nicht nur um das deutsche Volk, sondern auch um die ganze Welt ein nicht hoch genug zu veranschlagendes Verdienst erworben hat. Man kann nur hoffen und wünschen, daß die Einsicht nach dieser Richtung hin auch außerhalb Deutschlands möglichst bald Fuß fassen und weite Verbreitung finden möchte, daß aber weiterhin auch alle deutschen Volksgenossen ohne jede Ausnahme sich mit dem Redner einig fein soll­ten in der zutreffenden Uederzeugung, daß das deutsche Volk nur leben kann, wenn der Marxismus und Kommunis m u s nicht etwa für eine gewisse Zeit niedergehalten sind, sondern für alle Zeiten i h r Ende in Deutschland gesunden habe n. Unbestreit­bar wird die deutsche Geschichte auch für diese in­nerpolitische, zugleich aber auch weithin nach außen wirk.nde Großtat des Nationalsozialismus der deut­schen Freiheitsbewegung ein rühmliches Verdienst zuerkennen.

Die gleiche Feststellung kann man schon heute als zutreffend bezeichnen für den gewaltigen Kampf, der im neuen Deutschland gegen die ungeheureNot der Arbeitslosigkeit bisher geführt wurde und der zweifellos mit dem gleichen Schwung und der gleichen heißen Liebe zum deutschem Bruder und zur deutschen Schwester im nächsten Frühjahr fortgeführt wird. Hierbei handelt es sich um den schönsten Dienst am deutschen Volke, für den leider in den früheren Jahren trotz vieler schönen Worte keine Taten zu verzeichnen waren. Daß dieser Kampf von der freudigen Mithilfe aller guten Deutschen getragen und gestützt wird, versteht sich von selbst, und auch Opfer werden für den hohen Zweck der Wiedereingliederung der arbeitslosen deutschen Menschen in die schaffende Front gerne gebracht werden.

Völlig aus dem Herzen aller Besucher und Be­sucherinnen gesprochen waren ferner die prächtigen Worte, die der Reichsstotthalter Wagner über dos hinterhältige Treiben der Genfer Welt gegen das bis zum letzten Gamafchenknopf abgerüstete Deutschland sprach. Kein Wunder, daß fast olle paar Minuten ein gewaltiger Beifalls­sturm die Halle durchbrauste und dem Redner kund­gab, wie stark sich die Riefenversammlung mit ihm einig wußte in der Stellungnahme gegen

Kinmarftf) der Fahnen in die Volkshalle.

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das verantwortungslose Intrigenspiel der gegne­rischen Diplomatie und der Hetzapostel in jenen Ländern. Das Ausland sollte doch endlich zu der Einsicht kommen, daß es eine völlige Fehl­spekulation verfolgt, wenn es glaubt, Regie­rung und Volk im neuen Deutschland seien nicht der gleichen Meinung in den großen Fragen des Lebens der deutschen Nation und ganz besonders in der Frage der Abrüstung der anderen. Ganz betont muß immer wieder von jedem deut­schen Manne und von jeder deutschen Frau von der Abrüstung der anderen gesprochen werden, denn Deutschland hat nichts mehr ob­zurüsten, weil es eben seine Abrüstung schon bis zum alleräußersten mit geradezu fanatischem Willen betrieben hat. Nunmehr ist die Reihe des Erfüllens an den anderen, an den Mächten, die es bisher nicht für nötig gefunden

haben, zu ihrem im Versailler Diktat verpfän­deten Wort zu stehen. Es gibt niemand in Deutschland, der auch nur im geringsten daran dächte, sich ganz besonders in der Frage der d e u t« scheu Gleichberechtigung durch die Ab­rüstung der anderen Mächte von dem Wege zu entfernen, auf dem der Führer Adolf Hitler der deutschen Nation voranschreitet. Rich­tig ist vielmehr und das sollte das Ausland sich gehörig einprägen daß Volk und Regie­rung des neuen Deutschland völlig einig im Willen und im Ziel sind: Wahrung des Friedens auf der Grundlage der Gerechtigkeit, Abrüstung der hochgerüsteten Staaten nach dem Vorbild Deutsch­lands und auf diesem Wege die Herstellung der Gleichberechtigung aller Nationen! Mit Adolf Hitler marschiert treu und ge­schlossen d i e deutsche Nation!

Reichsstaichalter Wagner

sagte in feiner etwa einstündigen Rede u. a., das nationalsozialistische Deutschland habe sich nach der Uebernahme der Macht vor allem zwei ganz große Aufgaben gestellt: die Ueberroinbung und Vernichtung des Marxismus, sowie die Bekämpfung der Arbeitslosigkeit. In den wenigen Monaten sei bisher alles daran gesetzt worden, diese beiden großen Aufgaben zu lösen. Niemand werde behaupten können, daß diese Be­mühungen erfolglos gewesen wären.

Darüber hinaus sei aber in den wenigen Mo­naten der nationalfozialistifchen Führung das deutsche Volk endlich auch eine geschlossene Na­tion. über alles einff Trennende hinweg eine geistige und willensmäßige Einheit geworden.

Diese Tatsache dürfe uns mit Stolz erfüllen (Bei­fall). Wenn auch der Marxismus und der Bolschewismus überwunden und geschlagen seien was nicht nur ein Erfolg für unser Volk, sondern auch für die ganze Welt sei, für den uns die gesamte zivilisierte Welt noch einmal dankbare Anerkennung zuteil werden lasse so sei doch die Idee des Marxismus an sich noch nicht überwun­den. Die NSDAP, kenne in diesem Kampfe keine Duldsamkeit. Entweder lebe der Marxismus, dann sterbe das deutsche Volk, oder das deutsche Volk solle leben, dann müsse der Marxismus sterben. (Stürmischer Beifall.)

BeiderBekämpfungderArbeitslosig- k e i t habe die nationalsozialistische Führung bisher ebenfalls nicht versagt. Die Gegner der NSDAP, hätten sich 14 Jahre lang ohne jeden Erfolg be­müht, der gewaltigen Not der Erwerbslosigkeit Herr zu werden. Der Nationalsozialismus dagegen habe in wenigen Monaten über 2 Millionen ar­beitslose Menschen wieder in die Arbeit zurück­geführt. Die bisherigen Arbeitsbeschaffungsmaß- nahmen würden sich aber erst noch auswirken, bis­her handele es sich nur um Anfangserfolge. Im nächsten Frühjahr werde ein weiterer großer An­griff gegen die Arbeitslosigkeit die Wirtschaft noch mehr beleben. Erforderlich sei es jedoch, daß alles treu zum Führer und zum Nationalsozialismus stehe.

In der Erfüllung dieser beiden großen Aufgaben seien nun die Ereignisse auf der A b - rüstungskonferenz hineingekommen. Die letzten 8 Monate deutscher Geschichte hätten der ganzen Welt Zeugnis dafür gegeben, daß

das nationalsozialistische Deutschland in Ruhe und Frieden seiner Arbeit und dem deutschen Wiederaufbau nachgehen und eine glückliche Entwicklung für das deutsche Volk und die ganze Welt einleiten wolle.

Während sonst abgesehen von Deutschland und Italien nirgendwo in der Welt neue Ideen und Kräfte wirksam geworden seien, habe das national­sozialistische Deutschland die Grundlage einer neuen Kultur für den Wiederaufbau der Welt geschaffen. Die Stunde werde kommen, in der das deutsche Volk auch nach außen hin für diese Leistung gerecht­fertigt dastehen werde. (Großer Beifall.) Belfere Zustände in der Welt würden nur aus dem Ideen­gut des Nationalsozialismus heraus entstehen.

Adolf Hitler und das neue Deutschland seien für einen ehrlichen Frieden unter den Völkern (starker Beifall), der nicht auf Willkür und Ge­walt, sondern auf der Grundlage der Gleich­berechtigung und der Gerechtigkeit aufgebaut werden müsse.

In Genf habe man aber eine neue Demüti­gung und Vergewaltigung des deut­schen Volkes abgekartet. Ein führender Staats­mann einer großen Nation habe, bevor er nach Genf kam, erklärt, daß fein Land keinen Mann und keine Kanone abrüsten werde, gleichgültig wie die Konferenz in Genf ausgehe. Für uns stehe fest, daß die Mehrheit der anderen Kaufe- renzteilnehmer nur weitere Freiheit für die Aufrüstung für sich und die übrigen Staaten, für Deutschland aber neue Verfolgun­gen und Unterdrückungen erzielen wollte. Wenn von der anderen Seite erklärt worden sei, das neue Deutschland müsse sich erst bewäh­ren und sich erproben lassen, so fei von uns darauf hinzuweifen, daß nicht Deutschland sich zu bewähren habe, sondern unsere ehe­maligen Kriegsgegner vor den Abmachungen und Verträgen, unter die sie auch ihren Namen gesetzt hätten. (Stürmische Zustimmung.) Die Aufbauarbeit, den Glauben und das Vertrauen zur Regierung des neuen Deutschland hätten unsere früheren Kriegs­gegner jetzt in Genf zerstören wallen, weil sie dem deutschen Volke die Lebensmöglichkeiten nicht gönnten.

Das deutsche Volk sei dem Führer und Volks­kanzler Adolf Hitler dankbar dafür, daß er Deutschlands Austritt aus der AbrüstunK- konferen; und dem Völkerbund erklärt habe (langanhaltender, riesiger Beifall und starkes Händeklatschen), es werde den Dank am 12. No­vember an der Wahlurne abstatten und diesen Tag zu einem Siegestag der Vernunft und des wahren Friedens unter den Volkern gestalten.

Das deutsche Volk werde dabei ein überwältigen­

des Bekenntnis zum Führer und seiner Politik ablegen.

Es werde damit auch am besten bekunden, daß ent­gegen allen Lügenmeldungen im Auslande das deutsche Volk und die deutsche Regie­rung vollkommen einig seien und nicht der geringste Anhalt bestehe, von einer Gewaltherr­schaft der deutschen Regierung zu sprechen. Die deutsche Politik werde auch weiterhin der Welt be­weisen, daß Deutschland nicht etwa eine Auf­rüstung erstrebe, sondern sein ganzes Wollen nur

Reichsstatthalter W a g n e r bei feiner Rede. (Sämtliche Aufnahmen: Photo-Pfaff, Gießen.)

auf die Abrüstung in der Welt gerichtet sei. Deutschland habe abgerüstet bis zur Selbstaufopfe­rung, nunmehr müsse unbedingt darauf bestanden werden, daß auch unsere ehemaligen Kriegsgegner die Verträge und Abmachungen einschließlich der Abrüstung genau so erfüllen, wie Deutschland sie auch eingehalten habe. (Stürmischer Beifall.)

Deutschland sei entschlossen, den letzten Mann und die letzte Kanone abzurüsken. wenn unsere einstigen Kriegsgegner dasselbe tun würden. (Lebhafte Zustimmung.) Der Weg Adolf Hit­lers sei der einzige Weg zum Wiederaufbau Deutschlands und der Welt, zur Anbahnung einer Atmosphäre gegenseitigen vertrauens un­ter den ifölFern, zur Einleitung einer friedlichen Entwicklung mit reichen Segnungen für alle. An diesem Wege werde Deutschland unter der Führung Adolf Hitlers unter allen Umständen festhalten.

Es gehe dabei um die Schicksals- und Lebensfrage unseres 65-Millionen-Volkes, das eine andere Be­handlung als bisher von der Welt verdient habe. Es gehe ums Ganze, und dabei habe jeder deutsche Mann und jede deutsche Frau die heilige Verpflich­tung, zu ihrem Volke zu stehen. Das deutsche Volk werde in festem Zusammenhalten hinter seinen Führer Adolf Hitler treten und d i e Forde- rungenbes Führerszu seinen eigenen Forderungen machen. Der 12. November müsse und werde beweisen, daß

der Führer und das deutsche Volk eins seien (Langanhaltender stürmischer Beifall), und daß über die Fragen des elementaren Lebensrechtes unseres Volkes, der Ehre und des Friedens, wie auch der Gleichberechtigung nur eine einzige Meinung zwischen dem Führer und dem deutschen Volke bestehe, die Mei­nung und der Wille, aufzustehen und zu fordern, daß das Daseinsrecht des deutschen Volkes und sein Anspruch auf den gebührenden Platz in der Welt auch von den übrigen Völ­kern anerkannt werde. (Starker, nicht enden- wollender Beifall.)

Der stellvertretende Kreisleiter, Kreispropaganda- (eiter Hopfenmüller brachte das Gelöbnis un­verbrüchlicher Treue zum Führer Adolf Hitler und zur deutschen Freiheit mit dreimaligen, begei­stert aufgenommenen Sieg-Heil-Rufen aus. An­schließend folgte der gemeinsame Gesang des ersten Verses des Deutschlandliedes, hierauf der GefanA des Horft-Wesfel-Liedes. Unter begeisterten Sym­pathiekundgebungen verließen bann Reichsftatthcn- ter Wagner und anschließend die Fahnen der SA. die Volk-Halle