Ausgabe 
26.6.1933 Erstes Blatt
 
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Wirtschaft.

Sie Arbeitsmarkilage in Krisen uni» Hessen-Mau

Weiterer Rückgang der Zahl der Arbeitsuchenden.

zur Invalidenversicherung um 335 ab. Im Beklei­dungsgewerbe nahm die Zahl der Arbeitsuchenden infolge Abflauens der Saison um 204 zu.

Frankfurt a. M., 26. Juni. (WSN.) Die Zahl der verfügbaren Arbeitsuchenden ging in der ersten Junihälste weiterhin, und zwar um 3973 oder 1,3 vom Hundert des Standes von Ende Mai zurück. Die Abnahme entfällt in der Hauptsache auf die Männer (3922), während die Abnahme bei den Frauen, wie auch in den vorhergehenden Berichts­zeiträumen gering war. Insgesamt wurden am 16. Juni d. I. 295 633 Arbeitsuchende (246 262 Män­ner und 49 371 Frauen) gezählt, das sind 27 231 Arbeitsuchende weniger als im gleichen Zeitpunkt des Vorjahres. Die Entwicklung in den einzelnen Arbeitsamtsbezirken war nicht ganz einheitlich. In fünf von den 18 Arbeitsamtsbezirken nahm die Zahl der Arbeitsuchenden zu.

Die Zahl der Arbeitslosen betrug Mitte Juni 282 044.

Die berufliche Gliederung der Arbeitsuchenden zeigte in den Saisonaußenberufen Landwirtschaft, Industrie der Steine und Erden, Baugewerbe und Berkehrsgewerbe eine weitere stärkere Abnahme. Bei den industriell beeinflußten Berufen ergab sich in den Gruppen Bergbau, Holz- und Schnitzstoffge­werbe und vor allem in der Metallindustrie durch die anhaltend gute Beschäftigungslage in der Auto­mobilindustrie ein weiterer Rückgang. Die Gruppe Häusliche Dienste nahm zum Teil im Zusammen­hang mit der Aufhebung der Beitragspflicht zur Ar­beitslosenversicherung und der Senkung der Beiträge

Die Zahl der hauptunterstühungsempfänger in der Arbeitslosenversicherung ist von Ende Mai zu Mille Juni um 1351, die in der Krisenfürsorge um 591, in beiden Unter- stühungseinrichlungen zusammen um 1942 zurückgegangen.

Es wurden Mitte Juni in der Arbeitslosenversiche­rung 21 501, in der Krisenfürsorge 67 708, in beiden Unterstützungseinrichtungen zusammen 89 209 Haupt­unterstützungsempfänger gezählt.

Die Zahl der Notstandsarbeiter betrug nach dem Stande von Ende Mai 7403 gegenüber 7616 von Ende April. Hierunter waren im Mai 890 und im April 782 Notstandsarbeiter aus der öffentlichen Fürsorge.

In der letzten Maiwoche wurden insgesamt 4390 (3216 Männer und 1174 Frauen) Kurzarbeiter mit drei und mehr Ausfalltagen gezählt.

Sronffurf überwiegend schwächer, im Verlauf gebessert.

Frankfurt a. M., 26. Juni. (WTB. Draht­meldung.) Der amtliche Verkehr litt zu Wochen-

Beginn immer noch unter der Geschäftslosigkeit. Gegenüber verschiedenen Verkäufen (hinter denen man das Ausland vermutet), die das Kurs­niveau recht weitgehend beeinflußten, boten An­regungen aus der Wirtschaft dem Aktienmarkt eine gewisse Stütze; auch die ziemlich feste Hal­tung der Aeuyorker Samstags-Dörse und eine wieder etwas zuversichtlichere Beurteilung der Weltwirtschaftskonferenz stärkten die Widerstands­fähigkeit. Dennoch überwogen zunächst noch die Abschwächungen, die im Allgemeinen von 0,5 bis 2 Prozent gingen. Einzelne Werte zeigten da­gegen Erhöhungen, so Metallgesellschaft 0,75 Reichsbank 0,88 und Mannesmann 2,25 Prozent. Am Montanmarkt gaben Harpener und Klöckner- Werke bis 1,25 Prozent nach, Rheinstahl verloren 2, von Chemiewerten IG.-Farben 0,88 und Dt. Erdöl 0,5 Prozent. Von Elektrvpapieren verloren Licht & Kraft und Gesfürel etwa je 2,5 Proz. und Lahmayer 1,5 Prozent. Von sonstigen Aktien büßten Aschaffenburger Zellstoff 1,38, Dt. Lino­leum 0,5, Kali Westeregeln 1,5 Prozent ein. Der Verlauf zeigte dagegen allgemein Erholungen von durchschnittlich 0,5 bis 1 Prozent. Farben konn­ten so den Anfangsverlust wieder einholen; durch besondere Festigung fielen Dt. Erdöl mit plus 1,5 Prozent gegen den Anfang und Chade mit plus 3 Mark auf. Felten kamen 0,75 Prozent höher zur Notiz.

Am Rentenmarkt konnten sich die Kurse nach anfänglichen Abschwächungen meist auf Samstagsniveau erholen. Schuldbuchforderungen waren etwas schwächer, Schutzgebiete waren ge­sucht und gegen Samstag etwas höher. Stahlver­ein-Bonds gewannen nach schwächerem Beginn 0,50 Prozent. Ausländer lagen vernachlässigt, Mexikaner etwa unverändert. Am Pfandbrief­markt waren Rheinische Hypotheken-Dank ziemlich unverändert, Goldpfandbriefe und Kommunalobli­

gationen der Frankfurter Institute lagen eher et­was schwächer. Mit Minus-Minus erschienen 1928er Hessische Dolksstaat-Anleihe, ebenso am Einheitsmarkt Süddeutsche Immobilien und Ver­einigte Strohstoff Dresden. Auch der Renten­markt hatte im Verlaufe etwas freundlicheres Aussehen. Tagesgeld war zum Satze von 3,50 Prozent unverändert.

Frankfurter Schlachtviehmarkt.

F r a n k f u r t a. M., 26. Juni. Auftrieb 1300 Rin­der (349 Ochsen, 105 Bullen, 437 Kühe, 362 Färsen), 608 Kälber, 85 Schafe, 3993 Schweine. Es wurden notiert: Rinder: Ochsen: vollfleischige, ausgif- mästete höchsten Schlachtwerts, jüngere 29 bis 32 Mark, ältere 25 bis 28, sonstige vollfleischige, jüngere 22 bis 24; Bullen: jüngere, vollfleischige, höchsten Schlachtwerts 26 bis 30, sonstige vollfleischige oder ausgemästete 21 bis 25; Kühe: jüngere, vollfleischige, höchsten Schlachtwerts 24 bis 27, sonstige vollflei- schige oder ausgemästete 20 bis 23, fleischige 16 bis 19, gering genährte 12 bis 15; Färsen (Kalbinnen, Iungrinder): vollfleischige, ausgemästete höchsten Schlachtwerts 29 bis 32, vollfleischige 25 bis 28, fleischige 22 bis 24. Kälber: beste Mast- und Saugkälber 37 bis 40, mittlere Mast- und Saug­kälber 33 bis 36, geringe Kälber 26 bis 32. S ch a f e: Mastlämmer und jüngere Masthämmel (Weidemast) 24 bis 27. S ch w e i n e : vollfleischige Schweine von etwa 240 bis 300 Pfund Lebendgewicht 35 bis 38, von etwa 200 bis 240 Pfund 35 bis 38, von etwa 160 bis 200 Pfund 33 bis 37, fleischige Schweine von etwa 120 bis 160 Pfund 31 bis 35 Mark. Markt­verkauf: Rinder schleppend, nahezu ausverkauft, Kälber und Schafe ruhig, geräumt; Schweine ruhig, später obflauend.

Verantwortlich für Lokales, Provinz, Wirtschaft und Sport: I. V.: H. L. N e u n e r.

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Gießen (Schützenstraße 12). den 25. Juni 1933.

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Gießen, den 26. Juni 1933.

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Am 19. Mai 1933 bei der Firma Ta­petenhaus Llise Nennstiel in Gießen: Die Firma ist geändert in: Ferdinand Nenn­stiel Sohn. Inhaber ist Ferdinand Nenn­stiel jun., Kaufmann, in Gießen.

Am 27. Mai 1933: die Firma Happel & Co. in Gießen: Gesellschafter sind: Kauf­mann Hans Happel in Gießen und dessen Ehefrau Anna Happel, geb. Waldt, in Gie­ßen. Die offene Handelsgesellschaft hat am 29. April 1933 begonnen. Kaufmann Hans Happel ist mit Wirkung vom 20. Mai 1933 aus der offenen Handelsgesellschaft aus­geschieden und diese erloschen. Dem Kauf­mann Hans Happel in Gießen ist Pro­kura erteilt.

Am 2. Juni 1933 bei der Firma heinr. Böhringer in Gießen: Der Heinrich Böh­ringer Ehefrau, Helene geb. Härpfer, in Gießen, und dem Kaufmann Richard Kraus, daselbst, ist Einzelprokura erteilt.

Am 22. Juni 1933 bei der Firma J. Hirsch Dwe. & Co. in Gießen: Die Firma ist erloschen.

Gießen, den 23. Juni 1933.

Hessisches Amtsgericht.

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