Ausgabe 
25.9.1933 Erstes Blatt
 
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Wischen Revolution und mit den Mächtegruppen Judentum, Marxismus, Kapitalismus, die in den letzten 30 Jahren planmäßig die Ehrlichkeit und Gewissenhaftigkeit^ zu zerstören bemüht gewesen seien. Ichsucht und Profitgier seien damals an deren Stelle getreten. Der Klassenhaß sei hochgezüchtet worden, Religionslosigkeit, Gleichheit der Menschen und internationaler Sozialismus seien gepredigt worden. Das deutsche Volk sei zum Kampfe aller gegen alle gedrängt worden, damit es um so un­gestörter habe ausgeraubt werden können. In sei­nen weiteren Ausführungen beschäftigte sich der Redner besonders mit dem Judentum, um dann auf die große Befreiungstat Adolf Hitlers hinzuwei­sen, des Volkskanzlers, der die Begriffe Heimat, Treue und Vaterlandsliebe wieder lebendig gemacht habe. Er habe ein trauriges Erbe angetroffen, aber jetzt müsse jeder Volksgenosse mithelfen, im Sinne des Gedankens, daß Gemeinnutz vor Eigennutz gehe. Mit der Jugend wachse eine neue Zukunft herauf. Das Schicksal müsse den Aufstieg für uns bringen. Stützpunktleiter Haibach schloß, nachdem das Horst-Wessel-Lied gesungen worden war, die Ver­sammlung mit einem dreifachenSieg-Heil!" auf den Führer Adolf Hitler.

O Aus dem Kleebachtal, 24. Sept. Nach­dem stärkere Regen der harten Boden durchweicht haben, hat man überall mit der Kartoffel­ernte begonnen. Der Ertrag läßt in vielen Orten zu wünschen übrig. Insbesondere sind es die leichten und mittleren Böden, die große Ausfälle bringen. Die große Trockenheit des Nachsommers hat das Wachstum mehr beeinträchtigt, als man zuerst annahm. Das Ernteergebnis wird vielfach auf die Hälfte der Erntemenge des Vorjahres be­

ziffert. Demgegenüber ist die Oualität der Karlen- sein sehr gut. Die Knollen sind nicht übermä­ßig dick, aber gesund. Die Z w e t s ch e n e r n t e ist soweit beendet. Sie brachte einen guten Ertrag. Doch der Absatz war schlecht. Während früher viele Waggons aus dem hiesigen Bezirk verschickt mür­ben, ist es jetzt sehr schwer, die weit geringeren Mengen unterzubringen. Es wurden für den Zent- ner 3,50 bis 4,50 Mark bezahlt. Die Winter- obsternte fällt sehr knapp aus. Auffallender­weise fallen die besten Sorten Schöner von Boskop und Goldrenette von Blenheim ganz aus

Dillkreis.

< Weidenhausen, 23. Sept. Der allseits beliebte und geschätzte Lehrer i. R. Johannes R u d- l o f f wurde dieser Tage zu Grabe getragen. Der im Alter von 75 Jahren Verstorbene hat in Rönnershauien (wo er 45 Jahre lang als Lehrer tätig war) und in Weidenhausen stets zum Segen der Gemeinden gewirkt. Nach seiner Ruhestands­oersetzung verlegte er seinen Wohnsitz nach Weiden­hausen und hatte hier die Jahre bis zu seinem Tode zugebracht. Die Reichsbahnstation gibt von jetzt ab Sonntagsfahrkarten nach Herborn aus. Unser Bahnhof hat ein freundlicheres Gesicht be­kommen, da man die eine Hecke, die am Wege ent­lang läuft, abgeholzt und dafür einen Bürgersteig mit Geländer angebracht hat. Die hiesige Frei­willige Feuerwehr unterzog sich einer Nachtübung und legte Zeugnis von ihrem Können ab. Ein. gut markierter Brandangriff auf ein ausgewähltes Wohnhaus mit Scheune diente zur Probeleistung der neuangeschafften Motorspritze.

Die Veschästiglmg hcrJnbuflrie im August 1933.

Ergebnisse der Zndustneberichterstattung.

Die Industrie hat die Sommerflaute vom Juli verhältnismäßig leicht überwunden. Im August hat sich die Belebung wieder beschleu­nigt fortgesetzt. Dabei wurden nicht nur weitere Arbeitskräfte eingestellt; auch das Arbeitsvolumen der Industrie hat sich be­trächtlich erhöht. So ist nach der Jndu- strieberichterstattung des Statistischen Reichsamts

die Zahl der beschäftigten Arbeiter von 47,3 o.f) auf 48,2 v. h. der Arbeiterplahkapazität ge­stiegen und liegt damit um 17 v. h. über dem

Stand des Vorjahrs.

Verhältnismäßig stärker, nämlich von 41,5 v. H. auf 42,7 v. H. der Arbeiterstundenkapazität, hat die Zahl der geleisteten Arbeiter st unden ^ge­nommen. Diese Entwicklung verdient deshalb beson­dere Beachtung, weil sich in den beiden letzten Mo­naten die Summe der geleisteten Arbeiterstunden kaum verändert hatte und Neueinstellungen von Ar­beitern im ganzen nur durch Arbeitsstreckung mög­lich waren. Die durchschnittliche tägliche Arbeitszeit eines Arbeiters hat sich leicht von 7,10 auf 7,14 Stunden erhöht.

Die Belebung der industriellen Tätigkeit hat sich in den Produklionsgüterindustrien und in den verbrauchsgütecindustrien fast in gleichem Blaße durchgesehl.

Innerhalb der Prvduktionsgüterindu- st r i e n sind vor allem die I n o e st t t i o n s - güterindustrien die Träger der Belebung. Sa ist die Beschäftigung in der Großeisenindustrie, im Maschinenbau, in Den N. E. Metallhütten und Walzwerken und in Teilen der Elektroindustrie ge­stiegen. Im Baugewerbe hat sich die Zahl der beschäftigten Arbeiter fast doppelt so st a r k erhöht wie im Vormonat. Damit hat diese wichtige Schlüsselindustrie bereits den Stand vom August 1931 erreicht. Innerhalb des Bau­gewerbes haben vor allem die öffentlichen lief- bauarbeiten zugenommen, der gewerbliche Bau

bleibt demgegenüber noch beträchtlich zurück. Im Zusammenhang mit. der größeren Bautätigkeit hat sich auch die Beschäftigung in einzelnen B a u - stoffindustrien (Pflasterstein- und Schotter­industrie, Ziegelindustrie, Zementindustrie und Dach- pappenindustrie) weiter gehoben.

Im Kraftfahrzeug- und Fahrradbau haben Produktion und Beschäftigung ihren saison­mäßigen Höhepunkt überschritten. Die Einschrän­kungen sind aber geringer als im Vorjahr. Die Arbeit ist weiter gestreckt, Arbeiterentlassungen sind bisher nur in geringem Umfang vorgenommen worden.

3n den Verbrauchsgüterindustrien haben die Vorbereitungen für das Herbst- und winter- geschäft begonnen; die Beschäftigung ist hier daher auch stärker als im Vormonat gestiegen.

So hat sich in einzelnen Zweigen der Beklei - dunasindustrie, vor allem in der Schuh- und Hutindustrie, sowie in Der Erzeugung künstlicher Blumen nicht nur die Zahl der Arbeitskräfte, son­dern auch Die Summe Der geleisteten Arbeiterstun­den beträchtlich erhöht. Auch in den meisten Indu­striezweigen, Die Hausrat, sowie Gegenstände für den Wohu - und Kulturbedarf Her­stellen, hat die Beschäftigung zugenommen, beson­ders in der Herstellung von Geschirrsteingut, Weiß­hohlglas und Uhren. Nur in der Textilindustrie ist Die Belebung im ganzen geringer als im Vor­monat. Zwar hat sich Die Zahl Der Arbeitskräfte unD Der geleisteten Arbeiterstunden auch hier in fast allen Zweigen gehoben. Doch roirD Das Ergebnis für Den gesamten Industriezweig Durch Den scharfen Rückgang in Der Wollindustrie unD in Teilen Der WirkwareninDustrie geDrücft.

In Den Nahrungs- und Genußmittel­in D u st r i e n ist die Beschäftigung fast durchweg gestiegen, nur die Oelmühlen unD Die Obst- unD Gernüsekonseroenindustrie (Der Saison entsprechend) mußten Einschränkungen vornehmen.

Garienbauerzeugnisse mit Visitenkarte.

Von Charlotte Kloß.

Es war einmal, da eroberten sich deutsche Händ­ler den Marktkorb der deutschen Hausfrau mit dem Hinweis, holländische Gurken, zarte französische En- dioien, italienische Kirschen usw. Deutschland erschien reich, übertriebene Rohkostlehrer propagierten beson­ders im zeitigen Frühjahr Den Genuß von jungem Gemüse, von frischem Obst. Die Hausfrau oft all- zu leichtgläubig und geschickten Anpreisungen gegen­über mitunter schwach ließ Mark für Mark aus dem Lande rollen, schaffte Arbeit und Brot für fremde Volksgenossen Im eigenen Ackerland wuchs die Zahl derjenigen, denen keine Beschilft tigung mehr gegeben werden konnte.

Insbesondere die deutsche Gartenbau­wirtschaft lag trotz heißer Bemühungen um Konkurrenzfähigkeit auf dem Markt völlig dar­nieder. Endlich wurde von nationalbewußten deut­schen Hausfrauen Front gemacht gegen die Bevor­zugung von ausländischem Obst und Gemüse, gegen Die Anpreisung von Gartenbauerzeugnissen in einer Jahreszeit, in der der deutsche Boden Gurken, To­maten, Frühkartoffeln u. a. m. noch nicht hergeben konnte. (So ist gegen die übermäßige Verwendung von Bananen, die in der Kleinkinderernährung jahrelang geradezu vergöttert wurden, von national- bewußten Hausfrauen jahrelang ein Kleinkrieg ent- r facht worden.)

Seit 1929 stehen führend im Kampf um das deutsche Erzeugnis die städtischen Haus- frauenoereine. Durch ihre -Spitzenorganisation, den Reichsoerband Deutscher Hausfrauen vereine, stets unterrichtet über jeweils eintretende und zu beob- achtende Mißstände auf dem Obst- und Gemüse­markt, konnte er seine Mitglieder im ganzen Reich schlagartig einsetzen für die Propaganda von be- stimmten Erzeugnissen aus heimischer Scholle und für die erste Abstellung oorkommender Mißstände im Handel.

Der Reichsoerband Deutscher Hausfrauenvereine mit seinen zahlreichen Unterverbänden ist es nun auch wieder, der sich dem deutschen Gartenbau so­fort zur Verfügung gestellt hat, als kürzlich nach langwierigen Verhandlungen zwischen den Organi- fationen der Erzeuger und des Handels die Kenn- zeichnungdeutscherGartenbauerzeug- nisse endlich Wirklichkeit wurde. Wenn jetzt vorn Verbraucher ein Druck auf den Obst- und Gemüse­handel ausgeübt wird, d. h. wenn in allen großen und kleinen deutschen Städten die kaufenden Haus­frauen mit ihren Gemüsehändlern über die innerhalb des Berufsstandes der Gartenbauwirtschaft verein- barten Richtlinien, die dem deutschen Erzeugnis in Gemüse- und Obstverkaufsstellen eine bevor-

z u g t e Stellung einräumen, diskutieren, so wird in kurzer Zeit die KennzeichnungDeutsches Erzeugnis" auch in Dem kleinsten Betrieb selbst­verständlich werden. Es gilt jetzt, auch das Gewissen Des Händlers wachzurütteln. Bei dieser schweren Aufgabe, von deren Lösung Sein oder Nichtsein der

^ deutsche 6atUnbftu (Eytugiuffs taufen!

-

IV I

deutschen Gartenbauwirtschaft abhängt, kann jede einzelne Hausfrau mitwirken.

Nicht eine Kundin und noch eine, nein, alle muf­fen dem Obst- Und Gemüsehändler durch sachkundige Fragen lästia fallen:Sie sagten, das sind deutsche Tomaten? Die Kiste trägt ja aber einen fremd- sprachiaen Aufdruck! Wie, Sie haben nur einen alten Verpackungsbehälter benutzt? Das deutsche Er- Zeugnis so ist doch bestimmt worden soll in Behältern, Die Das PlakatDeutsches Erzeugnis" tragen, angeboten werden. (Siehe Abbildung.) Ich bin also nur sicher, deutsche Tomaten zu kaufen wenn sie mir aus einer jo gekennzeichneten Kiste verkauft werden."

Die Richtlinien jur Die Kennzeichnung oe|timmen weiter, daß für die Auslagen in oder vor dem Ein­zelhandelsgeschäft und in den Markthallen einheitlich Kennzeichnungsschilder mit dem AufdruckDeut­sches Erzeugnis" und dem vom deutschen Vvlkswirtschaftsdienst geschaffenen Einheitszeichen für deutsche Ware benutzt werden. (Es ist dies ein Adler mit ausgebreiteten Flügeln, wie ihn die Ab­bildung zeigt.) Die Kennzeichnungsschilder müssen also in geeigneter Form sowohl an den Auslagen, als auch an Den im Verkaufsraum aufbewahrten Er­zeugnissen angebracht werden. Soweit als möglich, müssen auch die einzelnen Erzeugnisse das Kenn­zeichen tragen.

Diese Abmachung bezieht sich auch auf Den b e u t = schen Blumenhandel. Für die deutsche Topf­blume find besondere Anhänger geschaffen worden, die auch auf alle gebündelten Erzeugnisse und als Bänder für Gurken Anwendung finden. Der deutsche Obst- und Gemüsehandel verpflichtet sich, den Haus­frauen zuerst die der Jahreszeit entsprechenden

o e u l I ch e n Eczeugnljie anzubieten, worauf unsere Leserinnen in nächster Zeit besonders achten und be*- Hausfrauenberatung Gießen, Wernerwall 45, dies­bezügliche negative Erfahrungen mitteilen sollten. Interessant wäre auch Die Feststellung, ob im Deut- ichen Obst- unb Gemüsehanbel in Zukunft bas deutsche Erzeugnis in jebem Falle im Vorbergrund der Auslage gezeigt wird und für eine faufanregenbe Darbietung gesorgt ist.

Die beutsche Gartcndauwirtschaft erhofft viel von ber Mitwirkung ber Hausfrau. Von Der Haltung, bie bie Hausfrau bem Obst- unb Gemüsehanbel in Zu­kunft jeigt, wird es abhängen, ob der deutschen Gortenbauwirtschaft geholfen werden kann. Die Vor­aussetzungen sind durch die vereinbarten Richtlinien des Reichsoerbandes des deutschen Gartenbaues ge­schaffen. Es gilt jetzt, sie Durchzusetzen, und zwar muß von dieser Bewegung die kleinste Verkaufsstelle ersaßt werden. Dazu braucht die deutsche Gartenbau­wirtschaft die Hilfe jeder einzelnen Hausfrau

Aus aller Well.

Nationalsozialistische Gemeinschaft corpsstudentischer Verbände.

Berlin, 23. Sept. (TU.) Der K ö s e n e r Senioren-Conventoerband, der Miltenberger Ring, der Naumburger Senioren-Convent, der Rudolf st ädter Senioren-Convent und der Weinheimer Senioren-Convent, haben sich aus dem Willen heraus, die den deutschen Corps and den Verbindungen corpsstudentische. Art inne­wohnende Kraft und das wertvolle Kulturgut ihrer Geschichte in gemeinsamer Arbeit dem national­sozialistischen Staat ganz dienstbar zu machen, z u der nationalsozialistischen Gemein­schaft corps studentischer Verbände zusammengeschlossen mit folgendem B e f e n n t n i s :

Wir glauben an unsere Aufgabe, den uns anver­trauten Teil der deutschen studentischen Jugend i n härtester Erziehungsarbeit, Schlicht­heit und Ehrenhaftigkeit zu wehr­haften deutschen Männern zu er­ziehen, die in Treue einander wie jedem deut­schen Volksgenossen verbunden, des erneuerten deut­schen Reiches und Volkes Soldaten fein wollen. Wir wollen der wahren Einheit der deut­schen Studentenschaft dienen, einer Ein­heit, die sich aus dem gleichgerichteten Streben kraftvoller Einzelglieder ergibt, niemals aber aus gleichmacherischer Einförmig­keit. Wir wollen in gesundem Wetteifer offen und kameradschaftlich mit allen deutschen Studenten in der Deutschen Studentenschaft und mit dem Nationalsozialistischen Deutschen Studentenbund Zu­sammenarbeiten. Wir wollen fest und unerschütter­lich an unseren großen Führer Adolf Hitler und fein Werk g la üben und i h m als seine treue st en Soldaten folgen; der einzelne Mann mit dem Wunsch, in der Persönlichkeit des Führers aufzugehen, jeder Einzelführer aber im steten Bemühen, sein Füh- rertum durch doppelte Treue, doppelte Arbeit und doppelte Verantwortlichkeit zu beweisen. Wir wollen die selbsttose Tat und das schlichte, ehrliche Wort, die die Phrasen hassen, die den höchsten Begriff wohlfeil machen.

In diesem Geist erziehen wir den charak - terfesten deutschen .Menschen und schulen ihn zum politischen Soldo- t e n. Wir gehen diesen Weg in Dem steten Be­mühen, Den anDeren stuDentischen 23er- b ä n D e n in aufrichtigem Vertrauen treue Wa­rner a b e n zu sein, als nationalsozialistische Ge­meinschaft CorpsstuDentischer Verbände. Wir wollen dem deutschen Volk und Vaterland dienen, für das unsere Gemeinschaft nur ein Gleichnis ist."

Mehr als 200 Mill. AM. Arbeits­beschaffungs-Kredite bewilligt.

Berlin, 22. Sept. (WTB.) Die vom Vorstand und Kreditausschuß der Deutschen Gesell­schaft für öffentliche Arbeiten A.-G. (Oeffa) ausgesprochenen Darlehensbewilligungen im neuen Arbeitsbeschaffungsprogramm haben nun­mehr den Betrag von 200 Millionen R M. bereits überschritten. Allein in die­ser Woche wurden neue Kredite in Höhe von rund 21 Millionen RM. bereitgestellt. Hiervon erhielt die N e ck a r - A G. für die Fortführung der Bauarbei­ten an den Staustufen Guttenbach, Neckarzimmern und Gundelsheim einen Betrag von 3,6 Millionen RM. Der Stadt Köln wurden für Kanalisa­tionsarbeiten in Köln-Niehl 1 Million RM., der Stadt Altona für die Kanalisation von Blan­kenese rund 500 000 RM. zugesagt. Zur Finanzie­rung der Rheinbrücke bei Neuwied wur­den 2,5 Millionen RM. bewilligt. Weiter wurden für eine Reihe von Arbeiten in besonders not­leidenden Gebieten (Westfalen-Land und Provinz Sachsen und Schlesien) erhebliche Beträge bereit- gestellt. Mit den bisherigen Darlehenszusagen ist etwa die Hälfte der von der Oeffa im neuen Arbeitsbeschaffungsprogramm bereitzustellenden Kre­dite bewilligt.

(Eine neue Dlrbelsturmkataslrophe in Mexiko.

Kaum sind die letzte Meldungen mit den endgülti­gen Ziffern der Opfer der Wirbelsturmkatastrophe in Mexiko eingegangen, so laufen schon wieder Nach- richten über einen neuen Orkan ein, der Mexiko unb die Antillen heimgesucht hat. Sämtliche Ver- binbungen mit Tampico sind unterbrochen. Zahl­reiche Häuser sind zerstört, Hunderte von Menschen obdachlos. Der Wirbelsturm, der von'Wolken- b r ü ch e n begleitet war, richtete in Salvador, der Hauptstadt der Republik Salvador, ungeheuren Schaden an.

Riesige Aeberfchwemmungen in Slowenien.

Wie bie Blätter aus Laibach berichten, haben die U e b e r s ch w e m m u n g e n in Slowenien katastrophalen Umfang angenommen. Die Wasser­fluten bringen von ben Beratälern in solchen Massen in bie Ebene ein, wie dies seit hundert Jahren nicht mehr ber Fall war. Das Laibacher Feld bildet einen ungeheuren See, der stellenweise fünf Meter tief ist. Die Bevölkerung ist auf die Berge geflüchtet. Besonders schwer wird auch die de u t s ch e S p r a ch> i n s e l G o t t s ch e e von den Fluten heimgesucht. Die Städte Laibach unb Cilli finb von ber Außen- weit abgeschnitten, auch bie Eisenbahnstrecken stehen an vielen Stellen unter Wasser. Die Save und die Sann reißen eine Brücke nach der andern ein Be­sonders schlimm ist die Laae in Cilli, wo auch das Elektrizitätswerk unter Wasser gesetzt ist, so daß Licht und Strom versagen. Militär, Feuerwehr und Ar­beiterkolonnen arbeiten an ber Rettung gefährdeter Bewohner. In Stein bei Laibach wurde eine Brücke in dem Augenblick eingeriffen, als 17 Personen auf

ihr standen. Mehrere Kinder konnten nicht mehr gerettet werben unb e r tr a n t e n. Das Wasser brach so plötzlich herein, baß in vielen Dörfern die Schul- kinber nicht mehr nach Hause geschickt werden tonn­ten und in vielen Kirchen bie Besucher beim Mvr- gengottesbienft eingeschlvssen würben. Die Ver- wirrung der Bevölkerung wurde durch ein ziemlich starkes Erdbeben gesteigert, bas in ber Nacht ausbrach. Die Flutwelle wälzt sich, gegen bie troa- ttsche Ebene fort. Der Eisenbahnverkehr zwischen Agram und Susak mußte eingestellt werden.

(Ein Gutshvf eingeäschert.

In der Ortschaft Erfurtshausen (Reg.-Bez. Kassel) brach ein Groß feuer aus. Ein großer Gutshof wurde bereits völlig eingeäschert und die ganze Ernte vernichtet. Auch brannte die Kirche und das Anwesen eines Landwirts. Mehrere Weh­ren der Umgebung waren mit den Löscharbeiten beschäftigt.

5000 Todesopfer einer 2Nalariaepidemi? in Peru.

Seit acht Monaten wütet in der Provinz Cuzco in Peru eine Malaria-Epidemie, die bis- her 5000 Todesopfer gefordert hat. Ganze Dörfer sind entvölkert, der Bischof von Cüzco hat feftgeftellt, daß feit Januar über 20 000 Krankheits­fälle zu verzeichnen sind. Die örtlichen Behörden Haden dringend um sofortige finanzielle Hilfe er­sucht, sie brauchen ungefähr eine Million Mark, um die Epidemie wirksam zu bekämpfen.

Wirtschaft.

Berliner Zrühbörse.

Berlin, 25. Sept. (WTB.-Funkspruch.)' Ange­regt durch die Bewegung am Rentenmarkt scheint auch zu Beginn der neuen Woche eine freund­liche Allgemein st immung zu bestehen. Im heutigen Frühverkehr kam das Geschäft zwar wie- der nur zögernd in Gang. Man konnte aber bereits wieder Eingänge von neuen Kundenorders beobach­ten, die sich neben dem festverzinslichen Markt auf Aktien mit rentenähnlichem Charakter erstreckten. Man rechnet daher in erster Linie mit Spezial­bewegungen.

Am Devisenmarkt nannte man Pfund ge­gen Paris mit zirka 79, Mailand 58,90, Spanien 37,00, Amsterdam 7,66, Schweiz 15,95, Kabel zirka 4,7850.

Krankfrrrter Schlachtviehmarkt.

Frankfurt a. M., 25. Sept. Vorauftrieb: 1205 Rinder (395 Ochsen, 104 Bullen, 361 Kühe, 325 Färsen), 544 Kälber, 93 Schafe, 3714 Schweine. Es wurden notiert: Rinder: Ochsen 32 bis 33 Mark, Bullen 22 bis 30, Kühe 12 bis 28, Färsen (Kalbin- nen) 22 bis 33; Kälber 25 bis 44, Schafe 23 bis 29; Schweine 46 bis 52 Mark. Marktverkauf: Rinder mittelmäßig, Schweine mittelmäßig, Fettschweine ge­sucht; Kälber und Schafe langsam.

Devisenmarkt Berlin Frankfurt a. 21t

22. September

23-September

Amtliche Dotierung

Amtliche Notierung

»eld

1 3rie>

Geld

»de.

Helsingsore..

5,734

5,746

5,729

5,741

Wien.......

47,95

48,05

47,95

48,05

Prag.......

12,39

12,41

12,41

12,43

Budapest ...

-

Sofia......

3,047

3,053

3,047

3,053

Holland ....

169,33

169,67

169,38

169,72

Oslo.......

65,18

65,32

65,13

65,27

Kopenhagen.

57,94

58,06

57,89

58,01

Stockholm...

66,88

67,02

66,83

66,97

London .....

12,97

13 01

12,96

13,00

Buenos Aires

0,963

0,967

0,963

0,967

Neuyork....

2,712

2,718

2,707

2,713

Brüssel.....

58,49

58,61

58,52

58,64

Italien.....

22,07

22,11

22,06

22,10

Paris ......

16,41

16,45

16,41

16,45

Schweiz ....

81,22

81,38

81,12

81,28

Spanten....

35,11

35,19

35,06

35,14

Danzig.....

81,57

81,73

81,52

81,68

Japan......

0,759

0,761

0,756

0,758

Rio de Jan. .

0,233

0,235

0,232

0,234

Jugoslawien.

Lissabon....

5,295

5,305

5,295

5,305

12.68

12,70

Bantnoten.

12,68

12,70

Eerlln, 23.September

Geld

»rief

Amerikanische Noten..............

2,66

2,68

Belgische Noten..................

58,36

58,60

Dänische Noten .................

Englische Noten .................

Französische Noten...............

16737

HL43

Holländische Noten...............

Italienische Noten................

2L94

22^02

Norwegische Noten ..............

64,97

65,23

Deutsch Oesterreich, i 1OO Schilling

Rumänische Noten...............

_

_

Schwedische Noten...............

Schweizer Noten.................

80,94

8L26

Spanische Noten.................

34,93

15,07

Ungarisch? Noten ................

Wettervoraussage.

Durch allgemeinen Barvmeteranstieg über Zen­traleuropa hat sich einerseits Das norDÜstliche Hoch verstärkt, anDerseits Die westliche Störung abge­flacht. Unser Bezirk liegt im Grenzgebiet zwischen hohem und tiefem Druck und behält daher etwas wechselhaftes, im wesentlichen aber freundliches Wetter. Da verschiedenartige Luftzufuhr herrscht, entsteht zeitweise Bewölkung, die vereinzelt sogar etwas Regen verursacht, doch wird unter dem Ein­fluß des hohen Drucks wieder Aufheiterung zustande kommen.

Aussichten für Dienstag: Teils wolkig, teils aufheiternd, Temperaturen wenig verändert, nur vereinzelt Neigung zu Niederschlägen.

Lufttemperaturen am 24. September: mittags 18 3 Grad Celsius, abends 12,8 Grad; am 25. September: morgens 9,4 Grad. Maximum 18,3 Grad, Minimum 6,5 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 24. September: abends 16 Grad; am 25. Septem­ber: morgens 11,7 Grad Celsius, Sonnenschein­dauer 4 Stunden,