Ausgabe 
25.10.1933 Erstes Blatt
 
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Dimitroff: Welcher Partei gehört der Zeuge an? Zeuge: Rechts.

Dimitroff: Welcher Partei?

Vorsitzender: Das genügt.

Dimitroff: Wer hat ihn beeinflußt, hier so aus- zusagen?

Zeuge: Niemand. . ... . ....

Borfitzender: Ich weise das zuruck, das ist eine Beleidigung.

Dimitroff: Ich gratuliere

Oberreichsanwalt: Kommt dem Zeugen auch die Sprache Dimitroffs bekannt vor?

Zeuge' Jawohl!

Dann'wird die Verhandlung auf Mittwoch vertagt.

Oer Bischof von Gloucester mahnt zur Gerechtigkeit.

London, 24.Dtt. (WTB.)Times" veröffent­licht einen Brief des Bischofs von Gloucester, in dem es heißt: Ich war nie ein Bewunderer Deutsck- lands. Aber ich kann mich des Gefühls nicht erwey- ren, daß wir Deutschland nickt fair be­handeln. Es ist Methode geworden, uns nur über Dinge zu unterrichten, die Deutschland zur Unehre gereichen, die deutschen Beweg­gründe falsch darzustellen und die Deut­schen in jeder Beziehung anzugreifen. Ich habe ge­lesen, daß die jetzige Lage in Deutschland beklagens­wert sei. Aber ich habe viele vertrauenswürdige Freunde, die Deutschland in den letzten Monaten be­sucht haben. Sie alle berichten mir gerade das Gegenteil. Zum ersten Male feit dem Kriege beginnt das deutsche Volk hoffnungsvoll und froh zu sein. Die große Masse der jungen Nationalsozia­listen ist das Beste, was das Land hat. Sie sehnt sich nach Selbstdisziplin und nach Selbstauf­opferung. Meiner Meinung nach sollten wir danach streben, die Lage gerecht einzuschätzen. Wir sollten Deutschland keine Absichten zuschreiben, die es bestreitet, und wir sollten Teilnahme für ein Volk beweisen, das sich bemüht, seine Selbstachtung, Selbstzucht und gute Ordnung wiederzugewinnen. OerOeutscheLutheriag auf den

19. November verschoben.

Berlin, 24. Okt. (TU.) Durch eine Verfügung des Reichsbischofs ist der Deutsche Luthertag im Hinblick auf die bevorstehenden Wah­len auf den 19. November verschoben worden. Die Verfügung des Reichsbischofs hat folgenden Wort­laut:

Die Politik des deutschen Volkes ist gegenwärtig so verantwortungsschwer, daß in diesen Wochen olle Kräfte für ein geschlossenes Zu­sammenstehen des deutschen Volkes am 12. November eingesetzt werden müssen. Diese Notwendigkeit gebietet, die für den 10. November d. I. angesetzten Lutherfeiern zu verschieben.

In dem gleichzeitigen Wunsche, die Feier des 450. Geburtstages des Reformators zu einer Feier für das ganze deutsche evangelische Volk zu ge­stalten, an der auch die werktätige Be­völkerung teilnehmen kann, ordne ich an, daß der Deutsche Luthertag in allen Gemeinden der Deutschen Evangelischen Kirche am Sonn­tag, den 1 9. November, begangen wird. Die bisherigen Anordnungen über die Gestaltung des Tages, insbesondere über die Einsamm - I u n g der Festkollekte in allen Gottes­diensten, bleiben bestehen."

Schuh den Fachzeitschristen.

Berlin, 20. Okt. (TU.) Das Reichsministerium für Dolksaufklärung und Propaganda teilt mit: Noch immer gehen zahlreiche Klagen darüber ein, daß im Zuge der Neuordnung und Gleichschaltung der Verbände ein be­trächtlicher Teil der bisher erscheinenden Fach­zeitschriften in ihrer Existenz be­droht wird. Durch die Errichtung großer neuer Zentralorgane seitens der Verbände und durch das Bestreben vieler Verbände in einer o f t sogar im eigenen Verlage erscheinenden und mit dem Pflichtbezug ausgestatte - t e n neuen Zeitschrift alle bisherigen Zeit­schriften des Berufszweiges a u s z u s ch a l t e n, ist vielen guten alten Fachorganen d i e Möglich­keit des Weiterbe st ehens genommen worden. Damit werden hohe ideelle und materielle Werte aufs Spiel gesetzt.

Es muh vermieden werden, daß durch das Erliegen zahlreicher Zeitschriften Unruhe in einen bedeutenden Wirtschaftszweig getragen wird und große Arbeitsgruppen, wie Schrift, fteller. freie Mitarbeiter, verlagsangestellte, Werber. Drucker und Papierhersteller der Ge­fahr der Arbeitslosigkeit ausge­setzt werden. Es handelt sich nicht darum, jedes Fachorgan, das lediglich der planlosen Geschäftigkeit einer vergangenen Zeit sein Ent­stehen verdankt, vor dem Untergang zu bewah­ren. Bei Fachzeitschriften aber, die eine fach­liche und wirtschaftliche Bedeu­tung erlangt haben, und somit einen mate­riellen und kulturellen wert darstellen, liegt die Erhaltung und die ungestörte publizistische Ar­beit im Interesse der Allgemein­heit. Das Buch- und Zeitschristengewerbe, das in Deutschland eine besonders hohe Leistung seit alters her aufzuweisen hat und im 3n- und Auslande große kulturelle und materielle werte darstellt, muh vor gewaltsamen Ein- griffen geschützt werden. Es kommt darauf an. das bestehende Gute und wertvolle auch auf diesem Gebiete zu erhalten, und es nicht durch organisch nicht gewachsene und überflüssige Neumündungen zu zerschlagen.

Um in den Fällen, in denen sich Schwierigkeiten er­geben haben, oder noch ergeben, eine zweckdienliche

Lösung zu finden, hat das Ministerium dir Bll- düng einer Kommission beschlossen, die aus den für Zeitschriften und Wirtschaftsfragen zustän­digen Referenten des Ministeriums und dem ge­schäftsführenden Vorstandsmitglied desReichsver­bandes Deutscher Zeitschriftenverleger" besteht. Das Ministerium ersucht alle in Frage kommenden Stel­len, sich in schwierig gelagerten Fällen mit dieser Kommission in Verbindung zu setzen. Die Anschrift ist die desReichsverbandes".

Versammlungen der Deutschen Arbeitsfront.

Berlin, 17. Okt. (ERB.) Der Führer der Deutschen Arbeitsfront, Dr. Robert Ley, hat fol­gende Anordnung erlassen:

Letzte Ereignisse machen es notwendig, daraus hinzuweisen, daß alle öffentlichen Veran- st a l t u n g e n , soweit sie von den Leitungen der Gesamtverbände angesetzt werden, dem Führer- amte und soweit sie von Untergliederungen der Verbände veranstaltet werden, dem zu st ändi- gen Bezirksleiter der Deutschen Arbeitsfront gemeldet werden müssen, damit ein störendes Nebeneinander vermieden wird. Das Führeramt der Deutschen Arbeitsfront ist angewiesen, jede nicht vorher angemeldete Versamm­lung rücksichtslos zu verbieten.

HI.-Preffekongreß in Köln.

In Köln fand ein Kongreß der Pressewarte der Hitlerjugend des Obergebietes West statt. Von jedem Oberbann waren vertreten der Oberbannpressewart, der Oberjungbannpresse­leiter, der Photo- und Filmfachmann. Der Presse­leiter des Obergebietes West, Oberbannführer Ernst Fischer gab die Richtlinien für die künftige Pressearbeit der Hitlerjugend bekannt. Ueber Ein­zelheiten unterrichteten die Mitarbeiter seines Sta­bes, Jg. Erich Brunnhuber, Dr. Läppert und W e l l e m b s. Bei einer Besichtigung der Hit­lerjugendausstellung sprach Obergebietsführer Lau­terbacher wegweisende Worte der kommenden Arbeit.Ihr Leute von der Presse", so führte er aus,steht im vordersten Graben, von Eurer Ar­beit hängt ein wesentlicher Teil unseres Erfolges

und unseres Sieges ab." Mit einem Rundgang durch die Ausstellung hatte der Pressekongreß sein offizielles Ende gefunden.

Ein gefährliches Kommunistennest ausgehoben.

Ulm, 24. Okt. (WTB.) Die Polizeidirektion teilt mit: Schon feit Wochen war der Politischen Polizei bekannt, daß die KPD. illegale Formatio­nen unterhielt, um einen Umsturz mit Gewalt herbeizuführen. In der Umgebung Ulms war der Zusammenkunftsort und der sogenannte Ulmer Führer instruierte dort seine Genossen. Als der von der Polizei seit langem gesuchte Druck- a p p a r a t ausgehoben wurde, der im Walde ein- gegraben war, und die erste Matrize fertig zum Abzug war, griff die Polizei zu. Die gesamte Druckerei wurde beschlagnahmt, ebenso eine Schreib­maschine, weiter die gesamten Listen und sonstiges Zersetzungsmaterial. Vor allen Dingen sollten Die Führer der nationalsozialistischen Bewegung besei­tigt werden. Als erster wollte der Kommunisten- führet selbst den Polizeidirektor Dreher n i e d e r s ch i e ß e n. Die SA.- und SS. - Füh - rer, sowie die Kreisleiter sollten gleichzeitig erledigt werden, und so der Bolschewismus in Deutschland zur Macht gelangen. Die Verhafteten wurden ins Gefängnis eingeliefert.

Staatssekretär a. D. Dr. Bredow verhastet.

Berlin, 25. Okt. (WTB.-Funkspruch.) Wie die Justizpressestelle Berlin mitteilt, wurde heute früh der frühere Reichsrundfunkkommissar und Staatssekretär a. D. Dr. Hans Bredow auf Grund eines richterlichen Haftbefehls f e st g e n o m- m e n und ins Untersuchungsgefängnis Moabit über­führt. Dr. Bredow wird zur Last gelegt, in seiner Eigenschaft als Aufsichtsrats-Mitglied der Deutschen Sendegesellschaften in , dem Rundfunkskandal bei der Verschleuderung der Gelder der Deutschen Sendegesellschaften führend beteiligt gewesen zu fein. Ihm wird von der Staatsanwaltschaft Untreue in 19 Fällen zur Last gelegt. Nach dem Stande der Ermittelungen ist Dr. Bredow als Hauptverantwortlicher in der Rundfunkaffäre anzusehen.

Aus aller Welt.

Graf Zeppelin" in Nebel und Regen.

Die Fahrt desGraf Zeppelin" geht infolge Regens und Nebels zur Zeit langsamer von- fkitten. Die letzte Standortmeldung wurde am Dienstag 9.50 Uhr über Anniston (Alabama) ge­geben. Das Luftschiff machte um diese Zeit Fahrt in nordwestlicher Richtung. Wegen des schlechten Wetters werden aber häufige Kursänderungen vor- aenommen. Das Luftschiff befand sich um 14.55 Uhr MEZ. über Columbus (Georgia) und schlug einen nordwestlichen Kurs ein. Das Luftschiff mußte wegen Nebels und Regens mehrere Kreuzfahrten über den Staaten Alabama und Georgia unter­nehmen. Der Standort desGrat Zeppelin" war 19.15 Uhr Berliner Zeit an der Grenze von Ken­tucky, nördlich von Nashville (Tennessee). Dr. Ecke­ner und Botschafter Luther werden sich am Mittwoch von Acron mit der Eisenbahn nach Chi» kago begeben, um an dem für Donnerstag ange­setztenZeppelin-Tag" teilzunehmen. Das Luftschiff wird von Acron aus eine Rundfahrt über Chikago unternehmen und nach Acron wieder zu­rückkehren, da eine Möglichkeit zum Landen in Chikago nicht besteht. Das Luftschiff traf nach den letzten Meldungen um 1.45 Uhr MEZ. über dem Lüftschisshafen von Acron ein. Eine Landung war jedoch wegen des steifen Nordostwindes nicht mög­lich. Das Luftschiff kreuzte über der Stadt, um ein Nachlassen des Windes abzuwarten.

Ialtbootceise rund um die Well.

Im Hafen von Livorno ist auf einem Gummi- faltboot der deutsche Journalist Karl Friedrich Ulrich eingetroffen. Er hatte am 25. Juni den Kieler Hasen verlassen und war über Bremen, Amsterdam, Utrecht, Ostende, Calais, durch die französischen Flüsse und Kanäle zunächst nach Ba­ris und van dort nach Marseille gefahren. Nach einem kurzen Aufenthalt in den Häfen der Riviera lief er mit feinem kleinen Fahrzeug Genua, Spezia, Viareggio und jetzt Livorno an, von wo er an der italienischen Küste entlang und den Tiber aufwärts nach Rom gelangen will. Fast gleichzeitig sind in Genua der Maurer Willy Ruth und der Dekora­teur Alfons Schneck aus Hamburg gelandet, die auf einem Gummifaltboot eine Reife um d i e Welt durchführen wollen.

General Balbo an Typhus erkrankt.

Der italienische Luftfahrtminister Balbo liegt, wie bereits gemeldet, feit etwa einer Woche mit An­fällen hohen Fiebers krank in seiner Heimat­stadt Ferrara. Nachdem die Aerzte zuerst an eine malariaartige Erkrankung geglaubt hatten, hat sich nunmehr yerausgestellt, daß die Krankheit T y - p h u s ist. Da das Fieber anhält und erst eine Woche vergangen ist, muß angenommen werden, daß die Krankheit sich in ihrem ersten Stadium befindet. Vor drei Wochen dürfte die Krise nicht zu erwarten sein.

StubentenfcaroaUe in Madrid.

An der Madrider Universität spielten sich am Dienstag unbeschreibliche Szenen ab. Die Studenten der medizinischen und zahnärztlichen Fakultät un­ternahmen aus Protest gegen die Studienplanande- rung unter Führung eines jungen Dozenten s k a n - dalöse Kundgebungen. Sie warfen sämt­liche Möbel und Einrichtungsgegenstande auf die Straße, zündeten schwere Balken an, legten sie auf die Schienen der Straßenbahn und versuchten, die Straßenbahnwagen umzuwerfen. Dem Ueberfall- kommando gelang es erst mit dem Gummiknüppel die Ordnung wiederherzustellen. Von einigen in Der Nähe liegenden Neubauten aus eröffneten sich dort aufhaltende streikende Syndikalisten ein lebhaftes Pistolenfeuer. Mehrere Personen wurden an­

geblich verwundet, zahlreiche Verhaftungen wurden Dorgenommen. Die Regierung hat infolge dieser Vorgänge die bereits beschlossene Berücksichtigung der Studentenwünscke rückgängig gemacht und im Wiederholungsfall scharfe Maßnahmen angekündigt.

Deutscher Museumsdieb in Straßburg festgenommen.

Die Straßburger Polizei hat den aus Dresden stammenden 39jährigen Robert Fränkel fest­genommen und seine Koffer, in denen sich 65 aus dem Schloßmuseum aus Aschaffenburg gestoh - lene Rembrandt-Radierungen befan­den, beschlagnahmt. Fränkel, der aus dem Aschaffen­burger Schloßmuseum insgesamt 86 Radierungen durch Einbruch entwendet hatte, wurde ins (Ge­fängnis eingeliefert. Die Radierungen, die meh­rere Millionen Mark wert sind, wur­den bei der Straßburger Staatsanwaltschaft sicher- gestellt. Die Reichsbehörden haben einen Ausliefe­rungsantrag gestellt.

Rußland ohne Streichhölzer.

In verschiedenen Städten der Sowjetunion sind keine Streichhölzer zu haben. Man behilft sich teilweise mit Feuersteinen. Das russische Streich­holzsyndikat stellt fest, daß in seinen Lagerräumen Millionen der wichtigen kleinen Feuerspender lägen, die jedoch die Eisenbahnen aus Mangel an Güter­wagen nicht an den Verbraucher bringen können.

Die Braut erschossen. Zwölf Jahre Zuchthaus.

Das Schwurgericht Landau verurteilte den 27 Jahre alten ledigen Landwirt Viktor S t a u f e r t aus Scheibenhardt bei Landau zu zwölf Jah­ren Zuchthaus bei Anrechnung von vier Monaten Untersuchungshaft. Die Ehrenrechte wur­den ihm auf zehn Jayre aberkannt und der Haft­befehl aufrechterhalten. Der Verurteilte hatte am 26. Mai d. I. die 20 Jahre alte Waldarbeitertochter Anna Kiefer, ebenfalls aus Scheibenhardt, aus feinem Wohnzimmer heraus mit einem Jagdgewehr erschaffen, weil sie auf das Geheiß ihrer Eltern ihr Verhältnis zu Staufert gelöst hatte.

50-Jahr-Feier

des Deutschen Vereins gegen den Alkoholismus.

Der Deutsche Verein gegen den Alkoholismus (DV. gegen den Mißbrauch geistiger Getränke) kann in diesen Tagen auf ein 50jähriges Bestehen zurück­blicken. Auf einer aus diesem Anlaß in Berlin ver­anstalteten Jubiläumstagung wies der Vorsitzende, Oberverwaltungsgerichtsrat i. R. Dr. K. Wey- mann, auf das Beispiel des Führers hin. Gerade das neue Deutschland sei dazu berufen, die Ziele des Vereins zu den feinen zu machen. Ministerial­rat Bartels betonte, 50 Jahre eines schweren Kampfes feien vergangen, eines Kampfes, gegen Rücksichtslosigkeit und auch gegen viel bösen Wil­len, der besonders in den letzten 15 Jahren sich gezeigt habe. Der Rektor der Universität Berlin, Prof. Dr. Fischer, führte aus, wenn man auch anerkennen müsse, daß auf akademischer Seite mit der Unsitte des Trinkens manches schlechte Beispiel in der Vergangenheit dem Volke gegeben sei, so sei doch auch darauf hinzuweisen, daß der Verein bei den Wissenschaftlern aller Fakultäten tatkräftige und wertvolle Mitstreiter in feinem Kampf gefun­den habe. Oberbürgermeister Dr. Sahm erklärte, es sei Pflicht der Stadtverwaltung, im Rahmen des möglichen und unter Wahrung der berechtigten Interessen eines wichtigen Erwerbsstandes, dem Verein Unterstützung und Hilfe zu gewähren. Denn wo der Alkoholmißbrauch feine Opfer fordert, da fielen diese Opfer zu einem übergroßen Teil den Gemeindeverwaltungen zur Last. Der Dekan der medizinischen Fakultät der Berliner Universität Professor Dr. Gocht überreichte bann dem Vor­

sitzenden als besondere Ehrung der Fakultät bas Diplom eines Ehrenboktors ber Mebizin in Aner­kennung bafür, baß er sich in drei Jahrzehnten in Wort und Schrift bemüht hat, die Trunksucht zu verringern und damit die Volksgesundheit zu för­dern. Geheimrat von B o r f i g überbrachte die Glückwünsche des Verbandes der deutschen Berufs­genossenschaften. Dem Verein wurde ein Jugend­heim in Brunshaupten gespendet. Den Festvortrag über bas ThemaDie Alkoholfrage in ihrer Be- beutung für bie Rassenhygiene" hielt Universitäts- Professor Dr. Lenz (München). Ministerialrat Dr. med. Conti betonte in seinem Schlußwort, baß bie Eingliederung bes Kampfes gegen ben Alkohol­mißbrauch in bie Gesamtforderungen ber Rassen­hygiene von besonderer Bedeutung fei. Auch er ver­wies auf bas leudjtenbe Beispiel bes Führers.

Raubüberfall in Saarbrücken.

In einer der letzten Nächte wurde der Geschäfts­führer eines Saarbrücker Casshauses, der nach Ge­schäftsschluß die Geldkassette mit der Tageseinnahme nach dem Büro bringen wollte, plötzlich von zwei hinter dem Büffet heroorspringenden Männern überfallen. Die Räuber hatten sich anscheinend bei Geschäftsschluß in das Lokal einschliehen lassen. Der Geschäftsführer wurde zu Boden geworfen und geknebelt, dann entrissen ihm bie Burschen die Kassette, die sie gewaltsam aufbrachen. Ein Betrag von etwa zehntausend Francs ist ben unerkannt entkommenen Räubern in die Hände gefallen.

Verheerende Feuersbrunst im Eichsfeld.

In Breitenworbis (Regierungsbezirk Erfurt) wurden zehn Scheunen in kurzer Zeit durch einen Brand, ber sich mit großer Schnelligkeit aus­breitete, vollkommen zerstört. Auch eine Anzahl Ställe und anbere Wirtschaftsbaulichkeiten fielen der Feuersbrunst, deren Ursache noch nicht ermittelt werden konnte, zum Opfer. Mehrere Wohnhäuser, auf deren Rettung die Feuerwehr insbesondere be­dacht sein mußte, sind durch Wasser stark beschä­digt worden. Die Scheunen waren sämtlich bis unters Dach mit der diesjährigen Ernte gefüllt. Das Großvieh konnte mit Mühe gerettet werden. Einige Schweine und viel Geflügel fielen den Flammen zum Opfer.

Küstendampfer mit 25 Wann gesunken.

Wie aus Singapore gemeldet wird, ist der Küsten- bampferTronoh" in einem schweren Sturm ge­sunken. 25 Mann der Besatzung, meistens Chi­nesen, sind ertrunken.

Hochwasser in Nordspanien.

Infolge starker Regengüsse und Hochwas­ser in ber Provinz Guipuzcoa sinb die Verbin­dungen zwische Jrun und Hendaya unterbrochen. Zahlreiche Landstraßen sind aufgerissen und der Bahnverkehr lahmgelegt. Das Wasser steht in den Ortschaften 1 bis 2 Meter hoch. Der Sachschaden ist sehr groß. Mehrere Personen werden vermißt. Umfassende Hilfsaktionen sind im Gange.

Siebenlinge geboten.

Wie Reuter aus Georgetown in Britisch-Guayana (Dernerary) meldet, hat dort eine Frau sieben Knaben das Leben geschenkt. Mutter und Kinder sollen sich wohl befinden.

Zwei Tote,

drei Schwerverletzte bei einem Autounglück.

In einer der letzten Nächte ereignete sich auf ber Straße EisenachLiebenstein bei Waldfisch ein schweres K r a f t w a g e n u n g 1 ü ck, dem zwei Mechchenleben zum Opfer fielen. Der am Steuer sitzende Andreas Kaiser aus Liebenstein und der Rechtsanwalt Dr. Frank aus Wriezen waren so- fort t o t. Der Gastwirt Arno Winter, seine Frau Ida und deren Nichte Erika Rekla, alle aus Lie­benstein, wurden schwer verletzt. Das Unglück soll beim Ueberholen eines Pferdegespannes ge­schehen sein. Auf der erst neugeteerten Straße ist der Sechssitzer ausgerutscht und hat sich beim Bremsen in hohem Tempo überschlagen.

Japanische Ztrafexpedition gegen chinesische Kommunisten.

Eine Bande chinesischer Kommunisten wurde bei Honkau auf dem Selben Fluß durch zwei japanische Minenboote angegriffen und durch Artilleriefeuer vollkommen v e r n i ch t e t. Die Ursache dieses schar­fen Vorgehens ist die Ermordung dreier japa­nischer Marinesoldaten im August d. I. durch diese Bande.

BerlinerFrühbörse.

Berlin, 25. Okt. (WTB. Funkspruch.) Im Heu- tigen Frühoerkehr von Büro zu Büro kamen Um- fätze kaum zustande. Man beschränkte sich auf die Besprechung der gestrigen großen Rede des Reichskanzlers, die allgemein gewalti­gen Eindruck gemacht hat. Ueber bie Entwicke­lung an ber bevorstehenden Börse ist vorerst kaum etwas zu sagen. Man nimmt jedoch an, daß es mangels besonderer Anregungen aus der Wirtschaft bei unveränderten Kursen ruhig bleiben wird. Am Devisenmarkt nannte man in der Verrechnung über Zürich Pfunde gegen Kabel 4,7350, Schweiz 16,54, Amsterdam 7,94, Paris 81,82, Mailand 60,67, Spa­nien 38,24 und Brüssel 22,95.

Wettervoraussage.

Mit dem weiteren Vordringen der Störung ist besonders in höheren Schichten Warmluft nach Deutschland gelangt, bie das Wetter diesig und zett- weise auch etwas regnerisch gestalten wird. Aus dem sich erneut gekräftigten Jslandhoch fließt jetzt recht kalte Luft südwärts, bie sich späterhin auch oei uns bemerkbar machen wirb. Die Temperaturen werden dann etwas zum Sinken gebracht, und statt der Nebelschicht dürfte mehr wechselhafte Bewölkung auf­treten.

Aussichten für Donnerstag: Vielfach neblig-wolkig, Temperaturen zwischen Tag und Nacht ziemlich ausgeglichen, zeitweise Niederschläge.

Aussichten für Freitag: Mehr wechselnd­wolkig, im ganzen etwas kühler, einzelne Schauer.

Lufttemperaturen am 24. Oktober: mittags 9,9 Grad Celsius, abends 8,9 Grad: am 25. Oktober: morgens 8,7 Grad. Maximum 10 Grad, Minimum 3,5 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 24. Oktober: abends 7,5 Grad; am 25. Oktober: mor­gens 8,3 Grad Celsius.

^WieseWack verbürgt

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