Ausgabe 
25.10.1933 Erstes Blatt
 
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Nr. 250 Erstes Blatt

185. Jahrgang

Mittwoch. 25. Oktober 1935

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Gichener Anzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

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Theftedakteur^

Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr.H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein und für den An­zeigenteil i.D. Th. Kümmel sämtlich in Giehen.

Deutschland bekennt sich zu einem Frieden der Ehre und Gleichberechtigung.

Der Führer spricht zum deutschen Volke über Weg und Ziel -er Friedenspolitik

-es nationalsozialistischen Deutschlan-.

e n

deutsche Volk einheitlich und g e f d) l o , , um den Führer geschart hat, während

Friede und Freiheit.

Nichts kennzeichnet schärfer den inneren Gestatt- wandel Europas als die Tatsache, daß sich das

in den westlichen Demokratien, die angeblich noch immer nicht den Sinn der nationalen Erhebung in Deutschland verstehen können, Auslösung und Un­ruhe herrscht. Deutschlands Austritt aus dem Völ­kerbund ist nun zu einer staatsmännischen und ge- schichllichen Tat geworden, die erlösend und befreiend gewirkt hat, weil sie die Erkenntnis reifen ließ, daß Europa nicht mit dem Völkerbund von gestern, auch nicht mit der Versailler Politik zum Frieden und zur Freiheit gelangen kann. Der Reichskanzler hat in seiner machtvollen Kundge­bung, die sich an die Herzen und an die Hirne Aller richtete, die guten Willens sind, Europa den Weg zur wahren Verständigung ge­zeigt.

Es dämmert ja auch auf dem anderen Ufer, denn auch Macdonald hat in seiner Rede, die nicht nur an seine Zuhörer gerichtet war, den verhäng­nisvollen Irrtum von Genf zugegeben, ein. Irr­tum, der zutiefst noch in jener Politik wurzelt, die Europa in Auswirkung der Versailler Verträge i n zwei Lager zu spalten sucht. In dem einen Laaer die Siegermächte, die ihres Sieges nicht froh geworden sind, in dem anderen Lager das große Volk, das Opfer einer Politik fein und bleiben sollte, die in grauenhafter Selbsttäuschung von Frieden sprach, aber den Krieg vorbereitete. Aus dieser Hölle ist Deutschland herausgegangen, aber indem es die Tür weit aufstieß, ließ es auch die bösen Schwaden abziehen, die die Völker verwirrten. Der Völkerbund von gestern ist erledigt, damit auch die Politik, die die Gewalt vor das Recht zu setzen suchte.

Was das deutsche Volk am 12. November beken­nen und bezeugen wird, das wissen wir nach der großen Rede des Führers: Wir wollen ein Ne- beneinanderderVölkerinfriedlichem Wettbewerb, weil nur dieser Wettbewerb die Völker vor Not und Elend sichern und bewahren kann. Wir wollen kein ausgeklügeltes Sicherheits­system, wie es Macdonald wieder angedeutet hat, sondern wir wollen eine Ordnung, wie sie Adolf Hitler unter dem jubelnden Beifall der Hundert­tausende deutscher Volksgenossen als Ziel der deut­schen Politik hingestellt hat. Diese Ordnung läßt sich nur schaffen und gestalten, wenn sich alle Völker von dem Geist der Versailler Politik fteimachen, der ein Geist des Unrechts und der Gewalt war und ist, ein Geist also, mit dem es keine Aussöh­nung gibt. Die Drachensaat des Unrechts und der Gewalt läßt neue Gewalt und neues Unrecht ent­stehen, was sich vor allem die kleinen Nutznießer der Versailler Politik einhämmern sollen, die, wie der tschechoslowakische Außenminister Benesck, sich und andere noch immer damit zu schrecken suchen, als ob der Sieg des Rechtes Europa in einen neuen Krieg stürzen müßte. Nur wer noch völlig im Geist der Versailler Politik verstrickt ist, kann glau­ben oder auch nur für möglich halten, daß tm Wandel der Zeiten aus Unrecht und Gewalt noch einmal Recht und Sicherheit werden können. Im Gegenteil, das Gefühl des Unrechts wird von Jahr zu Jahr wachsen, wird aus Europa eine Hölle machen, aus der es keinen Ausweg mehr gibt. Heute kann nicht mehr bestritten werden, daß, wenn Deutschland am 14. Oktober nicht aus dem Völker­bund ausgetreten wäre, um die unhaltbar gewor­dene Lage für Europa zu lösen, wir uns mitten in dieser Hölle befinden würden. Recht und Ehre sind im Völkerleben noch nicht überwundene Be­griffe, sondern die bewegenden Kräfte, die allein geeignet sind, einen Völkerbund wirklich zu untermauern.

Die Rede des Reichskanzlers im Berliner Sport­palast wird nun wohl auch den verstockten Sinn Ausland aufschließen, der den inneren und äußeren Zusammenhang der Ereignisse nicht ver­stehen will, die für Deutschland der 14. Oktober und der 12. November bedeuten. Der Reichskanzler hat es noch einmal klar gesagt, daß ein großes Volk, dessen Spur in der Geschichte auch nach Jahr­tausenden nicht untergehen wird, nicht Gewalt und Unrecht ml, wenn es Freiheit und Frieden für sich fordert. Um sich Frieden und Freiheit zu sichern, deshalb rechnet der deutsche Geist nicht mit Geschützen, nicht mit Festungs­werken, sondern mit Arbeit und Brot für Die Millionen, die durch die Politik des Unrechts und der Gewalt um diese Arbeit und dieses Brot ge­bracht worden sind. Wenn der deutsche Reichs­kanzler am 14. Oktober in der denkwürdigen Rede, die einmal eine Wegmarke in der Geschichte sein wird, die Schatten des Mißtrauens, die zwischen Deutschland und Frankreich lagen, roegräumte, so wissen wir heute, warum Daladier keine Antwort geben konnte. Die Demokratie ist nun einmal die Staatsoerfassung, in der alles schwankt, die Men­schen, die Meinungen und die Regierungen.

Es geht nicht mehr um die Abrüstung, es geht nicht um die Zahl der Geschütze und Flugzeuge, es geht nur noch um Frieden und Freiheit. Der Friede zwischen den Völkern kann durch Verträge

gesichert werden. Aber die Verträge müssen e i n Ausdruck des Rechtes und der Gesit­tung sein, denn jeder andere Vertrag trägt den Keim neuer Zwietracht in sich. Das deutsche Volk, das durch Unrecht und Gewalt den Weg zur natio­nalen Erhebung gefunden hat, das unter dem Druck von Not und Elend zu einem ftahlharten Block zusammen geschmiedet worden ist, will Frieden und Freiheit nicht nur für sich, son­dern auch für alle anderen Völker. Aus diesem Geist heraus läßt sich auch eine Verständi-

S finden, was allerdings voraussetzt, daß an r Stelle noch irgendwelches Mißtrauen wuchern darf. Das deutsche Volk wird sich um den Reichs­kanzler scharen aus dem starken Gefühl schick­salhafter Verbundenheit, aber auch aus dem Willen, daß nur unzerstörbare Einheit den Frieden und die Freiheit bringen kann. Die Rede des Reichskanzlers ist in ihrer gewalti­gen Wirkung auch für das Ausland ein Beweis, daß das deutsche Volk nur fein Lebensrecht will.

3m überfüllten Sportpalast.

Hunderttausende huldigen dem Führer.

Berlin, 24. Oft. (TU.) Die Ankündigung, daß der Führer Dienstag abend im Sportpalast über die politische Lage sprechen würde, hatte einen ungeheueren 21 n ft u r m der Berliner Bevölkerung verursacht. Der Berliner Sport­palast, der in den letzten Jahren soviele und große für die nationale Bewegung bedeutungsvolle Ver­sammlungen gesehen hat, war schon in den Mit­tagsstunden das Ziel vieler Tausende von Men­schen, die sich Sitzgelegenheiten und Mundvorrat mitgebracht hatten. Um 16 Uhr war der Riesen­raum bis auf die für die Ehrengäste freigehaltenen Plätze voll besetzt. Bald danach erfolgte schon die polizeiliche Schließung. In der Potsdamer Straße sammelten sich weitere Zehntausende an. Es war das erstemal, daß in dieser verkehrsreichen Straße große Lautsprecher aufgebaut waren, um den Menschenmengen die Rede des Führers zu übertragen. Der Verkehr mußte, da die Menge sich in der ganzen Breite der Straße fast einen Kilo­meter lang ausdehnte, umgeleitet werden. Aus den Läden und Büros, den Fabriken und Werkstätten eilten nach Geschäftsschluß Hunderttausende zu den für die Übertragung der Rede vorgesehenen 6 0 Sälen in allen Teilen der Stadt.

DasZnuere-esSportpalastes ist mit großen Transparenten geschmückt:Hitlers Kampf ist der Kampf um den wirklichen Frieden der Welt Mit Hitler für einen Frieden der Ehre und Gleichberechtigung Das deutsche Volk will den Frieden, aber einen Frieden der Ehre und der Gleichberechtigung". Das Rednerpult ist mit einem großen Blumengebinde geschmückt. Ein Teil der Logen wird für die in- und ausländischen Presse­vertreter freigehalten, die in außerordentlich großer Zahl erscheinen. Fast alle in Berlin anwesenden ausländischen Journalisten wohnen der Veranstal­tung bei. Gegen 19 Uhr erschien der Kronprinz in der Uniform des alten Heeres und nahm in der ersten Logenreihe Platz. Er wurde mit Händeklat­schen und Heilrufen begrüßt und mußte immer wieder für die Kundgebungen danken. Mitglieder der Diplomatischen Vertretungen sind in großer

Zahl anwesend. Jubelnd begrüßt wurde auch Gene­ral L i tz m a n n. Alsdann erschien der Berliner Polizeipräsident Admiral v. Levetzow in SA.- Uniform, an der Spitze der höchsten Berliner Poli­xeioffiziere. Vizekanzler v. Papen wurde durch ein Ehrengeleit der SS. in den Saal geführt. Der Einmarsch der Standarten und Sturmfahnen erfolgte unter dem gemeinschaftlichen Gesang des Deutschland-Liedes und des Flaggenliedes.

Dann, bald nach 20 Uhr, ging ein ungeheurer Sturm der Begeisterung durch den Saal. Der Führer erschien in Begleitung des Reichs­ministers Dr. Goebbels. Die Klänge der Musik­kapellen wurden durch die Heilrufe der Menge übertönt, als Adolf Hitler durch das SA.-Spalier in den Saal schritt. Länger als eine Viertelstunde feierte die Menge ihren Führer. Der Führer be­grüßte den Vizekanzler von Papen sowie General Litzmann und nahm bann einen riesigen Chrysan­themenstrauß und Blumenspenden der Hitler-Jugend entgegen, während das Blitzlicht der Photographen aufflammte. UeberaU, wohin der Führer feinen Blick rings im Saal richtete, schlugen ihm neue Wogen der Begeisterung und Verehrung entgegen. Reichsimnister Dr. Goebbels richtete dann kurze Eröffnungsworte an die Ver­sammelten.

Ich weiß nicht, wie oft der Führer an dieser Stelle aus zu den großen Fragen der deutschen Nation Stellung genommen hat. Das aber weiß ich, daß er noch niemals s o auf d i e ein­mütige Zustimmung und Gefolgschafts- treue rechnen konnte wie dieses Mal. (Minu­tenlanger Beifall.) Der Grund dafür ist der, daß nach 14 Jahren zum er ft en Male ein deut­sches Nein ausgesprochen wurde. Das deutsche Volk ist entschlossen, mit ihm den Kampf um die deutsche Ehre, um die deutsche Gleichberechtigung und damit um einen wahren und dauer­haften Frieden in der ganzen Welt aufzunehmen."

Unter erneuten Jubelstürmen ergreift der Füh­rer das Wort.

Die Rede des Führers.

Keine Unterschrift unter unerfüllbare Verträge, die Deutschlands Ehre antasten.

In feiner großen Rede warf der Führer einlei­tend einen Rückblick auf die Entstehung b e s Versailler Vertrages unb seine grauenhaf­ten Folgen für bas beutfdje Volk unb ganz Europa. Er legte bar, baß Deutschland bie Waffen gestreckt habe im Vertrauen auf bie feierlichen Zusicherun­gen der Gegner, und führte in eindrucksvoller Weise aus, warum dieser Vertrag nicht zur Befrie­dung der Völker, sondern zur Verewi- gung d e s Hasses führen mußte. Millionen Ar­beitslose nicht nur bei den Besiegten, sondern auch bei den Siegern seien die Folgen für bie Unver­nunft berer, die diesen Vertrag gemacht hätten. In­dem der Führer in treffender Weise diesen Zustand als Produkt der Unvernunft kennzeichnete, ent­wickelte er daraus die absolute Notwendigkeit des deutschen Entschlusses und den Zwang, so zu handeln und nicht anders.

Denn auf bie Dauer könne das Recht nur den Völkern gegeben werben, bie gewillt seien, ihr Lebensrecht auch vor der Welt zu vertreten. Der Führer übte scharfe Kritik an dem Versuch bet anberen, bas völlig abgerüftete deutsche Volk zum Schuldigen für bas im Mißtrauen gegeneinanber begründete Wettrüsten der anderen zu stempeln. Die falsche im 23er- versailler Vertrag verankerte Meinung, baß bas wirtschaftliche Unglück der einen bas Glück ber anberen sei, habe Europa auf den di­rekten Weg des Bolschewismus und in das Ehaos geführt. Das deutsche Volk habe den Kampf ausgenommen und sich ein anderes Regierungssystem gewählt, um die­sem Ruin zu begegnen und seiner furchtbaren Rot Herr zu werden.

Der Führer umriß in großen Zügen die bisheri­gen Leistungen des nationalsozialistischen Staates unb bie gewaltige politische unb wirtschaftliche Ar­beit, bie er innerhalb ber ersten acht Monate seiner Herrschaft bereits geleistet habe. Er roanbte sich mit aller Schärfe gegen bie Greuellügen, mit benen man in ber Welt biefes Deutschlanb bes Auf­baues zu biffamieren versuche. Demgegenüber wies er auf bie wieberholten Greuel in ber Geschichte ber Revolution a n b e r e r Völker hin. Wenn man von Greueln sprechen wolle, bann seien b i e Selbstmorbziffern in Deutschlanb im Zeichen bes Versailler Vertrages bie größten Greuel. Der Führer wies bie irfi Auslande gebulbeten Beschimpfungen ber beutschen Regierung entschieben zurück. Er streifte babei auch bie Emigranten-, bie Juben- unb bie Boykottfrage.

Der Führer wies jebe verböchtigung ber A u f - richtigkeitdes deutschen Friedens- willens zurück. Er wiederholte fein Frie- bensbetenntnis, insbesondere auch ge­genüber Frankreich unb polen, forberte aber mit bem gleichen Rachbruck die Konsequenzen inbezug auf Deutschlands volle Gleichberechtigung von den anderen. Der Füh­rer brachte in überwältigender Weise feine per­sönliche harte Entschlossenheit zum Ausdruck, keiner Drohung die deutsche Ehre zu opfern. Er werde jederzeit lieber sterben, als etwas unterschreiben, was seiner heiligsten lleberzeugung nach für das deutsche Volk un­erträglich sei.

Der unbeschreibliche Jubel, der diese Worte be­gleitete, legte eindrucksvollstes Zeugnis davon ab, wie sehr das deutsche Volk hinter seinem Führer

steht. Nicht seinetwegen, nicht der Partei, sondern oes deutschen Volkes wegen rufe er jeden Volksgenossen zur Stimmabgabe am 12. November für Gleichberechtigung, Ehre und wirklichen Frieden auf. Der neue Reichstag solle der Garant dieser Politik sein. Seine mit unerhörter Begeisterung aufgenommene große Rede schloß der Führer mit dem Bekenntnis, daß die deutsche Politik nicht vom Haß gegen andere Völker, sondern nur von der Liebe zu unserem eigenen Volke getragen sei.

Die amtliche Fassung bes ausführlichen Berichts über bie Rebe bes Führers lag bei Redaktions- fchluß noch nicht vor.

Stürmische Zustimmung.

Die Rede des Führers wurde von der Riesen- Derfammlung im Sportpalast zunächst lautlos mit höchstem Ernst und größter Spannung angehört. Dann aber, als der Kanzler unter Betonung des deutschen Friedenswillens das Verlangen der deut­schen Gleichberechtigung erhob, setzten st ü r m t < f cf) e s Händeklatschen und anhaltende H e i l r u f e ein. Der Beifall steigerte sich ständig und schließlich wurde fast jeder einzelne Satz von anhaltender Zustimmung, von Heil-Rusen und Händeklatschen begleitet. Das gilt sowohl für den außenpolitischen wie für den innenpolitischen Teil der Rede. Wiederholt erhob sich die Menge spontan von den Plätzen, um ihrer Zustimmung begeisterten Ausdruck geben zu können. Der Beifall am Schluß der Rede, als der Reichskanzler nochmals ein Frie­densbekenntnis des deutschen Volkes ablegte, nahm Formen an, wie man sie bisher kaum erlebt hat. Machtvoll klang der Gesang des Deutschland-Liedes und des Horst-Wessel-Liedes. Mit einem dreifachen, vom stellvertretenden Gauleiter G ö r l i tz e r aus» gebrachten Sieg Heil aus den Führer wurde diese gewaltige Kundgebung des deutschen Volkes für Frieden und Gleichberechtigung ge­schlossen. Die 100 000 Menschen, die sich in der Potsdamer Straße angesammelt hatten und von Schöneberg herab bis zum Potsdamer Platz ein dichtes Spalier bildeten, nahmen den Gesang der Nationalhymne und des Liedes der deutschen Re­volution begeistert auf und bereiteten dem Führer bei feiner Abfahrt neue gewaltige Kund­gebungen.

Starker Eindruck -er Kanzler­rede in England.

London, 25. Oft. (WTB. Funkspruch.) Die gestrige Rede des Reichskanzlers wird in der Presse mit größter Ausführlichkeit wiedergegeben. Der Ber­liner Korrespondent derTimes" bemerkt u. a.: Der Ton der Rede des Kanzlers war rauher als der seiner letzten staatsmännischen Aeußerungen unb mehr im Stile ber alten Oppositionstage. Zugleich aber muß festgestellt werben, baß ber Beifall niemals ftärfer war, als nach ber Stelle, wo von ber Bereitschaft bes beutschen Vo 1 - k e s gesprochen würbe, bem französischen Volk bie Hand zur Versöhnung zu rei­chen. In bem Bericht besDaily Tele­graph" wirb gesagt, friedfertige Empfindungen hätten bie Rebe beherrscht, wenn sie auch in etwas aggressiver Form ausgebrüeft worben seien. Von Deutschlanbs verletztem Stolz habe ber Kanzler im Tone allerhöchster Erregung gesprochen. News Chronicle" sagt: Der Reichskanz­ler empfing ben stärksten Beifall, als er bemerkte, er fei entschlossen, auf ber Gleichberechtigung für Deutschlanb zu bestehen.D a i l y M a i l" spricht von bem größten Willkommen, ben bie National­sozialisten Hitler jemals bereitet hätten.Daily Expreß" überschreibt seine Melbung: Hitler geißelt bie Allierten. Der Korresponbent spricht von ber unbeschreiblichen Begeisterung, mit ber bie Rebe ausgenommen würbe.

Das Echo in Frankreich.

Paris, 25. Okt. (WTB. Funkspruch.) Zur Rede des Kanzlers liegen bisher nur die Aeußerungen der Berliner Korrespondenten der großen sranzö- fischen Blätter vor, die vor allem den sarkastischen Ton der Rede und den überaus starken Beifall der Zuhörer unterstreichen.Petit Parisi en" nennt bie Rebe eine der bedeutsamsten in Hitlers kurzer Karriere als Volkstribun.M a t i n" bezeich­net die Rede als eine Wahlrede über die beiden ThemenGegen den Versailler Vertrag" unbDie Leistungen des Nationalsozialismus". Frankreich sei zu Beginn der Rede heftig angegriffen worden, habe aber gegen Schluß einige liebenswürdige Worte erhallen. Das ganze fei sehr geschickt, ber Redner gut in Form gewesen. Die Zuhörerschaft hätte gern eine ganze Woche lang seinen beredten und sarkastischen Ausführungen gelauscht. Es sei die beste Rede Hitlers gewesen.Echo d e Paris" empfindet die Rede, die nicht der Reichskanzler, sondern der Parteiführer gehalten habe, als einen leichten Rückzug gegenüber den früheren Erklärungen.

Ausführliche Berichte in der Neuyorker presse.

Neuyork, 25. Oki. (WTB. Funkspruch.) Die Neuyorker Blätter geben die große Rede des Reichs kanzlers auf der Frontseite ausführlich wieder und heben insbesondere den Wunsch Deutschlands nach Frieden und Gleich­berechtigung hervor.