Ausgabe 
26.5.1933 Erstes Blatt
 
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Nr. 12» swenes Blatt

Gießener Anzeiger »General-Anzeiger für Gberhessen)

Zreitag, ?6. Mai »953

S.Ji.-^porf

Die Aeuorbnung im deutschen Sport

Jlur noch 15 Zachverbände für Leibesübungen.

Die mit größtem Interesse erwarteten Richt­linien über die Neuorganisation Des gesamten deutschen Sportwesens wurden am Mittwoch von Reichssportkommissar von Tschammer-Osten der Oessentlichkeit übergeben. Die Richtlinien streben eine

Verminderung der deutschen Sportoerbande, an, um so eine gröbere Llebersicht zu erzielen und andererseits auch die Vereine von finan­ziellen L a st e n , die ihnen durch die Mit- gliedschast in den zahllosen Verbänden aufge- oürdet waren, zu befreien.

Zukünftig wird es nur noch 15 Fachver­bände geben, und zwar:

Turnverband (Turnerschaft; Turnen, Gymnastik. Sommerspiele, Fechten);

Fußball-Verband (Fußball, Rugby. Äridct);

Leicht-Athletikverband (Leichtathle­tik. Handball);

Schwerathletik - Verband (Boxen, Ringen. Schwerathletik. Jiu-Jitsu, Gewichtheben);

Schwimm-Verband (Schwimmen, Was­serball, Lebensrettung);

Tennis- und Hockey-Verband (Ten­nis, Hockey, Golf, Tischtennis);

Kegel- und Villard-Verband (Ke­geln und Villard);

Wintersport-Verband (Skilauf, Eis­lauf, Eishockey, Dobsahren, Rodeln und Roll­schuh);

Schießsport-Verband (Kleinkaliber, Sportschießen, Hunde, Brieftauben);

Wassersport-Verband (Rudern, Pad­deln, Segel, Motorbootfahren);

Wander-Verband (Wandern, Zeltlager, Alpinistik, Jugendherbergen);

Radsport-Verband (Straßen- und Bahn- fahren);

Krastfahr-Derband (Automobil und Mo­torrad);

Aerzte- und Sportlehrer-Verband (Sportärzte, Turn- und Sporllehrer aller Art);

Sportpresse-Derband (Journalisten für Tages- und Fachpresse).

Dke stramme Zusammenfassung, die in den Richt­linien vorgenommen wird, soll das Sport-Spezia­listentum nicht fördern, sondern das Eigenleben der Mannschaften in den einzelnen Orten und Gauen in keiner Weise mindern. Aus den Leitsätzen ist noch besonders hervorzuheben, daß

in Zukunft nur der anerkannte Spihen-verband das Recht hat, Meisterschaften, Pokalspiele, Reihenspiele ufro. zu veranstalten.

Allen anderen Gemeinschaften ist die Durchführung solcher Veranstaltungen verboten, wie das ja auch logisch aus den Leitsätzen zu folgern ist.

Oer Reichsführer-Aing.

Die Führer der einzelnen Fachsäulen werden in einem R e i ch s f ü h r e r - R i n a zusam- menge faßt. Leiter dieses Ausschusses ist der Reichssport-Kommissar von T s ch a m m e r/O st e n. Das Führerprinzip soll in den einzelnen Fachver- bänden durchgeführt werden.

Die Geschäftsstellen der Verbände sind in Berlin zu errichten.

Bezirksiurnen des S. Bezirks.

Oie Ergebnisse.

In Ergänzung unseres Berichts über das De- ^irksturnfest des 5. Bezirks im Turngau Hessen, das bei einer Beteiligung von 703 Wettkämpfern in Friedberg stattfand, bringen wir nachstehend einen Auszug aus der umfangreichen Eiegerliste.

L Mehrkämpfe im Volksturnen.

Turnet, Fünfkampf (60 Bewerber, 53 Sieger): 1. K. Iehner, Tv. 18C0 Bad-Rauheim, 94 Punkte: 4. R- Bender, Tv. Griedel, 89; 11. G. Schweitzer, Tv. Wohnbach, 79; 13. K. Rcitschmidt, Tv. Eber- stadt, 76; 14. G. Rumpf, Tv. Gambach, 75; 15. Hch. Hofmann, Tv. Gambach, Karl Frey, Tv. Lang-Göns, 74; 17. L. Reitz, Tv. Holzheim, 72; 22. R. Dreier, Tv. Lang-Göns, 66; 24. K. Buß, Tv. Holzheim, 64; 25. M. Wagner, Tv. Gambach, 60; 26. I. Klein, Tv. Wohnbach, Gg. Volp, Tv. Steinfurth, E. Tröster, T. u. Spv. Griedel, 59; 27. W. Schäfer. Tv. Cberstadt, 58; 28- W- Ohlcmutz, Tv. Gambach, 57; 29. H. Rumpf, Tv Gambach, 56; 30 H. Eisenhuth, Tv. Stein­furth, QL v Diemar, Tv. Eberstadt, 55; 31. L. Agel, Tv. Steinfurth, 54; 32. Ernst Weil, Tv. Muschenheim, 52.

Iugendturner-Oberstufe, Fünfkampf (42 Bewerber, 34 Sieger): 1. M. Keil, Tv. Ober- Mörlen, 103 Punkte; 3 W. Will, Tv. Kirch- Göns, 66; 4. Helmut Görlach, Tv. Lang-Göns, 82; 5- W- Gasche, Tv. Muschenheim, 79; 7. Paul Jäger, Tv. Gambach, 77; 9. QL Jäger, Tv. Grü- ningcn, W. Römer, Tv. Lang-Göns, 74; 10. H. Weil, Tv. Muschenheim, 73; 11. W. Weihrauch, Tv. Gambach, Gg. Ruppel, T. u. Spv. Griedel, 72; 12. W. Hofmann, Tv. Grüningen. Hch. Sann, Tv. Holzheim, 70; 14. K. Krausch, Tv. Gambach, W. Alban, Tv. Steinfurth, 68; 15. W. Weil, Tv. Muschenheim, 67; 17. K. BürgeL Tv. Grüningen, 65; 19. Hch. Klee, Tv. Holzheim, 63; 20. R. Rup-

Ille, das Gchimpansenkind.

TZon Paul Eipper

Falsch wäre es, zu sagen, der Schimpanse sei der Clown unter den Menschenaffen, er ist nur der be­weglichste, temperamentvollste Vertreter dieser Säugetiergruppe, und er hat vielleicht die größte Be­gabung, nachzuahmen, von anderen Geschöpfen zu lernen. Seine beiden Lippen sind beweglich; daher ist sein Mienenspiel so ausdrucksvoll. Ob erlachen" kann (als Gemütsausdruck), vermag ich nicht zu ent­scheiden; jedenfalls bekundet auch bei ihm ein ge­wisses Schmunzeln frohe Laune, ebenso wie bei uns Menschen.

Seit siebzehn Monaten kenne ich jetztIlle". Sie kam als halbjährides Tier aus Westafrika nach Deutschland und wir haben viele, viele Male zu­sammen gespielt, allein, in Gemeinschaft mit ihrem Pfleger, im Käfig, auch in der Wärterstube. Das kleine Afsenmädchen ist deswegen der typische Ver­treter für einen gesunden, jugendlichen Schimpansen, weil sein Betätigungsdrang keine Grenzen hat. Zu- weilen durfte ich Ille die Flasche geben; sie kuschelte sich dabei in meinen Arm, saugte gierig die warme Flasche auf; doch ihre Augen bewegten sich unab- lässig nach links und rechts; Neugier und Unrast trieben ihre Hände, auch ihre Füße, immerzu auf Entdeckungsreisen. So, als sei die Hingabe an den Milchgenuß ausschließlich auf Zunge und Gaumen beschrankt.

Dieser 2)4jährige Schimpanse hat ein vorzügliches Gedächtnis, erinnert sich fast möchte ich sagen unfehlbar an Gutes und Schlechtes mit allen Zu» ammenhängen. Jedesmal, wenn ich komme oder vrtgehe, umarmt mich Ille. Das ist keine Dressur, andern eine Liebesbekundung, ebenso eindeutig, wie das Andrücken beider Lippen auf meine Wange, meinen Mund. Sie will damit dem Menschen, den sie gern hat, etwas Gutes antun; wir nennen das: küssen.

Aber Ille weiß auch, daß ich ein Prellbock bin und ein Schutz. Wenn ich in der Wärterstube bin, tobt sie noch etwas toller als sonst. Sollte der gute Vater Liebetreu, ihr Pfleger, deshalb schimpfen, so braucht das Schimpansenkind nur schnell dem Besuch auf den Schoß zu springen, ihn zu umarmen, bann lachen die Menschen alle zusammen und vergessen, daß sie eigenllich böse sein wollten.

pel, Tv. Münzenberg, 54; 21. K. Boller, Tv. Muschenheim, 53; 22. A. Decker, Tv. Muschen­heim, 52; 23. Hch. Pfannkuchen, Tv. Holzheim, 51.

Iugendturner - Unterstufe, Fünf­kampf (34 Bewerber, 31 Sieger): 1. E. Weisel, Tv. Gambach, 99 Punkte; 2. G. Weih, Tv. Mün­zenberg, 97; 3. K. Buß, Tv. Gambach, 96; 4. E. Ölern, Tv. Kirch-Göns, 95; 5. H. Volp, Tv. Steinfurth, 94; 6. W. Meusel, Tv. Muschenheim, 86; 8. K. Diehl, Tv. Holzheim, 79; 11. Hch. Rühl, Tv. Kirch-Göns, 75; 12. K. Ziegler, Tv. Stein­furth, 72; 14. K Decker, Tv. Muschenheim, 69; 19. K. Dinzer, To. Kirch-Göns, 63; 23. O. Reih, Tv. Holzheim, 55; 24. Hch. Schaftes, Tv. Muschen­heim. 50.

Schüler, Fünfkampf (142 Bewerber, 116 Sie­ger): 1. H. Habermehl, Tgm. Friedberg, 108 P.; 2. R. Diehl, To. Kirchgöns, 104; 4. H. Thönges, Tv. Steinfurth, 99, 5. Kurt Wagner, Tv. Lang-Göns, 97; 6. E. Nern, To. Kirchgöns, 96; 7. W. Alles, Tv. Gambach, 92; 8. W. Peter, To. ©rüningen, 91; 9. F. Wolffner, To. Gambach, 89; 10. E. Rumpf, Tv. Gambach, 88; 11. R. Grieb, Tv. Gambach, A. Mar- steller, To. Grüningen, 87; 12. H. Lefchhorn, To. Steinfurth, 86; 14. W. Diehl, Tv. Kirchqöns, 84; 16. W. Singel, To. Gambach, H. Schäfer, Tv. Griin- ningen, 81; 21. H. Falk, Tv. Steinfurth, K. Schnei­der, To. Eberstadt, 75; 22. K. Thönges, To. Stein­furth, 74; 23. A. Leidig, To. Grüningen, H. Huber, To Steinfurth, 73; 25. L. Hengst, To. Steinfurth, 70; 27. W. Hengst, Tv. Steinfurth, 68; 29. Hrch. Grieb, Tv. Gambach, O. Heuseling, Tv. Kirchgöns, 65; 30. W. Mohr, Tv. Gambach, K. Kraul, T u. Spv. Griedel, 64; 31. H. Guthe, To. Steinfurth, 63; 33 PH. Alban, Tv. Steinfurth, 61; 35. E. Schweg­ler, Tv. Steinfurth, 59; 36. W. Huber, Tv. Stein­furth, 58; 37. H. Walter, Tv. Steinfurth, E. Reit-

Von einem Maler, der fast jeden Morgen am Käfig feine Staffelei aufstellt, hat Ille abgegudt, daß man auf das weiße Papier Striche kritzeln kann. Manchmal lege ich nun einen leeren Bogen vor mich hin und zeichne etwas. Plötzlich hockt Ille neben mir; selbst die Aepfel und Erdnüsse drüben im Futterkord reizen sie nicht mehr; sie sieht mir zu, und wenn ich ihr den Bleistift in die Finger gebe, zeichnet sie auch. Natürlich ist kein Sinn dabei; aber Die bloße Neugier wird zur Interessiertheit. Kein vierjähriges Menschenkind kann einen angespannte­ren Gesichtsausdruck haben, als Ille, wenn plötzlich auf dem Papier etwas erscheint, was zuvor nicht da war. Der Bleistift rutscht weiter hin und her, geführt durch den krampfhaften Druck der linken Hand, die Affenaugen werden immer weiter aufgeriffen; ich fühle, wie das Atmen anschwillt, und plötzlich kratzen die Zehen des rechten Hinterfußes auf dem eben entstandenen Bieistiftstrich, als sei das ein plastischer Gegenstand, den man vom Papier wegnehmen könne. Zugleich kneift mich Jlles rechte Hand ins Ohr und schon ist die Schreibtätigkeit langweilig geworden. Ille flitzt mit einem herrlichen Spring- schwung am Fenster hoch, turnt auf der Vorhang- ftange. Interesse und Gleichgültigkeit wechseln bei den Schimpansen ohne Uebergänge.

Aber ich habe noch nicht genug von der Fähigkeit. Gefühle und Stimmungen auszudrücken, gesprochen. Das scheint mir für Ille, für alle Schimpansen, eben­so charakteristisch zu sein, wie ihre körperliche Be­weglichkeit. Zudem weiß ja jedermann, was für tolle Kletterer, Springkünstler, Schnelläufer die Schim­pansen sind. Sie lassen sich unbedenklich aus großer Höhe und an Hindernissen vorbei herunterfallen, denn sie finden überall einen Halt, überkugeln sich schlimmstenfalls mitten im Sturz, und tun sich wohl niemals weh.

In der Wärterstube führt eine geschwungene Treppe hinauf zum Futterboden. Ille geht gern dorthin, weil es droben immer wieder etwas zu stibietzen gibt. Eines Tages stellte der Pfleger eine vielleicht 30 Zentimeter hohe Hvlzfigur, die in Flach­schnitzerei einen Affen darstellt, auf den Treppen­knick. Jener Holzasfe ist nicht bemalt; nur seine Augen sind schwarz angetuscht, stechen also starr und böse aus dem weißen Holz.

Ille will wieder die Treppe hinaufflitzen, sieht die Figur, stutzt im eiligen Lauf, ihr kleiner Körper zuckt zusammen; Kehrt machen und hellauf schreien

iu,miöt, To. Eberstadt, 57; 38. R. Fenchel, Tv. Gam­bach, R. Sauer, T. u. Svo. Griedel, 56; 40. R. Agel, Io. Steinfurth, 54; 41. W. Löschhorn, Tv. Eberstadt, 53; 42. K. Gillmann, To. Steinfurth, 52; 43 Gg Strasheim, T. u. Spv. Griedel, W. Alban, To. Stein­furth, E. Bender, T. u. Spv. Griedel, 51.

Turnerinnen, Dierkampf (27 Bewerberin­nen, 26 Siegerinnen): 1. Tlli -vteinheimer, Tgm. Friedberg, 85 P.; 2. Anneliese Ruppel, T. u. Spv. Butzbach, 75, 3. A. Lack, To. 1860 Bad Nauheim, Minna Roth, To. 1860 Bad Nauheim, 69; 4. Frieda Ruppel, T u. Spv. Butzbach, 69; 5. A. Schwarz, Tgm. Friedberg, 68; 8. Erna Rühl, To. Lang- Göns, 61; 11. Märta Wagner, To. Lang-Göns, 58; 13. Hedwig Schmidt, To. Lang Göns, 55; 17. Anni Kraul, T. u Spv. Griedel. 49; 19. Elli Becker, T. u. Spv. Griedel. 42.

Iugendturnerinnen-Ober stufe, Vier­kampf (22 Bewerberinnen): 1. Henni Fisch, To. 1860 Bad Nauheim, Else Rupp, Tgm. Friedberg, 71 P.; 2. Liesel Sprengel, Tv. 1860 Bad Nauheim, 68; 3. M. Weißensee, Ilse Eschholz, Tgm. Friedberg, 66; 4. K. Luh, T. u. Spv. Butzbach, 65; 5. Frieda Hofmann, To. Gambach, 64; 7. Meta Meck, Tv. Gambach, 62; 10. Emma Isheim, To. Grüningen, 56; 11. Maria Heidt, To. Lang.Göns, 55; 13. Marta Isheim, Tv. Grüningen, Marie Isheim, To. Grü- ningen, 52; 14. M. Müller, T. u. Spv. Griedel, 47.

Iugendturnerinnen-Unterstufe, Drei­kampf (12 Bewerberinnen, 40 Siegerinnen): 1. Erna Diehl, T u. Spv. Butzbach, 58 P.; 2. Käte Rieß, Tgm. Wölfersheim, 55; 3. Ilse Schäfer, T. u. Spv. Butzbach, 53; 4. M. Klinkerfuß, To. 1860 Bad Nau­heim, 52; 5. Hiltrud Oßwald, Tv. 1860 Bad Nau­heim, 51; 10. Klara Sommerlab, T. u. Spv. Griedel.

2. Linzeiwettbewerbe und Staffeln.

1500-Meter-Lauf (Iugendturner): 1. K. Wagner. Tgm. Rieder-Florstadt, 4,50 Min.; 2. W. Dender, T. u. Spv. Griedel. 5,31 Min.; 3. W. Sauer. T. u. Spv. Griedel.

3000-Meter-Lauf (Turner): 1. QL Jung, Tv. Bellersheim. 9,443/5 Min.; 2. Paul Ehrig. Tgm. Friedberg, 10,01 Min.; 3. H. Stein. Tv. 1860 Dad-Rauheim; 5. K. Schindel. Tv. Ebers­göns; 6. H. Eisenhuth. Tv. Steinfurth.

4mal-100-Meter-Staffel (Turner): 1. Tgm. Friedberg, 47'/» Sek.; 2. Tv. 1860 Bad- Rauheim, 472/5 Sek.; 3. T. u. Spv. Butzbach.

Handball: Das Endspiel in der Schüler­runde 1932 33 zwischen Tgm. Friedberg und Tv. Kirch-Göns endete 2:2 unentschieden. Durch Los wurde Kirch-Göns als bessere Mannschaft Sieger.

3. Wehrsport.

Kleinkaliberschießen (je 5 Schuß liegend, kniend, stehend):

E i n z e l k a m p f (120 Teilnehmer, 34 Sieger): 1. H. Kreh, T. u. Spv. Butzbach, 145 Ringe; 2. A. Heß, SA. 7/222 Friedberg; R. Hildebrand, To. Get­tenau; F. Diehl, T. u. Spo. Butzbach, 132 R.; 4. E. Walther, To. Obbornhofen, 129 R.; 8. W. Falk, Tv. Steinfurth, 108 R.; 9. L. Agel, To. Steinfurth, 107 R.; 12. W. Müller, To. Obbornhofen, 103 R.; 14. K. Schindel, To. Ebersgöns, R. Jakob, Tv. Obborn­hofen, 100 R.; 15. Hans Gönnewein,Hassia" Steinfurti), 98 R.; 17. R. Eich, To. Eberftadt, 95 R.; 18. I. Fay, Tv. Grüningen; O. Roth, Tv. Obborn­hofen, 93 R.; 19. L. Södler, To. Steinfurth, 92 R.; 20. H. Reibeling,Hassia" Steinfurth; K. Volp, Hassia" Steinfurth; K. Reitschmidt, To. Eberstadt; K. Görlach, To. Eberstadt, 91 Ringe.

Mannschaftskampf (19 Mannschaften, 15 Sieger): 1. T. u. Spv. Butzbach, 523 Ringe; 2. Tv. Obbornhofen, 425 R.; 3. Frontsturm 7.222 Fried­berg, 408 R.; 4.Hassia" Steinfurth, 388 R.; 5. Stahlhelm Rendel, 388 R.; 6. To. Eberstadt, 354 R.; 8. Tv. Steinfurth, 350 R,; 11. Tv. Grüningen, 383 R.; 12. To. Lang-Göns, 280 R.; 13. Tv. Grie­del I, 272 R.; 14. Tv. Griedel II, 266 R.

Keulenweitwurf.

Einzel kämpf (146 Teilnehmer, 49 Sieger): 1. R. Wiener, To. 1860 Bad-Nauheim, 58,60 Me­ter; 2. A. Görlach, To. Nieder-Mörlen, 55,60; 3. H. Berg, T. u. Spo. Butzbach, 55,60; 8. Karl Frey, Tv. Lang-Göns, 50; 9. R. Will, To. Lang-Göns, 49,80; 11. K. Buß, Tv. Holzheim, 49,20; 12. Erwin Müll, Tv. Lang-Göns, 49; 18. L. Agel, Tv. Steinfurti); R. Kaiser, Tv. Lang-Göns, 46,70; 21. Kart Reit­schmidt, Tv. Eberstadt, 46; 24. Hrch. Kaus, To. Grüningen, 45,10; 25. W. Hoffmann, Tv. Grünin­gen, 45; 29. K. Müller, Tv. Lang-Göns, K. Stein­hauer, Tv. Steinfurth, 43,70 ; 32. I. Baum, To.

find eins; schon hängt sie an meiner Schulter, krallt sich mit allen Vieren fest und drückt ihren Kopf in meine Achselhöhle. Durch die Kleider hindurch spüre ich das rasende Klopsen ihres Herzens.

Das sind vielleicht die einzigen fünf Minuten ge­wesen, in denen Ille ohneBetrieb" war. Ganz scheu schielte sie über meinen Rücken hinweg nach dem Treppenknick und fing wieder an zu greinen.

Nach acht Tagen getraute sie sich zum erstenmal, am Holzasfen vorbei, die Treppe hinaufzugehen, in rasender Eile und mit deutlicher Angst, das Gesicht von der Figur weggedreht. Aber herunterkommen wollte sie nicht; Mutter Liebetreu mußte sie holen. Wieder eine Woche später war es Ille aufgefallen, daß der Holzaffe sich niemals bewegte. Nun riskierte sie, sich uinzudrehen, als sie drei Stufen über den Treppenknick hinaufgerannt war. Doch da sah sie wieder die schwarzen Augen, zitterte und ging heu­lend nach oben.

Auch dieses Stadium ist nun überwunden. Jetzt lacht sie den Holzaffen aus, grinst, zeigt die Zähne, halb belustigt, halb böse. Ich bin überzeugt, über kurz ober lang wird sie basGespenst" angreifen unb endgültig besiegen.

Tonfilm:Oer Meisserdetektiv.^

Die Gießener, die den populären Münchener Ko­miker Weiß Ferdi vor kurzem bei seinem Gast- spiel in der Dolkshalle leibhaftig gesehen und gehört haben, werden sich gewiß diesen seinen neuesten Film im Lichtspielhaus auch nicht entgehen lassen wollen. Er hat sich diesmal etwas ganz Apartes ausgedacht und ist entschlossen, die Reihe jener re­nommierten und geheimnisvollen Kriminalstücksigu- ren des Hexers, des Zinkers und des Greifers um eine neue Gestalt mit dem charakteristischen Deck­namenDer Schnauzer" zu vermehren. Die Regie von Franz Seitz hat dafür gesorgt, daß man Weiß Ferdi in diesem Tonfilmschwank der Bayerischen Filmgesellschaft in den erstaunlichsten Situationen zu Gesicht bekommt. Im Schwitzbad unter den Hän­den der beiden glatzköpfigen und muskulösen Mas­seure und in der Verkleidung eines Stubenmädchens im Hotel ist er am schönsten. Die Damen Ria Wal­dau und Cry B 0 s, die Herren Stüwe, Käm­pers und Rolf von Goth assistieren ihm nach Kräften in einer schwunghaft ausgelassenen Äri- mmalhandlung, die den heiteren Beifall des Publi-

Lang-Göns, 43; .34. W. Schäfer, Tv. Ebcrstadt, 42; 36. Ernst Matheis, To. Ebersiadt, 40,80 Meter.

Mannfchaftskamps (25 Mannschaften, 9 Sieger): 1. Tv. 1860, Bad Nauheim, 238,70 Meter; 2. Tv. Nieder-Mörlen, 238,20; Tv Lang Göns I, 230 ; 5. To. Eberstadt, 202,60 ; 6. To. Grüningen, 200 Meter.

Gepäckmarsch.

70 Einzelkämpfer, 8 Mannschaften. Der Kampf wurde in zwei Gruppen durchgejührt. In Gruppe A (25 Pfund Gepäck und Karabiner) errang die SA. Friedberg zwei Mannschaftssiege und 8 Einzelsiege. In Gruppe B (25 Pfund Gepäck) gab es 6 Mann­schaftssiege und 50 Einzelsiege; unter letzteren: R. Jakob, To. Obbornhosen, W. Müller, Tv. Obborn­hofen, Otto Wagner, Lang-Göns, Willi Wagner, Griedel, Erich Bergh, To. Lang Göns, Willi Rö­mer, To. Lang-Gons, Ernst Hock, Tv. Lang Gons, Willi Kammer, Tv. Obbornhofen. Tv. Lana Göns errang hier den 6. Mannschaftssieg mit 111 P.

Wirtschaft.

Frankfurt lustlos und schwächer.

Frankfurt, 26. Mai. (WTB) Die heutige Mittagsbörse eröffnete nach Der Feiertagsunter­brechung in l u ft 1 o f e r $) a 11 u n g bei eher nach- gebenden Kursen. Die GeschäftsstiUe, hervor­gerufen durch einen völligen Ordermangel und durch das Fehlen jeglicher Anregungen, ist kaum noch zu überbieten. Da auch die Genfer Abrüstungsverhand­lungen einen nur schleppenden Fortgang zeigen, neigte die Tendenz zu kleinen Realisationen. Die Ermäßigung der Neuyorker Diskontrate blieb ebenso, wie die erneut schwächere Tendenz Wallstreets ohne Einfluß.

Gegenüber den Kursen der Mittwoch Abendbörse wiesen nur die wenigen ersten Notierungen über- wiegend Rückgänge von % bis 1 v. H. auf. In erster Linie standen Die Werte des Montanmarktes in Nachwirkung des Verluftabschlusfes bei Mannes­mann-Röhren. Am Elektromarkt lagen Siemens mit minus 3,25 v. H. bemerkenswert chwach, nachdem sie nach der letzten Abenvbörse im Gegensatz zur Ge­samttendenz einen Gewinn verbuchen konnten. Auch die übrigen Elektrowerte gaben 0,50 bis 1 o. H. nach. Lediglich AEG. waren behauptet. Von Chemiewerten verloren deutsche Erdöl 2,50, IG. gingen nach be­haupteter Eröffnung später um 1 v. H auf 131 zu­rück. Von Einzelwerten ließen Daimler Motoren 1,50, Zement Heidelberg 1,25 und Süddeutsche Zucker 1,25 v. H. nach. Dagegen zogen am Kunstseidemarkt Aku 1 v. H. an. Akkumulatoren Berlin gingen um 1,50 o. H. zurück, Schiffahrtswerte gaben im Ver­laufe 0,25 bis 0,50 v. H. nach. Unter dem Druck der Geschäftsstille lagen die Kurse im Verlaufe meist erneut 0,50 bis 1 v. H. niedriger. IG. gingen auf 150 v. H. zurück und Siemens ließen erneut 1,50 vom Hundert nach,, während Schiffahrtsaktien ge­ringprozentig erhöht waren. Ebenso zogen Akkumu­latoren Berlin 3,50 v. H. an.

Der Rentenmarkt lag ebenfalls sehr still. Von deutschen Anleihen gaben Altbesitz nach gut be­hauptetem Beginn 1 o. H. nach, die Neubesitzanleihe verlor etwa 0,25 o. H. Stahloereinsdonds und Reichs- bahnvorzugsaktien gingen 0,25 bis 0,50 zurück, wo­gegen späte Reichsschuldbuchforderungen mit 79,50 vorn Hundert unverändert lagen. Am Pfand- briefmarkt herrschte Geschäftsstille bei leicht nachgebenden Kursen. Staats- und Stadtanleihen wiesen keine bedeutenden Veränderungen auf. Der Auslandrentenmarkt lag gefdjäftslos. Tagesgeld blieb leicht und zum Satze von 3 v. H. unverändert.

Obstmarkt in Ober-Rosbach v. d H.

Auch in diesem Jahre findet in Ober-Ros­bach v. d. H. (Kreis Friedberg), wie uns die dor­tige Bürgermeisterei mitteilt, der vor zwei Jahren ins Leben gerufene D b ft m a r 11 statt. Es kom­men hauptsächlich Rosbacher Kirschen und Erdbeeren zum Verkauf. Die Bürgermeisterei wird auch in diesem Jahre dafür Sorge tragen, den Ruf, den die Rosbacher Kirsche und Erdbeere als Qualitätsware genießt, zu fordern. Auf den Markt kommen nur einwandfreie, erstklassige Früchte. Die Kirschen-, so­wie die Erdbeerernte verspricht eine Vollernte zu werden. Der genaue Zeitpunkt Der Eröffnung, so- wie die genauen Marktzeiten werden in einigen Tagen imGießener Anzeiger" befanntgegeben

(ums findet. Jin Beiprogramm: Die neue Wochen­schau; aufjerDem macht man eine anregende Reise durch das malerische Budapest.

Mit Oon Quixote durch Spanien.

Die .literarische Geographie". Die Den Schau­plätzen großer Dichtungen nachspurt, hat sich schon immer mit Den Fahrten Don Quixotes beschäftigt und ist auf Den Spuren Des Ritters von Der trau­rigen Gestalt Durch Die Ebenen von La Mancha ge- toanDert.Der Anblick Der Landschaft", schrieb schon vor 100 Jahren ein französischer Forscher in seinem Werk »Die Reiseroute des Don Quixote", »ist der­selbe geblieben, so Daß man auf Der Reise Die ®Del- leute unD Geistlichen, Die EtuDenten unD Bauern, Die Leichenwagen unD HammelherDen, Die Wind­mühlen und all Das andere wiedersindet, was uns in Dem Roman so anschaulich entgegentritt. Die Treue Dieser Schilderung ist Derartig überwältigenD, Daß man, wenn man Danach zu Dem Buch selbst durüdte'irt, eine noch viel stärkere Lieberzeugung von Der Wirklichkeit Dieser Gestalten erhält." Die Mancha ist Die alte Provinz von Reu-Castilien, Die heute in verschieDene Provinzen aufgeteilt ist. Der spanische Cervantes-Forscher Enrique Ramos hat jetzt Den .Weg des Don Quixote" in allen Ein­zelheiten festgestellt unD für Die Belebung De? Frem- Denverkehrs nutzbar zu machen versucht. Es ist Die ganze GegenD östlich von Ciudad Real, Die von Dem GuaDania bewässert wirb unD in Deren Mitte Die berühmte Wein-StaDt Manzanares liegt Wer jetzt auf Djn Spuren Des irrenDen Ritters reift, fin- Det sich überall an Szenen Der Dichtung erinnert. So hat man zu El Toboso, Der Heimat feiner Dul- cinea, ein Cervantes-Museum eingerichtet unD ei­nen Cervantes-Gasthof. Zu Quintanar ist eben­falls eine Herberge eröffnet, Die an Die tragikomi­schen Erfahrungen erinnert, Die Don Quixote hier Durchlebte. Eine anDere Herberge grüßt Den Wan­derer zu Argamasilla; auch hier ist das Rachtquar- tier Des Helden sehr stürmisch verlaufen. Es besteht Die Absicht, auf Diese Weise Die wichtigsten Szenen Des Meisterwerkes in ihrem natürlichen Rahmen zu verewigen. DaS Ministerium Der öffentlichen Arbei­ten arbeitet Durch Verbesserung Der Wege mit, unD so toirD Die ganze Landschaft Dem Geiste des­sen geweiht. Der ihr Bild Dem Geiste Der Welt ein» geprägt hat.